Fentanyl Pflaster und trotzdem Probleme

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G50.0
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 12.07.2014
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 28. Mai 2018 21:37    Titel: Fentanyl Pflaster und trotzdem Probleme Antworten mit Zitat

Hi,

bis vor relativ kurzer Zeit bekam ich Pola gegen meine Schmerzen und das klappte gut, bis es dann Theater gab und ich das Pola abgesetzt habe. Hatte dann Norspan, war ziemlich Grütze und nun bin ich also bei Fentanyl TTS.

Fentanyl vertrage ich gut, aber es passiert mehrmals am Tag, das ich für ca 60 Minuten friere, die Nase läuft und der Darm nervt. Entzug like halt. Das passiert aber nicht an dem Tag, wo ich das Pflaster neu klebe. Erst im Laufe des nächsten Tages geht es los. Ich wechsele zwar mittlerweile alle 48 h, trotzdem ist das keine Lösung.

Mir fällt auch auf, das wenn ich das Pflaster neu klebe, ich nach ein paar Stunden merke, wie es "reinhaut", nicht von der Stimmung her, da merke ich von Fentanyl nix, sondern körperlich.

Es wird ja gesagt, das das Pflaster immer die gleiche Menge abgibt, daher dürfte man nix merken, aber dem ist nicht so.

Kann es sein, das man als Fast-Metabolizer das Fentanyl zu schnell deaktiviert ( Norfentanil) und dann die Abgabegeschwindigkeit des Pflaster die Differenz nicht ausgleichen kann ?

Ich weiß, es gibt "Methoden" die dafür sorgen, das Fentanyl langsamer abgebaut wird, aber das ist jetzt nicht so mein Fall.

Was mich auch nervt ist, das ich die Pflaster kleben kann wo ich will, sie halten oft nur ein paar Stunden. Ein Pflaster zu halten darüber kleben bringt nix, lockert sich auch.

Nur wenn ich das neue Pflaster an die alte Stelle klebe hält es . Hautprobleme bei mehrfacher Stellennutzung habe ich nicht.
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Praxx
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2988

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2018 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo G50.0

Das kommt, wie immer, darauf an: Welche Fenta-Dosis bekommst du? Benutzt du ein Membranpflaster oder ein Matrixpflaster?

Zuerst das wichtigste: Opioide sind bei der Trigeminusneuralgie (G50.0 ICD-10) eigentlich fast völlig wirkungslos - jedenfalls im Vergleich zu Pregabalin, Gabapentin, Duloxetin oder Amitryptilin! Wenn schon Opioide bei neuropathischen Schmerzen, erstmal Tramadol oder Tapentadol testen.

Zu deinem Problem: Fentanyl wird grundsätzlich sehr schnell metabolisiert, darum muss es auch kontinuierlich zugeführt werden.

Bei Membranpflastern reguliert eine auf der Haut aufliegende Membran den Durchfluss von Fentanyl in die Haut, unabhängig von der Hautdurchblutung. Bei Matrixpflastern löst sich das Fenta mit vorgegebener Geschwindigkeit aus der Klebeschicht des Pflasters. Beides ist stark temperaturabhängig.

Wenn sich zwischen Pflaster und Haut eine Schweißschicht bildet oder Luft eindringt, kann diese die Fentanylaufnahme behindern, da nur "lipophile" Stoffe die Haut durchdringen können, aber wasserunlöslich sind.

Der "Pflaster-Hype" ist für mich nicht nachvollziehbar. Bei alten Menschen, deren Arzneimitteleinnahme überwacht werden muss, oder Patienten, die nicht mehr schlucken können oder der Verauungsapparat nicht mehr richtig funktioniert, ist das ja ok. Aber sonst gesunde Menschen mit funktionstüchtigem Gehirn fahren mit oraler oder sublingualer Einnahme nach der Uhr einfach besser.

Norspan (=Buprenorphin) nach Pola-Vorbehandlung ist einfach idiotisch, da wirst du wochenlang unangenehm angeafft.

Wenn du jetzt solche Probleme mit dem Fenta hast, solltest du Buprenorphin als Sublingualtablette probieren. 2 Tabletten zB Temgesic forte (=0.8mg) entsprechen 2x20mg Oxycodon oder einem 25er Fenta-Pflaster - mit einer schön zuverlässigen und gleichmäßigen Wirkung, ohne dich gleich ins LdT zu befördern.

LG

Praxx
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G50.0
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 12.07.2014
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2018 19:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Praxx,

ich benutze aktuell Pflaster mit 25µg/h mit Matrixsystem. Meine Erkrankungen gehen über die TN hinaus, ich habe Dauerschmerzen im Gesicht und Rücken u.A.

Meine TN habe ich fast 20 Jahre und bekomme Gabapentin und Trimipramin. Pregabalin vertrage ich nicht. Ich habe sehr viele Medis durch, die Standard bei einer TN sind.

Wie geschrieben, hatte ich ja Pola, das stand nach Jahren am Ende der Kette. Tramal, Tilidin,Tapentadol,Oxy,Hydro wirkten nur bedingt ins sehr hohen Menen oder nicht. Pola war das, was mir am besten half, ich hatte es fast 14 Jahre.


Norspan oder halt Buprenorphin half mir überhaupt nicht, ich hatte mit starken Nebenwirkungen zu kämpfen, die Schmerzlinderung war nicht vorhanden.

Ich finde das Pflasterprinzip gut, ich muss nicht ständig Tropfen oder Tabletten nehmen.

Von der Dosis bin ich niedriger eingestellt als beim Pola, also im Verhältnis.
Mir ist nicht bekannt, welche Medis mit Fenta oral zugeführt werden können, außer ACTIQ.

Fenta macht mir sonst keine Probleme, es macht mich weder high oder down, gelegentlich kommt Dysphorie auf, was aber einfach am Bindungsprinzip von Fenta liegt, allerdings ist die Bindungsstärke von Buprenorphin an dem Rezeptor stärker, der Dysphorie auslöst.

Fenta dämpft auch gut die Stärke der Durchbruchschmerzen bei Attacken. Die ohne Pola oder Fenta, aber mit Gaba und Trimi 9-10 erreichten. Aktuell 5-6.

Mich würde interessieren, warum man eine neues Pflaster nicht auf die selbe Stelle kleben soll, außer das die Haut geschützt werden soll.
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Praxx
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2988

BeitragVerfasst am: 29. Mai 2018 22:39    Titel: Antworten mit Zitat

Ist halt von Mensch zu Mensch verschieden. Fenta oral wirkt nicht wegen des first-pass in der Leber. Inzwischen gibt es ja nicht nur die Actiq-Lutscher, sodern auch Nasensprays und Buccalpflaster. Alle wirken schnell, stark und kurz
Der Wechsel der Klebestelle ist nur zur Hautschonung gedacht, einen anderen Grund gibt es nicht.
Das Vorgehen sollte sich immer danach richten, wie DU am besten zurecht kommst. Was sprach den dagegen, weiter Polamidon zu verwenden? Allein der Preis sollte für jeden Arzt Anlass sein, beim Pola zu bleiben, wenn nichts dagegen spricht.

LG

Praxx
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G50.0
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 12.07.2014
Beiträge: 27

BeitragVerfasst am: 30. Mai 2018 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Praxx,

das Problem mit dem Pola ist, das mein Doc sich ständig rechtfertigen musste, warum er das verschreibt, nicht nur bei mir. Das wurde ihm dann mal zu viel, was ich verstehen kann.

Ferner war das Problem, das es selbst bei der Vertretung hieß " L-Polamidon ? darf ich nicht verschreiben, das bekommen nur Substitutionspatienten " . Da ich solche Späßchen schon öfter durch hatte, hatte ich immer nen Auzug aus der BTMVV dabei, in der natürlich drin steht, das jeder Arzt das verschreiben darf ( nur beim Zahnarzt sind die Höchstmengen andere) aber selbst das half nicht.

Auch war ich öfter im Krankenhaus und viele Ärzte kannte das Mittel nicht und wenn ich sagte, das ist linksdrehendes Methadon, dann kam meist " aha, Methadon sie sind wohl Drogenabhängig ?". Obwohl in meiner Akte natürlich drin steht, das ich Schmerzpatient bin.

Zum Glück habe ich nen sehr langen Diskussionsgeduldsfaden Smile) . Erlebt habe ich auch schon, das ein Arzt kam,im Krankenhaus, der mich noch nicht kannte und fragte " was macht der Entzug" Hä ? wie kommen sie darauf ? "Na sie nehmen doch L-Polamidon" Aha, na ja, man kann ja blöd auf die Welt kommen, aber wenn man dann auch blöd stirbt... So lesen als Ärzte die Akten der Patienten. Rolling Eyes
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QyX
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1234

BeitragVerfasst am: 3. Sep 2018 21:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hahahaha ... Arzt muss sich rechtfertigen weil er das spottbillige Polamidon verschreibt aber bei den teuren Fentanyl-Pflastern oder Oxycodon, Hydromorphon etc. gibt es keine Probleme so lange man "Schmerzpatient" ist.
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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2988

BeitragVerfasst am: 3. Sep 2018 22:30    Titel: Antworten mit Zitat

Das Problem ist unter anderem der "Zulassungsstatus: L-Polamidon sind nur als Tropfen und 5mg-Tbl als Schmerzmittel zugelassen.
Alles andere ist ausschließlich als Substitutionsmittel zugelassen und darf keinesfalls als Schmerzmittel verordnet werden. Krankenkassen verweigern regelmäßig die Genehmigung einer off-label-Verschrebung, auch wenn sie damit eine Menge Geld sparen könnten.

LG

Praxx
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QyX
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1234

BeitragVerfasst am: 3. Sep 2018 22:50    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx hat Folgendes geschrieben:
Das Problem ist unter anderem der "Zulassungsstatus: L-Polamidon sind nur als Tropfen und 5mg-Tbl als Schmerzmittel zugelassen.
Alles andere ist ausschließlich als Substitutionsmittel zugelassen und darf keinesfalls als Schmerzmittel verordnet werden. Krankenkassen verweigern regelmäßig die Genehmigung einer off-label-Verschrebung, auch wenn sie damit eine Menge Geld sparen könnten.

LG

Praxx


Erklär mir mal bitte warum sich die Krankenkassen gegen eine off-label-Verschreibung in solchen Fällen wehren. Der einzig mir plausibel erscheinende Grund ist, dass dies dann als Präzedenzfall für Medikamente, die wesentlich teurer sind verwendet werden könnte.
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1327

BeitragVerfasst am: 3. Sep 2018 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx bin ich nicht - der kann schon selber antworten ...

ganz einfach: Polamidon, und der übrige Chemie-Abfall wie (noch fürchterlicher) Methadon, ist den unkontrollierten Suchtis vorbehalten. Mit Ausnahmen für Schmerzpatienten.

So wie (was ein Euphemismus) Substitol. Ist zu praktisch 100% retardiertes Morphin - aber nur für 'anständige' Patienten. Wie auch Subutex vs Norspan.

Wird schon zu >95% seine Richtigkeit haben.

Was ist nur aus dem guten - nicht süchtig-machenden (so die damalige Werbung^^) - Produkt aus D geworden? Am Hindukush geschmiedet, heutzutage - die machen es uns vor, Minimalismus finanziert (Welt)Kriege.

Muß nicht sein. PEACE!
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EheDame
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Anmeldungsdatum: 17.12.2015
Beiträge: 39

BeitragVerfasst am: 9. Sep 2018 11:58    Titel: Antworten mit Zitat

Hello!

Das mit dem Pflaster habe ich früher auch einmal für eine kurze Zeit ausprobiert, jedoch hat es gegen meine Rückenbeschwerden nicht die notwendige Linderung gebracht, so dass ich es dann relativ bald wieder komplett abgesetzt habe.

Du könntest probieren mit dem ball deinen Rücken stärken, damit trainiere ich auch regelmäßig und habe meine Rückenschmerzen dadurch schon einmal in einem gewissen Rahmen gemildert.

Lg
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