Kokain spritzen: Sofort hoffnungslos abhängig?

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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1556

BeitragVerfasst am: 9. Jul 2019 22:04    Titel: Antworten mit Zitat

Mit 70-80 eus bist du zwar dabei, aber nach 2 Stunden bist du pleite.
Wenn der letzte Kokadruck noch dein Hirn lahmlegt, geschweige denn der letzte ging daneben und du hast dir nix als ein fettes Ei geschossen, dann ist nicht gut Kirschen essen .
Dein Restverstand sagt dir, Omis und Opis sind tabu, was machen?
Du wirst kreativ, wenn du alles reinlegst ( in die Waagschale ) ziehst du eine Spur der Verwüstung hinter dir her, aber abends hast du den cash für weiss und braun zusammen, was immer du auch angestellt hast.
Wenn du diese Energie der Geldbeschaffung in sagen wir mal legale Bahnen lenken würdest, wärst du ein cleverer Geschäftsmann, bloss was machen wir Vollhonks, schiessen 1000sende von eus in die Vene für das kurze Glück.
Nicht umsonst ist Sucht als Krankheit definiert, obwohl viele Normalos damit ein Problem haben, frei nach dem Motto : Einfach nix mehr nehmen.
Schön , wenn es so eqsy wäre.
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Praxx
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3076

BeitragVerfasst am: 9. Jul 2019 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mal Anfang der 70er ein Pflegepraktikum im Max-Planck-Institut für Psychiatrie gemacht. Da bekamen wir eine Patientin rein, deren Freund Profi-Apothekenknacker war. Denen war nach einem Bruch ein Standglas mit 100g "Cocainum hydrochloricum" sozusagen "übrig geblieben" - Koks hat damals wohl niemand interessiert, das war praktisch unverkäuflich...
Die hat innerhalb weniger Wochen die 100g Koks und ein paar Gramm Dilaudid verfixt - bis dann "die weißen Männer kamen" und sie total psychotisch zu uns in die Klinik brachten...

LG

Praxx
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xylocain
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 29.09.2015
Beiträge: 143

BeitragVerfasst am: 10. Jul 2019 03:31    Titel: Antworten mit Zitat

Damals gabs halt noch kein Internet, unbekannte Substanz, da wirds einige getroffen haben. Heute kann man sich schnell einlesen und schmeißt sowas dann halt in die Mülltonne. Bin ja die neue Generation und mit Internet aufgewachsen (wenn auch damals noch 56 kbits Modem) und kenne sowas nicht. Hat vieles sicherer gemacht, wenn ich mir überlege was manche Junkies sich damals reingehauen haben, wird mir ganz schlecht.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1556

BeitragVerfasst am: 8. Sep 2019 14:16    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

jede/r hat ja sein individuelles Suchtverhaltensmuster.
Sagen wir mal, bei mir zB ist die Basis eine Opiatsubstanz, sei es Pola, Substitol, Subutex o.ä.
Danach folgen Benzodiazepine und /oder Pregabilin.
Doch die mit Abstand heftigste psychische Abhängigkeit ist die vom Kokain.
Das konsumiere ich aber erst, wenn ich die zuvor genannten Substanzen intus habe.
Nehme ich kein Kokain, habe ich mörderische Depressionen, nehme ich Kokain ohne die Basis an Opiaten / Benzos zu haben bin ich ebenfalls zu nix zu gebrauchen.
Polytoxikonamie.

Dazu kommt das Alter.
Ich kenne viele , die so Anfang 50 sind und aufhören wollen mit Polamidonsubstitution, was sich als nicht leicht herausstellt.
Wenn du ca 15-20 Jahre im Polaprogramm bist, ist es mörderisch schwer, sich davon zu lösen bwz zu reduzieren.
Wenn du zusätzlich noch Beikonsum hast, Heroin usw, ist es umso schwerer, sich davon zu lösen.
Ich wollte es selber nicht wahrhaben, fast 9 Monate war ich auf 3ml Pola eingestellt und wollte einen Vollentzug machen, hab ich mir so gedacht ,l dasd wäre easy.
Von wegen.
Wenn die null steht, dann geht der Tanz erst richtig los.
Pi mal Daumen 1/2 Jahr schlaflose Nächte, solange, bis sich dein Körper wieder daran gewöhnt hat, ohne die Substanz auszukommen, das ist eine Herausforderdung ohne Gleichen an der scheiternSo um die 50 Jahre ist quasi eine Schallmauer um sich endgültig zu lösen oder sich zu entscheiden, Substitution bis zum bitteren Ende.
In den letzten 2 Jahren habe ich 3 Versuche unternommen, einen Vollentzug zu machen, d.h. weg vom Pola, ich habe es nicht geschafft, das Beste waren 4 Wochen ohne alles, keine Verbesserung des Schlafrhythmusses, mit den Nerven am Ende, Konsequenz = weiter im Polaprogramm, Frust und Versagensängste.

Kein Plan, ob ich ein Einzelfall bin oder ob so ziemlich jede/r damit zu kämpfen hat, je älter du bist, desto schwieriger ist es , sich vom Pola/Metha zu lösen.
Und...was machst du, wenn du es geschafft hast, in cden Tag huineinleben is nicht, man braucht ein anderes Programm, statt dem Polaprogramm ein Clreanprogramm, z B NA meetings, ohne das, ist die Abstinenz in 99% aller Fälle zum Scheitern verurteilt.
Meine Meinung.

LG
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Seppel 4
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1566

BeitragVerfasst am: 8. Sep 2019 17:51    Titel: Antworten mit Zitat

Lieber Quasimodus,

ich finde es gut, dass Du DEINE Einstellung zu Entgiftung postest.


Zum Alter: Ich habe festgestellt, dass das Entziehen leichter wird, wenn man

älter ist. Grund: Wenn man mit 59 nach ca. 10 ernstgemeinten Versuchen noch

immer in der Entgiftung ist, dann hat man viel Erfahrung gesammelt.

Erfahrung, warum man aufhören will, welche Schwierigkeiten man immer beim

Entgiften hat, welche Dinge man tun will, wenn man clean ist und welche

Dinge man unbedingt LASSEN muss, um nicht wieder in eine erneute Entgiftung

zu müssen.

Dass DU, wenn Du Suchtverhalten beschreibst LAUFEND die MITTEL namentlich

nennst zeigt, welchen Geistes Kind Du bist.

Weil in Deinem Kopf und Deinem Herz nichts anderes ist als Dein Denken an

die Mittel und das vielleicht zwanghafte Bedürfnis, dies immer wieder zu posten,

zeigt mir ( vielleicht liege ich auch falsch Rolling Eyes ),

dass Du Dir in Wirklichkeit immer nur BEWUSST machst, dass es für Dich

schrecklich sein muss, ohne die geliebten Mittel zu sein.


In der Entgiftung war es meistens verboten, laut und enthusiastisch über

Szeneerleben und Drogengeschichten zu reden. Ich glaube fast, die haben recht,

oder wie siehst Du es, Quasimodus?

Glaubst Du dass Du eine Chance auf Entgiftung und Cleansein hast, ohne tief

im Inneren die Schnauze von Deinem bisherigen Leben voll zu haben?

Bei mir war es so. Ich wollte nicht mehr SO DAHINVEGETIEREN. Crying or Very sad

Denn: Leben ist doch irgendwie ( auch ) anders, oder ?

Und Quasi, Du bist ein alter Hase im Geschäft. Ich meine es sehr gut mit Dir,

wenn für Dich ein abstinentes Leben auch mit gut bewertet werden kann.


Mir tut es leid und fast schon weh, wenn ich lese, wie Du die Scheisse so

bedeutend schreibst. Durch den Dreck habe ich mein Bruder verloren und mein

halbes Leben beruflich versaut. Beinahe wäre auch noch meine 33jährige Ehe

draufgegangen wegen Sucht!

Ich wünsche Dir WIRKLICH innere Befreiung und Loslösung aus Deiner

momentanen Identifikation, damit Du auch noch die Sonne siehst.

Liebe Grüsse

Seppel Wink
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