Der Weg zum Glück (?!)

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Lillian
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3489

BeitragVerfasst am: 11. Apr 2017 23:58    Titel: Antworten mit Zitat

Cariote hat Folgendes geschrieben:
...Das Amt hilft doch bestimmt? Sind Obdachlosenunterkünfte wirklich sooo schlecht dass man da lieber Obdachlos ist?

LG Caro


Ja,sie sind sogar noch viel schlimmer. Da kannst du dir mit 6 Mann ein Zimmer teilen und geklaut wird auch noch. Das Wenige das Mannn hat, ist dann, wenn nicht i-wie drauf pennen kannst, am nächsten morgen weg.

Und Caro, nicht jeder möchte eingesperrt in 20 oder 25 qm sein. Viele lieben die Freieheit. Ich hatte hier mal über 3 Winter jeweils einen Obdachlosen für einige Zeit aufgneommen. Nur als es an der Zeit war, das sie wieder gehen mussten, war für mich sehr hart, weil's mir damit sehr schlecht ging. Und gefehlt hat hier GAR NIX. Nicht von diesen 3 Männern.

Die andere Geschichte wo man mir meinen Laptop, mein neues Handy Sony Xpiria( was noch nicht einmal bezahlt war) und Miwos Wellenseteynjacke weg war, hatte ich schon mal erzählt. Auch mal eben einen Wert über 1300€ oder mehr € gehabt. Seitdem nehme ich NIE wieder fremde nach'm feiern aus der Stadt mit nach Hause.

Bekam noch ein frisches Bett, Mittagessen und ne Dusche. Er wollte das wir ihn ein Taxi riefen und nachdem wir dann bemerkten, was alles fehlte, rief ich bei der Taxizentrale an und schilderte kurz den Sachverlauf ( weil sie ja nicht sagen dürfen wohin jemand fuhr) und ob sie mir sagen können, wohin sie ihn gebracht haben. Da ist dieses Sch*** nicht mal ins Taxi gestiegen.

Achja, Drogen gab's auch für Lau von uns.
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Cariote
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 814

BeitragVerfasst am: 13. Apr 2017 20:13    Titel: Antworten mit Zitat

Aber Lillian, das verstehe ich jetzt mal so gar nicht..
Bei uns ist ein Obdachloser der unter einer Brücke wohnt. Er meinte das auch dort seine Sachen zum Teil durchwühlt oder angeschaut werden, manchmal geklaut.
Ist es nicht 6 mal besser mit 5 anderen Leuten in einem Zimmer zu schlafen und die Sachen dort trocken bei sich zu lagern anstatt unter einer Brücke?
Geklaut wird unter der Brücke doch genauso wie evtl im Obdachlosenheim. Dort gibt es aber Heizung, Dusche, Küche und eingesperrt bist du doch auch nicht?
Du kannst doch raus gehen wenn du möchtest oder wird man nachts eingeschlossen Shocked ?

Ganz ehrlich, als ich unter der Brücke her gefahren bin und ein Haufen Kleidung und Zeugs gesehen habe, da habe ich auch angehalten und geguckt weil ich wissen wollte was da alles für Krams herum liegt.
Das da jemand unter den Decken liegt habe ich erst gesehen als der Mann plötzlich aufgestanden ist. Ich habe mich vll erschrocken!

Ich sagte, sorry wollte nicht stören sondern nur schauen was da alles rum liegt. Da sagte er, das öfters Leute schauen was da liegt. Aber doch nicht zum klauen sondern um erstmal zu gucken was da da ist...
Er sagte er wolle noch ein bisschen ausruhen und später Flaschen sammeln gehen. Er hofft, dass seine Sachen da nicht weg kommen weil er nicht alles mitschleppen wolle.

Er hat da keine Dusche, kein Klo, nichts.
Warum nicht ins Obdachlosenheim?

Schliessen die über Nacht und du kannst dich da nur tagsüber aufhalten?

LG C
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bewa
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Anmeldungsdatum: 30.08.2012
Beiträge: 862

BeitragVerfasst am: 13. Apr 2017 21:11    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, wieso war ich obdachlos?
Kann ich mir jetzt nicht mehr vorstellen,
aber ich war so: "Ist jetzt eh alles egal"
unterwegs.

#Lonesome cowboy a long way from home#

im Sommer war das ja auch noch ok
aber im Winter irgendwo in Kreuzberg
oben im Treppenhaus, dann musste ich mal
und unten war abgeschlossen -
ich kann es mir echt nicht mehr vorstellen
seither kümmere ich mich um die Ämtersachen
aber damals war mir vieles egal
irgendwie fand ich es sogal cool
ich war aber auch jung
naja, mitte 20, aber im Kopf
noch nicht erwachsen!

Es ist einfach, alles hinter sich zu lassen
und "auszusteigen", schwieriger ist es,
dann wieder den Weg zurück zu finden
sich zu kümmern - man weiss eben,
es geht auch so!

Ich war ab und zu in der Krisenwohnung
damals Prinzenstrasse - das war der totale Luxus
relativ, man konnte abends kommen, es war Essen da
man musste seine Drogen und Utensilien einschliessen
bis morgens, man konnte fernsehen, 3/4 - Bett-Zimmer
sehr coole Einrichtung!
"Richtige" Obdachlosenheime hab ich nicht besucht
aber ich war auch ne Zeit in der Krisenwohnung
voll mit Drogis und psychisch Gestörten, alles besser
als Hausflur oder Parkbank

Ich habe einen Kumpel, der schläft mit seinem Passmann
in der Hasenheide, wir haben zusammen Weihnachten
gefeiert, ich hatte Bouletten & Rotkohl gemacht

jedenfalls hatte er ne Wohnung, betreut von der Stadtmission,
das war ihm zu viel, einmal die Woche Gruppengepräch
und ein Gepräch mit der Betreuerin - er will das nicht,
also lebt er lieber wieder auf der Strasse!

Ich finde es dumm von ihm - aber was will man machen
manche wollen halt nicht!

Wie gesagt, ich kann alle verstehen,
die keinen Bock auf unser System haben
ich habe mich arragiert und bin gottfroh
daß unser Staat es mir ermöglicht
in einer Wohnung zu überwintern.

Und ich bin auch dankbar
daß mir die Menschen in Berlin
jeden Tag mir soviel Geld für meine Musik geben
daß ich ein angenehmes Leben führen kann.

Man muss halt seinen Arsch hochkriegen
dann klappt's auch mit den Nachbarn!

Viele Grüsse an Alle
Dicke Eier und so
bewa

hey caro, ich sag noch an, wo ich am 25 - 27 bin...
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Cariote
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 814

BeitragVerfasst am: 13. Apr 2017 21:52    Titel: Antworten mit Zitat

Au ja Bewa, ich würde zumindest gerne deine Musik in der Bahn hören:-) wir werden Dietrichstr wohnen in hohenschònhausen oder wie das hieß...

Einmal die Woche Sozialarbeitergespräch und da schläft der Mensch lieber draussen?
Also, ok dann "selbst Schuld", denke ich mal...Das ist ja nun wirklich keine hohe Anforderung...dafür dass man für Lau vom Amt frei wohnen kann.
Und mit 4 Leuten in 1Zimmer ist auch ruhiger als draussen.
Hmm..
Lg Caro
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Fjara
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 31.05.2016
Beiträge: 366

BeitragVerfasst am: 13. Apr 2017 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cariote
Bei uns haben manche große Schwierigkeiten und keine Möglichkeit in einem Obdachlosenheim unter zu kommen. Hatte mich vor kurzem mit einer jungen Frau unterhalten, die zurzeit im Parkhaus lebt. Sie tat mir sehr leid, nett war sie und ich hab mich mit ihr länger unterhalten. Einmal sind bei uns alle Heime voll, alles überfüllt, es gibt viel zu wenig Plätze für alle Obdachlose. Das zweite Problem ist, das man für einige Unterkünfte gemeldet sein muss oder zumindest einen Personalausweis oder ähnliche Papiere benötigt. Dafür brauch man eine original Geburtsurkunde und die haben einige nicht und kommen da auch nicht so leicht dran. Alles was schwierig und kompliziert mit den Behörden leider.
Früher hab ich öfters geholfen und manche mit nach Hause genommen, einer hat sogar mal 1 Jahr einfach so bei mir gewohnt. Aber das möchte ich jetzt nicht mehr, hab jetzt auch Familie. Mir tut das alles immer sehr leid. Es müssen mehr Unterkünfte aufmachen.

Liebe Grüße und allen schöne Ostern
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bewa
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 30.08.2012
Beiträge: 862

BeitragVerfasst am: 15. Apr 2017 13:29    Titel: Antworten mit Zitat

Sicherlich gibt es zu wenig Unterkunftmöglichkeiten, das ist
das Eine. Obwohl - ich habe nicht schlecht gestaunt, als
mir mein Kollege erzählte: Er wurde nachts von Bullen geweckt-
ob denn alles ok wäre, oder ob sie ihn in die Notübernachtung
fahren sollten. Und ob er einen heissen Tee möchte!

ACAB stimmt also so nicht, auch die Polizisten lernen
und passen sich den Gegebenheiten an.

Aber es gibt auch immer ein paar - und das schreibe ich jetzt bewusst
Asoziale - Menschen, die nicht mit anderen Menschen normal
interagieren können, die überall Stress machen, die sich nicht waschen wollen,
die keine Hilfe wollen. Hier gibt es Einen, der ist im Winter mit kaputter
Hose, barfuss und mit einem Rest von Sweatshirt - mehr ein Schal -
rumgerannt ist. Ich habe ihm spontan meinen Pulli angeboten -
nönö, alles gut sagte er! Ich bin mir sicher, er schläft auch draussen-
und war überrascht, wie klar und gut er geredet hat - er konnte sich gewählt
ausdrücken. ?

Andere nehmen prinzipiell keine Hilfe vom Staat - warum nicht, wenn man gut
ausgerüstet ist, ist ein Leben ohne Wohnung durchaus machbar und die
Lebensqualität nicht mal so schlecht
(wir jammern ja auch auf hohem Niveau
vor 2000 Jahren gab es bestimmt auch schon Menschen
die nicht gut mit anderen konnten
oder Eremiten, die mehr Gott suchten
als Bequemlichkeit
oder gar den Kältebus.)

Aber das sind natürlich die Klischee - Berber, freiheitsliebend,
Lagerfeuer und keine Verpflichtungen,
der grosse Teil hat wohl psychische Probleme
in irgendeiner Form.

man könnte auf jeden Fall mehr tun,
und es muss ja auch nicht so teuer sein
das ist ja auch so ein Irrsinn, daß
Obdachlose in Hotels untergebracht werden
für - keine Ahnung - 30/ 35 Euro oder mehr
und natürlich gibt es inzwischen auch Leute
die genau daran verdienen, ein Heim aufmachen,
einen Sozialarbeiter einstellen
und dann 3 - 4 -Bett Zimmer anbieten
für mind 30 Euro am Tag, weil: Betreut!
Ich sach nur SORAT (die mit dem Art-Hotel nähe Q-Damm!)

Bevor ich jetzt weiter abdrifte

Dicke Eier!

Ps Die S-Bahn nach hohenschönhausen fährt über Ostkreuz
da bin ich jeden Tag in der Ringbahn S 41/42
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Maximus96
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 29.11.2012
Beiträge: 302

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2017 18:33    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, das erinnert mich gut an meine Berliner Zeit ...

Ist eine tolle Stadt, keine Frage. Hatte auch fast 1 Jahr Cleanzeit dort.
Habe übrigens auch in Charlottenburg gewohnt.

In Berlin gibt es wenige private Connections, aber allgemein würde ich sagen, dass die Qualität doch recht gut ist, je nachdem, wo man kauft. Mein Dealer trieb sich immer so U-Bahnhof Y...aße oder A...bahnhof rum und fingt mit Y... an (Araber). Ey, das war echt nicht schlecht!
Habe v.a. den direkten Vergleich zu Kassel, wo ich nun, wer weiß wie oft, gekauft habe bei hunderten unterschiedlichen Leuten etc. Meistens Dreck. Im Vergleich zu dem Berliner Zeug.
Ich habe das auch zu 98 % gespritzt, muss ich beschämterweise zugeben, damals wie heute.

Wenn der Stoff in Kassel 3-7 Prozent hat, dann hat der in Berlin bestimmt um die 12. Ist ja auch egal, das ist wieder so typisches Suchtdruck-Gequassel. Aber manchmal juckt es eben noch in den Fingern.

Dabei bin ich ganz "glücklich unglücklich" substituiert mit 4 mg Subutex (vorher auf 6 ml Methadon, runter bis insgesamt auf 0,5 ml) und die meiste Zeit beikonsumfrei. Dennoch mache ich mich jetzt nächste Woche wohl wieder in die Entgiftung, weil ich runter will von diesem mistigen Subutex und weg aus der lästigen Substitution. Dann auf Therapie, evtl. mit ÜE dazwischen. Vielleicht als kleine Info an die Leute hier im Forum, die mich noch kennen ... Rolling Eyes ... falls sie nach wie vor aktive Leser o. Schreiber sind ...

Ganz liebe Grüße
Eure MAXI Cool
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 3451

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2017 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Kerlokiste, 12 %, da hätte ich ja meine Filter verticken können und die Leute hätten mit na OD in der Ecke gelegen...soll nicht despektierlich klingen, bin nur immer wieder überrascht , was fürn Dreck heute verkauft wird. Sei froh, dass du dir nix eingefangen hast! Hast du denn diese Unstimmigkeiten mit deinem Subdoc klären können, maxi?

LG N
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 1907

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2017 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

Maximus96 hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht als kleine Info an die Leute hier im Forum, die mich noch kennen ... Rolling Eyes ... falls sie nach wie vor aktive Leser o. Schreiber sind ...


hi Maxi, freut mich sehr, mal wieder was von Dir zu lesen...bist Du also doch wieder weg von Berlin...und mit dem Tex hatte es ja damals angefangen bei Dir, vielleicht hört es ja diesmal auf damit...in circles.
ich wünsche Dir alles Gute, besonders für Entgiftung/ Therapie, so eine Auszeit zwischendurch kann jedenfalls nie schaden und irgendwann wird's auch mal nachhaltiger Cool
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Maximus96
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 29.11.2012
Beiträge: 302

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2017 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hey ast, freut mich auch wieder, von Dir zu hören! Very Happy
Ich kann mich sehr gut an viele User hier erinnern, mit denen ich teilweise damals in meiner Einstiegszeit intensiv geschrieben habe ... gut, es hat mich von nichts abhalten können (war aber auch in einer beschissenen Lebenssituation in dem Alter, nicht zuletzt mit meinem leibl. Vater etc.), aber es war damals etwas, was mich aufgebaut und aufgefangen hat, Balsam für die Seele und letztendlich auch der einzige Ort, an dem ich ehrlich sein konnte und an dem ich Menschen gefunden habe, denen es zumindest im Ansatz ähnlich ging bzw. die wussten, wovon ich sprach (schrieb). Das war sehr wichtig für mich damals. Ich höre und lese auch heute noch sehr gerne hier und freue mich immer, wenn ich Beiträge (hoffentlich positive o. zumindest optimistische) von alten Usern lese, die ich noch kenne. Gleichzeitig frage ich mich dann, was aus anderen Usern geworden ist, von denen ich lange nichts gehört habe (Bsp. lämmchen ?).

Wie auch immer.
Habe mich ja gerade mal mit 16 Jahren hier registriert. Das war eine üble Zeit - viele hielten mich ja für Fake, weil sie es vielleicht nicht wahrhaben konnten/wollten, dass da so ein junges 16-jähriges, recht eloquent/aufgeweckt wirkendes Ding sehenden Auges in die Scheiße rennt - habe ja im Prinzip meinen ganzen Weg abwärts in die Sucht hier protokolliert. Ich war damals echt so naiv, dass ich die Konsequenzen, trotz besseren Wissens, nicht abschätzen konnte. Die typische "Mich wird's schon nicht treffen"-Attitüde. Ehrlich gesagt, war es mir in der Zeit gerade recht aufgrund meiner depressiven Neigungen und meiner selbstzerstörerischen Ader, ich wollte mich selbst "leiden sehen". Erst jetzt, mit 20, komme ich langsam dahinter, was zu dieser Zeit mit mir los war. Natürlich wünschte ich mir, ich könnte die Entscheidungen, die ich damals traf, rückgängig machen. Vielleicht bereichert es einen auch, solch negative Erfahrungen gemacht zu haben, keine Frage. Wer mal die Hölle gesehen hat, der weiß das normale Leben, so etwas wie "Glück" und Gesundheit oder auch nur kleine, positive Augenblicke des Alltags viel mehr zu schätzen.

Das könnte ich vielleicht im Rückblick sagen. Aber da die Sucht noch immer an mir klebt und ich sie nicht abschütteln konnte bis jetzt, zumindest nicht vollständig (was ich wohl auch nie können werde wahrscheinlich), überwiegt doch die Reue momentan bzw. dieses Ärgern und Wundern über die eigene Blödheit respektive Naivität, die mich zu dem getrieben hat, was mir nun heute noch nachhängt, mich (wenngleich auch nur latent) gesundheitlich sowie schwer psychisch geschädigt hat, mir wertvolle Jahre geraubt und meine Familie fast in die Verzweiflung getrieben hat. Aber, wie gesagt, es lässt sich nicht rückgängig machen.

Ast, darf ich fragen, wie es dir momentan geht?
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Maximus96
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 29.11.2012
Beiträge: 302

BeitragVerfasst am: 16. Jun 2017 21:50    Titel: Antworten mit Zitat

Nebu, du hast sicherlich recht. Very Happy

Wahrscheinlich sind 12 % tatsächlich zu hoch gegriffen, selbst für den Stoff, den ich als wirklich "überdurchschnittlich" einstufen würde. Aber ich würde auch behaupten, dass die Qualität teilw. starken Schwankungen unterliegt, sowohl was einzelne Städte als auch einzelne Personen (sprich Dealer) anbelangt.

Es wird generell behauptet, dass es in Deutschland praktisch kein Heroin mehr gäbe und das schon seit den 70ern, bzw. dass das als Heroin Verkaufte hier nie mehr als 3-5 % hätte. Dem muss ich mal widersprechen, wobei es schon teilweise stimmt: Es gibt sehr, sehr viel schlechtes Heroin, gerade auf der Straße. ABER: Und hier kommen meine Gegenargumente.
1. Bin ich im Juli 2016 in die Substitution (zum ersten Mal in meinem Leben nach fast 4 Jahren Suchtkarriere). Ich bin, wie die meisten denke ich, mit 3 ml Methadon eingestiegen und bin bei 6 ml gelandet. Damit habe ich mich abgedeckt gefühlt, nicht psychisch, bloß körperlich. Und ich war "nur" auf 30 Euro Berliner Straßenschore am Tag. Methadon gefiel mir psychisch überhaupt nicht, hatte davon auch kein Wohlgefühl, sodass ich sobald als möglich runterdosiert wurde (wie erwähnt, bis auf 0,5 ml in 6 Monaten).

2. Ein anderes Beispiel ist noch aktueller. Ich nehme momentan 4 mg Subutex, sublingual, vom Arzt. Nachdem ich sehr lange beikonsumfrei gewesen war, ist es letzte Woche passiert, bin rückfällig geworden hier in KS mit Schore (ein alter Bekannter hatte seit Langem wieder angefangen zu verkaufen; das erste Mal, dass Stoff hier überhaupt in die Nähe des Berliner Zeugs kam, ich würde sagen: 2/3 vom Berliner qualitativ). Ich habe mir ein halbes Halbes davon gedrückt: Ich war breit! Surprised
Und das TROTZ 4 mg Subutex, wobei dieses ja angeblich so potent sein soll etc. Also laut der o. g. Logik hätte ich NICHTS merken dürfen. Woran man jedoch merkt, dass auch eben das nicht so gut ist, wie es sein könnte/sollte/ich es gewohnt war: Ich habe mich sehr schnell dran gewöhnt. Die Toleranz schoss in 5 Tagen nach tägl. Konsum so dermaßen in die Höhe ... das war in Berlin interessanterweise anders. Eine 20er-Kugel am Tag reichte mir bspw. über ein Jahr lang ohne großartige Veränderung meiner Toleranz - und ich war jeden Tag recht gut abgedichtet. Aber diese 20 Euro wollen eben auch erst mal beschafft werden.

Ach ja, nochmal zu dir, ast! Stimmt, du hast recht, wäre schön, wenn es mit dem Subutex dort enden könnte, wo es angefangen hat Wink ...
Ja, ich bin erst mal aus Berlin wieder zurück nach Hessen gezogen, allerdings eher "gezogen worden". Meine Eltern wollten die Wohnung nicht länger bezahlen, war fertig mit dem Abi, dann sollte ich erst mal wieder zu ihnen. Nun bin ich hier gestrandet, wohne allerdings bei meinem Freund (leider auch drauf, unglückliche Fügung des Schicksals), wir wollen aber beide nächsten Monat eine 6- bis 10-monatige Therapie beginnen. Entweder in Brandenburg oder irgendwo in Norddeutschland. Mal sehen.

Ganz liebe Grüße
EURE MAXI Cool
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ast
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 1907

BeitragVerfasst am: 17. Jun 2017 10:07    Titel: Antworten mit Zitat

Maximus96 hat Folgendes geschrieben:


Ast, darf ich fragen, wie es dir momentan geht?

klar darfst Du fragen, mir geht es ganz ok soweit, Kiffen ist noch immer meine Mutterdroge, ab und zu gönne ich mir auch ein paar Opiate oder etwas Koks, aber abhängig bin ich (glücklicherweise?) nur von der Kifferei.
ansonsten hat sich nicht viel getan bei mir, ich war ja 2013, als wir viel geschrieben haben, in Therapie, habe danach ein Jahr in einem gut bezahlten Job gearbeitet und lebe seitdem quasi von meinem Ersparten.
ich krumpfel auch noch als in KS rum, bin aber so langsam wieder auf dem Sprung, ich bräuchte doch mal einen Tapetenwechsel und auch einen neuen Job.
aber ich mache mir keinen Stress, z.Zt. steht eh noch die gesundheitliche Sanierung im Vordergrund bei mir.

tje, da hat sich ja einiges getan bei Dir...mit 16 warst Du schon krass drauf, aber nachher ist man immer schlauer.
vielleicht brauchtest Du das zu einem gewissen Grade auch - so zielgerichtet, wie Du Dich in die Sucht gestürzt hast, sah es so aus, als wolltest Du die ganze Thematik möglichst schnell durchziehen, um sie dann baldmöglichst wieder hinter Dir lassen zu können Idea
andere schlagen sich 20 Jahre auf H oder Substitut durch, aber ich bin mir relativ sicher, dass Dein Weg ein anderer sein wird...
im Moment hast Du natürlich viel um die Ohren, setzte die Prioritäten richtig, d.h. Dein erwartetes Kind kommt an erster Stelle und es ist ja durchaus eine zusätzliche Motivation, clean zu werden/ bleiben.
verlassen würde ich mich nicht auf Deinen Freund, da können Dir Deine Eltern wohl eher mit Rat und Tat zur Seite stehen.
und zusammen Therapie machen ist auch immer so ne Sache...ich habe schon so viele Beziehungen während einer Therapie in die Brüche gehen sehen.
meistens merken die Leute, wenn sie clean werden, dass eigentlich nur die Drogen der verbindende Faktor waren bzw. dass man sich clean einfach in unterschiedliche Richtungen entwickelt.
nimm Deinen Freund, wie er ist, teile die guten Zeiten mit ihm und gehe auf Abstand, wenn er Dich zu sehr runter zieht.
ich würde Dir jetzt nicht direkt zur Trennung raten, jeder hat eine (zweite) Chance verdient, aber Du darfst keinesfalls Dich oder Dein Lebensglück von ihm abhängig machen.
wie gesagt, denk an Dein Kind, zählen kannst Du im Endeffekt nur auf Dich selbst und evtl. noch auf Deine Eltern.
was machen denn Deine schriftstellerischen Ambitionen? vielleicht klappt es ja auch noch mit dem medizinischen Bereich...da kann man nur sagen 'dranbleiben' und lass Dich nicht zu sehr von Nebensächlichkeiten ablenken.
alles Liebe und Gute Dir, ast
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