ADHS und Sucht

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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1396

BeitragVerfasst am: 25. Jan 2018 18:25    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Was treibt Dich denn ins Forum, Marle? Dein Suchtproblem? Problem mit der Sucht? Oder Probleme mit Süchtigen? Oder was?!


Einen Punkt von 100 hast Du schon: Du kannst die Zitatfunktion hier anwenden.
Dafür gibt's dann einen Abzug, weil Du offenbar nicht lesen kannst.
Und weil Du offenbar manche Zusammenhänge nicht verstehen kannst, gibt's ein dickes Minus.
Vielleicht kannst Du rechnen, dann weißt Du was unterm Strich rauskommt. Wink
Sonst noch Fragen, großer Checker? Cool
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 25. Jan 2018 19:19    Titel: Antworten mit Zitat

Leckomio! Boach ey, Marle, samma!

Un gleich tuu sse Dich Dein Schüppchen rausholen und den Mohandes auffen Brägen kloppen, wa? Und dann tuu sse Dich wundan, wenne den dann mit seine Bauklötzkes rumschmeißen siehs. . . Ne, ne, ne! Datt is dann abba ne töfte Stimmung auffe Kirmes, datt sach ich Dich ma!

Un hömma, außadem tuu sse die Mia ijan Schrätt zuschpämmen mit dat Gezicke. Datt is ma watt ganz watt Ungehobeltes is datt! Jawoll! Datt is echt Kokolores is datt!

Abba einz muss ich Dich lassen. . . datt Du schon mit die ganz großen Zahlen rum machen kannz! Datt is ma watt, wo de Dich einen odda zwei drauf einbilden kannz!

Nooria Rolling Eyes
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Mohandes59
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1654

BeitragVerfasst am: 25. Jan 2018 21:22    Titel: Antworten mit Zitat

Haha ... Smile Very Happy

Nöö - keine Fragen! Gibt ja keine Antworten.

Hmm, wie jetzt? Ist das hier nicht das Forum, wo man sich gepflegt, und trotz aller drogeninduzierten geistigen Defizite, mit gehirn-teilamutierte Drogis austauscht? Oder ablästert über Leute mit drogeninduzierter Psychose. Jetzt soll man auf einmal auch noch lesen und rechnen können? (Und dann kommt auch noch Minus raus Sad? na super). Naja, einen Vorteil hat das drogenverseuchte Leben auf der Junkie-Meile: man sieht wo es leuchtet!

Noch'n Knochen, schnüffel, wuff ... ich bin raus aus diesem Thread. ADHS ist nicht so mein Thema.
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Lillian
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 26. Jan 2018 05:58    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn ich gekokst habe, hat mich das immer sehr beruhigt, anders als bei denjenigen mit den ich zusammen konsumiert hat.

Meine ABW denkt ja auch, ich hätte ADS/ADHS. Keine Ahnung, ich komme klar Laughing
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Mia30
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 07.02.2012
Beiträge: 263

BeitragVerfasst am: 26. Jan 2018 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen lieben Dank für die Antworten Smile

@ Paxx

Wie kommst du denn darauf das Ergo und Verhaltenstherapie unnütz sind ? Shocked
Das würde ja bedeuten das schlicht und ergreifend keine Chance besteht aus dem Chaos raus zu kommen.
Ich persönlich sehe das anders. Die Multimodale Therapie (Mediekamente+Verhaltens und ergotherapie oder SKT, Neurofeedback...) ist förderlich für das weitere Leben.

Ich selber war mein Leben lang unbehandelt und habe mich immer gefragt WAS mit mir nicht stimmt. Warum ich anders Denke als die breite Masse. Warum ich innerlich einfach nie zur Ruhe komme... Warum mir dauernd seltsame Unfälle passieren, warum ich auf Amphetamin so anders reagiere...

Ich würde jetzt nich so viel mehr schreiben wollen... hab leider aber keine Zeit. Melde mich also lieber später nochmal.

Ach zum Thema früher gab es das alles nicht...
DOCH ! Der Struwwelpeter beschreibt sehr gut die 4 ADS Typen. Das Buch ist Uralt !


Liebe Grüße und bis später
Mia (alias Sorgenkind/ SmokyMo) falls mich unter den Namen noch wer kennt Idea
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dakini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2749

BeitragVerfasst am: 26. Jan 2018 11:41    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist eine große Erleichterung, wenn man weiß, warum man "anders" ist, als andere. Für mich, waren Bücher enorm wichtig. Von Internetseiten, hielt ich mich fast fern, bis auf Studien.

Hyperkinetische Auffälligkeiten, sind ja nur ein Bestandteil des "Anderseins", bei ADHS. Funktionsstörungen des Gehirns, machen keine Freude, denke ich gerade...

..mich hat es auch heftig erwischt, aber ich konnte vieles, lange zu meinen Gunsten wenden, im Bereich, der impulsiven Borderlinestörung. Im Gegensatz zu ADHS, oder dem "bekannten" Borderlinebild, wird die Erkrankung mit zunehmendem Alter schlimmer. Was das heißt, ist mir in den letzten Jahren zunehmend bewusst geworden. Es entwickeln sich gehäuft Gefühlszustände, die mich zuweilen überlegen lassen, wie lange ich das noch aushalte. (ich sage mir dann, dass ich großes Glück hatte, bis auf die letzten Jahre, ging es mir vorwiegend sehr gut)

Jedoch - ich entwickle Fähigkeiten, die mir gestatten, meine Hirnchemie, in eine andere Richtung zu schupsen. Kompensationsstrategien, gibt es immer. Ergothera ist eine große Unterstützung bei ADHS, wie vieles andere auch, aber ich bin ausschließlich im Kindesbereich halbwegs informiert.

Als Ursachen, wird multifaktorielles vermutet. Genetisches, wie auch Nahrungsunverträglichkeiten, Umweltgifte stehen im Vordergrund. Früher, hat man Komplikationen bei der Schwangerschaft mit hyperkinetischen Verhaltensweisen in Zusammenhang gebracht, wie auch während der Geburt, in der Neugeborenperiode, die eine Beeinträchtigung der Hirnfunktion nach sich ziehen können -> MCD (Minimale cerebrale Dysfkt) Inzwischen weiß man aber, dass der Zusammenhang nicht so eng ist, wie zunächst vermutet. Bei der überwiegenden Mehrzahl, kann man das ausschließen.

Auch, gibt es einen Unterschied, zwischen hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten -> dieses, wird eher soziopsychologischen Hintergründen zugeordnet, wie Erziehung, Familienstruktur...Es gibt eine unterscheidliche Ausprägung bei beiden und Überschneidungen im Verhalten.

Aufmerksamkeitsdefizite, wie Störungen in der Impulskontrolle, sind im neurobiologischen Bereich angesiedelt. Wobei man bei Borderline auch Hirnareale findet, die eindeutig betroffen sind (Amygdala, das Gefühlszentrum,Hippocampus) wie auch bestimmte Transmitter, Endorphine und Ocytocin.

Bei ADHS, geht beispielswiese U.Sauerbrey, davon aus, dass neuronale Schalter umgelegt werden, durch Umweltgifte.Das Stöungsbild ist weltweit in epidemischen Ausmaß anzutreffen, seit den neunziger Jahren. In der modernen industriellen Gesellschaft, spricht man von einem Zehntel der jungen Menschen. Die Geschwindigkeit, sollte doch einfließen, in die Überlegungen. Hier, sehe ich, wie viele andere, auch die Interessen einer medizinischen Industrie dahinter stehen. Nichtsdestotrotz, sind die Probleme der Menschen ja da. In einigen gut diagnostizierten Fällen, konnten neuronale Auffälligkeiten belegt werden.

Da stellt sich die Frage, warum heute,so viele, von der Latenz aus (Veranlagung), in die Vollausprägung rutschen. Wo sind die Trigger, die das Ausbrechen erleichtern, gar überhaupt die Auslöser sind? Der Zappelphilipp zeigt, dass es das schon immer gab - aber die steil ansteigenden Zahlen! - das hat sicher einen Hintergrund.

So gehen einige davon aus, dass nicht nur Neurotoxine als Auslöser gelten, sondern auch unverträgliche Nahrungsbestandteile. Es gibt viele Beispiele aus der Praxis. Vom Biss ins Brötchen, bis zu Farbstoffen...

Insbesondere Kinder, haben zunehmend gesundheitliche Beschwerden, die früher so nicht anzutreffen waren. Kopfschmerzen, Allergien, bestimmte Krebsarten. Gehäuft, treten Beschwerden, nach dem Spielen auf dem Boden, auf. - > mit Umweltgeiften belasteter Hausstaub beispielsweise. Immer mehr Eltern, lassen Untersuchungen machen. Hier, geht es um den Bodenbelag:Nickel, Kupfer, Chrom, Aluminium, Quecksilber. Die spezifische Belastung des kindes, wurde anhand einer Stuhlprobe gemessen, ein hoher Aluminiumwert taucht auf, eine Haarprobe, zeigt ein gleiches Bild.Die Familie, zieht auf Rat eines Umweltmediziners, aus. Nach dem Umzug, sinken die Werte beim Kind.

Auch das Robert-Koch-Institut, fand in Zusammenarbeit mit dem Umweltbundesamt, eine ansehnliche Menge an Schadstoffen, im Blut von Kindern zw 3 und 14 Jahren. Hausstaub-, Raumluft-, Trinkwasserbelastungen.Hinzu, kommen Belastungen, die bereits, während der Schwangerschaft, entstehen.Heute, sind alle Kinder betroffen, so der Präsident des Umweltbundesamtes.

"Nach den gegenwärtigen Erkenntnissen der Klinischen Toxikologie, sowie der Umweltmedizin, müssen Neurotoxine aus alltäglichen Konsumgütern als wichtige exogene Faktoren betrachtet werden, die das verhalten von Mesnchen beeinflussen können. Diese Schadstoffe lagern sich im menschlichen Nervensystem ab und haben auf den Hormonhaushalt des Organismus Einfluss."

Das Wissen um diese Vorgänge ist ein wichtiger Punkt. Manchmal, kann man über Reduktion, oder Ausschluss bestimmter Stoffe, schon einiges erreichen. Das ist ein Ansatz, der dazu gehört, aber nicht ausschließend fungiert.

Was ich selbst sehe, es hat Einfluss, was ich esse, weg lasse. Wo ich lebe, mich bewege...ich spüre Veränderungen in der Stimmung, bei bestimmten Nahrungsmitteln und versuche, sie zu ersetzen.

Aber es gibt noch viel dazu zu sagen. Wichtig ist nämlich, wie gehen wir damit um, ganz abgesehen davon, wie es sich entwickelte. In meinem Fall, ist natürlich die Kindesentwicklung von Bedeutung im familiären Kontext - jedoch bei ADHS, scheint es andere Ursachen zu geben.

Zuoberst steht nun, wie wir damit umgehen, was uns hilft.

Liebe Grüße, sage ich für heute. Wink
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Mia30
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 07.02.2012
Beiträge: 263

BeitragVerfasst am: 26. Jan 2018 16:37    Titel: Antworten mit Zitat

@ Nooria
Darf ich fragen wie du zu der Diagnose gekommen bist ? vor oder auch nach dem Kind ?
Und wie ist deine Suchtgeschichte dazu ?



@Mikel015
Ads ist eine transportschwäche von Dopamin. Diese ist nicht Heilbar. Man kann aber mit den Medikamenten die Symptomatik ganz gut in den Griff bekommen.


@ Praxx
So wie ich deinen Text lese hab ich fast das Gefühl das aus meinem Sohn zwingend ein Drogensüchtiger Nichtskönner werden muss. NEEEE... das lass ich so nicht gelten ^^
Ich gebe dir absolut recht damit das die Gefährdung bei ADSlern hoch ist. Erst recht wenn sie unbehandelt bleiben. Ich bin selber ja nie behandelt worden und es lief darauf hinaus das ich mich selbst verletzt habe,drogen konsumiert, Essstörungen entwickelt habe... usw.
Bei meinem Sohn wurde sehr früh festgestellt das er das Höchstmaß geerbt hat Rolling Eyes er war schon mit 2,5 Jahren im Spz zur Vorstellung. Heute ist er fast 5 und hat Pflegegrad 4 und SBA 80 G,B,H und er ist auf Amphetaminsulfat eingestellt. Er ist zu dem auch Autistisch und nicht ganz leicht händelbar.
Meine Tochter scheint gesund zu sein. Sie schaut sich aber leider viel ab.
Ich habe die Hoffnung das mein Sohn durch die frühzeitige Behandlung und vor allem durch meine ziemlich Konsequenten Erziehung nicht so massiv durchdreht wie ich Rolling Eyes Rolling Eyes


@Dakini
Ich halte mich immer daran was mein Arzt mir zum Thema Narungsmittel sagte.

Die Aussage war ganz klar. Wenn sich Symptome durch eine Nahrungsmittelumstellung beseitigen lassen, war es keine ADS sondern eine folge von falscher Ernährung.

Ad(h)s ist eine Stoffwechselstörung im Gehirn und vererblich.

Nach meinen Informationen ist die Diagnose seit einigen Jahren nicht mehr angestiegen und bleibt bei ca 6-8% der Bevölkerung.
Jetzt kommt die Diagnose auch immer häufiger bei Erwachsenen die durch ihre Kinder feststellen das die ja genauso sind wie sie Laughing

Ich habe in den letzten Jahren echt einiges über ADS gelernt. Kurse gemacht, Elterntraining, ADS-Schwerpunktkur usw...

sooo... jetzt muß ich spontan wieder aufhören. Kinder nerven... Razz
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dakini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2749

BeitragVerfasst am: 28. Jan 2018 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mia,

vllt, ist die Forschung inzwischen auch weiter, der Stand bei mir, kommt von 2010 und 2012. Da hieß es:

Beim fMRT wurden strukturelle, wie funktionelle Auffälligkeiten des Gehirns festgehalten, es fehlen aber noch Daten, die konkret den Schluss zulassen, dass bei ADHS generell eine cerebrale Dysfkt vorliegt. In den vorangegangene Jahren, wurden verstärkt Daten zu neurobiologischen Auffälligkeiten veröffentlicht. Z.Bsp, fand man rechtsseitige Unterschiede im präfrontalen Cortex und Verkleinerungen eines Balken (Corpus Callosuum) im Vergleich zu gesunden Testpersonen. Und natürlich besonders Störungen der Dopaminrezeptoren, sowie der Dopamintransproterebene. Als wichtigster Faktor, eine Erhöhung des Dopamintransporters, der Dopamin aus dem synaptischen Spalt der Nervenzellen in den präsynaptischen Fortsatz, befördert. Zudem, war man der Ansicht, dass auch das noradrenergene System an der Symptomatik beteiligt sein kann, auch das serotonerge. Also, eine Auffälligkeit verschiedener neurochemischer Botenstoffe. Es wurde auch schon der Glukosestoffwechsel diskutiert.

Wir haben drauf geachtet, dass die Kids keinen zusätzlichen Zucker - außerhalb der Nahrung (KH), konsumieren. Und wenn dann die Eltern kamen, mit ner fetten Cola von MC doof in der Hand, ist uns schon der Hut hoch gegangen,es ist nicht einfach, mit solchen Kids dann zu arbeiten und alles, was dazu führt, dass die Unruhe steigt, sollte vermieden werden, wie auch Farbstoffe usw. So weit die schmale Praxis aus dieser Zeit. Rein stofflich betrachtet.

Ein verursachendes Gen wurde bis dahin, nicht gefunden, auch, wenn es in der Zwillings- und Familienforschung gehäuft auftrat.

Dann, gab es auch Forschungen zur "Anlage-Umwelt-Problematik." Der Gebrauch des Gehirns, also nutzungsabhängig. Diese Synergieeffekte, sind bis heute nicht ausreichend erforscht.

Dadurch, dass wenig in Fachartikeln geschrieben wird, über den Zusammenhang mit der Umweltproblemtik, kommt der Eindruck auf, das sei nebensächlich, bei den Lesern. Kaum ein Arzt, hat Zeit, die ganzen Studien zu sichten. Überhaupt auch nur eine - das erledigen die Pharma Referenten im Alltag.

Es geht immer darum, zu helfen. Und dazu, sollte man alle Augen offen halten. Ich habe selbst erfahren, wie es im Alltag abläuft, mehrfach und immer wieder. Wohl dem, der einen Arzt hat, der sich wirklich einliest. Smile
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 28. Jan 2018 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Mia,

unsere Tochter hatte mit dem Wechsel ins Gymnasium zunehmend Probleme mit der Konzentration, bekam im Unterricht nichts mit und war auch bei den Hausaufgaben und beim Lernen der Vokabeln restlos überfordert. Da mein Mann und ich wussten, dass das nichts mit mangelnder Intelligenz zu tun hatte, sind wir auf Anraten des Klassenlehrers zu einem Kinder- und Jugendpsychiater gegangen. Dort hatten wir einen umfangreichen Fragebogen bekommen, bei dem wir - zusammen mit unserer Tochter - deren Probleme auf einer Skala von 1 bis 6 ankreuzen sollten.

Die Testauswertung bestätigte eindeutig ADS. Unsere Tochter beschrieb ihr Problem beim Lernen absolut ADS-typisch damit, dass sich nicht auf den Lehrer bzw. die Aufgabe konzentrieren konnte, sondern einfach alle Eindrücke um sie herum ungefiltert bei ihr ankamen. . . und sie sich häufig beim Tagträumen erwischte, um dieses Informations-Überangebot auszublenden.

Unsere Tochter bekam dann Methylphenidat verschrieben und sollte mit ihrem halben Körpergewicht in mg eindosieren. Da ihr die Hyperaktivität fehlt, hat sie das akut Medikament bekommen und nicht retard. Außerdem sollte sie es ausschließlich für die Schule und für komplexe Hausaufgaben, also nicht am Wochenende, in der Freizeit oder während der Ferien nehmen.

Die Erfahrungen mit dem Medikament waren für unsere Tochter eine absolute Offenbarung. Sie konnte sich zum ersten Mal in ihrem Leben nur auf eine einzige Sache konzentrieren - den Lehrer bzw. die anstehende Aufgabe! Ich weiß noch, dass unsere Tochter nach einer Woche mit Methylphenidat in der Schule und bei den Hausaufgaben nach Hause kam und staunend sagte: "Mama, Schule und Lernen sind ja totaaaaal easy!"

Wir hatten dann im Laufe der Zeit herausgefunden, dass unsere Tochter Medikinet deutlich besser verträgt, weil als Füllstoff Maisstärke verwendet wird im Gegensatz zu Weizenstärke bei Methylphenidat. Die Weizenstärke hatte unsere Tochter hibbelig und aggressiv gemacht. . .

Mittlerweile ist unsere Tochter in der Oberstufe und hat es schrittweise gelernt, dem Unterricht ohne Medikinet (relativ) konzentriert zu folgen und ihre Hausaufgaben (meistens) in kleineren Paketen mit kurzen und geplanten Pausen zu erledigen. Sie nimmt das Medikament nur noch sehr sporadisch in einer Mini-Dosis von 10 bis 15 mg, wenn sie über mehrere Stunden die Konzentration halten muss beispielsweise bei Klausuren bzw. Prüfungen.

Nooria
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Nooria 24
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 28. Jan 2018 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Mia,

naja, ich wusste halt immer schon, dass ich erhebliche Probleme mit Konzentration, Focussierung, Vergesslichkeit, Aufmerksamkeitsspanne, etc. hatte: Träumerle, Schusselchen, etc. waren ganz typische Begriffe, die meine Kindheit und Jugend begleiteten. Für die Hausaufgaben und das Lernen brauchte ich - mit zig Pausen - eeeeewig im Vergleich zu meinen Klassenkameraden - und meine Merkfähigkeit stand in keinem Verhältnis zum Aufwand, den ich beim Lernen trieb.

Im Gegensatz zu unserer Tochter hatte ich aber ein paar wesentliche Vorteile während meiner Schulzeit: Es herrschte während des Unterrichts Ruhe im Klassenraum und wir lernten (fast) ausschließlich aus Büchern oder bekamen Kopien von Texten ausgehändigt - Kommunikation in der Freizeit fand entweder per Telefon statt oder man traf sich.

Ich wurde also nicht so sehr abgelenkt wie unsere Tochter heute mit all dem Krach und Geschnatter im Klassenraum und der Nutzung Multimedialer Medien und sozialer Netzwerke während des Unterrichts und in der Freizeit.

Im Laufe der Schulzeit lernte ich, mein Lernen und Arbeiten meiner Aufmerksamkeits-Spanne anzupassen - ich lernte also in kleinen Paketen. . . und brauchte dafür dann ewig im Vergleich zu meinen Schul- und Studienkollegen. Allerdings gelang es mir mit dieser Methode sehr erfolgreich, mich durch Schule, Ausbildung und Studium zu kämpfen und auch im Beruf zu überzeugen.

Auch wenn ich mir im Laufe der vielen Jahre sehr erfolgreiche Werkzeuge angeeignet hatte, um erfolgreich klar zu kommen. . . die Anstrengungen und die erforderliche Anspannung war enorm. Zur Entspannung entdeckte ich daher schon sehr früh den Alkohol. . . und er wurde dann schnell ein weiteres sehr wirksames und funktionierendes Werkzeug in meiner Sammlung . . . Embarassed Crying or Very sad Embarassed

Dass man meine Probleme heute unter dem medizinischen Begriff ADS zusammenfasst, habe ich erst gelernt, als wir den Fragebogen für unserer Tochter ausfüllten. . . ihre aktuellen Probleme waren exakt meine damaligen. . .

Ich hatte meine Probleme dann bei dem Psychiater unserer Tochter angesprochen und er meinte, dass man mittlerweile erkannt hat, dass ADS nicht verschwindet, sobald man 18 geworden ist. . . so wie das früher mal von den Medizinern behauptet wurde. Er hatte mir dann einen Arzt genannt, der sich mit AD(H)S im Erwachsenenalter beschäftigt.

Um anzutesten, ob es sich wirklich um ADS bei mir handelte, habe ich dann das Methylphenidat meiner Tochter ein paar Mal selbst ausprobiert, wenn ich mich auf eine komplexe Aufgabe konzentrieren musste. . . und ich hatte bei den ersten Versuchen tatsächlich Tränen in den Augen, als ich feststellen durfte, wie entspannt lernen sein kann, wenn man sich "einfach nur" auf die Aufgabe konzentrieren kann. . .

Danach hatte ich dann einen Termin bei dem Spezialisten für mich gemacht, der mir ADS bestätigte. Allein die offizielle Bestätigung, dass es sich bei meinen gesammelten Lernproblemen um ADS handelt, hilft mir enorm weiter. Da ich für die meisten Alltagsprobleme im Laufe der Jahre für mich funktionierende Strategien entwickelt hatte, brauche ich nur ganz selten Medikinet . . . ich vertrage das Medikament übrigens auch deutlich besser.

Während einer Hypnose-Therapie habe ich mir Selbsthypnose-Techniken zeigen lassen, um Spannung und Stress abzubauen. . . seither komme ich (meistens) sehr gut ohne mein alkoholisches Helferlein aus. . .

Nooria
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