Entzugserscheinung durch Medikamente

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Muckel
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 00:52    Titel: Entzugserscheinung durch Medikamente Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

kann es sein, dass man durch Einnahme von Schmerztabletten und/oder Antibiotikum akute und anhaltende Entzugserscheinungen kriegt, solange man die Medikamente einnimmt und auch darüber hinaus?

LG
Muckel
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QyX
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1252

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 00:59    Titel: Antworten mit Zitat

Könntest du vielleicht etwas konkreter werden?
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sickgirl
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Anmeldungsdatum: 28.01.2015
Beiträge: 386

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 01:01    Titel: Antworten mit Zitat

Antibiotikum: nein. Schmerzmittel: Solange du sie einnimmst, bekommst du natürlich keinen Entzug. FALLS du überhaupt was nimmst, das abhängig machen kann.
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Praxx
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 3031

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 01:18    Titel: Antworten mit Zitat

Es kommt wie immer darauf an... gerade Antibiotica sind oft starke Induktoren von Enzymen der "Cytochrom P 450".Enzymgruppe. Auch andere Stoffe können sowas - eine Patientin von mir hat mit Johanniskraut ihren Pola-Metabolismus so beschleunigt, dass sie 4 Stunden nach Einnahme von 50mg einen Blutspiegel <<100ng/ml hatte...
Entzugserscheinungen können natürlich nur dann auftreten, wenn du Substanzen konsumierst, die körperliche Entzugserscheinungen auslösen können

LG

Praxx
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Muckel
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 01:38    Titel: Antworten mit Zitat

mhhh... das kann aber auch nicht sein, dass ich es mir einbilde.
ok, dann schreibe ich ein wenig konkreter.
Ich bin seit 1 Monat in Behandlung beim Zahnarzt. Es wurde neue Füllung gemacht. Darauf hin hatte ich starke schmerzen und habe Ibuprofen 400mg genommen. Das war schon völlig ok. Weil es aber nicht besser wurde, kriegte ich eine Wurzelbehandlung. 2 Wochen Später hat mir meine Zahnärztin Antibiotikum Amoxicillin 1000mg 20 St. verschrieben. Schon ab zweiten Tag der Einnahme der Antibiotika hatte ich starken Drang nach Suchtmittel. In meinem Fall nach Alkohol, Zigaretten und THC. Da ich aber THC seit 2 Jahren, Zigaretten seit 7 Monaten und Alkohol seit 4 Monaten nicht mehr Konsumiere und auch in der Zeit, außer am Anfang, nicht so einen craving hatte. Dannach
Nach dem die Schmerzen aber nicht aufhörten, musste bei mir eine WSR (Wurzel Spitzen Resektion) beim Chirurgen gemacht werden. Dazu habe ich dann auch wieder Antibiotikum verschrieben bekommen. Das war jetzt am Freitag. Und seit Gestern habe ich wieder starken Drang irgendwas an Suchtmittel zu nehmen! Kurz gesagt habe Entzugserscheinung!
Das komische ist aber, dass ich bei der ersten Einnahme diese Entzugserscheinungen hatte, nach aufbrauchen war es in 2 Tagen weg. Und jetzt fänt es schon wieder an. Da ich aber schon mal für paar Monate trocken war, kenne ich solche Art von craving nicht. Es ist sehr extrem!
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Muckel
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 02:20    Titel: Antworten mit Zitat

@Praxx "Cytochrom P 450" kenne ich zwar nicht, aber Johanniskraut nehme ich mittlerweile auch schon seit gut 8-9 Wochen zu mir! Könnte es vielleicht auch eine Zusammenhang bzw. eine Wechselwirkung zwischen Antibiotika und Johanniskraut kommen? Hatte auch irgendwo gelesen, dass man lieber in der Zeit der Medikation auf Johanniskraut verzichten sollte.
Habe die ganze Zeit einen erhöhten Puls und einen Druck in der Brust, wie es beim Saufdruck bzw. craving der Fall ist. Halte mich schon die ganze Zeit sehr geduckt um nicht nachzugeben. Das blöde dabei ist, dass direkt gegenüber von mir einen Kiosk gibt der 24 Stunden am Tag geöffnet hat! Rolling Eyes
Da wird man sehr hart auf Probe gestellt.
Aber das Antibiotikum muss ich nur noch bis Morgen nehmen und hoffe das ich es nicht mehr in absehbarer Zeit nicht mehr einnehmen brauche.
PS. Ich nehme auch schon seit über 15 Jahren keine pharmazeutische Erzeugnisse! Könnte es auch vielleicht damit zu tun haben oder mit der Örtlichen Betäubungen was ich in den letzten 2 Monate reichlich davon auch noch gespritzt bekommen habe?
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QyX
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1252

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 02:32    Titel: Antworten mit Zitat

Was bitte sind denn für dich pharmazeutische Erzeugnisse?

Ibuprofen, Amoxicillin, Johanniskraut ... das sind alles pharmazeutische Erzeugnisse.

Auch so genannte pflanzliche Präparate, macht doch keinen Unterschied ob das Molekül aus der Natur stammt oder im Labor hergestellt wurde.

Johanniskraut hat Interaktionen mit allen möglichen Medikamenten, vielleicht auch mit deinem Antibiotikum.

Auswendwig weiß ich es im Moment nicht aber du könntest ja selber mal googeln.
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Muckel
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 03:07    Titel: Antworten mit Zitat

@QyX pharmazeutische Erzeugnisse sind für mich alles was in der Chemiefabrik produziert worden ist, die z.T. mit sehr vielen Nebenwirkungen haben, wo u.a. nur ein Teil davon untersucht und analysiert worden ist!
Johanniskraut oder andere Heilkräuter dagegen sind Naturprodukte bzw. auf pflanzlicher Basis! Sicherlich wie Paracelsus schon sagte: „Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die dosis machts, daß ein Ding kein Gift sei.“ bzw. Die Dosis macht das Gift.
Aber Chemiekeule ist nun mal Chemiekeule und Natur ist Natur.
Johanniskraut kann u.a. Arzneistoffe verändern, das ja, aber bei Antibiotikum in Zusammenhang steht folgendes:
"Johanniskraut wird über die Leber verstoffwechselt und Amoxibeta (Amoxicillin) über die Niere. Insofern kommt es hier zu keinen Wechselwirkungen."

Da ich aber bis vor kurzem stark Alkohol-Abhängig war, wollte ich hier nur wissen, ob irgendjemand auch schon mal solche extreme Entzugserscheinigung bzw. starken Suchtdruck nach einnahme von Antibiotikum hatte, da es in Tante Google nichts darüber steht?!
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QyX
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1252

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 03:45    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Aber Chemiekeule ist nun mal Chemiekeule und Natur ist Natur.


Ja aber genau das ist völliger Unsinn. Es ist sowieso alles Chemie. Naturprodukte unterliegen den gleichen Naturgesetzen wie Stoffe im Labor.

Es kommt einzig und allein darauf an welche Moleküle du dir letztendlich zuführst.

Der Ursprungsort ist völlig belanglos und interessiert das aktive Zentrum deiner Enzyme im Körper nicht im geringsten!

Es gibt "Naturprodukte", die schon in geringer Dosis unglaublich giftig sind und auf den Menschen eine fatale Wirkung haben.

Es ist immer immer Chemie, immer, egal woher es kommt. In deinem Körper findet Chemie statt, die ganze Zeit.

Sehr viele Naturprodukte haben auch Nebenwirkungen und wenn du jetzt davon ausgehst, dass diese alle verstanden und analysiert worden sind, dann irrst du dich.

Die Natur ist die größte Chemiefabrik überhaupt und ob ein bestimmtes Molekül in der Natur gewachsen ist oder im Labor hergestellt wurde, das macht keinen Unterschied.

Oft sogar werden im Labor die selben chemischen Prozesse verwendet wie in der Natur um ein bestimmtes Molekül zu produzieren. Die Natur macht es vor und der Mensch stellt den Prozess im Labor großindustriell nach.

Du gehst die Sache von der falschen Seite aus an.

Und Johanniskraut ist eben auch nicht frei von Nebenwirkungen.

Pflanzliche Basis ist eben nicht besser als im Labor hergestellt und anders herum.

Es kommt auf den tatsächlich enthaltenen Stoff und die Menge an.
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Muckel
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 04:28    Titel: Antworten mit Zitat

@QyX ja diese Bereiche mit der Natur und Menschenerschaffene sind sehr interessant. Aber die Natur besteht Milliarden von Jahren und hat sich immer weiterentwickelt und die heutige Pharmazie wie wir es sie kennen aber eine relativ junge Wissenschaft, die erst im 17./18. Jahrhundert entstand. Möchte damit sagen, dass die Natur die bessere Apotheke ist.

Aber damit ist ja meine Frage immer noch nicht beantwortet. Es ging hier nicht unbedingt um Johanniskraut sondern um das Antibiotikum namens Amoxicillin.

Was ich bei mir bemerkt habe, bzw. mich immer noch damit quälen muss ist:
Nach dem ich das Antibiotikum genommen habe, hat es 2 Tage später starke Suchtverlangen in mir ausgelöst. Ich fühlte mich jeden Morgen als ob ich die Nacht durchgesoffen hätte. 7 Tage lang musste ich es nehmen. Bis ans Ende fühlte ich mich wie ein Dialysepatient nach der Dialyse bzw. wie ein Chemotherapierte kurz gesagt kotz übel wie ein durchzechter Nacht aber ohne Kater bloß mit allen anderen Symptomen! Und die ganze Zeit nur Suchtdruck von allerfeinsten. Nach diesen 7 Tagen gings mir nach 2 Tagen wieder viel besser so wie ich es kenne.
2 Wochen später, also jetzt wo ich seit 3 Tagen dieses Amoxicillin wieder nehmen muss, treten nun wieder die gleichen Symptome auf. So stark und extrem, als könnte ich jetzt Schachtelweise Ziggis und Pullenweise Hartes zu mir nehmen.

Ja ich weiß... das ist auch alles Chemie Laughing

Aber was kann das sein, das so einen extremen Suchtverlangen auslöst?
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QyX
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.07.2013
Beiträge: 1252

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 04:44    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hatte mal einen Bekannten, in der Erkältungszeit hat er im Dorf unter seinen gleichaltrigen Kumpels immer rumgefragt, ob wer Antibiotika hat. Der hat sich die immer zusammen immer mit einer Flasche Vodka gegeben. Ist dann später unglücklich bei einem epileptischen Anfall beim schwimmen im Meer verstorben.

Der fand die Antibiotika machen high und mit Alkohol besonders.

Offenbar gibt es da bei dir irgendeinen Zusammenhang.

Durchhalten und bald bist du mit den Antibiotika ja fertig.
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Muckel
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 05:10    Titel: Antworten mit Zitat

Es geht mir jetzt auch im Moment zwischenzeitlich dank dir bzw. Community viel besser, da ich mich hier im Forum ein wenig Müde lesen und schreiben durfte und nach 5 Tassen Kräutertees ist mein Suchtdruck jetzt auch wie verflogen.

Werde die Symptome aber die Tage noch weiter beobachten, diagnostizieren und analysieren und hier berichten wie die nächsten Tage werden wird.

Es kann natürlich so wie du es sagst einen Zusammenhang geben, und den gibt es bestimmt.

Würde mich über weitere Postings und Erfahrungen freuen.

In diesem Sinne wünsche ich @all angenehme Nachtruhe und bleibt sauber bzw.clean. Very Happy
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Muckel
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 19.12.2016
Beiträge: 34

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 05:46    Titel: Antworten mit Zitat

ohh... das tut mir leid mit deinem Bekannten.
Ja das ist immer so eine Sache wenn man pharmazeutische Medikamente mit andere syntetische oder harte Drogen bzw. Suchtmitteln oder Hochprozentige kombiniert. Mit jungen Jahren denkt man eher leichtsinnig dass einem nichts umhauen kann. Man sollte die Menschen allgemein mehr aufklären. Erst mit der Reife kommt die Erfahrung, und daher ist es umso wichtiger für die Erfahrenen die Jüngeren in die richtige Fährte zu leiten ohne stärke zu provozieren.

...aber irgendwie glaube ich auch an Schicksal und auch wenn einem was negatives wiederfährt daraus was positives erzielen und das positive weitergeben kann.
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Mika7
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Anmeldungsdatum: 17.12.2016
Beiträge: 20

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 09:44    Titel: Antworten mit Zitat

Interessant dieses Zusammenspiel von Antibiotika und Alkohol. Hätte ich nicht gedacht, dass es da einen Zusammenhang gibt.

Ich habe dann ein wenig gegoogelt und etwas gefunden. Ich glaube Links darf man hier nicht posten, deshalb unter dem Stichwort "Acetaldehydsyndrom" suchen.
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Grashuepfer
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 04.10.2011
Beiträge: 69

BeitragVerfasst am: 19. Dez 2016 11:20    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo OyX, hallo zusammen,

ich lese hier viel von dir mit OyX, du kennst dich bestens mit Medikamenten, Wirkstoffen, Wechselwirkungen etc. aus.

Vielleicht liest du hier nochmal und kannst mir auch eine Frage beantworten. Ich nehme als Schmerzpatient 200 mg Tramadol/Tag, momentan noch 4,5 mg Diazepam, dessen Entzug sich einfach nur als langdauerndes Theater rausstellt, das die Nerven immer dünner werden lässt.

Ich reagiere auf Benzos auch depressiv, kann aber jetzt auch sein, dass mich so alles rundum nur noch antriebslos/depressiv sein lässt, zzgl. der Absetzsymptome, die glatt gleichzeitig hohe Unruhe etc. auslösen.

Immer wieder lese ich, dass ein trizyklisches AD Patienten hilft, nur bei Tramadol ist ja alles kontra, was mit Serotonin zu tun hat. Erst dachte ich, es betrifft nur die SSRI, die ich besser weglasse, aber dann finde ich Beschreibungen der anderen AD ja auch, dass sie mit Tramal kontraindiziert sind.

WAS ist denn hier die Lösung, verträgt man Tramadol am besten, ist aber depressiv, gibt es da überhaupt keine Medikamente wenigstens für eine gewisse Zeit ? Und gibt es da nur Wechsel des Schmerzmedikamentes ?

Danke dir, solltest du meinen Eintrag entdecken und beantworten können,
der Grashüpfer
PS.: Atosil hilft mir etwas bei der Unruhe, ich finde nur unter "häufigen" Nebenwirkungen diese Spätfolgen, bei denen es mich gruselt. Wie siehst du als Fachmann denn dieses Medikament ?
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