Stationäre Drogentherapie bei Cannabis

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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 01:50    Titel: Stationäre Drogentherapie bei Cannabis Antworten mit Zitat

Hallo,

ich bin nicht clean aber ich möchte es werden.

Ich kiffe seit gut 18 Jahren, habe mit 15 angefangen. Seit etwa ungefähr 13 Jahren kiffe ich täglich, inzwischen so 2 bis 5 Gramm am Tag ... je nach Finanzlage, Wochentag und Gemütslage.

Ich habe es endlich geschafft zu einer Drogenberatung zu gehen, da ich es alleine nicht schaffe meinen Konsum länger als ein paar Tage zu reduzieren oder gar aufzuhören. Diese Einsicht zu erlangen hat fast 4 Jahre gedauert. Und dann musste ich erst mal einen Berg aus Angst und Zweifel überwinden um das zu machen (Fragen wie: Cannabis und Drogenberatung..ist das nicht Quatsch? Nehmen die mich da überhaupt ernst? Was wenn ja? Was wenn nicht? Brauch ich das überhaupt? Warum brauch ich das? Können die mir überhaupt helfen und vor allem wie? Was werden die Leute dich kenne denken wenn sie das hören? etc.)

Gut ich habs jetzt also getan, war jetzt dreimal da und hab dem Mann meine Geschichte erzählt.

Er hat jetzt eine 3 Monatige stationäre Drogentherapie mit ambulanter Anschlussbehandlung ins Gespräch gebracht. Ich war erst mal völlig von den Socken. Wie soll ich das meinem Umfeld erklären ... wie kann so was sein ... darf ich das überhaupt.
Ich hab die ersten Tage nach diesem Gespräch überlegt einfach nicht wieder hin zu gehen und es sein zu lassen mit dem "clean werden" ... oder vielleicht einfach zu ner anderen Beratung zu gehen in der Hoffnung die erzählen mir was anderes.

Ich kann das aber mit dem "clean werden" nicht einfach sein lassen, mein Leben entwickelt sich immer mehr in einen Trümmerhaufen bzw. ist ein Trümmerhaufen (zumindest privat, beruflich läuft es halbwegs OK) ... Wenn ich jetzt nicht verändere dann könnte ich eigentlich auch gleich von einer Brücke springen, dann hab ich es schneller hinter mir.

Also muss ich mich jetzt damit auseinander setzen. Meine Fragen an euch:

Habt ihr schon von Leuten gehört die wegen Cannabis eine stationär Drogentherapie gemacht haben?
Hat vielleicht einer von euch sowas schon mal gemacht?
Wie ist das? Was machen die da? War es erfolgreich bei euch? Würdet ihr es wieder machen?

Ist es im Endeffekt meine Entscheidung was für eine Therapie ich machen möchte...also ambulant oder stationär? Die Frage hab ich weil ich so ein paar Zettel von meinem Drogenberater bekommen habe (Ärztlicher Befundbericht zur Übernahme der Kosten für eine Entwöhnungstherapie) die mein Hausarzt ausfüllen soll. Da sind viele Fragen drin die darauf abzielen ob ich eine ambulante oder stationäre Therapie machen soll? Weiß gar nicht wie der Arzt die beantworten soll, der kennt mich noch gar nicht weil ich vor kurzem umgezogen bin. Spielt meine Meinung bei dem Thema überhaupt eine Rolle oder entscheiden das andere für mich?

Weiß vielleicht auch einer wie lange es so ca. dauert bis man bei sowas einen Platz bekommt? Ich habe das Gefühl wenn ich nicht bald was mache könnte es irgendwie zu spät sein...ich hab schon so viel Zeit verloren.

Viele Grüße ... und Danke schon mal im voraus für alle Antworten.
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Monstrana
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2010
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 02:16    Titel: HMmmmmm... Antworten mit Zitat

Tja ,echt schwierig! Du schreibst,beruflich läuft es soweit gut.Würde es das denn auch weiterhin,wenn du deinem arbeitgeber von deiner sucht berichtest und so lange zeit ausfallen würdest?Kann ich mir kaum vorstellen-und denke,evtl schiesst du dir damit ein noch grösseres eigentor! Wenn du selbst aufhören willst-dann mach es doch einfach! körperlich wird dir nicht viel passieren-und wenn der kopf verrückt spielt,dann rauch dir halt einen! warum versuchst du nicht erstmal deinen konsum zu reduzieren? das ganze nach soo langer zeit eventuell etwas ruhiger und entspannter angehen..als mit so einer hau-ruck-methode?!wenn du schreibst,dein privatleben leidet darunter-inwiefern?und WAS sollte denn bitteschön ZU SPÄT sein?etwas durchzuziehen,was man sich vornimmt-dafür ist es nie zu spät! Versuch doch mal-deinen konsum so weit runterzuschrauben,daß du nicht den ganzen tag am kiffen bist,aber dir halt ein hintertürchen offen läßt-damits ,wie gesagt nicht zu krass und abrupt geht! ich mag ja total daneben liegen-aber bei mir hats so funktioniert,und das auch nach 25-jährigem konsum.Mach dich nich verrückt! wie war das mit den kanonen und spatzen? Wink Wünsch dir alles Gute und viel erfolg! (stationäre drogentherapie kann ich dir echt nicht empfehlen-dazu kannste ja mal lesen,was ich der mutter riet,die ihre tochter wegen kiffen in solch eine schicken will/wollte)..aber sind eben nur meine ganzn eigenen erfahrungen,die mit deinem leben evtl so GAR nix zu tun haben...Viel erfolg wünsch ich dir auf jeden fall!
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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 03:30    Titel: Antworten mit Zitat

@Monstrana

Das mit dem Job ist tatsächlich nicht ganz so das Problem...klar wäre das organisatorisch nicht ganz einfach, aber machbar...vor allem weil ich keinen Chef habe, bin Freiberufler. Jeden regulären Job hätte ich schon längst verloren ...

Ich hab das schon öfter versucht mit dem reduzieren aber das hat nie lange gehalten. Das Problem ist vor allem, dass ich nachdenken kann und muss wenn ich zu nüchtern werde und das macht mich völlig fertig. Ich glaube ich kiffe einfach die meisten Probleme weg in meinem Leben, schon lange...und dadurch werden sie immer größer. Es macht mich krank über mich selber und mein lächerliches Leben nach zu denken. Ich glaube ich bin ein ziemlicher Versager. Ich bin über 30 und hatte noch nie Sex mit einer Frau (oder einem Mann). Die meisten Menschen machen mir Angst. Wenn ich aufhöre zu kiffen dann habe ich so eine wahnsinnige Wut in mir die ich kaum kontrollieren kann ... ich glaube ich hasse mich, und oft auch alle anderen ... und ich habe Angst es ist zu spät daran etwas zu ändern, ich glaube ich habe schon jetzt zu viele wichtige Dinge im Leben verpasst um das wieder aufzuholen. Um es kurz zu fassen, eigentlich habe ich kein Privatleben ... zumindest keines das es verdient so genannt zu werden. Ich glaube außer kiffen hab ich nichts im Leben was ich einen "Lichtblick" nennen würde.
Eigentlich siehst du ja schon an diesem Text hier was für ein erbärmlicher Jammerlappen ich bin...aber du hast gefragt.

Vielleicht ist ein stationäre Therapie genau das was ich brauche, Menschen die mir in den Arsch treten 24 Stunden am Tag. Vielleicht brauch ich keine Therapie sondern ein Bootcamp.

Eigentlich weiß ich gerade wirklich nicht ob es überhaupt Sinn macht. Wenn ich die ganzen Geschichten hier lese von Menschen die versucht haben clean zu werden und gescheitert sind und was für lange Geschichten das sind die nie aufhören ... ich glaub nicht das ich das schaffen kann ... selbst bei so ner Kinderkacke wie Cannabis...mit den Spatzen hast du wohl recht. Es ist einfach nur zum kotzen ... ich bin zum kotzen. Der Drogenberater verschwendet seine Zeit an mir.

Danke für deine Antwort, obwohl sie mich echt etwas deprimiert hat...das Aufhören klingt so leicht wie du davon schreibst. Warum kann ich das nicht?

... ich werde auf jeden Fall noch nach dem Post mit der Kiffertochter suchen.
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4057

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 10:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi fridolien,

durch das Kiffen unterdrückst Du also Deine Wut und sitzt zu Hause, wo Du nie jemanden kennen lernen wirst und badest in Selbstmitleid. Du bist ein vergleichsweise junger Mann, es ist doch völlig logisch, dass Du fast platzt, wenn Du körperlich nicht ausgelastet bist. Was wäre denn, wenn Du nicht kiffst und Deine Wut beim Sport (Boxen, Schwimmen, Krafttraining, Joggen etc.) rauslässt? Ganz nebenbei gewöhnst Du Dich dabei auch an die Anwesenheit von Menschen und schaffst es allmählich, Kontakte zu knüpfen.

Du hattest noch nie Sex ... warum gehtst Du nicht zu einer Professionellen? Es wundert mich selbst, dass ich Dir diesen Rat gebe, aber es ist ein Punkt auf der "To Do-Liste", den Du abhaken solltest, damit er Dich nicht ewig quält.

Für Dein Selbstwertgefühl ist es womöglich wichtig, dass Du es selbst schaffst. Nichts gegen stationäre Therapien, aber ich glaube, Du kannst es selbst.

Was mich noch interessieren würde: In welche Richtung (grob) geht Deine freiberufliche Tätigkeit?

Grüße!
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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo veilchenfee,

ich habe in meinem Job nur sporadischen Kontakt zur "Außenwelt" und da auch nur zu wenigen immer gleichen Kontaktpersonen, meist auch nur per EMail oder Chat ... die meiste Zeit arbeite ich alleine "so vor mich hin" ... meine Arbeitszeit kann ich mir frei einteilen und so arbeite ich wenn ich das Gefühl habe am besten zu funktionieren, also meistens Nachts. Es ist auch meist weniger ein Arbeiten als ein "versinken" in meiner eigenen virtuellen Welt. Das ich Geld für die Ergebnisse bekomme ist einfach nur ungewöhnliches Glück glaube ich.

Ich war heute bei "meinem" Arzt ... auch der hat mir empfohlen den Weg einer stationären Therapie zu gehen ... und hat mich dann direkt an einen Psychiater überwiesen (zur Überbrückung wie er sagt). Mal sehen was da dann kommt. Er meinte aber auch eine stationäre Therapie sei nicht so schlimm und sehr viel Erfolg versprechender ... aber er ist halt auch Arzt, da findet man Therapien bestimmt nie "schlimm".

Im Moment weiß ich nicht was ich machen soll. Ich muss diese Gedanken jetzt aber erst mal verdrängen weil ich sonst überhaupt nicht mehr in der Lage bin irgendwas Sinnvolles zu machen. Das braucht alles zu viel Platz in meinem Kopf...und mir wird nur vom dran denken übel. Vielleicht kommt ja so die Antwort ... wie sagt man so schön: "Kommt Zeit, kommt Rat!"

Das mit der "Professionellen" ist für mich keine Option. Ich will das nicht verurteilen aber für mich lehne ich das kategorisch ab. Ich glaube meine Schuldgefühle würden noch viel schlimmer werden wenn ich das machen würde. Ich bin in einem sehr weiblich dominierten Haushalt aufgewachsen ... ich glaube die würden mich dafür steinigen wenn das je raus käme. Das wäre noch viel schlimmer als ihnen von meiner Sucht zu erzählen ... und der Gedanke macht mir schon tierisch Angst.

Das mit dem "du bist ja noch ein junger Mann" habe ich inzwischen öfter gehört (Drogenberater, Arzt, etc.)... irgendwie kommt mir das total seltsam vor. Obwohl ich vermutlich ziemlich unreif für mein Alter bin fühle ich mich unheimlich alt und verbraucht ... und eigentlich ist das Leben in meinem Alter ja auch schon zur Hälfte rum.

@Monstrana
Irgendwie bin ich zu doof deinen Post an die "Mutter der Kifferin" zu finden. Kannst du vielleicht einen Link posten, mich würden deine Erfahrungen sehr interessieren.

Hat vielleicht noch jemand Erfahrungen aus stationären Therapien, oder Links wo ich ein paar Erfahrungen nachlesen kann. Ich hab so gar keine Ahnung was mich da erwarten würde. Was macht man denn da den ganzen Tag?
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Monstrana
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2010
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 13:46    Titel: okay... Antworten mit Zitat

mache mir also nochmal die mühe,dir zu schreiben-obwohl mich deine selbst-zerfleischende art grad unheimlich wütend macht.Du WEISST doch schon,was dir alles nicht passt,was du ändern willst,und zum grossteil auch WIE ! und orientiere dich mal nicht an geschichten,von usern,die nach 20-jähriger opiatabhängigkeit schwierigkeiten haben davon loszukommen! der tip von eilchen war gar nicht verkehrt!-such dir profis!-und zwar in jedem bereich! ich denke,dass dein doc dich zum psycho überweist hat weniger mit dem konsum als deiner einstellung zu dir selbst und deinem leben zu tun! meine güte,mein leben hat in deinem Alter erst angefangen,weil ich vorher nur auf nadel hing,und es war bestimmt auch nicht einfach-aber auf jeden fall war 4es das wert! hoffe,du kannst das auch eines tages sagen! Tu was für dich,damit du nicht noch weiter in diese depression reinrauscht! Sport hilft tatsächlich! ich bin selbst neu hier-und habe ehrlich ghesagt keine ahnung,wie man links etc erstellt,aber wenn du unter mein profil guckst,kannst du alle meine beiträge sehen-und soo viele sind es bisher ja nicht.Und auch wenn es sich von aussen evtl alles leichter anhört,als wenn man in der situation ist-möchte ich dir nun nochmal sagen-hör auf mit der selbstzerfleischerei!-krieg den arsch hoch,und geh zu dem psycho-doc! Viel Glück Dir!
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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 16:41    Titel: Antworten mit Zitat

@Monstrana

Danke für deine Antwort...obwohl ich nicht ganz verstehe warum ich dich wütend mache. Ich versuche doch nur etwas Informationen zu bekommen (von Menschen die wirkliche 1st Hand Erfahrung haben) um zu entscheiden was der richtige Weg für mich ist ... und ich kann keine ehrlichen Information bekommen wenn ich euch vorlüge das ich mich für einen Super Typen halte.
Ihr erzählt hier zum Teil völlig andere Sachen als die "Profis" mit denen ich gesprochen habe. Eigentlich solltest gerade du verstehen mit deiner Vergangenheit, dass "Wissen was das richtige ist" und "Tun was das richtige ist" oft weiter auseinander liegen als man sich das so vorstellt.

Vielleicht bist du ja so ein Mensch, der immer in der Lage ist seinen Willen oder sein Wissen auch in die Tat um zu setzen ... ich bin es leider nicht.

Wenn alle das so könnten, dann bräuchten wir so etwas wie Drogentherapien überhaupt nicht, denn der Wille aufzuhören soll ja der angeblich erste Schritt sein. Könnten alle diesen Willen einfach so direkt umsetzen dann wäre es auch gleichzeitig der letzte Schritt.

Ich weiß du nimmst Kifferein nicht als "echte" oder "wirkliche" Droge wahr ... aber für mich ist dieses Problem im Moment sehr real, und das hätte ich auch nie gedacht. Kiffen definiert mein Leben, es ist die Stütze die mich überhaupt aus dem Bett holt, es ist meine Religion, mein Mantra, mein Freund dem ich Probleme "erzähle", meine einzige "Bezugsperson". Kann sein, dass das bescheuert oder sonst was ist ... aber so ist es nun mal. Ich habe einfach nicht die Kraft zu sagen oder zu denken "Alles wird gut ... ich muss nur ... !" ... weil normalerweise wird alles immer nur SCHEIßE.
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schatti
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 13.07.2009
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

du bist depressiv min jung...
drogenberatung hilft da recht wenig. du musst zum normalen psychologen, sag ihm du kiffst weil du depressiv bist. wenn du die depressionen los wirst die dich plagen, wirds auf jeden fall einfacher die sucht zu beenden.

das kiffen ist in dem fall nicht das problem scheinbar, du suchst es dir nur selbst als lösung um mit den depressionen loszuwerden.
ich erkenne das aus deinem satz :
[/quote]Das Problem ist vor allem, dass ich nachdenken kann und muss wenn ich zu nüchtern werde und das macht mich völlig fertig.
Zitat:

deine eigenen gedanken machen dich kaputt. das ist depression.
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schatti
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 13.07.2009
Beiträge: 132

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 17:48    Titel: Antworten mit Zitat

lol tut mir leid hab den quote verpatzt. hoffe mal du verstehst es trotzdem und kommst so etwas näher an die lösung deines richtigen problems.
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Trini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1140

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 18:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fridolin

Erstmal gratuliere ich dir dazu das du bei der Drogenhilfe und beim Doc warst.
Das muß eine große Überwindung für dich gewesen sein. Das die dich auch nich mit einem Schlag vom Gras erlösen können is ja auch klar Very Happy
Du bist gerade dabei dich neu zu orientieren und das dauert nun mal. Du hast eingesehen was da die letzten jahre mit dir passiert ist und setzt dich mit dir und deinem Gefühlschaos auseinander.
Du machst dir Gedanken wie du davon loskommst und hast die ersten Schritte eingeleitet.
Ich selber habe keine Ahnung wie das stationär ausschaut, und ob es Erfolg hat liegt allein bei dir selbst.
Geh zur Therapie und lass die Dinge einfach auf dich zukommen.
Schlimmer wie jetzt kanns ja dann auch nich mehr werden Very Happy

Du wirst schritt für schritt lernen wie das Clean Leben funktioniert. Mit allen Ängsten die dazu gehören. Du bist auf jedenfall nich allein und es sind professionelle Fachkräfte anwesend die dich unterstützen wollen.
Ich meine auch rausgelesen zu haben das du sehr wohl einschätzen kannst warum du unbedingt kiffen mußt. Da kann man ansetzen und daran arbeiten.

Die Entscheidungsfrage zwecks Therapie kannst du doch am besten mit deinem Hausarzt besprechen wenn er diesen Schein eh ausfüllen muß.
Besorg dir alle Infos, bespreche alles mit dem Arzt und frage auch 10 mal nach wenns sein muß Very Happy

Das du noch nie Sex hast wundert mich irgendwie nich. Wenn du dich so daheim einbunkerst und evtl nur Kontakt zum Dealer sucht.
Pack dein Leben an. Mach dich frei, geh raus und du wirst finden was du suchst.

Gib einer Sache einen Namen und es wird geschehen
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HateorLove
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 18.05.2010
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 18:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Fridolin Smile

mal ganz vorweg, bitte nimm das Posting von Schatti nicht ernst, er bagatellisiert das Kiffen und dessen Folgen wo er kann.


Ich war selber in stationärer Therapie wegen Kiffen und E´s. Ich habe mich damals mehr oder weniger selber eingewiesen, bin einfach hin zu der Klinik und hab gesagt, ich kann nicht mehr entweder helft ihr mir oder ich gehe wieder und besorg mir wieder Gras (hatte es zu diesem Zeitpunkt tatsächlich geschafft innerhalb von 2 Tagen nur knapp drei GRamm zu Rauchen.) Da ich, als ich dort an die Tür geklopft habe, erst 17 war, wurde ich auch aufgenommen.

Wenn ich das ganze nun zurückblicke, kann ich definitiv sagen, ohne diese stationäre Therapie wäre ich nach und nach richtig tief in die Scheiße gerutscht. Gerade die ersten Tage ohne, waren für mich echt schlimm. Schlaflosigkeit und Gereizheit dürftest du ja auch kennen Wink
Das Gefühl von alleine sein war riesengroß, doch habe ich dort eben gelernt, dass es auch alleine geht, ich nur einen Weg für mich finden muss.
Abgesehen von drei *Rückfällen* im ersten Jahr habe ich seid fast 10 Jahren nun nicht mehr gekifft und fühl mich glücklich Smile (Meine Speedeskapaden die ich danach hatte sind nun auch vorbei Smile)
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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

@alle: Vielen Dank für eure Antworten!

@schatti
Kann gut sein, dass du damit recht hast, aber sollte der Weg dann nicht genau anders rum sein. Erstmal von der Kifferei weg damit man überhaupt wieder sehen kann was im Hirn los ist?

@Trini
Danke für die Aufmunterung...und die Unterstützung

Zitat:
Geh zur Therapie und lass die Dinge einfach auf dich zukommen.
Schlimmer wie jetzt kanns ja dann auch nich mehr werden.


Ich glaube damit hast du vollkommen recht. Was soll da schon schlimmes passieren. Eigentlich ist es auch fast egal, ich würde mich für 4 Wochen an ein Bett fesseln lassen wenn mir das helfen würde mein Leben zu ändern.

@HateorLove
Danke für die Info. Es kommt also tatsächlich vor, dass auch Kiffer in einer stationären Therapie landen.
Das ist zwar bei dir jetzt schon 10 Jahre her aber kannst du trotzdem mal ein wenig von dem Tagesablauf da erzählen? Das Gefühl alleine zu sein ist auch eines meiner größten Probleme.
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Monstrana
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 06.10.2010
Beiträge: 33

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 20:21    Titel: sooo wars nicht gemeint Antworten mit Zitat

Hallo fridolein,soo wars nicht gemeint! Wollte weder Dich noch Deine Sucht herabsetzen..und wieso sollte ich Dich/bzw deine Sucht nicht ernst nehmen?Weil ich ein nadelgeiles opiat-und alles,was mir in die finger kam-abhängiges Mädchen war?Wir sind doch hier nicht in ner Hitparade-wer die meisten/härtesten Drogen konsumiert hat!(zumal es wohl wirklich nichts ist,auf das ,man besonders stolz sein könnte) "Wütend"hat mich gemacht,wie Du Dich selbst zerfleischt! Ich muss meinem Vorschreiber da recht geben..denke leider auch,dass der ganze Hintergrund deines problems eine depression ist,die unbedingt behandelt werfden sollte,damit dir dann auch ein Leben ohne ständiges zugedröhnt-sein leichter fällt! Habe immer nur Bedenken,dass Du in so einer drogen-therapie evtl erst recht an andere Substanzen herangeführt werden könntest..aber weder kenne ich dich,noch dein Leben! frag überall,wo du kannst um rat-und ziehe dir dann raus,was für dich am besten passt! Fang damit an-dass Du Dich selbst etwas höher einschätzt-aber das tust du wohl,sonst würdest du dir die Mühe nicht machen..GUT SO! du bist nicht weniger wert als jeder andere!Kopf hoch! Wünsch Dir auf deinem weg alles erdenklich GUTE !
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HateorLove
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 18.05.2010
Beiträge: 123

BeitragVerfasst am: 7. Okt 2010 20:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Fridolin,

ich versuch mal mein Glück, allerdings ist das bei mir nicht ganz so repräsentativ, weil ich zu der Zeit auch noch in der Schule war.

Morgens Aufstehen, Duschen, Frühstücken (alle zusammen, ich glaube wir waren zu 7. auf der Station, aber nur noch eine mit Drogenproblemen). Dann kamen ein paar Schulstunden, es waren max. 4 am Tag. Dazwischen waren Therapiegespräche oder Ergotherapie. (basteln und so ein Krams und reflektieren, wieso du was gebastelst hast, wenn es Themen gab). Dann war Mittagessen, kurze Mittagsruhe für Hausaufgaben oder zum LEsen, dann Kaffee trinken und dann war irgendeine Freizeitakitivität. Von Kino über Schwimmen, Musuem oder Bowlen war alles dabei. Dann eben Abendessen und Abendfreizeit (Spiele spielen etc.) Zwischendurch gab es auch noch einen Kochtag, wenn man dran war musste man alles organisieren, Einkaufen, wer was zubereiten muss etc. Dann gab es alle paar Wochen ein Gespräch mit deinen Bezugspfleger und allen Therapeuten, wieviele Fortschritte du gemacht hast und wie es weiter gehen soll. (in meinem Fall, wieder eine Jugendwohngruppe suchen, da ich ja vorher bewiesen haben, dass ich noch nicht alleine wohnen kann)

Ich bin mir nicht sicher, ob der Ablauf auch so bei einer Erwachsenentherapie abläuft. Ich hoffe, es hat dir trotzdem weiterhelfen können Smile
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fridolien
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.10.2010
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 8. Okt 2010 03:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Monstrana,

sorry ich wollte dich nicht doof anmachen aber du hast einen der wunden Punkt getroffen die mich lange Zeit davon abgehalten haben überhaupt zu einer Drogenberatung zu gehen oder irgend jemanden um Hilfe zu bitte. "Darf ich das überhaupt? Geht es mir überhaupt schlecht genug? Kann ich mich nicht einfach zusammen reißen?" Gerade hier in meiner Stadt sieht man so viele Menschen denen es so schlecht geht. Die keinen Platz zum wohnen haben, die nicht wissen wo sie hin sollen oder die sich (so wie du früher) alle nur möglichen harten Drogen rein fahren. Manche scheinen absolut niemanden zu haben der ihnen selbst in größter Not helfen würde. Darf ich überhaupt um Hilfe bitten wenn es so viele Menschen gibt die diese Hilfe noch viel dringender brauchen würden?

Ich meine, ich hab auch nicht viel Geld, mein Konto ist auch gerne mal im Minus aber es reicht zum leben, ich hab eine Wohnung, ein Bett zum schlafen, Heizung, Essen ... und vor allem kann ich meinen Stoff finanzieren ohne wirklich schlimme oder degradierende Sachen machen zu müssen (klauen, betrügen, Prostitution, betteln, etc.). Und wenn es mit der Miete mal wirklich eng werden sollte könnte ich sogar noch meine Schwestern oder Eltern anpumpen ... das wäre zwar unangenehm aber nichts im Vergleich dazu was andere tun müssen um ihr Leben mit einer Sucht zu finanzieren. Auch hier im Forum sind so viele schlimme Geschichten.
Ich meine bei mir ist wirklich vieles im Leben kaputt aber es gibt halt so viel größeres Elend überall.

Monstrana hat Folgendes geschrieben:
Habe immer nur Bedenken,dass Du in so einer drogen-therapie evtl erst recht an andere Substanzen herangeführt werden könntest.


Daran hab ich noch überhaupt nicht gedacht. Meinst du da jetzt Psychopharmaka oder "Straßen Drogen". Mmmmh, ich habe so alles Möglich mal ausprobiert in meinen frühen 20ern (Speed, Koks, Extasy) aber nichts ist da wirklich hängen geblieben. Pilze fand ich mal ganz gut ... hab die aber auch nur hin und wieder mal benutzt...also aller höchstens zwei Mal im Jahr. Hatte November letzten Jahres aber einen ganz üblen Pilze Horrortrip ... das war dann auch das Letzte mal. Außerdem sind Pilze ja eh nicht so die "Alltagsdroge". Bin mir aber auch nicht sicher wie anfällig ich da bei anderen Drogen wäre... komme sehr wenig in Kontakt mit Menschen die andere Drogen nehmen. Ist das bei dir passiert?

@HateorLove
Vielen Dank für die Beschreibung. Ich vermute mal einige der Aktivitäten werden sich wenn man über 30 ist wohl etwas unterscheiden Smile aber das macht meine Vorstellung von so einer Therapie schon um einiges Realer. Hattest du das Gefühl die Zeit ging schnell vorbei oder hat sich das fürchterlich in die Länge gezogen. Hattest du während du da warst das Gefühl das bringt dich wirklich voran oder fühlte es sich eher wie Stillstand, rumsitzen und viel blabla an? Wie lange warst du überhaupt drin? Hattest du irgendwelche Familie die dich unterstützt hat oder warst du völlig auf dich gestellt? Sorry für die vielen Fragen.
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