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Weaver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 19. Nov 2020 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dakini,

ich möchte nur mal schnell da lassen, dass es mit meiner Antwort noch ein bisschen dauern wird.
Das Haus in dem ich wohne wird seit Jahren von einem Spekulanten an den anderen verkauft und heute kam ein Anruf, dass sich der neue Eigentümer mit mir treffen will. Möchte meine Zustimmung zum Dachausbau (dazu muss ich zumindest vorübergehend aus der Wohnung).
Darum bin ich nun sehr damit beschäftigt mich mit Mietervereinigung und dem Anwalt meiner Rechtsschutzversicherung auseinanderzusetzen. Brauche Infos was ich wie machen kann. Welche Recht er genau hat. Usw, usf...

Ich melde mich auf jeden Fall, wenn ich ein bisschen mehr Luft habe.
Wink
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2996

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2020 08:54    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Weaver,

danke, dass Du schreibst,was los ist! Ich kenne mich in Eu´rem Ländle nicht aus, habe hier einen super Anwalt für Mietrecht, seit etlichen Jahren vom Mieterschutzbund und bereits eine Verhandlung hinter mir mit ihm an der Seite, die sich Jahre zog. (wir gewannen vor Gericht), aber dies ist schon recht speziell.

Die Frage nun: habt Ihr solche Vereine? Da könntest Du Informationen bekommen, die dann auch stand halten. Ist der Vermieter verpflichtet, Dir eine andere Unterkunft zu bezahlen, bspweise ein Hotel, eine Ferienwohnung, ect. Die Zeit, wie lange so was dauert, ist nur begrenzt bestimmbar...mit eventuellen Problemen/Zeitverzögerungen, ist immer zu rechnen im Baugewerbe, denke ich. Ich arbeitete eine Weile mit meinem, bzw für meinen Onkel, der alte Häuser aufkaufte, sie sanierte. Das ging verhältnismäßig schnell, weil jeder Tag Geld kostete, an dem in den Häusern gearbeitet werden musste. Und die Wohnungen derweil noch nicht verkauft, bzw vermietet werden konnten, so zählte jeder Tag.

Mein Onkel ist inzwischen wieder in Panama. (durch die derzeitige Lage hing er fest, flog aus der EU nach Mexiko, dort holte ihn ein Freund mit seiner Maschine ab, bis Florida, von da, ging es Wochen nicht weiter...) Längst hat er der EU den Rücken gekehrt, alles verkauft. Vllt könnte ich ihn via mail mal fragen, aber das würde Dir wenig nutzen, andere Länder, andere Gesetze, denke ich. Zudem er sich damit nie konfrontiert sah. Und Du sichere Angaben benötigst. So ein Mist!

Andererseits ist es mal was neues, daraus kann man was machen Smile Aber natürlich nur, wenn der Vermieter entsprechende Zahlungen zu leisten hat und das widerstandslos auch tut. Vllt eine nette Bleibe iwo im Grünen - Ihr habt ein schönes Land! Was möbeliertes...da gibt es sicher eine Lösung, die Dir einen Gewinn bescheren könnte - anstatt andersrum Smile

Ich drücke Dir und Deinem Mann die Daumen!
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Weaver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2020 23:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dakini,

das ist super lieb, dass du dir Gedanken machst wie du mir helfen könntest! Danke!
Ich bin aber ohnehin bei der Mietervereinigung (was nichts anderes als ein Mieterschutzbund ist) und ich habe zusätzlich eine Rechtsschutzversicherung, bei der ich einen Anwalt habe, der sich gut mit Mietrecht auskennt.
Wink

Es ist nur sehr lästig, sich ständig damit auseinander setzen zu müssen, ob man in seiner Wohnung bleiben kann oder doch (vorübergehend) raus muss.
Der erste Käufer hat ein Gutachten vorgelegt wonach die Decke über mir einsturzgefährdet ist. Darum war Gefahr im Verzug und ich hätte die Wohnung binnen einer Woche verlassen müssen.
Mit Unterstützung von Anwälten habe ich die Baupolizei eingeschaltet und es stellte sich heraus, dass die ganze Einsturzgefahr Unfug ist. Der Eigentümer wollte nur die Mieter los kriegen um Eigentumswohnungen bauen zu können.

Nun hat das Haus zum dritten Mal einen neuen Eigentümer und es kann gut sein, dass das wieder alles Blödsinn war was er mir am Telefon erzählt hat.
Er wollte sich mit mir treffen, weil er unbedingt meine Unterschrift braucht - quasi die Zusage, dass er Zugang zu meiner Wohnung haben kann, wenn er das Dachgeschoss ausbaut.
Blöd für ihn ist, dass ich mit meinen Nachbarinnen super vernetzt bin und daher weiß, dass er die nicht angesprochen hat. Oder angeschrieben.
Macht also wenig Sinn was er erzählt hat.
Nach Rücksprache mit meinem Anwalt werde ich ihm beim nächsten Mal sagen, er soll mir diese Unterlagen zusenden.
Wir sind sowieso im Lockdown und sollen Treffen vermeiden.

Mal sehen wie sich das entwickelt. Ich habe hier einen unbefristeten Mietvertrag und meine Miete wurde auch gerade gesenkt, nachdem ich geklagt habe - alles Gründe warum ich gern hier bleiben möchte. Vor allem aber, weil ich die U Bahn vor der Nase habe und auch den Prater und Donau und darum ganz ganz lange Spaziergänge mit meinem Hund unternehmen kann, aber ich bin auch in fünf Minuten im Zentrum.

Da hier die Wirtschaftsuni gebaut wurde sind die Mieten extrem gestiegen und es gibt keine Chance eine vergleichbare Wohnung in der Gegend zu bekommen.

Auf Dauer ist das Theater mit den wechselnden Eigentümern aber auch echt belastend, darum werde ich mich mal genauer wegen einer Genossenschaftswohnung erkundigen. Will so ein Theater dann nämlich nie wieder erleben Rolling Eyes

So, nun zum vorigen Posting Wink
Mit "Zug abgefahren" meinte ich, dass ich zwar noch das Studium beenden könnte, bevor ich 60 bin, aber in der Forschung will mich dann sicher niemand mehr haben Very Happy
Und auch als Therapeutin nicht. Denn dazu müsste ich noch zumindest die Ausbildung zur klinischen und Gesundheitspsychologin machen. Das wäre das einzige halbwegs realistische, denn die reguläre Therapeutenausbildung dauert ja Jahre und kostet eine Menge Geld. Das Psychologie Studium deckt ja nur den theoretischen Teil ab.

Es ist nicht so, dass ich anderen nicht gerne helfe, wenn es mir irgendwie möglich ist! Ich schreibe in einer Gruppe für Menschen mit komplexer PTBS und kann dort manchmal was hilfreiches beitragen. Wink Das ist schön und darum bin ich auch dort.

Ich kenne mich mit Traumafolgestörungen gut aus. Da weiß ich wovon ich rede, habe persönlich mehr als genug Erfahrung und habe fast die ganze Fachliteratur zum Thema gelesen (incl der englischen natürlich, weil da das meiste erscheint).
Das ist halt ein sehr spezielles Gebiet und es ist nicht gut, wenn selber traumatisierte versuchen anderen traumatisierten zu helfen. Wenn die Traumata überwunden/integriert sind, ist das natürlich anders.
Da das früher bei mir ganz sicher nicht der Fall war, habe ich es ausgeschlossen irgendwie therapeutisch tätig sein zu wollen Wink

Ich konzentriere mich jetzt lieber auf meine Zeichnungen und schreibe an meinem Buch weiter.

Mit AD(HS) kenne ich mich übrigens gar nicht aus. Wink Ich habe schon öfter von Menschen mit PTBS gehört, dass sich die Symptome überschneiden, bin aber bislang noch nie dazu gekommen mich eingehender damit zu beschäftigen.

Ich finde es super, dass du deine Borderlinestörung so gut in den Griff bekommen hast! Das ist eine super Leistung!
Ich war einige Jahre mit einer Betroffenen befreundet, es wurde mir dann aber echt zu viel. Dieses ständige Auf und Abwerten von anderen Menschen und meiner Wenigkeit, das war echt anstrengend. Und egal wie diplomatisch und nett ich manchmal auf etwas aufmerksam machen wollte, es ging gar nicht. Da wurde ich in endlose Diskussionen verwickelt... es war nur mehr zermürbend.
Irgendwie hat sie nie verstanden, dass man auf eine Beziehung nicht ständig draufhauen kann, es braucht Zeit zur Regeneration, sonst geht sie irgendwann kaputt.
Nun, es war ihre Entscheidung nicht an Symptomen zu arbeiten. Trotzdem vermisse ich sie manchmal Confused

Du hast ja deine Aufgabe gefunden, so wie es klingt, gehst du richtig darin auf dich medizinisch immer weiter zu bilden, dich dabei mit anderen auszutauschen und natürlich der Freundin zu helfen.
Das finde ich super wichtig, dass man etwas hat, das einen richtig begeistern kann!

Du warst nie ehrgeizig, sagst du. Dafür beneide ich dich! Denn da bin ich das genaue Gegenteil. Ich bin total ehrgeizig. Ich möchte in allem was ich mache möglichst gut sein. Mir ist natürlich klar, dass ich nirgends die Beste sein kann, aber wenn es in meinem Rahmen möglich ist - wie zb die beste Seminararbeit meines Jahrgangs zu schreiben - dann freue ich mich da voll drüber.
Oder über sehr gute Beurteilungen.
Oder wenn eine Zeichnung zum Bild des Monats gewählt wird. Und so weiter Wink
Aber es ist anstrengend. Ich wäre gerne relaxter. Gerade bei so kreativen Dingen. So bin ich zb beim Portraitzeichnen gelandet, weil ich dafür viel positives Feedback bekommen habe. Dadurch habe ich mich immer mehr darauf konzentriert und Bilder die aus der Imagination entstehen vernachlässigt.
Heute frage ich mich ob ich eigentlich gern Portraits zeichne? Ich weiß es nicht.

Auf jeden Fall kann ich sagen, dass mein ganzer Ehrgeiz zu nichts geführt hat Very Happy Also wenn man die gängigen Erfolgsmaßstäbe anlegt.

Mit HIV und den Krebserkrankungen klingt es vermutlich komisch, aber ich fühle mich fit und voller Tatendrang. - Bereit meine Leistung an anderen zu messen Wink
Allerdings mit der Einschränkung, dass es ja oft nicht um die Leistung an sich geht, sondern wie man sich unter Mitbewerbern zu positionieren weiß, wie man es schafft bevorzugt zu werden... all diese Dinge kann ich wiederum gar nicht ab. Damit kann ich auch nicht umgehen.
Aber das muss ich glücklicherweise ja auch nicht.

Das ist ja auch bei dir das Schöne, wenn du deinen Weg gefunden hast, die Arbeitsweise die zu dir passt, mir der du dich wohl fühlst, die zu deinem Umfeld passt.

Wegen der Beschränkungen die man sich selbst auferlegt. Ich kenne das auch von meiner Familie. Mein Vater hat mich über viele Jahre hinweg sexuell missbraucht und das verleugnet er bis heute. Meine Mutter ist an den Schwierigkeiten die damals entstanden sind zerbrochen. Sie wurde schwer depressiv und hat Suizid begangen als ich 17 war.
Es gab Familientherapien, jeder war noch in Einzeltherapie und doch hat sich nie etwas geändert. Man muss aber natürlich auch die Kraft haben sich dem zu stellen und damals gab es von Fachleuten definitiv keine sinnvolle Unterstützung. Die haben nur ihrerseits alles fleißig geleugnet.

Also das traumatische war bei mir der sexuelle Missbrauch und daran schlossen sich dann weitere Katastrophen an - wie Erziehungsheim, Suizid meiner Mutter, und nie war jemand da der mir geholfen hätte. Ich war immer die Böse. Die Eltern die Guten, die Bemühten und ich die Rebellische die alles zunichte macht. So haben die Psychologen, Psychiater, Erzieherinnen, Sozialarbeiter, es dargestellt.
Mir ist heute noch nicht ganz klar, wie ich das überstehen konnte.

Ach ja, eine Komorbidität von Trauma ist Sucht Wink So habe ich früh mit Valium begonnen - vom Arzt verschrieben, aber dennoch... Mit 16 Jahren habe ich 40mg/Tag genommen. Nach ein paar Mal H konsumieren, kam HIV und danach kam erst die richtige Sucht.

Apropos Sucht - ich bleibe wohl noch eine Weile bei den 30mg/Tag. Als nächstes möchte ich auf 20 und dann auf 10 gehen. Dann weiß ich nicht weiter Very Happy
Wenn der Lockdown vorbei ist, werde ich wohl mal bei einer Drogenberatung fragen was die für sinnvoll erachten. Ich habe ehrlich gesagt keine Ahnung was die Mindestdosis Morphin ist, die noch wirkt. Ob es Sinn macht 3 mal 3 mg zu nehmen?
Wobei ich letztlich sowieso das mache womit ich gut klar komme. Aber so eine ungefähre Richtline, was sich vielleicht schon öfter bewährt hat, wäre trotzdem nicht schlecht.

Sei auch du lieb gegrüßt!
Sabine
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2996

BeitragVerfasst am: 24. Nov 2020 15:32    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo liebe Sabine,

ich lese schon, "Du hast", was mir wiederum fehlt! Einerseits, wenn man so ist, wie ich - kein Ehrgeiz bspweise, u.v.m, welches im Kern dazu führen kann, sich selbst als "unzureichend" zu empfinden, ist es doch andererseits so, dass ich mein Potencial niemals ausschöpfen lernte. Meine Großeltern "ließen mich einfach laufen", wie meine Mutter dies ausdrückt, ich wurde niemals gefordert/gefördert, wie das in "gesunden Familien" doch recht selbstverständlich ist. Mein Opa machte meine Hausaufgaben fast immer in der Grundschule, bspweise Buchstaben reihenweise einüben, nach zweien, ich konnte es ja, "malte" mein Opa den Rest. Mir fehlte jegliche Geduld, mir wurde übel, ich wurde blass.

Kurz bevor ich mit 13 zu meiner Mutter ziehen "durfte", da bald Mitspracherecht, "erpresste" ich meinen Vater (Oberstudienrat, hm, die Pädagogen...), wenn er mich nicht vom Gymi nehmen würde, würde ich gar nicht mehr zur Schule gehen. Er gab nach, weil ich ihm gleichgültig war, er hatte bald eine kleine Fam., nach Scheidung, ich passte da nicht rein und wurde bei seinen Eltern "geparkt", nachdem er das Sorgerecht bekam, meine Mutter die Verhandlung verlor. Mehr Ablehnung, die in vielem seine Ausprägung fand, konnte er mir kaum gegenüber bringen, doch bevor er seine neue Frau fand, war ich immerhin noch ein süßes Spielzeug für ihn, wie ich mich erinnere, auf Bildern sehen konnte, als ich mich mit all dem auseinander setzte, mit Therapiebeginn.

Beide, hatten neue Partner, als sie sich trennten, ich war 4 J. alt, mit denen sie bis heute glücklich sind. Und für beide, hat sich ihr Leben wunderbar entwickelt, während ich "dazwischen zerrieben wurde", unter Dauerkonflikt gesetzt, gegen meine Mutter wetternd (Oma & Vater). Ich erlebte, was unter verbaler Gewalt einzuordnen ist und wurde ihre "Anwältin". Sie und ihr neuer Ehemann, suchten mich da "raus zu holen", machten mehrere Anläufe, ich erinnere mich schaudernd an diese Treffen. Verbale Gewalt steht körperlicher, zuweilen kaum nach, was Auswirkungen angeht.

Meine Großeltern, liebten mich jedoch hingebungsvoll, so wie ich war. Und ließen mir alles durchgehen. Ich war zudem "das arme Kind", das vor der bösen Mutter, die nur an ihre Arbeit dachte und alles falsch machte, seit meiner Geburt (wir lebten damals alle zusammen, meine Oma kümmerte sich um mich, während meine Mutter arbeiten war und als meine Mutter dann zusammen brach, als ich knapp 2 J. alt war, zog sie mit mir fort, ins Dorf ihrer Eltern, sie brachte nur noch 48 kg auf die Waage, bei 1,73 m) geschützt werden musste.

Nach weiteren 2 J. ging sie in eine Großstadt aus beruflichen Gründen, konnte mich nicht mitnehmen zunächst, hatte keine Wahl (die hat man immer! aber so ihre Darstellung, die ich durchaus verstehe) und brachte mich zu den Eltern meines Vaters - dahin, wovor sie gefüchtet war und bekam mich dann nicht wieder, mein Vater wusste das zu verhindern. Ich wurde seelisch krank, wie aus dem Lehrbuch.

Dramatische Situationen, bei jedem Abschied, nach ihren 6 wö Besuchen, sie weinend, ich verzweifelt an ihr hängend. Während dieser Zeit, begannen massive Wutanfälle. Toben, wechselte bald mit Flucht in den Garten, raus ins Grüne, wo ich stundenlang Tiere beobachtete, allein mit mir zur Ruhe kommend. Zeitgleich, begannen nachts in unregelmäßigen Zeitabständen Angstzustände, inkl. taktilen/olfaktorischen Warnehmungsstörungen.

Ich habe dies alles abschließen können, beginnend mit der ersten Langzeittherapie. In den letzten 10 Jahren, stellte ich mich dem, was mich noch begleitete. Ohne die beschriebenen Hintergründe, wäre eine Kommunikation recht unvollständig. Gegenwärtiges steht jedoch alleinig in meinem Blickfeld, ADS und seine Auswirkungen.

Ich schaue weder emotional, noch anders noch zurück, das war nicht leicht zu erreichen, aber eines Tages war es so und es blieb dabei Smile

"Endlich frei", die eigene Geschichte, kann extrem belastend sein,...zuvor verdrängt & ein buntes Leben in meinem Falle... Aber "wahrhaftig" in vollem Bewusstsein, ist was anderes. Es ist noch recht jung, nahezu jeden Morgen dafür dankbar (was mich alleinig betrifft). Ich denke, es ist auch das Alter, zunehmende Weisheit. ...nicht alles, ist "Therapieerfolgen" zuzuordnen.

Um alles zu wissen, ist nicht für jeden Menschen heilend, für mich jedoch, war es der richtige Weg. Deine Zeilen lassen vermuten, dass Du ähnlich mit allem umgehst, was Dir widerfuhr. Verdrängung statt zu geben, kann man sich nicht aussuchen. Immer wieder Gefühle, Bilder auftauchend, kaum ist ein Trigger in Sicht...Es bedarf großer innerer Stärke, damit umgehen zu lernen. Früher stellte ich mir dieses System in Schubalden vor, lächel**

Zu Borderline: ich gehöre nicht jenem Typ an, den Du bei Deiner Freundin beschrieben hast. Sondern jenem mit in erster Linie gestörter Impulskontrolle und riskantem Verhalten. Das lässt sich wesentlich einfacher therapieren, weil vieles im alltäglichen beobachtet und eingriffen werden kann, Gefühle ziehen nach...

Nicht gekennzeichnet durch in erster Linie Auf- und Abwertung des Partners vor allem (ich hatte eine 8 j. Beziehung mit "diesem Typus": "Meine Welt, mein Alles, meine ganze Liebe"/ vs "Du verdammte Dreckshure, Du miese Schlampe" und weiß schon deshalb, wie belastend eine Bindung zu solch einem Menschen ist, aber sie war unglaublich intensiv und darum schön anderseits), chronischer Leere, rezivierender depressiver Episoden, ect. Mein Ex ist nicht fähig zu etwa langj. Bindungen freundschaftlicher Art. Im menschlichen Umgang hat er noch Probleme, im Arbeitsbereich überhaupt nicht mehr. Nicht wenige, erarbeiten sich jedoch durchaus sehr vieles mit der richtigen Unterstützung, eine jener die DBT.

Während enge Bindungen, für mich "lebenswichtig" sind und ich dafür sehr viel tue, ja. ..."verstanden werden, sein dürfen" ...Solche Anteile, sind auch beruflich von hohem Wert in meinem Bereich, ja. Aber ich kann sehr gut differenzieren inzwischen und alles hat seinen Platz, könnte man sagen.

Manches überschneidet sich jedoch bei den inzwischen mehreren Typen via Diagnose, ect. Wut. Ursachen. ...In erster Linie, ist es eine andere Art, zu fühlen.

Heute, ist für mich also lediglich ADS noch Thema und seine Auswirkungen auf jeden Lebensbereich. Resektion der Schilddrüse (autoimmun), hormonelles auf und ab - es gibt keine Krankheit, die besser zu meiner Geschichte, mir passen würde Smile

Ich las besonnen Deine Zeilen und möchte mich mit innerer Ruhe zuwenden. Ich habe gleich einen Termin, gerate schnell "gefühlt" in Stress, noch dies und jenes zu tun, bzw hätte mich längst einigem widmen dürfen, wollte Dir jedoch antworten und denke, das war nun ok so, meine Geschichte vorzustellen...Unter Zeitnot, wird es "hudelig". Das suche ich zu vermeiden/zu ändern..(wir begannen unsere AD(H)S SelbsthilfeTherapie).

Alles Liebe für Dich!
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2996

BeitragVerfasst am: 1. Dez 2020 14:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sabine,

keineswegs klinkt es für mich komisch, dass Du Dich Energie geladen fühlst! Das las ich bereits zwischen Deinen Zeilen.

Ich schrieb noch nie in einem Forum für PTBS, AD(H)S bspeise, sehr intensiv stelle ich mir diesen Austausch vor. Hilfreich. Ich kenne nur diese Plattform hier (außer fachlichem) - hier ging es eher heftig zu zuweilen, lächel** Hilfchreich war es u.a., weil ich einiges ausprobieren konnte, "Schreibthera" etwa. Aber unterm Strich, wäre es kein Verlust in dem Sinne, bez auf Netzaktivität, ich habe, was ich brauche, das findet sich nicht virtuell. Zudem leben wir jedoch in einer Zeit, in dieser das Netz dazu gehört und ich denke, es ist gut, Erfahrungen gesammelt zu haben, um zu wissen, wovon das Gegenüber spricht Smile (Bsp Internetsucht, Mobbing, Beziehungen mit virtuellem Hintergrund, ect)

Szene/Heroin, wie aus einem anderen Leben, so fühlt es sich an. Selten noch, bricht etwas auf, kurz jeweils. Als ich bei meiner Mutter war die letzten Tage, kam wie aus dem Nichts die Erinnerung. Ich sah meinen damaligen Freund vor mir und hörte seine Worte, als er sich von mir trennen wollte, weil er rückfällig geworden war und dachte, ich rutsche da mit rein, wenn wir zusammen bleiben (so war es dann ja auch):" Das Gift hat Dich im Griff, nicht andersrum..." Nunja, nicht unwahr.

Doch wie beim Zeichnen, gibt es Zwischentöne. Der eigene Blick kann sich sehr vom anderen unterscheiden, wenn es auch in manchem nur eine Wahrheit gibt. Für mich, die die Welt in Gut und Böse einteilte durch beschriebene Anlagen, war dies ein wesentlicher Teil von Erlernbarem. Ich möchte niemals aufhören, zu lernen. Wenn ich sowas wie Ehrgeiz inne habe, dann da. In nahezu jedem Bereich. Zu hören, was Jahre längst vorbei ist, man selbst ganz woanders, das Gegenüber "hängen geblieben" - die Vorstellung macht mir schiergar Angst, eines Tages festzustellen, mir erginge es ebenso.

Ich würde so gerne zeichnen können! Bilder (auch Fotografien) fangen Schönheit ein. Mein erster Besuch auf einer Ausstellung hat mir die Augen geöffnet! Originale von Chagall, ...Künstler des 14.-18. Jh. Unbeschreiblich! Danach wollte ich nie wieder Drucke an den Wänden! Lieber Zeichungen der Kids von Freunden Smile Auch eine ehemalige Kommilitonin zeichnet wundervoll. Und ich kam nach Hause mit einem Werk des Jüngsten von Hanna. Es war so schön zu erleben, dass es ihr gut geht, im Vergleich zu zuvor ohnehin. Niemand hätte gedacht, sie selbst am allerwenigsten, dass wir das noch erleben und teilen dürfen.

Pures Glück und ähnlich, wie in der Fotografie oft, eine Momentaufnahme.
Für Portraits kann ich mich bis heute begeistern! Ich mag es, die Schönheit des Menschen ans Licht zu holen und habe viele gute Fotos von Menschen gemacht, in Ruhe mit Muße...Für solches, benötige ich die richtige Stimmung. (auf die Schnelle nur "Alltagsware", wie jeder sie "knipsen" kann)

Häßliches zeigt der Mensch selbst von sich. Wenn ich auch nicht selten wie ein Katalysator wirke, möchte ich anderes ablichten. Wir machten Fotos von uns beiden, wie meist, wenn wir uns sehen. Diesmal klammern wir uns nahezu aneinander, der Situation geschuldet...Liebe und Glück, liegen oft nah an Schmerz und Leid. Auf Bildern, gezeichnet oder fotografiert "alles" darstellbar. Mehr als ein "Hobby", für mich bleibend...so kann ich es gut nachvollziehen, welch großen Anteil im Leben solches füllen kann. Ich weiß um die heilende Kraft. (Jeglicher Kreativität).

Auf jeden Fall möchte ich zukünftig (weiterhin) Zuhause, wie auch öffentlichere Räume mit Bildern schmücken, die keinesfalls Drucke sind. Sie haben was "totes", entgegen Originalen. Jene sind lebendig, wie auch gute Fotografien.

Ein riesen Unterschied! Ein Schmunzeln bez der "Auszeichnung" einerseits, die Dir am Herzen liegt, jedoch bin ich voller Bewunderung für Künste!
Schöne Rahmen finde ich schon mal auf dem Sperrmüll Smile, ausdrucksvolle Bilder sind und bleiben jedoch eine Besonderheit!

Deine Geschichte erzählt von der häßlichen Seite mancher Menschen und dem großen Leid, das jene über andere ergießen. Meine Freundin, die nicht nur gleichen Namens mit Dir war, starb daran letztendlich, als sie Trost und Vergessen im Alkohol zu suchen begann. Ihr Selbstheilungsversuch, sie war Kinder- und Jugendpsychologin, arbeitete mit missbrauchten Kindern, betroffenen Familien (Täter einbezogen, nicht selten selbst Opfer), ging mal richtig schief.

Ich hatte zur Zeit, als ich die Fotografie zu erlernen suchte (bin ein Technik Idiot und zudem bei weitem nicht gut genug in dem Bereich für berufliches damals), zwei junge Frauen als Mitauszubildende, die zu Freundinnen wurden, der Großvater, jener auf Bildern wie ein Weihnachtsmann aussah, der Täter. Im anderen Falle, war es der Vater, der sich ebenfalls am Bruder verging mit anderen Männern. Beide Frauen haben ihr Leben gut in den Griff bekommen (Depressionen, Bulimie). Missbrauch kommt weit häufiger vor, als mancher sich vorzustellen vermag. Ich selbst wurde mit 12 J. vergewaltigt, jedoch war es kein Familienmitglied, kein naher Angehöriger oder "Freund" der Familie, wie so oft. Ich habe mich damals niemandem anvertraut, habe es verdrängt, weiß um die Gefühle des Ausgeliefertsein, Scham u.m.

Ein Thema, dem sich nicht Betroffene gemeinhin eher abwendend verhalten, es oft nicht sehen wollen, zu schrecklich, als dass es der menschliche Verstand, gar die Gefühlsebene erreichen könnte. Kinderehen, 9j. Mädchen, die mit alten Männern ins Bett geschupst werden von ihren Familien, für tausende heute noch tag tägliches Grauen. Mir fehlt dafür jedes Verständnis - von wegen andere Kulturen, andere Gesetze.

Aber auch hierzulande...Und früher, als Du betroffen warst, wurde sicher entgegen heute auch von öffentlichen Stellen, die schützen sollen, "ungern geglaubt". Diese Form der Invalidierung stelle ich mir wahrlich als die schlimmste vor, mit Abstand. Es tut mir sehr leid, zu lesen, dass Deine Mutter den Freitod wählte. Ich habe selbst keine Kinder und kann nur wenig erahnen, was das für eine Mutter heißt, wenn sie ihr Kind nicht schützen konnte, einen Mann heiratete, der sich an der eigenen Tochter vergeht. Was Du zu erdulden hattest!

Und trotz, dass ich selbst vergewaltigt wurde, ein einmaliges Erlebnis, reicht meine Vorstellungskraft nicht aus. Dies wurde mir recht schnell gewahr, als mir im jungen Alter, die Geschichten meiner Freundinnen und später, eines Freundes erzählt wurden. Doch aus meiner Tierschutzzeit, hatte ich bereits verinnerlicht, wie "schlecht der Mensch sein kann". Dem ist keine Grenze gesetzt, wie auch der Dummheit nicht.

Doch ebenso haben wir die Wahl, unser Verhalten zu jeder Zeit zu ändern. Durch die (zweifelhafte) Errungenschaft des Internets, wird beides umfangreicher deutlicher. Doch alles, was im Netz beschrieben wird, gibt es vor der Haustüre ebenso.

Du bist eine jener Stimmen, die lange schon kaum noch zu Wort kommen hier, eine "goldene Ausnahme". (zudem in der Anonymität oft zu mobben versucht wurde und zarte Gemüter, sicher oft sehr junge Menschen im sonstigen Netzraum, nehmen solches für bare Münze, früher einzelne Fälle im Beruf bspweise. Gar mit Todesfolge endend, ob der Hetze, i.d.R. auf Lügen gebaut-mobbing eben...)

Du bist eine besondere Frau! Mit Fähigkeiten, die weit über die der meisten hinaus gehen. Auch über die meinen, wie ich neidlos denke Smile Nicht nur, kannst Du zeichnen, für mich eingeordnet zu den wunderbarsten Schönheiten des Lebens, Du hast so viel hinter Dir und jede Deiner Zeilen sprüht vor Lebendigkeit und "Gutem", das Du in Dir zu tragen scheinst. Und das nichts zu zerstören vermag, wie Deine Geschichte mir vorliest.

Zudem stehst Du mit beiden Beinen auf dem Boden - > natürlich bist Du längst vernetzt mit Anwälten bz der Whg. Smile Du hast ein Zuhause, welches sehr begehrenswert ist, nach Deiner (Lage)beschreibung: ein Traum! Dafür lohnt sich zu einzusetzen, was Du, so denke ich, sehr gut hin bekommst!

Belastend ist sowas immer und auch ich, muss weit häufiger meinen Anwalt bemühen, wo noch nicht vor allzu langer Zeit, Gespräche ausreichend waren. Gleich in welchem Bereich, ohne Hintergrundwissen ist man ausgeliefert zunehmend oder/und es benötigt Unterstützung von anderen Menschen.

Daneben ist unsere Fähigkeit zur Liebe, die vielerorts ihren Ausdruck zu finden vermag, Mittelpunkt für mich. Auch "Rückschläge" gehören zum Leben dazu. Es liegt ausschließlich an uns, wie wir damit umgehen. Und ganz persönlich weiß ich um Formbarkeit vs Starre. Wenn ich höre, wie "schlimm das Leben einem mitgespielt hat", dann denke ich zuerst daran, dass jeder die Macht hat, die Geschicke zu seinen Gunsten zu wenden, wenn auch kein Einfluss darauf, was zuweilen geschieht.

Ich hatte nicht die körperliche Kraft bspweise, mich gegen den älteren Jungen zu wehren, der sich zwischen meine Beine zwängte. Allein ich jedoch, entscheide und "lebe", wie ich im weiteren Lebensverlauf mit Sexualität umgehe und tatsächlich, bin ich noch lange nicht am Ende meines Weges angekommen. Mit Tantra half ich nicht nur mir selbst und vielen in diversen Belangen, auch einer Frau, ihren erlebten sex Missbrauch nicht mehr bestimmend sein zu lassen in ihren Beziehungen zu Männern. Wir haben so viele Möglichkeiten!

Ich möchte Dich fragen, wie sich der Wunsch, die Beste zu sein, der ja auch sehr zuträglich sein kann, für Dich gestaltet? Ist es wichtig dabei, was andere denken, äußern - oder liegt die Anschauung mehr bei Dir selbst? Ich bekomme sehr viel Lob, worüber ich mich freue und es gibt mir auch Antrieb. Entscheidend ist jedoch, wie ich mich damit fühle!

Mir ist grundsätzlich unwichtig, was "andere sagen", gilt für alle Lebensbereiche. (lernen ausgenommen -> Spiegel, Kritiker, Hilfe..). Ich benötige eher keinen Zuspruch, wollte man es so formulieren. Bist Du dabei von Stimmen anderer abhängig? (Ist ja klar, dass manches daran hängt, wie andere "bewerten". Noten/Zeugnisse, ect.)

Du kommst so rüber, als wüsstest Du sehr wohl, dass Du gut bist in dem, was Du tust und siehst ebenso Deine Grenzen. Machst auf mich den Eindruck einer Frau, die lebenserfahren ist und unterstützendes verinnerlicht hat. Und das auch wirklich zu leben vermag. Deine Geschichte, "Kindheit", Sucht, HIV, Krebs und Freude am Leben haben, Tatendrang - einfach nur wundervoll, zu lesen! Gezieltes Hilfe holen, wenn nötig, bzw sinnig...

...dazu kann ich leider nicht mehr beitragen. Ich kenne Substitol nicht. Habe lediglich gute Berichte darüber gehört. Von vermindertem Suchtdruck, besserem Atemantrieb, bis hin zu gutem abdosieren möglich, wie bei Dir nun. Das ist doch super wenig von diesem Stoff oder? 30 mg. Wer kennt denn dieses Medi?

Liebe Grüße an Dich und in die Runde Smile
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Weaver
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 28

BeitragVerfasst am: 1. Dez 2020 18:18    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo dakini,

vielen lieben Dank für deine Zeilen! Ich hatte mir schon vorgenommen dir zu antworten - das letzte Post ist ja schon eine Weile her - aber immer kam mir etwas dazwischen. Ich teile mir meine Zeit noch lange nicht so gut ein, wie ich es gerne hätte Laughing Ich will mal eben was googeln und dann komme ich vom hundersten ins tausendste und habe letztlich nichts erledigt. Passiert mir nicht oft, aber es kommt doch vor.
Und dann muss ich an meinen Bildern arbeiten (gut, müssen tu ich gar nichts - ich will Wink ), meine Skizzen machen um in Übung zu bleiben und an meinem Buch arbeiten. Dazu kommen die Gassigänge und Joggingrunden mit meinem Hund und die Abende mit meinem Mann.
Irgendwie sind meine Tage plötzlich sehr voll geworden. Das kenne ich zwar noch von Uni Zeiten, aber das ist nun auch schon eine Weile her.

Dann kam noch ein Anruf von meiner Tochter - nun ja "Tochter". Ich musste sie damals ja zur Adoption frei geben, weil ich nicht wusste wohin ich hätte gehen können um von dem gewalttätigen Mann weg zu kommen.
Als sie 24 war hat sie sich bei mir gemeldet und wir haben uns getroffen. Seitdem telefonieren wir manchmal.
Ich war für mich gerade so an dem Punkt, dass ich dachte, ich möchte eigentlich keinen Kontakt mehr zu ihr, denn ich gehöre ja nicht zu ihrem Leben und wir haben auch keine gemeinsame Vergangenheit oder eine Beziehung zueinander aufgebaut. Und es ist doch anstrengend immer mal so konkret mit der Vergangenheit konfrontiert zu werden.
Nun ja, sie hat mir erzählt dass sie in zwei Monaten ein Baby bekommt und ich habe ihr (wieder, weil sie fragte) geschildert wie die Umstände damals waren - Schwangerschaft, Geburt und Background Infos zu meiner Familie.
Ich habe mich sehr über ihren Anruf gefreut, aber es ist trotzdem belastend. Nicht während des Gesprächs, da komme ich super mit klar ihr zu sagen was immer sie wissen will. Aber ich merke, dass mich das später doch noch beschäftigt, dass ich wieder in Gedanken verfalle, dass das alles so unfair war, ich nie Hilfe bekommen habe, usw, usf.
Ich kann das zwar gut umleiten (ich weiß nicht ob dass das richtige Wort ist
Wink ), aber das Thema ist sehr präsent und "stört" mich bei anderen Tätigkeiten. Ich komme nicht zum schreiben, fürs Zeichnen fehlt die Konzentration.
Tja, ist ein schwieriges Thema. Ich bin mir einfach noch nicht im Klaren darüber was ich will, wie ich damit umgehen will/soll/kann.
Und dann neige ich dazu etwas durch die Tage zu treiben, ohne das zu erledigen was ich eigentlich gerne machen möchte Wink

Parallel läuft ja meine Substitol Reduktion. Da habe ich mal in einer Therapieeinrichtung nachgefragt, wegen der Dosierung. Die Ärztin dort meinte 30mg sei so eine geringe Dosis, die würden sie einfach weg lassen. Ich solle aber ruhig in 10er oder auch 5er Schritten weiter reduzieren.
Das hat mich auf die tolle Idee gebracht eine zweite Meinung dazu einzuholen Laughing Aber wir sind im Lockdown. Habe aber schnell herausgefunden, dass eine Drogenberatung Online Beratung anbietet. Ich also geschrieben.
Die Antwort war dann aber keine Antwort, sondern ein Haufen fragen - warum wollen sie reduzieren, reden sie lieber mit ihrem Arzt, Reduktion ist sehr anstrengend für den Körper, und medizinische Fragen können sie ohnehin nicht beantworten.
Hat mich eigentlich nur geärgert. Wink Wobei ich natürlich sagen muss - die kennen mich ja nicht. Und sie werden schon oft genug die Erfahrung gemacht haben dass sowas schief geht.
Ich habe immer das Gefühl, die wollen einen nicht mehr aus der Substitution raus lassen. Und das finde ich echt nicht gut. Ich habe eine ganze Reihe von Gründen warum ich da raus will (die Aufzählung erspare ich dir aber Wink ).
Und ich habe dann auch hinterfragt WARUM ich überhaupt solche Fragen habe - mich ans Forum, die Drogenberatung gewandt habe. Denn letztlich habe ich das Netz noch genauer durchforstet und konnte problemlos herausfinden, dass es bei oraler Einnahme keine geringere Dosis als 10mg gibt (bei Morphium). Es gibt noch Tropfen mit 5mg - für Kinder. Und die durchschnittliche Dosis für Schmerzpatienten liegt zwischen 60 und 150 mg (so ungefähr).
Tja, und reduzieren ist reduzieren - man nimmt eben weniger. Und wenn man es alleine macht kann man sich logischerweise aussuchen ob man in 10er oder 5er Schritten, oder mit jeweils 10 oder 30% minus runter gehen möchte und ob man das alle 2 Tage, jede Woche oder jeden Monat macht.
Das ist ja keine Raketenwissenschaft Wink
Vielleicht wollte ich also Zuspruch? Oder Anerkennung? Wer weiß das schon, ich momentan nicht und ehrlich gesagt ist es mir im Moment auch egal.

Ich bin übrigens bei 20mg angelangt. 10mg morgens und 10 abends. Damit habe ich die Dosis, die ich am frühen Nachmittag genommen habe, ersatzlos gestrichen.
Das ist mir manchmal noch nicht ganz geheuer - so lange Zeiträume ohne eine Einnahme, das gab es ja ewig nicht mehr. Aber klar, das ist die Gewohnheit.
Es ist nicht so, dass mir etwas fehlen würde oder ich denke, es wäre schön, wenn ich jetzt dieses Gefühl hätte dass durch Morphium ausgelöst wird. Kann ich ja auch kaum vermissen, weil ich von meiner üblichen Dosis schon lange nichts mehr gemerkt habe.
Man nimmt es um sich normal zu fühlen.
Aber ich fühle mich eigentlich so auch normal. Aktiver - noch aktiver als vorher Wink - und streckenweise vielleicht ein wenig aufgedreht. Etwas unkonzentrierter vielleicht...? Aber solche Schwankungen gibt und gab es immer, da will ich gar nicht zu stark drauf fokussieren.

So, nun aber zu deinem Text.
Das ist schön, wenn du auch ohne Netz ausreichend Austausch für deine Themen gefunden hast! Das würde ich mir auch wünschen!
Für mich waren die Foren für Traumafolgen (um mal alles zusammen zu fassen) sehr hilfreich, weil ich dort erstmal von Menschen lesen konnte, die sich mit denselben/ähnlichen Problemen wir ich rumschlagen mussten. (Abgesehen von Drogen - Leute die von illegalen Substanzen abhängig sind, scheinen nicht in PTBS und ähnlichen Gruppen zu schreiben. In all den Jahren war da nur eine dabei. Man kann es niemandem verdenken, denn man wird von den nicht abhängigen halt doch entsprechend misstrauisch beäugt).
Ich hab das Drogenthema dort auch gerne unter den Tisch fallen lassen
Wink

Meine Heroinzeit war ja ziemlich kurz - die Mohntee Zeit bedeutend länger, aber das fühlt sich für mich auch fast wie ein Film an. Gut, liegt ja auch Jahrzehnte zurück.

Apropos "das Gift hat einem Griff, nicht andersrum" Ja, schon. Ich weiß noch, zur Heroinzeit, da hatte ich gerade ein Päckchen gekauft für mich und meinen Mann und als wir damit in unserer Wohnung ankamen, läutet es. Ich hate ein unglaublich schlechtes Gefühl - als würde ich verfolgt. Ich wollte das Päckchen beim Fenster raus werfen. Aber ich hab es nicht fertig gebracht.
Das läuten waren denn auch die Bullen, mit einem netten Hausdurchsuchungsbefehl. Und klar haben sie das Päckchen, das ich auf die Schnelle in einen Kochtopf geschmissen habe, sofort gefunden.
Ich erinnere mich auch gut, wie ich damals das Heroin in der Sitzbank vom Motorrad verstaut habe, in der Hoffnung, dass ich dann nicht so viel nehme, weil ich ja immer runter gehen muss Cool Du weißt natürlich, dass das Null gebracht hat Laughing

Aber heute? Heute sitze ich da und hab massig Substitol herum liegen. Und mir ist klar, wenn ich JETZT eine nette Dosis von 40mg nehme, dann werde ich was spüren. Aber ich habe nicht das Bedürfnis das zu tun - ich weiß ja wohin es führt. Auch wenn ich es kontrolliert nehmen kann - was die letzten 2o Jahre oder so ja der Fall war - bin ich doch immer von Ärzten und Apothekern abhängig. (Und ja, ich hab gerade einen voll netten Arzt, aber das war schon öfter so und dann muss man wechseln und kommt zu einem Menschen der auf schikanieren steht, zumindest bis er einen besser kennt. Dasselbe mit den Apotheken).

Hm, ja, und ich will meine Gefühle gar nicht wegmachen, sondern ich will wissen was genau dahinter steckt. Ich will mehr über mich wissen. Ich will wissen was ich (vielleicht) mit den Substis zugedeckt habe.
Das ist mir momentan extrem wichtig.
Meine ehemalige Traumatherapeutin meinte einmal, dass die Klientin einer Kollegin nach einem Entzug deutlichere dissoziative Symptome aufwies und man so besser arbeiten konnte. Das ist eigentlich logisch. Aber damals war es für mich kein gangbarer Weg.
Ich zweifele auch daran, dass sich in der Hinsicht noch viel ändern wird - bei der geringen Dosis die ich nun ja doch schon seit Wochen nehme.
Aber das wird sich ja zeigen.

Das finde ich super, dass du nicht aufhören willst zu lernen! Genauso sehe ich das auch. Das wichtigste ist, dass man sich weiter entwickelt, dazu lernt.

Dakini, du kannst sicher zeichnen Wink Das kann jeder! Man muss es nur regelmäßig üben und braucht einen guten Lehrer (die gibt es heute reichlich - auch auf YouTube).
Ich hatte zb vor Mathematik immer Angst, da hab ich die Hälfte nicht verstanden (gefühlt) und als ich dann vor dem Studium die Studienberechtigungsprüfung machte, musste ich auch Mathe machen (logo). Und da hatte ich eine Lehrerin bei der ich keine Angst mehr hatte, weil keiner an die Tafel gerufen und blamiert wurde und sie alles viel besser erklärt hat, als es mir jemals erklärt wurde.
Man kann heute so gut wie alles lernen, wenn man Interesse dran hat und bekommt auch online besseren Unterricht als je zuvor.
Aber es ist natürlich alles auch eine Frage der eigenen Ressourcen. Ich habe vor 6 Jahren etwa mit Klavier begonnen - davor spielte ich Gitarre und Bass - hab mir auch einen Lehrer organisiert und viel geübt. Ich wurde auch besser, aber für mein Verständnis nicht gut genug.
Mit gut genug meine ich - so dass ich damit zufrieden bin. Ich fragte mich dann "warum spiele ich das überhaupt, wenn es unzählige Menschen gibt die das besser können, von denen ich dieses eine Stück viel lieber höre?" Solange das spielen selber Spaß macht ist es ja irrelevant wie gut oder schlecht es ist.
Ich konnte mich jedenfalls immer schwerer zum Üben aufraffen. Ich höre Fehler, die ich früher nicht hörte und bin dann frustriert, es nicht besser hinzukriegen.
Das macht keinen Spaß Wink

Womit ich sagen will - sicher kann ich noch besser Klavier spielen lernen, genauso wie du ganz bestimmt gut zeichnen lernen kannst - aber es ist es einem den Einsatz wert? Oder investiert meine seine Zeit und Energie lieber in andere Dinge.

Ich finde auch, dass Kreativität eine heilende Kraft innewohnt. Es befriedigt mich ungemein, wenn ich ein paar Skizzen gemacht habe, mit denen ich zufrieden bin, oder ein paar Seiten geschrieben habe. Früher, als wir noch die Band hatten, ging es mir mit der Musik genauso.
Wobei für mich auch immer Frustration damit verbunden war - die Tage/Zeiten wo einem gar nichts einfällt, nichts klappen mag... Aber da muss man durch. Wink

Das tut mir leid, dass du auch vergewaltigt wurdest! Crying or Very sad Früher gab es so wenig bis keine Hilfe, dass es wohl es besser war zu schweigen.
Ich wurde mit 14 nochmal vergewaltigt und hab das in mein Tagebuch geschrieben. Mein Vater hat es gelesen, und dann bei einem Termin in einer Jugendberatungsstelle daraus vorgelesen. Der Sozialarbeiter hat mich danach gefragt was ich nun zu tun gedenke, wenn ich schwanger sein sollte.
Krass, ne! So einen Unfug kann man sich gar nicht ausdenken, aber glaub mir, ich hab immer wenn jemand was ahnte oder mitbekam so unglaubliche Reaktionen erlebt.
Und so schrecklich auch alles gewesen sein mag, ist man trotzdem noch privilegiert - wenn man sich ansieht wie es in anderen Ländern und Kulturen zu geht! Wie du schreibst - kleine Mädchen werden an erwachsene Männer verheiratet, kleine Mädchen werden genital verstümmelt... Es ist grausam!

Wenn ich da mein Leben vergleiche - ich hatte trotz allem die Chance die Dinge zu hinterfragen, auch Schönes zu erleben und zu wachsen, mich aus dem Schrecken zu befreien.
So wie du ja auch.

Wenn du von Freundinnen erzählst, die auch von Missbrauch in der Familie berichtet habe - ja, so ist es. Es gibt einfach viel zu viele Betroffene. Ich hoffe dass sich das etwas ändert, wenn es bessere Angebote gibt.
ich wäre zB mit 14 dann gerne in ein Heim gegangen. Da gab es ein offenes, mit coolen Erzieherinnen, wo man auch etwas raus durfte. Das wäre ein Traum gewesen.
Aber das Jugendamt hat mich in ein anderes Heim gesteckt, in eines wo man wie im Knast eingesperrt war Da wollte ich nur noch raus, zurück zu den Eltern.
Auch dort im Heim gab es sicher sehr viele Mädchen die zuhause missbraucht worden waren. Ich erinnere mich an eine, das war die jüngste, erst 13 Jahre alt, die hat sich immer Stecknadeln in den Unterarm geschoben, als wäre es ein Nadelkissen - während man mit ihr gesprochen hat. Und sie hatte unzählige Schnitte. Das war damals einfach "böses/schlechtes" Verhalten. Traurig.

Es freut mich natürlich sehr, dass du mich so positiv wahrnimmst Wink Danke!

Du bist ganz bestimmt genauso besonders und hast tolle Fähigkeiten! Du hast dich auch nie aufgegeben und versuchst das Beste aus dir und der Situation zu machen. Statt sich nur als Opfer zu sehen. Was einen nirgendwohin bringt und was ich, wie ich gestehen muss, lange gemacht habe.

Ich muss noch sagen - man lernt natürlich auch mit belastenden Dingen umzugehen. Man entwickelt Strategien. Um es mal hart auszudrücken - eine Vergewaltigung ist schlimm, die 20te... naja, jetzt kennt man das schon, hat schon gelernt wie man seinen Körper nicht mehr fühlen muss. Kann sich vielleicht in Trance versetzen, oder oder...

Was das "Beste" sein betrifft - naja, ich will nicht die Beste sein, aber ich habe einen gewissen Anspruch an mich selbst und der ist wohl oft zu hoch. Weil es eigentlich ja nicht fair ist, immer von sich zu erwarten etwas besonderes leisten zu müssen.
Und wie du richtig sagst - Lob von außen ist eine Sache, aber es kommt drauf an wie man sich selber damit fühlt. Das ist auch bei mir der Punkt. Für andere kann ich gut Englisch, aber ich fühle mich wie eine Analphabetin. Naja, nicht ganz Wink
Ich bin oft zu streng mit mir. Das kann ich gut. Wenn ich zb Vokabel lerne und 200 davon wiederhole, bei Nummer 160 einen Fehler mache, dann wäre meine typische Reaktion - "Fehler! Kannst SOFORT von vorne beginnen! Aber hurtig!"
Sowas würde ich bei keinem anderen Menschen auch nur in Erwägung ziehen! Da würde ich sagen "ey, ja, was solls, hast ein Vokabel nicht gewusst. Und von vorne beginnen ist eine ganz schlechte Strategie wenn man etwas lernen will".

Mir ist nicht sonderlich wichtig was andere sagen, aber ich merke schon, dass es doch relevant ist. Ich denke das ist aber normal.
Ich meine welcher Künstler will seine Bilder nicht ausgestellt sehen? Welcher Musiker nicht auftreten? Welcher Angestellte freut sich nicht über Lob oder Beförderung weil er etwas gut erledigt hat.
Und, das muss ich für mich leider sagen, ich lebe sehr isoliert und zurück gezogen. Wenn ich am Klavier ein neues Stück gut konnte interessiert das letztlich keinen. Und ich denke, das ist nicht gerade optimal.
Man sollte sicher nicht zu viel auf die Meinung anderer geben, aber wenn gar keine anderen da sind (abgesehen vom eigenen Mann) ist das vielleicht etwas knapp.
Bilder kann ich im Netz zeigen. Mache ich aber nun nicht mehr, weil ich da den Eindruck habe, dass ich mich zu sehr von positivem Feedback habe beeinflussen lassen.
Nun ja, das ist ein Thema wo mir noch vieles nicht klar ist. Ich denke, ich brauche "normalere" Umstände um das besser beurteilen zu können. Ich muss anfangen wieder mehr raus zu gehen und Menschen kennen zu lernen.

Du siehst - es gibt genug Themen mit denen ich mich auseinandersetzen kann/soll Wink
Ich bin unglaublich froh, dass ich es geschafft habe, meine Panikattacken und all die Ängste los zu werden. Derealisation und Depersonalisation (das eine ist, wenn man sich selber völlig fremd fühlt, das andere wenn einem die Umgebung fremd erscheint) waren auch große Themen, haben mir so unglaublich viel Angst gemacht und zu Panik geführt. Und dafür bin ich echt dankbar, dass wenn das heute mal auftritt, es nur ein kurzer Moment ist, den nehme ich zur Kenntnis und es vergeht wieder. Fertig Wink
Wie wunderbar!
Auch keine Alpträume mehr wo ich ständig um mein Leben fürchten muss, wo ich bedroht werde oder zusehen muss wie andere zu sterben scheinen und ich kann ihnen nicht helfen. Und niemand ist da der mir helfen würde zu helfen. Wenn Menschen da sind, dann sind sie nur da um mich zu verhöhnen, die Situation noch schlimmer zu machen.

So, und nun habe ich genug geschrieben Wink

Es macht gar nichts, wenn du "nichts beitragen" kannst. Also zu der Substitol Reduktion. Es ist wie gesagt einfach Morphium. Bei euch in D heißt es wohl anders.

Liebe Grüße Wink
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2996

BeitragVerfasst am: 2. Dez 2020 15:27    Titel: Antworten mit Zitat

Huhu liebe Weaver,

Deine Zeilen las ich wieder mit Spannung/durchaus innigem Interesse und auch dem Gefühl, einer Frau begegnet zu sein, - via Netz Smile, mit der ich manches gemeinsam habe -> Sozusagen das berühmte Sahnehäubchen Wink) Heute ließ mich lächeln, als ich las, wie Du Dich "verzettelst", die Zeit verfliegt, ohne gemacht zu haben, was Du Dir vorgenommen hattest. Ich selbst, sagte zu Jolina, nu bin ich gerade so schön aktiv außerhalb virtuellem und werde das Netz mal Netz sein lassen - Du liest ja, was daraus wurde. Laughing Aber gut, man gibt ja nicht auf! Seit Tagen möchte ich wieder an meine Unterlagen, es ist ja keineswegs so, dass es keine Freude machen würde. Dann bimmelt das Telefon oder eine sonstige Ablenkung kommt daher...und bis ich mich versehe, ist der Nachmittag weg, wo schon der Morgen mit texten und hier und da mal ein Artikelchen lesen, was "gerade interessant" erscheint, verbracht wurde. Rolling Eyes Nu, man muss ja nicht alles pathologisieren, lach**

Mich verwundert es immer wieder auf´s Neue, wenn ein Bekannter bspweise äußert, er wäre schon länger krank geschrieben und wisse nichts mit sich anzufangen, es wäre ja so furchtbar langweilig. Dann denke ich: "Du bist es ja wohl, der langweilig ist - ein Leben außerhalb vorgegebenem, wie Arbeit, nicht füllen zu können, außer mit TV Rolling Eyes

Nu würde ich viel lieber auf Deine Zeilen antworten, als mich zu disziplinieren, aber: ich mache mal, was ich mir vornahm und krabble aus meiner Komfortzone die ich als super kuschelig empfinde...im Winter geradezu herrlich Smile

Zum Thema jedoch: Ich denke auch, dass Du so gut wie "durch bist". Mag sein, dass "null" noch mal ein bischen anders kommt, Praxx hatte mich darauf aufmerksam gemacht (Homöostase des Gehirnstoffwechsels) und bei Buprenorphin war es dann auch so, dass mich eine leichte depressive Stimmung für ca ein halbes Jahr begleitete, bis ich wieder fit war.

Damit meine ich auch jegliche Form von vegetativer Begleitsymptomatik, wie leichten Durchfall, schnelle Erregbarkeit (schwitzen, etc), auch emotional im Umgang mit anderen, leichter kürzerer Schlaf, usw. Nix dramatisches. Wenn man nicht zu lernen hat auf ne Prüfung hin bspweise, ist es auch unwichtig, sich nicht so gut konzentrieren zu können. Die besten Erfahrungen, dem etwas entgegen zu setzen, machte ich mit körperlicher Anstrengung/Bewegung. Damals beim langwierigen Metha Entzug arbeitete ich auf dem Bau. Schnell war ich stabil und kräftig, im wahrsten Sinne (da lagen jedoch bereits 8 Mo hinter mir). Das könnte ich heute wohl nicht mehr. Fand anderes, als ich rückfällig wurde, nach ü 10 J. Angepasst eben.

Beim Bupreentzug, der im Winter damals begann, sich zog, da ich auch immer mal kleine Dosen (0,2 mg - 0,4 mg oder ein paar Tropfen Tramdol) einsetzte, mich auch schwer tat aufgrund der belastenden Beziehung noch, aus der ich mich befreite, aber zuvor und bis dahin...ohweia!. Es ist eine alte Weisheit, sich frei zu machen von derartigen Blockaden, um weit besser mit sich (allein) klar zu kommen. OHNE unnötige und durchaus gefährliche nieder drückende Gefühle. Wobei solches für Dich kein Thema ist aktuell, so weit ich das verstand, lebst Du in einer guten Ehe, die Dich unterstützt, neben all Deinen anderen positiven Lebensinhalten, das freut mich wirklich sehr für Dich Smile. Es ist so schön, zu lesen, wie sich Dein Leben und Du sich entwickelten, nach all den Jahren, die davor lagen...

Ich begann, die Sonne zu nutzen, eine starke heilende Kraft. Und schwamm jeden Tag lange Bahnen im See in der Nähe oder im Meer. Beides ist super hilfreich! Für härtere Entzüge mit diesen fiesen nervalen ziehenden Schmerzen, ist Bewegung im Salzwasser des Meeres, die beste Medizin Smile Man weiß sich zu helfen, wenn man wirklich will! (Zur Not, bspweise im Winter, tut es auch ein Schwimmbad, Thermen, Bewegung im Wald..)

Was mir damals beim Methaentzug DIE Stütze war: fotografieren. Fokussiert auf Interessantes, sauste ich über Felder und "jagte" Sonnenuntergängen nach, u.v.m. Dies zog mich in den Bann und bis ich mich versah, war wieder ein Tag geschafft.

Du hast ja ohnehin Bewegung - es fehlt, wie ich lese, an nichts. Very Happy Jedoch ist die Gewöhnung auch unter besten Umständen ein Thema. So lass Dir Zeit, wie Du sie benötigst, wie Du auch schreibst. Ist doch wirklich super, wie Du das hinbekommst in Eigenregie!

Auf bald, Dakini Wink
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