Benzo & Angst II

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Gulliver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 26.02.2011
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 29. Jun 2011 19:06    Titel: Benzo & Angst II Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Ich bin vor einiger Zeit schon mal hier gewesen. Ich habe da ein Problem, bei dem ich nicht weiterkomme, und hoffe sehr, das sich der ein oder andere damit auskennt.
Im April habe ich meinen 2,5 monatigen Diazepamentzug in der Klinik beendet. Ich bin somit seit ca. 10 Wochen clean. Das Problem das ich habe mag sich banal anhören, schränkt mich in meiner Lebensweise aber extrem ein. Ich bin im April nach Hause gekommen, und natürlich war mir klar, dass ich noch einen langen Weg vor mir habe. Aber: ich habe extreme Gesundheitsprobleme. Und ich weiß einfach nicht weiter…
Jeden Tag wenn ich aufwache, beginnt mein Tag, als wäre ich stock besoffen. Zumindest ist mir so schwindelig als wäre ich es. Ich habe Angstzustände. In absolut harmlosen Situationen. Ich habe das Gefühl, meine ganze Persönlichkeit verloren zu haben! Aber der Reihe nach.
Wenn ich beispielsweise in Situationen bin, in denen ich mich nur ein klein wenig behaupten muss, und sei es nur um mich zu einem Thema zu äußern, bekomme ich entweder Panikattacken, oder mir ist so schwindelig, das ich kaum noch stehen kann. Der Schwindel ist permanent da. Doch er wird zwischendurch schlimmer. Ich bin bei einigen Ärzten gewesen, selbst in die Klinik bin ich für einige Tage zurück. Nach MRT etc aber nix zu finden. Also muss ich davon ausgehen, dass ich es mir einbilde. Doch falls dem so ist, wie bekomme ich es dann wieder weg? Wie soll ich ohne Angst ein Leben führen können, wenn ich nicht einmal weiß, was mit mir los ist?
Von den Ärzten bin ich sehr enttäuscht! Außer mir eine Menge an Medikamenten zu verabreichen, ist ihnen nichts weiter eingefallen. Auch bei einem Therapieplatz sieht es schlecht aus. Die meisten Therapeuten, wenn die hören, das ich einen Diazepamentzug gemacht habe, winken sie schon ab und können mir nicht helfen. Aber dabei brauche ich doch Hilfe, um mich im Leben wieder zu Recht zu finden. Ich habe 15 Jahre lang Medikamente genommen, und fühle mich manchmal, als wäre ich gerade erst geboren worden. Als erwachsener. Viel zu viele Erfahrungen verpasst…
Nachdem der Schwindel immer schlimmer wurde, habe ich knall auf Fall alle Medikamente, die ich aus der Klinik bekommen habe, abgesetzt. Dabei handelt es sich um: Carbamazepin, Doxepin, Resstex, Cipramil. Und noch ein Blutdruckmittel (Betablocker).
Seitdem ist es schon etwas besser, aber nicht ansatzweise in Ordnung.
Eigentlich vegetiere ich momentan mehr vor mich hin. Im Krankenhaus habe ich gut 20-25 Kilo zugenommen. Dementsprechend viel Sport mache ich jetzt. Ich ernähre mich anständig. Habe ausrechend Sex;-) Aber es wird nicht besser.
Kürzlich habe ich versucht wieder zu arbeiten. Katastrophe. Panikattacke, Schwindel, null Kondition, schwitzen wie sau (Viel viel mehr als früher).
Ich werde definitiv nicht mehr zum Diazepam greifen. Aber ist es nicht normal, dass man sich fragt, ob sich das gelohnt hat? Ich sah vorher gut aus. War sympathisch, humorvoll, hab gearbeitet. Ein freundlicher Mensch mit einem Medikamentenproblem. Heute bin ich froh, wenn ich bei den Eltern meiner Freundin keine Panikattacke bekomme. Und die habe ich dort schon bekommen! Und von meinem Aussehen und meiner Persönlichkeit ist auch nicht mehr viel übrig!

Falls irgendjemand, insbesondere mit dem schwindel und den Angstzuständen Erfahrungen hat, bitte ich dringends um Hilfe.
Außerdem habe ich von einer Krankheit Namens: Medikamenteninjeziertes Parkinsonsymdrom erfahren. Dies wird u.a. durch Diazepam ausgelöst. Dabei handelt es sich um eine Schädigung der Nervenenden. Also falls das noch jemand weiß… Doch wenn ich dieses Thema beim Arzt anspreche, bin ich gleich ein Hypochonda, was ich ganz sicher nicht bin. Ich habe einfach nur Angst, das mein Leben an dieser Stelle zu Ende ist!

Ich danke euch schon mal für die Antworten…
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 29. Jun 2011 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Nach MRT etc aber nix zu finden. Also muss ich davon ausgehen, dass ich es mir einbilde. Doch falls dem so ist, wie bekomme ich es dann wieder weg? Wie soll ich ohne Angst ein Leben führen können, wenn ich nicht einmal weiß, was mit mir los ist?


O.K. Gulliver,
zunächst einmal musst Du Deinen momentanen Zustand für Dich ANNEHMEN. Hört sich komisch an, ist aber so. Akzeptiere den Zustand und höre auf, zu kämpfen. Betrachte Dich und Deine Panikattacken mit der größtmöglichen Gelassenheit. Da Du ja schon etwas erfahren bist, weißt Du, dass die Attacken auch wieder verschwinden. Klar sind sie jedes Mal tierisch anstrengend, aber es geht vorüber.

Zum Schwindel: Oh ja, das kenne ich sehr, sehr gut. Das Gefühl, gleich umzukippen. Jedoch: Ich bin noch nie umgekippt. Und Du? Ich habe mir jedenfalls gesagt: Ich bleibe stehen, bis ich umfalle. Auch wenn es sich noch so übel anfühlt. Ich gebe zu, wenn es machbar ist, setze ich mich auch lieber hin aber wenn es nicht geht, bleibe ich stehen.

Bei mir hat es sich von alleine wieder gebessert. Schwindel tritt heute bei mir hauptsächlich dann auf, wenn ich gelangweilt bin bzw. Dinge tun muss, auf die ich keine Lust habe. Wenn Herausforderungen fehlen. Also auf Arbeit Shocked

Beim Sport bzw. in meiner Freizeit bin ich vollkommen beschwerdefrei. Wie ist es bei Dir, Du schriebst, dass Du zur Zeit viel Sport machst?
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Gulliver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 26.02.2011
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 00:13    Titel: Antworten mit Zitat

Erstmal Danke für Deine Antwort.
Mit dem Sport habe ich begonnen, weil ich durch den Klinikaufenthalt und der Zeit danach quasi nur im Bett oder auf der Couch lag. Aber zu deiner Frage: Der Sport ist pure quälerei! Aber es wird besser. Damit meine ich nicht, das er einfach nur anstrengend ist, natürlich auch der Schwindel! Doch ganz langsam macht es sogar SpaßWink
Ich muss zum Schwindel noch was sagen: Sobald wir auf die Welt kommen, versuchen wir das laufen zu erlernen. Das bedutet, das das Laufen bzw. das stehen eines der ersten Dinge sind, die wir erlernen (möchten). Wenn man nun jahrzehnte später diese selbstverständlichkeit wie "normales Unterhalten" im stehen nicht mehr auf die Reihe bekommt, macht dies natürlich Angst. Diesen Zustand einfach zu akzeptieren ist sehr schwierig, weil ich ja eben nicht weiß, ob das wieder weg geht?! Ich weiß eigentlich gar nix was diesen Entzug angeht. Ich dachte es, aber es passieren so viele Dinge, die ich nicht mehr einordnen kann. Kommt dies nun noch vom Entzug, oder sind es vermutlich Folgeschäden?! Diese fragen quälen mich so ungemein.
Manchmal vergesse ich, das es "erst" 10 Wochen sind, was mich dann auch wieder etwas aufmuntert, da die Wahrscheinlichkeit das es noch "Nebenwirkungen" vom entzug sind wesentlich höher ist. Dennoch; was soll ich tun? Ich kann doch nur weiterkämpfen...

Hast Du denn auch einen Benzoentzug gemacht? Und wenn ja, wie war es bei Dir?
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andi1975
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

hallo!

ich hatte die greichen symptome wie du.bei mir hat es mehr als 3 monate gedauert,bis es langsam besser wurde.allerdings hatte (habe) ich solche zustände in cleanen phasen genauso,weil ich eine angststörung habe.aber lange benzoeinnahme,vor allem der entzug davon,verstärken ja die angst.oder sie kommt einfach,weil du eben oft dass gefühl hast umzukippen.hattest du vorher schon probleme dieser art?

annehemen und akzeptieren sind prozesse.sowas geht nicht von jetzt auf gleich,will ich damit sagen.aber es ist der richtige weg.dazu gibt es bücher,vorträge oder auch foren.

benzos fressen sich fest,dass kann schon noch dauern.

gruss!
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RainerSkeptiker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.04.2011
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,
es ist doch eigentlich ganz einfach. Du hast eine chronifizierte Angststörung. Kein Mensch, ob Arzt oder nicht, wird Dir sagen können, sind Deine Panikattacken nun Teil der Grunderkrankung oder Reste von Entzugssymptomen. Entweder Du nimmst diese obskuren Medikamente aus der Klinik, aber die nutzen ja wohl nichts, oder Du lebst mit diesem Zustand, bis er sich vielleicht einmal bessert. Das passiert manchmal. Einfach so. Als dritte Möglichkeit gibt es noch diverse Psycho Therapie Formen. Diese setzen aber ein großes Maß an Glauben voraus. Sie sind eher Placebo, aber gute Psychologen erzielen damit Erfolge.
Du siehst, vorläufig gibt es keine wirkliche Lösung. Ich weiß, wovon ich schreibe. Kenne Angst und Benzo mein halbes Leben lang!
Gruß
Rainer
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Anja33
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 24.03.2011
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ich möchte mich Andi1975 anschließen.
Du hast den Entzug im April gemacht. Das ist noch gar nicht so lange her für einen Benzoentzug. Es kann sehr lange dauern, bis man nach der eigentlichen Entgiftung völlig wieder hergestellt ist. Schwindel und Panikattacken sind ganz typisch dafür, auch der Verlust des Selbstwertgefühls. Wahrscheinlich hast du die Benzos ja auch genommen, um weniger Angst zu haben, selbstbewußter zu sein. Das schlägt dann nach dem Entzug erst mal ins Gegenteil um und du traust dir jetzt gar nichts mehr zu.
Ich kann mir vorstellen, dass das alles sehr belastend für dich ist. Aber vielleicht tröstet dich die Vorstellung, dass es auf jeden Fall besser wird. Von jetzt an kann es nur noch aufwärts gehen und du brauchst keine Angst zu haben, dass dein cleanes Leben so aussieht wie zur Zeit.
Ich weiß als Aussenstehender hat man immer leicht reden, aber versuch noch ein bisschen Geduld zu haben. Je mehr du dich innerlich gegen diesen Zustand auflehnst, umso schlimmer wird er. So ein bisschen Fatalismus wirkt da manchmal ganz gut.
Übrigens ist es schon ein Witz, dass die Ärzte selten bis gar nicht in der Lage sind, die Betroffenen über die Konsequenzen eines Medikamentenentzugs richtig aufzuklären. Und so musst du dich dann in einem Forum wie diesem informieren, was mit dir passiert. Eigentlich müsste jedem Arzt klar sein, worauf deine Symptome zurückzuführen sind.
Aber da spielt alles mögliche mit rein: Kostendruck, ideologische Gründe. Alles in allem ein anders Thema, will ich nciht weiter ausführen.

Wünsche dir jedenfalls alles Gute.
Kopf hoch und nimm dir die Ruhe, die du brauchst, wann du sie brauchst. Setz dich nicht unnötig unter Druck. Das geht alles wieder vorbei.
Gute N8
Anja
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Gulliver
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 26.02.2011
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

also @Rainer... lass mich raten, der Optimist bist Du nicht unbedingt in deiner Familie, oder;-)
Mag sein, das Du Recht hast. Aber Tage wie heute helfen mir sehr, daran zu glauben, das diese ganze Scheisse die ich bisher durchmachen musste auch Erfolge zeigen würde. Es war wirklich gut. Ich war shoppen, hab mein Gespräch für die Reha gehabt, hab meine Kinder zu mir geholt. Und mir ging es gut!
Ich weiß das bei mir irgendwas schief gelaufen ist, das mit Angst zu tun hat. Aber es kann doch nicht sein, das man das nur mit Medis wie Benzos hinbekommt! Ich meine, man kann sovieles schaffen, Menschen fliegen ins All etc. Da wird man doch wohl Zustände in denen man Angst hat, die keine Logik ergeben, da ja nix passiert, wieder hinbekommen können?! Hoffe ich!

@andi... wie sieht es denn bei Dir mittlerweile aus? Wie lange bist Du schon weg davon? Und wie hast Du die Zeit danach erlebt?
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Gulliver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 26.02.2011
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 30. Jun 2011 23:29    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Anja! Ich finde es immer wieder erstaunlich, das Menschen die einen gar nicht kennen, sich solche Mühe geben, einen aufzubauen! Mich interessiert es halt sehr, was auch andere Menschen, die so einen Entzug, gerade von Benzos, so erlebt haben. An einigen Tagen, so wie heute, glaube ich ganz fest daran, das es wieder weg geht. Weil es mir halt besser geht. An anderen Tagen wieder nicht so. Ich habe zum Beispiel nach 30 Jahren vor 4 Tagen meinen Vater der auf einem anderen Kontinent lebt, endlich gefunden. Vielleicht ist es einbildung, aber ich denke, das sind die Dinge, die als Belohnung für all die Strapazen warten. Jetzt fehlt nur noch die fette Kohle und Liebe für das ganze Leben;-)

THX
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andi1975
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 23.01.2011
Beiträge: 173

BeitragVerfasst am: 1. Jul 2011 08:38    Titel: Antworten mit Zitat

hallo gulliver!

bin jetzt ca. 8 monate weg von benzos.nachdem der entzug durchgestanden war,hatte ich arge psychische probleme.erstmal eine depressive phase,manchmal schaffte ich es nichtmal kaffee zu kochen.dann traute ich mir auch absolut nichts mehr zu,selbst mit anderen leuten reden,war ein problem.eikaufen und überhaupt unter leute gehen, war ein grosses problem.ich dachte JEDER sieht mir meinen zustand an.hatte panikattacken und schwindelanfälle bzw.beides.derealisierungszustände hatte ich auch,was das schlimmste war. selbstvertrauen weit unter null und selbstwert nicht vorhanden.

im vergleich zu damals,gehts mir jetzt viel besser.es wird auch bei dir langsam besser werden.

super,dass du gestern nen guten tag gehabt hast!sowas gibt kraft und zuversicht!

gruss!
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Christina
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 16.03.2011
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: 2. Jul 2011 04:48    Titel: Antworten mit Zitat

Wie verhält sich das mit dem Schwindel wenn du den Kopf beim Stehen in den Nacken legst?
Wird der Schwindel dann schlimmer, und es fühlt sich wirklich so an, als würde ''das Hirn nach hinten schwappen''?
Ich hatte diesen Kasper zu sehr depressiven Zeiten, da waren aber keine Benzos im Spiel, eher lange Zeit Kiffe und alles mögliche mal testweise.

Also in der Mühle im ''Sportunterricht'' sind manche wirklich umgekippt, wenn sie den Kopf in den Nacken legten, wie die Pinguine wenn ein Jet drüber fliegt.

Was den Schwindel ansich angeht, ich kenne ihn nur vom absetzen des Doxepins so furchtbar, das ich es nur mit was anderm schaffte, die Tage oder Wochen die das andauerte einfach zu überbrücken.
Aber wenn ich dir sage, womit, ist das keine Alternative und die typische Teufel mit Teufel Austreibung, auch wenn sie bei mir funktionierte.
Ich würde dir gerne sagen, was es war, aber da du es halt von was hast, das gänzlich andere Stoffklasse ist, und mit dem ich keinerlei Probs habe, wäre das auch wahrscheinlich nur ein Versuch, keinerlei Garantie.
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Anja33
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 24.03.2011
Beiträge: 347

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2011 14:58    Titel: Antworten mit Zitat

@Christina,
also das mit dem Schwindel hört sich wirklich übel an. Du hast das in einem anderen Thread etwas genauer beschrieben.
Mich würde nur mal interessieren, ob man damit dann von Seiten des behandelnden Arztes total alleine gelassen wird, so nach dem Motto, "Alles Kopfsache".. Rolling Eyes .o.ä. bzw. ob du den Arzt überhaupt darauf angesprochen hattest.
Ich habe in diversen Medi Foren schon oft gelesen, dass - wenn man denn nach dem Ausschleichen von Psychopharmaka oder Analgetika erst mal auf Null ist- man von den Ärzten als symptomfrei betrachtet wird. Oder es zu sein hat. Und alle "Absetzsymptome", die man dann noch hat oder erst bekommt, werden einfach ignoriert bzw. der Patient wird gar nicht ernst genommen.
Sowas finde ich ziemlich krass, gerade weil die Betroffenen ja eben keine alten Junkies sind, die in der Hinsicht einiges gewohnt sind, sondern alleine zuhause mit derart heftigen und unklaren Symptomen, mit denen sie nie gerechnet hätten, total überfordert sind und gerne mal panisch reagieren.
Scheinbar herrscht da doch manchmal eine erschreckende Konzeptlosigkeit.
Ich weiß nur nicht, ob das Einzelfälle sind oder ob so Medikamentenabhängigkeit (nicht Sucht!)bei uns eben therapiert wird.
Gruß
Anja
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RainerSkeptiker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.04.2011
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2011 17:05    Titel: Antworten mit Zitat

@Anja,
seit wann wird Medikamentenabhängigkeit in der BRD therapiert? Ich meine eher, sie wird ignoriert!
Entweder 3 Wochen Klinik und dann gilt das Problem als behoben oder langsames Ausschleichen auf eigene Gefahr.
Natürlich kann Mensch danach eine Reha beantragen und falls genehmigt, wird dann getöpfert, gemalt und vielleicht auch Ringelreih getanzt. Das war es dann aber auch...
Gruß
Rainer
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Gulliver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 26.02.2011
Beiträge: 32

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2011 02:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusamen!
Erst einmal Danke für die Antworten und die Hilfe.
Ich denke, der großteil meiner Fragen wurde soweit beatwortet durch den folgenden Link, den ich hier im Forum gefunden habe: http://www.benzo.org.uk/german/bzcha03.htm

Eine der besten Ausführungen, die ich je gelesen habe. Kein Arzt hat mir ansatzweise soviel Fragen beantworten können.

Ich denke, das wichtigste ist es nun, durchzuhalten, und den glauben an sich selbst nicht zu verlieren. Und wenn es noch so lange dauert. Eins ist sicher, ich bin weg von Benzos. Und egal wie klein man sich fühlen mag, es ist ein riesen erfolg und ich denke ebenso auch ein Grund, unheimlich stolz auf sich sein zu dürfen...

Ich wünsche allen anderen, die das selbe vor sich haben, sich nicht entmutigen zu lassen, und viel stärke für ihren Weg.
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Christina
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 16.03.2011
Beiträge: 168

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2011 07:42    Titel: Antworten mit Zitat

Glaube nicht das Mediabhängigkeit ignoiert wird. Das ist nur so getan als ob.

Warum kriegen z.B Leute, die für die Kassen klar ersichtlich zu mehreren Docs rennen und sich ein und dieselbe Pampe verschreiben lassen, keinen Brief, in dem nachgefragt wird, oder man, wenn man sich weiter so ''kostspielig'' verhält die Leistung untersagt/man muss in Entzug gehen usw.?
Ich weiß nicht wie die Gesetzlage da aussieht, ob die das dürften, aber ich behaupte mal, solange man weniger kostet, als eingefahren wird, und dann noch der Satz der Leute obendrauf, die fast nie was haben, also die Arbeitsfraktion die Angst um Job hat usw. noch Geld anspült, müssen wir alle uns keine Sorgen machen.

Soweit es mich angeht, würde ich, selbst wenn ich alles auf Privatrezept holen müsste, nur 60 Euro im Monat im Monat/6Wochen anfallen. Ganz unter uns, es bricht mir das Herz Very Happy ...was hab ich früher an Geld für Kiffe und Mist ausgegeben, der eh meist Verarsche war? Oder Zigaretten? Einfach aufhören, und schon hab ich meine BallaBallakasse wieder drinne.

Aber das die Kassen bei vielen Wissen, das sie Stoff abzocken, ist für mich Tatsache. Es freut die Kassen auch noch, das klappt schon. solange es nicht sauteures Oxycodon ist. Das Geld, der scheiß Kapitaslismus kommt einem da mal zugute, auch wenn man ihn sonst so gern verflucht.
Wie mit den Egoshootern, ich verweise auf meinen Beitrag, wo plötzlich die Benzos länger haltbar sind, seit dem Fluniverbotgerücht.
Die inner Apotheke schauen einen zwar recht komisch an, wenn man sie bittet, alle Packungen von sämtlichen Firmen was vorrätig ist, von Benzo xy zu holen, oder die Daten grad zu notieren, aber ich sag einfach, ich hab ne Neurose, zeig mir an den Kopf, und fertig. Ist ja nichtmal gelogen.

@Anja...

Tja, das ist wohl leider so. Das ich nicht grad zimperlich bin, wissen wir ja schon.
Und dieser Absetzzustand damals, war einfach nich zum aushalten.
Ich hätte echt alles an Krämpfen und trallala mitgemacht, aber das war unmöglich.

Das Schlimme ist ja, ich z.B. hab viele Drogen im Leben mal getestet und vieles auch öfter genommen, stets gut informiert usw.
Jeder kennt doch das sogenannte Serotonin-Syndrom, wegen Mao Hemmstoffen.
Weswegen man Speed und XTC auf keinen Fall zusammen klinken soll...hat jeder gemacht, kenn keinen der drauf ging.
Die Wechselwirkungen zweier Stoffe, reichen von extrapyramidalen Störungen wie Nackensteife, Krämpfe im Kopf/Schulterbereich, Kopfsschmerzen usw. bis zu schlimmeren Beschwerden, wie z.B Todeseintritt Very Happy

Der Tod ist dabei aber wie der gern zitierte ''vom Blitz erschlagen'' Relevanz, passiert eh nicht.
Ich denke mal, das Syndrom/Wechselwirkungen zweier Sachen, die nicht grad ''Freunde'' sind, hat jeder von denen die auch mal alles (fast!) probiert haben gehabt.
Und das sogar oft, und es halt als Runterkommen oder ''komisches Material'' abgetan.
Wenn ich ein Serotoninsyndrom hatte, oder andere, merkwürdige, fehlgeschlagene Experimente, und auch andere drogengewohnte Leute, hätten wir nur gesagt, das Teil klingt grad ab, bin fertig, leg mich hin.
Morgen ist wieder gut.
Während der normale, brave Bürger, wenn er das von nem Ad und nem anderen Medikament gehabt hätte, panisch ins Krankenhaus gejagt wäre.

Ich kann nur aus dem Grund allein schon von Partydrogen, gerade heutzutage, wo soviel neuartige ****** im Umlauf ist, und dann auch noch Mischkonsum abraten, aber es wird eh niemand lassen.

Da war mal einer, der hatte eine ''lebensgefährliche Bluthochdruckkrise'' wegen zweier rezeptfreier Mittel, wo eins halt unter den MAO Hemmer Komplex kam.
Der Typ hat das Buch ''Psychoaktive Pflanzen'' geschreiben und heißt Bert Marco Schuldes.

So, jetzt zum Eigentlichen Schwindel.
Ich hab mein Ad damals ja noch viel langsamer ausgeschlichen, als geraten wurde. Und als der Moment des Schwindels dann da war, hab ich natürlich ne viertel Pille klein gekloppt und runtergespült, weg war der Mistzustand.
Da dachte ich noch, ok, noch langsamer ausschleichen. Der Doc meinte dasselbe, aber man sah, das er eher ratlos war.
Ich versuchte noch zwei Absetzergebnisse, von ner lächerlichen, wochenlang zur Vorbereitung genommenen Dosis auf null... Aber immer dasselbe Ergebniss.
Als ich dann am nächsten Tag nach nem Abend zuvor wieder erzwungenenermaßen-einehmenden-müssende viertel Pille ne gänzlich andere Droge entdeckte, war ich einfach 4 Tage druff und meine Birne war abgelenkt. So kam ich aus dem Teufelskreis, anders nicht.

Wie das also für nen eher zimperlichen, oder drogenunerfahrenen sein muss, will ich mir garnicht vorstellen. Ich hoffe für andere, das es bei mir halt entweder die lange Einnahmezeit war, oder Disposition für grad bei dem Zeug oder sonstwas.
Also Einbildung war es nicht.
Es war, wenn der Arzt das gesagt hätte, wie der Spruch ''Zeit heilt alle Wunden'' Wenn den einer sagt, haut man ihm es best eins in die Fresse und sagt ''Zeit heilt alle Wunden, morgen ist wieder gut'' Twisted Evil
Und die Ärzte, die kann man vergessen, die würden es wirklich als ''da müssen sie durch'' abtun. Oder was anderes geben. Wenn das dann, nur vier Tage lang eingenommen helfen würde, wär ja alles gut. In vier Tagen kommt man körperlich auf garnix.
Aber ich glaube, ich wäre da ohne den Zufall nicht rausgekommen, und ich bin ja nicht grad weichlich. Obwohl das bei so Sachen nicht zählt, glaub ich.
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