Einerseits will ich, aber anderseits kann ich nicht.

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akliebttim
Anfänger


Anmeldungsdatum: 05.10.2011
Beiträge: 1

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 15:10    Titel: Einerseits will ich, aber anderseits kann ich nicht. Antworten mit Zitat

Ihr Lieben,
ich bin ein Mädchen was eigentlich nicht so selten ist wie man es annehmen würde. Und eigentlich bin ich auch kein Mädchen mehr, denn ich bin 24 Jahre alt und führe meinen eigenen Haushalt seid nun mehr 6 Jahren. Ich gehe regelmäßig arbeiten und versorge meine Tiere sehr gewissenhaft und doch…. Krieg ich eig. nix auf die Reihe und die Ausgaben fressen mich langsam auf.
Ich habe im zarten Alter von 13 Jahren meinen ersten Joint später dann Bong geraucht. Mittlerweile beschränke ich mich doch auf Joints denn meiner Meinung nach ist Bong rauchen bei einer Frau nicht wirklich ästhetisch. Am Anfang war es eher sporadisch und wurde dann zu täglich. Mein kompletter damaliger Freundeskreis kiffte und ich wollte wahrscheinlich einfach dazugehören. Ich weiß es nicht. Seit dem kiffe ich eigentlich täglich mit gelegentlichen Ausnahmen und manchen Unterbrechungen. In letzter Zeit kann ich Langzeit Symptome bei mir feststellen. Angefangen von der Vergesslichkeit bis hin zur Gereiztheit. Nüchtern bin ich wahrscheinlich kaum zu ertragen Wink Dabei brauche ich das nicht wenn ich arbeiten gehe. Ich habe immer penibel darauf geachtet, alles was wichtig ist auch zu tun. Nur in letzter Zeit fange ich an das schleifen zu lassen. Ein gutes Beispiel ist meine Steuererklärung. Die sollte schon seit Monaten beim Finanzamt liegen und das für 2010 und 2009. Und das ist nur ein Beispiel.
Ein weiteres Problem besteht wahrscheinlich auch darin, dass mein Freund ebenfalls kifft. Obwohl er sehr gerne aufhören möchte aber mich als „Ausrede“ benutzt. Denn eigentlich möchte ich nicht aufhören, aber irgendwie ja doch. Ich möchte nur nicht auf dieses „Ritual“ verzichten müssen. Wir sind seit 6 Jahren zusammen. Weiterhin ist unser Freundeskreis sehr geschrumpft. Eigentlich haben wir so wirklich nur noch uns beide.
Ich möchte hier allerdings nochmal betonen, dass ich wahrscheinlich eine der wenigen Ausnahme bin von den vielen Kiffern bin die da draußen rumlaufen. Ich habe meinen Relaschulabschluß als Klassenbeste geschafft, habe meine Ausbildung als Jahrgangsbeste gemeistert und neben meinem 40-Wochenstunden sogar noch eine Weiterbildung per Abendschule absolviert und darf mich jetzt Bachelor nennen. Vielleicht versteht ihr wenn ich meine, dass viele Leute das wahrscheinlich gar nicht von mir erwarten würden. Und in all der Zeit habe ich gekifft.
Ich frage mich oft zu was ich fähig gewesen wäre wenn ich nicht gekifft hätte?
Nun ja, was will ich eigentlich von euch? Ich würde gerne von anderen Betroffen oder auch Ehemaligen hören wie ihr es geschafft habt? Was habt ihr als Ablenkung gemacht? Habt ihr euch professionelle Hilfe gesucht?

Auf eure Geschichten bin ich extrem gespannt.
In diesem Sinne
Peace
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich möchte hier allerdings nochmal betonen, dass ich wahrscheinlich eine der wenigen Ausnahme bin von den vielen Kiffern bin die da draußen rumlaufen. Ich habe meinen Relaschulabschluß als Klassenbeste geschafft, habe meine Ausbildung als Jahrgangsbeste gemeistert und neben meinem 40-Wochenstunden sogar noch eine Weiterbildung per Abendschule absolviert und darf mich jetzt Bachelor nennen. Vielleicht versteht ihr wenn ich meine, dass viele Leute das wahrscheinlich gar nicht von mir erwarten würden. Und in all der Zeit habe ich gekifft.


Laughing Ich glaube, Du unterschätzt die große Kiffergemeinde. Du bist absolut keine Ausnahme! Meine erste Ausbildung habe ich mit guten Noten abgeschlossen, während ich mich in die Welt der harten Drogen und der Nadeln eingearbeitet habe. Es folgte eine zweite Ausbildung und eine langjährige Berufstätigkeit einschließlich qualifizierter Weiterbildungen. Erst vor wenigen Monaten habe ich das Kiffen aufgegeben, mit 40 Jahren. Shocked

Können, wollen ... ach weißt Du, Du wirst aufhören, wenn der richtige Zeitpunkt für Dich gekommen ist. Ganz automatisch. Und das wird dann wahrscheinlich ziemlich unproblematisch ablaufen und vorallem unabhängig von Deinem Freund.

Mach Dir keine Sorgen, der Tag wird kommen! Indem Du versuchst, Dir den Verzicht aufzuzwingen, schaffst Du Dir nur unnötig Probleme.
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 20:59    Titel: Antworten mit Zitat

Ach so, ja, zu Deinen Fragen: Ablenkung habe ich mir verschafft, indem ich ein lange vernachlässigtes Hobby sportlicher Natur wieder aufgenommen habe. Und nein, professionelle Hilfe habe ich nicht benötigt.
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Gonzo
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 15.11.2007
Beiträge: 119

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 21:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo aklibettim.

Also deine Geschichte scheint mir doch sehr auf Sucht hinzudeuten, aber ich glaube das weist du selbst. Ich kenne diese Langzeitsymptome sehr gut die du beschrieben hast. Vergesslichkeit, Gereiztheit, habe ich selbst schon erlebt. Ein Hoffnungssschimmer für dich dürfte sein dass diese Symptome nicht bleiben werden falls du aufhören würdest zu konsumieren, aber genau das ist wohl dein Problem. Dein Bewustsein sagt dir dass es so nicht weiter gehen darf und will aufhören, aber dein Unterbewustsein sagt das Gegenteil. Das ist wohl das Hauptproblem einer psychischen Abhängigkeit.

Zitat:
Ein weiteres Problem besteht wahrscheinlich auch darin, dass mein Freund ebenfalls kifft. Obwohl er sehr gerne aufhören möchte aber mich als „Ausrede“ benutzt. Denn eigentlich möchte ich nicht aufhören, aber irgendwie ja doch. Ich möchte nur nicht auf dieses „Ritual“ verzichten müssen. Wir sind seit 6 Jahren zusammen. Weiterhin ist unser Freundeskreis sehr geschrumpft. Eigentlich haben wir so wirklich nur noch uns beide.


Bitte nimms mir nicht übel, aber wieso seid ihr noch zusammen wenn ich fragen darf?

Ich kenne das von mir selbst und meinen alten Freunden, was zwar nicht zu vergleichen ist mit einer Beziehung, aber doch nahe rankommt. Als ich noch gekifft habe hatte ich auch so meine Rituale die ich gemeinsam mit meinen Kifferfreunden abgehalten habe. Wir haben geraucht, Fress und Lachflashs gehabt, dummes Zeug gelabert, eigentlich viel zusammen uneternommen, und das eben fast immer stoned. Wir haben verlernt wie es ist gemeinsam etwas zu machen im nüchternen Zustand und hatten eigentlich am Ende nur noch diese eine Gemeinsamkeit. Als ich irgendwann aufgehört habe zu kiffen viel diese Gemeinsamkeit weg und es fehlte einfach etwas was uns verbinden konnte. Wir wussten nicht mehr was mir gemeinsam machen sollten, außer kiffen, und das konnte ich halt nicht mehr weil ich meine Sucht überwinden wollte. Der Kontakt brach mit der Zeit komplett ab und ich habe diese Leute schon seit 1,5 Jahren nicht mehr gesehen oder gesprochen und werde den Kontakt auch nicht mehr aufnehmen weil es zwischen uns gar nichts freundschaftliches mehr gibt. Die meisten von ihnen kiffen immer noch, außer 2, die haben den Absprung auch geschafft, aber nicht mal diese beiden sehen noch irgendeinen Sinn darin sich bei mir zu melden.

Ich weis natürlich nicht wie deine Beziehung zu deinem Freund aussieht, aber stell dir doch einfach mal die Frage: Welche Gemeinsamkeiten habt ihr beiden noch, außer dem kiffen? Wenn da noch welche sind dann freut mich das für euch, aber denk mal ganz ehrlich über diese Frage nach. Ich will natürlich nicht dass du dich jetzt von deinem Freund trennst, nur dass du mal dein und sein Verhalten analysierst und etwas selbstkritik praktizierst.

Um zum eigentlichem Thema zurückzukehren, dass du auf deine Rituale nicht verzichten willst bedeutet schlicht weg dass du dich immer noch der Sucht hingeben willst. Wenn du der Sucht entkommen willst wirst du wohl oder übel deine Rituale aufgeben müssen denn sonst wird sich gar nichts ändern.

Willst du denn aufhören zu kiffen? Oder kämpfst du grade noch gegen dich selbst? Denn eins kann ich dir sagen, diesen Kampf wirst du nicht gewinnen können. Der beste Weg um die Sucht zu überwinden ist den Lebensinhalt Droge durch einen anderen inhalt zu ersetzen, und ich meine keine berauschenden Stoffe sondern einfach etwas was dich ausfüllt, dich zufrieden stellt und die Droge auf einen niedrigeren Platz verdrängt. Das kann alles mögliche sein. Ich hatte lange Zeit nichts derartiges und daher auch oft Suchtdruck, aber seit kurzem habe ich einen neuen job der mir Spass macht und mich wirklich ausfüllt. Ich konzentriere mich jetzt auf meine berufliche Karriere, aber in Maßen. Dazu habe ich angefangen viele Aktivitäten auszuüben wie Sport, selbst Musik machen, in einem Schachclub zu spielen und so oft ich kann unter Menschen zu gehen.. Professionelle Hilfe hab ich mir aus persönlichen Gründen nie gesucht weil ich, dank meinem Hobby der Psychologie, schon vor meiner Entgiftung (kalt von Schlaftabletten) damals genug gewusst und verstanden habe um allein zu recht zu kommen mit meinem Problem, und zudem weil ich einen sehr starken Willen habe. Das trifft natürlich nicht auf jeden zu, aber man kann vieles auch verstehen lernen indem man einfach mal sehr selbstkritisch über sich, seinen Konsum und sein Leben nachdenkt, und wo das alles noch hinführen soll. Was hast du denn im großen und ganzen von deinem konsum? Weniger Geld, Vergesslichkeit, Gereiztheit und vielleicht das Risiko mit der Zeit Psychosen oder Neurosen durch den Langzeitkonsum zu erleiden.

Du musst dich langsam entscheiden was du willst, denn je länger du kiffst desto schwerer wird es mit der zeit aufzuhören. Du musst eben deine Rituale vergessen und dir neue, nüchterne Rituale suchen. Das du ein Problem hast hast du dneke ich doch schon erkannt. Das ist das allererste was nötig ist für eine erfolgreiche Abstinenz. Das nächste ist es den Willen zum Aufhören aufzubringen. Ab dann geht es darum sein Unterbewustsein so umzupolen dass es für dich arbeitet und nicht gegen dich durch eben neue Lebensinhalte. Dann gehört noch ein starke Wille dazu. Aber das wichtigste ist wirklich immer ehrlich zu sich selbst zu sein, denn ich kenn das von mir selbst nur zu gut dass ich oft gedacht hab ja doch vielleicht kontrolliert konsumieren zu können. Ich wollte einfach nicht wahrhaben dass ich bereits einen Kontrollverlust erlitten habe und dass das Konsumieren für mich nie wieder kontrollierbar sein wird. Jeder Mensch hat ein Suchtgedächnis und wenn dieses einmal gefüttert wird besteht es für immer, wirklich für immer, das muss einem erstmal klar werden. Für mich ist es auch so dass es mir einfach leichter fällt gar nichts zu konsumieren als zu versuchen es zu kontrollieren.

Denk also gründlich darüber nach wie weit die Sucht bei dir schon fortgeschritten ist und wie weit du es noch kommen lassen willst.

Für mich ist es mittlerweile schon so dass ich im Konsum viel mehr negatives als positives sehe und überhaupt kein Problem damit habe zu sagen dass ich wirklich nie wieder konsumieren will, dafür ist mein Leben jetzt viel zu wertvoll geworden als dass ich das kaputt machen wollte. Ich konzentriere mich jetzt auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben wie Freundschaft, Familie, Gefühle und vor allem mich weiterzuentwickeln in jeglicher Hinsicht. Das alles ist bei mir durch den Konsum so ziemlich zum Stillstand gekommen oder wenigstens sehr vernachlässigt worden. Es ist für mich schon so weit dass ich das nüchterne Leben wirklich gelernt habe zu lieben und zu genießen was ich stoned, im Nachhienein betrachtet, nicht konnte.

Was auch immer du machen willst, ich wünsche dir wirklich dass sich alles zum guten wendet für dich.

lg Gonzo Smile
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Gonzo schrieb:
Zitat:
...denn je länger du kiffst desto schwerer wird es mit der zeit aufzuhören.

Das traf auf mich überhaupt nicht zu. Vor zehn Jahren hätte ich noch nicht aufhören wollen, jetzt, vor wenigen Monaten, war das überhaupt kein Problem. Und das nach 22 Jahren!
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Gonzo
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Anmeldungsdatum: 15.11.2007
Beiträge: 119

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 22:02    Titel: Antworten mit Zitat

@veilchenfee

Mag sein aber unter welchen Umständen? Der richtige Zeitpunkt kommt nicht von allein. Ich selbst musste wirklich hart an mir arbeiten bis ich endlich behaupten konnte die Sucht überwunden zu haben, wobei 1,5 Jahre jetzt auch nicht wirklich viel sind, aber wie du sicher selbst weist kommt es nicht auf die Dauer der Abstinenz an sondern die innere Einstellung dazu.

Hätte ich damals darauf gewartet dass der richtige Zeitpunkt kommt hätte ich sicher noch viel mehr als "nur" 20000€ Schulden gemacht.

Ich weis nicht ob ich damit richtig liege aber ich glaube dass du die psychische Abhängigkeit von THC ein bischen unterschätzt veilchenfee weil bei dir eben die inneren und aüßeren Umstände gestimmt haben als du aufgehört hast.

Wie lange soll man den warten bis der richtige Zeitpunkt kommt?

Wird der Charakter denn nicht weitaus stärker geprägt wenn man das schafft durch die Arbeit an sich selbst?

Ich will selbstverständlich nicht damit sagen dass du einen schwachen Charakter hast, nur dass es viel mehr wert ist wenn man clean wird durch den Kampf und nicht durch das aushungern des Feindes. Vor allem spart man viel Zeit auf diese Weise die man besser investieren könnte.

lg Gonzo
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Wie lange soll man den warten bis der richtige Zeitpunkt kommt?

Das habe ich mich zwischendurch auch immer wieder gefragt und ich wollte auf keinen Fall als Oma von 70 Jahren immer noch kiffen. Glücklicherweise hatte ich das Kiffen diesen Sommer so satt, dass das Aufhören ganz einfach war. Die psychische Abhängigkeit kenne ich schon, sie hat sich für mich aber relativiert, nachdem ich schon vor vielen Jahren mit dem Kokain aufgehört habe. DAS war mal übel!

Ob clean werden durch Kampf wirklich mehr wert ist, ich weiß nicht ... kann gut sein, dass Du recht hast. Eleganter finde ich meine Methode, aber nicht jede Strategie passt auf jeden Menschen, das ist klar.

Ich hatte halt immer das "Glück" oder wie man es auch immer nennen mag, dass sich die wichtigen Dinge in meinem Leben quasi von selbst ergeben haben. Charakterlich bin ich so strukturiert, dass man mich auf keinen Fall zu etwas zwingen darf. Auch ich selbst darf nicht versuchen, mich zu zwingen. Das geht schief. Also muss ich das für mich so hinbiegen, dass es sich "ergibt".

Klingt sicher komisch und vielleicht auch dämlich, kann es aber grad nicht besser formulieren...
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Gonzo
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Anmeldungsdatum: 15.11.2007
Beiträge: 119

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 22:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich hatte halt immer das "Glück" oder wie man es auch immer nennen mag, dass sich die wichtigen Dinge in meinem Leben quasi von selbst ergeben haben. Charakterlich bin ich so strukturiert, dass man mich auf keinen Fall zu etwas zwingen darf. Auch ich selbst darf nicht versuchen, mich zu zwingen. Das geht schief. Also muss ich das für mich so hinbiegen, dass es sich "ergibt".


Das klingt gar nicht dämlich finde ich. Viele Menschen haben Probleme damit sich selbst oder von anderen zu etwas gezwungen zu werden. Zwang geht sehr oft nach hinten los, egal aus welchem Grund.

Zitat:
Ob clean werden durch Kampf wirklich mehr wert ist, ich weiß nicht ... kann gut sein, dass Du recht hast. Eleganter finde ich meine Methode, aber nicht jede Strategie passt auf jeden Menschen, das ist klar.


Im wahren Leben geht es nunmal nicht um Eleganz sondern um Effizienz in jeder Form. Was ist denn wichtiger im Leben? Fehler zu machen und beim gerade biegen gut auszusehen oder, zwar nach außen hin, einen schlechten Eindruck zu machen aber soooo viel wie nur irgendmöglich daraus lernen und den wahren Wert des Erfolges am Kampf gegen sich selbst verstehen lernen?
Ich kenne dazu eine gut passende buddhistische Weisheit: "Ein Mann mag tausend mal tausend Männer in einer Schlacht besiegen, doch der größte Kämpfer ist wer sich selbst besiegt." Sich selbst besiegen kann man nur wenn man sich auf den Kampf mit sich selbst einlässt und nicht wenn man darauf wartet dass das Unterbewustsein irgendwann von selbst genug hat.

Klar passt nicht jede Strategie auf jeden Menschen, da geb ich dir völlig Recht. Das liegt aber nicht daran dass jeder Mensch anders ist sondern daran dass viele Menschen trotz aller Weisheit und allen Wissens nicht wirklich ehrlich zu sich selbst sind. Ich hab schon viele Mensche getroffen die meinten ach so viel über Sucht zu verstehen und zu wissen wo ihre Probleme liegen und letztendlich sind die meisten von ihnen ganz einfach daran gescheitert dass sie trotz allem nicht ehrlich zu sich selbst waren. Nicht unser Bewustsein sagt uns was wir hören, wissen und verstehen wollen sondern unser Unterbewustsein. Das Problem ist dass viele Menschen sich unterbewust anlügen WOLLEN, trotz bewustem Willen die Wahrheit zu erkennen. Es geht darum dem Unterbewustsein klar zu machen dass es ehrlich sein muss zu unserem Bewustsein und DAS ist fast schon eine Sissyphusarbeit die wirkloich sehr lange dauern kann.
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 23:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, wie wahr ... tragisch ist halt, dass viel Menschen gar nicht in der Lage sind zu reflektieren und zu analysieren. Sie sind vollkommen hilflos ihren Gefühlen ausgeliefert und treiben durchs Leben wie ein führerloses Schiff mit zerrissenen Segeln.

Zitat:
Ein Mann mag tausend mal tausend Männer in einer Schlacht besiegen, doch der größte Kämpfer ist wer sich selbst besiegt." Sich selbst besiegen kann man nur wenn man sich auf den Kampf mit sich selbst einlässt und nicht wenn man darauf wartet dass das Unterbewustsein irgendwann von selbst genug hat.

Ich besiege mich jeden Tag selbst, indem ich mich aus dem Bett erhebe und zur Arbeit gehe. Der Drgenkonsum erschwerte es natürlich, jeden Tag die nötige Disziplin aufzubringen. Zudem stresst die Beschaffung und kostet Zeit und Mühe. Wenn dann noch körperliche bzw. psychische Probleme dazukommen, fragt man sich irgendwann, welchen Sinn das alles noch hat. Nun muss man nur noch eine Pro- und Contra-Liste im Kopf erstellen (Liebgewonnenes Ritual versus Panikattacken) und schon ist die Entscheidung in aller Freiwilligkeit gefallen. Cool

Das Unterbewusstsein hat es schon lange gewusst, das Bewusstsein hat es fleißig ignoriert.
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Gonzo
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 15.11.2007
Beiträge: 119

BeitragVerfasst am: 5. Okt 2011 23:57    Titel: Antworten mit Zitat

@veilchenfee

Ich kann deine Entscheidung gut nachvollziehen dass du den Konsum gegen die psychischen und physischen Probleme aufgewogen und daraus die Konsequenz gezogen hast aufzuhören.

Ich persönlich hatte es nicht ganz so einfach da ich trotz Psychose, Angstzustände und Panickattacken weiter konsumiert hab weil ich durch die Konfrontation mit der Angst diese überwinden wollte. Das hat auch gut funktioniert aber es hat letztendlich die Sucht nur noch verstärkt und der Kampf mit mir selbst war umso härter dadurch.

Naja im Grunde geht es ja darum sich weiterzuentwickeln und ob man das nun durch abwarten oder kämpfen schaffft spielt wohl nicht unbedingt die größte Rolle. Es geht halt nur schneller durch den Kampf und prägt dadurch den Charakter viel stärker finde ich. Alles was ich bis heute erlebt hab hat mich zu genau dem Menschen gemacht der ich heute bin, und darauf bin ich stolz.

Ich finde du kannst genauso stolz auf dich sein veichenfee weil du wohl viel ehrlicher zu dir selbst warst als ich es damlas war und dadurch einen für dich guten Weg gefunden hast der Sucht zu entkommen, ganz instinktiv.

So jetzt geh ich mal ins Bettchen für heute, wünsche allen hier eine gute Nacht Very Happy
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Lisa1990
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 17.07.2011
Beiträge: 25

BeitragVerfasst am: 7. Nov 2011 23:19    Titel: Antworten mit Zitat

hallo.

ich kann deine situation sehr gut verstehen,da es mir in manchen sachen ähnlich ging.
ich habe die großen dinge immer sehr gut bewältigt trotz drogen:habe mein abi geschrieben ne ausbildung begonnen und auch da auch sehr gute noten...
sonst hab ich aber überhaupt nix geschissen bekommen.jeder tag war gleich.mein leben bestand jahrelang nur aus schule kiffen peilen und schlafen.
am anfang war die zeit noch geil.richtig drauf sein, geile scheiße bauen, lachflashs.es war einfach aufregend.
aber nach ner zeit ließ die wirkung nach und gras versetzte mich eigentlich nur noch in einen dämmerungs-nebelzustand.
ich lebte einfach nicht!meine gedanken drehten sich nur drum geld zu organisieren für genug gras zu haben und zu chillen.
ich habe immer auf die wochenenden hingelebt un da hab ich mich dann mit
pep,alk und teilen abgeschossen.

ich war 5 jahre mit jemandem zusammen der auch konsumiert hab.
nach dem ich clean wurde konnte ich einfach nix mehr mit ihm anfangen.wir hatten uns nix zu erzählen denn die einzige gemeinsamkeit waren bei uns die drogen!

ich wollte auch nicht unbedingt aufhören aber ich wusste wenn ich so weiterlebe dann lebe ich nicht.und ein funke in mir wollte einfach richtig leben und nicht einfach nur "monoton dahinvegetieren"
bin jetzt fast vier monate weg von allem und grade jetzt sitz ich hier und finde das leben echt öde.
hab mir viel ausgleich gesucht mach sport und geh in ne gruppe wo ich hammer freunde gefunden hab.
ich hab in den 4 monaten echt sau schöne momente gehabt die ich druf nicht so erlebt hätte.und will auch weiter clean bleiben.
trotzdem find ich ein normalo leben im moment noch echt schwer zu bewältigen so ohne kicks mit klarem kopf.es passiert halt nix.man hat keinen peilstress mehr und auch keine turns.doch ich bin mir ganz sicher, dass das besser wird weil man immer mehr andere sachen wahrnimmt und erlebt,die realität halt, die man dauerhigh niemals so erlebt.

ich drück dir die daumen,dass du den entschluss fasst aufzuhören und mit deinem grübeln bist du auf jeden fall auf dem richtigen weg. denn wenn es dich schon ankotzt ist das gut.

vlg lisa
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tinka_blue
Anfänger


Anmeldungsdatum: 05.01.2012
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 5. Jan 2012 03:38    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab auch meinen ersten joint mit 13 geraucht aber ich bin jetzt erst vor kurzem 15 geworden.Und nicht m´nur wegen dem kiffen komm ich fast nicht mehr kla .Die schule lass ich voll hängen -.- . Aber das nur weil ich auch noch voll traurig bin . Bei mir ist das genau so wie bei dir früher nur das meine eltern auch kiffen und die mich als sie raus gefunden haben das ich denen inerhlb eines monats 20g geklaut hab.
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Rina
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 02.01.2012
Beiträge: 71

BeitragVerfasst am: 10. Jan 2012 21:18    Titel: Re: Einerseits will ich, aber anderseits kann ich nicht. Antworten mit Zitat

akliebttim hat Folgendes geschrieben:
Ihr Lieben,
In letzter Zeit kann ich Langzeit Symptome bei mir feststellen. Angefangen von der Vergesslichkeit bis hin zur Gereiztheit. Nüchtern bin ich wahrscheinlich kaum zu ertragen Wink Dabei brauche ich das nicht wenn ich arbeiten gehe. Ich habe immer penibel darauf geachtet, alles was wichtig ist auch zu tun. Nur in letzter Zeit fange ich an das schleifen zu lassen. Ein gutes Beispiel ist meine Steuererklärung. Die sollte schon seit Monaten beim Finanzamt liegen und das für 2010 und 2009. Und das ist nur ein Beispiel.
...
Ich möchte hier allerdings nochmal betonen, dass ich wahrscheinlich eine der wenigen Ausnahme bin von den vielen Kiffern bin die da draußen rumlaufen. Ich habe meinen Relaschulabschluß als Klassenbeste geschafft, habe meine Ausbildung als Jahrgangsbeste gemeistert und neben meinem 40-Wochenstunden sogar noch eine Weiterbildung per Abendschule absolviert und darf mich jetzt Bachelor nennen.


Hallo akliebttim,

kann mich den Vorschreibern nur anschließen, Du bist sicher absolut keine Ausnahme, die meisten Kiffer führen doch ein geregeltes Leben und machen genau wie Du halt dass, was eben nötig ist, mehr aber auch nicht.

Als Ausnahme würde ich Dich eher bezeichnen, da Du schreibst, Du wärst nüchtern kaum zu ertragen, das ist ja schon ein Zeichen dafür, dass Du stark süchtig bist.

Und dass Du viele Dinge schleifen läßt, die im Moment nicht zwingend notwendig sind ist ja auch ganz typisch und geht den meisten Kiffern mit der Zeit so.

Was wäre z.B. wenn Du länger nichts zu kiffen bekommen würdest, oder Du es Dir nicht leisten kannst?

Gerade unter Studenten wird ja viel gekifft, hatte den Eindruck, dass es sich da sicher um 30% handelt und mit den Noten hat das nichts zu tun. Ich kenne viele, die ihr Abi, Ausbildung, Studium mit Bestnoten gemacht haben und dabei dauerbekifft waren. Allerdings hatte ich immer das Gefühl, dass einem das Wissen nicht so lange erhalten bleibt wie den anderen. Habe auch selbst im bekifften Zustand ein einser Abi geschafft, aber genau wie Du habe ich die gerade nicht ganz so wichtigen Sachen immer mehr schleifen lassen. Was mich auch in letzter Zeit dermaßen frustriert hat, dass ich endlich den Entschluss gefasst habe aufzuhören.

Ich habe in einem anderen Thread gerade berichtet, dass ich vor 2 Wochen aufgehört hab, habe allerdings auch früher (ich glaub das war kurz nach dem Abi) schon für mehrere Jahre mit dem Kiffen aufgehört. Professionelle Hilfe habe ich nie gebraucht, aber da ich seit ich 25 war Opiat abhängig bin (werde nach einer längeren Cleanphase momentan mit Subuxone substituiert) habe ich da vermutlich auch eine andere Sicht auf die Dinge, als jemand der nur kifft.

Ich finds super, dass man mit dem Kiffen abrupt aufhören kann, ohne körperliche Qualen durchstehen zu müssen. Klar, man muss sich die erste Zeit zusammenreißen und ablenken, aber das geht vorbei und hat nie meinen Alltag beeinflußt, habe auch nur nach der Arbeit gekifft.
Die Leere die man dann oft empfindet muss man halt irgendwie füllen, aber da muss jeder sein eigenes Rezept finden. Den Druck doch wieder zu kiffen hab ich allerdings nie verspürt, wenn ich mich erstmal entschieden hatte, aber das Ritual fehlt mir schon ein wenig.

Alles gute und liebe Grüße

Rina
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