Trennung, Abstinenz, Verluste- die Liebe fehlt...

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mmartin
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 11:20    Titel: Trennung, Abstinenz, Verluste- die Liebe fehlt... Antworten mit Zitat

Hallo an Alle,
ich glaube ich bin gerade an einem Wendepunkt in meinem Leben angelangt. Meine Frau ist vergangenen Donnerstag mit den Kindern ausgezogen. An diesem Abend habe ich das letzte mal getrunken. Ich habe zum Glück keine körperlichen Entzugserscheinungen, aber wohl psychische. Nach der Trennung sehe ich mich vor einem riesigen Trümmerhaufen, welcher noch qualmt, ohne Trennung würde ich sicher noch weiter saufen.
Mein größtes Problem ist mein Gefühl der Leere und das Fehlen von Liebe. Früher habe ich diese Leere mit ein paar Flaschen Bier gefüllt, meine damalige Liebe. Doch was tue ich jetzt? Es fühlt sich furchtbar an hier ganz alleine zu sein, keine Gespräche, keine Bestätigung, keine Zärtlichkeit.
Wie kann ich den neu entstandenen Raum füllen? Fast alle meine Freunde trinken, was wohl kein Zufall ist. Ich habe sie ja ausgesucht. Die sind für mich da und das ist auch wunderschön. Doch irgendwie nicht das was mir fehlt.
Bestimmt gibt es hier im Forum nette Menschen, die meine Situation verstehen oder selbst in so einem Schlamassel stecken und mir einen guten Rat geben können.
Ich danke Euch...
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Soltau
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 11:51    Titel: Antworten mit Zitat

Willkommen Martin hier im Forum,

war das Saufen der Grund, weshalb deine Frau gegangen ist?
Meinst du sie gibt dir eine Chance und kommt wieder zurück, wenn du trocken bleibst?

Ich an deiner Stelle würde zumindest darauf hin arbeiten, für dich selbst musst du trocken bleiben, ob sie dann zurück kommt oder nicht, du wirst dich als neuer Mensch fühlen.
Die Leere wirst du erst Mal selbst auffüllen müssen, das ist ein Lernprozess, sich selbst zu genügen und in der Freizeit würde ich was für meinen Körper tun, ganz viel Sport!

Soltau
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Kirschblüte
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 12:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Martin!

Willkommen hier im Forum!

Wie lange und wieviel hast Du denn getrunken? Hast Du in der zwischenzeit mit Deiner Frau telefoniert?

Wenn Du Dich einsam fühlst wäre eine Selbsthilfegruppe vielleicht eine gute Sache für Dich. Vielen hilft das dauerhaft trocken zu bleiben - der Austausch mit Leuten denen es genauso oder ähnlich ging kann sehr helfen.

Das mit dem Zeitausfüllen ist auch noch ein Problem für mich. Da muss man wohl Geduld haben bis sich etwas neues entwickelt. Ich habe einige Bücher über die Alkoholproblematik - das beste was ich dazu bis jetzt gelesen habe ist: Nüchtern - von Daniel Schreiber. Das hilft mir am Ball zu bleiben.

Gruß
Kirschblüte
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mmartin
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 12:25    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, meine Frau sagt, es liege am Alkohol. Ich glaube, der hat mich innerlich verändert. Halt jeden abend 5-6 große Bier und sediert ins Bett. Ich bin jetzt 48 Jahre alt und möchte die Beziehung nicht beenden. Ich liebe Sie und meine kleine Tochter.
Die Trennung und meine Abstinenz sind erst ein paar Tage her, meine Frau sagte vorhin, ihr gehe es ausgesprochen gut und ihr fehle nichts. Fand ich sehr verletzend, bin ohnehin gerade sehr dünnhäutig.
Ich habe ihr gesagt, dass ich nicht mehr trinken will, aber darauf kam keine Reaktion. Ist es vermessen auf etwas wohlwollende Unterstützung zu hoffen?
Wenn Abhängigkeit eine Krankheit ist, wieso hilft sie mir dann nicht? Oder ist das nicht ihr Job?
Früher habe ich mir solche Fragen selbst beantwortet, im Moment fällt mir das Fragen schon schwer. Bin euch allen dankbar für Antworten, Tipps, Kritik.

Danke
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mmartin
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 12:29    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Kirschblüte,
"Nüchtern" von Daniel Schreiber lese ich gerade zum 2.mal in 3 Tagen. Das trifft absolut den Kern meines Problems. Hast Du noch einen Buchtipp für mich?
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mmartin
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 12:42    Titel: Antworten mit Zitat

Ich trinke seit über 30 Jahren. Am Anfang war das wohl noch O.K., aber irgendwann habe ich die Kontrolle verloren.
Meine Frau war vorhin kurz bei mir, sie wirkte sehr unruhig und unsicher. Ich wollte gerne mit ihr reden, aber der Satz " ...du fehltst mir nicht, es geht mir besser ohne dich..." hat mich davon abgehalten. Ist es noch zu früh oder ist schon alles zu spät?
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Soltau
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 13:14    Titel: Antworten mit Zitat

mmartin hat Folgendes geschrieben:
Ich trinke seit über 30 Jahren. Am Anfang war das wohl noch O.K., aber irgendwann habe ich die Kontrolle verloren.
Meine Frau war vorhin kurz bei mir, sie wirkte sehr unruhig und unsicher. Ich wollte gerne mit ihr reden, aber der Satz " ...du fehltst mir nicht, es geht mir besser ohne dich..." hat mich davon abgehalten. Ist es noch zu früh oder ist schon alles zu spät?


Ich würde sie an deiner Stelle erst Mal in Ruhe lassen, sie könnte dich sowieso noch nicht erst nehmen, sind ja erst ein paar Tage in denen du nichts mehr trinkst.
Die hat halt die Schnauze voll, sie wird die letzten Jahre oft genug verzweifelt gewesen sein und du musst da jetzt durch und ich habs oben schon erwähnt, ich kam von meinen Süchten unterstützend du megaviel Sport hinweg. Das habe ich hier schon öfter geschrieben, doch wenige machen sich diese simple Lösung zu Nutzen.

Soltau
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Kirschblüte
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 13:33    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo!

Du solltest Sie wirklich nicht bedrängen im Moment. Sie braucht sicher länger um wieder Vertrauen zu fassen, wenn sie das denn noch möchte. Sie ist wahrscheinlich Co-Abhängig und hat sich durch den Weggang selbst geschützt. Das kann ich nachvollziehen und halte ich auch für richtig. Ich kann Dich schon verstehen, das Du willst das sie sofort zurückkommen, aber das ist ihre Entscheidung - Du kannst aber etwas dafür tun. Aber an erster Stelle solltest Du für Dich trocken bleiben. So verhinderst Du denn unweigerlichen weiteren Abstieg.

Du stehst noch ganz am Anfang (ich ja auch) und die Veränderungen durch die Trockenheit entwickeln sich nach und nach. Körperlich fühlt man sich meist schon schnell besser, aber die Psyche braucht länger.

Wie wäre es mit der Suchtberatung? Gibt es da Stellen in der Nähe? Das ist erstmal auch anonym.

Ganz hilfreich fand ich: Wie man clean bleibt - von Thorsten Schierhorn. Viele Bücher zu dem Thema drehen sich um das wie man abhängig wird und wie man rauskommt, aber wie man langfristig trocken bleibt, das wird selten beschrieben. Oder ich bin noch nicht fündig geworden.

Ein Tag nach dem anderen - bleiben wir für heute trocken.

Gruß
Kirschblüte
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Praxx
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3048

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 14:13    Titel: Antworten mit Zitat

"Die Liebe fehlt"...

Ist doch völlig klar - wie sollst du lieben und jemand dich lieben, wenn du dich selbst nicht liebst!

Du trinkst - das würdest du nicht tun, wenn du dich selber lieben würdest.
Du verlangst nach der Liebe anderer, weil du dich selber hasst und das dadurch zeigst, wie du mit dir selber umgehst.

Wenn du was ändern willst - dann fang endlich damit an! JETZT!


LG

Praxx
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mmartin
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 14:15    Titel: Antworten mit Zitat

Es gibt hier in der Stadt einen Anlaufpunkt der AA. Heute abend um 19.30h ist dort Treffen. Ich glaube, ich trau mich (noch) nicht. Hab irgendwie Schiss.

Liebe Grüße M.
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mmartin
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Ja Praxx,
Du hast leider Recht. Sch...! Hab ich wohl auch schon irgendwie rausgefunden. Aber wie liebt man sich selbst? Das ist für mich verdammt und verflixt nicht einfach. Schlimmer, ich hab keine Ahnung wie oder wo ich da anfangen soll. Im großen und ganzen finde ich mich toll, ich kann was, ich weiß manches und ich hab vieles. Aber ganz tief drinnen ffühle ich, dass das alles nicht reicht. Ich bin nicht genug.
Als Trinker ein Selbstzerstörer. Früher auch im Straßenverkehr besoffen, nach mpu nicht mehr. Aber immer weiter getrunken...
Bin nicht religiös, nicht besonders spirituell und liebe mich nicht ausreichend selbst.
Ich will auch nicht rumjammern, aber meine Lieben haben mich geerdet und jetzt sind die weg. Mein liebstes Hobby, nämlich Bier, ist auch weg. Geblieben ist ein halbleeres Haus und ich Vollpfosten.

Wie solls also gehen mit der Selbstliebe? Welcher Alki, mit Ausnahme von einigen mit nazistischen Störungen, liebt sich selbst?

Bin mal gespannt...

Liebe Grüße
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Kirschblüte
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 05.08.2016
Beiträge: 138

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 15:14    Titel: Antworten mit Zitat

mmartin hat Folgendes geschrieben:
Es gibt hier in der Stadt einen Anlaufpunkt der AA. Heute abend um 19.30h ist dort Treffen. Ich glaube, ich trau mich (noch) nicht. Hab irgendwie Schiss.

Liebe Grüße M.


Du musst Dich da nur mit Vornamen vorstellen und kannst nur zuhören. Die wissen wie es Dir gerade geht und vielleicht hast Du das eine oder andere Aha-Erlebnis. Nicht die erste Gruppe muss gleich passen, nichts hält Dich davon ab mehrere auszuprobieren.

Das mit der Selbstliebe kommt mit der Zeit. Wenn nicht, kann auch eine Therapie weiterhelfen, das hat mir sehr gut getan.

Du scheinst mir sehr ungeduldig zu sein?

Gruß
Kirschblüte
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Soltau
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

Beginn doch erst mal damit deinen Körper zu achten und mit ihm angemessen umzugehen, gesunde Ernährung und Bewegung.

Dann mach dir Gedanken darüber, was ein Familienvater und Ehemann für eine Position hat und wie du die die letzten Jahre erfüllt hast und welche Möglichkeiten du in Betracht ziehen kannst, diese deine Position zufriedenstellend auszufüllen.

Du kannst wenn sich die Wogen geglättet haben dich um dein Kind kümmern, auch wenn deine Frau gegangen ist Vater bleibst du weiterhin und du entscheidest selbst wie du das gestalten wirst.

Das weitere kommt nach und nach, tu Dinge und Aufgaben, die nützlich sind, wenn nicht nur alleine für dich, dann für deine Lieben bzw. Mitmenschen.

Soltau
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mmartin
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 09.08.2016
Beiträge: 106

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 15:28    Titel: Antworten mit Zitat

Kirschblüte, Praxx und Soltau,
vielen Dank für Eure Beiträge. Ich gehe jetzt erst mal Kaffee kochen und nachdenken. Bin heute abend wieder da...

Danke!
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benni72
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 17.11.2015
Beiträge: 73

BeitragVerfasst am: 9. Aug 2016 17:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Mmartin,

und willkommen hier im Forum,
Deine Geschichte hat mich tief getroffen, da ich auch Kinder habe, sie über alles liebe und eigentlich das Letzte was ich auf dieser Welt möchte ist dass meine "Lebensgefährtin" (Frau darf ich nicht sagen, wir sind nicht verheiratet) von einem Tag auf den anderen mit den Kindern auszieht.

Anders gesagt, ich möchte nicht in deiner Haut stecken!

Ich bin auch noch ein "nasser", der auch keine Entzugssymptome hat, wenn er mal nicht trinkt. Aber zur Zeit nicht die Kurve kriegt.
Was mich sehr wundert, ist dass du gerade jetzt nachdem die Bombe geplatzt ist, nicht mehr trinkst.
Ein normaler Alki (ich) würde sich doch in dieser schlimmen Situation erst recht und aus Selbstmittleid die Birne zusaufen bis der Arzt kommt!
Bei dir scheint es jetzt "Klick" gemacht zu haben.

Was mich sonst noch wundert... Kamen von deiner Frau zuvor keine Warnschüsse vor dem Bug?
Normalerweise ist so eine Entscheidung (Trennung) das Ende eines langen Kampfes. Hat sie dir zuvor nie Signale gegeben, niemals einen Ultimatum gestellt?

Was könnte ich dir raten...
Es ist nur eine persönliche Meinung und kein erhobener Finger eines möchtegern Schlaumeiers der die Weisheit mit dem Lö... äh Alkohol zu sich genommen hat.

Erst mal der Schlag ins Gesicht (sowas tu ich gerne Very Happy)
Deine Karten sehen sehen sehr schlecht aus. Da ist kein As im Ärmel und auch kein Joker.
Mit Heulen und auf der Mittleidsschiene holst du dir nur weitere Negativpunkte.
(Von Mann zu Mann: ab und zu mal Schwäche und Traurigkeit zeigen ist ok, aber allgemein können Frauen sowas nicht ausstehen. Ist meine Meinung aus Erfahrung und Gesprächen mit anderen Kerlen)

Dann die Streicheleinheit:
Die Frau ist weg, hol sie zurück.
Indem du sie wieder eroberst.
Nicht als Jammerlappen der sie anfleht, sonder als neuer, selbstbewusster Mann, der es zwar sehr bereut, aber auch ohne seine Familie und suchtfrei
weiterleben kann.
Nicht gleich, lass ihr Zeit. Akzeptiere die jetzige Situation erst mal und versuche mit ihr in einem freundlichen Ton klar zu kommmen. Allein für das Wohl der Kinder.
So wie sie zur Zeit reagiert sieht es mir so aus wie Selbstschutz und Konfrontation.
"Du fehlst mir nicht, mir geht s ohne dich ganz gut" kann auch bedeuten: "eigentlich fehlst du mir, aber ich werde es dir nicht sagen, ich muss jetzt stark sein".
Kann, aber muss nicht.

Deine Chancen stehen schlecht, aber vielleicht geht doch noch was.
Kümmere dich erst mal um dich.
Und bleib cool

Cool
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