Umgang in der Familie

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LittleMoon21
Anfänger


Anmeldungsdatum: 21.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 21. Dez 2011 15:18    Titel: Umgang in der Familie Antworten mit Zitat

Hallo,
ich habe einen alkoholsüchtigen Vater und ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Er weiß, dass er ein Problem hat und er ist auch in therapeutischer Behandlung, allerdings nicht speziell für Suchterkrankungen. Er trinkt aber trotzdem weiter und ich habe keine Ahnung wie ich selbst dann mit ihm umgehen soll. Wenn man ihn darauf anspricht im nüchternen Zustand versteht er das und sagt er will sich bessern, aber es passiert nichts. Das nächste Mal ist er wieder betrunken. Was soll ich tun? Meine Mutter ist mit der ganzen Situation auch überfordert und zunehmends genervt, weil er immer nur leere Versprechungen macht. Bitte helft mir
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Catinka0472
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.12.2011
Beiträge: 430

BeitragVerfasst am: 21. Dez 2011 17:42    Titel: Antworten mit Zitat

Halllo LittleMoon,

schwer zu sagen... erzähl doch mal ein bißchen mehr von Dir und Deiner Familie.
Wie alt bist Du? Wie lange trinkt Dein Vater schon?
Wie ist er, wenn er betrunken ist?

LG
Catinka
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Yolande
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 01.06.2011
Beiträge: 1438

BeitragVerfasst am: 21. Dez 2011 21:46    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich schließe mich den Fragen von Catinka an. Weißt du, mein Opa zum Beispiel ist 75 Jahre alt, seit dem ich ihn kennen, trinkt er drei Bier am Tag. Das erste 17:15, das zweite 18:30 und das dritte 19:30. Danach geht er ins Bett, damit er nicht weiter trinkt. Dieses Konsumverhalten ist bestimmt seit 30 Jahren so, ich kennen es zumindest nur so. Meine persönliche Meinung ist schon, dass das auch Alkoholsucht ist, weil es ohne ja scheinbar nicht geht, aber ich habe ihn nie, wirklich nie, betrunken und in irgendeiner Form unangenehm erlebt. Im Gegenteil, er führt ein wirklich vollkommen normales spießiges Leben. Er gönnt sich lediglich diese Auszeiten und entspannt damit. Nun, mit 75 muss man ihm das auch wirklich nicht mehr abgewöhnen, zumal er ja weder sich noch andere damit belastet.
Also wäre es wichtig, du erzählt ein bisschen mehr, damit man die Situation realistischer einschätzen könnte.
LG
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veilchenfee
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 21. Dez 2011 22:25    Titel: Antworten mit Zitat

LittleMoon,

wahrscheinlich werdet Ihr Euch damit abfinden müssen, dass Dein Vater trinkt. Meiner tut dies auch. Er fing mit 14 an und nun wird er bald 70. Nach einigen Klinikaufenthalten in diesem Jahr (die nichts mit dem Alkohol zu tun hatten) hat er sich ein klein wenig eingeschränkt, aber aufgehört hat er nicht. Er sagt selbst, dass er das wahrscheinlich nicht mehr schaffen wird.

Als er im Krankenhaus lag, war er auch einsichtig und sagte wörtlich, er habe "mit der ganzen Sache abgeschlossen". Satz mit X - war wohl nix! Ich sehe das so: Solange es keine größeren Ausfälle gibt und er nicht kotzend im Hof liegt, soll er machen was er will. Er ist schließlich erwachsen. Rolling Eyes
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LittleMoon21
Anfänger


Anmeldungsdatum: 21.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 22. Dez 2011 11:08    Titel: an Yolande und Catinka Antworten mit Zitat

Vielen Dank für die Antworten ersteinmal,

also zu meiner Familie: Ich bin erst 15 und habe das Problem erst vor ein paar Monate richtig mitbekommen. Wie lange er schon trinkt weiß ich gar nicht. Mir ist schon immer aufgefallen, dass mein Papa manchmal komisch war, hauptsächlich abends. Dann hat er sich teilweise sogar richtig kindisch benommen und man konnte nicht mehr richtig mit ihm reden. Hat man ihn dann höflich gebeten schlafen zu gehn, war er sofort beileidigt und es gab oft streit in der Familie.
Mich belastet das aber sehr, und da ich erst 15 bin überfordert mich das ganze ziemlich, da ich nicht weiß was ich meinem Vater sagen soll dass er damit aufhört oder wie ich mit meiner Mutter umgehen soll, da sie das ganze anscheinend schon ziemlich lang mitmachen muss.
Vor kurzem hat er mich dann total erschreckt da er mich und eine Freundin sogar im betrunkenen Zustand irgendwo hin gefahren hat. Das war total verantwortungslos, aber ich wollte ihn vor meiner Freundin nicht darauf ansprechen.
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Dany2005
Bronze-User
Bronze-User


Anmeldungsdatum: 30.03.2009
Beiträge: 80

BeitragVerfasst am: 22. Dez 2011 12:55    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo LittleMoon21,

erstmal möchte ich dir sagen, dass es gut ist um hilfe bei diesem problem zu bitten. viele angehörige und gerade die kinder leiden sehr unter den alkoholproblemen ihrer eltern/ partner.
ich habe auch einige fälle in meiner familie: vater, bruder, tante
mein bruder ist mittlerweile trocken, bei meinem vater hält es sich in grenzen und die tante ist ziemlich krank
ich habe beschlossen zu einer selbsthilfegruppe zu gehen, sie heißt al-anon und gibts in allen größeren städten
sie sind genauso aufgebaut wie die anonymen alkoholiker, nur eben für angehörige
speziell für kinder gibts die al-ateen gruppen, google das mal
das problem der angehörigen ist nämlich, dass sie häufig mit krank werden, deswegen sehe ich das ein bisschen anders, er soll nicht machen was er will

aber man muss verstehen, dass man süchtige nicht ändern kann!
d.h du kannst nichts tun, das war ja deine frage, was kann ich tun?
die antwort ist: nichts
leider
d.h aber nicht, dass du nichts für DICH tun kannst. Du kannst und musst etwas für dich tun, weil sonst wirst du selber krank
alle in meiner gruppe haben z.T massive probleme davon getragen
viele sind co-abhängig (google das auch mal:P)
du musst dich schützen und lernen diese krankheit zu verstehen, damit du nicht selbst dabei krank wirst
ich hoffe meine antwort hilft dir
du bist nicht allein damit, es sind millionen angehörige die mitleiden
es ist eine famienkrankheit
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Catinka0472
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.12.2011
Beiträge: 430

BeitragVerfasst am: 22. Dez 2011 13:59    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo LittleMoon,

dachte mir schon, dass Du noch so jung bist.
Kann mich noch gut erinnern, als ich in Deinem Alter war und ein ähnliches Problem zu Hause hatte.
Dachte auch, ich müsste "aktiv" was tun, damit mein Vater nicht mehr so viel trinkt. Der Hintergedanke war aber eigentlich mehr, dass ich meine Mutter schützen wollte (so was ähnliches habe ich bei Dir auch raus gelesen), weil ich gesehen hab, wie sehr SIE darunter leidet. Und mein "Einmischen" hat eigentlich alles nur noch schlimmer gemacht...
Schlussendlich musste auch ich einsehen, dass ich leider nichts machen konnte.

Wenn die Situation für Euch als Familie unerträglich wird, müsstet Ihr wohl über Trennung nachdenken... ich weiß, das ist wahrscheinlich nicht Euer Ziel. Nur, solange Dein Vater nicht einsieht, dass er EUCH mit seiner Trinkerei und natürlich sich selbst schadet, wird sich nichts verändern.
Im Gegenteil, wie Dany sagte, Ihr werdet alle krank und das kanns ja nicht sein, oder?
Den Vorschlag mit der Selbsthilfegruppe finde ich ganz gut. Falls Ihr Vor Ort nichts habt, schau doch mal bei Caritas oder Diakonie vorbei. Die können Dir auf jeden Fall Adressen geben.

Ich wünsche Dir auf jeden Fall viel Kraft das Ganze durchzustehen!

Liebe Grüße
Catinka
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LittleMoon21
Anfänger


Anmeldungsdatum: 21.12.2011
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 22. Dez 2011 18:32    Titel: Antworten mit Zitat

Vielen, vielen Dank an euch beide für die Antworten Smile

ich werde mich auf jeden Fall informieren und etwas tun, denn ich möchte auf keinen Fall abhängig werden. Ich werde mit meiner Mutter darüber reden.
Wegen der Trennung. Irgendwie fühle ich mich schlecht weil ich darüber auch schon nachgedacht habe, aber erstens habe ich Angst dass es meinem Vater dadurch nur schlechter geht und zweitens wie sagt man seiner Mutter, dass sie ihren Mann verlassen soll. Ich werde mir eure Vorschläge auf jeden Fall zu Herzen nehmen. Danke für die schnelle Hilfe. Ich wünsche euch viel Glück mit euren Familien, auch wenns kitischig klingt: Man soll die Hoffung ja nie aufgeben Smile
Liebe Grüße
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