Antriebslosigkeit

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micro88
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 08.07.2011
Beiträge: 211

BeitragVerfasst am: 6. Feb 2014 18:37    Titel: Antworten mit Zitat

CrazyMan, ich verfolge deine Geschichte jetzt seit ueber drei Jahren. Wie waere es denn erst einmal 2 Jahre in Substitution zu bleiben, sich zu stabilisieren, kein Heroin mehr zu nehmen, die Schulden abzubauen, wieder ordentliche Leistung abzuliefern auf der Arbeit?

Falls das Methadon dich depressiv macht, stelle doch nach langsamen Abdosieren auf Buprenorphin um. Bei einer STABILEN Dosis von 10 mg (2 Monate auf 10 mg, keine Entzugserscheinungen mit dieser Dosis), ist das ein Kinderspiel. Warten bis man sehr entzuegig ist, dann 1 mg Buprenorphin, fertig!

Ich stimme Saubermann 100% zu, du musst im Hier und Jetzt leben! Und nicht erst, wenn du clean bist, was eventuell niemals der Fall sein wird. Also, wie waere es damit, endlich realistische Plaene zu machen, und zu leben..
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Sabiote555
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 14.08.2011
Beiträge: 1568

BeitragVerfasst am: 6. Feb 2014 19:57    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Crazy Man,
Ich stand auch mal auf ähnlicher Stufe, von den Gedanken her, wie du heute: "Mensch, das muss doch möglich sein clean zu werden" "Andere schaffen das auch" " Da musst du jetzt durch" "Was sollen die Leute denken wenn ich es (wieder) nicht schaffe"...ect...pp...

Ich verglich mein Leben mit der Leistungsgesellschaft und meinte mit Pola nicht so gut zu funktionieren wie "andere".
Ich übersah grundlegende Dinge und lebte im Missmut "nicht geschafft".

Meiner Meinung nach gibt es Denkfehler: Die Quote der Leute die nach einer jahrelangen Polamidon oder H Sucht abstinent leben und dabei glücklich sind tentiert bei nicht mal 6Prozent.
Diese 6Leute von 100 hatten durchschnittlich mehr als eine Handvoll Versuche abstinent zu werden, sie durchliefen Langzeittherapien, leben in geordneten Verhältnissen und, das wichtigste, :Die Droge gibt ihnen nichts mehr! Das heisst, sie nutzen die Droge nicht um "etwas zu merken" sondern dosieren in monatelangen "Kleinstschritten" ab ohne Rückfälle.

Also: Was gab dir das Pola/H damals? Welche Wirkung erhofftest du dir davon? Ist das heute anders? Welche Wirkung erhoffst du dir heute oder kannst du es rein als Medikament gebrauchen? Falls letztere: Dosiere über Monate in Minischritten ab und beobachte dich ganz genau wann und ob und warum Drogenverlangen auftaucht. Körperlich ursächlich oder seelisch?

Als nächstes das clean werden ansich: Über 94Prozent erreichen kein glückliches, cleanes Leben nach jahrelanger Sucht ohne Therapie. Das ist Fakt und diese Leute sind nicht alle dumm und willensschwach sondern da sind auch kluge und strebsame Menschen drunter Wink
Also gibt es nur die Auswahl:

a) Sich mit der Sucht anfreunden und mit ihr Leben. Dazu stehen und sagen:"Ja ich nehme zur Zeit gerne Opiate. Vielleicht ändert sich das irgendwann aber zur Zeit brauche ich sie für meinen Seelenfrieden" Du nimmst dir dadurch den Druck und die Depression "Ich muss clean werden und kann es nicht." Nebenwirkungen der Opiate müssten hingenommen werden oder therapeutisch/medikamentös eingestellt.

Auswahl b ist:
b) Du planst innerlich ein dass es dir ca 6Monate nicht gut gehen wird. Du wirst Depressionen, Schlafstörungen und Ängste bekommen weil du entgiftest. Nach der Entgiftung sofort in eine Langzeittherapie. Auch dort wirst du wochenlsng nicht glücklich sein. Warum? Dein Kopf muss die überflüssigen Opiatsynapsen im Kopf abbauen und wieder eigene Endorphine bilden. Das dauert...
Nach ca 1Jahr gehst du zurück in dein selbstbestimmtes Leben. Du bist clean und zufrieden. Du hast etwas geschafft! Monate der Quälerei aren erfolgreich. Nun liegt die Chance vielleicht 50 zu 50 ob du es ohne Drogen glücklich packst oder ob du zu der Substanz zurück gehst weil der Ursprung, warum du es nahmst, wieder da ist oder weil du dich erinnerst und einfach "mal wieder konsumieren " möchtest.
Bei dieser Variation kannst du Monate nicht arbeiten, kümmerst dich ausschliesslich um dich. Also suchst du neue Arbeit, neue Wohnung ect...Könnte eine Chance sein...

Ich habe mich zur Zeit für Variation 1entschieden und lebe da gut mit. Ich nehme zur Zeit noch zu gerne...Da sind clean Versuche unnötig...

Was zu Denkfehler 3 führt: Auch "mit" ist das Leben lebenswert und gestaltreich. Man braucht niemanden etwas zu "erklären". Die Aussage: Im Moment benötige und möchte ich die Opiate behalten reicht doch. Wenn es eine Freundin nicht verstehen will ist sie vll nicht die richtige.
Ein Substituierter stabiler Mensch kann ein angenehmerer Partner sein als einer der ständig erneut abdosieren möchte und psychisch unstabil und unglücklich ist.

Fazit: Was micro oben schon ansprach: Warum nimmst du nicht ein Jahr das Pola, stabilisierst dich, baust Schilden ab und gehst ambulant zur Psychotherapie (Verhaltenstherapie)
In einem Jahr ist dein Entzug nicht schlimmer als jetzt, keine Sorge. Du nimmst ja schon einige Jahre etwas...Mach dir nicht Sorgen um etwas was in der Ferne liegt...

Citalopram ist gut. Meist ist die Wirkung nach 14Tagen da. Ich würde auch auf 20mg erhöhen. Weiterhin ist die Dosis splitten eine gute Idee oder sogar etwas abdosieren wenn du so träge bist.
Bitte jemanden dich morgens per Telefon "anzuschieben" vll...

Was denkst du? Herzlichen Gruss sendet Caro
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CrazyMan
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 15.01.2010
Beiträge: 2110

BeitragVerfasst am: 7. Feb 2014 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Caro,

warum macht man das überhaupt? Etwas, was ich mir selber schon häufiger gestellt habe, um gegebenenfalls zu einer Lösung kommen zu können. Der Anfang ist leicht erklärt. Auch schon durch nasalen Konsum ist eine Euphorie zu spüren, die durch den gesamten Körper strömt. Zusätzlich fühlt man sich erhaben, frei von allem was beunruhigt. Damals war eine Zeit, in der eine sehr belastende Trennung erfolgte, so war dieses "age", wie es genannt wurde, eine gefährliche Ablenkung. Mit zunehmender körperlichen Abhängigkeit, ist von Euphorie nichts mehr zu merken. Dafür sind die Symptome des Entzugs spürbar, die ab nun vermieden werden. Darunter ein psychisches Tief, etwas, das vor H nicht auftrat. Klar, man hat mal einen schlechten Tag und fühlt sich mies bis depressiv verstimmt. In dieser Dimension aber nicht. Mit diesem Stoff hat man sich selbst erst so richtig durcheinander gebracht. Das, was es einst an positiven Effekten erbrachte, schlägt es einem in negativer Form um ein Vielfaches verstärkt um die Ohren, je mehr eine neurophysiologische Abhängigkeit besteht.

Mir ist nun schon klar, dass es nicht übers Knie zu brechen ist, dass ich alledem Zeit geben muss. Ich bin in der Regel ein ungeduldiger Mensch, deshalb ist das eine Umstellung für mich. Hauptsache, ich komme mit gegebener Dosis klar und bin zuversichtlich, positiv gestimmt und motiviert, anstatt mich dem negativen Gefühl fallen zu lassen, innerlich aufzugeben und die Decke über den Kopf zu ziehen, wie nun leider schon seit einer Woche gehandhabt. Und vielen Dank für deine Mühe, Caro! Smile
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Domenico
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.04.2013
Beiträge: 3089

BeitragVerfasst am: 7. Feb 2014 22:57    Titel: Antworten mit Zitat

hi crazyman
ich wollte noch was zu dem citalopram sagen.mach dir mal net zuviel gedanken machen.in der regel fängt es nach ca.2 wochen an zu wirken
aber der chefarzt in der tagesklinik meinte halt es kan bis zu 6 wochen
dauern weil ich nach 3 wochen immer noch keine verbesserung bemerkte!
aber was ich eh net verstehe warum dein arzt dir bei pola nur 10mg ange-
ordnet hat mit 20 muss man mindestens anfangen weil durch das pola
die 10 nicht den spiegel füllen können oder so ähnlich.
also ich bin kein arzt aber er meinte von anfang bei ihrer drogenlaufbahn
brauchen wir nicht mit 10 mg anfangen.
und nach einer gewissen zeit hat er auf 40 erhöht und erst dann nach über
sechs wochen fing es erst richtig an zu wirken!

Gruss Vito
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Sabiote555
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 14.08.2011
Beiträge: 1568

BeitragVerfasst am: 7. Feb 2014 23:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Crazy,
Ich gehe davon aus, dass du die Trennung von damals überwunden hast weswegen du angefangen hattest. Weiterhin solltest du Entspannungsmethoden beherrschen die du "anstelle dessen" vor dem Konsum ausprobierst.
Wenn das gegeben ist und die Frage"Warum mache ich das?" weiter besteht, dann lautet die Antwort: Es gibt keinen rationalen Grund. Deine Gehirnchemie hat sich den Opiaten angepasst und diese in den Stoffwechsel verbaut. Deshalb nimmst du es weitet, die Sucht treibt dich an selbst wenn du negative Konsequenzen verspürst. Das hat nichts mit Intelligenz zu tun!
Deine Sucht ist nicht berechenbar wie die Mathematik.

Deswegen: Dosis stabilisieren, Stimmung stabilisieren, ohne Beikonsum ein Jahr gut und zufrieden verbringen. Danach kannst du in Minischritten, die so klein sind dass du sie nicht merkst, quasi in 1bis 2Jahren abdosieren.
Bei jedem "wackeln" stehen bleiben und genau hingucken!

Es gibt gute Arbeitsblätter bei der Bundeszentrale fuer gesundheitliche Aufklärung zum Thema "Rückfall verarbeiten" oder das Kiss Programm (Kontrollierter Konsum)
Diese Blätter würde ich bestellen und einmal wöchentlich bearbeiten. Bzga .de ist die Internetadresse.

Wegen der Depression auf 20mg und dein Leben anfangen weiter zu leben, nicht warten...

liebe Grüsse! Caro
PS Onkelz Konzert war innerhalb einer Stunde ausverkauft...wen es interessiert...
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