lohnt es sich entgültig aufzuhören?

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JunkstaR
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 12.04.2012
Beiträge: 199

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2012 20:29    Titel: lohnt es sich entgültig aufzuhören? Antworten mit Zitat

hi Leute,
vielleicht ist die frage ein wenig blöd aber ich würde gern von ein paar leuten dies gepackt haben einfach mal wissen ob es sich wirklich lohnt entgültig aufzuhören,ob sie immernoch mit suchtdruck kämpfen und vll wie sich ihr leben verändert hat
gruß Smile
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veilchenfee
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2012 20:52    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
für mich hat es sich definitiv geloht. Endlich bin ich frei und muss z.B. nicht mehr dauernd planen, wann ich zum Checker fahre. Ich muss nicht mehr kriminell werden. Ich muss auch nicht mehr während der Arbeit oder sonstwann raus gehen, um eine zu rauchen. Es ist doch merkwürdig, dass ausgerechnet Leute, denen ihre Freiheit so wichtig ist, die Unfreiheit der Drogen für so viele Jahre in Kauf nehmen. Andererseits entsteht durch das Aufhören auch ein Vakuum. Man sitzt herum und weiß nicht, was man tun soll. Mit Drogen hat man halt immer was zu tun.

Ändern tut sich auf jeden Fall der Freundes- und Bekantenkreis. Ich habe jetzt mit Menschen zu tun, mit denen man tatsächlich was unternehmen kann, die zuverlässig sind, die was auf die Reihe kriegen und trotzdem cool und locker sind. Es gibt nicht nur schwarz und weiß. Nur weil einer keine Drogen nimmt, ist er kein Spießer.

Dass ich harte Drogen genommen habe, ist ja schon eine Weile her. Daher habe ich auch keinen Suchtdruck mehr. Vor drei Monaten habe ich schließlich und endlich auch noch das Tabakrauchen aufgegeben und ab und zu hätte ich schon noch Lust, eine zu rauchen. Ich rechne aber damit, dass sich das in spätestens einem halben Jahr erledigt hat.
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mesut76
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.03.2012
Beiträge: 1238

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2012 22:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ja natürlich lohnt sich das, als Kokainsüchtiger haben sich die letzten Jahre nur noch um Drogen gedreht, wirklich NUR NOCH.

Immer Geld geld geld geld, wo kriege ich Geld her ?
Um sich dann wieder Zuhause einschließen zu können und irgendwelche hängengebliebenen Szenarien durchzuleben.

Ich kann endlich selber entscheiden was ich so den ganzen Tag mache.

Meinen Eltern und Geschwistern gehts mit jedem Tag auch viel besser.

Ja der Suchtdruck ist der größte Teufel an der Sache, ich hätte nie gedacht das dieses bescheuerte Gefühl/Verlangen nach Drogen mal weggeht.

Glaub mir ich hätte nicht einen Cent darauf gesetzt.

Ich war insgesamt 8 Monate in einer Supergeilen Klinik und erst nach 6 Monaten war ich irgendwie befreit davon. Da hab ich mich entschieden, das ich alles versuchen werde nie wieder was zu nehmen. Kein Koks, kein Bierchen einfach nichts.

Ich kann mir endlich mal Zeit nehmen, für mich, meinen Haushalt (bisher fast immer Piccobello) , Freunde, Auto, Arbeit usw
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tim
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.03.2012
Beiträge: 177

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2012 14:55    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
ob es sich wirklich lohnt entgültig aufzuhören,ob sie immernoch mit suchtdruck kämpfen und vll wie sich ihr leben verändert hat

Ob sich das für dich lohnt, mußt du selber entscheiden.
Mach dir doch mal eine Liste mit den positiven und den negativen Punkten deiner Droge und bewerte das dann ganz objektiv.
Das habe ich das letzte Mal gemacht, als ich mir überlegt hab, ob ich wirklich mit dem Rauchen aufhören will.

Es sah krasser aus als ich eigentlich dachte. Im Endeffekt hatte ich eine verdammt lange Liste, was denn so alles gegen das Rauchen spricht und eigentlich erstaunlich wenig, was für das Rauchen spricht und was es mir denn so alles Positives gibt.

Ansonsten kann ich nur für mich sprechen. Und ich muß sagen: Ja, für mich lohnt sich das Aufhören. Natürlich aus gesundheitlichen und finanziellen Gründen.
Aber dann mußte ich auch feststellen, daß ich mich eigentlich viel besser fühle.
Die Droge (Heroin in meinem Fall), hat mich verdammt runtergezogen und abgestumpft. Das habe ich gar nicht so wirklich realisiert. Zu der Zeit als ich noch volle Kanne drauf war, habe ich das nicht richtig realisiert.
Ich fühlte mich weder abgestumpft noch motivationslos o.ä..
Es war aber doch so. Erst bin ich dann mal wieder von Heroin auf Polamidion umgestiegen. Und dann habe ich die Dosis immer weiter verringert. Zur Zeit nehme ich zwar noch immer Polamidon, aber halt bei weitem weniger.
Und ich mußte feststellen, daß ich mich immer lebendiger fühlte, je weiter ich die Dosis verringerte.
Auf einmal hatte ich viel mehr Antrieb und Motivation. Meine Libido ist wieder um einiges angestiegen. Ich brauche weniger Schlaf.
Ich fühle mich tatsächlich besser. Ich freue mich schon regelrecht auf den Entzug.
Beim letzten Entzug hatte ich das gar nicht so wirklich wahrgenommen. Diesmal aber schon. Diesmal waren für mich aber auch größere Unterschiede zu spüren, weil ich so ganz gewaltig hoch dosiert war. Da ich Heroin auch verkauft habe, hatte ich immer große Mengen zuhause. Ich habe 5-10g Heroin am Tag injiziert - und das noch, bevor ich den Stoff 1:1 gestreckt habe, um noch wirklich gute Straßenqualität zu erhalten.

Leider hat meine Einstellung das letzte Mal nur nicht lange genug angehalten. Es dauerte nicht allzulange, dann hatte ich vergessen, wie hart der Entzug doch eigenlich war und schnell hatte ich auch vergessen, daß das Leben ohne Drogen eigentlich besser ist. Der Suchtdruck wuchs wieder und irgendwann hatte ich nur noch die positiven Erinnerungen an die Droge im Kopf und fing wieder an.
Dieses Mal isr es anders. Vermutlich weil ich so wahnsinnig hoch dosiert war und daher die negativen Auswirkungen der Droge so stark gesoürt habe.
Ob es für dich das Richtige ist, mußt du selber entscheiden. Für mich ist es das Richtige.

Ein Problem ist das PAWS (Post Acute Withdrawal Symptom). Nachdem der eigentliche (körperliche) Entzug beendet ist, hat man die Sache noch nicht durchgestanden. Es dauert einige Zeit bis sich der Schlafrhythmus wieder normalisiert hat. Unter Umständen hat man auch noc lange mit dem Suchtdruck zu kämpfen. Am Besten ist es, sich Ablenkung zu verschaffen. Langeweile ist das Schlimmste, was passieren kann. Dann kommt man ganz schnell wieder drauf. Eine Arbeit, die einem wirklich Spaß macht, kann einem quasi das Leben retten.
Aber auch ein Hobby oder neue Freunde (die möglichst nichts mit Drogen zu tun haben), können extrem hilfreich sein.
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bonsai
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.03.2012
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2012 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JunkstaR,
also für mich hat es sichauf jeden Fall gelohnt. Ich führe ein besseres Leben.
Auch wenn der Weg bis zur Erkenntnis und das Umsetzen nicht einfach ist, ich kann es nur jedem empfehlen.
Smile Smile Smile Smile Smile
B.
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longtime
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 20.07.2009
Beiträge: 99

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2012 10:20    Titel: Antworten mit Zitat

hallo Junkstar,

von mir ein klares ja. es lohnt sich. mit jedem tag mehr.
da ich nur selten hier bin, kurz zur erklärung. ich bin polytox
und habe die klassische "karriere" durch - ziggis, alk, hasch,
lsd, speed, shore, benzos, pola und seit 10 jahren clean, mal
abgesehen von den zigaretten. heute bin ich 38.

das thema suchtdruck hat sich mittlerweile erledigt. mein bedürfnis
nach shore oder benzos ist 0. ich brauch das nicht mehr. selbst
wenn mal alles mies ist, fallen mir genug andere sachen ein, die
ich dann machen will. es ist aber schon so, und das sehe ich als vorteil,
dass ich keine angst vor einem rückfall habe. ich weiß, wenn gar nichts
mehr geht, kann ich immer noch junken. es geht aber genug, also muss
ich nicht.

und was sich verbessert hat? ich lebe und ich bin frei. ich muss nicht
zum doc, ich muss nicht zum dealer, ich muss keine kohle organisieren.
ich habe einen job, eine frau, die ich liebe und die mich liebt, freunde,
geld, dass bis zum ende des monats reicht, ich kann machen was ich will
und wann ich will, ohne darüber nachzudenken, ob ich die ausgabe verpasse
oder was auch immer. ich kann spontan sein. und ich bin klar im kopf und
echt. ich würde nicht behaupten, dass das alles einfach war. also clean
werden und alles ist gut. das war nicht so. es war ein hartes stück arbeit.
alleine sich an einen normalen tagesablauf zu gewöhnen und die leere auszufüllen, war ein akt. ich wusste überhaupt nicht, was ich mit der vielen freien zeit anfangen soll. aber heute? ist es einfach gut.

lieber gruß longtime
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Tear30
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 29.02.2012
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2012 10:29    Titel: klar.. Antworten mit Zitat

und wie es sich lohnt... du nimmst dein leben, das leben, alles nimmst du wieder normal wahr...es ist so schön die luft wieder zu RIECHEN, die blumen wieder zu SEHEN, die welt wird dir wieder toll vorkommen und wunderschön, du kannst gefühle SPÜHREN, nimmst dich und deinen körper wieder wahr... das leben macht wieder richtig spass und freude...

ob es sich lohnt ?... auf jeden fall !
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mesut76
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.03.2012
Beiträge: 1238

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2012 11:27    Titel: Antworten mit Zitat

@longtime

Im großen und ganzen sieht es bei mir auch so aus, allein die Freiheit zu entscheiden was man in seiner Freizeit tut, ist ein überwältigendes Gefühl und ich hoffe das es auch so bleibt.

Hast du es allein geschafft oder warst du in einer Klinik ?

LG
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longtime
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 20.07.2009
Beiträge: 99

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2012 12:01    Titel: Antworten mit Zitat

hallo mesut,

entgiftungen: diverse.
therapien: 3, davon die letzte auch abgeschlossen.


ohne klinik wäre es wohl nicht gegangen. meine selbsversuche
waren schneller gescheitert als ich kucken konnte.

gruß longtime
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Awesome
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.03.2012
Beiträge: 68

BeitragVerfasst am: 20. Apr 2012 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich kiffe erst seit 4 Monaten jeden Tag, kann daher eigentlich nicht wirklich mitreden, fehlt die Erfahrung.

Aber das mit der Langeweile is wirklich das schlimmste!
Ich glaube ich kiff nur weil ich wörtwörtlich nichts zu tun habe^^ ich könnte zwar. aber nun ja ihr wisst ja sicher was ich meine Very Happy

Das ist sicher extrem wenn man eigentlich schon clean ist, aber trortzdem immer dran denken muss.

Aber jetzt auch ohne Erfahrung würde ich aufjedenfall sagen: JA ES LOHNT SICH!
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JunkstaR
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 12.04.2012
Beiträge: 199

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2012 10:45    Titel: Antworten mit Zitat

vielen dank für die vielen antworten leute
ohmann ich steh MAL WIEDER an der stelle,die ihr hinter euch gelassen habt.
zwei wege, am ende des einen die freiheit(wie auch immer sich diese anfüllt) ,am ende des anderen der rausch.
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bonsai
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 01.03.2012
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 25. Jun 2012 13:15    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo JunkstaR,
es ist schön das Du die beiden Wege erkennst. Wichtig ist auch zu erkennen wann der Weg sich gabelt Und nur einer der beiden Wege hat eine Zukunft.

B.
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Melinda
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 30.04.2012
Beiträge: 24

BeitragVerfasst am: 25. Jun 2012 14:06    Titel: Antworten mit Zitat

JunkstaR hat Folgendes geschrieben:
zwei wege, am ende des einen die freiheit(wie auch immer sich diese anfüllt) ,am ende des anderen der rausch.


Ich sehe auch 2 Wege, die bei mir allerdings ein wenig anders aussehen...
Ich sehe bei beiden Wegen am Ende Tod, Schmerz und Verlust.

Beim süchtigen Weg prallst Du allerdings wie ein Gummiball ständig von der einen
zur anderen Seite des Wegs und kannst von Deiner Umwelt, von der Landschaft
und auch vom Himmel, nichts mitbekommen und geniessen.

Beim cleanen Weg musst Du Dich zwar bemühen in der Mitte des Weges zu
bleiben, bekommst aber auch wieder viel mehr mit, atmest frische Luft ein,
begegnest anderen cleanen Menschen, die dir helfen in der Mitte zu bleiben.
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