Opiate - Immunsupression

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Südösi
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 11. Aug 2019 14:18    Titel: Opiate - Immunsupression Antworten mit Zitat

Da ich seit einigen Wochen wieder auf Buprenorphin bin, beschäftige ich mich mit Vorliebe mit seinen Vorzügen und Vorteilen. Das hat auch den angenehmen Nebeneffekt, von seinen (subjektiven) Schwächen und Nachteilen abzulenken!

Bei meiner Recherche stieß ich auf ein (vermeintliches) Paradoxon:

Jeder Substituierte kennt dies aus eigener Erfahrung oder aus Erzählungen von anderen Patienten:

"Morphin/Methadon verhindert, "killt" die ganzen quasi "normalen" Infektionskrankheit, die manche sonst zumindest einmal im Jahr haben, also die sogenannten Erkältungen.

Jetzt hörte ich aber, dass Methadon wie Morphin das Immunsystem unterdrücken, Immunsupression also.

Hört sich anfangs einmal wie ein krasser Widerspruch an. Müsste man mit unterdrücktem Immunsystem nicht öfter und auch heftiger krank werden und sein?

Aber, habe ich recht, wenn ich sagen würde:

"Krank ist bzw. fühlt man sich oft (bei Erkältungen zum Beispiel) nicht wegen den Bakterien und/oder Viren, sondern vielmehr wegen den Abwehrreaktionen des Immunsystems."

Fieber bekommt man ja angeblich auch (nur?), damit der Körper Bakterien abtöten kann.

Servus, der Südösi.
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Südösi
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 12. Aug 2019 10:37    Titel: Antworten mit Zitat

Weil ich meine Frage gerade noch einmal durchgelesen habe und den Eindruck habe, dass sie irgendwie arrogant rüberkommt, möchte ich dazu sagen:

Tut mir leid, wenn dem so ist. War nicht so gemeint.

Meine Absicht ist es nicht, mich selbst zu beweihräuchern, sondern ich bin an dem Thema wirklich interessiert, würde gerne mehr dazu wissen...

Auf jeden Fall lasse ich zukünftig das mit dem Sich-selbst-Zitieren, das kommt nach ein paar großen Bier besser als am Tag drauf Shocked
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Dr.Mabuse
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3171

BeitragVerfasst am: 12. Aug 2019 19:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hi...

Dein Post klingt keineswegs Arrogant...in keinster weise...

Wegen Erkältung und so,hatte ich 3 Jahre auch nicht mehr...

Meine Theorie ist,das ich kaum noch unter Menschen gehe,deshalb kaum möglichkeiten habe mir eine Erkältung einzufangen...

Ob das schlüssig ist,weis ich nicht...

Gruß...
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Südösi
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 15. Aug 2019 15:05    Titel: Antworten mit Zitat

Ha, Dr. Mabuse, das ist mal ein ganz anderer Erklärungsansatz! Das spielt sicher mit eine Rolle, vor allem, weil dieses "Phänomen", der soziale Rückzug ja nicht nur bei dir auftritt. Die Geselligsten sind wir ja nun wirklich nicht...

Ich frage mich, wenn das mit der Immunsupression stimmt (wovon ich ausgehe), ob das auch gefährlich sein kann. Bei einem normalen grippalen Infekt vielleicht nicht; aber bei anderen, schweren Infektionskrankheiten? Da müsste es dann ja irgendwie schon "Nachteile" gegenüber einem Menschen mit nicht unterdrücktem Immunsystem geben...

...wenn nämlich nicht: warum haben wir dann überhaupt so ein "gut-geöltes" Immunsystem als Serienausstattung?!

Macht's gut und lasst mich nicht dumm sterben!
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2736

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2019 09:17    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Südösi,

stell doch mal die links rein. Dann kann man sich drüber austauschen - musst es ja iwoher haben. Ich selbst befasse mich inhaltlich nicht mit Suchtstoffen (nehme sie nur). Moron kann fast zu allem was sagen: Enzymatisches, etc...Für mich ist das total uninteressant, bis auf die Unterdrückung der Hormone natürlich. Das ist allerdings ein Problem. Ich wüsste auf Anhieb nicht, wo die Verbindungen liegen mit Opiaten. Man nimmt heute oft Antikörper, ansonsten ist Cortison wohl das bekannteste Mittel, das immunsuppressiv wirkt. Aber es gibt zig für Autoimmunerkrankungen. Oder nach Organtransplantationen.

Hier mal ein link zu dem Thema, ist easy zusammengefasst

netdoktor.de/therapien/immunsuppression/

Opiate? - wo ist denn das, was Du gelesen hast? Würde mich interessieren, logo...Wink
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2736

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2019 10:19    Titel: Antworten mit Zitat

Schau mal, bei kurzer, oberflächlicher googelei":

flexikon.doccheck.com/de/Opioidanalgetikum

Dabei kam raus, das ne Nebenwirkung durchaus die Freisetzung von Histamin aus Mastzellen sein kann - das Gegenteil von "immunsuppressiv".

Außerdem müsste Praxx das wissen, ist sein Baby. Es gibt ja die dollsten Verbindungen in diesen komplexen Körpergeschehen. (auf Anhieb denke ich allerdings: nö, wieso denn? )

Für uns, war eigentlich immer klar, dass Heroin ein Allheilmittel ist (Oxycodon; Metha auch..Subutex eher nicht) - allerdings mehr wegen der Unterdrückung von Stressreaktionen. Das hat na klar massive Auswirkungen! So wird wohl Cortisol gehemmt, Adrenalin. Aber das ist ein anderer Weg und hat mit "Suppression" nix zu tun. Hemmung überschießender Stressreaktionen, könnte man das nennen. (VitaminC i.v. ist ja auch noch dabei, falls es sich nicht "zerkocht". K.A. wie stabil VC in der Form ist...) Das Immunsystem leidet vor allem auch an Stress. Fällt der weg, ist man sicher weniger Infektanfällig.

Aber das Märchen von den "nicht kranken Süchtigen" ist ja wohl hinfällig, liest man hier im Forum allein schon. Ich selbst, war/bin clean weniger Infekt anfällig, als drauf. Grundsätzlich gesünder. Allein schon Verstopfung von dem ganzen Pillendreck ist nicht gerade förderlich für´s Immunsystem, schon deshalb muss man drauf achten, Laktulose, Flohsamen, etc einzunehmen, viel trinken (kein Alk Smile)... Wink
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nebukadnezar
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4052

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2019 12:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hi südösi,

... auch hier z. B.

https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-008-1497-5

Im Zusammenhang mit " Allheilmittel" habe ich mich eher gefragt:.. oder merkst einfach nix, aufgrund der steten Zufuhr tgl. Opioddosen? Ich denke ja und drin besteht dann auch die Gefahr, wenn man die Warnsignale des Körpers nicht mehr wahrnimmt!

Gruss in schöne Ösiland!

N!
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Los Fritzos
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Anmeldungsdatum: 08.09.2015
Beiträge: 979

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2019 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe bei mir selbst festgestellt, dass ich viele Jahre tatsächlich immer und immer wieder von Krankheit verschont wurde.
Allerdings habe ich vor drei Jahren und in diesem Jahr einen Infekt gehabt. Vor drei Jahren war er nur unterschwellig, allerdings über viele Wochen, dieses Jahr war es schon recht heftig und dauerte fast drei Wochen an. Ich muss aber sagen, dass ich keinerlei Medikamente dafür eingenommen habe. Es war gerade noch so, dass ich mich an die Arbeit geschleppt habe.

Ich hatte hauptsächlich sehr starken schmerzhaften Husten mit Atemnot in den Nachtstunden, etwas Schnupfen und Halsweh.

Die diesjährige Infektion kam kurze Zeit nach der Grippeimpfung. Wie es beim letzten Mal war, weiss ich nicht mehr. Es könnte also gut damit zusammenhängen. In den 15 Jahren davor, wo ich mich nicht habe impfen lassen, ist nichts gewesen.

Leider besteht mein Arzt auf eine Grippeimpfung, weil am Wochenende alle Patienten aufeinandertreffen, um ihr Substitut zu holen. Ausserdem bringen davon einige ihre Kinder mit, weswegen der Arzt das Wartezimmer möglichst durchgeimpft haben möchte.
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mikel015
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3731

BeitragVerfasst am: 16. Aug 2019 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich kann nur sagen,soweit ich mich erinnere, das ich als ich auf H und Metha war nie eine Erkältung oder Husten hatte.
Auch Heroin wurde ja in den 20ziger Jahren von Bayer als Hustenstiller auf den Markt geschmissen.
Kurioserweise bin ich jetzt auf low-Dose Oxycodon anfälliger gegen Infekte wie eben Erkältungen usw.
Aber das das Imunsystem ziemlich im Keller ist , als ich auf Opiate war, konnte man daran sehen das z.b. kleine Schnittwunden und Blessuren ect. schlecht und schon sehr lange brauchten um zu verheilen...
Denn Begriff "Imunsuppression" habe ich nur im Zusammenhang mit Transplantationen,Chemo oder HIV gehört/gelesen...
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2736

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2019 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, eben Mikel,

davon ging ich aus...aber Moron hat mich gleich korrigiert..., denn der Körper machts´s ja auch, ohne Zufuhr von Opiate... Und bei mir - wohl besonders dann. Also drauf? sind meine Erfahrungen eher wie Deine.

Opiate wirken wohl wirklich immunmodulierend und - suppressiv. (Letzteres schau ich mir doch noch mal an, weil es spannned ist, was der Körper selbst ausschüttet (und dann das Opiat "übernimmt"), der Artikel hier wurde von jemandem verfasst, der natürlich "Im Interesse handelt", was mich persönlich stören würde, würde ich suchen.

Südösi, wieso haste denn das nicht selbst klar gestellt?, hattest doch Recht Cool Aber so weit ich weiß, kam die Antwort schnell - ist halt ein interessantes Thema Very Happy

Liebe Grüße!
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1387

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2019 09:32    Titel: Antworten mit Zitat

Immunsuppression - auf deutsch schlicht: erhöhte Infektanfälligkeit - ist so alt, wie die Drogen selbst. Nichts Neues.

Gibt eine nette Doktorarbeit dazu: Immunhistochemische und morphometrische Untersuchungen d er Corpora mamillaria bei Drogentoten

(https://edoc.ub.uni-muenchen.de/19369/1/Eisenlohr_Jana.pdf)

Bei Alkoholismus ist die Infektanfälligkeit auch deutlich erhöht - neben der eklatanten Organschädigungen. Und ja, auch das Gehirn gehört dazu. Wink

In diesem Sinn: Schmeißen wir noch was "low dose" ein, kippen noch ein Schnäpschen auf die nächste, sichere Erkältung … u.v.a..m. Laughing

Grüßle
Marle
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Südösi
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2019 13:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, ich kann da jetzt auch nur "auf Verdacht" googeln. Keine Ahnung, von wo genau ich das habe. Es war einfach nur eine Broschüre eines Pharmaunternehmens, wo es eine Tabelle gab, die angab, bei welchem Opioid welche "Nebenwirkung" besteht. Sprich:

Hypogonadismus und Immunsuppression bei Morphin, Fentanyl, Oxycodon, Buprenorphin etc.

Aber es ist nicht schlimm, dass ich das nicht mehr finde, da stand nichts Großartiges, wie gesagt, "nur" eine Broschüre eines Hersteller, der unter Umständen einfach sein Buprenorphin an den Mann und die Frau bringen wollte.
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4052

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2019 17:13    Titel: Antworten mit Zitat

Südösi hat Folgendes geschrieben:
... , der unter Umständen einfach sein Buprenorphin an den Mann und die Frau bringen wollte.


Ein Versprechen von Hypergonadismus und Immunsuppression als Verkaufsargument? Shocked
Also ich habe während meiner Sucht ein gesundes, glückliches Leben geführt, abgesehen vom tgl. 230 mg Methadon und am Ende Unmengen Alkohol Very Happy Crying or Very sad und die notwendigen Reparaturen von Darm, über Herz bis Nasenneben - und Kiefernhöhle u. a. sind recht umfangreich!
Muss alles nicht passieren, aber man sollte sich schon darüber bewusst sein, daß das alles auch Auswirkungen haben kann!

LG N
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Südösi
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2019 18:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, aber Hypogonadismus und Immunsuppression natürlich als Abschreckung:

"Nur mit Buprenorphin werden Sie 110 Jahre alt und die ganzen Reparatur-Arbeiten machen auch nur dann Sinn!"

Nachhaltigkeit und so!

Und noch schnell zum schönen Wort vom Allheilmittel:

Ich hab mich nicht nur von dieser extrem informativen und erhellenden Broschüre anstecken lassen, und würde mich seitdem weigern, etwas wie Methadon, dass mich richtig "schön" depressiv macht, oder auch etwas, wie Morphin, von dem mir die Hormone ausgehen, als Allheilmittel zu bezeichnen. Jedoch: Egal wird einem das alles nach dem Konsum schon. Nur nüchtern (na ja, halbwegs nüchtern) betrachtet, klingt das gar nicht gut!
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Südösi
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 19.05.2015
Beiträge: 363

BeitragVerfasst am: 30. Aug 2019 17:25    Titel: Antworten mit Zitat

Über das hier bin ich gerade "gestolpert" - schaut interessant aus:

https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-102014/mehr-als-bloss-verstopfung/
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