Rückfall

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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 1. Apr 2019 19:44    Titel: Rückfall Antworten mit Zitat

Hallo, ich bin seit 10 Jahre mit meinem Freund zusammen. Die letzten 3 Jahre in einer gemeinsamen Wohnung.
Wir beide lieben uns sehr und haben schon sehr viel zusammen durchgemacht. Er war, bevor wir uns kannten 20 Jahre auf Heroin. Während unserer zeit trank er jedoch oft Alkohol. Seit wir zusammen leben würde ich sagen Phasenweise tgl, nach einer großen Ansage von mir dann wieder weniger und irgendwann wieder mehr. Also ein netter Kreislauf.
Er ist seit kanapp 10 Jahren auf Subutex. Bisher stabil wie ich dachte. Naja...

Zwischenzeitlich gab es ein sehr schweres Depressionstief mit sehr viel Alkohol und Verwahrlosung in seiner Wohnung damals. Das war ganz schwer eine psychosomatische klinik zu finden die ihn trotz Subu aufnimmt. Hat 2 jahre gedauert. Danach ein paar Knastaufenthalte weil er seine Strafgelder (noch aus der beschaffungszeit) nicht zahlen konnte.
Aber danach ging es wieder steil aufwärts.

Er ist stets bemüht Teil der gesellschaft zu sein. Will mir alles recht machen. Gibt sein letztes hemd für mich. Aber trotzdem kam ich immer wieder in Situationen in denen mein Vertrauen sehr enttäuscht wurde. Wir können nicht kontruktiv über Probleme sprechen. Das geht wirklich nur bei der dropse. Die sind aber nicht für Paar Probleme zuständig. Wir bekommen das einfach nicht hin und gerade bei einem gemeinsamen Mietvertrag bekomm ich wirklich die Krise manchmal.

Mittlerweile ist es so das ich im Januar einen (devinitiv) verbogenen Esslöffel in meiner Spülmaschine gefunden habe auf dem garantiert Heroin aufgekocht wurde. Es waren deutliche kokelspuren zu sehen.
Ich kam selbst gerade aus einer psychosomatischen klinik zurück wegen PTBS (vor seiner Zeit). Dazu natürlich immer der Alkohol. Es kam eine skurile Geschichte dazu. Er blieb dabei. Er hat den Löffel nur gefunden. Was auch total ekelig und abartig ist das mit in die Wohnung zu nehmen aber naja. Ich habe das natürlich nicht geglaubt, aber auch keinen Stress gemacht.
Seitdem geht hier alles den bach runter. Es wird immer schlimmer. Er trinkt, geht in Entgiftung (seine erste) und trinkt wieder. Er sagte das er wegen Alkohol in die Entgiftung will. Was ich alles etwas seltsam finde. Mittlerweile ist er krankgeschrieben was auch Theater war, da überhaupt durchzusteigen. Und da ich auf seinen Mietanteil angewiesen bin bekomme ich existenzängste wenn ich mich abhängig fühle von ihm in einer solchen Situation. Ich könnte durchdrehen. Wir leben in einer Bedarfsgemeinschaft Rolling Eyes

Die dropse hat ihm einen ambulanten Suchttherapieplatz angeboten bei dem er nächste Woche ein Vorgespräch hat und zusätzlich eine 3 Wöchige Tagesklinik. Er möchte wieder Paargespräche bei der Dropse. Die Dropse ist auch Feuer und Flamme. Nur ich irgendwie nicht. ich war zwar zweimal mit weil ich ihn ja schon unterstütze und es auch immer getan habe, nur jetzt sperrt sich da irgendwas in mir. Ich bin momentan völlig Anti eingestellt was diese beziehung angeht. mein Körper bzw mein vegetatives Nervensystem meldet regelmässig Alarm und Überforderung an. Es belastet mich total wie das gerade wieder hier abläuft. ich komme einfach nicht zur Ruhe. Immer ist irgendwas. Kaum läufts mal gut und ich baue Vertrauen auf kommt irgendein Knall der alles in Luft auflöst.

Ich will auch keine Fahne mehr riechen. ich will diesen Scheiss nich mehr. Danke fürs Lesen
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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 1. Apr 2019 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

ich glaube auch seinen Auslöser zu kennen warum er jetzt so abrutscht. Habe ihn im Dezember schon darauf angesprochen bzw ihn gefragt ob ihn derzeit etwas belastet. Aber immer wenn ich sowas frage kommt nur: Alles ist gut. Oder er hat nichts. Wirklich immer
Es ist einfach unmöglich über Gefühle oder Probleme zu sprechen. Habe natürlich gemerkt das ihn was belastet oder zumindest mitnimmt. Ich weiß auch das ich ihm da nicht helfen kann aber ist das nicht ein Vorteil einer Beziehung? Das da jemand ist der sich auch für den anderen interessiert?

Ich glaube das er mich damit nicht belasten wollte und grundsätzlich alles mit sich allein ausmacht. Aber wozu dann eine Beziehung? Das ich jetzt wieder mittendrin stecke? Und erst das Elend auf den Tisch kommt wenn schon alles zu spät ist? Ich mache auch viel mit mir selbst aus aber wenn ich gefragt werde antworte ich auch. Spätestens dann.

Er ist wirklich ein Herzensguter Mensch. Er ist mein bester Freund und ich habe wirklich Angst ihn zu verlieren oder ihm weh zu tun. Nur ist es so das ich in den letzten jahren für sehr vieles Verständnis entwickelte und Hoffnung auf Besserung hatte. Also so paar Sachen. Vieles wurde auch besser. Sehr viel.
Aber grundlegendes Vertrauen ist einfach nicht vorhanden. Schon gar nicht in Krisen. Und seit wir zusammen wohnen kristalisiert sich eine zunehmende Entfremdung bzw Distanz der Nähe. Auch körperlich. So möchte ich nicht alt werden Crying or Very sad
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Cariote
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 1077

BeitragVerfasst am: 1. Apr 2019 22:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Trini,

Mensch, so eine Überraschung dich zu lesen! Ich bin Caro, vielleicht erinnerst du dich an unser Forentreffen vor ca 7 Jahren oder so? In Hamburg? Ich war die mit dem schwarzen TShirt.
Intervallmorphinistin, du erinnerst dich bestimmt!

Ich habe mich einige male gefragt wie es euch geht!
Mir selbst geht es gut, in Substi weiterhin.

Deine eigene Geschichte habe ich nicht mehr präsent, du warst nie selbst süchtig, zumindest nicht so krass, stimmt's? An deinen Freund/Mann inklusive Substi und Alk erinnere ich mich. Er machte auf mich einen ruhigen und sanften Eindruck.
Trotzdem hast du damals schon unter seiner Sucht gelitten, einiges für ihn ausgebügelt...

Das blöde ist: Wenn er heute trinkt,evtl sonstigen Beikonsum hat, in Substi ist, das wird dann wahrscheinlich noch einige lange Zeit so weitergehen!
Clean werden ist oft ein Prozess in dem der Partner oder die Partnerin den Süchtigen noch oft mit Fahne, breit oder sonstwie vorfindet...

Wenn du keine Kraft mehr hast, das zeigt deine Gesprächsabneigung, (?) dann beschäftigt sich dein Unterbewusstsein evtl mit Trennung. Kann das sein? Wenn du tief in dich hinein hörst?
Vll ist es noch nicht greifbar, noch nicht eingestanden.
Du sehnst dich nach Stabilität und Ruhe?
Mit aktiv Süchtigen wird das schwierig, es sei denn ihr habt 2 Wohnungen. Damals hatte er glaube ich seine Wohnung gerade aufgegeben...?

Wollte dein Mann bzw Freund jemals clean werden? Mir ist und war das zu anstrengend...Also müssen wir gucken wie wir das bestmöglich für beide lösen.!...

Herzliche Grüße sendet Caro
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Trini
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 1. Apr 2019 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Caro Very Happy Du bist ja immer noch hier Very Happy schön von Dir zu hören. Machst Du noch deinen alten Job?
Klar weiß ich noch den Hamburg Trip und wie du ausgesehen hast Very Happy

Er ist immer noch sehr ruhig und sanft. Eigenschaften die ich sehr liebe an ihm. Gibt noch viele mehr. Aber reicht das auf Dauer?

Ich komme auch über diesen Löffel in meiner Spülmaschine nicht zurecht. Er verletzt ständig meine grenzen. Er denkt einfach nicht nach. Lügen kann er auch nicht gut.

Ich habe für mich beschlossen das ich nicht mehr mit ihm zusammen wohnen will/kann. Das macht mich auch echt traurig. Sehr traurig.
Bin derzeit auch in Therapie und thematisiere das aktuell. Drogen genommen habe ich nicht, bzw war nie abhängig. Mein vater war aber Alkoholiker.

Ich glaube ich habe es jetzt lange genug tolleriert. ja ich habe es sogar schöngeredet. Besser paar Bier am Tag als die Nadel. Shocked Und letztendlich
muss ja jeder selber wissen was er tut. genau wie ich jetzt. Aber das ist schwer. Sehr schwer.
Bin hin und hergerissen. Werde es aber durchziehen. Meine ZNS macht mir am meisten zu schaffen. Wie ein kleines Kind schreit es und zeigt mir was nicht in Ordnung ist. Worum ich mich kümmern muss.

Wie meinst Du den letzten Satz von Dir?
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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 1. Apr 2019 22:42    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich hatte immer den Eindruck das er nichts mehr vom Heroin wissen wollte. Bis ich den Löffel gefunden habe. Das war das erste Mal in unserer Zeit das ich etwas mit Heroin in Verbindung gebracht habe.
Vom Subutex wollte er auch irgendwann weg. Da war ich dann aber abgeneigt weil ich es doch als eine gute Lösung sehe und einen Entzug davon als großes Risiko einschätze, nach so vielen jahren Abhängigkeit. Aber letztendlich ist es seine Entscheidung.
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3747

BeitragVerfasst am: 2. Apr 2019 13:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Trini,

ich bin schon sehr lange Jahre in einer festen Beziehung mit einer Frau die noch nie mit Drugs was am Hut hatte und hat!Ich kann dir aus der Sicht eines Junkies sagen das eine Beziehung mit jemandem, der nicht weiß wie sich das anfühlt drauf zu sein oft sehr schwiergig ist.Aber bei uns war Offenheit immer sehr wichtig. Auf allen Seiten. Das ist echt ne Kiste, auf die muss man sich bewusst einlassen sonst funktioniert das nicht...und du darfst ihm nicht immer das Gefühl geben, dass du ihm ständig misstraust.
Er scheint ja nach deiner Aussage ein guter Mensch zu sein aber wenn du ihm weiter helfen willst und kannst, musst du abwägen ob eine Trennung grad jetzt in der Zeit ihn nicht doch wieder weit zurück werfen könnte?
Aber ich denke auch, jetzt im Moment brauchst du die ganze Kraft für dich selber und es hilft euch beiden vielleicht erstmal Abstand zu halten..und irgendwann könnt ihr euch vielleicht wieder annähern...

Liebe ist eine Sache die vieles kann. Aber heilen, was auch immer, kann sie nicht...


L.G.
Mikel
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Trini
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 15. Mai 2019 18:19    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, wollte mal ein kleines Update geben. Vielleicht hat der ein oder andere ja einen Tip für mich.
Vor genau einem Monat, also zwei Wochen nach meinem Anfangspost, habe ich mich von ihm getrennt. Es herrschte das reinste Chaos, wie so oft in den Jahren und ich war und bin es einfach leid. Ich habe einfach keine Lust mehr auf Verständnissvolle zu machen und habe ihn gebeten seine Koffer zu packen und sich eine eigene Wohnung zu suchen. In der Zwischenzeit hat er auch im Suff Probleme gemacht die mich auch betreffen, durch den eigenen Mietvertrag.
Ich bin einfach sooooo blöd das ich mit ihm zusammengezogen bin.
Nunja, nachdem ich ihm die Trennung mitgeteilt habe, ist der sanftmütige und friedfertige ausgerastet und fing an Gegenstände nach mir zu schmeissen, mich wüst zu beschimpfen und baute sich bedrohlich vor mir auf. Ich habe es mit der Angst zu tun bekommen. Habe dann die Polizei gerufen. Er blieb dann eine Nacht aus der Wohnung raus.
Seitdem baut er immer mehr ab. Er wäscht sich kaum noch, sieht total ungepflegt aus, dreckige Klamotten, Bier Bier Bier und verlottert vor meinen Augen.
Die Trennung steht nach wie vor fest. Ich möchte einfach nur noch das er woanders seinen Zustand auslebt und frage ihn öfters wie seine Wohnungssuche aussieht. Ich habe Angst das das noch ewig dauert. So wie er aussieht bekommt er doch keine Wohnung Shocked
Gestern habe ich kurz mit ihm über seinen Konsum geredet. Eine Abmachung getroffen das er überall trinken kann, nur eben nicht hier in der Wohnung. Konsequenz wäre das er draussen bleibt. War er einverstanden.
Heute stand wieder Bier auf dem Tisch. Nunja, er ist wieder ausgerastet als ich ihn an die Abmachung erinnert habe. Er schrie aus voller Kehle und drängte mich in die Ecke. Ich soll ihn in Ruhe lassen. Sein Zimmer, seine Privatsphäre.

Was soll ich denn jetzt machen? Der Mann wird mich verprügeln wenn ich ihn noch weiter diesbezüglich "belästige". Natürlich kann ich wieder die Polizei rufen wenn er rumschreit. Soll ich? Er schreit aber nur rum wenn ich ihn "belästige" ich muss doch irgendetwas tun können um ihn aus der Wohnung zu bekommen? Es ist ein Bild des Grauens hier und ich kann nich mehr. Es ist so assozial. ich kann auch niemanden mehr in die Wohnung einladen. 1. aus Mitleid und zweitens aus Scham, auch wenn meine Freunde bescheid wissen. Ich schäme mich so.


Habt ihr eine Idee?
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Nooria 24
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 632

BeitragVerfasst am: 15. Mai 2019 18:57    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn Du die Wohnung sowieso nicht alleine finanzieren kannst, dann suche Du Dir eine neue Bleibe. Dann bestimmst Du das Tempo und machst einen sauberen Cut. Ob er sich bemüht oder auch nicht, soll Dir dann egal sein.

Nooria
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Trini
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 15. Mai 2019 21:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Nooria, das hatte ich sowiso vor. Das Problem ist nur das wir einen gemeinsamen Mietvertrag haben. Wenn ich hier ausziehe und er hier bleibt und keine Miete zahlt oder Schäden verursacht kann ich dafür belangt werden finanziell. So ist leider die Rechtslage.

Da ich vor 5 Wochen eine Knie OP hatte die leider Komplikationen hatte bin ich arbeitslos geworden. Um mich werden sich die Vermieter auch nicht gerade reißen. Aber ich bleibe dran. ich kann immer noch nicht richtig laufen ohne Gehhilfe. Aber es wird so langsam besser.

ich will einfach nur meine Zukunft regeln aber komme immer wieder zum gleichen Problem zurück. IHN. Er ist ein nasser Alkoholiker mit 20 jähriger Heroin Laufbahn und grad voll drin in seinem Druff Strudel. Das kotzt mich so an das ich mir das geben muss. Ich bin so fertig mit ihm. Ich kann mich hier einfach nicht abgrenzen wenn ich ihn SO sehe und so leben muss. Das ist nicht mein Leben sondern seins. Er zieht mich so in den Abgrund mit rein.

ich mache ihm ansich ja keine Vorwürfe. Mir ist bewusst das das eine Krankheit ist und er nicht im geringsten Einsicht zeigt. Aber ich weiß auch das man es sich schön leicht machen kann, weil ja die anderen alle so böse sind und keiner mich wirklich versteht oder mir was zutraut, darf ich mir jetzt und die nächsten jahre mir voll die Kante geben. Er hat ein Suff und Gammelzimmer. Es stinkt. Er stinkt.

Natürlich kann er was an seiner Situation ändern, tut er aber nicht weil er nicht will. Für mich soll er es nicht machen, sondern für sich. Das hat er all die Jahre nicht verstanden, ist mir jetzt klargeworden. Wird er auch nicht mehr.
Ich will auch gar nicht dabei sein wenn er an sich arbeitet. Ich will einfach nur Abstand von ihm. Er kann sich ja mal selbst um seine Probleme kümmern.
leider gottes durch die Wohnung hänge ich da voll drin. ich komme selbst in schwierigkeiten weil ich Antrag beim Jobcenter stellen muss und auf SEINE Unterlagen angewiesen bin, wenn ich keine Mietschulden haben will. Ich kann es mit ihm einfach nicht. Er lügt ja nur noch rum. Wenn er mal nicht lügt dann weiß ich doch nicht was jetzt nun stimmt.
Der hat doch total sein Hirn versoffen. Ich sehe ja nur noch Sufffresse an ihm.

das musste mal raus. Puuuuh
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 632

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2019 00:09    Titel: Antworten mit Zitat

Oh, das hört sich sehr schwierig an!

Wegen der Wohnung - schau einmal, ob Dir das vielleicht weiterhilft:

www.anwalt.de/rechtstipps/trennung-und-scheidung-was-passiert-mit-dem-gemeinsamen-mietvertrag_082922.html

Und wer zahlt die Miete, wenn einer der beiden Mieter auszieht?

Sind beide Partner Mieter, sind sie im Verhältnis zum Vermieter Gesamtschuldner, d. h., der Vermieter kann sich aussuchen, von wem er die Miete fordert. Zieht nun ein Partner aus der gemeinsamen Wohnung aus, greift im sog. Innenverhältnis, also im Verhältnis der Mieter untereinander, zunächst die Grundregel des § 426 Abs. 1 BGB. Danach haben beide Mieter jeweils die Hälfte der Miete zu zahlen. Der in der Wohnung verbleibende Partner muss sich aber den Wert einer angemessenen Wohnung anrechnen lassen. Lediglich der diesen Wert übersteigende Betrag der Miete wird hälftig geteilt (OLG Köln, Beschl. vom 12.07.2018, Az.: 10 UF 16/1Cool.

Der in der gemeinsamen Wohnung verbliebene Partner hat eine Frist (die üblicherweise mit 3 Monaten bemessen wird), innerhalb derer er sich entscheiden muss, ob er in der gemeinsamen Wohnung bleibt, oder diese gekündigt werden soll. Entscheidet er sich in der Wohnung zu bleiben, muss in der Folge auch die ganze Miete alleine zahlen. Wird hingegen die Wohnung gekündigt, muss der zuerst ausgezogene Partner für die Dauer der Überlegungs- und der Kündigungsfrist die Hälfte der Differenz zwischen der Miete der gemeinsamen Wohnung und der Miete für eine angemessene Wohnung des verbliebenen Partners zahlen.

War z. B. die Miete der gemeinsamen Wohnung 1.000,00 € und würde eine angemessene Wohnung den verlassenen Partner 600,00 € kosten, beträgt die Differenz 400,00 €. Davon tragen beide die Hälfte, also jeweils 200,00 €. Der verbliebene Partner zahlt somit insgesamt 800,00 € (600,00 € + 200,00 €), der ausgezogene Partner zahlt für die gemeinsame Wohnung noch 200,00 € (und natürlich die von ihm angemietete neue Wohnung).


Die alles Gute!

Nooria
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Schlaumeier
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1667

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2019 02:18    Titel: Antworten mit Zitat

Trini hat Ihren Job verloren. Das heisst doch de Facto das bald die ARGE die Mietkosten uebernimmt. Die wird den Loser ganz schnell aus der Wohnung schmeissen, sollte Trini ausziehen. Denn die bezahlen nicht fuer mehr als 45 qm zu einem bestimmten Preis (500?).
Du liebe Trini, machst aktuell alles richtig. Bitte bleib stark.
lg R.
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Cariote
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 1077

BeitragVerfasst am: 16. Mai 2019 20:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Trini,
hatte deine Antwort erst jetzt gesehen. Schon damals warst du quasi "die Starke"| so wie ich euch kennen gelernt habe. Du schriebst "meine Spülmaschine" und "meine Wohnung". Im Grunde gehört ihm ja auch die Hälfte von dem was ihr euch angeschafft habt. So gesehen kannst du ihm wahrscheinlich tatsächlich nicht verbieten in seinem Zimmer Bier zu trinken...fördert ja auch den Groll!.
Gewalt usw geht natürlich gar nicht!

Ich würde mich an den Vermieter wenden, ihm die Lage erklären und eine Kündigung für dich schreiben. Danach würde ich sofort gehen. Zu Eltern, Freundin, Tochter, in eine eigene Wohnung, Frauenhaus irgendetwas.
Solange ihr zusammen in der Wohnung seit bekommst du keinen Abstand!

In eurer Stadt, ist da Wohnungsnot oder bekommt man da gut Wohnungen? Zur Not vll erst aufs Land?
Falls du etwas Geld hast kannst du bei airbnb . d e zeitnah Zimmer oder Wohnungen mieten. Tageweise oder auch Wochen, Monate.

Wie geht es dir gerade?

Ja, meinen Job mache ich immer noch. Der ist so beständig wie meine Sucht...grins...solange letzteres händelbar ist ist es ja ok. Die Arbeit werde ich wahrscheinlich bis zur Rente behalten.

Gute Besserung für dich!
LG Caro
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Trini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1147

BeitragVerfasst am: 19. Mai 2019 13:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Caro, ja war immer die Starke. Die will ich auch immer noch sein, aber nur für mich Very Happy will jemanden auf Augehöhe und den ganzen Rest verstehst? Habe erkannt das es mit ihm einfach nicht funktioniert. Meine Batterien sind auch leer.
Das Zusammenleben JETZT ist für mich belastend. Mag ihn auch gar nicht mehr um mich haben.
Es ist zwar jetzt wieder Ruhe eingekehrt nach seinem Ausraster aber trotzdem fühle ich mich sehr unwohl in seiner Nähe. Bin schon wie blöd am Wohnung schauen für mich.

Ihm sein Bier zu verbieten, war er ja quasi mit einverstanden vorher. Ich sag Dir, das hätte es in meiner Wohnung damals nicht gegeben. Es hat einfach Ausmaße angenommen durch den gemeinsamen Mietvertrag, in den mein Alptraum wahr wird. Klar könnt es schlimmer sein, schlimmer geht ja immer. Aber mir reicht das schon. Es war ein Fehler. Vll hätte ich noch viele weitere Jahre so rumgeeiert wenn ich nicht mit ihm zusammen gezogen wäre. Jetzt weiß ich aber wie es ist, mit ihm gleichberechtigt zusammen zu leben und sage Nein Danke.
Wer nicht hören will muss fühlen. Und ja ich fühle. Ich hoffe das mir sowas nie wieder passiert.

ich hoffe nur das ich hier schnell raus bin oder er.
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