Cannabis als Schmerzmedikament

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allesinderwaage
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.08.2014
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 09:41    Titel: Cannabis als Schmerzmedikament Antworten mit Zitat

Hallo, mal wieder das Thema Cannabis als Schmerzmedizin, und zwar wollte ich mal den genauen Ablauf erfahren, wie weiterginge, wenn man seinen Arzt zu überreden konnte, das er einem Cannabis auf Rezept verschreibt. Was muss dann mit dem Rezept geschehen, in die Apotheke zum einlösen gehts ja glaub ich dann noch lange nicht oder?
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2021

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 10:29    Titel: Antworten mit Zitat

ne, nur mit einem Rezept ist es leider nicht getan.
der behandelnde Arzt muss einen differenzierten Erst- Antrag zur Kostenübernahme erstellen, der dann der Krankenkasse bzw. ihrem medizinischen Dienst vorgelegt wird, beantragen musst Du die Kostenübernahme selber.
alleine schon an dieser Hürde scheitern ca. 90 % der Anträge, bis zu den Kassen ist es leider noch nicht vorgedrungen, dass sie eigentlich verpflichtet sind, die Kosten zu übernehmen.
da kann man nur hoffen, dass noch mehr Leute klagen um Präzedenzfälle zu schaffen bzw. ein Grundsatz- Urteil zu erzwingen, auf das man sich dann auch mal berufen kann.
falls der MDK wider Erwarten Deinem Antrag stattgeben sollte, kann Dir der Arzt im Anschluss ein Kassenrezept ausstellen und Du kannst Deinen Stoff in der Apo abholen (soweit verfügbar).
ansonsten kannst Du Dir natürlich immer noch ein Privat- Rezept ausstellen lassen, als Selbstzahler gibt es ja schließlich keine Probs mit der Kasse.
aber Du musst dann natürlich bereit sein, den dreifachen Preis wie auf dem Schwarzmarkt zu zahlen, da kann man auch gleich die Pluderhose mit der Kneifzange anziehen Rolling Eyes
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3015

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 14:42    Titel: Antworten mit Zitat

Angeblich bewilligen die Kassen ja jeden 2. Antrag - wer's glaubt...
Die Kassen berufen sich dabei auf die "Arzneimittelrichtlinie", die den "off-label"-Einsatz von Medikamenten an genau beschriebene Umstände knüpft.
Die Politik hat leider "vergessen", die AMR extra für Cannabis zu ändern. Und ohne diese Änderung der AMR DÜRFEN die Krankenkassen die Kosten für Cannabis außerhalb der anerkannten Indikationen ncht übernehmen.

Dein Arzt muss dann gegenüber dem MDK begründen, WARUM ausgerechnet Cannabis helfen soll, muss darlegen, dass alle konventionellen Therapie entweder erfolglos ausgeschöpft wurden oder nicht angewendet werden können, dass es sich um eine schwere, nachhaltig lebensbedrohliche oder lebensverändernde Krankheit handelt und die Aussicht darauf, dass Cannabis helfen könnte, nicht unbegründet ist...
Dafür gibt es dann ein exorbitantes Honorar von 15,06 EUR
Die Krankenkasse hat dann 5 Wochen Zeit, über den Antrag zu entscheiden...

Also folgender Ablauf: Der Arzt schreibt das Rezept und die ärztliche Stellungnahme, du reichst beides bei der Krankenkasse ein. Nach 5 Wochen bekommst du die Mitteilung, ob der Antrag genehmigt wurde.

Der Bescheid gilt dabei ausschließlich für das rezeptierte Cannabis. Ein Wechsel des Präparats oder der Darreichungsform erfordert jedesmal einen neuen Antrag!

LG

Praxx
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allesinderwaage
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 01.08.2014
Beiträge: 116

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 19:45    Titel: Antworten mit Zitat

Das ist echt krass umständlich, scheint so, als ob irgendwer absichtlich große Steine in den Weg rollt, so das wirklich bloß die wenigsten Patienten von Cannabis auf Rezept profitieren können.. Was müsste denn explizit alles geändert werden, so das wirklich eine breite Masse an Patienten genehmigt bekommen, wie würdest du das angehen Praxx, weil Sie ja Mediziner sind wie ich mitbekam
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Yez
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2391

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 21:31    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Waage ,

man hat mir erzählt,
dass die meisten Anträge grundsätzlich erst mal abgelehnt werden .
Auch wenn es um banales wie dauerhafter KG geht .
Erst beim einlegen vom Einspruch, wird die Sache genauer angesehen
und nicht von irgendwelchen Mitarbeitern nur abgelehnt .

Auf jeden Fall den Antrag per Einschreiben senden ,
oder persönlich abgeben und den Empfang quittieren lassen .

Wünsche dir viel Erfolg

Liebe Grüße

Yez
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Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2391

BeitragVerfasst am: 13. März 2018 21:37    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Waage ,

man hat mir erzählt,
dass die meisten Anträge grundsätzlich erst mal abgelehnt werden .
Auch wenn es um banales wie dauerhafter KG geht .
Erst beim einlegen vom Einspruch, wird die Sache genauer angesehen
und nicht von irgendwelchen Mitarbeitern nur abgelehnt .

Auf jeden Fall den Antrag per Einschreiben senden ,
oder persönlich abgeben und den Empfang quittieren lassen .

Wünsche dir viel Erfolg

Liebe Grüße

Yez
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pismo
Anfänger


Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 17. Apr 2018 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich wollte gerade selbst einen Thread zum Thema aufmachen. Ein Bekannter von mir versucht seit längerem selbst Cannabis verschrieben zu bekommen. Allerdings scheint sich das als sehr schwer zu gestalten - obwohl kein anderes Schmerzmittel bisher wirklichen Erfolg gezeigt hat. Er hat die Eigenmedikation mit Cannabis ausprobiert und meint so sei ihm das erste Mal seit zwei Jahren ein schmerzfreies Leben möglich.

Scheinbar gibt es einen Arzt in München, der Cannabis verschreibt, hier ein Artikel im Deutschlandfunk. Aber es kann doch nicht sein, dass das so abläuft, wie es momentan abläuft. Wieso ist das so teuer?

Wieso reagiert die Politik da nicht? Liegt es an der Pharmaindustrie? Oder gibt es doch gute Argumente die gegen Cannabis als Medizin sprechen? So weit ich weiß ist die Wirkung bei der Behandlung chronischer Schmerzen doch weitestgehend bewiesen, oder? [/quote]
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Kathy25
Anfänger


Anmeldungsdatum: 14.07.2015
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 18. Apr 2018 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

pismo hat Folgendes geschrieben:

Wieso reagiert die Politik da nicht? Liegt es an der Pharmaindustrie? Oder gibt es doch gute Argumente die gegen Cannabis als Medizin sprechen? So weit ich weiß ist die Wirkung bei der Behandlung chronischer Schmerzen doch weitestgehend bewiesen, oder?


Ist es das? Ich finde die Informationslage dazu ist doch recht dürftig, oder? Und was Schmerzmittel angeht gibt es doch meines Wissens relativ viele Optionen, oder? Entschuldigung, dass ich so "doof" frage, aber ich bin da nicht so tief drin im Thema, habe aber oft das Gefühl, dass viele Cannabis für ein Allheilmittel halten.
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1489

BeitragVerfasst am: 19. Apr 2018 00:56    Titel: Antworten mit Zitat

Cannabis ist kein Allheilmittel. Aber es lindert ganz sicher mehrere Symptome.

Eine Freundin von mir hat seit einem Unfall starke Schmerzen in der Hüfte. Alles mögliche ausprobiert, alle möglichen Opiate, Schmerzklinik usw.

Dann verschrieb ihr die Ärztin Cannabis. Ergebnis: weniger Schmerzen, Entspannung, guter Schlaf. Sie ist KEINE Kifferin!

Nach 4 Wochen kam sie zur Ärztin. "Nein, Cannabis kann ich nicht mehr verschreiben" - stattdessen ein vollsythetisches Opioid (Palexia) auf das ihr Körper nicht gut reagiert (fremdes Körperempfinden). Außerdem macht Palexia körperlich stark abhängig.

Meine Vermutung für die schleppende Vergabe:
1. Unkenntnis in der Gesellschaft insb. bei vielen Ärzten (das ist dann schon Ignoranz).
2. "Cannabis - ist das nicht so ein Rauschgift?"
3. Die (unglaublich mächtige) Pharmalobby kann daran wenig verdienen. Gibt auch keine Patente.

P.S. Die Frage ist nicht 'doof' aber bei informierten Ärzten sollte die Informationslage absolut mehr als dürftig sein!
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pismo
Anfänger


Anmeldungsdatum: 01.12.2013
Beiträge: 13

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 18:03    Titel: Antworten mit Zitat

Aber es ist doch Wahnsinn - ich meine für viele Probleme in der Schmerzbehandlung werden doch Opioide gegeben, das ist im Grunde auch eine Droge, eine die süchtig macht. Auch wenn die da nicht gleich Heroin bekommen, ist das doch grob fahrlässig. Es entwickelt sich eine Toleranz, es gibt die Gefahr einer Atemdepression. Dagegen ist Cannabis mit seinen Nebenwirkungen doch absolut ungefährlich - ich habe das jedenfalls so in diesem Artikel gelesen. Bin mir jetzt aber auch nicht so sicher, aber für mich klingt das nicht nach einer dürftigen Informationslage.

Warum die Pharmaindustrie hier nicht die Möglichkeit sieht Geld zu machen? ICh glaube auch nicht, dass Cannabis ein Allheilmittel ist, aber wenn die Leute das glauben ließe es sich doch gut verkaufen. Zumindest mit ärztlichem Rezept.

Ich glaube das Problem ist einfach der Rauschgift Stempel und die gesellschaftliche nicht-Akzeptanz. Hier fehlt es einfach an Aufklärung.
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Dr.Mabuse
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 2736

BeitragVerfasst am: 24. Apr 2018 18:49    Titel: Antworten mit Zitat

Ibuprofen ist optimal...

Kostet ne 100er Packung...3 Euro ...

Die Nieren gehn schnell in Arsch... Und der Proband ist schnell Six Fest unser...

Win Win Situation für Krankenkasse und Rentenversicherung...

Schmerzen haben keine Lobby...in Deutschland...

Und Menschen die Krank sind schonmal gar nicht...
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Kathy25
Anfänger


Anmeldungsdatum: 14.07.2015
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2018 13:18    Titel: Antworten mit Zitat

Danke euch für die Antworten. Da hab ich einiges von gelernt. Ja, wenn man sieht wie unbesorgt viele sich Ibuprofen oder Aspirin Complex regelmäßig reinfahren, das ist schon irre und ungesund!
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schattengewächs
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 1873

BeitragVerfasst am: 26. Apr 2018 13:51    Titel: Antworten mit Zitat

ich hab nicht alles gelesen:
aber ich ich bleib dabei: lieber THC, niedrigdosiert Opiate nehmen, - als das hochtoxische Ibuprofen (nehme ich nur während der Menstruation, und "ausnahmsweise" mal bei Spannungskopfschmerzen)- ist der pure Wahnsinn, meiner Meinung nach, dass Ibu und Aspirin freiverkäuflich sind. Das Zeug schädigt quasi alle Organe.
Auch nochmal an den Doc ein Wink mit dem Zaunpfahl,- auch die Kombi Ibu und Alk ist alles andere als gesund!
Will aber nicht zuviel klug daherschwätzen... seitdem ich niedrigdosiert Opiate nehme, brauche ich fast kein Ibuprofen mehr. Es hängt schließlich alles mit allem zusammen, irgendwie. Zumindest bei mir.
Mir hilft z.B. (blöderweise!) Diazepam besser gegen Schmerzen als Ibuprofen.
Das ist paradox, aber es geht eben (in meinem Fall) immer nur darum, dass das Nervensystem in einen tiefen-entspannten Modus kommt.
Idea
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Kathy25
Anfänger


Anmeldungsdatum: 14.07.2015
Beiträge: 9

BeitragVerfasst am: 27. Apr 2018 09:48    Titel: Antworten mit Zitat

Aber nimmst du diese Opiate regelmäßig? Dann wären sie doch genauso schädlich wie Ibus, oder? Oder nur hin und wieder?

Ich denke das ist ein wichtiger Punkt, dass sich da auch keine generelle Regel aufstellen lässt, weil die Organismen unterschiedlich sind, dem einen hilft das eine besser, dem anderen das andere...
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andy1977
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 25.11.2010
Beiträge: 2654

BeitragVerfasst am: 10. Aug 2018 18:02    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu,

Klingt zwar bisschen doof, aber Cannabiszaepfchen gibt's ja bereits auch schon.

https://cannabis-rausch.de/thc-pflaster-die-effizienteste-konsumform-heisst-transdermal/


LG andy
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