Substitolentzug - Wie ist es machbar? Wer hats geschafft?

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Neji
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 169

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2020 16:10    Titel: Antworten mit Zitat

Mohandes59 hat Folgendes geschrieben:
Neji hat Folgendes geschrieben:
... das ist doch ganz klar das es einem der bei substitol 1 tag auslässt, echt mies geht. substitol hat eine HWZ von 10 bis maximal 15std. wie soll das denn 1 tag ohne vergabe einem nächsten tag noch gut gehen? das ist dadurch unmöglich. diesbzgl. sollte man erst denken und dann handeln!

Stimmt nicht ganz so: Stichwort 'Halbwertszeit' & 'Halbwertsdauer'. Beim Substitol werden die verschieden großen Kügelchen erst nach und nach im Magen freigesetzt, dies ist die Halbwertsdauer = 24 Std. Die Halbwertszeit bei Morphin ist kürzer und bei jedem Menschen unterschiedlich, so etwa 6-12 Stunden.

dann nenn es halbwertsdauer wenns dir besser gefällt. liegt trotzdem nicht bei 24std. bei substitol, sondern bei max. 20std.!
und 1 tag ohne vergabe bei substitol schafft man nicht ohne affig zu werden. ich habe es selbst getestet, sogar auf 700mg! ich hatte damals extra H zuhause und habe es auch benötigt. allerdings wollte ich den tag zuhause bleiben, also habe es ganz bewusst gemacht.

Neji hat Folgendes geschrieben:
... und 3 nächte reichen niemals, auch nicht fast. du unterschätzt den substitolentzug gewaltig! ich kenne mich damit inzwischen echt gut aus und nehme substitol seit über 3jahren inzwischen. der dauert minimum gute 2-3 wochen und auch dann gibt es immernoch tage, an denen diverse symptome schubweise auftauchen. 

ich war auf 700mg substitol täglich und selbst beim runter dosieren kann man nicht alle 3-7 tage mit der dosis runtergehen. man kann schon, aber nach der zeit sind die symptome vom runterdosieren noch lange nicht besser oder weg. wie gesagt, unterschätz substitol nicht, trotz der kurzen HWZ kann es echt teuflich und mies werden. alle 3-4 wochen runtergehen funzt ohne probleme. am anfang auch alle 2 wochen, aber der entzug ist niemals nach 3 tagen fast durch. das ist echt eine viel viel viel zu kurze zeit!



Mohandes59 hat Folgendes geschrieben:

3 Tage Entzug reichen auf gar keinen Fall! Der eigentliche Entzug dauert ca. 7-10 Tage, ähnlich wie beim Heroin. Dann folgt aber immer noch eine längere Zeit in der man sich schlapp, lustlos und depressiv fühlt. Schlafstörungen, warm/kalt, usw in Wellen.
Ist aber nichts gegen einen Metha-Entzug, der zwar nicht so stark ist, aber der sich über Wochen und Monate hinzieht.
Deswegen würde ich Metha/Pola immer nur kurz nehmen (um z.B. einen Morphin-Entzug abzufedern). EIN richtiger Metha-Entzug reicht (mir) für's Leben Sad ... möchte ich nicht noch mal durchleben, durchleiden. Ich hatte über 10 Jahre am Stück Metha genommen, zeitweise weit mehr als 10ml. (Und ohne Substitution, immer nur vom schwarzen Markt was damals ohne Probleme möglich war).

Was sagt denn Dein Arzt zu Deinen Plänen abzudosieren? Ich würde ihn mal fragen was er denn vorschlägt. Ohne take-home und dann von 30mg auf Null?!

LG Mohandes


das musst du nicht mir schreiben, das 3 tage und nächte nicht reichen. ich schrieb das dem IT-ler. da ich ihm das schrieb, weiß ich selber das 3 tage viel zu wenig sind, ebenso sind 7-10 auch zu wenig! hast du überhaupt ahnung von substitol? mir scheint iwie nicht so.


ich habe kein takehome und bekomme auch keinen, daher weiß mein arzt natürlich davon, weil ich das mit ihm besprechen musste.

es müssen bzw. mussten ja logischerweise auch neue kapseln bestellt werden oder hat von euch jeder 200er, 100er, 60er und 30er im repertoire?
merkwürdig das ich das immer wieder gefragt werde...

ja von 30 auf null. was soll mir anderes übrig bleiben?!... es gibt ja leider nur als kleinste kapseln 30er. ist voll scheiße, aber eine andere möglichkeit habe ich ja nicht Sad
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1660

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2020 16:28    Titel: Antworten mit Zitat

Neji hat Folgendes geschrieben:
... hast du überhaupt ahnung von substitol? mir scheint iwie nicht so.

Nur zur Info: ja, habe ich! Ich bin seit 30 Jahren auf Opiaten. Momentan auf 120mg Substitol, ich hatte mit 200mg angefangen. Weiter hoch wollte ich nicht, weil ich dann komplett vom Doc abhängig wäre - so kann ich das notfalls irgendwie auffangen (Schwarzmarkt).

Ich kenne (aus leidvoller Erfahrung) auch alle möglichen Entzüge, vom H über Codein bis Metha und Subutex.

Die Begriffe Halbwertszeit und Halbwertsdauer stammen nicht von mir sondern sind einfach so definiert. Das erste ist die Zeit bis der Spiegel im Blut auf die Hälfte abgesunken ist, ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Das zweite beschreibt die Zeit in der die Kügelchen im Magen das Morphin nach und nach freisetzen, hängt an von der Galenik des Substitol und (fast) unabhängig von Person zu Person.

Ich kann verstehen daß Du bei Deiner Lage frustriert bist, ist aber kein Grund hier andere anzupissen (die alle versuchen Dir zu helfen).

LG Mohandes مهنرس
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ast
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2112

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2020 20:39    Titel: Antworten mit Zitat

Neji hat Folgendes geschrieben:


ja von 30 auf null. was soll mir anderes übrig bleiben?!... es gibt ja leider nur als kleinste kapseln 30er. ist voll scheiße, aber eine andere möglichkeit habe ich ja nicht Sad

dann zieh es halt durch, von 30 auf null wird Dich nicht umbringen und der peak ist nach 3-5 Tagen jedenfalls überwunden.
ich verstehe nur nicht, warum Du es Dir nicht mal ne Woche in einer Klinik bequem machen willst?
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der_neue
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Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 117

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2020 21:05    Titel: Antworten mit Zitat

guten abend zusammen!

ja ich entschuldige mich bei dir Neji,
ich kenne deine situation nicht ... ich dachte die einzige sache die dich hintert am arbeiten ist der täglich gang zur substi. praxis bzw. vergabe.

Das ist nämlich bei mir normal ich bin seit 2013 in substitution und bis 2015 auf 6ml pola. und seit 2016 auf 800mg substitol.. und ich muss jedentag zur vergabe habe 0 take home und arbeite 40h die woche


schönen abend dir alles gute
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Cariote
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 1100

BeitragVerfasst am: 11. Jan 2020 23:16    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich würde mich in 30 iger Schritten runter dosieren lassen und ggf Kratom dazu nehmen.
Die letzten 30 mg auf Null: Da würde ich mir auf Privatrezept die 30mg Morphin aufschreiben lassen und das dann abdosieren. Das funktioniert auch, ich bekam auch mal ein Privat Morphinrezept. Evtl kennst du jemanden der privat versichert ist und dessen Namen du nutzen kannst.
Dann hast du zwar etwas Kosten da die Tbl recht teuer sind ( ich hatte ca 200Euro bezahlt/ aber dann kannst du abdosieren ohne Druck und ohne auf den Schwarzmarkt zu müssen
LG Caro
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Schlaumeier
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1708

BeitragVerfasst am: 12. Jan 2020 02:06    Titel: Antworten mit Zitat

Habe das hier mit leichter Verwunderung verfolgt. 30 mg Substitol entsprechen 4-5 mg Metha. Die mir gelaeufige Methadict hat 40 mg. Das waere also eine achtel Tablette. Die kann man schon absetzen. Es wird auch leichter Entzug kommen, aber der ist aushaltbar.
Nun mag der eine empfindlicher sein wie der andere. Dann geht man in eine Klinik. Mir ist haengengeblieben das Neji krankheitsbedingt arbeitslos ist. Was also spricht gegen 14 Tage "Wellnes auf Kasse"? Bitte jetzt nicht "Ich hab ne Katze".
Mein Eindruck ist allerdings der, das das Problem weniger der Restentzug ist, als das danach. Liebe Neji, wenn Du schon mit dem Absetzen ueberfordert bist, so jedenfalls mein Eindruck, wie willste dann mit der Situation danach auskommen.
Haste wenigstens Hobbys und Freunde oder sonst irgendwie Ablenkung. Denn arbeitslos allein im stillen Kaemmerlein wird das eher nix.
Lange Rede kurzer Sinn. Ab in die Entgiftung Deines Vertrauens oder eine Methadict kaufen und mit der Rasierklinge achteln. Dann moersern und weiter teilen, ganz nach Bedarf. Aber vorher bitte uebers danach nachdenken ...
alles Gute Cool
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2764

BeitragVerfasst am: 13. Jan 2020 15:04    Titel: Antworten mit Zitat

Warum gehst Du nicht über Tex raus? Ist so easy! Und eigentlich war es mal der Goldstandart, Leute von Vollagonisten erst mal ans "mehr fühlen" zu gewöhnen, bis man sie auf Null setzen kann.

Das Abdosieren, merkste also kaum, nach Vollagonisten. Dafür war die Substanz mal gedacht. Umrechnungstabelle im Netz, kommt leidlich hin.

Ansonsten schließe ich mich Schlaumeier an. Entgifte, Thera hat noch keinem geschadet und ist der sicherste Weg. "Draußen" wird es in höchstem Maße ungemütlich und das für viele Monate bis zu 1 Jahr. Das schaffen die wenigsten und ist oft mit höherem Alter verbunden, die Leute haben die Nase so voll, sind teils kurz vor lebensbedrohlichem, das kann man mit Deiner Situation nicht vergleichen. Ausland fällt flach? Kann man alternativ machen, bringt aber nicht viel mit kurzem Aufenthalt. Müsste man auch 6 Mo - 1 Jahr weg, will man sich wirklich schützen...

Sag mal, wie wäre es mit freiwilligem Jahr iwo? Da gibt es doch genug für junge Leute, naja, bei 30 enden diese Angebote oft. Kannste aber mal googeln. Entgifte und weg, sobald Du wieder auf den Beinen stehst. Am ehesten würd ich Dir ne Thera ans Herz legen, wie jedem, der noch keine machte. Ist und bleibt der sicherste Weg, auch im Zeitalter der allseitigen Verfügbarkeit. Ich glaub, das haben vor allem Suchtmediziner vergessen...und somit ihre Patienten.

Was auch immer Du tust, viel Erfolg!
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