VERTRAUEN in das LEBEN

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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2019 19:32    Titel: Antworten mit Zitat

@ Seppel
Du kannst mir glauben dass ich meine Kindheit von allen Seiten durchgekaut habe, bis zum erbrechen 2,5 Jahre Tiefenpsychologisch, vorher 1 Jahr beim Verhaltenstherapeut. Und das in einer meiner jahrelangen Cleanphasen...

Meine Eltern wollten und wollen mir mitnichten etwas böses und haben auch immer getan was sie konnten in meiner Kindheit.
Auch heutzutage wollen sie bestimmt nur das Beste für mich.
Doch seit ich vor 14 Jahren clean war glaubten sie es mir schon nicht, selbst Blutentnahmen waren angeblich gefaket.
Wie gesagt hab ich während meiner akuten Suchtkarriere viel Scheiß gebaut und auch meine Eltern belogen was den Konsum angeht.
Sie vertrauen mir einfach nicht mehr und tuen es bis heute nicht egal was ich erzähle.

Sie sind auch nur Menschen und das sie misstrauisch waren ist ja berechtigt gewesen.
GEWESEN, SEIT 15 JAHREN LÜGE ICH SIE NICHT MEHR AN!

Ich sollte wie sie Akademikerin werden und wurde bis zum Abitur drauf gedrillt - klar war das gut gemeint.
Hab mich dann gegen ein Studium entschieden und eine Ausbildung gemacht.
Das war für sie schon unmöglich und das ich dann auch noch Heroinsüchtig wurde die Höhe.

Doch bis heute wird mir das vorgeworfen, mir werden Sachen unterstellt die einfach nicht stimmen und was auch immer ich tue ist nicht genug, nicht richtig oder stimmt sogar erst gar nicht.

Da kann ich tun was ich will, hab jahrelang versucht mich zu rechtfertigen, Beweise zu erbringen, Liebe oder Zuneigung zu erkämpfen, immer versucht alles zu Ihrer Zufriedenheit zu machen doch vergeblich.

Meine Geschwister werden ganz anders behandelt obwohl sie auch nicht studierten doch das wird akzeptiert - sind ja nicht süchtig...

Mittlerweile tu ich das nicht mehr, doch habe Kontakt zu Ihnen und ruf immer wieder an und besuche sie ab und an.

Eine meiner Geschwister wohnt in meiner Stadt, ca. 30 min. von Ihnen entfernt - die werden besucht, ich nicht...

Das Vertrauen ist also zerstört und ich muss mich damit abfinden.

Ich erwarte oder verlange nichts mehr von Ihnen, ertrage es runter gemacht zu werden.
Nur um überhaupt Kontakt zu haben solang sie noch leben denn ich liebe sie...

Das war jetzt die Kurzfassung, möchte lieber nicht ins Detail gehn...

Nur noch das: Authentisch? Ihnen war und ist immer das Wichtigste was "die Leute" sagen und denken. Und da is die drogensüchtige Akademikertochter natürlich eine Katastrophe!
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Seppel 4
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1582

BeitragVerfasst am: 16. Nov 2019 15:31    Titel: Antworten mit Zitat

@Jolina

Ich bin Dir sehr dankbar dafür, das Du dich so öffnest und Dein Leid mit den

Eltern und dem fehlenden Vertrauen hier im Forum postest.

Doch ich würde Dich gerne mitnehmen auf eine Denkweise, die Dich befähigt,

frei zu sein.

Oder besser gesagt: FREIER zu sein. Freier als Du jetzt bist. Jolina: Warst du es

nicht, die ständig ein Atemgerät benötigt ? Und die einen Sohn hat ?


Warum ich meine, Dir helfen zu können? Weil ich DAS LEID zu gut kenne, wenn

Kinder sich von ihren Eltern nicht gewertschätzt, geachtet, beachtet oder

auch GELIEBT fühlen.

Ich habe 40 Jahre Erfahrungen mit meiner Mutter gesammelt, die mir schon

als pubertierenden Buben, also als ihren 15jährigen Sohn immer und immer

ihr Leid geklagt hat, dass sie von ihrer Mutter nicht so geliebt wird, wie ihr Bru-

der. Sie hat ihr GANZES Leben ( bis Oma' s Tod ) darunter gelitten, dass Sie

sich nicht so von ihrer Mutter geliebt gefühlt hat, wie es ihr Bruder.


Das Leiden hat erst aufgehört, als Oma 2009 im Alter von 97 Jahren verstarb.

Sogar im Altersheim wohnend, war Oma V E R A N T W O R T L I C H für

Mutters Ich-fühle-mich-nicht-geliebt - GEFÜHLE.


Möchtest Du freier sein, Jolina ? Hast Du nicht das Gefühl, dass diese ' komisch

verworrene ' Situation Dir irgendwie Lebensenergie nimmt? Denke doch mal :


Einem Feind verzeiht man oder man bekämpft ihn. Doch bei der Situation mit

Deinen Eltern scheint es keine Loslösung von dem Problem zu geben.

Du entschuldigst ihr ' komisches Verhalten ' und

DU LEIDEST TROTZDEM! Evil or Very Mad Sad Confused Oder nicht?

Aus meiner Sicht kannst du nur VERTRAUEN lernen, indem Du

1. akzeptierst, dass sie immer so waren , wie sie sind,..und

2. akzeptierst, dass es vielleicht gar nichts mit Dir zu tun hat, warum sie so sind,

wie sie sind;Und dass Deine Eltern ihre EIGENEN Probleme

hatten, wie z.Bspl. DIE ANGST, WAS DIE LEUTE SAGEN .

Vorab:

Meine Mutter ist total AUFGEBLÜHT, als die Oma tot war. Doch ich weiss, dass

die Oma meine Mutter genauso liebte, wie meinen Onkel. Meine Mutter hat es

NICHT geschafft, so zu denken und zu fühlen, dass sie NICHT abhängig von

der vermeintlichen Liebe ihrer Mutter war.

Damit will ich sagen:

Du musst Dein Verhältnis zu Deinen Eltern RADIKAL ändern, wenn Du

erwachsen bist und selbst Kinder hast.

Den letzten Satz werde ich SPÄTER noch mal mit Beispiel erklären.


Soweit, erst mal.

LG Seppel Wink
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1028

BeitragVerfasst am: 18. Nov 2019 16:34    Titel: Antworten mit Zitat

hallo,
ich glaube, um wirkliche Intimität zu erfahren, ist es sinnvoll Vertrauen zu praktizieren. das heisst also mich so zu zeigen, wie ich wirklich bin.
das fällt mir oft recht schwer. es erstaunt mich immer wieder, was für Masken ich doch so vor mir hertrage.
letztendlich vertraue ich darauf, das alles okay ist, so wie es eben gerade ist.

ansonsten versuche und lerne ich andere nicht zu verletzen, und wenn ich das tue, mich dafür zu entschuldigen.
ich glaube, das solch ein Verhalten mein eigenes Vertrauen stärkt.

na ja, so ähnlich.
liebe grüsse
Joe, mal wieder nfh clean

ach, ich war heute schon aufm Meeting. das war gut. ein haufen verrückter cleaner drogis. so wie ich.
Salute.
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 19. Nov 2019 23:52    Titel: Antworten mit Zitat

@seppel
Ich akzeptiere meine Eltern auf jeden Fall so wie sie sind, nur so kann jch das handeln.
Mein Vater ist in Armut mit vielen Geschwistern aufgewachsen und klar wollte er deswegen immer das es uns mal gut geht.
Meine Mutter n verzogenes Einzelkind, aber beide haben sehr liebende Eltern gehabt und wurden auch immer akzeptiert.

Klar sind sie auch nur Menschen mit ihren persönlichen Lebensgeschichten, doch ich seh ja auch wie sie sich meinen Geschwistern gegenüber verhalten und wie sie zu mir sind.

Auch wie zu meinem Neffen und wie zu meiner Tochter( ja bin die mit Kind, ist allerdings n Mädel, wollte ich eigentlich nicht öffentlich schreiben damit mich nicht wohlmöglich jemand erkennt, aber is mir mittlerweile zu blöd).

Wie dem auch sei, es sind meine Eltern und sie wollten und wollen mir bestimmt nichts Schlechtes und deswegen halte ich es aus.

Hat kein Sinn mit ihnen darüber zu reden obwohl ich es immer mal wieder tue - sie können so wenig aus ihrer Haut wie meine Wenigkeit.

Nichts desto trotz leide ich darunter und es ist immer wieder enttäuschend das ich in ihren Augen nichts gut genug tue und mir ständig Dinge unterstellt werden...

Vertrauen tun sie mir halt schon lange nicht mehr, ich Ihnen trotzdem wenn ich Probleme hab in dem Sinne das ich mir Ratschläge einhole.
Allerdings nicht was Gefühle angeht, denn da machen sie zu und deswegen rede ich nicht drüber - sag Ihnen trotzdem immer wieder wie lieb ich sie habe auch wenn nichts zurück kommt.
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Seppel 4
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1582

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 09:19    Titel: Antworten mit Zitat

@ Jolina

Gut, dass Du grundsätzlich Deine Eltern akzeptierst. DAS ist wichtig.

Wenn Du eine Entschuldigung für ein ' mögliches Fehlverhalten ' Deiner Eltern

finden kannst, so wende diese Entschuldigung GROSSZÜGIG an. Wink


Jolina, da Du ein Kind hast, ist es ganz wichtig, mal die Perspektive Deines

Kindes einzunehmen. Erlebt es Dich ähnlich, wie Du Deine Mutter erlebtest ?

Oder erlebt es Dich als das genaue Gegenteil ? Wenn Du da mal vorsichtig und

sensibel hinschaust, kann es passieren, dass Du ähnlich ERZIEHST, wie Deine

Eltern Dich erzogen haben.

Da gibt es so Wechselwirkungen im familiären Zusammenleben, die man so

offensichtlich gar nicht wahrnimmt. Du kannst darauf VERTRAUEN, dass Deine

Eltern es IMMER gut meinen; das ist so mein Erleben mit den Eltern.


Doch etwas wollte ich NIE begreifen: Eltern sind AUCH und NUR menschliche

Wesen mit Stärken und Schwächen. Und weil auch die Eltern nicht gerne ihre

Schwächen zugeben ( und schon garnicht bei ihren Kindern),

wüssen Kinder N I E,

ob dass, was die Eltern lehren und vorleben IMMER wirklich ehrlich und echt ist.

Und DAS ist nix Böses, nein, Jolina:

Die Eltern wissen instinktiv, dass sie quasi DAS GESETZ + DIE AUTORITÄT

für die Kinder sind. Und das ist meine private Meinung!

Doch Fehler machen in der Welt können sie nicht IMMER und AUF DAUER

vor den Kindern verhindern; es geht einfach nicht.

Es geht so wenig,

WIE DU JETZT UND OHNE PROBLEME aus Deiner momentanen Situation heraus

NUR NOCH gute Dinge machen kannst in Deinem Leben.


Sowohl Deine Eltern als auch Du müssen Fehler machen, um im Leben klarzu-

kommen. So läuft das WENN MAN LEBT.

In der Nachbetrachtung sieht es OFT so aus, als wenn man theoretisch und

praktisch ANDERS hätte handeln können, doch das ist ein Irrtum.

Es macht für Kinder grossen Sinn bei Situationen, wo sie sich von ihren Eltern

im Leben nicht richtig wertgeschätzt, geliebt oder beachtet fühlten, so zu

tun, als wenn die Eltern alles richtig gemacht hätten.Das ist schwierig und

muss erklärt werden, wie es in der Praxis funktioniert.

Ich verkürze es:

Verzeih Deinen Eltern und nimm sie so, wie sie sind. Suche eine Betrachtungs-

möglichkeit, wie Du Ihr Verhalten und ihre Erziehung SO SEHEN KANNST,

dass es für DICH ALS TOCHTER förderlich und nützlich ist.

So zu betrachten muss man üben, denn es ist nicht die ÜBLICHE GEWOHNHEIT.


Doch es geht. Soweit erst mal.

Liebe Grüsse von

Seppel Wink
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Schlaumeier
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1695

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 13:09    Titel: Re: VERTRAUEN in das LEBEN Antworten mit Zitat

Seppel 4 hat Folgendes geschrieben:
Vertrauen in das Leben ist das WICHTIGSTE,

um drogenfrei zu sein.


LG Seppel Wink

Wir werden mit dem Urvertrauen geboren. Es sind unsere Eltern und unser Umfeld die dieses Vertrauen pflegen und erhalten (sollten). Aber selbst wenn wir die 'Supereltern' haben, erwischt uns irgendwann die harte Realitaet, das Leben. Es waechst unser realitaetsbezogenes Bewusstsein, gesunder Menschenverstand und ein mindestmaß an kritischem Umgang mit dem 'Vertrauen'. Das alles ist sofern wir 'normale Erfahrungen' machen erstmal OK. Boese wird es wenn unsere Eltern, Bezugspersonen und das soziale Umfeld aus Arschlöchern besteht die uns unsere angeborene Sicherheit, Selbstvertrauen oder Vertrauen im allgemeinen nehmen. Auch die fuer mich existenzielle Selbstliebe, Selbstgerechtigkeit im gesunden Maß kann einem von den Eltern ratzfatz genommen werden. Eigentlich reichte es wenn eben diese nicht gefoerdert werden. Das passiert oft nichtmal bewusst. Es gibt genug Eltern die 'nur das beste fuer Ihre Kinder wollen' und Ihnen mit selbstgerechter, falscher Erziehung die gesunde Basis fuer ein glueckliches, erfolgreiches Leben nehmen. Dann wirds schwierig. Man selbst braucht jahrzehnte das schwierige Verhaeltnis und die entstandenen Konsequenzen bis hin zur Sucht oder Depressionen zu verstehen, erkennt aber auch evtl. irgendwann das die Eltern gegeben haben was sie konnten. Das kann einen ein Leben lang beschaeftigen, oft weit ueber den Tod der 'Verursacher' hinaus. Da hilft es oft nichtmal zu verzeihen, weil man nie gelernt hat mit dem Schmerz umzugehen, ausser Ihn mit Drogen zu verdraengen, betäuben.

Jolina, Dir möchte ich nur sagen, Du hast soweit ich es hier herauslese und verstehe eine tolle Tochter / eigene Familie, Du stehst Deine Frau in im taeglichen Kampf um Deine Krankheit und hast Deinen Frieden gefunden mit Deinen Eltern und Dir selbst. Das ist mehr als viele Menschen auf Kette bekommen. Cool
lg R.
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Seppel 4
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1582

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 18:10    Titel: Antworten mit Zitat

@ Jolina

Ich war auch als Kind ' vorbestimmt ', um beruflich was Besseres zu werden.

Auf das Gymnasium gehen, Geigenunterricht bekommen u.ä. war für

mich selbstverständlich. Als die Noten in der Mittelstufe ( Pubertät ) in den

Keller gingen waren die Eltern traurig und sauer. Ich war auch traurig, sauer und

weil mich keiner wegen der schlechten Noten tröstete, nahm ich auch die Drogen,

die mein älterer Bruder nahm.

Ich hatte das Gefühl ' dass nur meine Leistung mich als Mensch wertvoll machen '.

Für meine Eltern jedenfalls. Ab da war in der Familie alles kontraproduktiv. Die

Eltern hielten mir ihre Investitionen in mich vor und dass ich undankbar wäre.

Dabei wollte ich GAR KEINE SCHULKARIERRE machen; ihnen zuliebe aber dann

DOCH! Wie blöd Crying or Very sad !

GLAUBE MIR:

Es klappt selten, eine Karriere zu machen, wenn sie ein anderer für Dich ausge-

sucht hat. Und wenn es dann noch die eigenen Eltern sind, die man als


GUTER SOHN / GUTE TOCHTER nicht enttäuschen will, dann hängen zu viele

Wünsche und Hoffnungen an der ganzen Sache. Zwei Sachen passierten bei Dir

und bei mir:


1. : Die Eltern projezierten ihren Karierrewunsch auf uns! Es ging ihnen nicht

unbedingt um uns; DOCH sie merkten es nicht Embarassed Crying or Very sad !


2. Wir waren LIEBE KINDER und versuchten alles, doch da es NICHT unser

ureigener Herzenswunsch war, scheiterten wir beruflich! Und dummerweise

auch bei den Eltern. Statt uns als ECHTE ELTERN zu unterstützen, konnten sie

unser SCHEITERN ( was sie als ihr Scheitern erlebten! ) kaum ertragen und

wir fühlten uns schuldig und als Versager.

Alles nur, weil hier ( in der Nachbetrachtung ) zwei Themen unbewusst miteinan-

der verknüpft waren und wir k i n d e r als d i e k l e i n e n in der schwächeren

Rolle, als die Eltern, also D I E G R O S S E N waren.

Es ist ein Phenomen, das Eltern ihre Liebe zu den Kinder durch unbewusste

eigene Berufswünsche projezieren. Manchmal! Leider Confused !

War es bei Dir nicht auch so?

To be continued!

Seppel Wink
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3271

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 18:20    Titel: Antworten mit Zitat

Seppel hat geschrieben:

Zitat:
Es klappt selten, eine Karriere zu machen, wenn sie ein anderer für Dich ausge-

sucht hat.


1000 Prozent Word Seppel...

Möchte nicht wissen wieviel Eltern wollen,das ihre Kinder Medizin studieren...

Null Bock auf den Beruf,keine Skills und dann auf die "Menschheit" losgelassen werden...

Na Danke...
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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 21:15    Titel: Antworten mit Zitat

@Schlaumeier
Danke für die netten Worte kann ich nur zurück geben. Du hast dir dein Leben so eingerichtet das es wieder lebenswert ist. Wie ich dich hier lese ist es mit viel Arbeit verbunden - körperlich und mental.
Stell ich mir nicht leicht vor in ein fremdes Land zu ziehen und freu mich für dich das du dort dein Glück gefunden hast.

@Seppel
Mein Vater hat seinen Wunschberuf gelebt und meine Mutter war zufrieden mit ihrem Job( arbeitete mit in der Praxis, ursprünglich war sie Krankenschwester).
Sie wollten aus rein praktischen Gründen die Praxis an einen von uns weitergeben, wollten das wir finanziell gut aufgestellt sind und natürlich das die Leute sehen was aus uns wird.

Ich versteh deine Worte ganz genau und bin in vielem daccord.
Doch es ändert nichts an den Tatsachen das sie mich nicht so akzeptieren wie ich bin und alles schlecht reden.

Mittlerweile bin ich krank, alleinerziehende Mutter und es dürfte jawohl klar sein das ich keine Berufskarriere mehr einschlagen werde. Mir bleibt nur das Beste daraus zu machen, ich hab mich damit arrangiert.

Ich halte meine Wohnung sauber ( zu sauber zwar, aber besser so als umgekehrt), versorge meine Tochter, erziehe sie nach bestem Wissen und Gewissen und halte mich von Leuten fern die nicht gut für mich sind. Viel mehr bleibt mir nicht und mir das ständig schlecht zu reden ist einfach nicht fair, daran ist nichts zu rütteln.

Davon ab habe ich damals Abitur gemacht, eine Ausbildung abgeschlossen und Jahre lang gearbeitet, es ist ja nicht so als wenn ich nichts getan hätte. Schon das würde nicht akzeptiert und als ich mit Drogen anfing war ich mitten in der Ausbildung die ich trotzdem abgeschlossen habe.

Macht nicht ungeschehen das ich Drogen nahm und Beschaffungskriminalität mein Leben Jahre lang bestimmte. Trotzdem hab ich meine Eltern nie beklaut oder ihnen Schuld an meiner Sucht gegeben, was sie ja auch nicht sind.

Doch irgendwann muss man auch mal n Punkt machen und einsehen dass ich die Vergangenheit nicht mehr ändern kann.

Sei es wie es ist, ich achte und liebe meine Eltern nach wie vor und werde es immer tun.

Was meine Tochter angeht erziehe ich sie grundlegend anders, natürlich übernehme ich einiges meiner Eltern was ich als sinnvoll erachte und das ist auch nicht wenig.
Doch ich lehre sie, dass sie glücklich werden soll und das tun soll was ihr Herz ihr sagt.

Ein Kind zu haben ist die natürlichste Verantwortung die ich als Elternteil habe und ich kann mir nicht vorstellen mein Kind jemals im Stich zu lassen oder bewusst über Jahre hinweg abzukanzeln.

So soll es nicht sein und dabei bleibe ich.
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Yez
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2787

BeitragVerfasst am: 20. Nov 2019 21:39    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Jolina ,

so wie ich dich hier lese , wird deine Tochter nie das Urvertrauen in ihre Mama verlieren .
Damit hast du dann mehr erreicht, als viele Pärchen zusammen.
Eben hat meine Tochter zu mir gesagt , ich weiß , dass ich mich immer zu 100 % auf euch verlassen kann .
Für mich gibt es kein größeres Kompliment.

Kleiner Erziehungstipp von mir .
Ca. 1 mal im Jahr , hab ich meine Tochter gefragt , was kann ich machen , um eine bessere Mama zu werden ?
Du glaubst gar nicht, mit was für banalen Wünschen man ein Kind zufriedener machen kann .
Diese kleine Frage , hatte enorme positive Auswirkungen, mit geringem Aufwand.

Außerdem hat es uns beide glücklich gemacht .

Liebe Grüße

Yez
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Seppel 4
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1582

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2019 20:23    Titel: Antworten mit Zitat

@ Jolina

Wie ist Deine ' ECHTE VERBINDUNG ' zu Deinen Eltern, Jolina ?

Du beschreibst eine lebendige Beziehung als etwas, das akzeptiert werden

kann/muss . Ich glaube, dass Du Dich mit etwas ARRANGIERT hast, was

DURCHLEBT und ausgestanden werden muss.

Das ist eine persönliche Meinung von mir und die kann NATÜRLICH falsch sein.

Doch ich habe mir eine grosse Krankheit eingefangen, dadurch dass ich statt

für mich einzustehen und zu rebellieren mich

ANGEPASST UND UNTERGEORDNET habe. Mit dem Ergebnis: Chronische

Krankheiten und ein Lebensweg voller Leid und Drogen.

Vor 11 Jahren an Oma's Tod habe ich die Familie verlassen und bin dieses Jahr

nach meiner Entgiftung wieder aufgenommen worden. Vor 2 Wochen besuchte

ich meine Mutter zu ihrem 81. Geburtstag.

Meine Feststellung:

Es ist als Kind ganz schwer ERWACHSEN zu werden, wenn man schon früh auf

Drogen oder Alkohol ist. Die UNBEDINGT NOTWENDIGE Ablösung vom

Elternhaus ( Pubertät ) findet nicht statt, weil die Drogen/Alk diese Zeit domi-

nieren. Und später fehlt dann der ECHTE MUMM, um den Eltern

auf Erwachsenen-Augenhöhe PAROLI zu bieten. Diese fehlende Auseinanderset-

zung wird dann oft somatisiert, weil die Themen nie GANZHEITLICH

geklärt werden.

Das Kind ( also Du ) bleibt klein und macht nicht den Schritt, wie ein Erwachse-

ner zu leben.

ICH habe sehr sehr spät pubertiert.

Mit PUBERTIEREN meine ich:

In Konflikten mit den Eltern gibt es WEDER Elternbonus NOCH Kindbonus.

Unbewusst freiwilliges Unterordnen einer Partei der anderen gegenüber

verhindert JEGLICHES NACHREIFEN.

Kann so etwas bei Dir eine Rolle spielen, Jolina ? Bist Du ERWACHSEN geworden,

nicht nur körperlich ? Oder bist Du in den wichtigsten Bereichen ein Kind

geblieben ?


Mir ist sehr bewusst, dass solche Fragen unangenehm sein können. Doch ist

es nicht unangenehmer, wenn man die Eltern von dieser Erde gehen lassen muss

und denkt: Sie haben mich nicht geliebt ! ?

Sie haben mir nicht verziehen! Denn: Hast Du Dir verziehen und bist auf Augen-

höhe mit Deinen Eltern, weil Du genau weisst:

Ich, Jolina habe alles gegeben, um mich zu akzeptieren um nicht von der Gunst

und Gnade anderer Menschen abhängig zu sein; auch nicht meine Eltern!

Hast Du Dich ganz akzeptiert?

Liebe Grüsse

von Seppel:wink:
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Jolina40
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 22. Nov 2019 12:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hab dein Text grade gelesen aber heute keine Zeit in Ruhe zu antworten, werde ich aber noch.

Hab mit 20 Jahren erste Erfahrungen mit Drogen gemacht, mit 18 schon eigene Wohnung und dann mit 19 Ausbildung angefangen. Glaube schon Erwachsen geworden zu sein da ich früh auf eigenen Beinen stand und war auch früh in der Pubertät mit rebellieren und allem was dazu gehört...

Naja, dir und allen anderen n schönen Tag, wir fahren gleich zu den Kids von meinem besten Freund...
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schattengewächs
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 2236

BeitragVerfasst am: 23. Nov 2019 22:19    Titel: Antworten mit Zitat

auch hier zwecks Zeitmangel nur "quergelesen", sorry.
Krieg aber die Kernproblematik auf meinen Radar.

Was mich richtig, richtig aggro macht, sind die Eltern von Jolina, bzw. deren abgegrenztes Verhalten ihr gegenüber. Denn Jolina ist für mich "Liebe" in Reinstform. Und sie hat ne Goldmedaille verdient für das, was sie trotz der widrigen Umstände geleistet hat!
Ich kann Eltern verstehen, die sich von ihren Ablegern "distanzieren" die manipulative Psychopathen sind, - Typ "ausgetrixter Fuchs" eben. Da würde ich dann auch als Mutter "tschaui" sagen.
Und: ich bin nicht so der Vergebungs-typ.
Vergebung ist ein großes Wort und steht am ENDE eines sehr langen Prozesses, der auch ausgelebte Wut, konstruktiv-lebendige Dialoge beinhaltet.
DANACH kann man evtl (so wie ich, aber nur "phasenhaft") seinen Eltern vergeben dafür, was sie - weil unbewußt- einem genommen haben - evtl etwas "glückliches Leben", die Fähigkeit, zu vertrauen und gesunde Beziehungen zu führen... usw.-
Ich bin all in all nicht gut darin, zu vergeben.
Deshalb lieber noch ein Bier,.- das letzte für heute.
Um die innerpsychisch zirkulierende Wut zu drosseln.
Gut ist prinzipiell, wenn WUT im System als fester Bestandteil integriert ist.

Menschen, die keine Wut haben, sind mir fast schon suspekt.
Entweder sie sind eben "erlöst oder erleuchtet" ODER (ca 90 Prozent): dissoziert. D.h. sie haben Wut schön "raus-gelagert"!

Twisted Evil

ja, das ist das, was mir zu dem Thema spontan einfällt.
Wünsche euch eine erholsame Nacht, wie auch immer...
Schatti Cool
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Seppel 4
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1582

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2019 09:02    Titel: Antworten mit Zitat

Es ist bekannt, dass ich in meiner Kindheit/Jugend einige 'spezielle Behandlungen

von meinem Stiefvater ' erleben durfte Evil or Very Mad !

Mein leiblicher Vater wurde mir

als ' Onkel ' presentiert; immer, wenn ich bei meinem Neffen war und dort spielte,

kam ein ' Onkel ' und gab mir, meinem älteren Bruder und meinem Neffen

Süssigkeiten. Wir waren IMMER HAPPY, weil ein für uns WILDFREMDER MANN zu

uns Kindern sooo grosszügig war.

Wir hatten den ' Onkel ' richtig lieb.

Gut 10 Jahre später erfuhren mein Bruder und ich, dass der spendable ' Onkel '

unser LEIBLICHER VATER war. Und noch mal 5 Jahre später besuchten mein

Bruder und ich den ONKEL, um als 20-jähriger zum ersten mal mit dem

leiblichen Vater zu reden.

Ich denke, dass mein Bruder und ich auf der unbewussten Ebene in den ersten

20 Jahren unseres Lebens dadurch irritiert wurden, dass wir mit 2 Vätern in

einer Stadt gleichzeitig gross wurden, von denen einer nur an sich dachte und

der andere nicht real war.

Wie oft wir unseren leiblichen Vater gesehen haben OHNE zu wissen, dass er

der Vater ist, weiss keiner. Diese komische Vatergeschichte hat meinen Bruder

und mich zutiefst geprägt; so glaube ich.

Die Schweinereien vom Stiefvater habe ich schon geschrieben!

Doch: Ich habe jahrelang gelitten, angeklagt mich berauscht bis zum EXITUS

um immer wieder mal nach missglücktem Suizidversuch auf der Intensivstation

aufzuwachen Evil or Very Mad !

Mein Bruder wachte nach einer Überdosis vor seiner eigenen Haustür NICHT

mehr auf! Das war Anfang der 90er Jahre.

Mir ist irgendwann klar geworden, dass der Vater nicht nur etwas ist, dass im

Aussen existiert. Es gibt auch einen inneren Vater, der so etwas Ähnliches ist,

wie das innere Kind oder der innere Schweinehund. Also bezogen auf die

INNERLICHKEIT.

Meine Eigenbeobachtung ist: Wenn ich mich NICHT mit den realen

DRECKSVÄTERN, die ich habe wirklich aussöhne, dann fehlt mir was.

Denn ein Vater ist immer auch eine INNERE LEITFIGUR, auch wenn es ein Arsch

ist. Wenn ich das nicht differenziere und so Sachen sage oder denke, wie

' Alle Väter sind Schweine ' dann kippe ich das Bad mit dem Kind aus.


Ich war immer auf der Suche nach einer Möglichkeit, mit diesem Thema umzu-

gehen. So, dass ich mich nicht SELBST blockiere, in dem ich meine Erzeuger

veracht oder verurteile.

Und da bin ich noch voll dabei; deshalb dieser THREAD. Vielleicht habt ihr

ähnliche Ideen oder Erlebnisse, so dachte ich. Mit dem ganzen Thema bin ich

noch lange nicht durch. Und merke trotzdem, dass es mir JETZT und HEUTE

guttut, wenn ich NICHT so denke, dass ich den Scheiss mit Absicht meiner

Erzeuger erleben musste, sondern dass auch sie VERPEILT waren und

vielleicht auch nicht anders konnten! Damals.

Manchmal möchte ich ihnen einfach so ( und viel zu grosszügig Rolling Eyes )

zurufen: ICH VERZEIHE EUCH !

Doch geht das? Und was bringt das?


LG Seppel Wink
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iopiod
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Anmeldungsdatum: 30.05.2014
Beiträge: 326

BeitragVerfasst am: 30. Nov 2019 15:44    Titel: Antworten mit Zitat

Um Drogenfrei zu bleiben muss man sich zuerst einmal eingestehen, das man eine Krankheit hat, eine Krankheit namens Sucht. Wenn man sich die Tatsache nicht eingesteht, begeht man Selbstbetrug und gerät schneller in den Teufelskreis hinein, als man es bemerkt. Einmal ist keinmal ist die beliebte Floskel, die einen dann erneut in den Abgrund reißt.

Aber um sich selbst einzugestehen, das man ein solches Problem hat, braucht es einen starken Charakter, meist ein Leben lang. Aufzuhören und dabei zu bleiben ist harte Arbeit an sich selbst, ich weiß wovon ich spreche. Bin jetzt mittlerweile seit 10 Jahren weg von Drogen, aber es hat mich sehr viel Willenskraft gekostet, nicht wieder in das alte Muster zu verfallen.

Ein einziges Mal in den 10 Jahren bin schwach geworden, was gar nicht lange her ist. Alte Freunde wieder getroffen und es passierte. Ich hab einfach nicht nachgedacht und schon ist der Rückfall vorprogrammiert. Diese Krankheit namens Sucht wird mich wohl ebenfalls ein Leben lang begleiten, es liegt an jedem selbst, entweder gegen sie zu kämpfen oder sich von ihr besiegen zu lassen. Ich bevorzuge ersteres. Ein selbstbestimmtes Leben ist besser als ein Leben, das von Drogen diktiert wird.
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