Bin jung und brauche Rat

Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
Autor Nachricht
kleinerphönix
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.04.2012
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 00:40    Titel: Bin jung und brauche Rat Antworten mit Zitat

Hallo allerseits.

Ich bin neu im Forum, habe aber schon seit längerer Zeit mir Beiträge durchgelesen. Jetzt hab ich endlich den Entschluss gefasst, selbst meine Fragen und Sorgen hier loszuwerden. Ich hoffe einfach, das mir jemand einen Rat geben kann.

Also zu mir: ich bin 17 Jahre alt, mache grad mein Abitur und dachte mir zum Thema Drogen bin ich hier richtig.

Ich wohne seit 2 Jahren allein, da meine Eltern ein Hotel samt Gaststätte auf dem Land führen. Unsere Familie kommt ursprünglich aus Russland. Mein Drogenkonsum beschränkt sich auf Alkohol und gelegentlich Pilze, aber um meinen Konsum geht es hier nicht. Es geht um den meiner Eltern.

Mein Vater hat ein Alkoholproblem. Ich weiß nicht genau wie der Maßstab für Alkoholismus aussieht, aber er trinkt jede Woche. Manchmal 2 Mal die Woche, an verschiedenen Tagen oder manchmal 3 Tage fast komplett durch. Er trinkt dabei immer sehr viel, etwa eine dreiviertel bis ganze Flasche. Es gibt Phasen, da trinkt er auch mal 2 Wochen nichts, aber die sind eher selten. Bei diesen "Alkoholexsessen", wie ich sie nennen würde, macht meine Mutter immer mit. Unglaublich, da sie doch beide ein volles Hotel leiten müssen. Aber das scheint ihnen nicht im Weg zu stehen. Mein Vater kifft zusätzlich viel. Das ist aber sag ich mal, eher weniger das Problem. Das Problem ist seine hoffnungslos verkrampften Versuche sein Leben in Alkohol zu tränken.

Meine Mutter trinkt zwar auch sehr viel, war sogar deswegen schon einmal in einer Klinik (so genau weiß ich das nicht, weil bei uns solche Dinge ins Unendliche todgeschwiegen werden), was aber noch nicht alles ist. Sie nimmt außerdem, des öfteren, also jedes Mal wenn sie mich besucht (ich wohne in einer Großstadt) Koks. Ich weiß das etwa seit einem Jahr. Es gibt eindeutige Anzeichen wie diese Euphorie und die geweiteten Pupillen. Sie kommt dann immer von der Toilette, wo sie sich vorher eingeschlossen hat, was sie sonst nie tut, und zieht ständig die Nase hoch. Sie wirkt dann anteilnahmslos und fängt an auf dem Computer Solitaire zu spielen, ihr Ritual bei langen Nächten. Außerdem habe ich gehört wie sie meinen Vater angewinselt hat, er solle sie in die Stadt fahren, weil sie so sehr Koks wolle. Das Traurige ist, das sogar meine Schwester (12) das alles mitbekommt. Heute hat sie mich sehr aufgeregt angerufen und meinte zu mir, ich solle einen zahnärztlichen Notdienst finden, sie wolle da hin. Dann stand sie plötzlich vor meiner Tür. Sie hatte ungewöhnlich kleine Augen und erweckte einen sehr seltsamen Eindruck. Sie umarmte mich ständig und meinte ich sei ihr sehr wichtig. Dann zeigte sie mir ihren Mund, wo an den oberen Schneidezähnen eine Art Brandblase (?) zu sehen war. Hat jemand eine Ahnung woher das kommen könnte? Vom Koks hat sie immer Probleme mit ihrer Nasenscheidewand, aber das ist mir neu. Als ich sie fragte warum sie denn nicht zum Arzt ginge, obwohl es eindeutig schmerzt, blockte sie ab. Sie meinte man würde sie in die Psychatrie einliefern. Ich war nur verwirrt und hatte gehofft hier etwas Rat zu finden.

Ich weiß nicht wie ich mit meiner ganzen Situation umgehen soll. Mir fehlt für dieses Thema einfach ein Ansprechpartner, daher habe ich mich hierher gewandt. Hoffentlich kann mir jemand helfen.
Nach oben
prawda
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 22.07.2011
Beiträge: 361

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 09:05    Titel: Antworten mit Zitat

Also wenn dein Vater sogar 2-wöchige Pausen hat, dann ist er kein Alkoholiker. Dass er seine Probleme in Alkohol ertränkt, ist offensichtlich, aber richtige Alkoholiker brauchen erst Alkohol um Abends einschlafen zu können und später sogar morgens, um in den Tag starten zu können. Täglicher Konsum ist eigentlich notwendiges Kriterium. Trinkt er an den Tagen ohne Exzess wirklich gar keinen Alkohol? Oder doch eigentlich immer mind. 2 Bier?
Die Exzesse sind natürlich auch ungut, aber nicht die Ursache der Probleme.

Was das für eine Brandblase sein kann, weiß ich nicht. Konsumenten, die ihre Nase durchs schniefen schon stark in Mitleidenschaft gezogen haben, schmieren sich Koks dann auch oft aufs Zahnfleisch. Das sieht aber nicht aus wie Brandblasen. Wichtig ist, dass deine Mutter nicht zur Spritze (oder zum Rauchen von Crack) greift, weil Nase und Zahnfleisch runtergritten sind. Damit treibt sie ihre Sucht nämlich auf ein noch gefährlicheres Level. Klingt jetzt etwas krass, aber deine Mutter nimmt Koks wegen dem Kick und der Euphorie und nicht bloß, um mit ihrem Stress klar zu kommen.

Für dich wird es verdammt schwierig da etwas zu bewegen. Ein Arztbesuch wäre halt wirklich sinnvoll, aber sie hat schon diese kokstypische Paranoia und glaubt sie wird sofort in die Psychiatrie gesteckt. Versuch mit ihr über ihre Probleme zu reden, Ursachenforschung zu betreiben. Es hat keinen Sinn sie zu verurteilen und es sonst irgendwie mit Druck zu probieren, da verlierst du nur ihr Vertrauen. Versuch sie irgendwie dazu zu bringen, dass sie an ihrem Koksproblem arbeiten will.
Nach oben
Pimpinelle
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 30.03.2012
Beiträge: 1367

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Im Gegensatz zu prawda finde ich den Alkoholkonsum alles andere als bedenklich, bei beiden. Keine Frage, die beiden haben Alkohol- und Drogenprobleme. Wichtig wäre sicher ein offenes Gespräch, aber du schreibst, dass dieses Thema bei euch totgeschwiegen wird. Ich würde es an deiner Stelle trotzdem versuchen zu thematisieren. Mehr wüsste ich dazu jetzt aber auch nicht.
Nach oben
kleinerphönix
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.04.2012
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 12:56    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die schnellen Antworten.

Nein, mein Vater trinkt dann auch mal ein paar Tage gar nichts. Ganz ohne Alkohol geht es die 2 Wochen nicht, aber es ist nicht bei weitem so schlimm wie bei den Exsessen.

Das meine Mutter das alles wegen dem Kick macht ist mir klar, nur möchte ich versuchen ein Auge auf sie zu haben. Sie fühlt sich oft sehr einsam oder ausgenutzt, was ihren Konsum erklären könnte. Ich werde versuchen ihr etwas Nähe und Geborgenheit zu schenken, vielleicht bewegt das wenigstens etwas.

Wie kann ich denn erkennen ob jemand Crack raucht? Gibt es da sichtbare körperliche Veränderungen oder ist das Verhalten nach dem Konsum anders als bei Koks? Zur Spritze wird es hoffentlich niemals kommen, aber gibt es da auch deutliche Unterschiede beim high sein? Körperlich werde ich wohl erstmal nichts erkennen können, daher lass ich das Fragen.

Den Arztbesuch lehnt sie weiterhin ab, ist aber schonmal soweit, dass sie hingeht wenn es nicht besser wird. Ich hoffe sie hält sich daran, weil es wirklich nicht gesund aussieht.
Nach oben
veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 15:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleinerphönix, herzlich willkommen!

Hm, schwierige Situation. Es sind Deine Eltern und Du wirst sie nicht davon abhalten können, dass sie ihr Leben an die Wand fahren. Früher oder später wird es nämlich genau dazu kommen. Man kann kein Geschäft führen, wenn man am Saufen oder Koksen ist. Mal abgesehen davon, dass Kokain ne Menge Geld kostet.

Da Du alleine wohnst und kurz vor dem Abitur stehst, hast Du eigentlich eigene Probleme. Ich sage nicht, dass Du Dich nicht um Deine Eltern kümmern sollst, aber wichtig bist an erster Stelle Du. Sonst machen Dich Deine "Alten" so kirre, dass Du Dein Abitur vermasselst und dann seid ihr bald alle "im Eimer".

Problematisch ist, dass Deine kleine Schwester noch dort wohnt. Im Grunde muss sie dringend da raus. Wäre sie nicht so jung, würde ich anregen, dass sie zu Dir zieht und Ihr beide Euer "Ding" macht.

Es tut mir sehr leid, dass ich keinen besseren Rat habe, aber es ist und kann nicht Deine Aufgebe sein, die Existenz Deiner Eltern zu retten. Das würden diese auch gar nicht zulassen. Erst wenn ein Kind älter ist (so wie ich), erlangt es eine gewisse Autorität und kann den Alten auch mal Vorschriften machen.

Deine Eltern sind erwachsen und sollten sich davor hüten, Dich zu belasten. Ich würde mich wie gesagt da ziemlich raushalten. Aber Deine Schwester ... Crying or Very sad

Muss jetzt leider weg, vielleicht fällt mir bis heute Abend noch was ein ...
Nach oben
kleinerphönix
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.04.2012
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 15:46    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für den Rat veilchenfee! Ich brauche diesen Zuspruch grad sehr, da ich keine erwachsene Ansprechperson zu diesem Thema habe.

Mir ist bewusst, dass ich die Entscheidungen meiner Eltern nicht beeinflussen kann und ich bin auch soweit, dass ich mich emotional sehr von ihnen entfernt hab, zu meinem eigenem Schutz (?). Trotzdem sind sie mir nicht egal und ich würde mir wünschen, dass sie aufhören unsere Familie in den Ruin zu bringen.

Meine Schwester ist, so hart es klingt, ein hoffnungsloser Fall. Sie hat ADHS, ist mehrfach sitzengeblieben und besitzt keinerlei Bezug zu ihrem derzeitigen Wohnort. Da meine Eltern auch keine Stütze und nicht einmal irgendeine Art von Autorität für sie sind, macht sie was sie will. Mein Verhältnis zu ihr ist auch sehr zerüttet und ehrlich gesagt, liegt es auch nicht mehr in meinem Interesse sie da rauszuholen.

Da die Polizei schon des öfteren auf unsere Familie aufmerksam geworden ist und vor kurzem erst eine Hausdurchsuchung wegen Verdacht von Besitz, Vertrieb und Konsum von Rauschgift gemacht wurde, muss ich schlichtweg vertrauen, dass die Behörden das klären. Ich hoffe einfach bald so unabhängig zu sein, dass ich auf ihre finanzielle Unterstützung nicht mehr angewiesen bin. Es ist trotzdem sehr hart für mich zu sehen, wie Jahr für Jahr alles schlimmer wird.

Meine Mutter ist gerade wieder zurück aufs Land gefahren um das Hotel zu leiten. Sie hat gerade in einem Nebensatz erwähnt das sie sich umbringen wollte, hat mich umarmt und ist gegangen. Mich belastet das sehr und ich würde mir wünschen, das sie daran denkt, was sie mir mit solchen Aktionen antut.

Was anderes als auf meinen 18 Geburtstag zu warten, kann ich nicht tun.
Nach oben
BlancheNeige
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 22.10.2011
Beiträge: 694

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Phönix,

das ist wirklich eine trurige Familiengeschichte, die du da erzählst Sad

Ich finde es sehr erwachsen von dir, dass du dir Rat suchst.
Hast du dich denn mal ans örtliche Jugendamt gewandt?
Oder mal ganz unverbindlich mit einem Sozialarbeiter gesprochen?

Du machst jetzt Abi, also willst du nicht studieren, denn du sagst, du willst schnell unabhängig sein. Deiner Mum kann man von außen gar nicht helfen, so wie es sich hier darstellt. Ich denke, sie ist schwer psychisch krank, wenn sie beiläufig vor ihrem Sohn (!) vom geplanten Suizid spricht.
Du scheinst da ja der Einzige mit Weitblick zu sein. Deshalb ist es genau richtig, wie oben schon Fee meinte, dass du so schnell wie möglich dort weg bist.

Ein ganz offenes, letztes Gespräch mit deiner Mutter wäre vielleicht noch ratsam.
Ihr genau deine Bedenken aufzählen. Wobei, wenn sie echt süchtig ist ( gilt auch für den Vater ) dann wird sie eh dicht machen.

Hast du denn keie Tanten, Onkel, Oma, was weiß ich...?
Mit 17 ganz allein mit so einem Problem ist wirklich sch...

Alles Liebe

Blanche
Nach oben
kleinerphönix
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.04.2012
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 16:50    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe es wohl nicht erwähnt, aber ich bin eine Frau.

An das Jugendamt werde ich mich im Leben nicht wenden, da ich mit diesen Menschen nur schlechte Erfahrungen gemacht hab. Als wir früher noch alle zusammenwohnten, schlug mich mein Vater sehr viel und da hat meine Oma das Jugendamt gerufen und meinen Vater angezeigt. Als ich das erfahren hab, war das einer der schlimmsten Momente meines Lebens. Ich wollte auf gar keinen Fall das jemand vorbeikommt und sieht wie schlimm es bei uns ist. Schließlich hatte ich immer gute Noten und war ein braves Mädchen. Das meine Schwester verhaltensgestört war, musste ja nix heißen. Meine Oma, nur so nebenbei bemerkt, ist mindestens genauso gestört wie meine Eltern. Sie war lange spielsüchtig und bald wird sie wohl an ihrem Krebs sterben. Diese Frau hat zwar versucht mir zu helfen, aber durch das Jugendamt wurde es nicht besser. Diese Sozialarbeiter kamen zweimal die Woche und stellten am Ende fest, das alles in Ordnung sei. Meine Eltern sind mit meiner Oma verhasst und das wird sich bis zu ihrem Tod nicht ändern. Mich an meine Oma wenden ist also keine Option.

Ich hab noch einen Onkel, der körperlich behindert ist und auch eine Spielsucht hat. Ansonsten würde mir noch mein Opa einfallen, der noch in Russland lebt. Aber den kann ich auch vergessen. Als ich bei ihm zu Besuch war, hat er nicht gezögert mir (damals war ich 12) zu sagen das er meinen Vater umbringt, wenn er mich noch einmal anrührt. Meine ganze Familie ist ein Wrack aus Drogen- und Spielsucht, sowie einen Hang zu Gewalt (gegen sich selbst oder auch gegen andere).

Studieren möchte ich trotzdem, da steht meiner Meinung nach nichts im Weg. Selbst wenn ich von der Hand im Mund leben muss, wäre mir das lieber als mein derzeitiges Leben. Meine beste Freundin ist zum Glück gut betucht und ihre Familie würde mir im Notfall aushelfen. Das würde ich niemals annehmen können, aber ich weiß wenigstens das die Möglichkeit besteht.

Tatsächlich finde ich, das mein Alter mich eher behindert, als repräsentiert. Aber damit muss ich mich abfinden. Genauso wie mit all dem Mist.
Nach oben
mesut76
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.03.2012
Beiträge: 1238

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist echt schon traurig was du hier schreiben tust, aber wie schon gesagt wurde,pass auf dich persönlich auf. Familie hin oder her, manchmal kann man Drogensüchtigen Menschen einfach nicht helfen. Ich war selber Kokainabhängig und mir wurde auch viel geholfen und gesagt, gemacht, getan usw. . . aber irgendwann kam die Einsicht von mir selber.

Und wenn dein Papa dich schon so oft geschlagen hat, zeigt das nicht gerade viel von seiner Sozialkompetenz, sondern eher eine Hilfslosigkeit.

Und wenn deine Mom schon von Suizid redet, dann weiß die schon das es so nicht mehr weiter geht. Solange die Drogen nehmen und trinken, wird das nix werden.

Sie müssen da irgendwie raus und wenn die in eine Klinik gehen müssen und den Laden evtl erstmal Lahm legen. Ich hab auch bei Null wieder angefangen, anders ging es bei mir auch gar nicht.


Das geht mir alles sehr Nahe und ich wünsche dir echt viel Kraft und Geduld. Ich hoffe deine Eltern merken bald das sie Hilfe brauchen und tun auch was , bevor es zu spät ist.

Und pass auf dich auf, nicht das dein Konsum sich auch noch steigert wegen der ganzen Situation.
Nach oben
kleinerphönix
Anfänger


Anmeldungsdatum: 29.04.2012
Beiträge: 5

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist einfach schwierig, wenn man bedenkt, das jedes Familienmitglied und jedes potentielle Vorbild mir es täglich schwer macht ein geregeltes Leben zu führen. Ich bin, zum Glück, von nichts, außer meinen Eltern, abhängig. Oft habe ich das Gefühl das meine Anstrengungen völlig umsonst sind, weil es jedes Mal das Selbe ist. Es ist und wird mir wohl auch immer unbegreiflich sein, wie meine Eltern, einfach so, auf alle Umstände scheißen und sich lieber ihren Drogen hingeben.Ich bin in dieser Familie mit diesem Problem ziemlich allein, weil meine Schwester ja noch zu jung ist. Sie ist nicht dumm, sie versteht schon das meine Mutter kokst und mein Vater nichts mit sich anzufangen weiß, aber mit ihr kann ich nicht darüber reden. Meine Mutter sagt immer wieder, wie toll sie mich findet und wie stolz sie doch sei, drückt mir dann 50€ in die Hand, damit ich ja Ruhe gebe. Ich wünsche mir manchmal die banalsten Dingen, dass sie mir wenigstens zuhört wenn ich von meinem neuen Freund erzähle oder aber mal auf einem Elternabend erscheint. Es dreht sich alles um sie. Jeder denkt hier nur an sich selbst, nur ich, denke auch mal an die anderen Menschen um mich herum.
Nach oben
BlancheNeige
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 22.10.2011
Beiträge: 694

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 19:47    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, gut, aber du sagst selbt, niemand aus deiner Familie wäre eine Option, Jugendamt samt Sozialarbeiter sind generell nicht gut und deiner Schwester sei im Grunde auch nicht zu helfen bzw. ein Austausch mit ihr nicht möglich.

Du hast ja hier nach Vorschlägen gefragt, wie man besser mit der Situation umgehen kann oder wie man deinen Eltern helfen könne.
Nach wie vor meine ich, dass ein Auszug dir hilft, klar, das war bei mir in deinem Alter auch die beste Lösung.
Es wird aber nicht leichter werden für dich, im Gegenteil, vor allem, wenn du studieren willst. Wenn deine Eltern Kohle haben fällt BaföG flach...

Probiere es dann mit einem Stipendium, das hab ich auch bekommen, dafür muss man auch nicht sooo unglaublich gut sein.

Also, wenn alle genannten Vorschläge dir nichts bringen, dann musst du wohl wirklich einfach auf deinen 18. Geburtstag hinfiebern.
Dann hoffe ich mal für dich, dass das ganz bald ist.

Und vielleicht kommst du doch mal besser mit deiner Schwester klar.
Gerade für ein so junges Mädchen, auch noch mit psychischen Defiziten, wird es sehr hart werden.

Blanche
Nach oben
BlancheNeige
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 22.10.2011
Beiträge: 694

BeitragVerfasst am: 29. Apr 2012 19:53    Titel: Antworten mit Zitat

Ach, mir ist noch etwas eingefallen. Es gibt auch Jugendhilfen für Volljährige. Die haben dann natürlich keinen Einfluß auf dich, können dir aber trotzdem helfen.
Zum Beispiel mit alternativen Wohnprojekten oder etwas in der Art.
Dann könntest du in einer WG leben, hättest Ansprechpartner und wärst trotzdem unabhängig.
Wenn du denen dann klar machst, dass das Zuhausewohnen für dich keine Lösung ist und dich im Leben behindert.

Ich finde trotzdem, dass das Jugendamt hier helfen sollte. Wenigstens mit einer Familienhilfe. Wenn du dann ausgezogen bist, ist deine Schwester ganz allein mit deinen "verrückten" Eltern. Dann wird sie, im schlimmsten Fall, selber abrutschen.

Wie gesagt, bin auch kein Fan vom Jugendamt gewesen, bis heute auch nicht geworden, aber manchmal können die schon helfen oder zumindest den Schaden begrenzen. Denk einfach mal drüber nach!

Blanche
Nach oben
bonsai
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 01.03.2012
Beiträge: 103

BeitragVerfasst am: 30. Apr 2012 15:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo kleinerphönix,
zuerst einmal ein Herzliches Willkommen von mir. Ich hoffe Du findest hier die Unterstützung und die Kommunikation die suchst und brauchst.
Also Fakt ist, Deine Eltern haben ein Problem. Wie groß dieses Problem schon ist und wie es heisst, sollte nicht Dein größtes Problem sein.
Das sollen Profis analysieren und definieren. Das Dich das belastet, gerade in der jetzigen Situation kann ich mir gut vorstellen.
Ich verstehe absolut dass Du nach Wegen suchst wie Du eingreifen kannst. Und in einem Suchtforum zu posten ist ein Weg.
Aber glaube es mir, wenn Deine Eltern nicht bereit sind zu erkennen und zu handeln, wirst auch Du Ihnen nicht helfen können.
Achte auf Dich und kümmere Dich um Deine Ziele.
Auch das Einsammeln von pseudo-therapeutischen Diagnosen und selbstgestrickten Krankheitsverläufen setzen Dich nur auf die falsche Fährte.
Aber irgendwo muss man ja anfangen, von daher bist Du hier schon richtig.


Bonsai.
Nach oben
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:   
Neues Thema eröffnen   Dieses Thema ist gesperrt, du kannst keine Beiträge editieren oder beantworten.    Drogen-Forum Foren-Übersicht -> Fragen und Antworten Alle Zeiten sind GMT + 2 Stunden
Seite 1 von 1
Gehe zu:  
Impressum & Rechtliches
ForenübersichtIndex   SucheSuche   FAQFAQ   LoginLogin