Freund der Tochter heroinabhängig

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Susi67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 4. Sep 2010 12:18    Titel: Freund der Tochter heroinabhängig Antworten mit Zitat

Hi,
der Freund (21) unserer 14-jährigen Tochter ist heroinabhängig. Sie ist bereits 6 Monate mit ihm zusammen und wir sind alles andere als begeistert und können nur hoffen, dass sie nicht auch damit anfängt. Seit ca. 3 Monaten wissen wir von seiner Sucht. Wir sind eine Familie, die man wohl gemein hin als "gutes Elternhaus" bezeichnen würde. Er stammt aus einer ganz anderen sozialen Schicht... sein Vater ist gestorben und seine Mutter ist seit 20 Jahren arbeitslos und Alkoholikerin, er wurde als Kind geschlagen etc... also denkbar schlechte Voraussetzungen für ihn. Er hat bis heute noch nicht wirklich gearbeitet und ist seit seinem 14. Lebensjahr in der Szene unterwegs. H nimmt er nach seiner Aussage seit ca. 8 Monaten (schnupfen).

Er ist ein ganz lieber Kerl und weckt auch in mir den Beschützerinstinkt bzw. löst eine Art Helfersyndrom aus... Er war bis Mittwoch zur Entgiftung und möchte weg von dem Zeug. Jedoch glaube ich nicht, dass er es ohne Therapie schafft. Am Abend der Entlassung aus der Entgiftung hatte er schon wieder ganz kleine Pupillen. Er sagte, dass er am Morgen in der Entgiftungsstation noch Pola (oder wie das Zeugs heißt) zur Beruhigung bekommen hat und dies die Ursache dafür sei. Meine Tochter hat aber erzählt, dass er ihr gestanden hat, dass er sich das Zeugs wohl von einer Mitbewohnerin der Klinik" besorgt" hat.

Bis er zur Entgiftung gehen konnte haben wir seine Sucht für ein paar Wochen "finanziert"... . Wenn er jetzt wieder anfängt, haben wir ihm und unserer Tochter gesagt, dass er von uns kein Geld mehr bekommt. Ich möchte ihm weiterhin helfen aber eben nicht mit Geld für den Stoff. Ich habe ihm schon eine Stelle für seine Sozialstunden besorgt, war mit ihm beim Arbeitsamt, beim Sozialdienst, habe Kontakt zur Suchtberatung aufgenommen etc.

Ihm fehlen unserer Ansicht nach aber einfach grundlegende Eigenschaften um in der "cleanen Welt" bestehen zu können. Er schafft es kaum früh aus dem Bett zu kommen, ist weder körperlich noch psychisch belastbar, hat keine Vorstellung was er machen möchte bzw. malt sich die Zukunft unrealistisch rosa aus... für ihn ist das H sein einziges Problem... sonst ist ja alles prima... wenn er nur von H wegkommt läuft schon alles von alleine. Aber seine Situation ändert sich nun mal nicht von alleine. Er ist nach wie vor arbeitslos ohne Ausbildung, wohnt bei seiner chaotischen Mutter, hat die selben Freunde etc. Wie soll er da clean bleiben?

Wir haben solche Angst um unsere Tochter. Ihr den Umgang zu verbieten wäre sinnlos. Sie ist mit 14 bereits eine so starke Persönlichkeit, dass sie sich nichts verbieten lässt. Wir sind heilfroh, dass sie es uns überhaupt erzählt hat. Sie findet seinen Konsum richtig "scheiße" und ich glaube sie ist sein einziger Halt. Wir als Eltern stehen machtlos daneben und müssen hoffen, dass sie da heil wieder raus kommt. Entweder indem sie ihn verlässt oder er den Absprung wirklich schafft. Ich würde es ihm sehr wünschen, habe aber ehrlich gesagt wenig Hoffnung.

Bisher ist er nicht bereit für eine Langzeittherapie. Wie sehen eurer Meinung nach seine Chancen aus es alleine zu schaffen? Wie können wir unserer Tochter und ihm am besten helfen? Der Drogenberater sagte, dass wir auf jeden Fall "konsequent" sein müssen. Wir haben vor der Entgiftung gesagt, dass wir ihm keine Kohle mehr geben werden... und dabei wollen wir auch bleiben. Was ist aber, wenn er wieder anfängt und dann aus Geldmangel einen kalten Entzug durchmacht... es ist ja kaum auszuhalten ihn (und dadurch natürlich auch unsere Tochter) so leiden zu sehen. Ich hoffe, dass ich stark genug bin, ihm dann kein Geld zu geben.

Er behauptet auch, dass er einen Herzfehler hat und deshalb beim Entzug Herzflimmern bekommt und Todesangst hat... kann das sein oder sind das evtl. normale Entzugserscheinungen oder so eine Art Panikattacken? Auch gestern hatte er angeblich wieder Herzflimmern. Ich möchte ihm nicht unterstellen, dass er schon wieder auf Entzug ist aber irgendwie kommt es mir so vor, als wäre er nicht wirklich clean aus der Klinik gekommen... wie läuft das mit Pola ab... hat man da die gleichen Entzugserscheinungen wie bei H? Werden die Pupillen auch klein? Kann man einen Unterschied erkennen was jemand genommen hat?

Ich selbst habe durch meine Mutter "Suchterfahrung" da sie quasi mein gesamtes Leben lang schon Alkoholikerin ist und ich dadurch jahrelang "Co-Abhängige" bin. Ich sehe Sucht als Krankheit an und habe daher denke ich relativ viel Verständnis für den Freund unserer Tochter... mit H hatte ich bisher aber noch keine Berührungspunkte... und bin daher überfordert mit der Situation.
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 4. Sep 2010 15:35    Titel: Antworten mit Zitat

Oh je, Susi, was für ein Alptraum! Doch ich denke, bis jetzt habt Ihr alles richtig gemacht. Mein spontaner Reflex wäre, der Tochter den Umgang mit dem viel älteren Freund zu verbieten (ist das nicht sogar illegal, wenn eine 14-jährige mit einem 21-jährigen...?), doch ich weiß aus meiner eigenen Jugend, dass ein verärgerter Teenager in seinem Trotz der Stärkere sein kann. Ich fürchte jedoch, wenn die Beziehung weiterbesteht, wird irgendwann der Tag kommen, an dem Deine Tochter auch mal probieren will. Hoffentlich täusche ich mich, aber die Erfahrung zeigt, dass es meist so abläuft.

Wichtig ist eine solide, vertrauensvolle, sachliche Kommunikation mit Deiner Tochter und anscheinend klappt das ja auch. Sie wird hoffentlich einsehen, dass Ihr ihm kein Geld mehr geben dürft und - bei aller Liebe - ihm gegenüber eine gewisse Konsequenz an den Tag legen. Zu der Geschichte mit dem Herzflimmern würde ich sagen: Wenn er glaubt, einen Herzfehler zu haben, soll er sich zum Kardiologen begeben und Dir das schriftlich bringen. Bis dahin glaube ihm kein Wort. Auf Entzug zieht, zwickt und flimmert so Einiges.

Da er noch so eine unreife Person ist, halte ich es für ausgeschlossen, dass er es alleine schafft. Seine Sucht ist sehr bequem: Solange er süchtig ist, muss er sich nicht mit viel unangenehmeren Dingen wie Ausbildung, Arbeit, Lebensplanung etc. befassen. Warum sollte er also aufhören wollen? Er kann sich doch prima hinter der Sucht verstecken und sie als Rechtfertigung für sein Versagen in anderen Bereichen nehmen. Zu Deiner Frage mit dem Polamidon: Soviel ich weiß, kannst Du nicht erkennen, ob er Heroin oder Polamidon genommen hat. Wirkung und Entzug sind ähnlich.

Ich finde, Du hast die Situation schon selbst sehr gut erkannt und analysiert. Fragt sich nur, wie Du jetzt damit umgehen sollst. Im Zweifelsfall weitermachen wie bisher. Nimm ihn als zusätzliches Kind an und stecke jede Menge Energie in ihn. Vielleicht dankt er es Dir ja irgendwann einmal. Bleibt nur zu hoffen, dass Deine Tochter unbeschadet aus der Sache herauskommt. Ewig wird die Beziehung ja hoffentlich nicht andauern, recht selten heiratet man den Mann, mit dem man mit 14 mal zusammen war. Vielleicht könnt Ihr das Problem so "aussitzen".

Was Schlaueres fällt mir im Moment leider nicht dazu ein.

Grüße!
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Jana
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 1470

BeitragVerfasst am: 4. Sep 2010 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

14, vielleicht rebellisch, keinen Bock auf das "feine" Elternhaus. Leider, leider kommen auch in guten Familien schreckliche Kinder vor. Den Umgang mit dem Junky verbieten halte ich auch für sinnvoll, da ihr als Eltern in dem Alter jedes Recht dazu habt und eventuell auch einen Namen zu wahren habt. Es reicht nicht ein "lieber Kerl" zu sein, zumal gerade Unterschichtler mit ihren Nöten doch Talente haben, gutgläubigen Menschen mit ihrem Getue die Sinne zu vernebeln. Er hat's ja schwer, er ist ja nett und zuvorkommend, machen wir ihn nicht unglücklich und dulden ihn. Das ist u.U. ganz tückisch und ein 14-jähriges Kind fängt eventuell tatsächlich auch mit Heroin an, wenn ein so viel älter und reifer wirkender dieses Zeug wie selbstverständlich nimmt.
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Bazuka Joe
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 14.08.2010
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 4. Sep 2010 19:12    Titel: Antworten mit Zitat

Wen ihr euch als gut bezeichnet und eurer 14 Jährigen Tochter einen 21 Jährigen Freund zugesteht,na ich weiß nicht.Meine Tochter jetzt 16 aber niemals würde ich das zulassen,und wen ich die Polizei einschalten müßte.Es ist strafbar,gar keine frage wen ein 21 jähriger Mann eine beziehung zu einer 14 jährigen unterhält.Bitte kümmert Euch im Interesse Eurer Tochter darum und wen Ihr nur halb so gut seit wie Ihr schreibt,dann schaft Ihr das viel Glück

Torti
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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo susi

@Bazuka
also den Kontakt verbieten ist das eine, das andere ist das die kleinen es dann heimlich tun und erst gefahr laufen abzurutschen.
Keine 14 jährige lässt sich auf solche verbote ein, schon gar nicht wenn Liebe mit im Spiel ist


@Susi

das ist ja der oberhorror für jede Mutter denke ich. Ich habe auch eine 13 jährige Tochter und wär wohl auch alles andere als begeistert dvon.
Aber ich höre da vieles positives raus. z.B. sie vertraut euch, das ist doch toll. Was will man mehr erwarten.
Was du alles tust finde ich toll, deine Tochter kann sich glücklich schätzen mit dir als Mutter.
Allerdings das mit den Herzfehler kann ich nich glauben. Hört sich eher an als eine art emotionale erpressung von ihm. In dir schuldgefühle wecken ihm geld zu geben. Sehr raffiniert ^^
Allerdings glaube ich nicht das er es alleine schafft, zumindest den willen sollte man spüren, und das Bauchgefühl hat oft recht. Wenn er schon nach der entgiftung drauf is, naja.

Der Kampf könnte noch sehr lange dauern und deine Tochter daran zerbrechen, du wirst dann da sein um sie aufzufangen, mehr kannst du sowieso nicht machen.
Und jemanden zu haben der da ist ist schon ne menge wert

viel glück susi
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Susi67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 09:50    Titel: Danke Antworten mit Zitat

@ Bazuka
würde gern mal sehn wie du deiner Tochter den Umgang verbietest wenn sie Hals über Kopf verliebt ist...was würde sie wohl machen, wenn du ihren Freund einsperren lässt? Glaub mir, unsere erste Reaktion war ähnlich zumal sie uns am Anfang erzählt hat er sei 17 (by the way, er sieht auch aus wie 17 und unsere Tochter wirkt wie 16 - eigentlich passen sie ganz gut zusammen)... aber wir sind sicher, dass wir unsere Tochter 100% verlieren würden... Sie würde uns nichts mehr erzählen und es dann heimlich tun wie Trini gesagt hat...

@ Jana
wir sind kein "feines" Elternhaus sondern eben eine Familie in der eigentlich alles normal läuft... warum sich unsere Tochter einen Chaoten gesucht hat... keine Ahnung... vielleicht deshalb, weil wir humanistische Werte vertreten wie z.B. dass jeder Mensch eine Chance verdient, dass man die Menschen nicht nach dem Äußeren bewerten soll sondern auf innere Werte achten... etc. Das unsere Tochter diese Ansichten nun etwas im extrem auslebt haben wir vielleicht selbst zu verantworten... wir wollen aber vorallem unsere Tochter nicht unglücklich machen. Sie ist ein Mensch der generell am Besten über eigene Fehler lernt... wir hoffen bzw. gehen davon aus, dass sie durch ihn eher abgeschreckt was Drogen angeht... sie sieht wie scheiße es ihm geht und auch wie es ist, wenn man keinen Job hat und von Hartz IV lebt, das Essen von der Tafel holt und eben nix machen kann, weil keine Kohle da ist... das kann sei bei uns nicht lernen.
Sie ist noch jung und wie Veilchenfee gesagt hat denken wir auch nicht, dass sie ewig mit ihm zusammen bleibt.

@Trini & Veilchenfee
Danke für eure netten Worte... wir hoffen, dass wir das alles gut durchstehen und mein Bauchgefühl sagt mir, dass wir es richtig machen. Das Vertrauen zu unserer Tochter ist die Basis für alles und das dürfen wir auf keinen Fall zerstören. Sie weiß, dass wir für sie da sind auch wenn sie Mist baut... mehr können wir letztendlich nicht tun. Sie muss da durch und selbst entscheiden was sie tun möchte.
Das für ihren Freund die Sucht bequem ist... da könnte was dran sein... er gibt sich gern als OPFER und drückt auf die Mitleidstaste...
Bin mal gespannt wie seine Pupillen heute aussehen... wisst ihr wie lange die Pupillen bei Konsum klein blieben?
Lieben Gruß
Susi
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Bazuka Joe
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 14.08.2010
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 10:14    Titel: Antworten mit Zitat

Sorry ich wollte damit auch nur meinen unmut ausdrücken,wie gesagt vertrauen ist ja schön und gut,aber Kinder brauchen grenzen und wen eure tochter diese nicht Akzeptiert dann ist wohl schon früher was schief gelaufen.

Meine Tochter hat auch einen freund,der ist fünfzehn und Sie wollte es auch das er bei Ihr schläft,aber ich habe mit Ihr darüber geredet und sie hat es eingesehen den was soll den mit 17 -18 noch kommen.Jedes Alter hat seine Grenzen was erlaubtes angeht.

Wen Eure Tochter Euch nicht vertraut wen Ihr Ihr sagt das ist so und so,dann ist es für mich kein vertrauens Verhältnis.Wie habt ihr Euro tochter erzogen Antiautoritär?Weil so kommt es mir fast vor.



Mit den Pupillen ist es so das es bei Meta b.z.w pola nach 24h die entzugerscheinungen langsam wieder anfangen müßten,spätesten nach 30 sollte er pupillen wie Untertassen haben,es gibt in der Apotheke auch Teststreifen für jedermann,womit man Drogenkonsum nachweisen kann einfach mal nachfragen gibt es verschiedene,und bitte seit Konsequent,den das ist die einzige hilfe.

Ich wünsche Euch viel Kraft und durchhaltevermögen und hoffe das Ihr Eure Tochter nicht an den Teufel Heroin verliert.Aber auf dauer zieht der schwächere den stärkeren meißt mit runter.

Seit ganz lieb gegrüßt von Torti
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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 10:43    Titel: Antworten mit Zitat

@Torti

ich wollte dich nicht angreifen mit der Sache, aber ich finde das Susi es wirklich richtig macht.
Der Satz von ihr das das vertrauen zu ihrer Tochter die Basis ist ließ mir einen Schauer den Rücken runterlaufen Very Happy

Es ist alles andere als leicht das zu tollerieren, aber was will man denn schon machen wenn man eine Pupertierende Tochter hat.
Man kann ihnen das nicht verbieten. So schwer es auch fällt.

Ich hoffe nur das ich nie in solch Situation gerate
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Jana
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 1470

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 11:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hätten mir meine Eltern in gewissen "Reifestadien" einfach vertraut und mich machen lassen, wäre ich heute ein ziemlich verkorkstes Ding. Mit 14 soll man natürlich nicht die Leine anlegen aber alles entscheiden kann so ein Kind dann noch nicht. Erst recht nicht, wenn ihm von einem wesentlich älteren Menschen Liebe vorgegaukelt wird. In dem Alter ist man naiv, leichtgläubig, kennt das Thema Liebe bislang nur aus dem Fernsehen oder aus Märchenbüchern, weiß den Begriff noch gar nicht einzuordnen. Vertrauen, dass die Tochter da auf richtige Werte setzen kann ist nicht nur leichtsinnig, es ist zum Scheitern verurteilt.

Ich sehe, "gutes Elternhaus", bzw. "Gute Erziehung" wird hier wieder sehr schnell als Begriff verwendet. Diese Begriffe sollten aber heilig sein. Man sieht, selbst cleane Menschen wissen nicht, wie man das definiert. Hätte so eine Verfehlung des Themas eher der Sparte "Vater Junky - Mutter Helfersyndrom" zugeordnet.

Passt auf die Tochter auf, Mensch.
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Susi67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 12:42    Titel: schnelle Urteil Antworten mit Zitat

Hallo Jana,

du scheinst uns ja gut zu kennen, so vorschnell wie du über uns urteilst... wir setzen unserer Tochter sehr wohl Grenzen, die sie auch einhält... aber ich kann mich noch sehr gut an meine eigene Pubertät erinnern... ich hatte mit 14 auch einen 19 jährigen Freund... da gehn mir relativ schnell die Argumente aus, oder? Wie soll ich ihr etwas verbieten, das ich selbst gemacht habe... und das Alter ist auch nicht das Problem. Sie ist schon immer reifer gewesen als ihre Klassenkameradinnen... Das er Drogen nimmt haben wir ja erst erfahren, als sie schon 3 Monate zusammen waren... da war nicht mehr viel mit verbieten.

Wie definierst du denn "gutes Elternhaus" und "gute Erziehung"? Für mich ist es Vertrauen, Liebe, Gewaltlosigkeit, Sicherheit, "gutes" Benehmen, etwas aus seinem Leben machen wollen, Menschlichkeit, Toleranz, keine Vorurteile... Wir haben unsere Kinder nicht antiautoritär erzogen, wenn auch mit vielen Freiräumen. Unsere Tochter geht zum Gymnasium und will was aus ihrem Leben machen. Sie lässt sich nicht von ihrem Freund runterziehen und wird irgendwann die Notbremse ziehen... sie ist zum Glück nicht auf den Kopf gefallen und wird das denke ich bald merken.

Ich wünsche dir nicht, dass du in eine ähnliche Situation kommst wie wir. Denn dann könnte dir dein vorschnelles Urteil über unsere Erziehung nämlich recht schnell zum Verhängnis werden...

Nix für ungut
Susi
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Bazuka Joe
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Anmeldungsdatum: 14.08.2010
Beiträge: 38

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Fakt ist das der mann wen man Ihn so nennen kann sich strafbar macht,und Ihr auch basta das nennt man Kuppelei und das auch noch mit minderjährigen.ich finde der Typ ist für mich ein pädophiler.ich klink mich jetzt auch hier aus weil es mir zu doof ist es gibt immer Menschen die Ihr falsches verhalten so rechtfertigen.Das Euro Tochter aufs Gym geht heißt doch nicht das Sie in der lage ist die falsche Situation zu erkennen oder denkt Ihr nur Dumme Menschen nehmen Drogen?Vertrauen heißt doch auch das wen ich meinem kind sage hör bitte auf damit das ist nicht gut für dich das es mir dan vertraut,oder?

viel Glück noch bei Eurem schöngerede hier Torti
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

Susi schrieb:
Zitat:
Sie lässt sich nicht von ihrem Freund runterziehen und wird irgendwann die Notbremse ziehen... sie ist zum Glück nicht auf den Kopf gefallen und wird das denke ich bald merken.

Weißt Du, auch ich war auf dem Gymnasium, sogar auf dem humanistischen. Auch ich bin nicht auf den Kopf gefallen. Dennoch habe ich mit dem Spritzen harter Drogen angefangen, nachdem ich einen entsprechenden Typen kennengelernt hatte. Nach 2 Jahren habe ich wieder aufgehört. Trotzdem habe ich Schaden genommen und bin in dieser Zeit sicher um 10 Jahre gealtert.

Glücklicherweise habe ich keine Kinder - ich würde vermutlich zum rasenden Terrier werden, wäre meine 14-jährige Tochter mit einem 21-jährigen Junkie zusammen. Dein behutsames Vorgehen mag richtig sein oder auch nicht - die Zukunft wird es zeigen.
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Susi67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 17:45    Titel: keine Lust mich rechtfertigen zu müssen Antworten mit Zitat

Unser Problem ist nicht das Alter des Freundes sondern sein Drogenkonsum. Ich glaube auch nicht, dass alle die Drogen nehmen "dumm" sind... es gibt leider zu viele Menschen die andere gleich in irgendwelche Schubladen stecken... z.B. einen 21-jährigen (der vom Kopf und Aussehen her wie 17 ist) und pädophile Perversilinge in eine Schublade oder eben jeden Junkie in die Schublade "dumm, faul, versifft, HIV-infiziert etc.".
Genau das tue ich nicht. Wir geben dem Jungen eine Chance. Ob er sie verdient hat oder nicht oder ob das gut oder schlecht für unsere Tochter ist, weiß ich noch nicht. Aber wir haben einfach keine andere Wahl. Wenn wir ihr den Umgang verbieten schaltet sie auf stur und haut ggf. sogar ab.
Da hier aber anscheinend alles falsch verstanden wird... verabschiede ich mich. Es ist mir wirklich zu blöd mich rechtfertigen zu müssen.
Und tschüss...
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 18:04    Titel: Antworten mit Zitat

Ja schade - anscheinend wolltest Du hier nur Deine eigene Ansicht bestätigt haben. Du musst Dich für garnix rechtfertigen, ich finde es nur bedauerlich, dass Du so dünnhäutig bist und Dich gleich beleidigt verabschiedest. Hier wird keineswegs alles falsch verstanden. Es wäre schön gewesen, wenn wir die Entwicklung der Angelegenheit über - sagen wir das nächste halbe Jahr - hätten miterleben und darüber diskutieren können. Schon manch ein Mitforist konnte von positiven Entwicklungen berichten und viele haben daran Anteil genommen und sich gefreut, dass sie etwas dazu beitragen konnten.

Das mit dem Stur schalten und Abhauen habe ich durchaus begriffen - trotzdem bin ich froh, dass ich nicht in Deiner Situation stecke. Ich weiß nicht, ob ich mir das anschauen und mich beherrschen könnte. Nimm dem Burschen wenigstens das Versprechen ab, NIEMALS in Anwesenheit Deiner Tochter Drogen auf den Tisch zu legen oder gar zu konsumieren.

Viel Glück dann auch.
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Susi67
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2010
Beiträge: 10

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2010 18:45    Titel: Antworten mit Zitat

ich wollte keinesfalls nur meine eigene Ansicht bestätigt haben aber es kommt mir schon reichlich absurd vor, wenn mir jemand der seit 20 Jahren H-abhängig ist (ich meine Bazoka Joe) was von Illegalität erzählen will und sich als Moralapostel aufspielt... dann ist das ja schon fast zum Lachen.

Glaub mir, wir finden die ganze Situation hier bei uns zu Hause zum kotzen und ich würde sie liebend gern ändern... aber unsere Tochter hat sich aus freien Stücken für ihren Freund entschieden und wir müssen damit klar kommen ob wir wollen oder nicht. Er hat sie weder verführt noch gezwungen sich in ihn zu verlieben. Es ist einfach passiert. Niemand hat schuld daran. Wir müssen es uns anschauen und versuchen uns zu beherrschen.

In der ersten Woche als ich es erfahren habe war ich total fertig... ich glaube das war ein Nervenzusammenbruch. Ich hab stundenlang geheult, mir / uns Vorwürfe gemacht, Gott und die Welt verflucht... was so alles dazu gehört. Aber irgendwann haben mein Mann und ich uns aufgerafft und nach einem langen Gespräch mit dem Drogenberater den Entschluss gefasst, in die Offensive zu gehen. Wir können unserer Tochter nur helfen indem wir sie stark machen und versuchen ihm zu helfen. Und das versuchen wir umzusetzen. Er war beim Entzug... das hätte er sonst nicht getan... er hat eine Stelle für Sozialstunden anstatt in den Knast zu gehen ... hätte er auch nicht ohne uns... er sieht das erste mal im Leben wie eine Familie auch funktionieren kann... ohne Prügel und Suff... wir sind vermutlich seine erste und einzige Chance...

Ich bin nicht stolz auf die Situation oder erwarte Dank/Verständnis von ihm oder irgendwem... wir tun das für unsere Tochter. Wenn dabei noch zufällig herauskommt, dass ihm das hilft... gut. Wenn unsere Tochter sich von ihm trennt... besser für uns... aber solange sie das nicht tut, müssen wir weiter machen.

Veilchentee, darf ich dich was fragen?
Du hast geschrieben, dass du selbst 2 Jahre gespritzt hast... ich frage mich die ganze Zeit was passieren muss, dass ein vernünftiger/intelligenter/normaler Mensch diesen Schritt geht? Man weiß doch auf was man sich einlässt. Gerade wenn man es beim Partner sieht. War dein damaliger Freund keine Abschreckung? Wie war deine Einstellung zu Drogen und wie war dein Freund drauf? Das fängt man doch nicht so zum Spaß mal an... beim Kiffen kann ich das ja noch verstehen Spaß, Fun, Party etc...aber Heroin?

Der Freund unserer Tochter hat mir erzählt, dass er damals so weit unten war, dass ihm alles egal war. Unsere Tochter ist nicht "unten" und unsere Hoffnung ist wirklich, dass sie die Finger von dem Teufelszeug lässt, aus Angst da zu enden, wo ihr Freund jetzt ist. Sie kotzt seine Sucht an und auch er hasst das Zeug... und er sagt er würde ihr nie was geben... und sie sagt sie wird es nicht probieren... hoffentlich...

Gruß
Susi
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