Unterscheidet sich der Heroinrausch von dem anderer Opiate?

Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Heroin
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
razamb
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 00:00    Titel: Unterscheidet sich der Heroinrausch von dem anderer Opiate? Antworten mit Zitat

Ich habe noch nie in meinem Leben Heroin genommen, weil ich Angst davor habe, mir irgendein gestrecktes Zeug reinzuballern.

Diverse andere Drogen habe ich allerdings probiert - darunter auch einige Opiate aus dem medizinischen Sektor, nämlich Dipidolor (Piritramid, eine ganze Ampulle mit 15 mg) und Morphin(4-5 mg), jeweils intravenös.
Beide hatten bei mir eine ziemlich ähnliche Airkung: Ein kurzer Kick (mit einem Gefühl etwas wie im freien fall), danach fühlte ich mich benommen und wie in Watte gepackt. Beim Dipidolor das ganze etwas stärker, aber da war die Dosis ja auch deutlich größer. Beides fand ich ganz interessant, aber für mich nicht sonderlich reizvoll.

Jetzt muss ich mal ganz naiv fragen: Gibt es einen wesentlichen Unterschied zwischen dem Dipi-oder Morphinrausch zum Heroinrausch? Oder ist das im Grunde identisch?

Keine Angst, mit einer "Heroin ist viel toller"-Antwort wird mich keiner zum Fixer machen...habe zu viel ANgst um meine Gesundheit, um das Zeug zu versuchen...aber ich würds trotzdem gern wissen Smile
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 00:04    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Keine Angst, mit einer "Heroin ist viel toller"-Antwort wird mich keiner zum Fixer machen...

Schreibst Du nicht, dass Du Dir die Medizin-Opiate intravenös verabreicht hast? Dann bist Du doch schon ein Fixer, oder nicht? Dass Du Angst vor Streckstoffen hast, finde ich im übrigen sehr vernünftig.
Nach oben
razamb
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 00:08    Titel: Antworten mit Zitat

Na gut, nach der Definition bin ich wohl ein Fixer - aber ich arbeite im medizinischen Bereich, da lernt man an anderen Leuten, eine Vene zu treffen Smile
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 00:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hehe, ja, das Thema kenne ich ... also, ich würde Dir Deine Frage gerne beantworten, aber ich habe nur Heroin intravenös konsumiert, als ich dann an Medikamente rangekommen wäre, hatte ich meine Nadel-Zeit schon hinter mir. Daher kann ichs Dir nicht genau sagen. Müsste aber ein recht ähnlicher Törn sein.
Nach oben
CrazyMan
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 2108

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 04:55    Titel: Re: Unterscheidet sich der Heroinrausch von dem anderer Opia Antworten mit Zitat

razamb hat Folgendes geschrieben:
Ein kurzer Kick (mit einem Gefühl etwas wie im freien fall), danach fühlte ich mich benommen und wie in Watte gepackt.

Das ist sehr gut beschrieben und muss ich mir merken! Genauso ist es bei Heroin, so zumindest meine Erfahrung, die sich mit deiner Beschreibung sehr gut deckt. Diese Kick konnte ich durch den gesamten Körper anschwellen spüren. Ein heftiges Gefühl. Wenn es schon nasal so sehr zu spüren ist, wie muss es erst intravenös sein!

Allerdings erlebte ich dieses Gefühl nur in der ersten Zeit. Als der Konsum regelmäßiger wurde und die Dosis höher, war da nichts mehr mit "Freier Fall", es war nur noch ein Mittel gegen den Entzug und ein allgemeines Gleichgültigkeitsgefühl, bewirkt durch die Summe einer antidepressiven und angsthemmenden Wirkung, dazu die Gewöhnung an den Konsum an sich.
Nach oben
razamb
Anfänger


Anmeldungsdatum: 26.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

Komisch. Mein Leben lang (bin schon über 30) habe ich Horrorgeschichten von Heroin gehört und ging angesichts dessen, was mit vielen Konsumenten passiert (sozialer Abstieg, Drogenkriminalität, Drogenstrich, HIV, Hep C etc) davon aus, dass der Heroinrausch UNGLAUBLICH toll sein muss, damit man den ganzen Scheiss mitmacht.
Aber wenn das, was ich mit 15 mg Dipidolor (sollte für jungfräuliche Opiatrezeptoren schon ne kräftige Dosis sein) erlebt habe, schon alles war, verstehe ich das ganze nicht mehr.

Kann mich jemand aufklären?
Nach oben
CrazyMan
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 2108

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 19:25    Titel: Antworten mit Zitat

razamb hat Folgendes geschrieben:
Kann mich jemand aufklären?

Gerne, ich will dich aber zu nichts auffordern. Betrachte es deshalb theoretisch.

Konsumiere dein Morphin doch mal über 2 Wochen lang täglich. Dann wirst du wissen, warum die Leute so ziemlich alles machen. Wenn der erste Entzug langsam in die Knochen schleicht, anfänglich nur eine innere Unruhe, die noch erträglich ist, die sich aber dermaßen entwickelt, dass man nicht mehr weiß, was tun, ob sitzen, stehen, gehen oder alles gleichzeitig. Schwitzen und Frieren gleichzeitig, heftigste Depressionen und Angstzustände, bald kaum mehr in der Lage zu sein, zu gehen oder zu nur stehen, Durchfall, Übergeben, Krämpfe in Körpergliedern, Ziehen in den Gelenken, als hätte man Grippe.

Und vieles mehr, das über etwa 4 Tage und Nächte. Viele ziehen deshalb shcon los,wenn sie die ersten Anzeichen spüren. Alleine die Depressionen können so schwerwiegend sein, dass man da unbedingt wieder rausmöchte.

Und das Wärmegefühl, die Geborgenheit, die Heroin vermitteln, verlockt viele Leute, es mehrfach hintereinander zu konsumieren. Bei mir war es anfangs auch die Wirkung im sexuellen Bereich, also das Hinauszögern des, du weisst schon. Nach 1 bis 2 Wochen war es dann soweit. Ich konnte es nicht mehr einfach weglassen, wie ich es zuvor stets machte, es nur an Wochenenden nahm.

Es kann aber auch sein, dass Heroin noch einen Tick anders ist als Morphin. Ich habe hier keinen Vergleich, den ich dir beschreiben könnte.
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 19:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, interessant, ich habe das am Anfang ähnlich emfunden wie razamb. Nach meinem "ersten Mal" dachte ich auch, dass Heroin ja eigentlich was ziemlich Langweiliges und daher Ungefährliches ist. Ganz anders war da doch der erste Koksdruck! Da ging die "Glühbirne im Kopf" sofort an und leuchtete hell!

Heroin schleicht sich langsam ein, man merkt gar nicht richtig, wie man süchtig wird. Doch irgendwann ist man es und wundert sich. Glücklicherweise konnte ich rechtzeitig aufhören. Später habe ich mir noch manchen Feierabend mit Codein, Tramal etc. versüßt, am H bin ich aber zum Glück nicht hängengeblieben.
Nach oben
prawda
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 22.07.2011
Beiträge: 361

BeitragVerfasst am: 27. Dez 2011 22:08    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kann da leider nur theoretisches Wissen beisteuern, in der Praxis habe ich keine Ahnung von H.
Laut Literatur sind aber alle vollen µ-Opioid-Rezeptor-Agonisten in der Wirkung sehr sehr ähnlich. Selbst die Fentanyl-Derivate, manche sind 1000 mal potenter als Morphin, können von erfahrenen Konsumenten häufig nicht unterschieden werden.
In Amerika gab es einige Zeit "China White", welches als Heroin verkauft wurde. Es handelte sich allerdings um so stark gestrecktes alpha-Methylfentanyl, dass 1g Pulver genauso potent war, wie Straßenheroin. Die Droge ist im Gegensatz zu H vollsynthetisch.
Die verschiedenen µ-Agonisten unterscheiden sich aber in ihren Nebenwirkungen und Halbwertszeiten (d.h. Wirkungsdauer). Das China White hatte die ungute Nebenwirkung, dass es wesentlich leichter zu einer tödlichen Überdosis kommt.
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Heroin Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Seite 1 von 1
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin