Stressbewältigung - eine lebenslange Aufgabe

Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Clean sein
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2010 21:52    Titel: Stressbewältigung - eine lebenslange Aufgabe Antworten mit Zitat

Hallöchen allerseits,

fast alle haben wir Stress, mit dem wir tagtäglich umgehen müssen.

Bei mir ist es die Arbeit, die mich ab und zu an den Rand der Verzweiflung bringt. Es ist nicht die Arbeit an sich, sondern im konkreten Fall eine Kollegin, die mich eigentlich unterstützen sollte. Sie selbst hält sich für sehr kompetent. Das Problem ist, dass sie nichts, aber auch gar nichts aus eigenem Antrieb tut. Gebe ich ihr genaue Anweisungen, tut sie das Verlangte. Gebe ich ihr keine direkte Anweisung, tut sie - nichts. Sie steht da wie in Stein gemeißelt.

Ich habe verschiedene Strategien ausprobiert, ich habe ihr goldene Brücken gebaut. Doch sie ist so dickfellig - es ist zum Verzweifeln. Ich renne mir "den Arsch ab", muss alles kontrollieren und dann noch meine Kollegin antreiben (bzw. erstmal suchen).

An solchen Tagen - und nur dann - kommt mir ab und zu der unheilige Gedanke, doch mal wieder z.B. ein paar Tropfen Tramal einzunehmen, damit mir vor Zorn und Aufregung nicht die Rübe platzt. Ich habe sogar meinem Chef, natürlich im "Scherz", gesagt, ich müsse wohl in Zukunft eine Valium einnehmen, wenn ich mit dieser Kollegin arbeite. Ich weiß, dass es eine Schwäche von mir ist, dass ich so schnell auf 180 bin. Ich kann mich beherrschen, allerdings bekomme ich dann üble körperliche Beschwerden. Es macht mich fertig.

Eine Kündigung kommt derzeit nicht in Frage, denn es ist gar nicht so leicht, eine kompetente Fachkraft zu finden. Besser mangelhafte Unterstützung als gar keine.

Jetzt frage ich mich: Wie kann ich mit der Situation umgehen, ohne dass mir die Rübe platzt und ohne dass ich womöglich doch mal schwach werde und zu irgendwelchen "Helferlein" greife? Davon abgesehen würde das mit den "Helferlein" sowieso nicht funktionieren, ich muss für meine Arbeit schließlich fit und hellwach sein.

Wie macht Ihr das?
Nach oben
sugar_basel
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 29.03.2010
Beiträge: 171

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2010 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veilchenfee,

ich möchte dir sagen, dass ich dein Thread sehr interessant finde und ich das sehr gut kenne, was du da beschreibst.

Auch ich hab täglich überall mit Stress zu tun, besonders mit Menschen, die diesen Stress verursachen, von denen es nicht wenig gibt, die es einem wirklich nicht leicht machen und auch ich weiß oft nicht wie ich damit umgehen soll oder wie ich einfach mal abschalten kann.
Das mir teilweise auch schon solche Gedanken gekommen sind, welche du nennst.

Ich ertrage es bis zu einer Gewissen Grenze, bis ich meinem gegenüber ziemlich deutlich nahelege, dass das so nicht mehr weiter geht/ gehen kann und nicht selten kam es vor, dass diese Menschen mich zum Teil, eine Zeitlang, nicht mehr angesprochen haben, wo ich auch sagen muss, dass es auch das beste für sie war.

Naja und danach erzähl ich es oft meiner Freundin oder meinen Eltern, was mir auch schon oft, sehr geholfen hat.

Mehr kann ich leider, im Moment dazu nicht sagen, deswegen bin ich auf kommende Antworten gespannt.

LG sugar
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2010 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ja, ich erzähle meinen "Leuten" natürlich auch davon, allerdings kann man das doch auf Dauer niemandem zumuten ... das ewig gleiche Gejammer über die Arbeit ... umgekehrt geht es mir auch so: Ich höre mir das bei meiner Freundin gerne mal an, aber auf Dauer nervt es gewaltig. Der Chef ist blöd, die Kollegen sind blöd ... das will doch keiner hören!

Letztendlich muss man es wohl mit sich selbst ausmachen. Bin auch gespannt, ob den anderen noch was dazu einfällt.
Nach oben
krebs88
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 13.08.2010
Beiträge: 356

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 08:58    Titel: Antworten mit Zitat

liebe veilchenfee
ich weiß ja nicht genau was du in deiner freizeit sonst so machst ob du da nicht ein ventil hast wo du gestauten frust mal ablassen kannst...?(sport...?)
ich hab eine zeitlang kickboxen gemacht ...so meinen ganzen streß abgebaut...das tut schon sehr gut!aber es muß halt was sein was dir körperlich und geistig gut tut
aber ist natürlich bei jedem verschieden...ich bin auch sehr impulsiv und schnell auf 180 aber genau so schnell "vergesse" ich die sachen bzw es ist mir dann relativ egal...obwohl sowas auch niht so gut ist...dadurch hab ich mir angewöhnt zu schnell manches von mir wegzuschiebenund es ist nicht immer gerade angebracht & zu dem "gejammer" kann ich nur sagen: stimmt wohl-es nervt wenn man jeden tag die selben storys hört...aber zwischendurch solltest du vielleicht schon mit jemand darüber sprechen...
bin aber auch neugierig was kommende hier schreiben... Wink
Nach oben
M.i.a
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 26.07.2010
Beiträge: 23

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 09:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veilchenfee


Meine für mich geltenden goldenen Regeln für die Arbeit sind:

1. Aktzeptiere das jeder anders ist und somit auch anders arbeitet
2. Hole aus jedem das heraus, was er kann
3. Erledige das was zu erledigen ist und nicht mehr
4. Richte den Dienstplan so aus, das du nicht immer mit den gleichen Leuten zusammenarbeiten musst!
5. Sag, wenn dir was nicht passt!

Das funktioniert soweit ganz gut. Ich weiss, was ich an meinen Leuten hab, kenne alle schon seit Jahren. Die eine kauft ein, die andere kümmert sich um die Wäsche, wieder andere lass ich Dekorieren... auch wenn es oft nicht so ist, wie ich mir das eigentlich vorgestellt habe... Aber aufgrunddessen, das jeder in seiner Stärke selbstständig etwas beiträgt ist das miteinander deutlich besser geworden.
Es gibt auch Fortbildungen für Führungspersonal.. klingt zwar ein wenig doof, aber "Delegieren muss gelernt sein! " so in der Art hieß eine mal, die ich besuchte *g

Als ausgleich geh ich viel spazieren. Trink nen feinen Tee und les ein Buch, red auch gern mal mit meinem Partner drüber und lass es dann aber auch wieder gut sein.

Das alles benötigt ein wenig übung... denn vor ein paar Jahren war das bei mir auch noch anders... da hab ich mich tagelang über so manche sachen aufgeregt und regelrecht reingesteigert...bis ich merkte, bzw ich von meinem Partner angesprochen wurde, wie sehr mich das auch in meinem Alltag als Mutter und Frau veränderte. Ich war nur noch gestresst... und mir hat die Arbeit keinen Spass mehr gemacht.

Ich wünsche dir, das du einen Weg findest für dich eine ausgeglichenheit zu finden. Smile

achja...
und Storys nerven nur, wenn man irgendwann erkennt das diese immer gleich sind und bleiben...
Ich hör mir gern Alltagsprobleme an, jedoch erwarte ich schon das sich da dann auch mal was ändert, denn man unterhält und diskutiert sich ja nicht nur weil man sich darüber aufregt, sondern weil man ja was dran ändern mag und eine Lösung bzw einen Rat braucht.
Nach oben
joe
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1077

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Veilchenfee,
jaja, diese anderen menschen. warum sind sie nicht so,wie ich sie gerne haette.
ich erlebe das auch immer wieder.
wie mir scheint, praktizierst du doch schon die lösung. du sagst ihr,was sie tun soll.
mehr geht wohl nicht.
ich versuch mich in solchen fällen auch immer abzugrenzen, eben nicht zu kontrollieren. funktioniert eh nicht.
und die anteile, die ich bei anderen so ätzend finde, habe ich meistens auch selbst. wenn ich es schaffe dann liebevoll mit mir umzugehen, kann ich das auch bei anderen. verständniss und mitgefühl sind wohl auch zentrale bestandteile der lösung.
na ja,so in diese richtung gehts wohl.
liebe gruesse
joe
ach ja, für heute nehme ich mal wieder keine drogen
Nach oben
Jana
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 02.10.2007
Beiträge: 1470

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

solchen Kollegen kann man nur ans Herz legen, worum es auf dem Arbeitsmarkt geht - um's Arbeiten. Und eine Arbeitskraft, die man herumkommandieren muss, damit sie Arbeit findet, bezahlt keiner gerne. Dass es momentan nicht leicht möglich ist, sie zu entlassen, kommt ihr zugute, du musst sie länger aushalten, aber ein Problem, an dem du Schuld und für das du verantwortlich bist, ist es nicht. Sieh es einfach so. Du bist besser als diese Person. Sie kann froh sein, angenehme Kollegen zu haben oder es lassen, selber Initiative zeigen oder es lassen. Wer länger überlebt, ist die Frage,

Aber noch einmal: Es ist nicht dein Problem, denn die Firma gehört eben nicht dir und es ist nicht dein Kapital, das für Lohn an diese Person drauf geht. Du kannst nur weitergeben, was Sache ist und wenn eine Kündigung eben nicht in Frage kommt... hast du sie noch etwas mehr an der Backe aber auf der Arbeit sucht man sich seine Mitmenschen nicht aus.
Nach oben
SusiSorglos
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 27.07.2010
Beiträge: 47

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 19:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Veilchenfee,

du schreibst, dass du alles kontrollieren musst. Warum? Bist du für alles verantwortlich?
Kann es sein, dass deine Kollegin sich deswegen so wenig engagiert, weil du ja immer alles in die Hand nimmst?

Ich weiß ja nicht, wie bei dir die Arbeitsbedingungen sind, aber vielleicht ist es möglich, ihr einen Bereich zu überlassen, für den nur sie zuständig ist, mit allen Konsequenzen. Dann hättest du in diesem Bereich schon mal deine Ruhe, und sie würde ein bißchen auf Trab kommen müssen.

Ja, oder hast du schon versucht, mit ihr zu reden? Ich meine jetzt nicht zwischen Tür und Angel während die Hektik auf der Arbeit grad am größten ist, sondern vielleicht bei einer ruhigen Tasse Kaffee zu einem extra dafür ausgemachten Termin. Dann könntest du ihr in aller Ruhe sagen, wie anstrengend es für dich ist, ihr für jeden Handgiff eine extra Anweisung geben zu müssen, wie du dich ärgerst, wenn sie nur rumsteht. Du kannst sie fragen, warum sie so wenig initiativ ist. Du kannst sie einbeziehen und mit ihr überlegen, wie sie für dich eine größere Entlastung sein kann. Vielleicht wird sie dann ein bißchen engagierter, wenn sie sieht, dass ihre eigenen Vorschläge umgesetzt werden. Es ist ja so, dass man Mitarbeiter nicht entmündigen sollte, sonst folgt die innerliche Kündigung.

Wenn aber alles nichts fruchtet, empfehle ich dir zum Stressabbau eine sportliche Betätigung.
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2010 19:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo an alle und vielen Dank für Eure Antworten!


@ krebs88: Ich habe tatsächlich ein Hobby, das mir hilft, mich etwas herunterzufahren. Dummerweise kann ich es unter der Woche kaum ausüben wegen der Arbeitszeiten.


@ M.i.a.: Den Menschen in seiner Andersartigkeit kann ich akzeptieren - solange er sich bemüht und sein Bestes gibt. Das kann ich in dem Fall aber nicht erkennen. Das macht mich sehr sauer. Wenn ich dann sage, was mir nicht passt, kann es passieren, dass das Ganze in eine Schreierei ausartet (nicht von mir aus), und das geht gar nicht. Nur das erledigen, was zu erledigen ist ... ich habe nunmal die Verantwortung und was nicht erledigt ist, muss ICH erledigen. Werden Fehler gemacht, muss ich sie auslöffeln. Der Dienstplan hat leider auch gewisse Zwangsläufigkeiten.


@ joe: Es ist gut und richtig, was Du geschrieben hast. Eine liebevolle Grundeinstellung und Mitgefühl könnten helfen. Ich sollte mich freuen über das, was sie tut und nicht ärgern über das, was sie nicht tut. Kontrollieren muss ich aber, denn --> ich habe die Verantwortung. Aber es ist so enorm anstrengend, auch noch für sie mitdenken und arbeiten zu müssen.


@ Jana: Der Witz ist, dass ich mir meine Leute tatsächlich selbst aussuche. Da ich am längsten im Betrieb bin, haben alle Azubis und Mitarbeiter bei mir einen Probetag absolviert und ich entscheide dann gemeinsam mit dem Chef und den langjährigen Kolleginnen, wen wir nehmen. Gegen mein Veto würde niemand eingestellt, aber wir waren uns immer einig. Bisher sind wir damit auch sehr gut gefahren. Manchmal kommt es aber vor, dass, wenn man gerade jemanden braucht, sich keine idealen Leute bewerben und dann muss man sich für das kleinere Übel entscheiden. Wobei wir im konkreten Fall nicht damit gerechnet hätten, dass es so eine Enttäuschung wird.

Dass ich länger überlebe hoffe ich doch stark, wenn mich die Aufregung nicht dahinrafft stehen meine Chancen sehr gut.


@ SusiSorglos: Ja, ich bin verantwortlich und mein Funktionsbereich ist relaitv komplex. Klar hab ich alles in der Hand, aber ich lasse neue Leute allmählich in ihre Aufgabe heineinwachsen. In der Vergangenheit hat das auch immer exzellent funktioniert. Die Dame hat tatsächlich einen "eigenen" Teilbereich, in dem jedoch oft nichts zu tun ist. In diesem Fall muss sie mir helfen, was ihr unbequem ist. Reden ist schwierig, da sie nicht zu begreifen scheint, was ich von ihr will. Erkläre ich was, hat sie´s gleich wieder vergessen, es interessiert sie nicht und sie macht sich trotz Aufforderung auch keine Notizen. Eigeninitiative und Interesse kann man nicht erzwingen. Außerdem hat sie ihr Leben lang nur auf direkte Anweisung hin gearbeitet, das wussten wir vorher nicht und ich dachte eigentlich immer, selbstständig arbeiten wäre normal. Für sie ist´s halt nur ein Job.

-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Fazit: Ich muss also mal wieder warten und durchhalten, in einem halben Jahr werden die Karten neu gemischt Twisted Evil .

Bis es soweit ist, sollte ich ihr also wohlwollend, verständnis- und liebevoll begegnen und meine Erwartungen reduzieren. Also am besten nichts mehr erwarten. Nur freuen über kleine Dienste, die sie mir auf ausdrückliche Anweisung hin erweisen kann. Da mir dies nach einigen Stunden und mit zunehmender Erschöpfung immer schwerer fällt, sollte ich mich dann räumlich von ihr trennen, ihr "Stillarbeit" auftragen und auf Hilfe verzichten.

Trotzdem komme ich nach Hause mit dem Bedürfnis, erst einmal einen "Schnaps" zu trinken. Die körperlichen Beschwerden, die mir die Aufregung beschert, sind auch nicht ohne. Also: Nicht mehr aufregen. Liebe. Verständnis. Mitgefühl. Und ich gehe "mein Tempo" und wenn der Chef fragt warum nix läuft, verweise ich auf meine "Hilfe".

Leider bin ich sehr konsequent tue alles dafür, meine Arbeit in der erforderlichen Zeit zu bewältigen. Ich kann´s einfach nicht ruhiger angehen lassen. Schließlich wolln wir alle irgendwann nach Hause. Confused


Also keine Valium und keinen Schnaps. Schade manchmal. Ich muss wohl weiter an mir arbeiten und mir eine gewisse Gleichgültigkeit antrainieren.


Danke, ihr lieben Leute!
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Clean sein Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Seite 1 von 1
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin