Mit Absicht herbeigeführter OPI-Entzug. Mit H vergleichbar?

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Hyperion1977
Anfänger


Anmeldungsdatum: 24.09.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 10:16    Titel: Mit Absicht herbeigeführter OPI-Entzug. Mit H vergleichbar? Antworten mit Zitat

Hallo und schönen guten Tag.

Ich habe damals angefangen wegen meiner Hüftschmerzen Opis vom Arzt verordnet zu konsumieren. Leider ist es nicht nur bei Tramal und Tilidin geblieben und ich habe angefangen die mir vom Arzt verschriebenen Medis zu missbrauchen.

Chronologie:

-Bin vom Tramal auf Tilidin umgestiegen.
-Habe eine N3 (100 ml) Tili Flasche in 3 Tagen geleert.
-Bekam Fentanylpflaster und Lollies.
-Bekam Oxycodon und und viele weitere Opiate (Nur noch BTM, schwächere wirkten nicht mehr)
-Habe angefangen mein Oxycodon zu entretardieren und Nasal zu konsumieren.
-Meine Ex brachte mir aus dem Altenheim Morphin zur subkutanen Anwendung mit und spritzte es mir unter die Haut
-Ich find an die Fentanyl-Pflaster zu zerschneiden und zu lutschen
-25 er Pflaster reichten nicht mehr und ich stieg auf 50-100 pro Pflaster
-betrieb Ärztehopping weil die Zeiträume der Vergabe nicht reichten.
-Zum Schluss lutschte ich 1-2 50 er Pflaster am Tag, nahm ab von 84 KG auf 62 KG (Der einzige Vorteil an der Sache, Top BMI) weil ich die Pflaster nicht aus dem Mund nehmen wollte.
-Hatte dann selbst Nachts Pflaster im Mund.

Dann sagte ich mir, so geht es nicht weiter. Es MUSS was passieren. In Absprache mit meinem Arzt, der quasi schon wusste das ich Abhängig bin (Ihm fielen die immer kürzer werdenden Zeiten der Verschreibungen auf), besorgte er mir einen Termin zum Entzug.

Ich startete den Entzug und sprach mit dem Arzt ab, dass ein Umstellen von Fenta auf L-Pola produktiver sein würde. Anfangsdosis L-POLA sage und schreibe 18 ml = 90,0 mg. So eine Dosis hat es schon lange nicht mehr dort gegeben. Geschweige denn bei einem nicht H abhängigen Patienten. Hatten kaum Erfahrungen mit Fenta-Missbrauch.

Jetzt bin ich bei 5,8 ml und habe einen neuen Job und sehe einer positiven Zukunft entgegen.

Zum Hauptthema.
Ich hatte mir damals als ich die höchsten Dosen Fenta eingeworfen habe noch nicht eingestanden, dass ich körperlich Abhängig war und wagte ein Experiment. Meine Ex besorgte mir Targin (Oxycodon mit Naloxon=Gegenspieler des Opioid).

Diese habe ich mit einem Mörser zerkleinert, wie immer, und dann zur Vorsicht die Hälfte Nasal gezogen. Ich bemerkte SOFORT ein Kribbeln im Kopf, so als wenn mein Gehirn mit kleinen Nadeln gestochen wird. Nicht schmerzhaft aber komisch. Sofort rannte ich ins Bad und habe mir die Nase geputzt und gespült. Aber es war schon zu spät.

Nach ca. 3-5 Minuten wurde mir immer heißer und heißer. Es gipfelte darin, dass ich dachte mir würde Magma durch die Venen schießen. So einen Schmerz kannte ich noch nicht.
Ich wankte in die Küche und trank und trank aber wurde nicht besser.

Sackte dann in der Küche zusammen und robbte ins Bad. Hatte das Gefühl als als bekäme ich unkontrollierten Durchfall. Plötzlich fing an zu kotzen. Es kam Wellenartig vom Magen heraus. Mir war nicht übel oder so. Aber es schmerzte so sehr das ich brechen musste. Alsp praktisch Kotzzwang ohne Übelkeit. So lag ich dann 5-10 Min auf dem Badläufer in Embryo-Stellung und zitterte am ganzen Körper.

Ich schleppte mich dann weiter kotzend ins Schlafzimmer und zog mich aufs Bett. Dann fing das akute Zittern an immer schlimmer zu werden. Ich bekam Gänsehaut am ganzen Körper die so heftig waren, das meine Haut schmerzte. Schließlich fin der Bewegungsdrang in meinen Beinen an. Ich krampfte regelrecht und konnte meine Beine nicht still halten. Ich lag zitternd, krampfend und vor Schmerzen gequält im Bett. Der einzige Trost war, dass ich wusste, dass in ca. 90 Min der -Spass- ein Ende hat. Denn dann würde die Wirkung vom Naloxon nachlassen und das Fentanyl wieder die Kontrolle übernehmen.

Aber es waren verdammt lange 90 Minuten. Die Längsten in meinem Leben. Ich dachte mein Kreislauf würde gleich versagen. Hatte noch nicht mal die Kraft einen RTW zu rufen weil ich so zitterte und krampfte.

Das einzige Mal in meinem Leben wo ich Todesangst hatte, war in diesem Zeitpunkt und ich dankte Gott als es endlich vorbei war. So schnell wie es anfing war es auch vorbei, quasi schlagartig fühlte ich mich wieder gut.

Ich hatte aber noch nie solche Schmerzen am ganzen Körper und gezittert sowie gekrampft.

Es war einfach nur die Hölle und werde es NIE vergessen. Ich war so froh, dass ich nur die Hälfte genommen habe. Es waren -nur- 5 mg Naloxon.

Nun meine eigentliche Frage. Fühlt sich so auch ein Heroinentzug an oder ist es weniger ausgeprägt. Naja ich denke ein H-Entzg kommt weniger schnell weil er ja steigend kommt, oder?

Hat schon einer einen H-Entzug in der ganzen Härte erlebt? Wäre über einen Erfahrungsbericht der Detailreich ist / wie es sich anfühlt detailliert, sehr dankbar.

Bin froh wenn meine Polazeit vorbei ist und ich ein Opiat gegen meine Schmerzen finde, was nicht so Abhängig macht bzw mich normal am Leben teilhaben lässt. Mein Ärzt schlägt mir dann Buprenorphin vor.

Vielen Dank für Antworten und Meinungen.

Hyperion
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Jule611
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.09.2011
Beiträge: 41

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 11:13    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe schon mal kalt entzogen und es war grässlich. Hat 3-4 Tage gedauert bis es vorbei war. Zittern, kotzen, Schmerzen und Krämpfe bis hin zu Halluzinationen. Wenn ich mal auf's Klo musste bin ich gekrochen.

Mein Freund hat auch schon kalt entzogen... Das gleiche Spiel, außer das er nicht halluziniert hat. Er lag fast dauerhaft in der Badewanne^^

Hab jetzt nur nicht ganz verstanden wieso du das wissen willst? Naja wenn es bei mir nur 90min. gedauert hätte wär ich "zufrieden" gewesen (auch wenn es extrem hart 90min wären).

Habe mir viel Diazepam reingeschmissen und noch so andere Tropfen vom Arzt. Aber wirklich geholfen hat das nicht.

LG, Jule
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 11:36    Titel: Antworten mit Zitat

Ach du Scheiße, wie bin ich froh, dass ich das nie erleben musste! Du hattest einen Turbo-Affen und nach dem, was ich hier schon lesen konnte, muss der übler sein als ein normaler H-Affe. Viele trauen sich nicht an Suboxone ran, weil sie genau davor Angst haben. Vielleicht melden sich ja noch einschlägig Erfahrene zu Wort!
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carlosS
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 12.09.2011
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 15:01    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist exact, was ich durchhabe, nachdem ich versuchte mit Apomorphin zu entgiften, um auf Nemexin einzustellen, so ein turbo-Entzug, den ich niemandem empfehlen kann, falls es das so noch gibt mit apomorphin und nach 72 Stunden Nemexin.
Ich denke, dass da bei mir irgendwas "kaputt" gegangen ist, denn danach war die Sucht noch viel stärker ausgeprägt als vorher,- ich konnte sie nicht mehr wirklich befriedigen ausser mich wegzuschießen, das war vorher nicht so, da hat ein Spiegel gereicht.

Und seit dieser Zeit habe ich angefangen, einen EXTREM KÖPERLICHEN ENTZUG zu entwickeln.
Ich kotze extrem und habe zeitweise panische Atemnot, weil es zwischen dem Kotzen und Würgen nicht genug Zeit zum Atmen gibt.
Habe sowas sogar immerwieder während der Substitution, dass ich plötzlich so turkey-Kotzanfälle bekomme, so dass ich mein Pola nichtmehr reinkriege, was dann natürlich immer schlimmer wird, bis ich es dann schaffe (Brauche meistens 3-4 Tagesdosen, weil alles wieder sofort rauskommt. Ist so etwa zweimal im Jahr. Nächstes mal versuche ich, es mir rektal zu applizieren. I.v.-Gabe von Pola-Tropfen (nicht Substilösung!) hat dieses "Syndrom" nämlich einmal sehr schnell behoben, da ich aber kein Spritzbesteck bei mir zu Hause haben will und auch meinen Nachbarn nicht bitten will, mir Pumpen aus der Apo zu holen, werde ich mir für den Notfall mal ein passendes Unterteil holen. Ausserdem komme ich an kein reines Pola mehr ran.

Zu Deiner Frage: Ja, bei mir ist der Turkey sehr ähnlich wie Deine Beschreibungen sich anhören,- kenne aber niemanden, der auf so extreme Art leidet beim Entzug und ich denke, dass da sowas wie ein "Kotzgedächtnis" im Bauch entstanden ist, das mich so leiden läßt. Zumindestens war ich AUF ALLEN Entgiftungen ein Sonderfall, wie man ihn da meist noch nicht in der Ausgeprägtheit hatte. Sad

Gruß...
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Intervallmorphinistin35
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 19.08.2011
Beiträge: 238

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 17:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

das hört sich schlimm an. Nein,ich glaube vergleichbar mit Heroin Entzug ist es nicht.
Bei Heroin oder Pola Entzüge kenne ich Gähnen,Augen tränen,Nase laufen,Durchfall,Schlafstörungen und eine enorme Schlappheit.
Ach ja Gliederschmerzen und Unruhe gepaart mit Suchtdruck kenne ich auch.
Aber auf der Erde liegen und kriechen,das kenne ich nicht.

Bei dem Nemexin wird es so schlimm sein weil gleichzeitig sehr schnell die Rezeptoren besetzt werden.

Keine Angst,wenn du dich langsam runter dosiertst dann wird das so schlimm wie du beschrieben hast nicht werden.

lg IM35
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carlosS
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 12.09.2011
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Habe sowas wie gesagt, bei anderen auch noch nie gehört, also keine Angst.

Mit dem Kotzen war das bei mir sowieso immer so eine Sache bei den Opiaten, habe mir Anfangs immer die Seele aus dem Leib gekotzt beim H-Konsum,- ist erst besser geworden, als ich drauf war. Dafür habe ich dann gekotzt, wenn der Entzug kam. Das hat sich nach den Nemexin-Kuren enorm verstärkt.

Ich finde, es grenzt sowieso an Körperverletzung, so nen Scheiß in Medikamente zu packen, ausser mal vom Narcanti, abgesehen das ja bei ÜD's eingesetzt wird und somit seine Berechtigung hat,- vielleicht noch Nemexin, für wen es hilft...aber als Zusatz hat das nichts verloren.
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CrazyMan
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 2108

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 22:01    Titel: Antworten mit Zitat

Dein Entzug war um einiges ausgeprägter als ein üblicher H-Entzug. Selbst mit Subutex habe ich es nicht so schlimm erlebt. Das kann daran liegen, dass dein Medikament, der Gegenspieler von Opiaten, sehr wirkungsstark war. Dein Entzug ist vielleicht mit jenen aus den 60'ern zu vergleichen, wenn auch langsamer eintretend. Wie der Entzug war, beschreibt Lenon in seinem "Cold Turkey". Und das hört sich nicht so an, als würde es sich um einen Abhängigen der heutigen Zeit handeln. Das heutige Zeugs leistet nur einen Bruchteil der Wirkung von damals. Warum das so nachgelassen hat, wäre sicher interessant zu erfahren.
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carlosS
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 12.09.2011
Beiträge: 142

BeitragVerfasst am: 24. Sep 2011 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

Vielleicht liegt es bei mir auch daran, dass ich seinerzeit jahrelang weiße Paki-Shore hatte, die man nichtmal richtig aufkochen brauchte, das löste sich wie Koks und sah auch so aus.

Da fingen diese megastarken Entzüge bei mir an und da wollte ich auf Nemexin Rolling Eyes . Das Zeug war von nem Pakistani, und wenn der mal weg war, neues aus der Heimat holen, hatte ich richtig Programm, weil ich es nahezu ungestreckt von dem bekam, da kam kaum was gegen an, mußte da schon in den 90ern Pola dazu nehmen, um überhaupt klar zu kommen, wenn der nicht da war.

Ich wünschte manchmal, mein Dope auf der Straße gekauft zu haben aber da hätte man mich wahrscheinlich nichtmal für voll genommen zu der Zeit, so ein babyface war ich damals noch Laughing
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Hyperion1977
Anfänger


Anmeldungsdatum: 24.09.2011
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 25. Sep 2011 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

danke für eure antworten, sowas will ich auch niemals wieder erleben. lieber verrecke ich glaube ich. wobei ich da wohl schon kurz vorm verrecken war. und ich habe nur ne halbe targin gezogen unumbei 5mg naloxon. gott sei dank hab ich nicht alles gezogen.

naja ich war ja selbst schuld, aber ich wollt es mal wissen weil ich mir damals NIE vorstellen konnte körperlich drauf zu sein und WAS ein entzug ist und wie er sich wirklich anfühlt. nun weiss ich es. hölle. ich hatte richtig gespürt wie das naloxon das fentanyl von den rezeptoren fegte. es kribbelte anfangs richtig im gehirnbereich.

als ich damals dann pola bekam, bekam ich es in reinform. also 18ml pur ohne saft. d.h. 18ml waren auch 18ml OHNE ad 20 oder 40 ml saft/sirup.

ich wollte damals immer mal wissen wie es ist pola I.v. zu konsumieren. aber ich habe es gelassen und TROTZ spritzbesteckes was ich mir dafür besorgt habe, nie i.v. konsumiert. gottlob, sonst wäre ich noch mehr drauf als ich eh schon war.

die in der klinik sagten, um mein fentakonsum mit h zu überbrücken brauchte ich 3-4 gramm von halbwegs gutem h und das öffnete mir die augen. ich wusste das fenta potent war / 100 x morphin. aber ich wusste nicht, das ich sooo heftig drauf war. als schmerzpatient kann man es auch nie richtig einschätzen.

bin jetzt auf 5,8 ml pola und nehme immer samstags wenn ich mein take hole die doppelte dosis oral ein um noch EINEN schönen tag zu haben. sonntags nehme ich ne normale. montags ne halbe und usw so das ich bis zum nächsten samstag hinkomme. es wird aber die zeit kommen, wo ich die doppelte nicht mehr nehmen kann weil mir ne halbe zum überbrücken icht mehr reichen wird.

weiss noch als ich auf pola eingestellt wurde. da bekam ich es immer montags und habe dann zweimal 18ml gesoffen also 36ml um nen schönen tag zu haben. nun reichen mir 12 um was zu merken. finde das schon einen guten fortschritt.

mein substiarzt dosiert auch nur alle zwei wochen um 0,2ml ab (also gesamt auf 7 flaschen). letztesmal bekam ich 6ml einzeld. nun 5,8 ml usw, das finde ich ok.

hoffe ich komme davon wen und werde nicht rückfällig wenn ich dann wieder schmerzmittel brauche für meine hüfte. aber ich weiss auch, dass tili NIE wieder so wirken wird wie am anfang meiner -karriere-.
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