Entwöhnung/Entzug und Leben unter einen Hut bringen, wie?

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Praxx
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3070

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2016 13:12    Titel: Antworten mit Zitat

Gegen sowas hilft Baclofen ganz hervorragend. Ob der Kühlschrank voll mit Vanilleeis oder Bier und Sprit ist, macht dann keinen Unterschied. "Notfall-Bremsen" brauchst du dann gar nicht mehr, du holst dein Fleisch raus und machst einfach die Tür wieder zu...

"Ich genier mich schon, wenn alle meine Leistung so bewundern, dass ich seit Monaten nicht mehr trinke - dabei macht mir das überhaupt keine Mühe" (w, 46 J.)

Ich behandle seit über 6 Jahre Alkoholiker erfolgreich mit Baclofen - es ist auf jeden Fall einen Versuch wert.

LG

Praxx
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Dark Shadow
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Anmeldungsdatum: 11.05.2016
Beiträge: 45

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2016 15:10    Titel: Antworten mit Zitat

@Praxx

Wie ist das eigentlich mit Gabapentin? Das soll doch auch das Craving nach Alkohol unterdrücken, oder? Ein Bekannter hat das bekommen gegen Nevenschmerzen aber als netter Nebenefekt hat er auch mit der Sauferei aufgehört (und das schon bei einer Dosis von 2x100mg / Tag). Wie wirkt das?
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Klein1982
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 2. Aug 2016 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Die Empfehlung auf Baclofen sprichst du ja häufiger aus.

Ich habe nur eben wenig Lust in einem Land in dem ich die Ärzte nicht verstehe mit Medikamenten aus zweifelhafter Herkunft zu experimentieren.

Falls ich in Deutschland zu einem Suchtmediziner gehe der mich auch gerne über Wirkung, Nebenwirkung, Dosierung informiert und zu dem ich auch regelmäßig zum nachcheck gehen kann werde ich da wenig Hemmungen haben das an zu sprechen.

Ist eben hier wo sie mal präventiv gegen alles Tramadol geben mir persönlich zu riskant irgendwelche Experimente zu fahren.
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Klein1982
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 09:43    Titel: Antworten mit Zitat

Zwei Wochen Später:

immer noch nüchtern, körperlich fit wie nie, klar kommen ab und an gedanken hoch, aber aktuell bin ich der Meinung dass ich komplett ohne Medikation (und dmit meine ich echt komplett ohne, selbst meine Nesselsucht hat sich verkrümelt) gut zurecht komme.

Klar muss ich mich mal ran setzen und meinen Kopf klar bekommen, mal sehen ob ich dazu nen Psychodoc finde mit dem ich gut kann und wie es beruflich weiter geht.

Aber aktuell geht es mir verdammt gut! (Ok Muskelkater am ganzen Körper, aber die Ursache kenne ich)
Koche fast täglich selbst, habe viel zur Ablenkung gefunden ...
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Kirschblüte
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 11:30    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klein!

Klingt gut was Du schreibst und Glückwunsch zu einigen Wochen ohne Alkohol.

Es freut mich, das Du Dich um Dich kümmerst, kochen, ablenken usw. Das aufarbeiten der Saufgründe kann sehr hilfreich sein. Ich drücke die Daumen bei der suche nach einem guten Therapeuten (die Chemie muss stimmen) und bei der Arbeitsplatzsituation.

Viel Erfolg weiterhin!

Gruß
Kirschblüte
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Klein1982
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 11:50    Titel: Antworten mit Zitat

Sind mittlerweile fast 4 Monate ... Mehr Tage als in den letzten 10 Jahren zusammen...

Das mit der Chemie stimmt schon, nur sollte man sich halt auch nicht der Illussion hingehen, dass es komplett schmerzfrei und einfach wäre die Gründe auf zu arbeiten

Danke für den Zuspruch
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Kirschblüte
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 11:59    Titel: Antworten mit Zitat

Fast vier Monate! Nochmal Glückwunsch! Das erste Jahr soll am schwierigsten sein, da hast Du die Hälfte fast schon rum.

Ich habe schon Therapie hinter mir und einfach war es wirklich nicht, aber es hat mich weitergebracht. Das wünsche ich Dir auch.

Gruß
Kirschblüte
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Klein1982
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 12:52    Titel: Antworten mit Zitat

Ich war 2 mal in ner SHG als ich für den Lehrgang in Deutschland war. Die Meinten dort der Saufdruck wäre so bei Monat 3-6 am härtesten. (Ok da war auch einer dabei der punktgenau nach einem Jahr als "Belohnung" sich wieder abgeschossen hatte.

Die ersten Druck-Attacken hatte ich ja schon, am Willen solls nicht liegen aber ich habe eben auch erkannt, dass Willen allein nicht hilft wenn es darum geht das Suchtgedächnis aus zu knipsen.

Hier im Aussendienst ne Therapie an zu fangen in einem Land das Alkohol fast nicht kennt und die wenigsten Leute gescheites Englisch sprechen (mein Arabisch ist eher non-existent, ich verstehe viel über Tonlagen/Körpersprache etc. aber sprechen geht garnicht) hat halt wenig Sinn. Daher ist mein größter Brocken neben dem nüchtern bleiben: Arbeitssituation ändern
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 13:10    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, Klein,

herzlichen Glückwunsch zu fast einem halben Jahr alkoholfreier Zeit. Das hast du verdammt gut hinbekommen. Und ja, ich kenne das. Habe damals 2 Flaschen Schnaps pur am Tage getrunken und bin dann von einen auf den anderen Tag trocken geworden und es sind knappe 10 Jahre, an denen ich trocken bin. Aber leider bin ich polytox und fast durch mit meinem Subutexentzug.

Man muss leider anfangs sehr kämpfen. Später-so ist es bei mir mit dem Alkohol-läuft es nebenher und es ist ganz selbstverständlich ne Limo oder n Wasser i-wo zu trinken. Ich denke da nicht mal mehr dran, was zu trinken. Das Leben ohne Alkoholo&Co fühlt sich gut an. Besser als erwartet. Klar kommen die schlechten Tage ( Drogen/Tabletten) wieder. Aber ich kämpfe mich dann dadurch und werde wohl auch zwischendurch mal wieder fallen, stehe aber wieder auf.Berichte bitte wie's weiter geht.

Sei lieb gegrüßt.
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Klein1982
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 17. Aug 2016 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

werde ich, ist ja mit ein Grund warum ich mich angemeldet habe.

Ich mein hat ja nen Grund warum Alkolismus +-80% Rückfallquote haben, daher fühle ich mich nicht wirklich "sicher", aber dran bleiben ich ha je nur die Wahl auf zu hören oder dran zu verreken kontrolliert trinken funktioniert nicht, zu oft probiert... bleibt kompletter Verzicht (klar könnte man da mit Baclofen experimentieren, aber wieso denn wenns auch ohne geht).

Ich habe das Glück, dass ich obwohl ich ein recht Suchtaffiner Mensch bin "nur" am Alkohol hängen geblieben sind, Sport, Computer, S*x, habe ich alles recht gut in den Griff bekommen Smile
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Klein1982
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 31. Aug 2016 16:39    Titel: Antworten mit Zitat

...
Wieder 2 Wochen rum Wink mir gehts soweit gnz gut, Ein ende der Isoltion ist auch ab zu sehen ...

wird langsam!
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Lillian
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 22.05.2013
Beiträge: 3894

BeitragVerfasst am: 31. Aug 2016 16:48    Titel: Antworten mit Zitat

Ich bin begeistert. Man sieht ja an Deinem Beispiel, das man es gut schaffen kann und das gibt einem doch die Hoffnung, evtl. zu dieser Gruppe Menschen zu gehören die clean und trocken leben.
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Klein1982
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 1. Sep 2016 10:06    Titel: Antworten mit Zitat

... ist halt nicht einfach und doch mit Hürden versetzt wie dem Cheffe sein "Problem" zu schildern und quasi den Dolch auf die Brust zu setzen und zu sagen "entweder ich komme hier weg oder ich muss leider kündigen"

Grade bei dem Nick und einem öffentlichen Forum bin ich daher was vorsichtig mit den Informationen...

Also es scheint möglich (mal sehen wie das in 8 weiteren Monaten aussieht), einfach ist es aber nicht da hängt soviel mehr dran als nur "nichtmehr trinken" zumindest für mich kommt da eine ganze Latte an Lebensveränderungen dazu, Umstellen des Umfeldes.
Klar wenn man einige berichte hier liest die mit Baclofen z.B. gute Erfahrungen gemacht haben ist für mich die Marschrichtung eher klar:

"Ich will nichtmehr trinken wollen" also eine Umstellung der inneren Einstellung, das halte ich einfach für zufriedenstellender und langfristig für die bessere, unabhängigere Lösung.
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Kirschblüte
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 1. Sep 2016 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Klein!

Ist es denn so schwierig für Dich einen anderen Job zu finden? Ich weiß wie der Arbeitsmarkt aussieht, aber qualifizierte Leute werden doch gesucht.

Dir scheint Deine Trockenheit wirklich wichtig zu sein, das finde ich sehr gut. Baclofen zu nehmen, wenn man es nicht nötig ist, ist natürlich Quatsch. Es hilft sicher einigen, aber ohne ist es natürlich besser wenn es "nur" um den Saufdruck geht.

Ich wünsche Dir noch viele trockene 24 Stunden!

Gruß
Kirschblüte
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Klein1982
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 24.04.2016
Beiträge: 75

BeitragVerfasst am: 1. Sep 2016 10:39    Titel: Antworten mit Zitat

... Schwerig nen neuen Job zu finden,

eher weniger, ich habe ordentliche Ausbildung/Qualifikationen, Bin bereit in Deutschland IRGENDWO hin zu gehen... das wäre denke ich das kleinere Problem.


Eher das Problem nen Job zu finden der Spass macht und sich mit der Freizeit vereinbaren lässt.
Zudem gefällt mir das Gesamtpaket hier in der Firma ganz gut was sonstige Sozialleistungen, Unterstützung etc. angeht.
Daher war der erste Versuch in der Firma zu bleiben und das sieht ganz gut aus, Vorraussichtlich noch dieses Jahr Versetzung ins Büro Wink

Ob ich da wirklich glücklich werde? - weiss ich nicht aber aktuell ist für mich die Trockenheit Prio Nr.1 auch ohne dass ich beim Notazt auf der Liege aufwache und gesagt bekomme: "noch einen Tropfen und sie verrecken"
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