Extreme Cannabis Sucht, mehrjährige Arbeitslosigkeit etc.

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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 13:00    Titel: Extreme Cannabis Sucht, mehrjährige Arbeitslosigkeit etc. Antworten mit Zitat

Hallo Leute,

mein Name ist Raoul und ich wollte mich mit Gleichgesinnten über meine Sucht austauschen.

Ich bin 22 Jahre alt und kiffe seit ich 15 bin, seit ich 19 bin, also seit 3 Jahren, ist meine Sucht extrem geworden.

Mein gesamtes Umfeld besteht aus Kiffern oder anderweitig Abhängigen.
Dazu muss ich sagen dass ich im absolut schlimmsten Viertel von Köln groß geworden bin, und mein Umfeld seit Kindertagen kenne.

Ich will mal einige meiner Freunde beschreiben:

1. Kokser und Extrem Kiffer und Trinker, hat selber 4 Jahre im Bau gesessen und durch diesen Freund kam ich immer tiefer in die Drogensucht. Mittlerweile haben wir mit dem Koksen (er aus gesundheitlichen Problemen, ich weil ich nicht noch mehr Süchte brauche) und dem extremen Trinken aufgehört.
Treffen uns täglich um bei ihm 2-4 Joints zu rauchen und dabei zu chillen.
Geht aber immerhin arbeiten und hat Frau und Kind. Ausserhalb der Drogen ist er eigentlich ein guter Einfluss auf mich. Sagt mir immer ich soll arbeiten gehen und keine Scheisse bauen, aus seinen Fehlern lernen (er ist schon 26).

2. Ein reicher verwöhnter Junge, der an einigen Abenden für 300€ Koks gekauft hat und mit uns alles weggezogen hat. Er ist mein Nachbar übrigens. Natürlich kifft er auch wie ein Schlot (bis zu 7 Gramm am Tag) und steht mit Joints nachts bei mir am Fenster und überredet mich täglich wieder zu kiffen. Hat keinen Schulabschluss und ging noch nie einer Arbeit nach. Ist dazu noch Spielsüchtig, schläft den ganzen Tag und kommt erst gegen 22 Uhr raus, natürlich wieder um mit mir zu kiffen und in Spielhallen abzuhängen.
Als meine Mutter im Urlaub war neulich haben wir uns jeden Abend bei mir weggeballert.

3. Auch Extrem Kiffer, durch extremen Drogenkonsum leidet er an Schizophrenie. Redet nurnoch wirres Zeug, dass er Facebook erfunden hat und Marc Zuckerberg bei ihm eingebrochen ist und die Pläne gestohlen hat. Seine ganze Familie lebt von Drogenhandel. Er ging mit mir zur Realschule und ist auch seit dem arbeitslos. Während der Schulzeit waren wir in den letzten Jahren mehr stoned im Unterricht als normal, jedoch habe ich trotzdem ein gutes Zeugnis erhalten. Er will nun mit Aktien und Poker sein Geld machen xD
War mehrfach in der Psychatrie und hat sogar dort gekifft (ich, ein anderer Freund und sein Vater haben ihm was zu rauchen geklärt).

4. 43 Jahre alt, kifft seit 30 Jahren ohne Ende. Seit 11 Jahren arbeitslos, nur am kiffen. Er sitzt den ganzen Tag nur in der Wohnung und raucht an seiner riesen Bong. Hat zum Großteil nur 18-25 jährige als Freunde. Für mich das abschreckenste Beispiel was ich kenne.

5. Auch Extremer Kokser und Kiffer, vom Koks ist er der süchtigste aus meinem ganzen Umfeld. Arbeitet als Packetfahrer und fährt den ganzen Tag drauf und stoned durch die Gegend und lebt in seiner eigenen Welt wo er der größte Drogendealer ist. Erfindet Geschichten um sich interessant zu machen.

6. Trinkt immer viel zu viel, zettelt dann Streit an und ich werde wiedermal da reingezogen und am Ende von den Bullen mitgenommen.

7. Hat 4 Ausbildungen wegen kiffen abgebrochen, liegt seinen Eltern auf der Tasche und ist auch nur am kiffen.

8. Eigentlich ganz ok, trifft man aber nur gemeinsam mit Nummer 3 an. Er macht eine Ausbildung, geht danach ins Fitnessstudio und Abends raucht er sich seine Joints und trinkt paar Bier. Trotzdem ist sein Konsum auch noch zu hoch, also ist er mir auch keine Hilfe.

Ich hab einfach mal die Leute aufgezählt und erläutert, um zu verdeutlichen, dass mein Umfeld es mir sehr schwer macht aufzuhören, bzw drastisch zu reduzieren.

Ich bin seit 2010 arbeitslos und in der Vergangenheit mehrfach angezeigt worden (u.a. wegen Körperverletzungen, Diebstähle, Anstiftung zu Straftaten, Widerstand gegen die Staatsgewalt, mehrfacher Betrug sowie Drogenbesitz.
Gearbeitet habe ich noch nie.

Zum Glück habe ich einen Realabschluss mit Quali, bekomme bei Ausbildungen seit Jahren nur absagen. Mittlerweile habe ich mich fürs Fachabitur angemeldet.
Warte nun sehnsüchtig auf den Brief. Ein Bekannter von mir meinte, dass diese Schule letztes Jahr jeden angenommen hat der sich beworben hat (Fachabitur Agrarwirtschaft ist halt nicht äußerst beliebt).

Ich bin mir sicher dass ich es nicht gut schaffen werde wenn ich mir weiter jeden Tag 5 Joints reinziehe.

Neulich hab ich ein Mädchen aus der Realschule nach Jahren durch Facebook wiedergefunden. Früher hatte ich nicht viel mit ihr zu tun. Wir haben uns getroffen und auch über mein Leben geredet. Sie meint zu mir dass ich mein Potential verschwende und es doch garnicht nötig habe mit solchen Leuten abzuhängen. Sie war bisher die einzige Person die gesagt hat dass ich nochwas ändern kann. Mein restliches Umfeld hat sich schon in der Spirale aus Drogen, Alkohol und Kriminalität aufgegeben. Sie raucht auch ab und zu mit mir mal einen Joint, nur jedoch selten, dass ich es extrem übertreibe weiss sie. (Bei allen unseren Treffen warst du stoned und deine Klamotten haben nach Gras gerochen).

Nach einigen Treffen habe ich sie gefragt ob sie sich mehr mit mir vorstellen kann. Sie meinte, in meiner momentanen Lage nicht, ihre Eltern erwarten einen Akademiker etc. Vom Aussehen und Charackter gefalle ich ihr, aber ich muss was aus meinem Leben machen sagt sie. Daraufhin hab ich mich für das Fachabitur angemeldet. Ich will mich nicht ändern um sie zu bekommen, sondern weil ich gesehen hab man kann auch anders leben, als sich wie in einem Gangsterfilm zu fühlen.

Unsere alten Mitschüler haben ihr abgeraten sich mit mir zu treffen. Ich wäre ein Verbrecher und ein Junkie der sie nur auf die schiefe Bahn bringen will. Meine ehemaligen Mitschüler haben mich zu 90% nach dem Abschluss nicht mehr gesehen, wissen aber dass ich immer in der Schule gewalttätig und extrem herablassend zu anderen Schülern und den Lehrern war. Allgemein wundern sie sich dass ich noch nicht längst im Knast sitze.

Aber ich würde sie nie in irgendwelche schlechten Sachen reinziehen, dafür mag ich sie zu sehr. Nicht nur dass sie über die Jahre extrem hübsch geworden ist, dazu hat sie noch ein gutes Herz und ist wie gesagt die Einzige die je an mich geglaubt hat. Meine anderen sozialen Kontakte ziehen mich nur immer weiter runter.

Ich habe desöfteren versucht mit dem kiffen aufzuhören, aber aufgrund der Langeweile aufgrund meiner Arbeitslosigkeit fällt es mir zu schwer.
Natürlich will ich auch nicht ganz aufhören, wenn ich zur Schule gehe reduzier ich es auf 1x in der Woche Abends und am Wochenende.

Ich will auch endlich mal wieder neue Leute kennen lernen. Auch um Abwechslung zu haben.

Hat jemand von euch Erfahrung wie man mit dem kiffen aufhören kann?

Ich überlege sogar zur Suchttherapie zu gehen, allerdings darf meine Mutter davon nichts erfahren (bin noch Familienversichert). Sie kommt aus Bosnien und da denkt man bei Drogen direkt an Heroin oder Tabletten. Für die Leute dort sind Süchtige Abschaum. Ausserdem weiss sie nicht dass ich kiffe. Soll sie auch nicht. Mein Vater ist im Januar gestorben und ich will sie nicht noch zusätzlich belasten. (ich benutze Marihuana auch um seinen Tod zu verarbeiten, ich hab ihn damals gefunden und diese Bilder gehen nicht aus meinem Kopf).

Vielen Dank an diejenigen die sich meinen Beitrag durchgelesen haben und konstruktive Vorschläge liefern können.
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campmaster
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Anmeldungsdatum: 22.07.2012
Beiträge: 623

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 13:23    Titel: Antworten mit Zitat

Durchgelesen hab ichs mir schonmal, ich glaube arbeiten gehen und Sport treiben bringt viel. Es ist einfach besser im Fitnessstudio oder beim Boxtraining seine Aggros abzuladen als an anderen. Ich komme mir heute echt bescheuert vor wenn ich meinen Alltag bewältigen muss, das ich jemals so Ausrasten konnte, an Anderen, Gegenständen und auch an mir so meinen Frust abgeladen hab. Ich schäme mich da total dafür, obwohl ichs nicht kontrollieren konnte und theoretisch nix dazu konnte. Ohne Medikamente hätt ich mich dann sogar umgebracht.

Kiffen ist echt ein Problem und ich hatte übelste Probleme damit aufzuhören, ich konnte mein Leben nur bekifft ertragen und von Freunden war null Hilfe da. Die Freundschaften waren alle fürn Arsch. Echte Probleme konnte ich für mich behalten, kein Plan, es hätte schon gereicht sich zu melden um mal ein Bier trinken zu gehen.

Es gibt halt immer Leerlauf bzw. Freizeit jeden Tag in der man Kiffen könnte, man muss versuchen die Zeit irgendwie zu verplanen und zwar nicht mit TV schauen. Wie es mir noch besser ging und bis ich nicht wieder rückfällig geworden bin hab ich immer immer fleißig Sport getrieben aber war zu oft vor dem Fernseher gesessen. Es war einfach wieder Raum da um sich zuzudröhnen.

Wenigstens hat man gute Chancen das Kiffen gesundheitlich gut zu überstehen, daher sollten Dir alle Türen noch offen stehen wenn Du nen guten Schulabschluss machst!

Viel Glück!
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

campmaster hat Folgendes geschrieben:
Durchgelesen hab ichs mir schonmal, ich glaube arbeiten gehen und Sport treiben bringt viel. Es ist einfach besser im Fitnessstudio oder beim Boxtraining seine Aggros abzuladen als an anderen. Ich komme mir heute echt bescheuert vor wenn ich meinen Alltag bewältigen muss, das ich jemals so Ausrasten konnte, an Anderen, Gegenständen und auch an mir so meinen Frust abgeladen hab. Ich schäme mich da total dafür, obwohl ichs nicht kontrollieren konnte und theoretisch nix dazu konnte. Ohne Medikamente hätt ich mich dann sogar umgebracht.

Kiffen ist echt ein Problem und ich hatte übelste Probleme damit aufzuhören, ich konnte mein Leben nur bekifft ertragen und von Freunden war null Hilfe da. Die Freundschaften waren alle fürn Arsch. Echte Probleme konnte ich für mich behalten, kein Plan, es hätte schon gereicht sich zu melden um mal ein Bier trinken zu gehen.

Es gibt halt immer Leerlauf bzw. Freizeit jeden Tag in der man Kiffen könnte, man muss versuchen die Zeit irgendwie zu verplanen und zwar nicht mit TV schauen. Wie es mir noch besser ging und bis ich nicht wieder rückfällig geworden bin hab ich immer immer fleißig Sport getrieben aber war zu oft vor dem Fernseher gesessen. Es war einfach wieder Raum da um sich zuzudröhnen.

Wenigstens hat man gute Chancen das Kiffen gesundheitlich gut zu überstehen, daher sollten Dir alle Türen noch offen stehen wenn Du nen guten Schulabschluss machst!

Viel Glück!


Danke dir für deinen Beitrag.

Ich weiss was du meinst. Aber ich habe noch bis Mitte August frei, eine lange Zeit.

Die Zukunft beunruhigt mich. Ich werde erst mit 25 mein Fachabitur fertig haben. Nach der Uni bin ich dann 30. Und ohne Berufserfahrung. Wer gibt mir dann noch einen Job?

Sport treibe ich jeden Tag zu Hause. Ich gehe auch joggen etc, aber alles eher morgens, da meistens von 16 Uhr bis 2 Uhr Nachts gekifft wird.

Wenn ich die Schule besuche bekomme ich Halbwaisenrente, so ca. 400-500€.
Dann habe ich auch mehr Geld für Aktivitäten als momentan.

Ich schäme mich auch für die vielen Fehler die ich im Leben gemacht hab, kann es nur leider nicht mehr ändern.

Das mit den Freundschaften stimmt. Mittlerweile sehe ich sie als Zweckgemeinschaften an.
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Warrior
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 13.11.2012
Beiträge: 1004

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Raoul,

ich könnte dir so einiges dazu schreiben, halte mich aber erstmal nur bei ein paar Punkten auf.

Ich glaube, du baust dir dein "vernünftiges" Leben um das Kiffen herum auf. Hier solltest du mal die Prioritäten verschieben.
Auf campmasters Frage nach dem Sport hast du geantwortet, dass du morgens läufst, weil abends gekifft wird. Dreh das doch einfach mal um und geh speziell zu der Zeit joggen, wo normalerweise gekifft wird.

Wenn du gute Ideen hast, wie du was ändern kannst, das alles aber nur so planst, dass es nicht mit deinen Kiffzeiten kollidiert, wirst du wenig ändern können.

Das zweite Problem hast du ja selber schon erkannt- dein Umfeld.
Um festzustellen, ob es wirklich Freunde oder nur Zweckgemeinschaften sind, würde ich diesen Leuten erstmal nur nüchtern begegnen.

Lass sie kiffen, koksen, saufen und du lässt es einfach bleiben. Wenn du es gar nicht aushälst, kannst du ja NACH den Treffen immer noch was rauchen aber so stellst du mal fest, was die Leute noch mit dir anfangen können und umgekehrt.

Außerdem könnte das für dich einfach mal klarmachen, wie diese Abdichterei auf andere Menschen wirkt und das soll ja für den Einen oder Anderen auch ein heilsamer Schock sein...

Soviel erstmal dazu.

Gruß Warrior
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 14:20    Titel: Antworten mit Zitat

Ich will das kiffen nicht endgültig aufgeben, ich denke wenn ich den ganzen Tag gelernt habe, Sport gemacht habe und andere Aktivitäten darf ich doch abends meine 2 Joints (in jedem 0,3 wenn ich alleine rauche) rauchen.

Wie gesagt wenn ich in der Schule erstmal bin (mache wahrscheinlich auch 1 Monat vor Anfang ein 4 wöchiges Praktikum) dann habe ich wenigstens paar Stunden am Tag von meinem Umfeld Ruhe.

2-3 von diesen Leuten aus meinem Umfeld sind begrenzt auch für andere Aktivitäten verfügbar, allerdings sind dabei immer Drogen und Alkohol im Spiel.

Mit dem Koks und trinken habe ich keine Probleme mehr, alles mehrfach schon abgelehnt und meine Freunde finden es sogar gut. Wie gesagt ist das kiffen mein Problem.

Den "heilsamen Schock" hab ich durch das Mädchen erlebt. Sie meinte ganz direkt zu mir, dass sie findet ich sehe gut aus und bin ein netter Typ etc. mit dem sie sich gut versteht, nur ich habe halt leider (bisher) keine Bildung und komme aus schlechten sozialen Verhältnissen. Sie meint, würde ich das ändern, sähe es ganz anders zwischen uns aus.
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Warrior
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 13.11.2012
Beiträge: 1004

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hm,... dann stellt sich schon die Frage, ob du dich selber ändern willst oder es nur diesem Mädchen zuliebe tust. Falls dem so ist, solltest du dich fragen, ob du auf Dauer damit glücklich werden kannst, hat ja schon was mit Sich-verstellen zu tun.


Versteh mich da nicht falsch, ich will dir nicht die Feierabendtüte madig machen, ich hatte nur beim Lesen das Gefühl, dass deine Unternehmungen danach geplant sind, ob gerade "Kiffen" in deinem Terminkalender steht, das meinte ich.

Und dann bin ich mir nicht sicher, ob es reicht, nur für ein paar Stunden aus deinem Umfeld rauszukommen. Die Gefahr, dass man dann abends in seinen gewohnten Trott zurückfällt, erscheint mir doch recht groß zu sein.

Grundsätzlich scheinst du dir aber deiner Problematik schon sehr bewusst zu sein, wie man das hier lesen kann.

Wenn man sich selber hinterfragt, ob das alles so richtig ist, ist das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, das kann nicht jeder.
Das siehst du ja schon in deinem Umfeld, wo sich die Leute ihr eigenes Leben schönlügen, um sich nicht mit sich selber konfrontieren zu müssen.
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

Warrior hat Folgendes geschrieben:
Hm,... dann stellt sich schon die Frage, ob du dich selber ändern willst oder es nur diesem Mädchen zuliebe tust. Falls dem so ist, solltest du dich fragen, ob du auf Dauer damit glücklich werden kannst, hat ja schon was mit Sich-verstellen zu tun.


Versteh mich da nicht falsch, ich will dir nicht die Feierabendtüte madig machen, ich hatte nur beim Lesen das Gefühl, dass deine Unternehmungen danach geplant sind, ob gerade "Kiffen" in deinem Terminkalender steht, das meinte ich.

Und dann bin ich mir nicht sicher, ob es reicht, nur für ein paar Stunden aus deinem Umfeld rauszukommen. Die Gefahr, dass man dann abends in seinen gewohnten Trott zurückfällt, erscheint mir doch recht groß zu sein.

Grundsätzlich scheinst du dir aber deiner Problematik schon sehr bewusst zu sein, wie man das hier lesen kann.

Wenn man sich selber hinterfragt, ob das alles so richtig ist, ist das schon ein großer Schritt in die richtige Richtung, das kann nicht jeder.
Das siehst du ja schon in deinem Umfeld, wo sich die Leute ihr eigenes Leben schönlügen, um sich nicht mit sich selber konfrontieren zu müssen.


Sagen wir es so:

Natürlich hätte ich sie gerne als meine Freundin, weil ich merke dass sie gut für mich ist und mir weiterhilft in meinem Leben.
Ohne sie hätte ich niemals nachgedacht, sondern weiter gekokst, getrunken, extrem gekifft, gedealt und mich geprügelt.
Aber nun habe ich gesehen, es gibt ein anderes Leben als im Ghetto rumzulungern.

Ich will gerne kiffen, allerdings in einem vernünftigen Maß. Alles was zuviel wird ist schlecht.

Hab durch meine Freunde auch Hero Junkies und Baser kennen gelernt...so möchte ich auf keinen Fall werden.

Ich denke mir, ich baue mir lieber eine vernünftige Identität auf (Familie, Arbeit, keine Kriminalität mehr) als irgendwann ein abgefuckter Junkie auf Hero zu sein oder im Knast zu landen.
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downer
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 23.03.2013
Beiträge: 60

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 18:13    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Raoul,

Eins wurde hier schon erwähnt und sollte auf keinen Fall übersehen werden,wenn du dein Leben umkrempeln willst,dann nur für dich selbst.Nur dann ist es möglich.Das mit dem Motivationsschub ist gut und oft notwendig,aber langfristig nicht ausreichend.Du musst es für dich tun und auch verstehen,warum du es brauchst.

Zu deiner Ausbildung.Drei Jahre ist nur eine Möglichkeit.Es gibt heute sehr gute Fernstudienmöglichkeiten,Schulabschlüsse wie die allgemeine Hochschulreife (Abitur) könntest du auch in zwei Jahren machen (du hast ja den Realschulabschluss) .Solltest du wirklich super motiviert sein ist das kein Problem.Ich erwähne das,weil auch du von Agrarwirtschaft nicht sonderlich begeistert zu sein scheinst und das Ganze eher als Mittel zum Zweck siehst.Ohne richtiges Intersse am Fach wird es schwer,zumal du später bei der Wahl des Studiengangs auch eingeschränkt sein wirst.

Wünsche dir viel Kraft und einen langen Atem
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4072

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 18:54    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht auch beides. Während meiner extremen Kifferzeit habe ich zwei Berufsausbildungen abgeschlossen und war bis auf einen recht kurzen Zeitraum, in dem ich auf Koks abgestürzt bin, immer arbeiten. Erst vor zwei Jahren habe ich aufgehört, das heißt, ich habe 17 Jahre lang gekifft und gearbeitet.

Von diesem ganzen "Volk" Rolling Eyes habe ich mich allerdings im Laufe der Jahre mehr und mehr distanziert. Das hatte zur Folge, dass mit der Zeit auch meine Connections weniger wurden. Heute müsste ich mich wirklich anstrengen, um was zu Rauchen zu organisieren.

Das könnte auch für Dich ein möglicher Weg sein, wenn Du Dein Leben ändern willst. Löse Dich von Deinem alten Umfeld, triff auch mal andere Leute, geh mit dem Mädel ins Kino. Du musst keinen harten Schnitt machen, aber die Richtung sollte stimmen und das Ziel sollte bekannt sein Wink Exclamation
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loretta
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 01.02.2010
Beiträge: 177

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2013 22:28    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
ich finde du solltest dir dein leben,deine freunde und dein umfeld mal nüchtern betrachten.willst du so bleiben?negative beispiele hast du ja genug.nimm dir mal vor nur einen tag nicht zu kiffen,dann vielleicht die woche danach 2 tage...usw.
wieso suchst dir keinen job den du neben dem fachabi weitermachen kannst?das bringt geld und abwechslung.
suchtberatung hört sich gut an,das geht auch ohne das die mama es weiß.
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2013 01:45    Titel: Antworten mit Zitat

Heute war ich wieder kiffen bis eben gerade.

Bin jetzt gut breit aber trotzdem hab ich auf das Gefühl keine Lust mehr.
Ich hab einfach nachgedacht dass es mehr gibt als dieses dreckige Weed was meistens auch noch gestreckt ist. Natürlich ist es für mich aber dieses Mädchen ist halt einfach die Motivation für mich. Weil ansonsten hab ich ja eh nichts ausser den Drogen und mein asoziales Umfeld.

Mit Nebenjobs ist es schwer, habe mich bereits überall beworben und kriege nur Absagen. Genauso wie bei Ausbildungen, habe 600 Bewerbungen bisher geschrieben. Wegen diesen Sachen weiss ich mir nicht zu helfen und aus Langeweile kiffe ich dann und hänge mit der untersten sozialen Schicht herum.

Ich würde gerne nicht kiffen wäre da nicht diese Langeweile.

Veilchenfee, wie hast du es geschafft dich von deinem Umfeld zu lösen?

Fernstudium muss ich selber bezahlen und hab dann auch keine Krankenversicherung mehr.

Agrarwirtschaft ist zwar nicht mein Fach aber hauptsache Fachabitur.
Habe mal Marihuana angebaut und kenne mich daher ein bisschen mit Pflanzen aus. Das liegt mir aufjedenfall mehr als eine Schule für Technik oder Wirtschaft.

Ich kann alles auf einer Fachhochschule studieren, ich studiere dann wahrscheinlich Soziale Arbeit oder irgendwas anderes.

Oft finde ich es auch peinlich mit bald 23 Jahren noch in die Schule zu gehen, mit 16 jährigen kleinen Kindern.
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Warrior
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 13.11.2012
Beiträge: 1004

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2013 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Da mach dir mal nicht so viel draus, ich habe auch als über 30jähriger noch mit 20jährigen auf der Hochschule rumgehangen, da muss man halt durch.

Tut mir echt Leid aber ich musste gerade ein wenig lachen: Du willst aus dem kiffenden Umfeld raus und studierst Agrarwirtschaft, weil du dich durch Mariuahaanbau mit Pflanzen auskennst, dass hat schon was Laughing


Angenommen, du krempelst jetzt alles um und das mit deinem Mädchen wird trotzdem nichts.. Was dann? Machst du trotzdem auf deinem eingeschlagenen Weg weiter oder fändest du es dann sinnlos, etwas zu ändern?

Gruß Warrior
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4072

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2013 18:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Veilchenfee, wie hast du es geschafft dich von deinem Umfeld zu lösen?

Nachdem ich irgendwann festgestellt hatte, was für Hohlkörper das größtenteils waren, ging das schrittweise. Einer zum Beispiel hat sich von mir nen Zwanni geliehen und nicht zurückgebracht. Als ich ihm dann irgendwann auf der Straße begegnete, fing er an rumzumachen von wegen "grad keinen Geldbeutel dabei". Ich lächelte ihn an und sagte sinngemäß, dass ich ihm den Zwanni gern schenke, wenn er mir nie wieder unter die Augen tritt.

In einem anderen Fall gab ich jemandem meine neue Adresse und Telefonnummer, weil ich umgezogen war. Irgendwann stand er unangemeldet vor meiner Tür, als ich gerade von der Arbeit kam und fing an rumzuschreien, man würde mich ja nie erreichen und er würde schon seit Stunden um den Block fahren, um mich abzupassen. Die Telefonnummer hätte er im Zorn weggeworfen. Auch in diesem Fall fertigte ich ihn kurz und knapp ab und gab ihm zu verstehen, dass er sich nicht mehr zu melden brauchte.

Auf diese Weise ließ ich das langsam, aber sicher "auslaufen". Dieser Prozeß erstreckte sich über einige Jahre. Endgültig fertig mit dem ganzen war ich an dem Tag, als ich von einem "alten Kumpan" mächtig gelinkt wurde. Da zog ich einen Schlussstrich und war froh darüber.
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2013 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ich mache es ja für mich, nicht für das Mädchen. Aber mit ihr wäre alles viel viel einfacher für mich, da ich dann etwas zu verlieren habe.

Hab nur halt durch sie gesehen, dass man auch anders leben kann.

Ich will nicht Agrarwirtschaft studieren, ich mache da nur meine Fachhochschulreife.
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Raoul
Anfänger


Anmeldungsdatum: 07.04.2013
Beiträge: 11

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2013 18:51    Titel: Antworten mit Zitat

veilchenfee hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Veilchenfee, wie hast du es geschafft dich von deinem Umfeld zu lösen?

Nachdem ich irgendwann festgestellt hatte, was für Hohlkörper das größtenteils waren, ging das schrittweise. Einer zum Beispiel hat sich von mir nen Zwanni geliehen und nicht zurückgebracht. Als ich ihm dann irgendwann auf der Straße begegnete, fing er an rumzumachen von wegen "grad keinen Geldbeutel dabei". Ich lächelte ihn an und sagte sinngemäß, dass ich ihm den Zwanni gern schenke, wenn er mir nie wieder unter die Augen tritt.

In einem anderen Fall gab ich jemandem meine neue Adresse und Telefonnummer, weil ich umgezogen war. Irgendwann stand er unangemeldet vor meiner Tür, als ich gerade von der Arbeit kam und fing an rumzuschreien, man würde mich ja nie erreichen und er würde schon seit Stunden um den Block fahren, um mich abzupassen. Die Telefonnummer hätte er im Zorn weggeworfen. Auch in diesem Fall fertigte ich ihn kurz und knapp ab und gab ihm zu verstehen, dass er sich nicht mehr zu melden brauchte.

Auf diese Weise ließ ich das langsam, aber sicher "auslaufen". Dieser Prozeß erstreckte sich über einige Jahre. Endgültig fertig mit dem ganzen war ich an dem Tag, als ich von einem "alten Kumpan" mächtig gelinkt wurde. Da zog ich einen Schlussstrich und war froh darüber.


Ja gut, aber so einfach ist es bei mir nicht.

Mein Kifferumfeld ist eigentlich genau das Gegenteil, unter uns "Junkies" hilft man sich gegenseitig.

Und viele von denen kenne ich bereits aus der Grundschule.
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