Substi-Arzt bei uns im Saarland von Patient angeschossen ...

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01950
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 20.07.2014
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 27. Jul 2014 00:21    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ich wage die Behauptung, dass dieser Mensch noch leben könnte, hätte man ihm nur erlaubt, Buprenorphin zu nehmen.


Und ich wage die Behauptung das das ziemlich dünnes Eis ist, auf das du dich da gerade begibst... Oder ist mir da was entgangen und der Fußballer hat im Vorfeld danach gefragt?


Aber eigentlich wollte ich nur mal kurz anmerken dass der Thread hier übelst dabei ist zum Gott-und-die-Welt-Opioid-Thread zu werden... Es geht schon seit drei Seiten gar nicht mehr ums eigentliche Thema Wink

Weil ein paar Posts vorher jemand gefragt hat wie die Sache weitergegangen ist:

Soweit ich gehört habe ist Der Arzt wieder über den Berg und praktiziert wieder, auch wieder Substi. Mein neuer Arzt hat mich der Ordnung halber gefragt ob ich wieder zurückwechseln möchte, was ich natürlich nicht nur dankend sondern lobend abgelehnt habe. (Ich bin so froh einen Arzt gefunden zu haben der einen wirklich menschlich behandelt!)
Ich habe mitbekommen dass die Kassenärztliche Vereinigung Saarland eine Resolution erlassen hat mit dem Ziel dass die Arbeit der substituiernden Ärzte mehr gewürdigt werden soll und das bitte Polizei, Politik und verständnislose Kollegen bitte von diffamierungen Abstand halten sollen. So ungefähr der Wortlaut.
Es wurden auch die Substitutionsmediziner vom Notdienst befreit, meiner Meinung eine selbstverständliche Sache, da die sich sowieso die Wochenenden um die Ohren schlagen... Ob das jetzt eine direkte Folge der Tat war weiss ich jedoch nicht, sicher ist aber dass sie im Bereich Krisenintervention und Gewaltandrohung geschult werden.
Im großen und Ganzen ist die Sache für die Patienten reibungslos über die Bühne gegangen, gleich am Tag der Tat haben die Patienten noch ihr Substitut erhalten und zwei oder drei? Kollegen haben für den Arzt die Patienten übergangsweise aufgenommen.

Alles gut?

Mitnichten. Wir wissen ja alle das die momentane Stellung von Substitutionsmedizin in Deutschland fast schon eine Farce ist. Vor allem die juristische Auslegung der BtMVV hat in letzter Zeit für unhaltbare Zustände bei Ärzten und Patienten gesorgt, verhängte Berufsverbote schüren Angst bei den Verordnenden und führen genau zu solchen Situationen wie es in unserem kleinen Bundesländchen gekommen ist.
Daher geht diese Tat meiner Meinung auf das Konto Dyckmanns/Mortler, die in ihren jährlichen Berichtsheftchen seitenweise Kai Pflaume für seine tolle Präventionsarbeit loben, Amazon von der Beihilfe zum Drogenhandel abhalten möchten und brav zum thema Substitution, damit es auch erwähnt ist, die aktuellen Fallzahlen und Statistiken runterbeten anstellen endlich einnmal Drogenpolitik fürs 21. Jahrhundert zu betreiben und alle diese unhaltbaren Zustände für alle Beteiligten abzuschaffen.
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Sienna
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 31.08.2009
Beiträge: 1986

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2014 01:17    Titel: Antworten mit Zitat

QyX hat Folgendes geschrieben:
Es ist in der Summe einfach Wahnsinn, was Opioide für extrem negative Reaktionen bei Ärzten auslösen können. In den vergangenen Wochen hatte ich mir das Buch mit dem Titel - Opioide in der Medizin, Auflage aus dem Jahr 2012 angeschaut. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass zur Zeit nur etwa 10% der Tumorschmerzpatienten ausreichend mit Analgetika versorgt wird. 90% der Patienten leiden unnötigerweise an gut behandelbaren Schmerzen. "Unter den Pflegern, Ärzten und Patienten geht noch immer das Schreckgespenst der Abhängigkeit und Lebenszeitverkürzung umher", so steht es in dem Buch.

Genau das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen, QyX. Bei vielen Ärzten ist es eben nicht so, dass man Opioide (und/oder Benzos) mal eben so hinterher geschmissen kriegt, wenn man nur gut schauspielern kann und "redegewandt" ist, so wie hier von ein paar Usern behauptet wurde. Leider verschreiben einige Ärzte diese Substanzen äußerst ungern (gerade wenn man noch etwas jünger ist)! Um potente Opioide zu bekommen, muss man teilweise schon im Sterben liegen, einen bösartigen Tumor oder eine vergleichbare Krankheit haben. Für Schmerzpatienten, die auf Opioide angewiesen sind, ist das eine Zumutung.
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Sophisticated
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 06.12.2012
Beiträge: 244

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2014 17:35    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant ist da auch, wo Deutschland im Ländervergleich steht hinsichtlich des pro-Kopf-Opiatverbrauchs: wir stehen in Europa im unteren Mittelfeld, das heißt, dass in vielen Ländern viel mehr Opiate verschrieben werden, in einigen Ländern bis zu 10mal mehr. Das hat natürlich nicht damit zu tun, dass wir weniger Schmerzen haben, sondern dass es zum einen so ein enormer Verwaltungsaufwand ist, bei uns BTM zu verschreiben, aber es werden auch emotionale Gründe angeführt: die Opiate haben einen schlechten 'Ruf' , außerdem wird die Schmerztherapie im Medizinstudium wohl gerade mal angeschnitten.
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01950
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 20.07.2014
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2014 19:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hast du eine Ahnung warum gerade in Dänemark der Verbrauch pro Kopf so extrem hoch ist?

Ich denke mal du beziehst dich auf die Tabellen in "Opioide in der Medizin", stimmts?
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Pachelbel
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.09.2014
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18. Sep 2014 22:24    Titel: Antworten mit Zitat

Als Angehörige des in Saarbrücken angeschossenen Arztes freue ich mich sehr in diesem Forum so viele Genesungswünsche für ihn zu lesen.
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Pachelbel
Anfänger


Anmeldungsdatum: 18.09.2014
Beiträge: 2

BeitragVerfasst am: 18. Sep 2014 22:31    Titel: Antworten mit Zitat

als angehörige des Opfers kenne ich die Hintergründe der Tat. ich kann sie einfach nicht nachvollziehen.


realflippy hat Folgendes geschrieben:
@hey arschi

man muss auch kein verständnis für diese tat haben..aber sie ist in gewissem maße nachvollziehbar.
natürlich rechtfertigt nix im leben das jemand ne knarre nimmt und jemand anderen und dann sich selber in den kopf schießt...nur neigen menschen in belastungssituationen gelegentlich zum extrem...und wenn die belastungssituation lange andauert und mit konsequenzen endet die ein ganzes leben um 180° auf den kopf stellt...na ja...sagen wir mal dann kommt sowas vor.
wir kennen alle berichte von leuten die nach jahrelangem streit ihre familie auslöschen...leute die nach monate langem mobbing und oder arbeitsterror mit ner 38er in ihre firma rennen und aufräumen...amokläufe an schulen..und jedes mal ist die welt erschüttert und begräbt die toten...wir unterteilen in täter und opfer..und denken nicht daran das sich leute wie steinhäuser oder klebold und harris auch umgebracht haben..es gibt bei sowas immer ein opfer mehr als wir sehen wollen...in solchen fällen gab oder gibt es immer vorgeschichten..und diese einfach zu unterschlagen macht uns selber zu tätern..

zur situation der praxis...ich habe jetzt schon von anderen seiten gehört wie die situation in der praxis ausgesehen hat..das es dort zustände gab die einfach unhaltbar waren.
es sind keine verschärften regeln wenn man menschen vor allen patienten als betrüger beschimpft...ihnen aus seiner überlegenen positition heraus einen wechsel zu einem anderen arzt verwehrt...menschen die unter sicht nicht pissen können als betrüger tituliert und ihnen katheter legen lässt oder sie in unterwäsche durch die praxis jagt. das nicht als machtmissbrauch zu erkennen erfordert schon ein ziemlich hohes maß an blindheit..zumindest auf diesem auge^^

es hat auch nix mit behandelung zu tun wenn man als angeblich erfahrener suchtmediziner den normalen verlauf einer erkrankung als grund für bestrafungen nutzt.
mein gott..der hat da menschen behandelt und keine reudigen hunde...die werden im tierheim besser behandelt als menschen unter solchen ärzten.

zur substi im allgemeinen hab ich hier ja schon einiges geschrieben...bei so einem "schwammigen" Wink regelwerk wie der btmvv ist es kein wunder das alles in dieser hinsicht aus dem ruder läuft...aber irgendwo hatte ich mal geschrieben..es muss wahrsch. erst alles richtig schlimm werden..dann können wir die scherben / leichen zusammenfegen und überlegen was haben wir falsch gemacht...welche fehler machen wir das nächste mal nicht mehr...hoffentlich ist dann eine gewisse generation betonköpfe in einigen unserer hauptstädte mal ausgestorben.
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silenthigh
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 2949

BeitragVerfasst am: 18. Sep 2014 23:11    Titel: Antworten mit Zitat

Pachelbel hat Folgendes geschrieben:
als angehörige des Opfers kenne ich die Hintergründe der Tat. ich kann sie einfach nicht nachvollziehen.


ja schön. und jetzt? was wären denn die hintergründe? so wird hier nur hin und her spekuliert, wenn du nichts zu den Hintergründen schreibst.
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