20 Jahre Methadon

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LukeSkywalker
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 18:22    Titel: 20 Jahre Methadon Antworten mit Zitat

Hallo zusammen

Ich mache mir ernsthafte Sorgen um eine gute Freundin von mir.
Sie ist 53 Jahre alt und seit sage und schreibe 20 (!) Jahren im Methadon-Programm. Am Anfang war sie soviel ich weiß bei 3x3ml. Mittlerweile nimmt sie 3x5ml am Tag. Auf den Fläschchen steht "1%ige Lösung" (mit Himbeersirup). Sie sagt immer, sie würde ja eh nix davon merken. Das ist ja klar - Stichwort Toleranz. Trotzdem zerstört das Zeug ihren Körper. Das weiß sie auch ganz genau, aber sie kann es sich nicht eingestehen und verdrängt diese Tatsache. Es wird halt irgendwie auch immer schlimmer. Es ist echt traurig das sagen zu müssen, aber ich hab das Gefühl, daß sie immer mehr "verblödet".

Ansonsten nimmt sie gar nichts, ab und zu in Maßen Alkohol - das wars.

Nun steh ich persönlich überhaupt nicht auf Opiate und habe mich auch bisher nicht großartig darüber informiert.
Deshalb habe ich mal ein paar Fragen an Euch, die mir echt am Herzen liegen:

Was ist das bitteschön für ein Arzt, der jemandem über so lange Zeit hinweg diesen Mist verschreibt und auch noch hoch- anstatt runterdosiert? Das kann doch nicht die Regel sein.

Sind 3x5ml am Tag viel? Ist eine "1%ige Lösung" stark oder schwach?
Welche Folgen hat so ein Langzeitkonsum für den Körper?

Ist es überhaupt irgendwie möglich, nach dieser Zeit davon nochmal wegzukommen?
Runterdosieren ist hier wohl die einzige Möglichkeit. Da drauf will sie sich aber nicht einlassen. Da scheitern sämtliche Überredungskünste und alles gute zureden hilft gar nichts.

Ich mag sie sehr und würde ihr so gerne helfen - bloß wie?!
Habt Ihr Ideen oder ähnliche Erfahrungen? Freue mich über jede Antwort.
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TomasG
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Anmeldungsdatum: 03.11.2011
Beiträge: 1301

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 18:55    Titel: Antworten mit Zitat

1ml enthält 10mg methadon, also 5ml =50mg 3x50=150mg

die dosis ist nicht niedrig, aber auch nicht extrem hoch.

man muss auch berücksichtigen, das die wirkdauer nicht bei jedem gleich ist, wenn sie metahdon schnell methadon metabolisiert, ist es eher eine mittlere dosis.

langzeitschäden sind bei oralem konsum eher keine zu erwarten, höchstens psyschich.

sie kann sein alt werden mit methadon.

der grund warum der arzt sie hochdosiert hat, könnte der sein, das deine freundin wenn ansonsten heroin oder benzos dazu nehmen würde.
also ist es sinnvoller die dosis zu steigern, als das der patient wahllos irgendwelche anderen substanzen dazu nimmt.

dosiert man einen patienten zwangsweise runter, führt das meist dazu das sich der patient wieder heroin spritzt, oder benzos dazu niommt, was eben gefährlich ist, auch kann man einen menschen so in den suizid treiben!

es gibt menschen die können und oder möchten einfach nicht ohne opioide leben!
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LukeSkywalker
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 19:34    Titel: Antworten mit Zitat

OK.
Kann mir nur beim besten Willen nicht vorstellen, daß das an Magen, Leber und Nieren vollkommen spurlos vorbeigeht. Bin ja nun auch kein Kind von Traurigkeit und habe vor Jahren mal 2ml genommen. Kurze Zeit später hing ich über der Kloschüssel und hab mir zwei Stunden lang die Seele ausm Leib gekotzt. Wahrscheinlich weil ichs nicht gewohnt war aber das zeigt doch, daß der Körper da schon extrem mit zu kämpfen hat, oder nicht?!
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TomasG
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 03.11.2011
Beiträge: 1301

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 19:58    Titel: Antworten mit Zitat

LukeSkywalker hat Folgendes geschrieben:
OK.
Kann mir nur beim besten Willen nicht vorstellen, daß das an Magen, Leber und Nieren vollkommen spurlos vorbeigeht. Bin ja nun auch kein Kind von Traurigkeit und habe vor Jahren mal 2ml genommen. Kurze Zeit später hing ich über der Kloschüssel und hab mir zwei Stunden lang die Seele ausm Leib gekotzt. Wahrscheinlich weil ichs nicht gewohnt war aber das zeigt doch, daß der Körper da schon extrem mit zu kämpfen hat, oder nicht?!


die übelkeit hat damit zu tun das ein bestimmtes hirnareal stimuliert wird (brechzentrum)

das oist bei allen opioiden so.
diese übelkiet ist in nder regel aber nur bei zu hoher dosis, oder wenn man es nicht gewöhnt ist.

2ml also 20mg methadon ( entspricht 40mg morphin) ist für einen nicht opioidgewöhnten eine ziemliche hohe dosierung!
normal nimmt man als anfänger 10mg morphin bzw 5mg methadon.

methadon ist absolut unschädlich für den magen, die nieen belastet es auch nicht sonderlich, und die leber, naja es kann die leber leicht belasten, aber moderater alkoholkonsum ist da für die leber um ein vielfaches schädlicher!

zudem ist es vorgeschrioebn das wärend der substi alle par monate die leberwerte kontrolliert werden!
daher besteht hier keine gefahr für die leber.

opioide und benzodiazepine gehören zu den verträglichsten medikamenten überhaupt.

einzige wirkliche gefahr ist die körperliche und psyschiche abhängigkeit, und natürlich überdosen und mischkonsum.

ich spreche jetzt von körperlichen sachen..
psyschich können sie wohl depresionen und so auslösen...
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 20:34    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit den Depressionen kann ich bestätigen. Dagegen nimmt sie auch was, hatte ich vorhin vergessen.
Und ein ziemlich schlechtes Kurzzeitgedächtnis ist auch nicht zu bestreiten. Muß quasi für zwei denken, wenn ich mit ihr zusammen bin.

Nur, wenn Methadon halb so stark ist wie Morphin, dann läuft man doch ständig mit einem Karton mit Gucklöchern aufm Kopf bzw. immer irgendwie "gedämpft" durch die Gegend (weiß nicht, wie ichs anders beschreiben soll).
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LukeSkywalker
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ähhm, sorry.
20mg Metha = 40mg Morphin. Dann isses grad andersrum, also Morphin halb so stark wie Methadon. Oder was? Bin grad bißchen verwirrt - kann man das überhaupt so umrechnen? Wahrscheinlich nicht...
Jedenfalls danke ich Dir für die vielen nützlichen Infos. Bin jetzt um einiges schlauer.
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TomasG
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 03.11.2011
Beiträge: 1301

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 21:40    Titel: Antworten mit Zitat

methadon ist doppelt so stark wie morphin, nicht 1/2 so stark!

1mg morphin entspricht 0,5mg methadon.

die dämpfende wirkung lässt mit der zeit nach.

ich habe mit 320mg oxycodon am tag eine MPU gemnacht, und wurde für fahrtauglich befunden.

320mg oxycodon entsricht ca. 480mg morphin oder 240mg methadon pro tag.

wenn mich das opioid so stark beeinträchtig hätte, hätte ich sicher nicht die erlauibnis bekommen im straßenverkehr teilzunehmen.

solche dosierungen sind für ungewöhnte natürlich gefährlich, bzw sogar tödlich!
ist man aber daran gewöhnt, ist man dadurch nicht sonderlich beeinträchtigt.

ich war auch immer arbeiten mit diesen hohen dosierungen, war nie ein problem.

warum deine freundin so ein schlechtes gedächtnis hat, weis ich nicht, würde es aber nicht auf das methadon schieben!

was nimmt sie denn gegen die depresion? nimmt sie sonst noch medikamente?
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 21:53    Titel: Antworten mit Zitat

Opipramol gegen die Depressionen. Anti-Baby-Pille wegen den Wechseljahren.
Daher (Wechseljahre) könnten die Depris auch kommen, wer weiß das schon.
Sonst nur so homöopathisches Zeugs wie Kieselerde usw.

Dachte immer, Morphin wäre das stärkste Opioid was es gibt.
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Kullerbunt
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Anmeldungsdatum: 08.05.2012
Beiträge: 778

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:03    Titel: Antworten mit Zitat

LukeSkywalker hat Folgendes geschrieben:
dann läuft man doch ständig mit einem Karton mit Gucklöchern aufm Kopf bzw. immer irgendwie "gedämpft" durch die Gegend (weiß nicht, wie ichs anders beschreiben soll).


in der Tat. Allerdings merkt man selbst nicht, wie sehr bzw das man gedämpft ist, eigentlich fühlt man sich nüchtern. Ich hab den Zustand mal als "alltags-nüchtern" bezeichnet, ich denke das trifft es ganz gut. Als stabil eingestellter Substituierter wird man von der Außenwelt (idR) nicht als sediert oder gar "dicht" wahrgenommen. Trotzdem fällt die Dämpfung besonders im Bereich Sexualität (verminderte Libido) auf, auch das Schlafbedürfnis kann höher sein, die Schmerzwahrnehmung ist anders (was nicht heißt das Substituierte keine schweren Schmerzen haben können, aber manchmal werden kleine Wehwehchen später wahgenommen).
Bei mir waren zB auch die Emotionen gedämpft, sowas wie Lachanfälle, lachen bis der Bauch weh tut, konnte ich erst wieder, als meine Substitutsdosis erheblich reduziert wurde.
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TomasG
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 03.11.2011
Beiträge: 1301

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:05    Titel: Antworten mit Zitat

nee morphin ist eher ein schwaches opioid... morphin ist das refernzopioid, mit der stärke 1 alle anderen opioide werden damit verglichen.

codein z.b. ist nur 0,1mal so stark wie morphin.

fentanyl ist 100mal so strak wie morphin, und es gibt opioide die sind sogar 1000mal so stark wie morphin, in der vetrinärmedizin gibts sogar eines das noch stärker ist.

das ein opioid stärker ist, heißt aber nur das man weniger mg für den gleichen effekt braucht.

wie lange nimmt sie denn schon opipramol? evtl mal das AD wechseln.
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:26    Titel: Antworten mit Zitat

wie lange nimmt sie denn schon opipramol?

Bestimmt zwei Jahre oder so, ganz genau weiß ich das nicht. Sie sagt auch, daß es ihr hilft und das merkt man auch. Hab allerdings das Gefühl, daß da irgendwas ist, was auch mit dem am besten passenden Antidepressivum nicht behoben werden kann.
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:44    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir waren zB auch die Emotionen gedämpft, sowas wie Lachanfälle, lachen bis der Bauch weh tut, konnte ich erst wieder, als meine Substitutsdosis erheblich reduziert wurde.[/quote]

Ja, des stimmt. Hab die Frau in fast vier Jahren zweimal richtig lachen sehen, als wir zusammen "Nachts im Museum" angeschaut haben (die Szene in der sich der Nachtwächter mit dem Affen ein Ohrfeigenduell liefert und die Szene mit den Neandertalern und dem Feuerzeug - abschweif)
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hab jetzt übrigens zweimal versucht mit Zitat zu antworten. Irgendwie klappt das bei mir nicht.
Hallo Admin, falls Du das liest - was mache ich falsch?
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TomasG
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 03.11.2011
Beiträge: 1301

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

LukeSkywalker hat Folgendes geschrieben:
Hab jetzt übrigens zweimal versucht mit Zitat zu antworten. Irgendwie klappt das bei mir nicht.
Hallo Admin, falls Du das liest - was mache ich falsch?


wenn du auf zitat klickst, sollte das antwortfenster erscheinen, und oben sthet dann z.b. [quote="LukeSkywalker"] dann der text, und dann nochmal quote in den 2 klammern.

und darunter schriebst dann deinen kommentar.

evtl gibts bei deiner freundin ein schlimmes ereignis, aus der kindheit oder so, was sie bis heute belastet. evtl braucht sie auch deswegen das metadon.
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LukeSkywalker
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 08.10.2011
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2012 23:13    Titel: Antworten mit Zitat

[quote="TomasG"]wenn du auf zitat klickst, sollte das antwortfenster erscheinen, und oben sthet dann z.b.
LukeSkywalker hat Folgendes geschrieben:
dann der text, und dann nochmal quote in den 2 klammern.


Habs jetzt mal so probiert, vielleicht klappts. Hatte vorher glaub ich das zweite quote weggelöscht.

Das mit dem Ereignis kann natürlich sein. Ich weiß vieles, aber nicht alles.
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