Entzugserscheinungen ?

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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 2. Jul 2018 21:10    Titel: Entzugserscheinungen ? Antworten mit Zitat

Hallo,

Es geht um meinen Bekannten um die 45 J. Er hat 15 Jahre lang Alkoholmissbrauch betrieben, so wie er mir erzählt hatte, habe er nur am Wochenenden und an besondere Anlässe richtig viel gebechert meistens um die 5 Liter Bier am Abend ab und an schon mal härtere Sachen mit dazu. An normalen Werktagen habe er wegen der Arbeit nix getrunken. Seit einen Jahr praktiziert mein Bekannter das reduzierte trinken. Ohne Hilfsmitteln hat er es geschafft, nur einmal in der Woche bei nur 4 0,5 Flaschen Bier zu bleiben ohne welche negativen Erscheinungen.

Mein Bekannter hat ein folgendes Ziel vor Augen, er will komplett trocken werden.
Was mein Bekannter erlebt ist folgendes. Wenn er am einen Samstag diese vier Flaschen Bier getrunken hat, fühlt mein Bekannter sich einiger Zeit sehr wohl ruhig und entspannt. Wenn er ein oder zwei Wochenenden versucht nix mehr zu trinken, erlebt mein Bekannter folgende Symptome die zehn bis achtzehn Tagen nach seinem letzten Alkoholkonsum auftreten.

Er leidet dann an starker Schlaflosigkeit, tagsüber ist er depressiv unruhig
sein Puls schlägt um sich und seine Gedanken kreisen nur noch um Alkohol und schießen rund um sich.

Normalerweise, so wie ich es kenne treten ja Entzugserscheinungen die ersten 24 Stunden nach dem letzten Alkoholkonsum auf und werden nach mehreren Tagen immer weniger. Hat jemand von euch auch solche Erfahrungen?
Sein Hausarzt weißt auch nicht woran es liegen kann.

MFG

gast
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Praxx
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2987

BeitragVerfasst am: 2. Jul 2018 22:21    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Gast,
ENTZUGSERSCHEINUNGEN sind Folge der Gewöhnung des Organismus an eine chronische Substanzzufuhr. Wird die unterbrochen, überwiegt plötzlich die Gegenregulation, es entsteht ein je nach Substanz unterschiedliches Entzugssyndrom. Bei Alkohol Unruhe, Angst, Schwitzen, Würgen, Zittern, Herzjagen, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Verwirtheit, akustische und optische Halluzinationen...
Was du beschreibst, ist "Craving", das ständige, zwanghafte Denken an den Alkoholkonsum, der nagende, dringende Wunsch, sich Alkohol zuzuführen, der sich wie Besessenheit im Gehirn festkrallt und einfach solange nicht weggeht, bis endlich wieder Alkohol konsumiert werden kann.
Craving ist der "Motor" der Sucht und kann bei trockenen Alkoholkranken noch Monate und Jahre nach dem letzten Konsum aus dem Nichts heraus auftreten.
Das einzige Pharmakon, das Craving vollständig unterdrücken kann, ist Baclofen in hhen Dosierungen.

LG

Praxx
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2065

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2018 09:27    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, gast,

jeder Alkoholiker hat sein eigenes Konsummuster,

wie ich finde.

Für mich wäre das in Ordnung, wenn er das seit 15 Jahren schafft, nicht täglich von früh bis späte tu trinken,

und sich an das Muster hält, wo ist das Problem, würde ich spontan

sagen. ( wenn er dich nicht anlügt, so , wie jeder Süchtige ),

Warum will er denn ganz aufhören ?

Bevor er komplett durchdreht ?

ich kann das verstehen, manchmal halte ich den Suchtdruck einfach nicht

mehr aus,

und ich finde dann Immer, wenn einen der Tiger schon angesprungen hat,


ergibt man sich lieber, also, ich halt.

Und dann tuts mir wieder leid, was ich meinem Körper da antu,

und mache wieder längere Pause, mit Lebertee...

arme arme Leber...


grüsse,

Karin
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2018 09:54    Titel: Antworten mit Zitat

Wer schon lange zufrieden trocken ist oder einen starken Kontrollverlust / körperliche Entzugssymptome mit Klinikeinweisungen Entgiftungen alles schon durchgemacht hat, sollte hier am besten weiter nicht mehr lesen!


Könnte mein Bekannter das Suchthirn auch ohne Baclofen austrixen, in dem er wie gewöhnlich erstmal bei den vier Flaschen Bier am Wochenenden bleibt? Danach könnte er ja theoretisch nach einer gewissen Zeit eine Flasche durch alkoholfreies oder verringertes Alc. Gehalt den Alkohol langsam reduzieren bis irgendwann zum 0.
Denn so wie ich meinen Bekannten kenne, hat er noch nie einen starken Kontrollverlust erlebt (tagelange Besäufnisse) oder körperliche Entzugserscheinungen.
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2065

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2018 11:05    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo, gast,

Zitat:
oder einen starken Kontrollverlust / körperliche Entzugssymptome mit Klinikeinweisungen Entgiftungen alles schon durchgemacht hat, sollte hier am besten weiter nicht mehr lesen


habe trotzdem weitergelesen, ***

und, das muss echt jeder für sich Selber entscheiden.

Normalerweise höre ich erst dann für längere zeit ( mehrere Monate ),

auf, wenn ich meinen absuluten Tiefpunkt erreicht habe, meistens nach blackouts...


Schuldgefühle, und so...


sonst halt Strategien entwickeln, wie der Suchtdruck gemildert werden

kann, AA sagen, " nicht zu hungrig, nicht zu durstig, nicht zu allein ",

für mich stimmt das manchmal, und oft " hilft " auch, mir 1 Liter

Wasser auf EX reinzukippen, saufen, wie das liebe Vieh...


manchmal Kaffee, Tee, Saft, irgendwas Gutes, was ich gerne mag. Viele saufen dann literweise Cola und Fanta, sowas.

mir reicht ein Glas Aprikosensaft, z. B.

Seine eigene " Saufkultur " zu entwickeln, vielleicht ?

mit alkfreiem Weissbier gings bei mir dann wieder los, zum Beispiel, nach langer trockenphase...

weiss er, was ein " blackout " ist ?

Hat er nach dem Saufen einen Kater ?


Doch, wie gesagt, das muss echt jeder für sich Selber rausfinden,

wie er sein " Suchthirn " austricksen kann .

Bei mir persönlich klappt das schon Immer, wenn ich das

WIRKLICH will.

Seit vielen Jahren schon. Immer wieder Pause.

viel Glück, für Deinen Freund,




grüsse, Karin
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 3. Jul 2018 14:24    Titel: Antworten mit Zitat

Bis vor einem Jahr wo er richtig viel gesoffen hat, gab es abende wo er sich an nix errinnern konnte. Wenn mein Bekannter heute nach einer längeren abstinenten Zeit, wieder zu viel auf einmal trinkt hat er schon einen Katar.
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2065

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 12:59    Titel: Antworten mit Zitat

gibt er zu dass er Alkoholiker ist ?
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 16:17    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, den berühmten Satz ( Ich bin ... ) hat er mir gesagt
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2065

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 19:38    Titel: Antworten mit Zitat

bist du auch Alkoholiker?sonst viell besser für Euch, er redet mit einem Betroffenen.
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 20:12    Titel: Antworten mit Zitat

Ja, hab auch das gleiche Problem wie ihr alle hier.
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 21:57    Titel: Antworten mit Zitat

Dass miteinander Austauschen bringt sehr viel positives
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Praxx
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 25.07.2014
Beiträge: 2987

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Natürlich gibt es einen linearen Zusammenhang zwischen der Zahl an Suchtmerkmalen und der Trinkmenge - eine konsequente Mengenreduktion kann aus der Abhängigkeit auf Dauer wieder herausführen.
Das geht aber nur, wenn das Craving die konsequente Umsetzung eines kontrollierten Trinkens "nach Plan" zulässt, und fordert strikte Selbstdisziplin über lange Zeiträume

Abstinenz ist grundsätzlich einfacher als moderierter Konsum. Und wenn Craving (=Saufdruck) einsetzt, wird es immer kritisch

LG

Praxx
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 22:35    Titel: Antworten mit Zitat

Bei mir ist es so wenn ich ab und an, auf besonderen Anlässen mir einen leichten Rausch gönne, bekomme ich in ein paar Tagen schon einen leichten Craving, aber der ist auszuhalten. Dann tue ich mich halt ablenken.

Ja, normalerweise müsste man das erste Glas meiden, aber dazu bin ich auch noch nicht bereit.
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gast1225
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 23.05.2015
Beiträge: 53

BeitragVerfasst am: 4. Jul 2018 22:41    Titel: Antworten mit Zitat

Bei einem anderen Bekannten kenne ich auch, dass das Craving je mehr man die Trinkmenge erhöht umso schlimmer nach einer Zeit er wird.
An Anfang seiner Suchtkarriere hat er sich alle ein paar Wochen die Kante gegeben und am Ende ist er bei drei Flaschen Korn täglich angelangt. Er ist zum Glück schon seit drei Jahren trocken. Dank einer Entgiftung und Langzeittherapie.
Und er merkt schon wenn er an einer Kneipe vorbei geht, dass er einen starken Craving bekommt, in Form von Unruhe und schlechter Laune.
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MausiMaus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 01.07.2015
Beiträge: 2065

BeitragVerfasst am: 5. Jul 2018 00:30    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Abstinenz ist grundsätzlich einfacher als moderierter Konsum. Und wenn Craving (=Saufdruck) einsetzt, wird es immer kritisch
@praxx, wie recht Du hast.@gast
[/quote] Dann tue ich mich halt ablenken.
[quote]wie lenkst Du Dich dann ab?
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