Immer wieder zur Prostituierten

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BergundTalfahrt
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Anmeldungsdatum: 30.01.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 24. Jul 2014 09:53    Titel: Immer wieder zur Prostituierten Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

viele Jahre meines Lebens habe ich mir meinen Lebensunterhalt durch Prostitution verdient. Es gab verschiedenste Gründe, aus denen ich diesen Beruf ausgeübt habe. Anfangs war es im Grunde nicht freiwillig. Ich war sehr jung und brauchte Drogen um meine Sucht zu befriedigen. Anfangs habe ich für Drogen mit Männern, wesentlich älteren Männern geschlafen. Durch den Konsum konnten sie alles mit mir machen was sie wollten. Ich war so benebelt, dass ich keine Chance hatte etwas dagegen zu tun. Es war jedesmal ein Horror für mich, aber ich bin trotzdem wieder hin gegangen und habe meinen Körper für Drogen anderen zur Verfügung gestellt. Nachdem ich den Absprung geschafft habe, hat es aber leider nur wenige Jahre gedauert und ich bin wieder in der Prostitution gelandet. Allerdings zu meinem Glück, bin ich an ein Etablissement geraten, wo es etwas respektvoller zuging. Ich wurde zu nichts gezwungen und habe täglich mein verdientes Geld ausbezahlt bekommen, wovon ich mir natürlich zum grössten Teil meine Drogensucht finanziert habe.
Mehrere Jahre habe ich dann durchgehend wieder in den verschiedensten Etablissements gearbeitet. Habe meinen Ex-Ehemann dort kennen gelernt und auch während der Ehe weiter gearbeitet. Ihn hat's nicht gestört, er hat das Geld mit vollen Händen ausgegeben und andere Frauen davon für Sex bezahlt.
als ich es geschafft habe, mich von ihm zu lösen, habe ich ein 3/4 Jahr später wieder in der Arbeit einen total tollen Mann kennen gelernt. Wir haben uns sofort ineinander verliebt.

Er hat mein Herz im Sturm erobert und das erste mal in meinem Leben, konnte ich diesen Job nicht mehr machen Exclamation

Wir sind sehr schnell zusammen gezogen und ich habe meinen Job als Prostituierte an den Nagel gehangen. Ich wollte keinen anderen Mann mehr an mich heran lassen, ausser ihn. Ich habe das Bedürfnis entwickelt eine "normale Partnerschaft" zu führen, wo Respekt, Achtung, Ehrlichkeit, Vertrauen und Treue die Prioritäten sein sollten. Ich wollte ein Partnerschaft, in der es bei beiden kein Thema ist dem anderen Geschlecht körperlich Nahe zu kommen.

Nach einigen Monaten des zusammenseins war es dann so, dass er doch wieder zu einer Prostituierten gegangen ist. Diese Tatsache, dass mein Freund die Prostitution wieder in die Beziehung mit eingebracht hat, hat verdammt weh getan und beim ersten finanziellen Problem, habe ich dann auch wieder auf diese Möglichkeit zum Geld verdienen zurück gegriffen. Allerdings, habe ich seit der Beziehung mit meinem Freund, mit keinem anderen Mann mehr geschlafen, oder mich anfassen lassen Exclamation Ich habe meinen Freund nie angelogen oder etwas verheimlicht in dem Punkt, er wusste immer wo ich arbeite, wieviel ich verdiene und welchen Service ich anbiete. Er ist damit eigentlich ganz gut klar gekommen, zumindest hat er es mich glauben lassen.

Immer und immer wieder hat das Thema eine Rolle in unserer Partnerschaft gespielt. Ich will das nicht, habe aber das Gefühl nichts dagegen tun zu können.

Vor einem halben Jahr hat sich heraus gestellt, dass mein Freund innert 1,5 Jahren bei sieben Prostituierten war und mit zwei auch geschlafen hat.

BäHM!

Ich komme damit nicht klar. Vor allem, ich habe es Zeitweise gespürt, habe mit ihm gesprochen und er hat mich nach allen Künsten immer und immer wieder um den Finger gewickelt, so sehr, dass ich mein Gefühl immer wieder ignoriert habe.


Ich weiss vor lauter verzweiflung...Hilflosigkeit...teils Suizidgedanken, gar nicht mehr was ich denken und tun soll. Es ist ein Gefühl von riesen Blockade und gelähmt sein. Meine verletzten Gefühle werden mit jedem Tag mehr verletzt und der Schmerz grösser.

Drei Mal habe ich versucht mir das Leben zu nehmen...annähernd täglich setze ich mich mit dem Gedanken auseinander, mir das Leben zu nehmen. Dann kommt die Kriegerin in mir, bricht das ganze ab... Und mein Gefühl dabei ist...Tolle BergundTalfahrt, wieder etwas, was Du NICHT geschafft hast.

Es ist ein elender Teufelskreis und meine Sicht ist so verschwommen, dass ich keinen Ausweg erkennen kann...
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Flow der Botaniker
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 59

BeitragVerfasst am: 24. Jul 2014 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist deine Sache was du machst, wenn du meinst dich selbst zu töten dann ist es dein Weg der Erleichterung. Es gibt so richtig schöne Sachen im Leben welche ich jeden Tag sehen darf. Ich arbeite im Krankenhaus und hier sterben viele Menschen, glaube mir. Viele Kinder und viele Ältere, es macht einen Traurig und depri anzusehen wie Leute sterben. ABER, jeden tag entstehen hier auch viele Leben! Jeden Tag werden Babys geboren und es ist schön zusehen das dass Leben nicht Grau ist. Es ist Kunterbunt voll mit Gefühlen und Phasen. Mal geht es dir so schlecht das du keinen Ausweg siehst, oder keinen sehen willst. Ebenso gibt es aber Schöne Dinge welche mich glücklich machen. Mal eine Familie welche ein Mitglied verliert und es ihnen zu schaffen macht, dann wieder eine welche ein neues bekommt und überglücklich ist. Dein Leben bietet dir mehr als das, irgendwann kommt die Zeit, dann wirst du auch wieder mit einem Grinsen durch das Leben gehen. Ich wünsche dir VIEL VIEL VIEL Kraft in dieser Zeit und alles Gute.
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faun
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Anmeldungsdatum: 08.01.2014
Beiträge: 683

BeitragVerfasst am: 24. Jul 2014 23:32    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist eine schwere Situation.

Wenn ich Dich richtig verstehe, dann willst Du gerne aus diesem Krieslauf raus in dem Du steckst. Drogen. Prostitution. Klar. Alles andere wäre die seltene Ausnahme.

Die beste Basis ist es nicht jemanden als Partner zu wählen der darin ebenso gefangen ist. Zumal die Frage ist, ob er wirklich da ausbrechen will.

Der Erste Schritt ist dass Du klarheit, nüchterne Klarheit darüber erreichst, was Du Dir für Ziele setzen willst.

Es gibt Hilfe für Frauen die in diesem Kreislauf stecken.

Zuallererst ist es äusserst wichtig das Du mit Dir selber klar kommst. Dazu gehört bestimmt die Überlegung ob Du es alleine nicht besser schaffst. Oder ob Du es zusammen mit Deinem jetzigen MAnn schaffen willst. DAs erschwert es bestimmt. Und es gehört dazu das er es auch wollte. Was will er denn?

Wenn Du Dich sowieso umbringen willst haste nix mehr zu verlieren, da kannste dich genausogut mutig und stark an die Mutigsten Schritte wagen. Es ist nix dagegen wenn Du denkst dass du dich ja hättest umbringen können. Fühl Dich frei.

Viel haben darüber schon mal NAchgedacht oder denen ist der Gedanke gekommne, an Selbstmord. MAnche sprechend davon und tun es dann wirklich.

Mir kommt dann immer der Gedanke, na bevor ich das mache, kann ich genausogut auch ertsmal was anderes versuchen, wozu ich vorher vielleicht nicht den Mut hatte. verstehst Du was ich meine? LAss es sein mit dem Suizid und du hast ein neues Leben stattdessen. DIE zweite Chance. Du kannst alles tun, was besser ist als sich umzubringen, vor allem frei losgelöst von allem.

Allerdings ist das was Du Dir als Ziel setzt bestimmt schwer zu erreichen, ganz bestimmt. Der weg ist aber da.

LG

PS: ich hoffe du schreibst hier wieder...
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BergundTalfahrt
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 30.01.2013
Beiträge: 64

BeitragVerfasst am: 25. Jul 2014 10:01    Titel: Antworten mit Zitat

Sali Faun,

lieben Dank für Deine Antwort.

Von den Drogen habe ich mich zum grössten Teil schon vor über fünf Jahren gelöst. Inzwischen rauche ich nur noch meine Joints...mal mehr mal weniger, auch mal ein paar Tage gar nicht!
Allerdings ist es schon so, dass ich mich zeitweise wirklich so dicht rauche, um an all das nicht mehr zu denken, vor allem, wenn es durch neue geshehenisse in der Beziehung (fast fünf Jahre) wieder Thematisiert wird. Wenn durch Verhaltnsweisen von meinem Partner oder auch von mir das ganze Ding wieder hoch geholt wird.

Das Thema Prostitution ist von Anfang an ein sehr empfindliches Thema in der Beziehung gewesen. Durch die Art, wie wir uns kennen gelernt haben... Er war mein " Freier " und ich seine " Hure " Bevor ich ihn kennen gelernt habe, war ich mir sicher, dass ich mich nicht noch einmal auf einen Kunden von mir einlassen werde, da ich in meiner Ehe schon sehr damit zu kämpfen hatte. Meinen Ex-Ehemann habe ich auch durch den Job kennen gelernt und die ganze Ehezeit musste ich mit anschauen wie es sich Escortmädchen zu uns nach Hause bestellt hat, wenn ich beruflich unterwegs war.

Tja...erstens kommt es anders...und zweitens als man denkt...


Meinem derzeitigen Partner, seit fast fünf Jahren, habe ich immer und immer wieder geglaubt, dass ich es mir nur einbilde und Gespenster sehe, wenn ich die Vermutung hatte, dass er mich betrügt. Zu Weihnachten 2013 konnte er dem nicht mehr stand halten und so sind nach und nach immer mehr Dinge an's Tageslicht gekommen.
Wir hatten Zukunftspläne, hatten gemeinsame Ideen, gemeinsame Ziele...wir waren gemeinsam!
Inzwischen ist nichts mehr, wie es mal wahr Exclamation

In etlichen Gesprächen hat mein Partner mir immer wieder beteuert, dass auch er aus diesem Kreislauf ausbrechen möchte. Teilweise hatte er im Gespräch wirklich gute Ansätze. Mittlerweile frage ich mich, ob ich nur noch eine billige und bequeme Putzkraft und Hure für ihn bin.

Ausser Worte...und leere Versprechen kommt nichts, ausser mir Vorwürfe zu machen.

über ein halbes Jahr habe darauf gewartet, dass er einen Termin für uns bei seiner Psychiaterin ausmacht. Als der Tag dann gekommen war, haben wir uns nur gestritten und die Psychiaterin meinte, dass es normal sei, dass Männer dieser Neigung ein Stück weit nach gehen. BäHM! Auf die Frage, ob sie es bei ihrem Mann auch OK finden wurde, hat sie auf den Boden geschaut und es verneint.

Ich habe langsam das Gefühl, dass meine Erwartungen an eine Partnerschaft absolut irreal ist.

Ist es zu viel erwartet, wenn man sich nach Treue sehnt? Nach Achtung? Nach Ehrlichkeit? Langsam habe ich den Glauben daran verloren eine erfüllende Partnerschaft führen zu können.
Sicher bin ich auch kein Engelchen, aber es gibt doch im Zwischenmenschlichenverhalten auch eine Art Knigge.

Respekt...Ehrlichkeit...Treue...


Ich habe schon vieles versucht um meinen Weg in die Prostitution zu unterbrechen, aber es ist verdammt schwer! Immer und immer wieder beschäftige ich mich mit dem Thema. Da ich anderweitig beruflich irgendwie nicht so viel auf die Reihe bringe, studiere ich immer wieder Stellenanzeigen auf den Einschlägigen Portalen und überlege ob ich mich bewerben soll.
¨
ICH WILL DAS NICHT! ICH WILL MEINEN KÖRPER NICHT AN ANDERE VERKAUFEN!

Ich finde es inzwischen sogar ekelig, so viele nackte Männer mit ihren steifen Schwänzen...schwitzend und stönend zu befriedigen...mich bezahlen zu lasen und mir sagen zu lassen, wie geil ich sie gemacht habe.
Auf der anderen Seite, wenn ich dann einige Tage durchgehalten habe, sitzt die Maske wieder ganz gut und ich erfahre eine Art Bestätigung durch die Männer. Sie sagen und zeigen mir das ich gut bin, in dem was ich mache. Das tut mir dann wiederum gut, wenigstens in einem Bereich Bestätigung zu bekommen.

Es ist ein für mich sehr schmerzhafter, zwiespältiger Kreislauf aus dem ich es seit Jahren nicht schaffe auszusteigen.

Lieben Gruss
BergundTalfahrt
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