suchtverständnis

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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 2472

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 16:47    Titel: Antworten mit Zitat

War dogs ist nicht schlecht, so für zwischendurch...
...ich verstehe das auch so wie du surreal, man akzeptiert die Sucht als festes Merkmal seiner Persönlichkeit und versucht sein Verhalten dementsprechend immer aufmerksam im Auge zu behalten und zu beurteilen. Naja, joe wird uns schon aufklären. Und es scheint ja zu funktionieren, schl. ist er 17 J clean. Finde ich als Ansatz auch nicht falsch, je nachdem welche Suchtgeschichte man hat .

LG N
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2092

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 16:55    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Finde ich als Ansatz auch nicht falsch, je nachdem welche Suchtgeschichte man hat .


Ja, davon gehe ich auch aus. Also, dass bei manchen Leuten so eine dauerhafte regelmäßige Beschäftigung mit dem Thema hilfreich sein kann. Je nachdem, auf welche Weise sie ihre Sucht gelebt haben, sozusagen. Wer viele Jahre eigentlich nur mit den Drogen und allem, was damit zusammenhängt, beschäftigt war, vielleicht sogar schon seit der Jugend, der wird vielleicht schwer "einfach so" zu einem anderen Lebensinhalt finden. Und da kann so eine Beschäftigung mit den Drogen unter umgekehrtem Vorzeichen vielleicht wirklich die beste Lösung sein. Allerdings würde ich persönlich auch da versuchen, langfristig einfach ein neues Leben aufzubauen und mich dann darauf konzentrieren. Sodass am Ende die Sucht auch abgehakt werden kann. Aber das soll natürlich jeder so handhaben, wie er es für richtig hält.

Und jetzt schaue ich mal den Film.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 1991

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 17:58    Titel: Antworten mit Zitat

Ich definiere "Sucht" als eine gescheiterte Selbstmedikation, mittels derer man versucht (hat), Lebenssituationen oder Empfindungen zu verändern. Dummerweise bekommt diese Verhaltensweise dann eine gewisse Eigendynamik, die sich nur ändern lässt, wenn man es selbst wirklich will (und noch kann)...Wink
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 1597

BeitragVerfasst am: 9. Jan 2017 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

ich finde eigentlich, man kann alles zur Sucht machen, wenn man es nur exzessiv genug betreibt...manch einer ist ja sogar süchtig nach Leben Wink
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 2472

BeitragVerfasst am: 10. Jan 2017 06:17    Titel: Antworten mit Zitat

nebukadnezar hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
wenn ich mich und meine sucht bedingungslos annehme, verliert sie auch diesen negativen touch.


Nee, das würde bei mir nicht funzen, das Kapitel habe ich geschlossen und werde es ( hoffentlich) auch nicht wieder öffnen, da bin ich mir eigentlich sehr sicher!
Ich will mich doch nicht mein Leben lang mit diesem verficktem Thema auseinandersetzen, nicht vergessen, ein Auge darauf haben, logisch, aber das muss dann auch reichen, da habe ich wichtigere Dinge zu tun.

Zitat:
und nur weil andere auch so sind, muss ich auch nicht so sein.

ja schreibst, aber lebst du das auch? Ich lese dich hier sehr eingenordet, mit immer mal wieder bestimmten Aussagen, die du ja irgendwo gelernt hast. Sind das jetzt allein deine Aussagen, oder Mitgenommenes aus den NA´s? Wenn du jetzt diese 12 Steps gehst, sind das dann deine Steps, oder die Steps dieser Gruppen?
Wenn dem so ist, machst du ja ganz haargenau das, was andere machen und lebst danach.
Das ist jetzt keine Wertung, wenn es funzt ist es gut. Ich kenne mich mit diesen ganzen NA´s nicht aus...


muss unterbrechen...

LG N

( Fortsetzung)

...nur mein Eindruck.

Zitat:
ich komme aus einer suchtfamilie. äusserlich unauffällig. kontrollsucht, unfähigkeit gefühle oder anerkennung zu äussern, alles deckeln, alk bei papa, tabletten und essen bei mama. suizidversuche. ich habe da mit 15 angefangen, bei papa hats dann irgentwann mal geklappt.


Meine Kindheit und Jugend war traumhaft, Vater sorgte als Unternehmer fürs nötige Geld und Härte, meine Mutter war der Gegenpol, wollte man etwas ausser der Reihe wie z.B Lederjacke, FS, Moped ging man in den Ferien 3 Wochen in den Tiefbau oder Fabrik. Geschützt vor meiner Sucht hat das ganze mich auch nicht und ich sehr auch keinen pauschalen zwingenden Grund in der familiären Sozialisation hinsichtlich einer Suchterkrankung. Möglich sicherlich und auch oft ( meist?) der Fall. Als ich in meiner ersten Therapie war traf das sicher für bestimmt 75 % Klienten zu. Bei mir war es nicht so. Obwohl ich damals in der Therapie ziemlich sauer auf meinen Vater war, als zu Weihnachten ledgl. ne Karte kam, die gleich, die er seinen Geschäftsfreunden als Weihnachtsgruss schickte, vorgedruckter Text mit Unterschrift. Aber so ist er gewesen, und war ok letztendlich.


Zitat:
ich war schon immer extrem
Extrem? Ich weiss nicht, ich würde sagen, ich ging immer an meine Grenzen, klar viel lesen - gehörte damals ja auch irgendwie dazu, die üblichen Verdächtigen von Salinger, Kerouac, Castaneda über Hesse, Dostojewskie, Balzac, Boccacio bis Fromm etcpp. zugekifft zu diskutieren-
Sport, Mädchen, Musikmachen... all die Dinge, die das junge Leben schön machen, ist das nicht normal? Es folgte BW, Berufsausbildung, Studium, Job und dann mit 26 ein vermeintlich verzweifelter Moment, die Pumpe landet in der Vene und der ganze Spass ging los Evil or Very Mad

Zitat:
aus den meetings weiss ich halt, das das alle süchtels so gemeinsam haben.
Question
Zitat:
oh ups, ich relativiere meine absolute aussage "alle süchtels", zu der aussage "alle süchtels, die ich kennenlernen durfte".
uff, das war knapp.('Smile')

Puh, das haste dich aber gerade noch mal rausmanöveriert Wink Razz

Schönen Tag!

LG N
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Schlaumeier
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 575

BeitragVerfasst am: 10. Jan 2017 08:30    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:

suchtverlagerung, bzw. mein süchtiges verhalten in allen möglichen handlungen oder gedanken zu erkennen, finde ich eher praktisch. ich habe ja etwas, was ich dem entgegensetzen kann.
wenn ich mich und meine sucht bedingungslos annehme, verliert sie auch diesen negativen touch.
denn natürlich ist das auch stück normalität. menschen sind so. aber ich möchte ja wachsen. und nur weil andere auch so sind, muss ich auch nicht so sein.

Wie zuvor bemerkt, hatte ich das aus dem zusammenhang gerissene Zitat voellig anders interpretiert. Das hier kann ich so unterschreiben.

Zitat:
ach schatti, einfach mal überlegen nüchtern zu werden. raus aus dem selbstmitleid, rein ins leben.
kein süchtiger muss drogen nehmen.
schatti hats doch genau so gemacht, und das ist gut so. Traurig nur das hier einige sind die lange nicht soweit sind und auf der Welle Ihrer Sucht surfen ohne zu erkennen das laengst ein weisser Hai im dunklen Wasser unter der Welle sein Opfer fixiert hat. ... Shocked
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 829

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 16:22    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag,
endlich zurück. 3 tage Big B. erst mal heizen, arschkalt hier.

tja, es wäre ja schön, wenn wir das kapitel sucht so einfach hinter uns lassen könnten. aber schlaumeier und neb, ich habe doch bei euch schon mal den leisen wunsch die kippen sein zu lassen herausgehört.
und rauchen ist doch wohl aktive sucht, oder?

mein suchtverständnis basiert natürlich auf dem von NA, bzw. was ich halt in den ganzen jahren gelernt habe.
Omas sprichwort "nicht in den brunnen zu springen weil andere das auch machen" bezieht sich ja eher auf nicht geeignete dinge. also nichts nachzumachen, was mir schadet.

was ich auf den meetings lerne funktioniert aber bei mir und anderen. da fände ich es dumm für mich, soetwas nicht zu übernehmen.
...obwohl ich schon so schwierigkeiten habe von anderen was anzunehmen. gütes übungsfeld.

der kryptische joe,
wieso eigentlich?
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2092

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 17:08    Titel: Antworten mit Zitat

Wegen des "Kryptischen": einiges von dem, was du schreibst, verstehe ich halt nicht so einfach. Da scheint mir vieles nur angedeutet zu sein oder irgendwie uneigentlich formuliert usw. Ich verstehe es ja in der Regel schon einigermaßen, aber ich mir manchmal nicht sicher, ob ich es richtig verstehe.

joe hat Folgendes geschrieben:
und rauchen ist doch wohl aktive sucht, oder?


Rauchen und auch Koffein werden aber oft außen vor gelassen. Wenn es etwa darum geht, ob jemand "polytox" ist. Da muss man ja von mind. zwei Substanzen abhängig sein, aber Nikotin und Koffein zählen nicht.
Bei diesen Substanzen würde ich auch eine Ausnahme machen, da sie zwar durchaus süchtig machen und zumindest Zigaretten ja auch ziemlich giftig sind, aber sie beeinflussten das Bewusstsein nicht merklich und haben entsprechend auch keinen so großen Einfluss auf das Leben des Süchtigen.
Werden Nikotin und Koffein bei den NA eigentlich toleriert?
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 1597

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 17:14    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
Werden Nikotin und Koffein bei den NA eigentlich toleriert?

klar, es gibt sogar immer Kaffee als sozial verbindende Aktivität bei den meetings, sind ja nicht Fleckenbühl/ Synanon.
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 2472

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 17:23    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
neb, ich habe doch bei euch schon mal den leisen wunsch die kippen sein zu lassen herausgehört.
und rauchen ist doch wohl aktive sucht, oder?


wahre Worte, joe, wahre Worte! Da muss ich unbedingt dran, aus mehreren Gründen, die nicht nur mich betreffen. Wird Zeit aus dem leisen Wunsch. nen lauten Schrei zu machen!

LG N
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 829

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 17:26    Titel: Antworten mit Zitat

ja, kein problem.
es ging mir hier auch nicht um NA, sondern um die aussage, "ich möchte meine sucht hinter mir lassen."
durchaus verständlich, aber wie gesagt, scheint mir das bei süchtigen nicht möglich.
ich habe allerdings gemerkt, das sucht durch die lange abstinenz und mit hilfe der 12 schritte, viel von ihrer kraft verloren hat.

übrigens, rauchen hat einen erheblichen einfluss auf das leben von süchtigen. es verkürzt nämlich ganz schön die zeitspanne, die wir hier auf erden wandeln.
ausser bei helmut schmidt und johannes heesters.
aber natürlich sind das keine rauschdrogen.
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surreal
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2092

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 17:30    Titel: Antworten mit Zitat

joe hat Folgendes geschrieben:
durchaus verständlich, aber wie gesagt, scheint mir das bei süchtigen nicht möglich.


Es sind doch einige hier, bei denen das so klappt. Oder waren die (deshalb) dann niemals süchtig?
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 1597

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2017 19:05    Titel: Antworten mit Zitat

nun ja, Sucht findet in erster Linie im Belohnungszentrum statt und man kann letzteres möglicherweise durch z.B. langjährigen Drogenkonsum irreparabel schädigen.
bildlich vorgestellt ist das wie eine Feder, die immer wieder an- und entspannt wird und wenn die durch langfristiges Zuführen von Substanzen dauerhaft überspannt wird, leiert sie irgendwann aus und kehrt auch nicht mehr in ihre Ausgangslage zurück.
somit kann das schon rein physiologisch schon so sein, wie Joe sagt Confused
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schattengewächs
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 1183

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2017 14:51    Titel: Antworten mit Zitat

sehr stimmiges Bild, ast!
Ich bin ja gerade eine Art "follower" von dir geworden... Shocked

Aber das Bild mit der Sprungfeder stimmt ungefähr-
je länger oder öfter sie "überdehnt" wird mittels Substanzen, desto geringer wird Wahrscheinlichkeit, dass der Normal-Zustand wiedererlangt wird.

Shitte, ich bin heute nicht so optimistisch unterwegs. Somehow!
Ich denke wir sind alle etwas "ausgeleierte Sprungfedern" - naja, in dieser Biographie eben... kein Grund aufzugeben. Aber easy ist das alles nicht! Idea Idea Idea Evil or Very Mad
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mikel015
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 1991

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2017 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Außerdem...
Sucht ist keine Willensschwäche, sondern eine Krankheit. Und sehr oft ist es so, dass eine Abhängigkeit nur das kleinere von zwei Übeln ist- ich spreche da aus eigener Erfahrung.
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