Fassungslos über das verhalten meines Substi Arztes

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RZA 187
Anfänger


Anmeldungsdatum: 01.06.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 1. Jun 2011 20:15    Titel: Fassungslos über das verhalten meines Substi Arztes Antworten mit Zitat

Hallo erst einmal weiß gar nicht richtig wie ich Anfangen soll,weil mein Arzt den Bogen einfach überspannt hat.Fang einfach mal von ganz vorne an,lalso meine Freundin und ich sind jetzt seit 8 Monaten bei diesem Arzt werden beide mit Subo behandelt ich mit 10 mg und sie mit 4mg.Sie ist so niedrig weil sie Mpu machen muß.Wir mußten die ersten drei Tage zum Arzt und vor Augen nehmen zwecks dosis finden und so,danach jeden Tag in die Apo soweit is ja noch alles ok.Wie bei jedem Arzt mußten wir jede Woche kommen,muß noch Dazu sagen wir müßen um die 60 km mit dem Zug fahren weil bei uns in der nähe absolut keine Plätze frei sind. Was verlangt man von seinem Substi Arzt ?Wenn man sein Programm ernst nimmt und keinen Mist baut,also ich würde sagen alle 3 Monate einen Gesundheitlichen check und jeden Monat ein Urin Screening ist das mindeste. Bei uns läuft es so wir fahren jede Woche egal welcher Tag weil Termin braucht man keinen zum Arzt zahlen jeder 7 Euro für angebliche Ausgabekosten dazu kommt noch er schreibt Monats Rezepte und muß 1 Fax im Monat an die Apo faxen,und wenn er Urlaub hat müßen wir die 7 Euro rückwirkend zahlen. Urin einmal in 5 Monaten Untersuchungen gar keine ich hab den Arzt in den 8 Monaten 2 mal gesehen.Bestätigungen von der Drogenberatung über die PSB die zum Programm dazu gehören einmal im Monat pflicht haben die noch nie gesehen. Als wir unsere erste Bestätigung abgegeben haben mußten wir denen erklären was das ist.Müßen gerade 3 mal in der Woche in die Apo immer einmal in der Apo vor Augen und ein Tag mit außer WE 2 Tage mit. Haben ihn auf kompletes Take Home angesprochen und dann sagt er mit Subo gibt es das nicht nur mit Pola und Metha und ich bin mit 10 mg zu hoch dosiert, dann der ober hammer geh letzte Woche in die Apo haben die mich auf 8mg runter Dosiert ohne mit mir vorher zu reden voll krass.


Frage is das überhaupt zulässig Monatsrezepte zu schreiben und gleichzeitig jede Woche 7 Euro von uns zu verlangen?Hab das letzte mal ein gespräch zwischen Arzt und Krankenkasse am telefon mitbekommen wo er gemeint hat unsere armen Patienten können sich keine Wochenrezepte leisten aber müßen bei ihm jede Woche 7 Euro zahlen. weiß nich bei dem wiedespricht sich alles auch mit dem Take Home bekomme s auf dreimal die Woche mit aber nicht für ne ganze Woche
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gema1509
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Anmeldungsdatum: 14.04.2010
Beiträge: 522

BeitragVerfasst am: 1. Jun 2011 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

hey!
echt schade, dass dein arzt so eine pfeife ist. der macht ja wirklich gar nix - das ist doch in etwa das, was du rüberbringen möchtest mit deinem text, oder?!
meiner meinung nach hast du die total falsche betrachtungsweise in dieser sache!
nicht dein arzt soll das und das und das und das soll er nicht, dafür das oder das - immer macht der arzt nicht genug oder zu wenig oder das falsche - schade, dass der doc nicht auch noch gleich für dich clean werden kann - und für deine freundin noch gerade mit, oder etwa nicht?
wenn ich mir deinen text so durchles . ganz ehrlich, was da ankommt bei mir ist die 100%ige junkie-charactereigenschaft - forden, fordern & fordern und nehmen so viel man bekommt! um jeden preis.
dir wird wahrscheinlich meine meinung nicht gefallen - musste aber dennoch mal raus...
peace!
g.
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A_bad_Trip
Anfänger


Anmeldungsdatum: 01.06.2011
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 1. Jun 2011 21:20    Titel: Junkies -- nein danke?! Antworten mit Zitat

Also mal ehrlich: Wir disskutieren hier, weil wir Junkies sind oder waren. Und auf dieses Mach-dich-clean-so-wie-ich-korrekt!-Geschwafel geben die meisten von uns dasselbe: Nämlich nichts!

Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Threads: Bei uns in Ösiland is das anders, da geben die eher Subutex mit nach Hause als Methadon, weil Subu eben bei weitem nicht so krass ist. Natürlich gibt es da auch Leute, die Erfahrungen in die entgegengesetzte Richtung gemacht haben -- jeder Körper reagiert anders.
Ich denke, dein Arzt ist einfach nur ein geldgeiler Arsch, denn so richtig interessiert er sich nicht für dich und deine Freundin. Schon allein die Tatsache, dass er nur alle 5 Monate einen Harntest verlangt, ist ein Indiz dafür. Ich persönlich wäre allerdings glücklich über diesen Umstand, da mein Arzt immer einen auf Diva macht, wenn die Benzos wieder mal im Pinkelbecher an der Oberfläche treiben. Wink

Fakt ist aber leider: Je nach Region in der wir leben, können wir uns den Arzt nicht immer aussuchen. Sollte jedoch mal die Möglichkeit zum Wechseln bestehen, warum nicht? Auch in der Substitutionstherapie gilt: Geh zu dem Arzt, zu dem du Vertrauen hast!

Bei uns in Kleinösiland ist mir das zur Zeit auch nicht möglich, da sie wieder mal alles verschärft haben.

Grüße,
C.
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Trini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 10:26    Titel: Antworten mit Zitat

ich finds echt unter aller Sau vom Arzt. Aber was soll man machen. Scheint ja der einzige Wegweit und breit zu sein.
Habt ihr zwei schonmal drübernachgedacht langsam abzudosieren?
Es nützt ja alles nix, entweder du überführst den Arzt mit diesen Methoden und legst ihm das Handwerk um dann letztendlich ohne Substi dazustehen oder ihr spielt weiter mit und er macht fröhlich weiter und verdient sich noch ne goldene Nase.

@Germa
man sollte das nicht so verallgemeinern das jeder junky fordert und fordert und nur seine Rechte als armer süchtiger beanspruchen will. Denn es giebt leider auch viele ärzte die Kapital aus der Sucht schlagen wollen. Leider.
Es gibt so einige Süchtige die sich einen Weg mit der Substitution ebnen und es schaffen aus der illigalität zu kommen und sich ein geregeltes leben aufbauen können.
Nur frage ich mich, wie das möglich ist mit kurrupten rzten wie in diesem Fall.
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Tollkirsche
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 15.05.2011
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 11:15    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt halt auch unter den Substi-Ärzten gute, die bei dem Programm aus Überzeugung mitmachen und schlechte, die nur soviel Kohle wie möglich mit möglichst wenig Arbeit abschöpfen wollen. Ihr habt offensichtlich einen von der letzten Sorte erwischt. Mein erster Substi-Arzt war auch so drauf, der hat uns jeden Morgen antanzen lassen. Da mein Freund und ich auch in unserer H-Zeit beide Vollzeit gearbeitet haben, bedeutete das, das wir vor der Arbeit beide schnell beim Arzt vorbeirasen mussten (der hat um 7 Uhr morgens aufgemacht), danach habe ich meinen Freund zur Arbeit gefahren und bin dann selbst zur Arbeit gefahren. Das war zeitlich immer extrem knapp und ich bin öfter mal etwas zu spät zur Arbeit gekommen. Und das jeden verdammten Morgen, öfter kamen die Arzthelferinnen auch erst um 7.20 Uhr oder noch später, der Arzt selbst war zu der Zeit natürlich noch nicht da. Unser Argument, dass wir dadurch unsere Arbeit, die für uns ja auch wichtig war, um nicht komplett abzustürzen, verlieren könnten, hat nicht großartig interessiert. Entweder ihr bekommt das hin oder es gibt halt nix. Und da ging es nicht darum, uns besser überwachen zu können, den Arzt haben wir ja nie zu Gesicht bekommen. Es ging nur darum, die täglichen Besuche abrechnen zu können.
Irgendwann wurde dann etwas bei den Regelungen geändert, ab dann hat der Arzt Metha nur noch auf der Privatrezept verschrieben, weil er mit Kassenrezepten nicht mehr genug Geld abschöpfen konnte, wurde dadurch natürlich extrem teuer. Wir sind daraufhin zum Wildhof (Suchtberatung) und haben dort Ersatzärzte genannt bekommen. Das war eigentlich ein Glücksfall für uns, wir sind endlich bei einem Arzt gelandet, der uns nicht wie assoziale Junkies behandelt hat, sondern wie (sucht-)kranke Menschen.
Wir haben nach kurzer Zeit wegen guter Führung (0 Beikonsum) TakeHome für 7 Tage bekommen und konnten endlich wieder ein normales Leben führen. Leider haben wir momentan auch mit diesem Arzt etwas Probleme, da er uns selbst für stabiler hält, als wir es wirklich sind und uns deswegen gern schneller runterdosieren würde. Aber das ist eine andere Geschichte. Wink

Auch wenn ihr in der absoluten Pampa wohnt - schaut mal bei einer Suchtberatung vorbei und lasst euch Ärzte in der Nähe nennen. Da muss es doch etwas besseres geben, 60 km finde ich auch schon recht heftig.
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Anja33
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 24.03.2011
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 15:35    Titel: Scheiss-Junkies, was? Antworten mit Zitat

@Gema:

Da beschwert sich doch tatsächlich jemand über seinen Substdoc, statt froh zu sein, dass er überhaupt was bekommt. Egal, wie beschissen der Arzt ist.
Immer dieses Fordern und fordern...Das sollte man doch als Junkie lieber anderen überlassen und sich brav in sein Schicksal fügen.
Du bist da natürlich ganz anders. Und das musst du auch bei jeder Gelegenheit zum besten geben, wenn mal wieder jemand sich beschwert, obwohl er doch wissen sollte, dass er ein Scheiß Junkie ist, der nichts zu fordern hat.
Und auf diese Demutshaltung biste wohl mächtig stolz, oder? Du hast dir nicht den Willen brechen lassen. Du hast ihn dir in einer Art vorauseilendem Gehorsam gleich selbst gebrochen. Das warst du als Junkie schließlich der Gesellschaft schuldig.
Und weil das so toll ist, findest du erst Ruhe, wenn alle Junkies so ticken wie du...Du liest nicht mal richtig durch, was da gepostet wurde, sondern reagierst stereotyp auf irgendwelche Stichworte, die dir sagen, da fordert jemand oder beschwert sich. Egal ob zurecht oder zu unrecht..."er/sie hat nix zu fordern, ist ja ein Junkie so wie ich. Nur ich habs kapiert und er wird es noch kapieren...
Sry, aber das musste mal sein.
Nichts persönliches, nur stellvertretend für alle, die ständig den Kopf einziehen und für jede Schweinerei, die ihnen widerfährt Verständnis haben.
Haltet mal den Kopf hoch, ihr seid Süchtige in einer süchtigen Gesellschaft, in der ausnahmslos alle nur Menschen mit Fehlern sind.
Nicht mehr und nicht weniger.

PEACE
Anja
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

Tollkirsche schrieb:
Zitat:
Es ging nur darum, die täglichen Besuche abrechnen zu können.

Beim Kassenpatienten kann ein Arzt, soweit ich informiert bin, pro Quartal genau ein Mal eine Ziffer abrechnen und zwar für Menschen unserer Altersklasse die 26211. In dieser Ziffer sind alle weiteren Besuche des Patienten in der Praxis enthalten, egal wie oft er die Praxis aufsucht. ES SEI DENN es finden Untersuchungen wie z.B. ein Ultraschall statt oder eine Urinuntersuchung. Dafür gibt es Extraziffern. Der Arzt hat also finanziell nichts davon, jemanden täglich antanzen zu lassen.

Beim Privatpatienten sieht die Sache anders aus. Oder sollte es für substituierte Kassenpatienten Extraziffern fürs bloße Erscheinen in der Praxis geben? Weiß das jemand?

Ansonsten kann ich gemas Sicht der Dinge schon verstehen. Auch ich bin nicht der Ansicht, dass man es einem Substi-Patienten ganz besonders bequem machen muss. Ich verstehe die Substitution so, dass der Abhängige erstmal den gnadenlosen Beschaffungsdruck loswerden kann, sich gesundheitlich stabilisiert und irgendwann so weit ist, dass er langsam aber sicher ans Abdosieren und clean werden denken kann.

Man sollte wirklich froh und tatsächlich auch dankbar sein, dass es die Substitution mittlerweile gibt. Sooo selbstverständlich ist das nicht!
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gast01
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 14.04.2011
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 16:25    Titel: Antworten mit Zitat

allso lasses mich mal so schreiben ihr hab ein arzt der nicht viel machen will aber viel geld verdienen will,das mit den 7 eurohmm ich weiß jetzt nicht wie das sonst noch bei euch ist,also bei meinem arzt ist das so ich bekomme 1mal die woche ein rezept gehe zur apo und bezahle dort 5euro(wenn ich nicht befreit bin)das bin ich aber,sonst fallen keine kosten an da befreit,wenn du nicht befreit bist ist das so bei uns:du kommst einemal die woche hollst dein rezept gehst zur apo und bezahlst 5euro und beim artzt 10 alle 3 mon.also jeder quatall.und bei uns gibt es zufallst uk aber man kann sagen im monat 1 ungefähr mal mehr mal weniger echt ein super arzt man kann mit ihm über alles reden und so,ach so du mußt wenn du mehta bekommst bei ihm 3monate jeden tag zur apo fahren es da trinken und einmal in der woche zu ihm das rezept rausholen.bei supotex mußt du 1mon. jeden tag kommen zur apo und dann bekommste takehome für die woche mit



,dann gib es hier bei mir noch ein scheiß arzt , der gibt nie mit da mußt du jeden tag hin egal op weihnachten silvester oder sonstwas,da bezahlt man auch die 10 pro qatall und in der woche je nach menge um die 7euro,und für jede kleinigkeit zbfaxe oder bescheinigungen verlangt er geld,naja ist ein knast arzt der keine eigene praxis hat sondern nur ein zimmer,daher auch jeden tag weil er ja auch jeden tag zu den gefangenen muß,und er es so besser absetzten kann von der steuer Surprised

was ich sagen will hier gibt es nicht viele ärzte und plätze sind hier begert,und jeder will natürlich zu unseren arzt damit er nicht jeden tag da hin muß.es gibt halt gute und schlechte ärzte...was willste machen Question
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Marla
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.10.2010
Beiträge: 354

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 18:01    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich täglich zum Arzt müsste, könnte ich meinem Beruf nicht ausüben- keine Chance.
Ich fange meistens um 6 Uhr an und bin oft noch bis 19 oder 20 Uhr unterwegs.

Ob mich die Arbeit stabilisiert? Auf jeden Fall!
Ob die Substitution funktioniert? Auf jeden Fall!
Auch wenn User wie Alexander Franke das nicht gerne hören werden, ich bekomme jeden Monat einen wirklich nicht geringen Betrag vom Gehalt abgezogen , plus 8 Euro jeden Monat vom Netto, plus Rezeptgebühr 5€ die Woche und die üblichen 10€ pro Quartal.
Was kostete denn ein Liter Methadon in der Herstellung?
So eine grosse Belastung können die paar ml die ich bekomme gar nicht für die Gesellschaft sein.

Was würde passieren wenn ich einen Arztbesuch täglich zu einer festen Zeit einhalten müsste?
So vielleicht zwischen 10 und 12 Uhr? Hartz 4!Wäre die Substitution dann auch ein solcher Erfolg?

Hmmm schwierige Frage, für die Gesellschaft im Allgemeinen ist es so herum sicher besser.

Dummerweise ist es wirklich nicht leicht den passenden Arzt zu finden, denn nicht nur das Take Home usw gehören dazu, sondern auch gegenseitiges Vertrauen, und das man eben wie ein Mensch behandelt wird, und nicht wie ein scheiss Junkie der einen eh nur bescheisssen will.

Wenn dann dieses ständige "Wir müsssen sie aber dringend mal Runterdosieren" nicht wäre, könnte es fast als normales >Leben durchgehen.

Mir graut schon jetzt davor mir mal einen anderen Arzt suchen zu müssen (meiner ist nicht mehr der Jüngste...)

Alles Gute, Marla Mia
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Tollkirsche
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 15.05.2011
Beiträge: 96

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 18:42    Titel: Antworten mit Zitat

veilchenfee hat Folgendes geschrieben:
Tollkirsche schrieb:
Zitat:
Es ging nur darum, die täglichen Besuche abrechnen zu können.

Beim Kassenpatienten kann ein Arzt, soweit ich informiert bin, pro Quartal genau ein Mal eine Ziffer abrechnen und zwar für Menschen unserer Altersklasse die 26211. In dieser Ziffer sind alle weiteren Besuche des Patienten in der Praxis enthalten, egal wie oft er die Praxis aufsucht. ES SEI DENN es finden Untersuchungen wie z.B. ein Ultraschall statt oder eine Urinuntersuchung. Dafür gibt es Extraziffern. Der Arzt hat also finanziell nichts davon, jemanden täglich antanzen zu lassen.


Momentan ist das so, ja. Der Substi-Arzt bekommt auch nur eine bestimmmte Anzahl an UK bezahlt. Ich habe eine Zeit lang selbstverständlich ohne gefragt zu werden bei meinem wöchentlichen Arzt-Besuch eine UK abgegeben, irgendwann hat mich die Sprechstundenhilfe daraufhin gebeten, das nur alle 3, maximal alle 2 Wochen zu machen, da sie mehr nicht von der KK bezahlt bekommen.
Wie das zu der Zeit war, als ich noch bei meinem ersten Substi-Arzt war, weiß ich nicht. Auf jeden Fall wurden irgendwann, vor ca. 6 Jahren müsste das gewesen sein, irgendwelche Abrechnungsregeln für Ärzte geändert. Für meinen Arzt bedeutete das damals, das er aus dem Methadon-Kassenprogramm raus ist und ab dem Zeitpunkt Metha nur noch über Privatrezepte vergeben hat.
Ich bin mir relativ sicher, dass das tägliche Antanzen bei diesem Arzt rein finanzielle Hintergründe hatte.
Es gibt sicher auch Gründe, vielen Suchtkranken kein TakeHome zu erlauben - es gibt genug Leute, die einen Großteil ihres Methas auf der Straße verkloppen, um Geld für andere Sachen zu haben. Aber nach mehreren Jahren guter Führung (kein Beikonsum, keine Rückfälle, etc.) finde ich es doch spätestens angebracht, den Süchtigen nicht mit dem täglichen Antanzen zu gängeln. Aber wir werden leider auch von vielen Ärzten eher als assoziale Kriminelle als als kranke Patienten betrachtet.

Zitat:
Ansonsten kann ich gemas Sicht der Dinge schon verstehen. Auch ich bin nicht der Ansicht, dass man es einem Substi-Patienten ganz besonders bequem machen muss. Ich verstehe die Substitution so, dass der Abhängige erstmal den gnadenlosen Beschaffungsdruck loswerden kann, sich gesundheitlich stabilisiert und irgendwann so weit ist, dass er langsam aber sicher ans Abdosieren und clean werden denken kann.


Es gibt aber auch Menschen, die kommen mit einem cleanen Leben einfach nicht zurecht. Für die ist der Absturz vorprogrammiert, wenn sie bei einer Dosis landen, bei der der Beikonsum wieder interessant wird. Sicher wäre es für jeden Menschen das beste, wenn er es schaffen könnte, von der Sucht komplett los zu kommen und auch auf Ersatzdrogen wie Pola oder Metha verzichten könnte. Denn das bedeutet ein großes Stück Freiheit, um die ich jeden "normalen" Menschen beneide. Aber das klappt leider nicht bei jedem.

In meinen Augen ist Sucht eine Krankheit wie viele andere auch. Manche Leute sind von ihrer Psyche her einfach prädestiniert dafür. Da wir leider der Sucht nach illegalen Drogen anhängen, sind wir somit kriminell. Aber das macht aus uns keinen besseren oder schlechteren Menschen. Die einzigen kriminellen Handlungen, die ich bisher in meinem Leben vollzogen habe, war der Genuss von illegalen Substanzen. Ich habe noch nie jemanden geschlagen oder ausgeraubt. Ich habe auch noch nie jemanden "abgezogen". Ich habe nur mir selbst geschadet. Ich sehe mich nicht als schlechten Menschen, der es verdient hat, bestraft zu werden.
Deswegen denke ich, dass man einen Substi-Patienten behandeln sollte wie jeden anderen Patienten auch. Manche kommen mit TakeHome nicht zurecht und bauen dann sofort Mist. Dass diese Menschen vor sich selbst geschützt werden müssen, in dem sie den Kram in der Apo nur noch täglich zum direkt nehmen in die Hand gedrückt bekommen, verstehe ich durchaus. Aber den Menschen, die mit Pola / Metha / wasweißich in der Lage sind, ein geregeltes und normales Leben zun führen, sollte man dies auch erlauben.

Zitat:
Man sollte wirklich froh und tatsächlich auch dankbar sein, dass es die Substitution mittlerweile gibt. Sooo selbstverständlich ist das nicht!


Selbstverständlich können wir dankbar sein, dass es dieses Programm in Deutschland und anderen zivilisierten Ländern gibt. Aber das heisst dennoch nicht, dass man nicht kritisieren darf, wie das zum Teil gehandhabt wird. Ein guter und engagierter Substi-Arzt, der einem wirklich helfen möchte, ist Gold wert, wird aber selbst oft so von den offiziellen Stellen gegängelt, dass er weniger helfen kann als er gern möchte.
Viele der Gesetze werden nun einmal von Bürokraten gemacht, die sicher nur gutes wollen, aber leider zu wenig Hintergrundwissen und Erfahrung haben, um zu verstehen, wie man wirklich helfen kann.
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 19:30    Titel: Antworten mit Zitat

Tollkirsche schrieb:
Zitat:
Es gibt aber auch Menschen, die kommen mit einem cleanen Leben einfach nicht zurecht. Für die ist der Absturz vorprogrammiert, wenn sie bei einer Dosis landen, bei der der Beikonsum wieder interessant wird. Sicher wäre es für jeden Menschen das beste, wenn er es schaffen könnte, von der Sucht komplett los zu kommen und auch auf Ersatzdrogen wie Pola oder Metha verzichten könnte. Denn das bedeutet ein großes Stück Freiheit, um die ich jeden "normalen" Menschen beneide. Aber das klappt leider nicht bei jedem.

Ja, das ist eine komplizierte Geschichte ...
Menschen, die dauerhaft wirklich nicht ohne Opiate auskommen, sind wohl tatsächlich chronisch bzw. psychisch krank. Ob das aber im Einzelfall tatsächlich so ist oder ob die Substi einfach nur der bequemere Weg ist, an seine Drogen zu kommen, finde ich schwer zu beurteilen. Ich dachte auch lange Zeit, nicht auf mein Codein etc. verzichten zu können. Im Endeffekt kann ich es doch und bin nicht unglücklich damit. Vor einigen Jahren hatte ich regelmäßig Panikattacken und habe die Phase überwunden OHNE eine einziges Mal Benzos einzunehmen.

Ich frage mich oft, woran es liegt, dass manche irgendwann wieder verzichten können und andere nicht. Vor Ewigkeiten habe ich hier mal einen Thread zu dem Thema eröffnet.

Was das Thema "Sucht=Krankheit" angeht: Das wurde hier im Forum schon erbittert diskutiert. Ohne das jetzt wieder aufwärmen zu wollen - die Essenz der Erkenntnis lautete in etwa: Eine Krankheit überfällt einen ohne eigenes Zutun, ist also unverschuldet. Um süchtig zu werden, muss sich der Mensch aktiv und aus eigener Entscheidung wiederholt eine Substanz zuführen. Daher wurde es als problematisch gesehen, Süchtige als krank zu bezeichnen. Maria hielt dagegen, dass Sucht die unvermeidliche Folge (früh)kindlicher Traumatisierung ist und der Betreffende gar nicht anders kann als sich entlastende, aber leider suchterzeugende Substanzen zuzuführen.

An dieser Stelle verlor sich die Diskussion dann meist...

Upps, jetzt hab ich´s doch wieder aufgewärmt... Embarassed
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wild
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Anmeldungsdatum: 12.12.2009
Beiträge: 324

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Vor ein paar wochen gabs eine Sendung im Fernsehen (3sat, arte, usw.), zum Thema Sucht und Abhängugkeit.
Quintessentz war:
Sperre 60 Menschen für ein Wochenende in eine Turnhalle und gebe ihnen Opoite.
30 Leuten wid nur schlecht oder werden müde, die anderen werden das geilste Wochenende ihres Lebens verbringen::: Soviel zur Opiataffinität

wild
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Anja33
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Anmeldungsdatum: 24.03.2011
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 21:14    Titel: Antworten mit Zitat

@Veilchenfee:
Du schreibst sinngemäß, Sucht sei selbstverschuldet, Krankheit überfällt einen "ohne jedes Zutun".
Bist du dir da so sicher? Wenn das so wäre, gäbe es keine Zivilisationskrankheiten. Was ist mit stark übergewichtigen Menschen, mit Rauchern, die Lungenkrebs oder koronare Gefäßkrankheiten bekommen. Mit stressbedingten Krankheiten. Es gibt sehr viele Krankheiten, bei denen der Patient zuvor jahrelang von seinem Arzt gewarnt worden ist.
Wenn wir anfangen. Patienten in Schuldige und Unschuldige aufzuteilen und als Außenstehende über den Grad ihrer individuellen Schuld urteilen wollen, machen wir ein Fass auf, dass keinen Boden hat.
Übrigens: Die WHO hat klar definiert, dass Sucht eine Krankheit ist, eben eine weitere der vielen "selbst verschuldeten". Nur so kann ein Substitutionsarzt überhaupt erst durch die GKV vergütet werden.
Und was die Abrechnungsmodalitäten betrifft, gelten die Budgetierungen, die ansonsten für Kassenpatienten gelten, für Substituierte nicht. Je öfter ein Patient antanzen muss, umso mehr kann der Arzt abrechnen. Selbst an Sonn- und Feiertagen. Für die Ärzte ist die Substitution ein sehr lukratives Geschäft. Das darf man nicht unterschätzen. Auf der anderen Seite ist die Susbtitution auch nicht nur ein reiner Segen. Sie hat, wie alles andere auch, eine positive und eine negative Seite. Welche überwiegt, will ich hier jetzt nicht weiter ausführen. Das würde zu weit führen.
Gruß A.
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Calendula
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Anmeldungsdatum: 08.01.2011
Beiträge: 465

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 21:18    Titel: Antworten mit Zitat

zum aufgewärmten Thema:

Marias These finde ich doch sehr gewagt. Damit hätten ganz viele Menschen einen Freischein, Drogen - speziell Opiate - zu konsumieren, wenn dem denn so wäre. Es ist aber hingegen eine Tatsache, dass viele Gewaltopfer ein cleanes Leben führen und eben nicht abhängig sind.

Diese abenteuerlichen Thesen sind doch nirgendwo belegt, es gibt meines Wissens keine Studien die das belegen würden. Solche Behauptungen liest man haufenweise, mal sind alle H-Abhängigen AD(H)Sler, mal Missbrauchsopfer, dann wieder Borderliner... vielleicht waren sie alle zusammen einfach aber auch nur neugierig und abenteuerlustig?
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2011 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Anja betreff Abrechnung: Alles klar, nun bin ich schlauer. Sonst wäre es auch nicht sinnvoll, Substi-Patienten öfter als nötig in der Praxis erscheinen zu lassen.

Das mit den "selbstverschuldeten Krankheiten" war quasi ein Zitat aus uralten Diskussionen, die hier rund um das Thema "Ist Sucht eine Krankheit?" in der Vergangenheit hier stattfanden. War vielleicht blöd, das hier aufzuwärmen, aber nun ist´s zu spät ...
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