clean sein

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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1061

BeitragVerfasst am: 28. Apr 2021 09:05    Titel: clean sein Antworten mit Zitat

moin moin,
schon wieder mal ein jahr rum. am 21. hatte ich meinen 22. cleangeburtstag, d.h. in meinem fall abstinenz von bewusstseinsverändernden substanzen.
ich möchte das hier für alle noch leidenden süchtigen teilen. es gibt keine hoffnungslosen fälle, das sehe ich an mir.
ich wünsche allen mut, offenheit für neues,verständnis, liebe, zuversicht und was sonst noch so bereitsteht. wir müssen es nur sehen und greifen.

Joe, nur für heute clean. ich bin nicht allein. bei mir sind menschen, die keine drogen nehmen und den wunsch nach einem neuen lebensweg haben.
alles gute und einen schönen tag
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 28. Apr 2021 11:23    Titel: Antworten mit Zitat

Von Herzen und mit ehrlicher Freude:
Glückwunsch zu 22 Jahren Cleanzeit!

Toll gemacht! Weilt Du dem größten Feind eines Menschen - nämlich Dir selbst - Paroli geboten hast!

Grüßle
Marle
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 28. Apr 2021 23:17    Titel: Antworten mit Zitat

Alles Gute zum Jahrestag.
Ich weiss, dass du es mit Stolz nicht so hast, aber ich finds trotzdem ne stolze Ldistung, die Mut macht.
Danke fürs Teilen.
Vg
Haschi
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DieDächsin
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.03.2016
Beiträge: 335

BeitragVerfasst am: 1. Mai 2021 02:40    Titel: Antworten mit Zitat

Hey joe

Super Leistung!

HASCHI!
Ich hab deine telnr verloren als mein Handy gestorben ist und in mein Mail Fach komm ich nicht mehr! Ich inbox dir meine neue Nummer wenn deine alte (welche?) Mailadresse noch aktiv ist!
ALABAMA!
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 3. Mai 2021 01:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ach geeeee Very Happy Schick rüber!
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DieDächsin
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 21.03.2016
Beiträge: 335

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2021 03:19    Titel: Antworten mit Zitat

Die erste war falsch... mal gucken ob du jetzt was kriegst ich erinner mich nämlich nicht mehr 100% an die Adresse...
sonst musst du mir die nochmal geben. Find auch den Fred nicht mehr in dem du sie mir geschrieben hast.

@joe
Sorry sorry sorry fürs Schreddern!
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2021 19:15    Titel: Antworten mit Zitat

Mein Nick mit ue statt über @ web.de Wink
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Haschgetüm
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.03.2015
Beiträge: 2455

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2021 19:16    Titel: Antworten mit Zitat

Ue statt ü ^^
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1061

BeitragVerfasst am: 4. Mai 2021 21:02    Titel: Antworten mit Zitat

vielen dank und ja, ja, kann ich mit leben...
gruesschen
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Quasimodus
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1671

BeitragVerfasst am: 6. Mai 2021 20:24    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hey, Joe
Where you gonna run to now?


Mannomann, 22 Jahre clean, das ist ne Ansage.
Denkst du in miesen Phasen, dass Konsum eine Lösung wäre. ?
Ich tipp mal nein, weil du sicherlich genug skills hast und überhaupt ein Leben führst, indem Drogenkonsum, ich sag mal auch ein Bier zB kein Thema ist.
Nach 22 Jahren bist du ja wohl länger clean als druff, ich hab einen Freund , der ist 18 Jahre clean, der sagte mir neulich, wenn er ein Bier trinken würde, dann würde er sich lieber aufhängen.
Die Sucht und der Drang nach Konsum ist nach so langer Zeit wohl kein Thema mehr.
Du bist jetzt ein normaler Bürger mit normalen Luxusproblemen, weit fernab von drugs.

Ich strebe auch in die Richtung, aber ich komme mit den Knüppeln zwischen meinen Beinen nicht ohne Konsum klar, ich habe nochmal eine THERA angeleiert, aber die wöchentliche Meldung ist 3 Wochen her, ich kriegs einfach nicht gebacken, deswegen hast du meinen ehrlichen Respekt, weil süchtig bist du ja schliesslich doch noch, und morgens nach dem aufstehen hast du wieder einen neuen Tag den du den Kampf ansagen musst clean zu bleiben.
Oder ist das schon sowas wie ein Automatismus bei dir dem zu widerstehen
?
Ich denk mal NA ist dir eine grosse Hilfe /gewesen
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 6. Mai 2021 22:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ist zwar nicht an mich gerichtet Deine Frage, Quasi, aber ich schreib Dir trotzdem was dazu.
Mit Jahre zählen hab ich es nicht so, aber es sind inzwischen viele, in denen ich abstinent (vom Alkohol) und clean (von illegalen und legalen Substanzen) lebe.

Ich fasse mal zwei Punkte von Dir zusammen:
Zitat:
Denkst du in miesen Phasen, dass Konsum eine Lösung wäre. ?
Die Sucht und der Drang nach Konsum ist nach so langer Zeit wohl kein Thema mehr.
Du bist jetzt ein normaler Bürger mit normalen Luxusproblemen, weit fernab von drugs.

Klar denke ich manchmal, und - was ich meist erst im Nachhinein reflektieren kann - in schwierigen Phasen ganz unbewusst: "Boah, würde jetzt ein kühles Blondes guttun!" oder "Jetzt einfach mal 2, 3 Stunden an einem guten Wein süffeln, alles links liegen lassen, und die Welt könnte mich am Arsch lecken."

Dazu kommt, dass ich, nur weil ich abstinent bin, meinen Geschmackssinn und meine Geschmackserinnerung nicht verloren habe. Ich weiß, was richtig gut die Kehle runterläuft, und was mich von innen heraus mal so richtig durchwärmen würde, wenn an mir (zum Beispiel gesellschaftlich) die Kälte hochkriecht.

Ich würde lügen, wenn ich Dir schreiben würde, dass ich solche Gedanken nicht habe.
Und was die "ganz normalen Luxusprobleme" anbetrifft: Da kannst Du noch so viel "Luxus" haben, die Verlockung nach einem Kick obendrauf ist immer da.

Ist halt nur aus leidvoll gemachter Erfahrung so:
Abstinent bin ich in der Lage alle Probleme in meinem Leben zu lösen.
"Druff" werden sie allesamt nur noch größer - und viele andere kommen obendrauf. Und "auf-lösen" tun sich dann auch noch einige Dinge, die mir heute viel zu wertvoll geworden sind. (Nichts Materielles!)
Zitat:
Oder ist das schon sowas wie ein Automatismus bei dir dem zu widerstehen

Im Grunde genommen, ja. Inzwischen läuft das Für und Wider zugunsten des "Wider" (nicht zu konsumieren) - fast - automatisch ab.
Aber bis das so weit war, gab es eine lange, lange Zeit der "Arbeit".
Das liest sich immer so schön mit den "Skills". Vergessen wird dabei (oft), dass jeder "den Skill" finden muss, der hundertprozentig zu ihm passt.
Da muss dann sehr geduldig, auch mit Rückschlägen, dran gefeilt werden, bis es passt, und "die Strategie" auch völlig unvorhersehbaren Ereignissen standhält.

Vor Kurzem sagte ich zu einem Betroffenen, der ziemlich Knasterfahrung hat:
"Das ist wie bei dir. Bevor du einen Bruch machst, überlegst du doch auch, ob es sich angesichts der zu erwartenden Beute überhaupt lohnt, falls du erwischt wirst. Und aus Erfahrung weißt du, die Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden, verdammt hoch ist. Da machst du wegen ein paar Stunden Vergnügen keinen Bruch mehr, der dich hinterher für Jahre hinter Gitter bringt."

Grüßle
Marle
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 673

BeitragVerfasst am: 7. Mai 2021 01:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Marle,

sehr gut beschrieben und auf den Punkt gebracht. Sehe ich auch so.

Nooria
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 7. Mai 2021 13:00    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Nooria!
Dann kann es nicht so verkehrt sein, was ich schrieb Very Happy

Ich will da noch was hinzufügen, was mir so durch den Kopf gegangen ist.
Joe, der diesen Thread eröffnet hat, schrieb:
joe hat Folgendes geschrieben:
Joe, nur für heute clean. ich bin nicht allein. bei mir sind menschen, die keine drogen nehmen und den wunsch nach einem neuen lebensweg haben.

Aus gegebenen Anlass, weil ich, wie schon erwähnt, quasi so nebenbei ein paar Betroffene begleiten darf, die „den Wunsch nach einem neuen Lebensweg haben“, könnte die Überschrift durchaus auch lauten: Frei sein.

Frei zu sein von „Bewusstsein veränderte Substanzen“ - und dabei ist es m. E. völlig egal, um was für eine Substanz (legale oder illegale) es sich handelt – bedeutet für mich, zu jeder Zeit und in jeder Lage mein eigner Kapitän über den Kurs meines Lebensweges zu sein.
Das Problem dabei: Zuerst muss überhaupt erst einmal eine Richtung vorhanden sein, in die ich zukünftig steuern möchte, und, um dann diesen Kurs halten zu können, brauche ich so etwas wie „persönliche Führungsqualitäten“. (Wie kann ich den Kurs halten, was muss ich tun, wenn ich seitlich weggedrückt werde, oder sich mir Hindernisse in den Weg stellen, usw.)

Mir drängt sich da ein Bild auf: Ob süchtig oder clean, wir schwimmen alle „irgendwo“ auf dem großen Meer. Aus der eigenen Betroffenheit, und wenn ich auf meine aktive Suchtzeit zurückblicke, dann bin ich damals immer mehr oder weniger auf derselben Stelle im Kreis herumgeschwommen, und habe stets dabei geschrien: „Wo ist Land? Wo ist denn bloß dass verdammte Land?“

Und hier kommt dann Joes nächster Satz ins Spiel:
joe hat Folgendes geschrieben:
ich möchte das hier für alle noch leidenden süchtigen teilen. es gibt keine hoffnungslosen fälle, das sehe ich an mir.

Dem stimme ich 100%tig zu. Es ist nur so, dass sich leider viele Betroffene selbst diese Hoffnung regelrecht verweigern.
Paradoxerweise wird nämlich im Voraus ganz viel Wert darauf gelegt, genau zu erfahren, was, und wie was, durch clean sein anders und besser wird.
Die Erwartungshaltung ist, dass sich ab dem Moment, wo die Entgiftung abgeschlossen ist, alle vorhandenen Probleme mehr oder weniger in Luft auflösen, und ohne große Anstrengung und ARBEIT, verpuffen.
Ich hab doch jetzt was getan, heißt es, habe die Mühe und Plage der Entzugsqual auf mich genommen, guten Willen bewiesen, und dann? Dann komme ich zurück, und die gleiche Scheiße liegt vor mir, wie vor der Entgiftung. Da kann ich gleich wieder konsumieren, dann ist sie wenigstens erträglicher.

Aus der Distanz betrachtet: Es gehört schon eine Menge Arbeit und Anstrengung, oft sogar unglaubliche Energie dazu, wenn ich allein nur an den permanenten Beschaffungsdruck denke, um jahrelang die Sucht aufrechterhalten zu können, das körperliche und psychische Befinden „nachhaltig“ und fortwährend in Grund und Boden zu saufen, koksen, spritzen oder rauchen, und an dem Glauben festzuhalten, die Lösung aller Probleme würde „irgendwie vom Himmel fallen“.

Da fällt mir dann wieder die Weisheit ein:
Eine der größten Schwierigkeiten bei der Selbstveränderung liegt darin begründet, dass viele Menschen, die sich in ungünstigen Situationen befinden, paradoxerweise dazu neigen, den Ist-Zustand gegenüber der Veränderung zu bevorzugen. Der Grund dafür liegt nicht etwa - wie so oft gesagt wird - in der Bequemlichkeit. Im Gegenteil, es ist oft beeindruckend, wieviel Energie Menschen aufbringen, um einen Zustand beizubehalten, unter dem sie leiden. Das Neue, Unbekannte ängstigt, lieber bleibt man beim alten Zustand, auch wenn dieser noch so belastend ist - aber er ist zumindest vertraut.

Grüßle
Marle
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Nooria 24
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 673

BeitragVerfasst am: 7. Mai 2021 13:24    Titel: Antworten mit Zitat

Klasse Marle!

Da stimme ich Dir 100 Prozent zu - insbesondere bei Deiner Beschreibung des Verharrens und der Angst vor Veränderung, auch wenn "das Jetzt" äußert bescheiden und voller Zwänge und Abhängigkeiten ist.

Magst Du mal hier vorbeischauen - mir sind ein paar Suchtmechanismen außerhalb von Alk nicht ganz klar. . . einfach alles hintereinander und ohne Leerzeichen packen.
g a g a
m a m a 6 2
a t
y a h o o .
d e

Nooria
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2643

BeitragVerfasst am: 7. Mai 2021 13:49    Titel: Antworten mit Zitat

Nooria 24 hat Folgendes geschrieben:
mir sind ein paar Suchtmechanismen außerhalb von Alk nicht ganz klar.

Kannst Du das mal genauer definieren?
Schutzmechanismen - außerhalb - Alkoholismus?

(Ich ahne zwar, was Du damit meinst, aber ganz sicher bin ich mir nicht.)

Grüßle
Marle
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