Kleine Rückmeldung

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Kamikaze1970
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 16.01.2014
Beiträge: 397

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2019 13:43    Titel: Kleine Rückmeldung Antworten mit Zitat

Hallo ihr Lieben Very Happy

Anfang des Jahres bin ich ja für sechs Monate in Therapie gegangen, nach 27 Jahren H, Methadon und Oxycodon.
und obwohl ich bereits im September mit der Entgiftung anfing, ging es mir bis Februar nicht so dolle, vor allem der Schlaf wollte sich nicht so einfinden.

Jedenfalls habe ich die Thera abgeschlossen, eine Frau kennengelernt die mit Drogen nix am Hut hat, in ein anderes Bundesland (zu ihr)gezogen und natürlich auch neue Arbeitstelle begonnen.
Nächstes Jahr beginne ich eine vom AA geförderte Umschulung zum Krankenpfleger und bin glücklich wie nie in meinem Leben.

Meine Zielsetzung, keine Opiate mehr zu konsumieren, halte ich bisher zu 100% ein.
Allerdings rauche ich mir nach wie vor gerne etwas Cannabis, aber damit hatte ich auch noch nie Probleme.

Davon waren sie in der Therapie naturgemäß nicht begeistert, als ich erzählte, Cannabis weiter zu konsumieren nach der Therapie.
Wenn es nach denen ginge dürfte man nie wieder auch nur ein Glas Bier trinken, weil man sofort wieder in alte Verhaltensmuster rutscht...

Rolling Eyes
Aber was ich nach derart langen Opiatkonsum doch merke ist hier ein Aua und da ein ziehen...
Ein wenig so, wie nach 30 Jahren Narkose in einem alten Körper erwachen. Shocked
Plötzlich merke ich Wetterumschwünge (Kopfschmerzen), der Rücken schmerzt Tageweise usw.
Aber das war ja irgendwie auch abzusehen.

Froh bin ich über die Tatsache eine wunderbare Frau kennengelernt zu haben, die das Risiko eingegangen ist, sich auf eine Langzeitkonsumenten einzulassen.

Bin schon Anfang August bei ihr eingezogen, weil die Fahrerei zu viel war und ich eh von meinem alten Wohnort weg wollte.
Bis jetzt hat es keiner von uns bereut.
Laughing
Bis zur Umschulung arbeite ich in einem Pflegeheim, komme super klar mit Bewohnern und Kollegen und fühle mich richtig wohl in meinem neuen Leben.

Rückblickend betrachtet hätte ich diesen Schritt wohl früher gehen sollen, hatte aber immer zuviel Schiss vor dem elend langen Entzug und der damit verbundenen Arbeitsunfähigkeit.
Was für´n Blödsinn, die Arbeit vor die eigene Gesundheit zu stellen!

Werde jetzt wieder öfter mal hier reinschauen, schließlich so viele gute Leute hier.
Ach ja, wollte mich noch einmal sehr für eure Unterstützung gegen Ende letzten Jahres bedanken, ihr habt mir oft genug Mut gemacht durchzuhalten.

@Mohandes: Hoffe doch sehr das es eine gute Lösung für dich geben wird.
Vielleicht ist Schattis Vorschlag ja wirklich eine gangbare Option für dich...

Bis nachher mal, Kamikaze Cool
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schattengewächs
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 2236

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2019 14:23    Titel: Antworten mit Zitat

supi, Kamikaze! Smile - Vielen Dank für deinen Lagebericht, der sich echt positiv anhört. krass- so ist jeder hier auf seinem Weg.
Nix sollte bewertet werden. Es ist schön, dass es wenigstens dir gut geht.
Ist ja bestimmt komisch, in die alte "Szene" reinzuschnuppern, wenn du jetzt ganz woanders bist. So soll es sein.

Alles Gute für dich, weiterhin & funk doch ab und zu mal was durch.
Cannabis ist für mich keine Droge- in dem Sinne- bei bestimmten Devianzen im Hirnstoffwechsel (u.a. ADHS, ...) vielmehr Medikament.
Dass das nicht in den Schädel der Weißkittel reingeht, grenzt schon an Wahnsinn-
das muß nochmal gesagt sein!

LOVE & PEACE -
Schatti-Checker Cool
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nebukadnezar
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4103

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2019 20:41    Titel: Antworten mit Zitat

Freut mich, dass es dir gut geht und du dein Ziel erreicht hast!
Aber Respekt für deine Entscheidung in den Pflegeberuf zu wechseln, das finde echt stark! Ein sehr wichtiger Beruf, der viel zu wenig gesellschaftliche Akzeptanz, Wertschätzung bekommt und dazu noch verhältnismäßig zu schlecht bezahlt wird! Aber Geld ist nun wirklich nicht alles.

Alles Gute weiterhin!

LG N

P. S. Man fragt sich wirklich, warum man nicht viel früher den Absprung durchgezogen hat, aber andererseits ist es egal und es gab wohl irgendwelche Gründe. Wichtig ist, was man hat!
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Mohandes59
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1654

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2019 20:49    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Kamikaze,

freut mich echt eine Meldung von Dir zu lesen - ich hatte die Wochen öfter mal an Dich gedacht. Du bist auf einem guten Weg, neue Umgebung (muß wohl sein), eine Frau die mit Drugs nix am Hut hat.

Ja, die Zipperlein, insbesondere der schlechte Schlaf, das hängt einem nach einem Entzug noch länger an, vor allem nach Metha. Aber das Schlimmste hast Du ja hinter Dich gebracht. Das mit dem Cannabis, da bin ich auch auf Thera ständig angestoßen - "das triggert doch wieder zu harten Drogen" - was ein Blödsinn. Diese absolute Null-Linie ist doch längst überholt.

Ich freue mich für Dich, weiter so und alles Gute,

LG Mohandes
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dakini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2749

BeitragVerfasst am: 3. Dez 2019 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Kamikaze,

ich mochte schon immer Deine ehrlichen Berichte. Du hast kein Problem damit, Dich und Dein Leben zu beschreiben, was auch immer passiert. So habe ich Deine Texte in Erinnerung vor Thera und es ist eine Freude, von Dir zu lesen. .

HUT AB Cool Du hast was gemacht und gewonnen! Cool Am besten finde ich, dass Du in Thera offensichtlich einen "weiteren Blick" entwickeln konntest und Dich beruflich für sinnvolles einsetzen möchtest!

Wie man sieht, geht die Zeit schnell ins Land. Smile Es war schon im Vorfeld erlesbar, wie ernst es Dir ist. Heute ist das doch ohne weiteres stemmbar, aber trotzdem gibt es nach wie vor, viele, die sich darunter "sonst was" vorstellen, nur nix, was mit der Realität zu tun hätte und so ne Art "Angst" davor haben, sich helfen zu lassen in geschütztem Rahmen, der ein Geschenk ist.

Wenn Du Lust hast, würde es vllt manchem (stillen) Leser helfen, seine Besorgnis in Bezug auf solche Einrichtungen abzubauen und Motivation zu bekommen, sich helfen zu lassen, indem Du was von der Einrichtung beschreibst. Ich glaube wirklich, dass solche Berichte fehlen und helfen würden. Haschi war die letzte, die mehr ins Detail ging. (Perls üblen Psychiatrie Aufenthalt außen vor, das war ja keine Thera, sondern Entgifte)

Meine LangzeitTherapien zu lange her, als dass es ein gutes Abbild wäre. Ich weiß, dass ich ohne jene, niemals da wäre, wo ich heute bin, ich war völlig verwildert, gab nur Impulsen nach, lernte dort, mit mir besser umzugehen u.v.m

Danach hatte ich eine gewisse GrundStruktur, die ich nie wieder verlor. Was auch kam an Widrigkeiten, selbst die erneute Einnahme von Opiaten, meine Whg ist sauber, meine Rechnungen bezahlt, ich kümmerte mich fortan um die "ganz normalen Alltagsdinge". Ich wurde regelrecht "lebensfähig" - das verlor ich niemals wieder. Natürlich gehört mehr dazu, als die reine Organisation. (aber bei jener sind manche schon überfordert)

Auch bez Psychothera/Verhaltensthera/Hausgruppen hab ich so was von dazu gelernt! -> Es fängt damit an, dass wenn man selbst angesprochen wird und vllt hört, was einem nicht gefällt, nicht etwa losschießt und andere direkt angreift, sondern bei sich bleibt und das im besten Falle mal sacken lässt und annimmt. (wer WILL, lernt das dort) Das ist nur EIN Punkt, den viele nicht beherrschen und es noch nicht mal merken.

Auf jeden Fall fände ich es für andere hilfreich, wenn Du ein bischen von den Abläufen berichten würdest, wenn Du die Zeit und Lust dazu hättest Cool Auch Bsphafte Gruppensitzungen, Tagesgestaltung, usw.

Das fehlt hier wirklich im Forum! Mancher hat Angst, dass seine mühsam aufgebauten Schutzmechanismen zusammen klappen und er dann "allem beraubt wird". Um nur eine "Ausrede" zu nennen. In Wahrheit bekommt man "mehr".

Zudem, wie Du beschreibst, eine ganz wichtige Begleitung "unter Schutz", denn ein Entzug nach zig Jahren, dauert lange oft. Gerade bei Metha! Wir fanden heraus, dass es bei Oxycodon ähnlich ist nach 10-20 Jahren Einnahme im höheren Dosisbreich - siehe Yez und sie ist kein Junky, sondern war Schmerzpatientin. (deshalb ist ihr Vorgehen nicht unbedingt eine Vorlage für Süchtige, da bei den meisten die Rahmenbedingungen eines erfolgreichen Lebens gar nicht vorhanden sind und erst geschaffen werden müssen)

Da werden Depressionen, etc, hingenommen, was in fachlichen Händen, so, wie Du es gemacht hast, erst gar nicht derart auftritt in jener sensiblen ersten Zeit Exclamation

Mein Punkt ist jener der "Blickwinkel". Du liest Dich befreit, im wahrsten Sinne. Wichtig ist doch auch, was man dort in die Hand bekommt. Wie würdest Du denn beschreiben, was Dir am meisten geholfen hat in fachlicher Hinsicht?

Auch zu Deinen "noch Konsum Zeiten", kamst Du schon recht sortiert rüber UND offen. Niemals ablehnend. Und so, war das Forum eine Unterstützung. Wenn man es ernst meint mit sich selbst! Der Schnitt ist doch gut zu nennen - es wurden viele Leute clean, seit ich hier schreibe. Nüchternheit ist nicht alles, lediglich der Boden. Man kann mehr raus holen, so, wie Du, Kamikaze! Und reflektiert sein Leben in der Hand halten!

Die meisten, die ihre Sucht beharrlich verteidigen, haben null Plan, von Therapien, gar von einem nüchternen Leben. Und damit auch meist nicht von sich selbst - aber Hauptsache, man hat den Glauben. Rolling Eyes

Dieser darf doch beibehalten werden, das kratzt niemanden. "Falsch" fühlt es sich erst dann an, wenn so was als "gut" dargestellt wird. Schaut man sich die skills jener an, sind sie nicht ausreichend, sich mitzuteilen, Absprachen einzuhalten, ect, gleich, wie man die Hand reicht. Das ist doch wahrlich das MINDESTE, was ein soziales Verhalten ausmacht, da zeigt sich Sucht mit ihren Auswirkungen! Es hat mir veranschaulicht, wie sehr sich mancher selbst belügt - natürlich würde das in Thera aufkippen! Welch HILFE wäre das Very Happy

Das Selbstbild "gerade rücken", ist mehr, als eine akut Hilfe, es unterstützt lebenslang, auch wenn es manchmal einer Auffrischung bedarf:) Man bekommt wirklich Motivation und KRAFT für das, was nach Therapie ansteht.

Die Gesundheit vor die Arbeit stellen, ist auch für mich wichtig und keineswegs selbstverständlich. Ich versuchte ne Weile, alles unter einen Hut zu bringen. Heute, mache ich weniger, aber es kommt mehr dabei raus! lerne gerne und weit besser und schaue, dass mir nix verruscht. Das reicht erst mal, bin grad dabei, den Körper aufzubauen...ich denke, auch ich kann mich bis Mitte Sommer, Ende Sommer nächstes Jahr erst so weit äußern, dass alles passt. Es ist nun mal ein langer Weg!

Auch für jene, die ihre Substi haben, steht immer der Weg offen, sich mehr mit sich auseinander zu setzen und auch so, weiter zu kommen, wie ich das bei Dir, Jolina sehe. Auch Du liest Dich anders und hast Dich verändert. Das freut mich halt arg, weil ich weiß, wie schwer das ist mit Erkrankung! Hut Ab Cool passt an dieser Stelle, Dir geht es ja auch besser. Mir fiel schnell auf, dass Deine postes sich verändert hatten, Du hast mehr Engerie, schreibst mehr und richtig schön, in Dir, ist doch so viel! Auch Du, Doc, kommst positiver rüber - was ist passiert? Wenn man nur liest, wenn man schreibt, so, wie ich, fällt das voll auf, wenn sich was ändert Smile (oder nix)

Naja, für mich ist auch ein Baustein, mich nicht ablenken zu lassen. Ich darf mal wieder den Deckel zulassen (hab auch privat den letzten mailkontakt um Tele gebeten, aufgrund besseren Austausches und Zeitersparnis), aber es war so schön hier wieder! Hat mir irre Freude gemacht, Teil zu nehmen!

Passt alle auf Euch auf, bis bald mal wieder!

Ich freue mich riesig für Dich, Kamikaze! Eine Erfolgsgeschichte, die hoffentlich weiter geht Cool Du bist endlich frei nach so langen Jahren, ist das herrlich zu lesen! Wink
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3785

BeitragVerfasst am: 4. Dez 2019 12:31    Titel: Antworten mit Zitat

Yooooo...Kamikaze...gerade erst mitbekommen...
so Erfolgsmeldungen liest man ja hier gerne,hast wohl alles für dich richtig gemacht!
Wichtig war bestimmt auch der Wohnortwechsel für dich.Kann mich noch daran erinnern wie ich vor vielen Jahren die Reissleine gezogen habe und mit meiner Süssen von meiner Heimatcity viele hundert km hierher gezogen bin.Bin zwar nicht clean aber nur auf eine Mini Dosis Oxy,die so nebenher in meinem Leben mit läuft und keine grosse Bedeutung im täglichen Tagesablauf hat!


Naja,auf jeden Fall ,alles Gute dir und deiner Freundin weiterhin...

L.G.
Mikel




P.S.
mal kurz was zu dakini's Post...

Ich finde,eine Therapie ist nicht dafür da, dass ein Mensch ne erträglichere“ Persönlichkeit hat. Sucht jeglicher Art bleibt ein Leben lang erhalten. Ziel ist es daher besser damit zu leben, seine Trigger etc schnell genug zu erkennen und entgegen zu wirken und sich notfalls für Dingen die, einen persönlich nicht gut tun zu trennen. Dass eine Therapie nen Menschen repariert/funktionsfähig macht ist ein weitverbreiteter Irrglaube...m.M.n.
Ich höre es heute noch oft ohne LZT wird man es nicht schaffen und das halte ICH für einen kompletten Blödsinn. Ich finde es ist nicht zwingend nötig um clean zu werden und zu bleiben eine Langzeittherapie zu machen. Grundsätzlich ist es auch ohne möglich, weil es auch eine Sache der Willens ist und aufhören kann ich überall wo ich will und jederzeit und wann ich will. Wenn ich es denn will...
Also, ich denke schon, dass eine Therapie eine grosse Hilfe sein kann, aber nicht zwingend notwendig ist.
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Quasimodus
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1580

BeitragVerfasst am: 6. Dez 2019 13:37    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

Zitat:
obwohl ich bereits im September mit der Entgiftung anfing, ging es mir bis Februar nicht so dolle, vor allem der Schlaf wollte sich nicht so einfinden.


...gegen das Vergessen.
Man vergisst so schnell, dass es fast n halbes Jahr gebraucht hat , wieder einen Tag/Nachtrhythmus reinzukriegen.

Auch von mir Glückwunsch, zumal du ja auch zu den hardore Konsumenten gezählt hast, da nochmal Linie reinzukriegen, und jünger wirste auch nicht.

Quasi optimal gelaufen , dein ganzes Vorhaben, das du es zu schätzen lernst und weisst, dass du zu den wenigen gehörst, die nochmal drive in ihr Leben bekommen, dazu clean.

Ich denke auch, dass mit zunehmenden Alter Cannabis no problem ist, das ist eher son Ding für < 20 Jahre, wo die Persönlichkeit noch nicht 100Pro steht.

Und, hat sie dich schon an die Kette gelegt bzw an die lange Leine ? Wink

Alle Juute von mir
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