Den Kampf um kontrolliertes Trinken aufgeben?

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Hennes
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 16. Nov 2015 23:37    Titel: Den Kampf um kontrolliertes Trinken aufgeben? Antworten mit Zitat

Hi zusammen Smile

Also ich bin inzwischen Anfang 30 und Trinke eigentlich seit über 10 Jahren regelmäßig. Wie wahrscheinlich jeder andere auch habe ich mit kleinen Mengen angefangen. So ein zwei Bier am Abend.

Über die Jahre hin weg ist nun meine Aktuelle Trinkmenge bei ca. 4-5 Liter Bier oder bis zu 2 Liter Wein gewachsen. Leider auch manchmal über den Tag verteilt. Also dass ich mir morgens schon die erste Flasche rein ziehe um mich besser zu fühlen und wieder Lustig zu werden. Die Körperlichen Entzgserscheinungen haben sich erst die letzten ein zwei Jahre stärker bemerkbar gemacht. Schätze das ging los in dem ich eben häufiger Mittags oder gar Morgens anfangen habe. Also hat der Körper manchmal tage lang kontinuierlich den Alk im Blut gehabt. Die Beschwerden sind extremes Unwohl sein, Morgendliche Appetitlosigkeit, manchmal leichtes zittern, Schweißausbrüche (vor allem in den Nächten des Entzuges) und was mich extrem Nervt ist seit geraumer Zeit auch Starkes Herzstolpern an dem ersten Entzgs Tag Dass fühlt sich am schlimmsten von allem an.

Immer wieder schaffe ich es einige Tage oder Wochen Clean zu bleiben, aber dann kommt wieder irgend eine Situation in der es wieder los geht. Ich bin auch wenn ich mich dann versuche zu zügeln immer Ratz Fatz bei der Trinkmege mit der ich aufgehört habe. Auch wenn da mal 3 cleane Monate dazwischen waren.

Leider hat der Alkohol auch sehr viele Positive Verknüpfungen in meinem Leben gesammelt. Nicht nur dass man auf Knopf druck glücklich sein kann, sondern auch einfach viele unglaublich schöne Momente die wir zusammen erlebt haben.

Wären die Körperlichen leiden nicht so hoch und ich mit einer geringen Dosis zufrieden sein könnte, würde ich liebend gerne weiter Trinken! Aber ich muß mir wohl langsam eingestehen, dass ich das wohl nicht schaffen werde. Denke mir immer wieder, wenn mein Leben ausgefüllter wäre, dass ich dann vielleicht einen Normalen Umgang damit erlernen kann... Aber ist wahrscheinlich nur ein Wunsch Traum

Ich könnte noch vieles schreiben, aber fürs Erste wollte ich mich einfach mal mitteilen.

Liebe Grüße und allen einen schönen Abend,

Hennes
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benni72
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 05:16    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hennes,

eigentlich wollte ich nur still mitlesen, aber als ich deinen Beitrag gelesen habe, musste ich mich anmelden.
Du sprichst mir wahrhaftig aus der Seele!
In so gut wie all deinen Beschreibungen fand ich eindeutige Parallelen zu mir.
Mit den 2 Litern Wein, mit den mehreren Wochen clean sein aber doch immer wieder rückfällig...
Ich denke wir sind auf einen gleichen Stand.

Das Schwieirige an unserer Situation ist, dass wir in einem (wie soll ich sagen) "Zwischenstand" sind:
Wir sind keine leichten Gewohnheitstrinker, die ab und zu mal über die Stränge schlagen (wie die meisten, die ich kenne).
Und wir sind keine Hardcore-Alkis, die am Morgen das böse Zittern kriegen (oder Krämpfe, Delirium usw.), wenn sie nichts saufen.

Melden wir uns in einem typischen Alkoholikerforum an, heisst es sofort:
"Mach einen klinischen Entzug und dann eine Therapie! "
"Suche eine Selbsthilfegruppe"
"Mach bloss keinen kalten Entzug zuhause, das ist lebensgefährlich! "
... und zwischen den Zeilen...
"Wenn du nicht bereit bist, komplett abstinent leben zu wollen, hast du hier nichts verloren!"

Hallo? Ich habe einen anspruchsvollen Job und eine Familie!
Ich kann mich nicht einfach für 2-3 Wochen in eine Klinik einschließen lassen!
Wenn ich meinem Chef sage ich bin ein Alki (was ich selber nicht glaube und mein Hausarzt auch nicht), kann ich einpacken!
Außerdem habe ich keine Entzugserscheinungen (oder so gut wie keine).

Trotzdem habe ich wie du erkannt, daß meine Trinkerei auf keinen Fall mehr normal ist und dieser Weg zu keinem guten Ende führt.

Ich probiere es mit Büchern und online Hilfe. Bisher liess der Erfolg zu wünschen übrig. Auch wenn ich in den letzten 2 Jahren viel häufigere Abstinenzphasen hatte, als in den letzten 15 Jahren.
Einige der Bücher habe ich noch gar nicht angefangen zu lesen. In meinem hektischen Leben komme ich einfach nicht dazu.

Freue mich auf einen netten Austausch!
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Sim
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 19.04.2015
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 07:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hier gibt es einen hilfreichen weg...

[KOMMERZIELLER LINK ENTFERNT]

mit dem basisprogramm welches nicht mehr als ein buch kostet,
hat dann 500 seiten vor sich und kann sich das REDUZIERTE TRINKEN
in 2-3 Monaten selber erarbeiten.
Es erklärt gut, wie rückfälle abgeschwächt werden.

danach kann sich das Bedürfnis nach immer länger dauernden abstinenten Phasen entwickeln, ohne körperliche Entzugserscheinungen und mit nur moderiert was trinken zwischendurch, weil man sich von der sucht ständig aber sicher wegbewegt und die Abhängigkeit ihre kraft verliert.

wen das wirklich interessiert hat ein grosses Angebot bei frank lavario, um sich da schlau -und selber eine Therapie zu machen.

das ziel muss man sich selber stecken, wieviel man dann noch trinken will oder
überhaupt noch trinken mag...

wünsch euch das beste!
reduzieren ist bei den von euch beschriebenen trinkmengen auf jeden fall angesagt, aber in wöchentlichen schritten- immer etwas weniger.
Tagebuch führen, alles genau aufschreiben, was konsumiert wird, etc.
lavario erklärt das alles besser.
vor allem wie man rückfälle abschwächen soll, damit man sich weiter erfolgreich Richtung ziel begeben kann, ohne frust.

siehe auch you-tube Erklärungen- alles im link oben zu finden.
viel erfolg und auf eine gesunde Zukunft!
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Sim
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 19.04.2015
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 08:21    Titel: Antworten mit Zitat

Lavario erklärt das so, wie das geht mit dem WENIGER SAUFEN:


"Dann aber kommt bei den meisten Betroffenen, die Alkohol reduzieren wollen, auch schon das grosse Missverständnis. Man glaubt, man könne es mit reiner Willenskraft von heute auf morgen schaffen. Manche können dies auch, aber es ist die Ausnahme. Der Alkohol diente in der Vergangenheit ja dazu, bestimmte Probleme zu verdrängen oder zu vergessen und ausserdem hat sich oft in der Gehirnchemie eine Abhängigkeit vom Stoff Alkohol entwickelt.

Weniger saufen, wie geht das?
Weniger saufen, wie geht das?

Könnte man einfach so „weniger saufen“, hiesse das ja dann, dass die Probleme entweder nicht mehr existieren und man deshalb den Alkohol nicht mehr braucht und dass die Abhängigkeit im Körper einfach so verschwunden ist. So einfach ist es aber leider meist nicht. Vielmehr muss man sich dies erarbeiten. Man muss in einer Therapie oder mit unserem Selbsthilfeprogramm lernen, warum man überhaupt mit dem „Saufen“ angefangen hat. Man muss erkennen, welches die tagtäglichen Auslöser sind, die einen immer wieder zum Alkohol treiben.

Eine Alkoholsucht-Behandlung muss einem beibringen, wie man seine Probleme anders löst, wie man Alkohol reduziert, ohne dass es sofort zu Entzugserscheinungen kommt. „Weniger saufen“ kann auch nur dann erfolgreich durchgezogen werden, wenn man lernt, wie man mit Ausrutschern umgeht. Man braucht auch Sofort-Tipps, wie man ab dem ersten Tag „nein“ zum Alkohol sagt. Auch sportliche Aktivitäten, neue Hobbies und Entspannungstraining sind oft Teil einer Alkoholsucht-Therapie.

„Weniger saufen“ – mit Willenskraft, ja, das ist eine Voraussetzung, aber wie gerade kurz beschrieben, bedarf es auch eines strukturierten Ansatzes, um dauerhaft den Alkohol zu reduzieren."
etc...
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Hennes
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 12:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hi zusammen,

erst mal finde ich es super dass du Benni72 dich extra wegen meinem Beitrag angemeldet hast. Ich denke auch daß wir es noch leichter Haben als Leute die noch tiefer drin stecken. Aber wir sind definitiv auf keinem guten weg. Ich möchte nicht wissen wie sich daß die nächsten Jahre weiterentwickeln würde, wenn noch mehr Wein dazu kommt oder gar härteres.

Das AA Forum wäre für mich auch nichts, einfach zu krass unterwegs die Leute. Als ich dort vor ca. 3 Jahren mal aus Neugierde gelesen habe und jeder gleich mit Therapie... kalter Entzug tödlich usw. geschrieben hatte, ging es mir erst richtig dreckig! Halte daß auch für ein zweischneidiges Schwert. Der Gedanke daß der Entzug tödlich sein kann, nimmt ja noch mehr die Hemmung mehr und weiter zu trinken.

Für mich habe ich gestern beschlossen erst mal wieder den komplett abstinenten weg zu gehen. Ob für immer glaube ich kaum... falls doch auch gut. Habe dem entsprechend gestern nichts getrunken und das Bett lacken war nass heute Nacht

@Sim Das hört sich sehr Interessant an. Kann man diese Techniken auch dann erlernen wenn man jetzt z.B. erst mal drei Monate oder länger nichts trinkt? Ich meine ich bin clever genug, wenn ich merke ich stürze dann direkt wieder ab, würde ich es lieber ganz sein lassen.

Gründe warum ich trinke sind sehr unterschiedlich: Belohnung, wenn ich etwas tolles erreicht habe... Konfliktbewältigung (wobei es dann ja eher eine Konflikt Verschiebung ist) Beziehungsstress..oder eifach nur die Sonne scheint und alle anderen im Park gtillen und trinken auch... usw. eigentlich finde ich theoretisch immer einen Grund.

Was mir hilft clean zu bleiben ist abends noch ins Fitnesstudio zu gehen und ein order zwei Aufgüsse in der Sauna mit zu machen. Danach bin ich ausgelastet und tiefen entspannt. Kann ich leider nicht jeden Tag machen. Für die anderen Tage brauche ich dann auch noch etwas was mich ausfüllt.

Wünsche auch allen stillen Mitlesern viel erfolg und eine zufriedene Zukunft
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Rodney
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 76

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 13:31    Titel: Antworten mit Zitat

moin Hennes,

ha, noch einer der sich zwecks Antwort hier angemeldet hat. Rolling Eyes

Bei mir ist es schon einige Jahre her dass ich dem Alkohol lebewohl gesagt habe, aber logo erinnere ich mich beim Lesen deiner Zeilen an damals...

Bei mir war es kein täglicher Konsum da ich sonst meinen Job nicht mehr bewältigt hätte, aber dafür ging es Freitag nach Feierabend los: flugs in den Getränkemarkt, Kiste Bier eingesackt und dann Vollgas bis Sonntag Abend (wobei die 20 Halben im Kasten logo nicht gereicht haben, meist Samstags noch nachgeholt...und oft sogar Sonntag abend nochmals zur Tanke, weil "...ein paar müssen noch her...")

Ach ja, täglich kiffen war sowieso völlig normal und selbstverständlich..

Bis ich dann nach so einem WE wieder ich selbst war, dauerte gegen Ende meiner Säuferkarriere dann 2 - 3 Tage...grauenvoll!

Und der Freitag war nicht mehr weit...!

Und bei mir hat das versuchte "Weniger-Trinken" so gut wie nie funktioniert, es endete immer im Versagen, was einfach nur zum Kotzen war...
...in diesem Hamsterrad verbrachte ich viele Jahre, irgendwann kurz vor meinem vierzigsten aber hat's dann gefunzt - mir war eindeutig und ohne Zweifel (in einer magischen Zehntelsekunde) klar dass es vorbei ist, es kann nur ohne gehen.
Und das war's tatsächlich bis heute...

Nicht dass ich sofort dachte: es gibt nie mehr was (was sich ja brutalst anhört...), aber ich wusste dass es für LANGE nix mehr gibt, mindestens ein Jahr oder so...weiter hab ich nicht geplant. Da kommen dann von selbst viele Veränderungen, die man sich zu Beginn gar nicht vorstellen kann/braucht...

Die erste Zeit hab ich noch gelegentlich gekifft aber die neue Lebensweise ohne Alkohol war einfach genial geil, alles Schwere und der ganze Krampf von Versagen, neuen Vorsätzen war endlich weg...was ne Wohltat!

Ich hab es ohne fremde Hilfe geschafft, nur dank dieser Einsicht.
Keine SHG, Entgiftung, Therapie. Nicht dass ich da was gegen gehabt hätte, es war einfach nicht nötig. Nach allem was ich so im Netz gelesen habe schafft es die Mehrheit allerdings nicht ohne diese Hilfen.
Ich kenne auf der anderen Seite aber doch Menschen die es ohne Hilfe geschafft haben, die schreiben halt nicht im Internet und tauchen statistisch nirgendwo auf.
Und einer davon war - mein Vater.

Das Aufhören ist natürlich entscheidend - wichtiger aber insgesamt gesehen ist es, ohne Alkohol leben zu lernen.
Aber das hört sich vielleicht schwierig an, was sicherlich stimmt - teilweise sind einige Klippen zu umschiffen und starke Strömungen zu bewältigen - aber größtenteils ist es erstaunlich leicht, das reine Vergnügen.

Was mir bei dir auffällt ist dass du doch recht tief drin versunken bist, denn zu meinen du hättest es noch leichter als...
überleg doch mal:
- du knallst dir 8 - 10 Halbe pro Tag rein oder dieselbe Menge Alkohol in Form von Wein , musst morgens schon deinen Entzug bedienen...

Ich hab damals auch immer auf andere geschaut, die ja noch viel schlimmer drauf sind als ich...äh, bis dann - und da war's nicht mehr weit bis zu meinem break - eben diese anderen zu mir sagten:" ..ey hör mal, wenn du so dicht bist wie gestern, brauchst zu mir nicht mehr kommen...!"

Das und noch ein paar andere "Vorfälle" waren am Ende nötig dass ich mich selbst sehen konnte wie ich wirklich war - heilsamer Schock.

Wünsche dir das Gleiche.

LG Razz
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3058

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 15:02    Titel: Antworten mit Zitat

Kontrolliertes Trinken - eines meiner Lieblingsthemen!

Ob nun Lavario oder die wissenschaftlich abgesicherte kT-Methode nach Prof. Körkel - Konsumreduktionsprogramme funktionieren deutlich schlechter, wenn körperliche Entzugserscheinungen bei Trinkmengenreduktion oder an abstinenten Tagen auftreten!

Eine Trinkmengenreduktion ist zwar auch bei Schwerstabhängigen möglich, wie die Körkel-Gruppe bei Bewohnern eines Obdachlosenheims in München gezeigt hat, wirkt dann aber nur als Schadensminderung... da ist auch von 80 auf 40 Bier in der Woche ein Erfolg.

Wer einen abstinenten Tag ohne Zappeln aushält, kann mit der kT-Methode lernen, seinen Konsum wieder besser in den Griff zu kriegen.

ALLE Süchtigen haben eigene Kontrollstrategien und nutzen die auch ständig, sonst wären sie ja den ganzen Tag schwerst intoxiert und in Windeseile tot! Ziel ist es, diese eigenen Kontrollstrategien zu fördern und zu verbessern, um wieder bessere Kontrolle über den Konsum zu gewinnen.

Es geht nicht darum, in ein paar Monaten aus einem Säufer einen Menschen mit einem "ganz normalen" Trinkverhalten zu machen. Es geht darum, aus einem hilf- und wehrlosen Opfer wieder einen Menschen zu machen, der weitgehend selbst bestimmen kann, wann und wieviel er trinkt.

Der Vorteil von "Moderation Management" ist, dass kein unhaltbares Bekenntnis zur lebenslangen Abstinenz als "Eintrittskarte" gefordert wird.

Wer bezweifelt, dass so etwas überhaupt gelingen kann:
In den Zulassungsstudien für das Medikament "Selincro" gab es eine Kontrollgruppe, die neben einer psychosozialen Betreuung nur Placebo erhielt.

Dennoch gelang auch der Placebogruppe eine nachhaltige Reduktion von Trinkmenge, Trinktagen und schweren Trinktagen um über 40% (mit dem "Verum" knapp über 60%).

Damit wurde an hunderten von Fällen demonstriert, dass der Kontrollverlust ganz offensichtlich ein trinkmengenabhängiges, reversibles Phänomen ist!

Die kT-Methode nach Körkel erreicht übrigens eine Trinkmengenreduktion von 60% ganz ohne ein zusätzliches Medikament!

Allerdings: Das "Trinken nach Plan" (das bedeutet "kontrolliertes Trinken" nämlich) ist eine Sache, die einigen Aufwand verlangt - jeder sechste kT-Teilnehmer entscheidet sich letztlich für die Abstinenz, weil das einfacher ist!

Auch das kT-Programm gibt es als "Selbstlernprogramm" unter kontrolliertes-trinken.de

Die Lavario-Methode ist ein verwandtes Programm, das jedoch nur die deutsche Übersetzung eines US-Programms ist, während kT für den deutschen Sprach- und Kulturraum entwickelt und "validiert" wurde. "Validiert" bedeutet, dass exakte Daten für die Wirksamkeit vorliegen, die in Deutschland, der Schweiz und Österreich erhoben wurden.

Egal, welche Methode gewählt wird: Konsumkontrollprogramme sind für Risikokonsumenten und nicht schwerstabhängige Konsumenten nachweislich wirksamer als strikt abstinenzorientierte Behandlungsprogramme! Das gilt für Alkohol und alle anderen Suchtstoffabhängigkeiten!

Und Hunderte wissenschaftlicher Studien belegen seit Jahrzehnten: Die Aufgabe eines abhängigen Trinkverhaltens gelingt zwischen 65 und 85% der Betroffenen, die später zu ungefähr gleichen Teilen abstinent leben, einen unbedenklichen Konsum nach WHO oder einen "symptomfreien Risikokonsum" betreiben...

Also lautet die Botschaft an alle Abhängigen: Wartet nicht ab, bis euch wirklich nur mehr die lebenslange Abstinenz als Rettung bleibt - fangt früher an, etwas zu tun - ES FUNKTIONIERT!

LG

Praxx
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Stein
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 14.08.2015
Beiträge: 479

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Hallo? Ich habe einen anspruchsvollen Job und eine Familie!
Ich kann mich nicht einfach für 2-3 Wochen in eine Klinik einschließen lassen!


Gerade deswegen, weil Du eine Familie hast, solltest Du einen Entzug machen! Sucht betrifft nämlich nicht nur Dich, sondern auch die Leute, die Dir nahestehen! Alle leiden darunter!

Was sind 2 Wochen, verglichen mit dem Gedanken, die restliche Lebenszeit in glücklicher Harmonie zu verbringen?

Ich bin nicht alkoholabhängig, sondern nehme Drogen. Doch man muss kein Alki sein, um die Verleugnung und Bagatellisierung Deines Kommentars zu durchschauen.

Wenn Du nicht den Mut hast, zu entgiften, dann sag es. Aber diese Ausreden kennen wir hier alle zur Genüge. Wir sind alle gleich.

Und das hat nichts damit zu tun, dass das Forum solche Leute nicht haben möchte. Das ist Blödsinn. Gerade deswegen sind wir ja hier, weil wir süchtig sind.

Trau Dich!
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München
Anfänger


Anmeldungsdatum: 05.07.2015
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 18:47    Titel: Alkoholiker und kontrolliertes trinken Antworten mit Zitat

Servus Hennes,

ich möchte hier nur meine Sicht schildern und keineswegs den Ausführungen von Praxx widersprechen. Ich bin Alkoholiker und hatte am Ende meiner nassen Zeit so ungefähr die Symptome die Du beschreibst, also physische Abhängigkeit. Ich bin jetzt seit ziemlich genau 2 1/2 Jahren komplett trocken, ich habe den klassischen Weg mit stationärer Entgiftung und anschließender (ambulanter) Therapie gewählt. Es war für mich der richtige Weg, meine Lebensqualität von der Partnerschaft über die gesamte Familie bis um Job hat sich grundlegend geändert. Überleg Dir, ob diesen Weg gehen willst und gib dich nicht dem Glauben hin es merkt ja keiner was oder ich bin im Job unentbehrlich. Glaub mir, beides trifft definitiv nicht zu.

Egal wie Du entscheidest, ich drück Dir die Daumen.

der Münchner
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3078

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 20:08    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

Guter Post Praxx...

Ich habs im kompletten Jahr 2013 geschafft,nur an den Wochenenden zu trinken,die Vorteile daraus waren nur Positiv,ich hab in der Zeit weit über 10 KG an Gewicht verloren,nur durch weglassen des Alkohols...Leute die mich in der Zeit länger nicht gesehen hatten,sagten dann..Alter siehst du gut aus...

Allerdings muss ich eingestehen,das es unter der Woche schon ein Kampf war,nichts zu Trinken,nicht wegen Entzugserscheinungen,sondern wegen der Psyche...es ist halt nunmal der vermeintlich leichtere Weg,sich zu Betäuben,als Aktiv an seinem Leben was zu ändern...

Hatte ich es dann bis Abends geschafft,hab mir was zu Essen gemacht,Fernseh geschaut oder ein Film eingelegt...und Gedacht...siehste geht doch...ich bin dann aber anfang 2015 wieder komplett abgestürzt...

Ich hab mir durch Alkohol das Leben irreversibel Zerstört,ich will da jetzt auch nicht näher drauf eingehen...

Wer keine 2-3 Cleantage packt,ist zumindest Psychisch schon stark Abhängig...

Für mich kommt die Erkenntnis zu Spät,hab vor Jahren auch immer gedacht,was willste dann,Auto vor der Tür,geregeltes Leben,Job...300 Euro im Geldbeutel,und noch 5000 auf der Bank...mir gehts doch gut! Ich! Ich bin kein Alkoholiker...ich trink heut Abend...mir passiert doch nichts,hab doch alles im Griff...

Wer wirklich dann nur noch Clean Leben kann,ist eine Arme Sau...nicht wegen des Clean seins,sondern weil Alkohol auf jeder Feier,jedem Geburtstag,egal,bei jedem Event Präsent ist...stehst du dann da in der Ecke mit ner Cola,sprechen dich mindestens 20 Leute an,warum du "Nichts" Trinkst,und du musst dann allerlei Lügen erfinden...
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München
Anfänger


Anmeldungsdatum: 05.07.2015
Beiträge: 12

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 21:05    Titel: clean leben Antworten mit Zitat

Servus Dr Mabuse,

wer clean oder trocken lebt ist sicher keine arme Sau. Sei mir nicht böse, aber das ist doch nur eine Ausrede. Ich war am Montag mittag auf einem Geschäftsessen, da hat kein einziger Alkohol getrunken.

Grüße

der Münchner
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Dr.Mabuse
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 19.02.2015
Beiträge: 3078

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 21:47    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Münchner...

wer zufrieden Clean lebt,und das nach aussen hin nicht vorspielen muss,der hatt doch den Jackpot erwischt...

Fürs Trinken ist jede Ausrede geradezu willkommen,da gebe ich dir recht...kenn ich ja...

Bei der Mehrheit aller Gesellschaftlichen Anlässe,ist Alkohol doch im Spiel...ich würde da von 99,9 Prozent Prozent reden...ich würde mich wundern,wenn du mir da wiedersprechen könntest...ausnahmen bestätigen die Regel,das ist schon Klar..

Gruß an dich...
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mesut976
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 927

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Dr.Mabuse hat Folgendes geschrieben:
Hi,

Guter Post Praxx...

Ich habs im kompletten Jahr 2013 geschafft,nur an den Wochenenden zu trinken,die Vorteile daraus waren nur Positiv,ich hab in der Zeit weit über 10 KG an Gewicht verloren,nur durch weglassen des Alkohols...Leute die mich in der Zeit länger nicht gesehen hatten,sagten dann..Alter siehst du gut aus...

Allerdings muss ich eingestehen,das es unter der Woche schon ein Kampf war,nichts zu Trinken,nicht wegen Entzugserscheinungen,sondern wegen der Psyche...es ist halt nunmal der vermeintlich leichtere Weg,sich zu Betäuben,als Aktiv an seinem Leben was zu ändern...

Hatte ich es dann bis Abends geschafft,hab mir was zu Essen gemacht,Fernseh geschaut oder ein Film eingelegt...und Gedacht...siehste geht doch...ich bin dann aber anfang 2015 wieder komplett abgestürzt...

Ich hab mir durch Alkohol das Leben irreversibel Zerstört,ich will da jetzt auch nicht näher drauf eingehen...

Wer keine 2-3 Cleantage packt,ist zumindest Psychisch schon stark Abhängig...

Für mich kommt die Erkenntnis zu Spät,hab vor Jahren auch immer gedacht,was willste dann,Auto vor der Tür,geregeltes Leben,Job...300 Euro im Geldbeutel,und noch 5000 auf der Bank...mir gehts doch gut! Ich! Ich bin kein Alkoholiker...ich trink heut Abend...mir passiert doch nichts,hab doch alles im Griff...

Wer wirklich dann nur noch Clean Leben kann,ist eine Arme Sau...nicht wegen des Clean seins,sondern weil Alkohol auf jeder Feier,jedem Geburtstag,egal,bei jedem Event Präsent ist...stehst du dann da in der Ecke mit ner Cola,sprechen dich mindestens 20 Leute an,warum du "Nichts" Trinkst,und du musst dann allerlei Lügen erfinden...


Was hast du denn Getrunken Dr. ?

Ich meine wann, wie oft und welche Getränke ?

Ich hab beinahe 10 Jahre täglich Bier getrunken, meistens 2 0,5er, zeitweise aber auch 3,4 manchmal auch 5 0,5er.

In letzter Zeit vor der Reha dann auch mit Jägermeister, was mich dann irgendwie angeekelt hat und ich hab dann ganz von allein aufgehört.

Dann gabs nur Drogen Smile

Wenn einer sein Spaß daran hat, dann kann man das nicht beeinflussen. Deswegen wird mal eben auf Knopfdruck "kontrolliert trinken", in den meisten Fällen nicht funktionieren.

Ich hab von heute auf morgen einfach kein Spaß mehr dran gefunden und würd das Zeug nie wieder anrühren.

Das kann man von außen schlecht beeinflussen, muss man schon selber an sich "Arbeiten"...
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mesut976
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 15.02.2015
Beiträge: 927

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 22:50    Titel: Re: clean leben Antworten mit Zitat

München hat Folgendes geschrieben:
Servus Dr Mabuse,

wer clean oder trocken lebt ist sicher keine arme Sau. Sei mir nicht böse, aber das ist doch nur eine Ausrede. Ich war am Montag mittag auf einem Geschäftsessen, da hat kein einziger Alkohol getrunken.

Grüße

der Münchner


Auf'm Geschäftsessen wird ja auch nicht getrunken, außer Weihnachtsfeier...

Ich kann aber gut nachvollziehen worauf du hinaus willst. Ich kenne das selber und das hängt natürlich immer vom Umfeld ab. Mittlerweile habe ich nur Leute um mich, die mit Drogen und Alkohol nichts am Hut haben.

Und ich hab auch kein Problem damit, einfach zu sagen: Ich reagiere allergisch auf Alkohol Smile

Ist aber schon ein Unterschied ob ich jetzt mit Arbeitskollegen beim Geschäftsessen oder mit Kollegen auf dem Weg ins Fußballstadion bin. Also das hängt schon stark vom Umfeld ab, im Stadion wird man dann wohl 2 oder 3 mal gefragt, ob man nicht doch ein "Bierchen" mittrinken möchte . . .

Gruß
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Hennes
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 16.11.2015
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2015 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

Hi zusammen,

es freut mich dass hier so angeregt diskutiert wird.

Vielleicht ging es aus meinem Eingangspost nicht ganz hervor. Aber ich habe bereits viele Wochen und auch immer mal wieder ein oder zwei Monate am Stück gar nichts konsumiert.

Ich mache dann immer viel Sport. So wie heute Abend auch gerade wieder. BodyBuildung und Sauna. Jeden zweiten Tag Joggen. Natürlich schaffe ich daß nicht wenn der Alkohol mich gerade gepackt hat. Manchmal hatte ich dann Mittags Sport gemacht und Abends trotzdem meine 4 Liter Bier getrunken. Macht aber nicht wirklich spaß sowas.

Ich und meine Freunde und Famile kennen mich. Ich bin meistens extrem in dem was ich mache. Habe auch dieses Jahr wieder 2 Monate komplett Ketogen gelebt. Keine und damit meine ich Null Kohlehydrate und 0 Alkohol.

Ich würde mich selbst als Switcher beschreiben. von nass zu trocken und das immer wieder im Wechsel. Aber ich belüge mich auch nicht. Die Trinkmenge und Angewohnheiten haben in der nassen Zeit Ausmaße angenommen, die nicht mehr in Ordnung sind. Daß ich nach 2-3 Flaschen Bier erst heiß werde und dann manchmal eine Flasche auf drei Zügen runterkippe hat überhaupt nichts mehr mit einem Vernünftigen Umgang zu tun. Auch nicht auf Partys.

Mir fällt es auch gar nicht so schwer von Nass in trocken zu wechseln, was ich auch gerade wieder mache. Der erste Tag ist schwer und tut schon weh. Auch körperlich. Am zweiten wie heute geht es mir Körperlich schon einigermaßen gut, noch leicht Depri und gleichzeitig total Überdreht, wobei es heute nicht auffällig ist. Ab dem dritten Tag normalisiert sich bereits alles. Schlaf, Gedankengänge werden wieder klarer und nicht so überdreht. Nach spätestens 5 Tagen ist alles Tutti. Glaubt mir ich habe diese Prozedur schon sicher 100e male hinter mir und manchmal denke ich, ja ist ja Normal. Wenn Leute ne Woche in den Urlaub fahren und Saufen, geht es Ihnen auch ein Paar Tage nicht so gut. Doch da redet keiner von Entzugserscheinungen, obwohl sie genau das sind.

Fakt ist jedoch, wenn ich während meiner trockenen Zeit wieder zu dem Punkt komme an dem ich mir sage. Hey was willst du, du hast jetzt so und so viel Wochen gar nichts getrunken, versuch doch nochmal Kontrolliert zu Trinken. Halbe Flasche Wein oder zwei Bier. Dann halte ich es vielleicht zwei drei Tage aus, wenn überhaupt und dann schieße ich mir wieder die volle Menge in den Hals. Also ob ein Schalter im Kopf umgelegt wird.

Daher werde und wollte ich mich (auch hier) erkundigen und austauschen ob das Kontrollierte trinken bzw. nach einer kleinen Menge Alkohol für den Tag/Abend aufzuhören, mit meinem Gehirn und Suchtverhalten noch möglich ist.

Herzlichen Dank an alle für die Anteilnahme und werde mir auch alle Posts nochmal Stück für Stück durchlesen.

Hennes, der gerade wieder in seine trockene Zeit startet und sich wohl fühlt
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