Substiproblem

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Jolina40
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 27. Jul 2017 14:57    Titel: Substiproblem Antworten mit Zitat

Huhu,
die meisten kennen meine Story, Kurzfassung: wurde bis Anfang März mit 50 Lola substituiert, beigebrauch shore. Dann entgiftet, auf null und Umstellung auf suboxone zunächst 8 mg, in der Hoffnung vielleicht damit ohne beigebrauch. War zu übersteht, ersten Wochen zwar ohne beigebrauch, dann wieder shore und dazu noch Lyrika immer wieder, zuletzt 900 mg.
Jetzt seit letzter Woche Montag wieder stationär in der Entgiftung, von Lyrika und shore runter und 2 mg höher mit suboxone auf 6 mg, morgen Entlassung.
Ende vom Lied also weiter auf suboxone, immer noch ständig unruhig, at wo das endet.
Zurück auf pola keine Alternative da ich davon nie wieder entgiften möchte und ich ja auch bei 50 Lola beigebrauch hatte. Habe hier verschiedenes zur Beruhigung bekommen, wie seroquel, dipiporol,macht mich nur matschig aber nicht ruhiger.
Bin verzweifelt, depressiv, keine Ahnung was tun.
Gibt keine Alternative die mir einfällt, keine Ahnung was tun um nicht rückfällig zu werden.
Sehne mich nach durchatmen, Ruhe, eine Nacht Schlaf und Ausgeglichenheit.
Autogenes Training, Musik, Gespräche, Akupunktur, na, hat alles nichts gebracht.
Es grüßt die jammernde jolina
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der_neue
Anfänger


Anmeldungsdatum: 09.06.2016
Beiträge: 14

BeitragVerfasst am: 27. Jul 2017 15:24    Titel: Antworten mit Zitat

hey Jolina40,

erstmal alles gute weiterhin!
Du meinst mit Lola Polamidon ist das korrekt?
Mir ging es auf levomethadon bzw. Polamidon auch nie richtig gut (Längere Geschichte)... bin 2013 mit 60mg Polamidon in die Substitution gegangen und hatte auch immer mal wieder beikonsum -> shore und kokain...

Ab ende 2014 hatte ich dann ein großes Alkohol Beikonsum Problem dann bin ich in die Stationäre Entgiftung mit täglich 10 Bier 0,5 L und 55mg Polamidon nach 16 Tagen Entgiftung bin ich dann raus mit keinem Alkohol mehr und 24mg Polamidon.
Das war 1 März 2017 da mir aber weiterhin auch die geringe menge polamidon nicht gepasst hat hat mir meine Ärztin angeboten mich auf Substitol umzustellen weil sie dachte das könnte bei mir besser passen und ich wäre ein guter Kandidat für Substitol Substitution ich habe mich darauf eingelassen weil wie gesagt auf Pola. ging es mir nie richtig gut und weiterhin war es nicht was ich gesucht habe

Dann bin ich am 1 Mai von 24mg Polamidon auf 600mg Substitol umgestiegen
und ich muss sagen ich bin begeistert ... nicht mehr so matschig im kopf klarer vieles ... negatives wie positives kommt heftiger an aber mir geht es viel viel besser auch weniger Suchtdruck zur Zeit kein Beikonsum und auch kein Alkohol mehr! und die 600mg substitol sind genau richtig für mich

Deswegen versuche dich umzustellen auf Substitol kann ja nicht schaden das mal zu testen vielleicht bist du auch so begeistert wie ich.



LG aus berlin
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Praxx
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2756

BeitragVerfasst am: 27. Jul 2017 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Jolina,

auch aus meiner Sicht wärst du zumindest eine Kandidatin für einen Versuch mit Substitol.
Entweder kommst du auf Morphin endlich klar, oder du entscheidest dich ganz bewusst für eines der anderen Substitute.
Oder - ketzerische Idee - mal für einen Versuch "ganz ohne irgendwas"... komplett entgiften, 16 Wo in der Reha mal die Seele baumeln lassen, raus mit dem ganzen Sch.. aus deinem Körper, wieder fühlen und Gefühle aushalten lernen...
und dann entscheiden, wie es weitergehen sol - straight edge oder zurück in Szene oder Substi... aber darüber dann frei und selbst entscheiden

LG

Praxxl
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Jolina40
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 06:48    Titel: Antworten mit Zitat

Morgen, werde ja gleich entlassen und Montag red ich mit meinem doc. Komplett entgiften traue ich mir weder zu, noch geht ne Therapie zeitlich momentan da ich einen zehnjährigen Sohn allein erziehe der noch dazu in vier Wochen in die 5.te Klasse einer neuen schule wechselt...
Danke für die Tips erstmal sagt Jolina
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Fjara
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 31.05.2016
Beiträge: 366

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 09:41    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo
Eine Selbsthilfe Gruppe hilft mir sehr viel. Ich hab so jeden Tag Hilfe wenn ich sie brauche und bin nicht alleine. Auch machen wir viel zusammen, z.b. Zelten wir auf eine Insel nächste Woche, so hab ich immer was worauf ich mich freuen kann.
Dieses nervöse finde ich auch so schlimm, deshalb bin ich bald auf null. Aber du hast noch ein kleines Kind, glaub da würde ich mich nicht trauen auf null. Aber probieren kann man immer, wichtig ist das man offen für Neues ist.

Liebe Grüße und alles liebe

Toll das du immer weiter machst nie aufgibst und Lösungen für euch beiden suchst.
Wünsche euch alles gute
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1216

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 10:28    Titel: Antworten mit Zitat

Ich seh das so.
Inner Entgiftung drin, ist das Leben nicht das Leben was wir eigentlich führen.
Da ist Schönwetter, 10m zur Ausgabe, 20m zum Essensraum, dann 5m zum rauchen und 20m wieder zurück , erstmal ablegen.

Aber kaum wirst du entlassen, die Tür von der Psychiatrie fällt hinter dir ins Schloss, dann geht nämlich ein komplett , unvergleichbarer anderer Film los, der da heisst : Welcome to reality

Wenn du (so wie ich auch) jahrelang auf hohen Dosen Pola/Metha warst, in der Mitte deines Lebens stehst, ist es nicht gerade einfach mit Subutex/Suboxone klarer als klar durch die Weltgeschichte zu laufen.
Warum wohl der BK?

Im Kh habense mich zugetextet, von wegen wär doch ne Option, und ich, eh total durch, weil ich garnicht wusste von was ich gerade mal wieder entziehe, waren es die Benzos, das Gift, das Pola oder alles zusammen.

Also lange Rede kurzer Sinn, ich bin auf Subu kläglich gescheitert. Mein BK mit Gift war noch nie so hoch und mit Benzos hab ich auch wieder losgelegt zu dem Zeitpunkt.
Ich habe es jetzt für mich akzeptiert , Subutex ist nix für mich, Punkt aus.

Was Praxx meint, Substitol, retardierdes Morphin, ich mein, wenn du die Möglichkeit hast es zu testen, why not ?
Habe ich auch schon bekommen 1000mg, aber ich habs letztendlich auch wieder abgesetzt, weil ich einfach immer BK habe auf H, es gibt an Substituten keine Alternative zu H, das ist das Problem,
(meins).

Diamorphin evtl, aber dazu müsste ich umziehen, in Bremen tun sie das niemals niemals raus.

Achte auf dich heute, und was für andere gut ist , ist noch lange nicht für dich gut.In Entgiftungen entwickelt sich immer so ganz komische Dynamiken,bleib bei dir.

Alles Gute
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Soltau
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1499

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 10:38    Titel: Antworten mit Zitat

Praxx hat Folgendes geschrieben:

Oder - ketzerische Idee - mal für einen Versuch "ganz ohne irgendwas"... komplett entgiften, 16 Wo in der Reha mal die Seele baumeln lassen, raus mit dem ganzen Sch.. aus deinem Körper, wieder fühlen und Gefühle aushalten lernen...
und dann entscheiden, wie es weitergehen sol - straight edge oder zurück in Szene oder Substi... aber darüber dann frei und selbst entscheiden

LG

Praxxl


Scheint mir auch am klügsten diese Idee.
Jolina, du hast doch ein Kind - wo hast du es denn jetzt unter gebracht?
Wärs nicht besser 16 Wochen auf Reha als mit Kind zuhaus und konsumieren Shocked - 16 Wochen sind zwar lang, aber lieber mal eine Zeit Abstand vom Kind und ihm dann wieder eine vollwertige Mutter sein. Der spürt das doch auch mit seinen 10 Jahren, das solltest du nicht vergessen.

Alles Gute, vor allem für dein Kind,
Soltau
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Jolina40
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 22:33    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für die Reaktionen erstmal. Bin seit heut morgen arbeiten home, Tag mit meinem Sohn verbracht und noch null Suchtdruck. Quasimodus, bin der gleichen Meinung wie du, war nur n weiterer verzweifelter Versuch was zu ändern. Thera kommt nicht in frage, mein Sohn war bei seinem Patenonkel, aber so lang käm nicht in frage. Bin natürlich abhängig und müssen nicht drüber reden das er dadurch beeinträchtigt wird. Trotzdem bin ich für ihn da und führe ein geregeltes Leben trotz Sucht. Arbeite, Haushalt läuft, Schule, Hobbys, cleanes Umfeld. Ich bin die die konsumiert, allein für mich aber nicht täglich. Aber unbefriedigt, verzweifelt...
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Jolina40
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 28. Jul 2017 23:00    Titel: Antworten mit Zitat

bin oft depressiv, es gibt einfach nichts was den Konsum auf Dauer ersetzen könnte so hart es ist ja nichtmal die Liebe zu meinem Kind - und das ist das Schlimmste überhaupt.
Die Gewissheit dessen, die vielen misslungenen Versuche, das Wissen das ich es zwar eine zeitlang ohne Konsum schaffe aber nie auf Dauer. Und, die Tatsache das es dann eine erzwungene, ja sogar erlittene Abstinenz ist, wöhrend der ich fadt nie glücklich bin.
Ja, so suchtkrank das es so ist, und weiß warum ich spchtig wurde und wekche psychisvhen Defizite mich immer wieder an drn Punkt kommen lassen. Austherapiert?
Aber nicht an dem Punkt wo ich sagen wprde ich arrangiere mich mit der Sucht, versuche much in Schadensbegrenzung. Nein, bin ich weut von entfernt, wünsche mir so sehr ein Leben ohne Drogenkonsum, von mir aus auch erstmal weiter substituiert, aber stabil.
Hab gelernt nicht wie früher utopische Ziele zu stecken um dann zwangsläufig zu scheitern.
Aber Fakt ist das ich nach vielrn cleanen Jahren nun wieder an einem Punkt bin wo mir teilweise die Kraft ausgeht, immer wieder zu kämpfen um dann zu scheitern, das Unvermögen den gesunden Menschenverstand über die Sucht siegen zu lassen.
Weiß nicht ob mich jemand versteht, wo ja selbst mir das Verständnis für mein eigenes Verhalten fehlt...

Morgen wieder zur Vergabe, Montag erst die Möglichkeit mit dem Doc zu reden und bis dahin erstmal abwarten. Bin nach wie vor unruhig von den 6 mg Subotex, in xer Vergabr ab morgen wieder 6mg Suboxone, die Wirkung ist m.m.n. die Selbe - einige sehn das ja anscheind anders aber fühle kein Unterschied. zur nacht nehm ich jetzt 100mg Seroquel, schlafen geht zum glück seit 2 Tagen.
Habe einiges mit meinem Kind geplant und freue mich aufs Weekend, doch im Hinterkopf die Angst der Suchtdruck könnte wieder kommen, nein, ich bin mir so gut wie sicher das er wieder kommt. mach mich selbst verrückt damit, crank, crank, crank
es grüßt Jolina
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mikel015
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 2655

BeitragVerfasst am: 29. Jul 2017 16:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Jolina,

Suchtdruck...habe da vielleicht mal was interessantes ;

http://www.sein.de/spiritualitaet/bewusstsein/2014/warum-akzeptieren-nicht-funktioniert.html

Chronisches Versunkenseins in negative Emotionen erzeugt nicht nur spitituelle Stagnation, worauf der obige Artikel abzielt, sondern auch körperliche oder geistige Krankheit und eine Schwächung der persönlichen Kraft

Suchtdruck habe ich nicht mehr wirklich...
denn was den Kraftpunkt in der Gegenwart angeht, bedeutete das konkret für mich, jedes Mal, wenn ich einen Suchtdruck bekam, innezuhalten und mich auf diesen Druck, dieses Zerren und Habenwollen, Habenmüssen voll zu konzentrieren. In dieser Beobachtung hat sich der Suchtdruck in kurzer Zeit aufgelöst, nur klappte es nicht immer, weil ich nicht genug Geduld hatte, und mir die Zeit immer noch zu lang war...
Diese Selbstbeobachtung entwickelte sich (von mir unbeabsichtigt) zur buddhistischen Achtsamkeitsübung - habe ich aber erst viel später entdeckt - der Achtsamkeitsfokus wurde immer größer und machte es mir möglich, das Anhaften, das "Ergreifen" quasi in flagranti zu ertappen und dadurch aufzulösen. Es ist diese Bewußtheit, die alle Identifikationen auflöst!


Naja,vielleicht wird es ja auch mal Zeit für dich zu versuchen andere Wege zu gehen...?!
Ich sah einmal einen Bäcker bei der Arbeit zu und staunte nicht schlecht über das T-Shirt, das er trug, denn darauf war folgender Slogan zu lesen.
„Es gibt immer einen Anfang für das Bessere.“

Ach ja, und mit der Achtsamkeit oder dem Gewahrsein war es schon ganz komisch, geht aber wohl allen Menschen so, als ich erkannte, dass ich unabsichtlich Achtsamkeit geübt hatte, erkannte ich zugleich, dass ich es schon immer war, es fehlte mir die Bezeichnung dafür... lol, da kriegt man den Empedokleschen Knoten ins Hirn, was? ha ha ha Ich weiss zwar nicht, was das ist, wahrscheinlich liege ich aber mal wieder richtig mit der Vermutung...lol...


Greets
Mikel
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Jolina40
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 29. Jul 2017 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

danke mikel, werds gleich durchlesen.
Achtsamkeitstraining hatten wir in der Entgiftung auch, achtsames Sehen, schmecken, fühlen...
hab das auch schon des öfteren versucht, aber geduld ist nicht grade meine Stärke und wie das dann so ist schalte ich dann doch wieder auf autopilot...
Klar muss ich andere Wege gehn, nur welche das sein sollen oder können is mir noch nicht klar.
Habe wie erwähnt schon so vieles probiert, auch buddhistische Richtung, autogainies Training, tiefenpsychologische und Verhaltenstherapie, mit Medis als Unterstützung, ohne, beten, Selbsthilfegruppen, auch NA...
War ja auch jahrelang clean zwischendurch, ist also nicht so als ob alles nie was gebracht hätte, ohnehin zieht man sich ja immer irgendwelche Erkenntnisse aus allem...
Ja, sehr negativ bin ich psychisch momentan drauf, bis jetzt aber zumindest noch keine shore konsumiert, aber n joint werd ich mir gleich drehn. Kiffe meist nur sporadisch und im Gegensatz zu Heroin kann ich Gras oder Peace auch tage und wochenlang liegen lassen...
es grüßt Jolina
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mikel015
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 2655

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2017 10:53    Titel: Antworten mit Zitat

Jolina40 hat Folgendes geschrieben:



und wie das dann so ist schalte ich dann doch wieder auf autopilot...




Na klar kenne ich doch auch...den "Autopilot"...

meistens dann wenn ich total down war die Batterien leer...
übelste scheiß Laune, null Antrieb mehr, total apathisch. Das ging so ne Woche so, dann kam plötzlich übelster Suchtdruck dazu, so richtig vom Feinsten, fast wie unmittelbar nach einem Entzug.
Das Problem bei mir war halt der intravenöse Konsum, da wirst du 'schussgeil', d.h. das Verlangen nach dem Rausch ist gar nicht so wild, aber der Kick, wenn du dir n Hit machst, das bleibt spürbar. Wenn ich mich hingelegt habe und die Augen zu gemacht und mir vorgestellt hab, wie ich mir ne Nadel aufzieh und in die Vene drücke, da merkte ich ne richtig starke körperliche Reaktion, das Herz schlägt schneller und richtig kräftig, es ist dann tatsächlich ein kleiner 'hauseigener' Kick, den der Körper da wieder produziert.
Dazu kommt dieses Schwäche und Ohnmachtsgefühl in den Eingeweiden, man kriegt richtig 'Schiss', so nen flauen Magen, das lähmt jeden Widerstand.
Naja, wie gesagt, ein paar Tage hab ichs ausgehalten, dann bin ich losgetigert...
Das Problem war ich wusste nicht, wann sich dieses Gefühl wieder anschleicht. Dieser Hammer-Suchtdruck, der einem unmerklich alle Kräfte raubt und einen lähmt und dann irgendwann wieder Besitz von einem ergreift und nur noch diesen einen Gedanken zulässt, bis du wieder ferngesteuert dir was holst!

Naja Jolina, es ist nicht schlimm hinzufallen, aber es ist schlimm liegen zu bleiben...


Habe dir noch mal was aufgeschrieben,vielleicht kannst du damit mehr anfangen;


Die Löwengeschichte (sie stammt von Bernhard Trenkle) ist metaphorisch mit vielen Infos und Anweisungen an das Unterbewusstsein gespickt. Da Du dich nicht mehr erinnern kannst ...

Dem Klienten wird bei seinem Suchtdruck wegen der vorangegangenen Abstinez in Trance u. a. vermittelt, wie es sich anfühlt ohne in absoluter Balance zu sein, er wird an sein Gefühl von FREI-SEIN "erinnert", das irgendwann unter der Sucht begraben wurde. Dadurch macht er die Erfahrung, das es ihm möglich ist, auch ohne den verlangendem Suchtstoff "in Balance" zu sein.
Eine Suchtentwöhnung bewirkt sie (allein) wohl nicht! Davon habe ich noch nicht gehört.
Darum geht es auch nich!

Hier die Geschichte;

Der Löwe, der lebte im Wald, es war sein Wald...auch wenn es manchmal unwirklich war, dieser Wald... mit diesem ständigen Wind... aber er wußte um seine Kraft.. er wußte um seine Stärke... und so konnte er in diesem Wald wohnen... in diesem Wald war es nämlich immer windig... und so war ein beständiges Rauschen
in den Blättern...dieses beständige Rauschen in den Blättern... was er immer hört und doch nicht hört, weil es beständig rauschte... und da hat er dieses Wasserloch und das war der Grund, wieso er in diesem Wald wohnte. Weil dieses herrlich frische Wasser, sein Wasser unglaublich wohlschmeckendes Wasser... aber da der Wald so dunkel war... und immer windig, und das Wasser immer in Wellen, hat sich niemals irgendein Lichtstrahl in diesem Wasser gespiegelt. Und eines Tages ging er auf die Jagd...und er kam so in`s Jagen...von einem Moment auf den
anderen... auf seiner Spur...er sieht die Bäume...und die Löwen, die sind so, wenn die beim Jagen sind...Obwohl das bewußte Denken durchaus erkennen kann, daß ein realer Löwe sich anderes verhält, wie ein Löwe in einer Geschichte...das kritische, bewußte Denken kann durchaus reflektieren, genauso wie das erwachsene Denken reflektieren kann, wie diese Geschichte für einen Erwachsenen wär`...und wie diese Geschichte für ein Kind wär`... und so sieht der Löwe die Bäume, so sind die Löwen. Sie sehen die Bäume und sie sehen sie nicht...Er hört das Rau
schen und so wie die Löwen sind bei der Jagd: Sie hören das Rauschen und sie hören es nicht...Und am Anfang spürt er noch die Stärke von seinem Körper... und er geniesst das Muskelspiel, die jugendliche Kraft.. und nach einiger Zeit, wie von innen heraus, er läuft und läuft auf seiner Spur, sein Ziel... Und so, er sieht, wie er aus dem Wald rausläuft in die Wüste, aber er sieht`s auch nicht...Er riecht die anderen Gerüche von der Wüste und er riecht sie nicht...Er hört die Tierstimmen, die veränderten, und er hört sie nicht...Und er spürt natürlich jeden Schritt, aber er spürt ihn eigentlich nicht... Nur irgendwann... die Bedürfnisse... die Bedürfnisse...er hat Durst... Und so weit weg von seinem Wasserloch.. Natürlich, er hat genügend Reserven zurück zu laufen, aber er hat jetzt Durst... Und so weit weg... Aber die Löwen, die können riechen über große Entfernungen... Wasser riechen... frisches Wasser... gar nicht so weit weg. Und dahin laufen... und dieser kleine See... Windstille... spiegelglatt... blau...hinlaufen... aber, wie er den Kopf über das Wasser streckt und trinken möchte... da ist der andere Löwe... Und er zieht sich zurück und denkt ärgerlich. Jetzt, wo ich trinken möchte ist da dieser andere Löwe ... Und erlegt sich in den Schatten ...und beschließt einen Moment sich auszuruhen... nach der Jagd einfach noch mal vor sich hinzudösen und zu warten. Und sie können warten, die Löwen... weil er denkt, irgendwann wird der andere weggehen... Und dann, dann kann ich trinken... Dann steht er wütend auf und läuft hin. Aber, Kopf über dem Wasser... da ist der andere wieder... und wie er dann wieder im Schatten liegt... dann fängt er an sich selbst fertig zu machen... Er ärgert sich über sich, wie er schon wieder... schon wieder ist ihm das passiert.. so unbesonnen.. schon immer hat er sich`s gesagt.. und jetzt so weit weg von seinem Wasserloch... Und er weiß nicht genau wie`s passiert.. irgendwie... er steht auf und besc
hließt, den anderen zu verjagen... er spürt den Ärger, wie Ärger sich mehr und mehr nach außen richten kann...und er geht hin und er reißt das Maul auf und brüllt und donnert und grollt so laut er kann... aber der andere Löwe reißt das Maul genauso weit auf...und brüllt und donnert genauso laut zurück.. Und dann liegt erwieder auf seinem Platz.. ziemlich hilflos... Was ihn noch mehr hilflos macht, das vierte mal schaut ihn ein sehr ängstlicher Löwe an... Damit kann er garnichts anfangen... Und er hat im Moment keine Lust zurück zu laufen... einfach nur daliegen... im Schatten... Und diese Bilder von der Jagd.. die mischen sich.. er sieht die Dinge, die er nicht gesehe
n hat und er hört die Dinge, die er nicht hört .. und diese Bilder.. die mischen sich auf merkwürdige Art.. mit anderen Bildern.. mit längst vergessenen Bildern, wie eine Schmetterlingsjagd, wie er ein ganz kleiner Löwe war.. Und er duckt sich und sieht diesen Schmetterling. Er hat nie einen gefangen von diesen Schmetterlingen.. aber er hat geübt.. Immer wieder anschleichen und springen.. in der Zeit, da gibt`s keine Fehler da gibt`s nur Tun.. Neugier, Experimentieren.. immer wieder... und diese Neugier in ihm .. die Erinnerung an seine Neugier.. und seine Experimentierfreude.. sogar damals .. wie er über diesen Stamm balanciert ist... und in diesen Fluß fiel... und er war nass... Aber es gab keine Fehler... es gab nur ausprobieren ... und nur experimentieren.. und sein Fell war nass.. und trotzdem die Neugier.. die Neugier ... diese vielen Bilder... Und er erinnert sich an den Schreck, als er einmal den Stein umgedreht hat, und diese furchterregenden Ameisen hervorgekrabbelt sind... Und er spürt, wie seine Mundwinkel sich bewegen in der Erinnerung... wie ein kleiner Löwe... vor so was erschrecken kann... Und er kann sich`s nicht erklären... wie er für einen Moment die Augen aufmacht... und das Wasser vor sich sieht.. er bew
egt sich anders... irgendwie bewegt er sich minimal anders... wie wenn ein bißchen von der alten Neugier...
Und er geht zu dem Wasser... und zu seinem eigenen Erstaunen hört er sich innerlich sagen... Löwe hin und Löwe her... Er läuft an das Wasser... er steckt den Kopf in das Wasser.. er trinkt.. das Wasser wirft Wellen.. und da war kein anderer Löwe mehr.. Aber schon Lebenserfahrung... Er trinkt nicht zuviel auf einmal... nach diesem aufregenden Erlebnis... Er legt sich wieder in den Schatten... Und all` diese Bilder von den Schmetterlingen... und auch von einigen schwierigen Situationen damals, die können sich begegnen auf neue Art... Und es war ihm für einen Moment, als müßt` er gar nichts tun ... keine Wünsche... keine Interessen... keine Bedürfnisse einfach nur in sich ...in sich... in sich... in sich... in Sicherheit ... in sich... in sich... und diese Bilder von dem Weg... Er merkt, wie er neugierig wird auf seinen Heimweg.. wieder mal Steine umdrehen ... wieder mal an vertrauten Pflanzen schnuppern... an unbekannten Pflanzen schnuppern ... die Bäume angucken im eigenen Wald, die man solange immer wieder sieht und doch nicht sieht ... sehen, hören, fühlen, riechen und schmecken... ganz in sich... Und er trinkt nochmal von diesem wohlschmeckenden Wasser... Und wie er anschließend zu Hause in seinem Wald .. das vertraute Rauschen.. da schien ihm, als wäre irgendwas wichtiges geschehen an diesem Tag...

Der Link dazu...habe das Buch auch gelesen ...kann ich nur empfehlen...

Mist der Link funzt nicht...schaue mal unter Amazon und dem Autor Bernhard Trenkle nach





P.S.
Jeder ist für seinen Konsum immer selbst verantwortlich (!)

Letztlich trifft jeder immer selbst die Entscheidung.
Auch wenn es bedeutet elendig zu leiden, man weiß was richtig und falsch ist und entscheidet sich für das eine oder das andere.
So seh ich das. Was andere davon halten interessiert mich nur bedingt. Ich hab die Scheiße durchgemacht...

greets
mikel
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Jolina40
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 273

BeitragVerfasst am: 30. Jul 2017 15:21    Titel: Antworten mit Zitat

dank dir fürs input mikel
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schattengewächs
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 26.07.2015
Beiträge: 1544

BeitragVerfasst am: 1. Aug 2017 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Jolina!
Ich lese hier schon mit und bin auch ziemlich betroffen... also von der Tatsache, dass du Opiate zwar brauchst, auch bist du ja über viele Jahre an diese gewöhnt, was ein Absetzen (wie Praxx vorschlug) sehr schwierig gestaltet.-
aber eigentlich alles darauf hinweist, dass deine Seele sie nicht mehr will!

Machbar wäre es, (also ein Entzug) aber da ist ja immer noch das Kind! Idea - und die Schulferien reichen wohl kaum für einen Entzug- d.h. du "mußt" quasi funktionieren, - ich finde dieser Umstand wurde etwas "unter den Tisch gekehrt"-
Klar, ich hab auch kapiert, dass Pola dich zu sehr sediert und Substitol (?) dich fit bleiben läßt, evtl zu aufputschend (kann das gut verstehen!) und auch schon deshalb der hohe Beikonsum nötig ist. Welch ein Dilemma.
Es gibt aber noch zig Opiate (nur sind sie glaub ich nicht unbedingt für die Substitution vorgesehen) die von der Wirkung her "dazwischen" liegen.
Das wäre zu diskutieren.

kurz off topic:
Mikels link ist ja hochinteressant! zwar springt mir der Bezug zu Jolinas Problematik dabei nicht ins Auge, aber ich habe gerne darin rumgelesen! Idea
Genau das Problem habe ich nämlich auch: Spiritualität wird bei vielen Menschen auch zur "Flucht" vor der echten, tiefen Auseinandersetzung mit ihren Feelings! Sie schweben dann quasi etwas über den Dingen, mir selbst fehlt aber ein Gegenüber mit "Ecken und Kanten" und eben menschlichen Gefühlen.
Soweit dazu.

Alles Gute für dich, Jolina. Schreib ruhig weiter, - ich fühl mich halt etwas unfähig, Sinniges beizusteuern außer meinem Mitgefühl, -...
Idea
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mikel015
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 27.03.2015
Beiträge: 2655

BeitragVerfasst am: 1. Aug 2017 15:18    Titel: Antworten mit Zitat

schattengewächs hat Folgendes geschrieben:
Genau das Problem habe ich nämlich auch: Spiritualität wird bei vielen Menschen auch zur "Flucht" vor der echten, tiefen Auseinandersetzung mit ihren Feelings! Sie schweben dann quasi etwas über den Dingen, mir selbst fehlt aber ein Gegenüber mit "Ecken und Kanten" und eben menschlichen Gefühlen.
Soweit dazu.

:


Schattenfrau,


das sehe ich aber mal so ganz anders wie du...
dann erkläre ich dir mal was u.a. Spiritualität beinhaltet...


das Meiste hat mit dem Gleichgewicht zu tun...
eine Waage hat drei Punkte: links, mitte, rechts

wir gehen aber nicht von jetzt aus, denn jetzt ist vieles verwirrt...

am Anfang ist diese Waage im Gleichgewicht...
wie kann sie aus dem Gleichgewicht gebracht werden?
in dem man sich für eine Seite entscheidet...
links oder rechts...

so macht es auch der Mensch, wen er etwas bewertet..
er erhöht eine Seite und erniedrigt "dadurch" die andere...

ein kranker (süchtiger?!) Geist kennt nur 2 Seiten "entweder/oder"

diese Sichtweise macht die Seele krank,
da man das ganze Gewicht auf eine Seite der Waage legt,
ewiges "Ungleich-Gewicht"

man kann sich aber daraus befreien...
der erste Schritt des Weges beginnt,
wen man alle beide Seiten der Waage sieht...

es müssen immer beide Seiten vorhanden sein,
das ist die Natur dieser Waage...

wen wir nun die beiden Seiten der Waage sehen,
wissen wir, das wir uns (eigentlich) selber entscheiden können, welche Seite wir wählen...
wir könnten aber auch diese Ent-scheidung lassen und in der Mitte der Waage bleiben...
die Mitte sieht man zwar nicht, aber man weiß, das beide seiten der Waage verbunden sind...
die Mitte ist es, die sie verbindet...
und wir sind es, die von dieser Mitte "ausgehen"

der Mensch kann nur gesund sehen, wen er im Gleichgewicht sieht..


Was verstehe ich nun unter "Heilung"?

Also, ich glaube schon eine eine Heilung all dessen was den Menschen und sein Leben einschränkt oder belastet, (auch Sucht) aber nicht daran, dass wir irgendwann einmal fertig sind, dass uns nichts mehr berührt, dass wir nie wieder getriggert werden oder ein Problem mit Menschen oder Situationen haben werden, an denen wir weiter reifen und lernen können.


L.G.
Mikel
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