Detaillierter Erfahrungsbericht über einen Verstorbenen

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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 09:27    Titel: Detaillierter Erfahrungsbericht über einen Verstorbenen Antworten mit Zitat

Hallo in die Runde.

Wir haben einen Erfahrungsbericht über einen Mann verfasst, der sich leider letztlich das Leben nahm. Er war im staatlichen Programm. Die Inhalte stammen von seiner ehem. Lebensgefährtin, und wir richten den Ratgeber vor allem an Angehörige, Eltern, aber auch Mitarbeiter von Apotheken, Krankenhäusern usw - wer eben damit zu tun hat. Ein Abhängiger selber kann damit vielleicht nicht so viel anfangen, der weiß vermutlich was darin zu finden ist aber eher an alle, die mit einem zu tun haben. Er ist in Amazon als eBook seit gestern. Ein bisschen etwas lässt sich auch in der Leseprobe sehen. Wir würden uns auch über jedermanns Feedback freuenhttp://www.amazon.de/Das-Leben-Sterben-Maximilian-ebook/dp/B007R374SE/ref=pd_rhf_ee_p_img_1
Liebe Grüße
Ham Pash
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 09:47    Titel: Re: Detaillierter Erfahrungsbericht über einen Verstorbenen Antworten mit Zitat

Ham Pash hat Folgendes geschrieben:
Hallo in die Runde.

Wir haben einen Erfahrungsbericht über einen Mann verfasst, der sich leider letztlich das Leben nahm. Er war im staatlichen Programm. Die Inhalte stammen von seiner ehem. Lebensgefährtin, und wir richten den Ratgeber vor allem an Angehörige, Eltern, aber auch Mitarbeiter von Apotheken, Krankenhäusern usw - wer eben damit zu tun hat. Ein Abhängiger selber kann damit vielleicht nicht so viel anfangen, der weiß vermutlich was darin zu finden ist aber eher an alle, die mit einem zu tun haben. Er ist in Amazon als eBook seit gestern. Ein bisschen etwas lässt sich auch in der Leseprobe sehen. Wir würden uns auch über jedermanns Feedback freuenhttp://www.amazon.de/Das-Leben-Sterben-Maximilian-ebook/dp/B007R374SE/ref=pd_rhf_ee_p_img_1
Liebe Grüße
Ham Pash


Ach ja, und vielleicht hat jemand einen Tipp, wo bzw. wer die besten Adressaten der Inhalte sind und zu finden wären..wir ärgern uns ein bisschen über unsere sinnlose Politik, die uns eher wie sinnlose Worthülsen vorkommen, die nur der Profilierung von Politikern dienen und ohnehin keiner ernst nimmt. Danke
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 10:39    Titel: funktionierender Link - sorry Antworten mit Zitat

Hier ein funktionierender Link, entschuldigung, ich habe keine Abstand gemacht

http://www.amazon.de/Das-Leben-Sterben-Maximilian-ebook/dp/B007R374SE/ref=pd_rhf_ee_p_img_1
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 11:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ham Pash, hört sich durchaus interessant an - wobei die Leseprobe doch etwas sehr sparsam ausgefallen ist. Nur Vorwort und Inhaltsverzeichnis...
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 11:23    Titel: Danke! In Kurzform Antworten mit Zitat

Das sind halt die Thesen, die sich wir (als Laien) so denken..wenn man die Eltern kennt, liegt der Zusammenhang nahe. Was wir aber nicht wissen, ist ob das meistens so krass ist. Das fände ich sehr interessant. Ich versuchs in Kurzform zu schildern:

Der Vater des Toten war reich und wollte ihn mit totalem Druck zu "etwas Besserem" machen (Gewalt..dann katholisches Kloster mit 10 Jahren..später auch nur immer nieder gemacht worden). Der war mit 18 schon so drauf, auf alles, konnte dann so knapp 10 Jahre die Vereinbarung mit seiner LG einhalten, dass er nur einmal im Monat etwas nimmt und die restlichen 29 Tage clean bleibt. War aber irgendwie immer auf Entzug dazwischen und an dem "30." tag zog er sich alles rein, dass er Tage brauchte, um wieder runter zukommen. Dann machten ihn seine Eltern wieder fertig und er hat sich einen "Cocktail"gemixt, dass er starb.

Bei seiner Geschichte ist mir alles klar. Der litt immer, auch vor der Sucht. Was mich interessieren würde ist genau der Zusammenhang "Selbstwertgefühl und Abhängigkeit". Manche Psychologen, viele, teilen diese These. Nur würde ich auch gerne wissen: Gibt es auch Betroffene, die einen völlig wirklich intakten Selbstwert haben?
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frau holle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 24.09.2010
Beiträge: 1723

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Leider kann ich deinen LInk nicht öffnen. Firefox schreibt weiß nicht, wie diese Adresse geöffnet werden soll, da das Protokoll mit keinem Programm verknüpft ist.
Aber die Seite konnte ja schon geöffnet werden, ich kann es leider nicht.
Schade!
LG
Frau Holle
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Raver
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 25.02.2012
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 12:56    Titel: Re: funktionierender Link - sorry Antworten mit Zitat

Ham Pash bei Amazon hat Folgendes geschrieben:
Wer sagt, er wüsste hundertprozentig, wie er sein Kind auf ein drogenfreies Leben vorbereiten kann, lügt, irrt oder hatte einfach Glück. Es gibt keine Sicherheit.

Es gibt allerdings Mittel und Wege, wie man sein Kind mit ziemlicher Gewissheit in irgendeine Form von Abhängigkeit treiben kann


Dem ersten Teil gebe ich absolut Recht...der zweite Teil aber ist ein Trugschluss, es sei denn man fixt sein Kind selbstpersönlich an, aber darum geht es ja nich.

Es sind nicht "alleine die Eltern", die eine Schuld trifft. Eltern können "alles richtig" gemacht haben, und trotzdem kann ein Kind in eine Sucht rutschen. Aber: Eltern können auch "alles falsch" gemacht haben, und trotzdem kann das Kind nie mals im Leben auch nur an das Versuchen von Drogen denken.

Es gibt kein Patentrezept. Das ist tatsächlich ein absoluter Trugschluss.

Um zu verstehen, wie und warum ein Mensch in eine Sucht und Abhängigkeit rutscht, muss man das komplette soziale Netzwek, und das anhand eines langen Zeitstrahls betrachten, und der "Zufall", meist eine Verkettung von "Zufällen", spielt da eine extrem grosse Rolle. Und die Eltern sind zwar ein wichtiger, aber nur kleiner Teil des sozialen Netzwerks.

Man kann Kinder nicht "vorm Bösen" bewahren. Das bekannteste Beispiel ist da Siddhartha Gautama, den wir heute alle als "Buddha" kennen. Wer die Lebensgeschichte nicht kennt: http://de.wikipedia.org/wiki/Buddha#Buddha_Shakyamuni_.28Siddhartha_Gautama.29 Kurz gefasst: Der vor allem "Schlechten und Elendigem" bewahrte Sohn hat, durch Zufall, eines Tages doch die Möglichkeit die Realität kennen zu lernen. Trotzdem ist er keiner (stofflichen) Sucht verfallen Wink

Um zu verstehen was bei Kind A die Sucht ausgelöst hat, muss man sich einen riesigen, komplexen Raum vorstellen, eigentlich multidimensional, aber da das den meisten Menschen sehr schwer fällt...Zeit=X-Achse, Soziales Netzwerk=Y und Z-Achse. Irgendwo in diesem Würfel verläufft ein "roter Faden", oft sogar mehrere, die den Mensch zum Punkt "Sucht gebracht hat. Aber Kind B, das einen fast identischen "roten Faden" aufzeigt, aber niemals zum Punkt "Sucht" kommt...wie ist das zu erklären? Hier spielt "Prägung" eine große Rolle, aber in der Adoleszenz spielen Eltern nur noch eine geringe Rolle dabei. Aber: Jeder Mensch, dem man begegnet, jeder Ort, jedes Geschehen...eigentlich bilden so hunderttausende von Dingen im Leben eine eigene Achse. Hört sich kompliziert an, ist auch komplex (aber wir sind nun mal Menschen: Höchst komplexe Lebewesen), aber je mehr man sich von der eigenen (oder einzelnen) Sichtweise löst, und beginnt das Geschehene aus anderen Augen zu betrachten, auch aus "Augen von Orten" und "Augen von Situationen" -um es leichter verständlich zu mchen: "Von oben"- desto mehr versteht man die höchstkomplexen Zusammenhänge.

Was also in diesem Buch geschildert wird, kann auch auf andere zutreffen, muss aber nicht.
Ham Pash bei Amazon hat Folgendes geschrieben:
Der Leser kann potentielle, eigene Fehler erkennen oder seine Rückschlüsse daraus ziehen.
Und diese "eigenen Fehler" können ein Kind in die Sucht treiben, muss aber nicht.
"Anerkennung" mag sicherlich oft eine große Rolle spielen, aber nur eine zwischen einer Vielzahl weiteren Faktoren, die in diesem individuellem "Fall" zu dem geführt hat, was passiert ist. Es gibt kein Patentrezept. Wird es niemals geben!

Sicherlich aber ein interessantes Buch, mit einer interessanten Geschichte. Nur: Jede Geschichte ist anders. Man muss, um zu verstehen, weg von der einzelnen Sichtweise, zum Beispiel der der Eltern, zu einer, naja, nennen wir es "Gottsichtweise", eine neutrale Betrachtung von "ganz oben" über eine sehr lange Zeit hin. Erst dann wird man verstehen, was warum passiert ist.
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Raver
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Anmeldungsdatum: 25.02.2012
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 13:04    Titel: Re: Danke! In Kurzform Antworten mit Zitat

Ham Pash hat Folgendes geschrieben:
Gibt es auch Betroffene, die einen völlig wirklich intakten Selbstwert haben?


Nein, gibt es nicht. Es gibt niemand der nicht etwas tut oder getan hat, für das er sich nicht schämt, was am Selbstwertgefühl "nagt", auch wenn es tief in unserer Psyche schlummert und man glaubt, es "vergessen" zu haben.

Trotzdem: Der eine nimmt das hin, der andere wird davon zerfressen. Aber ein "völlig wirklich intaktes Selbstwertgefühl" würde "absolute Perfektion" bedeuten, und das sind wir nicht: Wir sind Menschen. Das höchst komplexeste Lebewesen dieser Erde. Viel zu komplex um "perfekt" zu sein.
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 13:32    Titel: Antworten mit Zitat

Ich glaube, wenn der Selbstwert so tief unten ist, krankhaft neurotisch, dreht sich die Spirale anders, in eine andere Richtung. Das kann ein Neugeborenes nicht wirklich aus. An welchem Lebensalter würden sie ihm ihre These zurechnen? Es hat Todesängste bei Verlust der Kontaktperson und kann sich selber da nicht runterholen. Das sehe ich etwa auch täglich an meinen Kindern. Eines ist zwei, eines 18.
Wenn ich ihnen gutes feedback zu etwas gebe, machen sie es gut und vice versa. Ich glaube nicht, dass ein Zweijähriger ohne Zuspruch Selbstwert entwickeln kann.

Für den Selbstwert eines Kindes ist meiner Ansicht nach das Umfeld - natürlich jedes Detail, auch außerhalb des Bettchens - ausschlaggebend. Nichts aber hat für das Kind den Stellenwert seines "Spiegels", seiner Kontaktperson, idR die Eltern. Da braucht es gar keine Drogen, um gebrochen zu sein, wenn es besch...reflektiert wird.

Die Folgen sehe ich auch nicht nur in Drogen. Es genügt ja auch, wenn eine permanent leidet und nicht weiß, warum.

Schuldzuweisungen wollten wir keinesfalls aussprechen. Die leiden ja selbst nun am allermeisten.

Danke für Ihre Worte!
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Raver
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Anmeldungsdatum: 25.02.2012
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 21:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ham Pash, ich habe ja das Buch nicht gelesen, sondern nur Ihre Zusammenfassung.
Die ersten Jahre im Leben sind ganz sicherlich die Prägendsten: Nie wieder im Leben werden wir auch nur annähernd so viel und so schnell lernen wie da, nie wieder werden in unserem Gehirn so schnell und so viele komplexe Verbindungen hergestellt. Alles, auch das Bettchen selbst, was ein Mensch sieht, mit wem es wie Umgang hat, was es erlebt, all das sind Teile des "sozialen Netzwerkes". Selbst ob die Sonne scheint oder nicht, beeinflusst uns ja schon.
Bis zum Erwachsenenwerden (Pubertät und die Jahre davor und danach) sind sicherlich die Eltern Bezugspunkt Nr.1, und positives Feedback, als eines von vielen Mitteln einen Mensch positiv zu motivieren, sind da sicherlich auch sehr prägend. Danach aber erweitert der Mensch sein soziales Netzwerk immens: Kindergarten, Spielplatz, Schule, Freizeit, Sport, man trifft viele, viele neue Menschen...wenn "die Weichen ungünstig stehen", können Verkettungen verschiedener Faktoren letztendlich zu einer Sucht führen. Eine positive Prägung vor der Adoleszenz mag oft präventiv wirksamsein, aber ist keine Garantie für ein drogenfreies Leben. Und wie gesagt: Selbst "negative Prägung" muss nicht in einem von Sucht begleitetem, oder gebrochenem Leben enden.

Was die "Schuldzuweisung" betrifft: Ich wollte niemandem unterstellen, dass den Eltern Schuld zugewiesen wird, ich wollte nur verdeutlichen dass eben die Eltern, auch die, die sich die Schuld zusprechen, niemals alleine "die Schuldigen" sind.

Ich werde mir sicherlich das Buch mal durchlesen bei Gelegenheit, hat mich sehr neugierig gemacht.
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 4. Apr 2012 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, danke! Sie haben mich sehr zum Denken angeregt - im Sinne davon, man weiß ja nicht, ob er auch wenn er gesund geprägt gewesen wäre, dennoch angefangen hätte. Und wie dann der Verlauf gewesen wäre. Aber das weiß wahrscheinlich niemand. Ich wundere mich nur, dass es da noch keine Statistiken gibt.
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Raver
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Anmeldungsdatum: 25.02.2012
Beiträge: 640

BeitragVerfasst am: 5. Apr 2012 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ham Pash,

freut mich, wenn ich zu einem neuen Gedankengang anregen konnte.

Statistiken...wie will man die über etwas erstellen, was nicht objektiv fassbar, und in Zahlen zu fassen ist? Wie gesagt: Der Mensch ist das komplexeste Wesen dieses Planeten. Was dem einen gut tut, verletzt vielleicht den nächsten. Auch positives Feedback: Was passiert wenn ich ein Kind in "negativen Dingen" positiv bestätige und bestärke?

Zudem, was ist (und macht) wirklich "gesund", und was ist (und macht) wirklich "krank"? Da gibt es viele verschiedene Theorieen, eine kleine Übersicht darüber liefert Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Krankheitsmodell Das sind zwar nur Zusammenfassungen und nur eine kleine Auswahl, aber geben dennoch einen Überblick über die vielen möglichen Sichtweisen auf "Krankheit" und "Gesundheit". Am interessantesten ist mE. das Stress-Coping-Krankheitsmodell (die Dritte auf der Seite).

Ein Mensch ist nie wirklich gesund, und nie wirklich Krank. Wenn man sich die beiden Begriffe auf einem Strahl vorstellt, an dem am Anfang "Absolute Gesundheit" und am Ende "Absolute Krankheit" stehen würde, dann würde der Punkt "Absolute Gesundheit" nie, und der Punkt "Absolute Krankheit" nur beim Einsetzen des Todes erreicht werden. Wir bewegen uns das ganze Leben lang irgendwo zwischen den Punkten, mal mehr Richtung Gesundheit, mal mehr Richtung Krankheit. Aber hier gibts wieder nicht "den Strahl", sondern kommt es darauf an, welcher Sichtweise wir verwenden: Westlich-Medizinische Sicht, Traditionell-Chinesische Sicht, theologische Sicht, anthropologische Sicht, esoterische Sicht (um nur ein paar zu nennen), und keine hat (wirklich, absolut) Recht, aber keine davon ist falsch.

Was den einen krank fühlend macht und "runter reisst", bewältigt der andere ganz locker und wird ihn niemals in irgend einer Art und Weise stören. Warum das so ist? Das liesse sich -vielleicht!- erklären wenn man die Dinge aus der Sicht aller der vielzähligen Theorieen und "Augen" betrachtet, möglichst viele der verschiedenen Sichtweisen und Blickwinkel anwendet. Um so mehr verschieden Blickwinkel und Sichtweisen, um so mehr mögliche (Versuche von) Erklärungen. Aber nur eine Sichtweise anzunehmen und zu behaupten, es wäre "die einzig Wahre", wäre anmaßend und falsch, finden Sie nicht?!

Ich möchte damit aufzeigen dass man die Dinge immer aus möglichst verschiedenen Blick- und Denkrichtungen betrachten muss, denn in dieser Thematik gibt es nicht "die Wahrheit", sondern viele, viele Denkweisen, die zusammen ein klein wenig in Richtung "Wahrheit" führen könn(t)en.

Daher ist das etwas, was man unmöglich statistisch erfassen kann.


Es ist leider unmöglich zu sagen, wie die Dinge ihren Lauf genommen hätten, wenn Maximilian "gesund" gewesen wäre - und wie oben erläutert: Es gibt keine absolute Gesundheit...und da wir die Zeit nicht zurück drehen können, wird uns immer verschlossen bleiben, was gewesen wäre wenn...man kann nur versuchen zu erklären, aber das geht nur wenn man eine Situation aus möglichst vielen Blickwinkeln betrachtet, selbst aus dem Blickwinkel eines Ortes, und dabei im Denken neutral bleiben. Und da wir weder "alle" Blickwinkel einnehmen, noch absolut neutral bleiben können, wird es auch immer nur ein Versuch bleiben.

Beste Grüße
Raver
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Ham Pash
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.04.2012
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 5. Apr 2012 15:52    Titel: noch ein paar Thesen:) Antworten mit Zitat

Danke. Ich bin in sehr Vielem Ihrer Ansicht. Etwa, dass "gesund" und "krank" nur Relative sind. Und nie jemand in irgendeiner Hinsicht nur eines der beiden ist.

Ich meinte die Mittelwerte, die schon ganz weit weg sind, etwa wenn jemand offenkundig neurotisch ist - UND diese mit Drogen zu tun haben - die Wechselwirkung sozusagen. Beides für sich wäre mess- bzw. feststellbar. (Wobei ich aber skeptisch bin mit Studienergebnissen, dessen Finanzierung oft ganz andere Hintergründe haben).

Ich möchte auch nicht die These vertreten, dass Neurotiker noch häufiger überhaupt anfangen mit Drogen, aber dass der Verlauf ganz anders für sie ist, noch schwerer.

Warum hält sich der Eine in Grenzen, ohne dass die Sucht dauernd massive Probleme aufwirft und belässt es dabei für Jahrzehnte, aber Maximilian muss sich als Beispiel in der Freizeitgestaltung mit der kleinen Tochter auch was auch immer reinziehen und nicht vielleicht nur, wenn sie schläft etwa und obendrein noch ein paar Rohypnol und einen Jägermeister in der Jackentasche mit am Spielplatz oder auf die Geburtstagsfeier nimmt, wo er dann einschläft? Ist es Ihrer Ansicht nach nicht die persönliche Stärke, das starke Ich, welches den Ausschlag für den Unterschied der Intensität dieses gesamten Dranges gibt?

Dann ist es eher egal, ob das Kind einmal anfängt, oder nicht, hat man ihm doch die bessere Ausgangsposition mitgegeben. Mir fällt zum Thema Drogen und die Zukunft des Kindes nur ein, ihm so viel Selbstwert wie möglich zu vermitteln, damit es alles optimal in jedem Fall handeln kann, so weit ich überhaupt darauf Einfluss habe.

Oder anderes Beispiel: Wenn man Freunde hat, die etwas nehmen, ist es doch okay. Dumm wäre aber, wie etwa in der Jugend, wo man einfach meist doofer ist und am Anfang das Gefühl, dazu gehören zu wollen, als Anlass nimmt, mitzumachen? Ich habe so leider zu Rauchen begonnen. Dabei mag einen doch keiner weniger, wenn man selber nichts nimmt, genauso wie bei sonstigen Verhaltensweisen einer Clique mit Nachteilen. Wenn die Anderen jemand zusammenschlagen, muss man nicht mit treten, krass gesagt. Und wird trotzdem gemocht.

Zu dem Argument, das Kind zu stärken, auch wenn es etwas "Schlechtes" gemacht hat (das erinnert mich an Mathematik-Lernen mit der großen Tochter): Ich habe sie trotzdem gelobt, schon alleine,wenn sie sich nur Mühe gab. Auch wenn sie Quatsch rechnete. Das, was nicht richtig war (und das war oft alles) auch zu sagen und korrigieren, aber möglichst den Selbstwert zum Fach nicht noch mehr anzukratzen. Das war oft schwierig und ich lobte oft auch einen Blödsinn. Letztlich fuhr sie aber Erfolgserlebnisse ein und aus denen machte ich dann etwas Großes. Dürfte richtig gewesen sein, ihre Endnote war eine Zwei (nach jahrelangem Theater). natürlich kommt das bei jedem Kind anders an, ich glaube aber, dass es bei jedem einen subjektiven Weg dahin gibt.

Wenn man es nur loben würde, würde man vermutlich zwar ein starkes Ich hervorbringen, aber ein Arschloch, das mit seinem gutem Auftreten alles erreicht aber nichts dahinter steckt (meine persönliche These - ohne Gewähr:))
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 5. Apr 2012 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ein "gesundes Fundament" verhindert vielleicht nicht, dass ein junger Mensch anfängt, Drogen zu nehmen. Wohl aber erleichtert dieses Fundament meiner Ansicht nach den "kontrollierten Konsum" und auch das spätere Aufhören. Mein Leben verlief ganz korrekt, bis ich etwa 11, 12 Jahre alt war. Dann geschah etwas, das mich empörte, emotional verletzte und dauerhaft aus der Bahn warf - für die folgenden zweieinhalb Jahrzehnte.

Mittlerweile bin ich, was mein Selbstbewusstsein etc. angeht, wieder fast so gesund wie damals, bevor ich emotional verletzt wurde. Ich leide nicht mehr, ich muss nicht mehr mit mir oder anderen kämpfen. Jetzt ruhe ich wieder in mir selbst, wie es eigentlich meiner Natur entspricht.

Meist jedenfalls. Das Unterbewusstsein vergisst nichts und natürlich hat der jahrzehntelange Drogengebrauch Spuren hinterlassen. Trotzdem fühle ich mich mittlerweile wieder wohl.

Das Buch habe ich mir runtergeladen, muss es nur noch lesen. Shocked
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 6. Apr 2012 01:02    Titel: Antworten mit Zitat

So, jetzt hab ichs gelesen. Mir fällt einiges dazu ein, aber alles "hätte, wäre, könnte" nutzt ja nichts, es ist gelaufen, wie es traurigerweise gelaufen ist. Er hatte halt nicht den Mut, auf all das Geld, Häuser und Wohnungen zu verzichten und seine eigenen Wege zu gehen. Das Phänomen gibts oft: Gerade Kinder, die von ihren Eltern Zurückweisung erfahren haben, versuchen immer wieder, Liebe und Anerkennung zu erlangen, anstatt dass sie ihr Bündel schnüren und sich wirklich emanzipieren.

Inwieweit dieser Bericht (ein Ratgeber ist es nicht!) Apothekern, Ärzten etc. helfen soll, kann ich nicht erkennen. Das Schreiben hat den Autoren aber sicher bei der Bewältigung dieser sie auch betreffenden Tragödie geholfen.

Ein Schicksal von so vielen.
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