In Substitution: Urin immer positiv auf Heroin, bitte um Rat

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robert.fl
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 5. Jul 2021 15:23    Titel: In Substitution: Urin immer positiv auf Heroin, bitte um Rat Antworten mit Zitat

Hallo Smile

ich bitte euch um Rat, ich bin in das Thema eingetaucht und besitzte auch etwas Wissen über die Leitsätze.

Seit einiger Jahren ist Abstinenz bei Substitution nicht mehr die Nummer 1 sondern die Stabilisierung.

Bei einem Freund sieht es folgend aus: er hat keine sozialen Probleme, arbeitet seit Jahren, Familie funktioniert, kein Kontakt zu Szene, ist gepflegt, keine Krankheiten.

In der Subsitution ist er 5 Monate, als Mittel bekommt er Methadon 8ml. Vor Jahren gab es auch eine Substitution mit allen anderen vorhanden Mittel die
nicht wie erhofft wirkten, am besten wirkt Methadon.

Beikonsum ist Heroin, sonst keine andere Mittel, er konsumiert kleine Menge täglich Heroin nasal, es gibt ihm etwas was die Psyche braucht.

Er füllt sich nicht müde und kann den alltag bestens erledigen. Er füllt sich so gut wie lange nicht mehr mit dieser Kombination, der Arzt hat allerdings ein Problem mit dem Beikonsum.

In den Diamorphin Therapie will er nicht.

Der Urintest in der Substitution ist immer positiv auf Heroin.
Der Arzt macht Druck und will dass er den Beikonsum von Heroin beendet.


Ist es in Deutschland nicht möglich gesetzlich dauerhaft mit diesen Mitteln zu leben?
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dakini
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3214

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 12:46    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, weil so nicht vorgesehen. Dafür gibt es durchaus eine Reihe vernünftiger - zudem Patienten schützender Gründe. (Nicht, dass es auf Heroin ankäme andererseits, bei dem was die Rezeptblöcke in Wohlstandsgesellschaften hergeben Rolling Eyes)

Die einfachste Methode, um sich und dem Arzt keine Probleme zu verursachen, die Urinkontrolle zu faken und zwar so, dass es niemals auffällt.

Dein Freund könnte sich einen User suchen, der Metha substituiert ist und von dem er 100% ig weiß, null Beikonsum. Geschlecht unerheblich. Die Proben schnell portionieren, einfrieren. Bei Bedarf rechtzeitig raus stellen oder kurz auftauen in der Mikrowelle. Niemals lange rum stehen lassen, u.a. zuweilen sichtbare "Proteinfäden" ...im Notfall kann man auch mal etwas Wasser hinzugeben, unerheblich, wenn es knapp wird.

Zudem der eigene Urin, er könnte ne kurze Zeit auf H verzichten, immer wieder... und so neue Portionen einfrieren. Kl dunkle Glas - Schraubfläschchen eignen sich, aber auch alles andere, was schließt., schätze Plastik(fl.) tun´s auch. Kleine Fläschen, noch handwarm, eignen sich gleich für´s WC, wenn man geschickt ist.

Ne Freundin hatte mal Plastikbeutel am Bauch festgeklebt und nen verschließbaren Schlauch weiter geführt (im Netz erhältlich, wie in med Einrichtungen, Apo...) - Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Der Einfallsreichtum Süchtiger ist doch schiergar grenzenlos Very Happy
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robert.fl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 13:48    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für deine Antwort,
das mit dem Urin Proben hat mich schon beschäftigt, diese werden sofort geprüft also muss die Temperatur stimmen.

Zurück zu meinem ersten Post, das Gesetz lautet doch jetzt Priorität auf Stabilisierung, ich war mir sicher ich komme mit meinem Konsum so durch, weil ich ja Stabil bin.
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ast
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Anmeldungsdatum: 14.03.2012
Beiträge: 2956

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 14:50    Titel: Antworten mit Zitat

stabil hin oder her - das Augenmerk liegt auf Kontrolle und die ist nun mal mit Beikonsum nicht gegeben.
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2927

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 15:17    Titel: Antworten mit Zitat

Aber schon interessant, wie sich plötzlich ...

Zitat:
Bei einem Freund sieht es folgend aus:


in

Zitat:
ich war mir sicher ich komme mit meinem Konsum so durch, weil ich ja Stabil bin.


ändert.

Ansonsten: Brauchen Sie Tipps und Tricks, wie Sie sich und andere bescheißen können? Dann kommen Sie näher, und kommen Sie heran -
beschissen werden Sie auch nebenan! Twisted Evil
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robert.fl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 15:41    Titel: Antworten mit Zitat

Was kann passieren vom Dr. aus, wenn man dauerhaft positives Urin auf H hat?
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dakini
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3214

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Er schmeißt Dich raus, Robert,

er hat doch gar keine andere Wahl - teste besser nicht aus, wann das sein wird.

Du wirst doch in der Lage sein, den sauberen Urin gut handwarm zu halten, bis Du dran kommst? Kannste doch vorher mal probieren - jepp, ist vllt ein klitzekleines bischen Arbeit - aber dafür bekommste ja ne Menge. Meinste, die machen ne Temperaturmessung? ...Patient x hat vor 10 min abgepinkelt, da müsste er jetzt soundso viel Grad haben? Außerdem musste den Becher ja nicht voll machen - je mehr drin ist, desto länger bleibt er warm, nicht?
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mikel015
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 3990

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 18:36    Titel: Antworten mit Zitat

8ml Metha sind nicht gerade wenig und ich frage mich gerade was das Blechrauchen dir zusätzlich bringt!Die Opiatrezeptoren sind ohnehin vom Metha besetzt und da bringt H herzlich wenig!
War auch lange auf Metha und Heroin i.v.hatte bei mir Null Wirkung,egal wieviel ich mir auf den Löffel haute,da kam nix!Rausgeschmissene Kohle!Vielleicht brauchst du das tägliche Blech für den Kopf?
Tja was soll der Doc dir schon sagen wenn du nur noch H positiv bist! Er wird dir wohl zu verstehen geben das die Substi bei dir nichts bringt und über kurz oder lang die Vergabe einstellen!
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robert.fl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 6. Jul 2021 20:19    Titel: Antworten mit Zitat

Wer von euch hat sich die Leitsätze zur Substitution der letzten 3 Jahre durchgelesen? (da hat sich eine Menge zu früher geändert)
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robert.fl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 9. Jul 2021 16:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich habe mich in dem Thema informiert, bin etwas klüger jetzt Wink


Gibt es bitte jemanden der mich informieren könnte wie es die Substitution in der täglichen Praxis verändert hat?
Meine die Änderung des Therapieziels von Abstinenz auf Stabilisierung.
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nebukadnezar
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 26.08.2015
Beiträge: 4292

BeitragVerfasst am: 9. Jul 2021 19:43    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

- mal als Copy/Paste -

das Abstinenzparadigma wird insoweit relativiert, als dass zwar weiterhin
eine Opiodabstinenz als leitendes Element der Substitutionstherapie
beschrieben ist, aber nur noch von einem Anstreben dieses Ziels die Rede
ist. Das zu erreichende Hauptziel besteht jetzt in der Erreichung einer
Abstinenz von dem Konsum von illegal erworbenen Opioiden, also nicht
mehr in einer gänzliche Abstinenz auch von verordneten Opioiden. Dieses
bedeutet eine Anpassung an die Realität und bedeutet im Kern auch eine
Abkehr vom Abstinenzparadigma in seiner Ausschließlichkeit. Der
behandelnde Arzt muss sich zukünftig nicht mehr dafür rechtfertigen und
befürchten strafrechtlich belangt zu werden, wenn er über längere Zeit
weiterhin das Substitutionsmedikament verschreibt und dem Vorwurf
ausgesetzt wird, es noch immer nicht geschafft zu haben den Patienten in
die vollständige Abstinenz zu überführen.


...also nicht hullygully, sondern weg von der Szene, weg von illegalen und missbräuchlich verwendenen Opioiden und über die Substitution hin zu einem geregelten Leben😉

LG N
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robert.fl
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.07.2012
Beiträge: 52

BeitragVerfasst am: 9. Jul 2021 20:57    Titel: Antworten mit Zitat

Super, vielen Dank.

Damit konnte ich weitere links finden.
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3164

BeitragVerfasst am: 15. Jul 2021 01:14    Titel: Antworten mit Zitat

Für Menschen, die mit den gängigen Substitutionsmitteln nicht zurecht kommen, wurde ja die Möglichkeit der Morhinsubstitution neben der Diamorphintherpie geschaffen.
Knackpunkt ist wahrscheinlich ein Phänomen, das in der Substitutionstherapie völlig unbeachtet bleibt: Mit der Substitution verzichtet der Konsument auf die Option, seine Stimmung über die Drogenzufuhr zu regulieren. Das Substitut verhütet Entzugserscheinungen, soll aber kein noch so kleines High auslösen.
Meist führt das zu einem ausufernden Alkoholkonsum, weil der am einfachsten verfügbar ist.
Die kleinen "Extra-Dosen" Schore bei innerer Spannung - ob positiv oder negativ - sind für viele Konsumenten Teil ihrer Alltagsbewältigung, ohne die auskommen zu müssen, für die meisten ohne eine Psychotherapie nicht möglich (die sie als "aktiv Abhängige" in der Regel wegen der Rückfallgefahr nicht bekommen können)

LG

Praxx
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Mohandes59
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.12.2014
Beiträge: 1858

BeitragVerfasst am: 24. Jul 2021 01:05    Titel: Antworten mit Zitat

Die meisten Ärzte sind heutzutage Realisten und wissen ganz genau was außerhalb ihrer Praxis abläuft. Der völlige Konsumverzicht - so schön er in der Theorie der Substitution auch scheint - ist kaum zu erreichen und wird deshalb schon lange nicht mehr als Therapieziel angestrebt.

Praxx hat Folgendes geschrieben:
Knackpunkt ist wahrscheinlich ein Phänomen, das in der Substitutionstherapie völlig unbeachtet bleibt: Mit der Substitution verzichtet der Konsument auf die Option, seine Stimmung über die Drogenzufuhr zu regulieren. Das Substitut verhütet Entzugserscheinungen, soll aber kein noch so kleines High auslösen.
Meist führt das zu einem ausufernden Alkoholkonsum, weil der am einfachsten verfügbar ist.
Die kleinen "Extra-Dosen" Schore bei innerer Spannung - ob positiv oder negativ - sind für viele Konsumenten Teil ihrer Alltagsbewältigung, ohne die auskommen zu müssen, für die meisten ohne eine Psychotherapie nicht möglich (die sie als "aktiv Abhängige" in der Regel wegen der Rückfallgefahr nicht bekommen können)


Danke Praxx, das faßt es sehr gut zusammen. Der Konsum ist ein Weg die eigene Stimmung zu modulieren, oft auch Selbstmedikation. Und wenn man es einmal kennengelernt hat, ist es schwierig ohne auszukommen.

Leider laufen viele, die in Substi gehen, in die Alc-Falle. Ich habe erlebt wie Leute, die Jahrzehnte Opiatkonsum einigermaßen überstanden haben, sich innerhalb kurzer Zeit durch Alkohol zugrunde gerichtet haben.

Das Substitut soll ja auch keinen Kick erzeugen (laut Substitutionstheorie). Das ist grundfalsch, denn genau so suchen die Leute dann ihren Kick im Alkohol. Methadon, Subutex und auch Substitol sind absichtlich so ausgelegt, daß sie keinen Kick mehr erzeugen, der Level ist immer gleich. Laßt den Leuten doch die kleine Freude, ein oder zweimal am Tag einen winzigen 'Rausch' zu erleben.

Die Wege sind verschieden. Die einen kommen nur auf dem cleanen Weg zurecht. Andere gehen den Weg möglichst wenig zu konsumieren.

Ich dachte auch sehr lange, nur der Ulra-Clean-Weg wäre der einzig richtige. Und bin fast daran verzweifelt weil es mir nicht gelingen wollte. Bis eine Neurologin zu mir sagte: "Versuchen Sie doch einfach, so wenig wie möglich zu konsumieren". Das hat einen Prozeß bei mir in Gang gesetzt. Der Druck (den ich mir selber machte) ist weg!
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Cariote
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 18.06.2015
Beiträge: 1125

BeitragVerfasst am: 1. Aug 2021 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

UK Beschiss ist jedenfalls der denkbar schlechteste Weg. Das ist der Weg wenn sonst gar nichts anderes mehr als Ausweg erkennbar ist und ich denke Beschiss fühlt sich immer minderwertig an.
Minderwertig für den der bescheißt. Das kann nicht der richtige Weg sein.
Ich habe das ein einziges mal versucht und danach nie wieder. Allein mit abgefülltem Urin irgendwo in die Praxis zu gehen fühlte sich derart schlecht an, dass mir übel wurde.
Es ist viele Jahre her aber an das schlechte Gefühl werde ich mich immer erinnern.

Nein, dann lieber gerade und aufrecht. Dann muss es halt ohne Substi gehen oder man kann sich seinem Arzt verständlich machen.
So ein Blödsinn wie fakten möchte ich keinem raten. Die Mitpatienten, der Arzt und nicht zuletzt der Betreffende selbst wird drunter leiden wenn er nicht völlig abgebrüht ist.
LG Caro
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