wie meistern "Junkies" ihr Leben im Alter?

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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2149

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2019 12:24    Titel: wie meistern "Junkies" ihr Leben im Alter? Antworten mit Zitat

Hallo, Suchties,

frage mich grade, wie es ist, mal übers Alter nachzudenken,

aus aktuellem Anlass, zugegeben...


wenn die " Zipperleins " kommen, z.B.,

wenn Du nicht mehr latschen kannst, wegen Polyneurophatie, wegen Sauffen, z.B.

wenn Du vor lauter Depries Dich andauernd aus dem Bett kämpfen musst,

bzw. überhaupt den gaanzenTag gegen die Müdigkeit kämpfen Musst,

Dich aus dem Haus kämpfen musst, Deine Sachen zu erledigen.

Wenn Du einfach keinen Bock mehr hast, auf H. , z.B., was Dir kurzfristig

zwar sicher "helfen" würdest, oder Lyrica, Speed, oder sonstiger Shice.



Fazit : Denkst Du manchmal ans " Alt - Werden ",

und wie es ist, in einem Pflegeheim zu versauern und zu leiden, wo sich

niemand um Dich kümmert, und Du nur noch ein Name bist ,

ohne Würde, ohne Rechte, ohne Glück, ohne Lachen, ohne Freude,

ohne gutes Fressen, ohne irgendwas.



Ohne Drogen und Alkohol ?

Na Ja, so oder so ähnlich,



grüsse,

Karin, wieder mal...
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1392

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2019 17:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo MausiMaus,

schön von Dir im Vorbeigehen zu lesen, auch wenn der Anlass sich nicht erfreulich liest.

Du willst von „Suchties“ die Meinung hören?
Ich nehme an, Du meinst dabei „aktiv Süchtige“?
Ich kann Dir nur als Ex-Süchtiger antworten.

Ich brauche übers Alter nicht nachzudenken, weil ich ein „alter Sack“ bin. Mr. Green
Zipperleins habe ich auch. Wie die meisten alten Säcke, die ich kenne.
Die einen haben „nur noch ihre Zipperleins“, was sehr traurig ist, aber nicht zu ändern, und die anderen, zu denen ich gehöre, nehmen sie zur Kenntnis, leben damit (gut) und versuchen – mit all den Möglichkeiten, die es heute gibt – das Beste daraus zu machen. Nichts was mich plagt, kann heute mein Leben so bestimmen und beeinflussen, dass ich nicht so leben würde, wie ich es will. Wink

Mit Polyneuropathie hatte ich (wegen meiner Alkoholsucht) eine Zeitlang zu kämpfen. War nicht schön. Aber kein Weg führte daran vorbei: Entweder damit leben, und sie noch zu verschlimmern, oder halt nicht mehr saufen.
Mit Depressionen hatte ich auch zu tun. Auch hier: Mit Alkohol (u.a. Drogen) wurden sie nur schlimmer. Ohne Stoff sind sie zwar nicht weg, aber ich kann Strategien anwenden, um sie schadlos zu überstehen.
Als ich noch gesoffen habe, war ich ständig müde. Spätestens nach 3‰ aufwärts. Die Müdigkeit der Leber. Eigentlich bin ich manchmal nur aufgestanden, um saufen zu können.
Vergeudete Lebenszeit. Weil richtig schlafen kann ich, wenn ich tot bin.

Später (trocken und clean) plagte mich auch Müdigkeit. Der kam von Mangel an Mineralstoffen, Vitaminen etc. pp. Dagegen kann man was machen, und den Speicher wieder auffüllen.
Die größte Müdigkeit kam bei mir auf, als ich keinen Sinn mehr im Leben sehen konnte und wollte.
Dagegen halt Therapie und eine andere Sicht auf mein Leben zu erlernen.

Alles in Allem: Alles hat seinen Preis, egal ob Sauferei, Kokserei, Heroin oder sonst eine Droge oder ein Suchtmedikament. Man muss sich entscheiden, will man’s nehmen, dann muss man die Nebenwirkungen und Folgen klaglos tragen, oder will man’s nicht (mehr), dann ist zwar nicht alles leichter und die Welt nur noch bunt, aber man ist in der Lage die Probleme so zu lösen, dass ein gutes, erfülltes Leben möglich ist.

Grüße
Marle
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4064

BeitragVerfasst am: 5. Sep 2019 19:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mausi,

mit dem alt werden, halte ich es eher mit Sugar Man Sixto Rodriguez

https://lyricstranslate.com/de/rodriguez-i-gonna-live-until-i-die-cover-lyrics.html
(der Song weiter unten als vid)

Mit Alkohol alt werden? Wenn man ihn missbraucht, ist es wohl überflüssig sich darüber Gedanken zu machen, diese Frage löst dann der Alkohol Crying or Very sad

Aber du hast doch Kinder die dich sicher nicht im Stich lassen, oder?
Eine Alternative zum Pflegeheim wäre eine Alters WG, die aber auch nur unter entspr. Gesichtspunkten funktioniert, einer der wichtigsten: genug Geld!

Wie sieht es denn aus bei dir? Dein post liest sich ja leider nicht so positiv.

LG N
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 586

BeitragVerfasst am: 6. Sep 2019 01:29    Titel: Antworten mit Zitat

@mausimaus
Freut mich mal wieder was von dir zu hören.
Da ich mit meinen 43 Jahren schon meine Lunge so zerstört hab dass ich Sauerstoff bekomme werde ich wohl kaum so alt als das ich in ein Altenheim kommen werde.
Aber mittlerweile gibt es ja auch Einrichtungen die Leute substituieren und nicht jedes Altenheim ist so schlecht wie sein Ruf.
Es gibt ja auch noch ALTEN-WG'S als Alternative.
Denkst du darüber nach?
Es grüßt Jolina
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Seppel 4
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1566

BeitragVerfasst am: 6. Sep 2019 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Mausimaus,

meine Frau und ich haben über 120 Jahre auf dem Buckel. Da sie über 25 Jahre

Im Altersheim gearbeitet hat und wir viele Stunden bei Feiern und besonderen

Anlässen und auch Besuchen dort verbracht haben, ist dieser Ort für uns

total normal.

Und das Sterben an sich hat sich für mich relativiert, seit ich letztes Jahr

beschlossen habe, das Metha zu lassen. Was ich dann dieses Jahr geschafft

habe.

Bevor ich diesen Kampf gegen das Substitut gekämpft habe, hatte ich eine

intensive innere Auseinandersetzung mit mir, ob ich ' Alter Sack ' mir diese

Quälerei mit 59 Jahren ( jetzt 60 ) überhaupt noch antun soll.


Ohne Scheiss: Jetzt, wo ich meine Emotionen so einigermassen im Griff habe,

geht es mir besser als je zuvor.

Ich bin fitter, bewusster, herzlicher und mutiger. Und enorm alberner.

Es ist nicht mehr ALLES SO WICHTIG für mich.

Ich glaube, dass das Altwerden eine Kunst ist.


Man muss anfangen, auf das zu gucken, was man mehr hat durch das Alter

( Ruhe, Freude, Toleranz etc. ) und nicht so sehr auf die ' Zipperleins '.

Liebe Grüsse

Seppel Wink
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3747

BeitragVerfasst am: 6. Sep 2019 10:14    Titel: Re: wie meistern "Junkies" ihr Leben im Alter? Antworten mit Zitat

MausiMaus hat Folgendes geschrieben:


Fazit : Denkst Du manchmal ans " Alt - Werden ",

..


Ich denke, wenn man in einem Zustand ist, wo man sich nicht mehr wirklich artikulieren kann, viel im Bett liegt, ständig auf fremde Hilfe angewiesen ist und andere Leute vielleicht auch keinen Bock haben mit einem Zeit zu verbringen weil ja eh nicht viel mit einem anzufangen ist, ich denke dann fühlt sich das Leben tatsächlich nicht mehr wirklich lebenswert an.
Ich für meinen Teil weiß was da auf mich zukommen kann,muß aber nicht...Ist ja auch egal, ich hab mich dennoch nicht unterkriegen lassen, wenn ich aufgegeben hätte, wäre ich schon tot . Deswegen bin ich eigentlich froh, älter werden zu können und mache mich nicht verrückt mit dem, was morgen vielleicht sein könnte oder kommen könnte - ich lebe im hier und jetzt! Alles andere wird sich zeigen, wenn es soweit ist

Naja Karin,Alt werden ist nix für Feiglinge oder so... Wink

Gruss
Mikel


P.S.

Drei Tage durchfeiern kann ich immer noch, aber will ich nicht mehr... Very Happy
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schattengewächs
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 2188

BeitragVerfasst am: 6. Sep 2019 12:26    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mausimaus!
schön, dass du auch mal wieder vorbeischaust,- evt liest du ja auch still mit...
Nunja, ich fand nebs Antwort auch am treffensten: (weil du ja diese Zielgruppe befragst!) :
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Die Frage löst der Alkohol, bzw. der Drogenkonsum über Jahrzehnte hinweg- die meisten Hardcore-Junkies sterben zwischen 50 und 60 Jahren. So zumindest meine Beobachtung. Diejenigen mit Surviver-Genen schaffen es oft noch knapp über die 60. Länger sehr selten.
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Ich glaube auch nicht, dass ich "alt" werde, also ca 10 Jahre gebe ich mir noch, vom Gefühl her... dann wäre ich Mitte 50- und erst DANN würde ich darüber nachdenken.
Bin auch eher so wie mikel,- im Jetzt leben, und das so gut wie möglich.
Die Zukunft (des Planeten) ist eh nicht sicher, - warum sich also mit dieser Fragestellung abplagen?

Ganz blöde, das gebe ich zu, ist die Kombi:
alt, weiblich, arm, drogenabhängig, krank, ohne Familienanschluss (du hast doch Kinder, oder?), ohne Freunde, ...
das ist ne Vorstellung, in die ich gerade nicht eintauchen will. Evil or Very Mad

Ich hoffe arg, dir geht s nicht allzu mies, und du trinkst so wenig wie möglich... (sagt die Richtige, ich weiß... Rolling Eyes )-

Schönes WE wünscht
Schatti Cool
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