bin ich süchtig bzw. abhängig?

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myolanus
Anfänger


Anmeldungsdatum: 10.11.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 10. Nov 2010 18:51    Titel: bin ich süchtig bzw. abhängig? Antworten mit Zitat

hallo, ich heiße carsten und bin 33 jahre alt.
komme gerade aus dem krankenhaus. dort war ich mal wieder wegen heftiger schmerzen in den armen und dem thorax. diese schmerzen bestehen seit dreifacher shunt-op am rechten und einer op am linken arm und werden immer schlimmer.

da ich bei den schmerzen die erfahrung gemacht habe, dass schmerzmittel wie paracetamol, ibuprofen usw. nicht helfen und ich von vielen medis einiges aus myasthener sicht nicht vertrage, lasse ich mir in der klinik immer dipidolor i.v. geben. nach der infundierung als bolus war ich komplett schmerzfrei, brauchte aber nach ca. 3,5 std. die nächste dosis, weil die schmerzen wieder durchbrachen. beim injizieren kam immer so ein wärmegefühl im körper auf, was ich als ganz angenehm empfand.

nun sagten die ärzte, ich dürfe kein dipidolor mehr haben, da ich süchtig sei. also haben die mir kurzerhand palladon 4 mg morgens und abends und sympal gegeben. das palladon ist 10x so stark, hat bei mir gegehn die schmerzen aber nur bedingt geholfen. hatte eigentlich nur myasthene probleme dadurch. also bekam ich wieder dipidolor i.v., nur dieses mal max. 2 ampullen am tag und jeweils ne halbe in 500 ml nacl gelöst. das wärmegefühl blieb aus. von dem wusste ich immer, dass es gleich wirkt. außerdem hatte ich das gefühl, dass das dipi nicht richtig wirkt so stark verdünnt. das letzte mal hatte ich es heute um 6 uhr. seit 12 uhr bin ich daheim und hatte starke schmerzen. also nahm ich eine der mir drei zustehenden tramal long 100, wovon die schmerzen nicht wirklich weg gehen. daher vermisse ich die schmerzstillende dipi-wirkung.

bin ich nun süchtig?
wäre toll, wenn ihr mir schreibt.

gruß
myo
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 10. Nov 2010 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo myolanus,

höchstwahrscheinlich bist Du abhängig, doch zunächst einmal bist Du Schmerzpatient. Eine echte Strategie scheinen Deine Ärzte bei Deiner Schmerztherapie nicht zu verfolgen, oder kommt mir das nur so vor? Schaffst Du es eigentlich noch, Deine "echten" Schmerzen von den entzugsbedingten zu unterscheiden?
Zitat:
diese schmerzen bestehen seit dreifacher shunt-op am rechten und einer op am linken arm und werden immer schlimmer.

Was für eine Grunderkrankung hast Du denn? Myasthenie = Muskelschwäche. Kenne ich mich null mit aus. Shunt-OPs am Arm kenne ich nur von Dialysepatienten. Warum wurdest Du operiert? Und warum verursachen die Shunts Schmerzen? Und warum werden die Schmerzen schlimmer statt besser? Könnte man durch eine erneute Operation Linderung erzielen? Ich blicke da nicht durch. Schreib doch noch ein bisschen was dazu!

Jedenfalls sollte Dich, wenn sich an den chronischen Schmerzen nichts ändern lässt, EIN erfahrener Arzt vernünftig auf ein Schmerzmittel einstellen. Dabei solltest Du bei einer Dosis bleiben und das Mittel regelmäßig zu festen Zeiten einnehmen - BEVOR erneute Schmerzen auftreten. (--> Schmerzgedächtnis). Du könntest auch Schmerzpflaster versuchen, die ihren Wirkstoff kontinuierlich abgeben. Die beste Lösung wäre aber, wenn sich Deine (tatsächlichen) Schmerzen so weit reduzieren ließen, dass Du mehr oder weniger ohne Opiate auskommst. Du bist noch ziemlich jung - möchtest Du die nächsten Jahrzehnte auf Opiaten rumlaufen? Auch wenn Du die Wirkung im Moment noch als angenehm empfindest, langfristig hat der Dauerkonsum einfach zu viele Nachteile.

Grüße!
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Trini
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 17.06.2009
Beiträge: 1140

BeitragVerfasst am: 10. Nov 2010 23:01    Titel: Antworten mit Zitat

hi myo

im großen und ganzen hast du deinen Krankheitsverlauf beschrieben aber nichts was auf ein Suchtverhalten schliesst.
Du bist Schmerzpatient und wenn man hohe dosen bekommt ist es nicht verwunderlich wenn ein wärmegefühl entsteht.
Deine Situation ist ein Teufelskreis und führt schnell zur Sucht.

Gibt es denn keine Möglichkeit die schmerzen komplett zu beseitigen?
Was hast du denn da genau gehabt?

Und beschreib doch deine Gefühle ein wenig genauer.
Alles was man rauslesen konnte ist das du nur ein Mittel gegen die Schmerzen nimmst.
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Gregory
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 15.03.2010
Beiträge: 629

BeitragVerfasst am: 13. Nov 2010 14:33    Titel: Antworten mit Zitat

Zwischen Piritramid (Dipidolor) und Hydromorphon (Palladon) gibt es noch eine ganze Hand voll anderer Opioide welche als Schmerzmittel in Frage kämen.
Da Du chronische Schmerzen hast ist die Gefahr der körperlichen und seelischen Abhängigkeit bereits kalkuliert und kann in Kauf genommen werden.
Der Punkt ist, das einfache Schmerzmittel wie Diclo oder Ibu, auf Dauer großen Schaden an Deinem Körper verursachen würden. Bei Opioiden besteht diese Gefahr nicht, Du müßtest sie aber regelmäßig, täglich, zu festgesetzten Zeiten, einnehmen. Die Einnahme wäre auch unabhängig davon ob Du an diesem Tag oder in diesem Moment, Schmerzen hast oder nicht.
Ich an Deiner Stelle, würde mich zu einem Facharzt für Anästhesie und Schmerzbehandlung, überweisen lassen.
Wie gesagt es gibt da eine ganze Reihe an Opioiden Schmerzmitteln welche noch in Frage kämen. Ich könnte Dir auch eine ganze Liste an Wirkstoffen und Präparaten nennen, allerdings würde Dir das im Moment auch nicht weiter helfen.
Das Du das "Dipi" gut verträst und Deine Schmerzen davon ertäglichger werden, glaube ich gern da Hydromorphon eine gewisse Kappa-Rezeptorblockierende Wirkung hat obwohl es ca. 10 mal so potent sein soll wie Piritramid.
Vieleicht würde Morphin Dir besser helfen. Palladon bzw. Hydromorphon ist schließlich das hydrierte Keton des Morphins und wenn Du das bekommen würdest könnte man Dir auch Morphin selbst verordnen. Es wäre auch Oxycodon möglich, in retardierter Form. Das käme von der Wirkung her ähnlich gut in Frage wie Piritramid, nur das es sogar noch stärker ist (ca.5x zu Piritramid)
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myolanus
Anfänger


Anmeldungsdatum: 10.11.2010
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2010 14:45    Titel: Antworten mit Zitat

hallöchen...

hat zwar ein wenig gedauert, aber da bin ich wieder.
also, ich habe myasthenia gravis in einer sehr schweren form. bin nachts und teilweise auch tagsüber beatmet. das aber erst seit 2003. jedoch bekomme ich seit 1999 blutwäschen um mein leiden zu lindern. anfangs plasmapheresen und seit 2000 immunadsorptionen. deswegen hat man mir damals am rechten oberarm einen dialyse-shunt angelegt. der wurde mit den jahren bis anfang 2010 immer stärker. es entstanden aufgrund einer verkümmerten rücklaufvene und einem shunt-fluss von 4 liter die minute heftige aneurismen. diese hat man in einer dreistündigen op komplett entfernt und eine kunstvene implantiert. seitdem schwoll der komplette arm extrem an und war neben heftigen schmerzen auch überwärmt. man stellte fest, dass die vene oberhalb des interponats thrombosiert war.

also wieder auf den op-tisch und ein stück der vene weggeschnitten und durch ein längeres kunstgefäß alles ersetzt. doch danach wurde es noch schlimmer. dieses mal thrombosierte das komplette interponat welches wieder in einer op raus geholt wurde. so blieb es jetzt. es sind aber immer noch alte shuntvenen, die auch thrombosiert sind, im arm. diese wurden drin gelassen, weil ich eh schon zwei große schnitte hatte und man mir nicht den arm noch zirkulär aufschneiden wollte. die drei operationen fanden in 14 tagen statt. seitdem brauche ich auch hochdosiert schmerzmittel.

kurze zeit später bekam ich einen kimalkatheter (dauerkatheter für blutwäsche) in die rechte brust implantiert. das war die 4. op in vollnarkose innerhalb kürzester zeit. der katheter tat auch immer weh und bei der blutwäsche darüber hatte ich immer schmerzen am herz. im april bekam ich dann am linken oberarm den shunt angelegt, der sich meist schwer anstechen lässt und seit jetzt gut 14 tagen auch heftig schmerzt. ein ultraschall ergab, dass kurz hinter der verbindungsstelle eine leichte stenose ist. da seit der shunt-op auch meine linke brust sehr angeschwollen ist und auch der li. arm immer wieder dick wird, ist jetzt nächste woche ein mrt angesetzt. hoffe, die finden etwas, was sich beheben lässt.

ja, ich kann noch zw. den schmerzen unterscheiden. nur leider lassen sich die schmerzen nur bedingt durch die zwei bis drei 100er tramal long am tag bekämpfen. daher wünsche ich mir eben entweder, dass die beim mrt etwas finden oder dass ich ne adäquate schmerztherapie erhalte.

nur das mit der fragestellung nach gefühlen verstehe ich nicht ganz. klärt mich bitte auf wie das gemeint ist.

gruß
myo
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4060

BeitragVerfasst am: 17. Nov 2010 22:52    Titel: Antworten mit Zitat

O.K., lieber myolanus, jetzt bin ich im Bilde. Das ist ja grauenvoll, was Du da beschreibst! Weißt Du, wir haben es hier relativ selten mit wirklich kranken Menschen zu tun, (daher wahrscheinlich die Gefühls-Frage), aber an Dir tobt sich die Schulmedizin ja so richtig aus!

Eine eventuelle Sucht ist wahrscheinlich Dein geringstes Problem. Blöd ist halt, dass bei den Dialysen - soweit ich informiert bin - die Medikamente immer wieder aus Deinem Blut entfernt werden, oder irre ich mich da?

Also ich würde den Ärzten Dampf machen, dass sie Dir eine ordentliche Schmerztherapie angedeihen lassen. Du bist eh schon übel dran, warum sollst Du Dich unnötig quälen? Wende Dich an einen Fachmann (Anästhesist, Palliativmediziner) und lass Dich beraten. Und dann bleib bei diesem einen, sonst pfuscht jeder Deiner Doktoren mit irgendwelchen Mittelchen rum. So eine Behandlung gehört in EINE Hand.

Am allerbesten wäre es natürlich, wenn es doch noch gelänge, Dich doch noch operativ von einem Großteil Deiner Schmerzen zu befreien. Dafür drücke ich Dir alle Daumen. Bleib tapfer! Ich hoffe, Du hast in Deinem Umfeld Unterstützung.

Herzliche Grüße!
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