Alkoholproblem meiner Mutter

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Sternchen0806
Anfänger


Anmeldungsdatum: 21.11.2011
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2011 13:13    Titel: Alkoholproblem meiner Mutter Antworten mit Zitat

Hallo liebe Mitglieder,

nach einer weiteren unschönen Erfahrung am gestrigen Abend, versuche ich nun Hilfe auf diesem Wege zu erhalten, da ich langsam mit der Situation nicht mehr fertig werde.

Es geht sich um meine Mutter. Sie hat ein Alkoholproblem. Alleine diese Aussage zu tätigen fällt mir sehr schwer, da sie mir ja ständig versucht zu erklären, dass sie doch im Grunde kein Problem hat.

Ich fang mal von vorne an:

Solang ich denken kann trinkt meine Mutter. Nicht in Übermaßen, aber Abends mal ein Glässchen Wein war immer drin. Auf Partys hat sie allerdings schon immer einen über den Durst getrunken. Oft war mir meine Mutter peinlich, ich war noch jung und in dieser Zeit habe ich es anderes verarbeitet. Doch als ich älter wurde habe ich langsam begriffen, dass ihr Trinkverhalten nicht normal war.

Meine Mutter hat sich von meinem Vater getrennt, da war ich ca. 8 Jahre. Sie hat einen anderen Mann kennen gelernt. Ich bin mit ihr zusammen aus meinem Elternhaus ausgezogen und wir haben mit dem neuen Mann zusammen gelebt. Für meine Mutter der perfekte Partner, nur mit den Jahren wurde auch in dieser Partnerschaft mehr als normal getrunken. „Er“ hat sich Abends öfters mal ein Glässchen Vodka-O genehmigt und meine Mutter ist bei ihrem Rotwein+Cola geblieben. Doch jeden Abend 1-3 Gläser ist eigentlich schon fast zu viel. Er hat es irgendwann nicht mehr getan, doch sie kam nie davon weg!

So richtig schlimm mit dem Alkohol wurde es allerdings nach der Trennung von ihrem Partner. Er ist nach 9 Jahren mit ihrer besten Freundin fremdgegangen. Ein Schlag ins Gesicht für meine Mutter. Das man mit so einer Situation erstmal überfordert ist und in ein Loch fällt kann ich total nachvollziehen, aber direkt zur Flasche zu greifen, war für mich nie verständlich. Von da an wurde der Alkoholkonsum stetig mehr. Auf Partys oder betrieblichen Ausflügen wurde dann nur noch das Hirn weg geschossen. So krass, dass sie teilweise betrunken im Hausflur lag und ich versucht habe sie die Treppe hoch zu bekommen. Auf meinem 19. Geburtstag hat sie sich dann mit ein paar Freunden von mir nen Joint rein gezogen. Alkohol und Drogen sind keine gute Kombi – Resultat – sie konnte nicht mehr laufen/reden und hat sich übergeben. Meine Freunde fanden es lustig, ich hätte im Erdboden versinken können und hab mir natürlich Sorgen um sie gemacht. Mit Tabletten hab ich sie auch schon erwischt…..Selbstmordversuch mit Asperin. Das sind nur einige Auszüge aus dem was vorgefallen ist.

Nachdem ich irgendwann mal versucht habe mit ihr über das Verhalten und ihr Problem zu sprechen, platzte dann auch alles aus ihr raus und sie gab auch zu, dass sie ein Problem habe…..allerdings wollte sie selber versuchen aus der Situation wieder raus zu kommen. Sie ging dann auch endlich zur Therapie. Leider eine Gruppentherapie. Sie kam nicht klar in der Gruppe und fand die anderen Schicksalsschläge schlimmer als ihre eigenen. Sie ging irgenwann nicht mehr hin.

Dann hat sie eine Diätkur begonnen….durch den Alkohol hat sich natürlich ordentlich zugelegt. Da hat sie es zum ersten mal geschafft keinen Alkohol zu konsumieren und hat mir dann immer gesagt, dass sie demnach ja kein Problem habe, sonst wäre sie ja am zittern usw.. Hab ich dann auch irgendwie geglaubt, bzw. ich hab mich genauso wie sie, selber froh gequatscht. Alles war super und das Verhältnis zu meiner Mutter wurde besser und besser. Ich war richtig stolz……bis der nächste Schicksalsschlag kam – Diagnose Brustkrebs. Erstmal wurde sich wieder die Birne zu gekippt….ich hab dazu nix gesagt…..war selber total durch den Wind und hab ihr die Flasche sogar gegönnt. Während der Chemo wurde kräftig weiter getrunken oder mal nen Joint geraucht….“ist ja gut gegen die Knochen schmerzen“. Trotzallem hat sie den Krebs besiegt….eigentlich ein guter Start in ein neues Leben. Es gab auch zwischen durch gute Phasen, aber immer wieder hab ich sie betrunken angetroffen. Ich hab versucht mit ihr zur Sozialberatung zu gehen. Mein Arbeitgeber bietet sowas an. Nachdem ich mir ihr dort war, hat sie nur gemeckert und meinte die Alte spinnt. Sie wollte keinen Entzug machen, da sie Angst hatte, dass ihr Arbeitgeber was davon erfährt. Dabei wusste dieser schon längst, dass sie ein Alkoholproblem hat. Während eines Discobesuchs habe ich nämlich ihre Arbeitskollegin getroffen und die hat mich auf meine Mutter diesbezüglich angesprochen. Meinte aber, dass ihr Chef sich nicht traut meine Mutter anzusprechen. Dabei ist er derjenige der wirklich was bewirken könnte.

Vor ein paar Monaten erkrankte meine Mutter an Gelbsucht. Es war ein Schock, aber im Krankenhaus wurde ihr schnell mit diversen Medikamenten geholfen. Es war aber für sie ein Grund das Thema Alkohol nochmal aufzugreifen und anscheinend hat diese Krankheit auch etwas gebracht. Der Alkoholknsum wurde weniger und auch auf Veranstaltungen hat sie nicht mehr viel getrunken. Hatte ja jetzt auch eine Art Ausrede, wegen der Gelbsucht. Es schien alles wieder gut zu sein, aber im Grunde bekomme ich ja auch nicht alles mit, da ich nicht mehr zu Hause wohne.

Dann kam aber wieder alles ganz anderes:

Vor 2 Wochen war ich bei ihr zum Mittagessen mit meinem neuen Freund eingeladen. Wir kamen dort an und sie war blau. Ich hätte kochen können vor Wut, aber mein Freund hat mich beruhigt und wir haben das Essen durchgezogen. Ich war sehr enttäuscht von meiner Mutter. Hab mich dann 2 Wochen erstmal nicht gemeldet….gestern Abend rief sie heulend an und fragte, warum ich mich nicht melde. Hab ihr den Grund genannt und sie meinte dann nur….ich soll sie so nehmen wie sie ist und wenn ich das nicht könnte, dann sollten wir den Kontakt besser beenden. Sie stellt mich vor einer Wahl, die ich nie in Betracht gezogen hab. Sie macht mir Vorwürfe, sie sei doch immer für mich da gewesen und jetzt trete ich sie mit Füßen. Sie meint ich soll glücklich werden mit meiner neuen Familie (versteh mich sehr gut mir den Eltern von meinem Freund). Sie müsste sich nicht für ihre Probleme entschuldigen, dass hätte sie nicht nötig. Sie meint ich wäre egoistisch und kalt. Dann zieht sie noch meinen Freund mit rein und sagt das ich mich noch umgucken werde. Keine Ahnung was sie damit meint, denn eigentlich fand sie ihn ganz nett. Ich hab ihr angeboten die Woche nochmal zu sprechen….in Ruhe….aber sie meinte wenn ich jetzt auflege, würde sie kein Kontakt mehr wollen. Nun irgendwann hab ich dann aufgelegt und bin auch nicht mehr an mein Handy gegangen. Ich hab nur noch in den Armen von meinem Freund gelegen und bitterlich geweint….heute habe ich mir wieder einen Termin bei der Sozialberatung geben lassen. Ich werde nicht aufgeben…trotzdem empfinde ich nur noch hass/ärger und Enttäuschung für meine Mutter…
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2011 17:28    Titel: Antworten mit Zitat

Was Du fühlst ist vollkommen normal. Habe selbst einen trinkenden Vater; im Moment reißt er sich nach einem längeren Krankenhausaufenthalt allerdings halbwegs zusammen. Fragt sich, wie lange.

Du kannst bitten, drohen, schreien, schmeicheln, Erpressungsversuche starten: Es bringt nichts. Der Vorschlag Deiner Mutter, den Kontakt eine Zeitlang abzubrechen, ist eigentlich gar nicht mal der schlechteste. So kriegst Du wenigstens mal den Kopf ein bisschen frei und machst Dir nicht rund um die Uhr Sorgen.

Es kommt wie es kommen muss. Besser oder schlechter.

Ich weiß, dass es nicht so einfach ist. Mir wäre fast eine schwerwiegende Fehleinschätzung unterlaufen. Meinem Vater ging es schlecht und ich dachte, er hat halt mal wieder übertrieben. Irrtum. Er hatte ein organisches Leiden, das mit dem Alkohol nicht das geringste zu tun hatte und wäre mit Sicherheit gestorben, wenn ich ihn nicht in die Klinik verfrachtet hätte.

Mir gehts im Moment selbst nicht so doll, das Formulieren fällt mir schwer, daher lasse ich es jetzt einfach gut sein...
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Sternchen0806
Anfänger


Anmeldungsdatum: 21.11.2011
Beiträge: 6

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2011 18:29    Titel: Antworten mit Zitat

Oh man das tut mir auch Leid für dich...ich kann es absolut nachvollziehen. Ständig hängt man zwischen Angst/Sorge und Wut fest.

Vor 2 Monaten wollte ich mit meinem Freund ganz früh morgens nach Paris fahren. Als ich aufgestanden bin, hatte ich einen Anruf in Abwesenheit von meiner Mum auf dem Telefon. Sie hatte gegen 2 Uhr Nachts versucht mich zu erreichen. Auf meine Rückrufversuche hat sie nicht reagiert. Ich bin fast Amok gelaufen...bin dann vor unserer Paris Tour noch zu ihr nach Hause gefahren. War ein Umweg von 60 km. Als ich bei ihr ankam lag sie friedlich im Bett und war am schlafen. Hab sie geweckt und sie meinte, sie habe ausversehen auf anrufen geklickt und meine Anrufe am morgen hat sie nicht gehört, da sie durch den Alkohol einen extrem festen Schlaf hatte. Ich war stink sauer...sie hat sich noch nicht mal entschuldigt.

Es hätte sonst was passiert sein können...

Wie wird es in der Zukunft sein? Werde ich wieder so reagieren und Angst bekommen...oder werde ich es wieder auf den Alkohol schieben. Es ist wie bei deinem Vater...man muss versuchen zwischen den Zeilen zu lesen, aber das ist verdammt schwer, bei allem was passiert ist.
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2011 18:46    Titel: Antworten mit Zitat

Ganz genau, der von Dir geschilderte Vorfall ist absolut typisch. Geht man nicht gucken, frisst einen die Sorge auf und man hat keine unbeschwerte Minute. Geht man doch gucken und es ist nichts, wird man wütend und muss sich womöglich noch ein sinnloses, besoffenes Gesabbel anhören, wovon Vati/Mutti am nächsten Tag natürlich nichts mehr weiß.

Grrrrr. Evil or Very Mad
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