Alkohol und Depression

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max2891
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 21. Sep 2015 21:46    Titel: Alkohol und Depression Antworten mit Zitat

Hallo zusammen.

Vorwort:

Ich habe in letzter Zeit einen Gedanken der mich quält und verfolgt. Im Vorwort wollte ich sagen, dass ich meine Baclofendosis von 60 auf 112,5mg gesteigert habe, die 100mg Doxepin behalte ich bei. Einen Suchtdruck habe ich momentan nicht mehr. Danke für diesen Tipp bzw. den richtigen Schubser.

Zurück zu meinem Gedanken:

Vor der Einnahme der Medikamente war ich im nachhinein betrachtet exterm depressiv. Am schlimmsten war es, als ich alleine in meiner Wohnung war. Abends als ich meine Ration Bier getrunken hatte und schlafen gehen wollte, nahm ich mein Bettzeug und legte es auf den Boden. Ich schlief also auf dem Boden, weil ich mich dort unten irgendwie eingebettet fühlte. Dazu kam, dass ich Nachts immer einen kleinen Heizlüfter neben mir laufen hatte. Das gab mir irgendwie Wärme und Geborgenheit.

Diese und noch viele andere Inhalte meiner Depression führte ich dem Alkoholismus zu.
Das ist oder war jetzt mein Hauptargument vom Alkohol für immer die Finger zu lassen. Ich führe gedanklich eine Kontra-Alkohol-Liste, die mich motivieren soll abstinent zu leben.
Jetzt quält mich der Gedanke, ich sei vielleicht garnicht durch den Alkohol depressiv gewesen, sondern durch die Lebensumstände bzw. meine Psyche. Sprich der Alkohol hätte damit nichts zu tun gehabt und der Alkohol ist vielleicht garnicht Schuld an meiner Depression.
Jetzt habe ich das Hauptargument gegen den Alkohol verloren. Crying or Very sad

Ich kann diese Gedanken garnicht richtig einstufen. Mir geht es eigentlich gut, es kann mir im Nachhinein doch egal sein woher die Depressionen stammen. Ich habe kein Suchtdruck, ich führe ein geordnetes Leben und doch grübel ich ständig darüber. Am liebsten wäre es jemand würde mir sagen, die Depressionen kämen alleine durch den Alkohol.

Eigentliche Frage:
Was meint ihr zu dem Thema Alkohol und Depressionen?

Eine Andere Sache, die vielleicht mit dieser Themtik zusammenhängt:

Ich beschäftige mich mit dieser Frage schon seit zwei Tagen. Es ist so, dass ich darüber nachdenken muss bis ich zu einem befriedigenden Ergebnis komme. Es ist sehr hart, ich arbeite, nach der Arbeit lerne ich und nach dem Lernen beschäftigen mich solche Fragen.
Vor diesem Gedanken hatte ich einen anderen, der mich genauso intensiv beschäftigt hat. Ich hatte sogar vor der Arbeit nach dem Aufstehen im Internet recherschiert oder ich mache mir auf der Arbeit kleine Notizzettel meiner Gedanken zu diesem Thema.
Das erinnert mich an meine letzten zwei Beziehungen. Bei jeder dieser Beziehung beschäftigte mich immer die Frage: Was ist Liebe und liebe ich meine Freundin?
Ich dachte dieses zwanghafte grübeln würde "nur" auftreten, wenn ich in einer Beziehung bin, jedoch sind die Muster und Strukturen nahezu gleich.
Ich bin früher regelmäßig zu einem Therapeuten gegangen, er meinte es wäre eine Zwangsstörung, jedoch meine ich manchmal im die Diagnose in den Mund gelegt habe, da ich diese Vermutung selbst ausgesprochen habe. Das ist jetzt von mir nicht böse gemeint, aber ich muss ja auch zusehen das es mir irgendwann besser geht.

Das wäre dann auch die zweite Frage: Hat jemand von euch mit sowas Erfahrung?

Grüße
Max
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Gaucho
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.08.2015
Beiträge: 1022

BeitragVerfasst am: 21. Sep 2015 22:10    Titel: Antworten mit Zitat

Mit Alkohol lassen sich keine Depressionen lindern, mit Opiaten hingegen schon !

Im Gegenteil, durch den Alkohol werden deine Depressionen noch weiter verstärkt und deine Organe irreversibel geschädigt. Mit Alkohol wirst du nicht alt, soviel ist sicher.

Schau dir doch den armen Bernd Wettervogel an, der hat auch versucht seine Depressionen mit Alkohol zu lindern und sich am Ende dann doch umgebracht. Hätte er die Opiate für sich entdeckt, dann wäre er jetzt noch ganz sicher am Leben und würde weiterhin im ZDF das Wetter moderieren.

Es gibt einfach keine effektiveren Antidepressiva als Opiate, das ist nunmal Fakt. Auch Praxx wird dir das sicher bestätigen können. Übler Nacheffekt, du wirst dann nie wieder ohne leben können und sozusagen dauerhaft süchtig.

Ich kann mir auch derzeit kein Leben mehr ohne Opiate vorstellen, weil sich die positive Wirkung viel zu sehr in meinem Gehirn eingegraben hat, als das ich ständig daran erinnert werde. Auch wenn ich mal einen Monat Pause mache...komme ich doch immer wieder zurück.
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Gaucho
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.08.2015
Beiträge: 1022

BeitragVerfasst am: 21. Sep 2015 22:15    Titel: Antworten mit Zitat

Seitdem ich Opiate nehme, geht es mir körperlich gesehen besser denn je. Mein Crohn ist wie verschwunden und sportlich mache ich den meisten Nichtdrogies was vor Laughing Laufe meine 3000 Meter in 11 Minuten, unter dem Einfluss von Opiaten, das muss man erstmal schaffen.

Noch vor 3 Jahren als Nichtdrogie dagegen kam ich mir vor wie ein Krüppel und hab für die gleiche Stecke 15 Minuten gebraucht und war ständig auf Cortison, weil mein Crohn mich ständig geplagt hat.
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CrescentSoul
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 21. Sep 2015 22:41    Titel: Alkohol und Depressionen Antworten mit Zitat

Hallo max,
ich kenne mich mit den Medikamenten leider nicht aus, bei mir war es zum Glück nicht so schlimm. Deinen Wunsch kann ich so leider nicht bestätigen, nicht jeder Alkoholiker ist ja automatisch depressiv.
Ich kann Dir aber versichern, dass es das nicht einfacher macht. Ich bin kein Fachmann und möchte meine persönliche Erfahrung einmal mitteilen. Als ich nach einem halben Jahr Abstinenz wieder angefangen habe etwas zu trinken habe ich erst mal festgestellt, wie widerlich das schmeckt und habe auch ziemlich schnell Kopfschmerzen bekommen. Da es an dem Abend noch so lustig war habe ich es trotzdem positiv genug in Erinnerung behalten. Also habe ich am Wochenende darauf wieder die Gelegenheit ergriffen etwas zu trinken usw. nach einigen Monaten wurde meine Laune unter der Woche dermaßen mies, dass man schon von einer nahenden Depressivität sprechen konnte. Ich hangelte mich nur noch von Wochenende zu Wochenende, es war ein einziges Warten auf den nächsten Rausch und wenn ich zu tief ins Glas geschaut hatte machte ich wieder Sachen, welche ich hinterher bereut habe.
Ende Juni hat es mir gereicht und parallel habe ich auch dem Raffinadezucker den Kampf erklärt sodass ich seit Juli alkoholfrei bin und überwiegend Wasser trinke (ab und an mal Kaffee/Tee/Milch). Ich habe mich schnell wieder daran gewöhnt, es war sogar amüsant die anderen immmer besoffener werden zu sehen und selbst noch einen klaren Kopf zu behalten. Selbst auf meinem eigenen Polterabend und meiner Hochzeit habe ich nur Wasser getrunken und es hat mir an NICHTS gefehlt. Außerdem scheint sich mein Belohnungssystem wieder eingerenkt zu haben, sodass ich auch unter der Woche Spaß haben kann.
Ich kann es nur wärmstens empfehlen, wenn Du abstinent bleibst wirst Du nur motivierter, agiler, konzentrierter und gesünder.
Viel Erfolg!

Beste Grüße
Cres
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max2891
Anfänger


Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 7

BeitragVerfasst am: 21. Sep 2015 23:21    Titel: Antworten mit Zitat

@crescntsoul
Zitat:

Ich hangelte mich nur noch von Wochenende zu Wochenende, es war ein einziges Warten auf den nächsten Rausch


Du hattest einen Rückfall und hast es so gehandhabt nur noch am Wochenende zu trinken. In der Wartezeit unter der Woche, warst du dementsprechend "Depressiv". Habe ich das richtig verstanden?

@Gaucho

Bin in der Forumssuche zufällig auf deine Beiträge gestoßen und diese sind mir in Erinnerung geblieben. Alles gute für dich.
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Gaucho
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.08.2015
Beiträge: 1022

BeitragVerfasst am: 22. Sep 2015 00:12    Titel: Antworten mit Zitat

Du meinst sicher im positiven Sinne Wink

tztztztzttztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztztzttztztztz
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CrescentSoul
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 04.09.2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: 22. Sep 2015 21:56    Titel: Antworten mit Zitat

max2891 hat Folgendes geschrieben:
@crescntsoul
Zitat:

Ich hangelte mich nur noch von Wochenende zu Wochenende, es war ein einziges Warten auf den nächsten Rausch


Du hattest einen Rückfall und hast es so gehandhabt nur noch am Wochenende zu trinken. In der Wartezeit unter der Woche, warst du dementsprechend "Depressiv". Habe ich das richtig verstanden?


Hallo max,
nein, ich habe generell nur am Wochenende getrunken. Ich habe mir nie Alkoholismus diagnostizieren lassen aber der Übergang von Missbrauch dorthin ist fließend, ich war auf dem "besten" Wege dorthin. Es fühlte mich für mich tatsächlich so an depressiv zu werden weil alle anderen Tätigkeiten mir immer weniger Freude bereitet haben.

Beste Wünsche
Cres
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