Vater Alkoholiker, Sohn Junkie, Mutter kann nicht mehr

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GaratherAsi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 08.05.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 17:37    Titel: Vater Alkoholiker, Sohn Junkie, Mutter kann nicht mehr Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,
ich habe folgendes Problem! Mein Vater ist seit 41 Jahre Alkoholiker, ich seit 10 Jahren Heroin Abhängig. Und meine Mutter ist mit den Nerven am Ende!

Meine Mutter hat mir gestern gesagt das sie sich letzten Sommer im Urlaub in Österreich umbringen wollte weil sie das ganze nicht mehr aushalten konnte! Also die Sorgen die ich und mein Vater verursacht haben.

Sie hat es nicht getan! GOTT SEI DANK! Sie wollte mir glauben das ich mit den Drogen aufhöre, ich hatte es ihr versprochen (zum 1000000 mal). Damals hatte es auch endlich geklappt! Warum und wie ich es geschafft habe: http://forum.suchtmittel.de/viewtopic.php?t=8896.

Aber da ist ja noch mein Vater, der will einfach nicht aufhören. Und es wird immer schlimmer! Er ist seit 41 Jahren am saufen. Mal mehr, mal weniger, aber doch immer! Vor 4 Wochen ging er (mal Wieder) zur Entgiftung weil meine Mutter mit Scheidung drohte. Er war zwei Wochen auf geschlossene, dann eine Woche in der offenen. Am ersten Tag in der offenen, nach dem ersten alleine raus gehen, kam er mit 1,7 Promille zurück. Rauswurf. Auf dem Weg nach Hause hat er sich so voll laufen lassen das er mit 3,7 Promille vor ein Auto lief. Er also ins Krankenhaus, Untersuchung, nichts passiert! Auf den Schreck hat er sich wohl noch 2 Flaschen Korn rein gehauen und wollte mit der Bahn nach Hause. An der Endstation war er schon total weg. Der Fahrer rief die Polizei, die haben ihn pusten lassen und er hatte unglaubliche 5,5 Promille! Die Grünen (jetzt Blauen) haben ihn wieder zum LKH zur Beobachtung gebracht. Da haben die offiziell 5,4 Promille gemessen! Weil er wieder zur Entgiftung "wollte" (oder sich besser gesagt nicht nach Hause traute) haben sie ihn wieder aufgenommen. Die kommenden Tage wird er entlassen. Meine Mutter wird ganz verrückt bei dem Gedanken das er wieder nach Hause kommt und alles wieder von vorne beginnt. Sie hat zwar inzwischen eingesehen das er wohl sobald nicht vom Alk weg kommt, will sich aber auch nicht ernsthaft trennen! Dazu muss man sagen meine Familie kommt ursprünglich aus Schlesien, meine Mutter hat also ein viel stärkeres Verlangen im zu helfen (Mir übrigens auch)! Das ist ja eigentlich sehr löblich, aber bei einem Sohn bzw Ehemann mit Suchterkrankung bringt das nichts! Sie erledigt alles für ihn, von Anträgen bei Ämtern bis zu Bezahlung von Geldstrafen (von seiner Rente aber). Ich habe ihr gesagt das sie damit alles nur noch schlimmer macht, das ihm das bei der Sucht nicht hilft! So wie es mir auch nicht geholfen hat! Ich habe ihr gesagt (leider sehr vorwurfsvoll) das wenn sie mir früher nicht immer Geld zugesteckt hätte, ich vielleicht schon viel früher vom Heroin los gekommen wäre. Ich bereue es total dass ich das gesagt habe (auch wenn stimmt). Nur ich habe mir irgendwann selber eingestanden das ich ein Problem habe, es alleine NICHT schaffe. Das ich Hilfe brauchte und mir diese gesucht und gefunden habe. Und es läuft bis jetzt super! Bin seit 9 Monaten clean. Nur mein Vater meint er braucht in Wirklichkeit keine Hilfe, er ist ja gar nicht abhängig (HAHA)! Er kann das alleine! Wenn man ihn fragt warum er denn dann nicht aufhört, sagt er nur das er ja gerade mal 2 Bier am Tag trinkt. Wenn er dann mal wieder besoffen im Treppenhaus schläft, vor ein Auto rennt oder einfach besoffen umfallt war das immer ein einmaliger Ausrutscher. Er kann oder will es nicht wahrhaben.

Meine Frage: Wie kann man ihm helfen ohne das man mit der Hilfe es nur noch schlimmer macht?

Mir ist es ehrlich gesagt egal was mit ihm ist! Er ist zwar mein Vater, aber er ist kein Vater. Nie gewesen. Hat sich nie für mich interessiert, mir liebe oder einfach nur Sympathie entgegen gebracht. Nie. Nein, ein mal habe ich in seinen Augen so etwas wie Stolz für mich gesehen. Das war als zur Marine gegangen bin (er war früher auch Soldat). Das war es aber auch schon. Beim Abschluss in der Schule, bei der ersten Freundin, beim bestandenen Führerschein, ... da war nie etwas.

Ganz anders bei meiner Mutter. Daher will ich meinem Vater helfen um meiner Mutter zu helfen. Damit sie nichts dummes macht.

Ich weiß nur nicht wie?! Kann mir jemand helfen?

Danke

--

Grüße aus Düsseldorf
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 21:23    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Asi,

auch mein Vater ist Alkoholiker, wenn er auch nicht ganz so krass drauf ist wie Deiner. Du kannst nicht viel tun, so bitter das ist. Irgendwann läuft er so vors Auto, dass er es nicht überlebt oder erfriert draußen oder er macht noch ein paar Jahre in diesem Stil weiter, bis seine Leber kapituliert. Oder er säuft sich blöd und dämmert noch ein paar Jahre (dann immerhin nüchtern) in einem Pflegeheim vor sich hin. Ruhiggestellt von Benzodiazepinen. Oder er hört auf. Aber das muss er selbst tun. Er ist erwachsen und muss das selbst entscheiden.

Dein Vater ist Dein kleineres Problem. Besser wäre es, wenn Du Dich erstmal um Deine eigene Sucht kümmerst, denn nur so kannst Du Deine Mutter unterstützen. Ich finde es ziemlich absurd, dass Du schreibst:

Zitat:
Daher will ich meinem Vater helfen um meiner Mutter zu helfen.


Hilf Dir erstmal selbst, dann kannst Du anderen helfen! Und zwar Deiner Mutter und nicht Deinem Vater. Ein größeres Geschenk könntest Du ihr nicht machen, als clean zu werden. Dann hätte sie bestimmt auch die Kraft, das mit Deinem Vater durchzustehen.
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GaratherAsi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 08.05.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,
sorry, hab es wohl vergessen zu schreiben! Ich habe mir schon geholfen! Bin seit 9 Monaten sauber! Wirklich sauber! Gab auch keinen einmaligen Rückfall oder so.

Ich habe für mich vor etwas mehr als einem Jahr erkannt dass ich das alleine nicht schaffe! Also ich wusste es im Grunde genommen schon vorher, habe aber immer Gründe gesucht warum das doch nicht so ist! Genau wie mein Vater. Aber ich habe dann doch der Realität ins Auge geschaut! Bin zum Arzt, habe gesagt was los ist, das ich es alleine nicht schaffe und Hilfe brauche und vor allem Hilfe will und auch bereit bin dafür was zu machen! Das will oder kann mein Vater leider noch nicht! Es hat zwar paar Monate gedauert, aber ich habe es (bis heute zumindest) geschafft! Ich habe ein Dach über dem Kopf, hab einen vollen Kühlschrank, gehe wieder arbeiten (Vollzeit, normaler Job) kann mir endlich wieder was leisten (Handy's, Computer, Klamotten, usw)! Habe meine Schulden von 11.295,60 Euro auf jetzt nur noch 450 Euro zurück gezahlt. Und als Krönung für alles fliege ich im Juni nach Thailand in Urlaub!

Daher glaub mir ich habe eine menge für mich getan! Meine Mutter hat IMMER zu mir gestanden. Egal welche Scheiße ich wieder angestellt habe. Dafür bin ich Ihr unendlich dankbar! Es macht mich aber fertig wenn ich sie sehe wie sie an meinem Vater jetzt verzweifelt! Ich will ihr bisschen was zurück geben, will ihr helfen! Das geht aber nur in dem ich meinen Vater irgendwie klar mache das er vom Alk los muss! Aber er will nicht!
Du hast es gesagt, das schlimmste was passieren kann ist das er ein Pflegefall wird! Manchmal denke ich schon das es gut wäre wenn draußen irgendwo überfahren wird und stirbt! Dann wäre der Spuk zumindest vorbei! Ich weiß, es ist furchtbar so zu denken! Aber das kann wohl nur jemand verstehen der sich in der gleichen Situation befindet.
Ich meine ich kann ihn ja irgendwo verstehen, ich weiß ja wie das ist! Aber ich weiß auch das es geht von der Sucht los zukommen wenn man es nur wirklich will und bereit ist dafür zu kämpfen! Leider ist mir auch bewusst das ich da nicht viel machen kann. Es hilft mir aber bisschen den ganzen Mist mir von meine Seele zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendjemanden da draußen der mir sagen kann was ich doch tun kann?!

Danke
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:18    Titel: Antworten mit Zitat

Ahso, sorry, hab das nicht mitgekriegt, dass Du schon eine Weile clean bist.
Zitat:
Manchmal denke ich schon das es gut wäre wenn draußen irgendwo überfahren wird und stirbt! Dann wäre der Spuk zumindest vorbei! Ich weiß, es ist furchtbar so zu denken! Aber das kann wohl nur jemand verstehen der sich in der gleichen Situation befindet.

Das verstehe ich total! Hatte auch schon solche Gedanken. Hm, ich würde Deine Mutter insofern entlasten, dass sie, wenn Du mal Urlaub hast, ein paar Tage wegfahren kann. Wellness. Abschalten. Aber vielleicht will sie das auch gar nicht. Es ist schwierig, die Kontrolle aufzugeben.
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:23    Titel: Antworten mit Zitat

So, und jetzt habe ich erst Deinen anderen Thread gelesen. Du bist also doch noch nicht clean! Substi ohne Beikonsum ist nicht dasselbe wie clean sein! Aber das kleinere Übel, schon klar.
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GaratherAsi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 08.05.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ja man, jetzt hast Du es fast auf den Punkt gebracht! Sie will, aber sie traut sich nicht etwas zu unternehmen! Z.B. Ausziehen, scheiden lassen oder so. Sie weiß dass es das richtige wäre! Aber sie bringt es einfach nicht übers Herz! Ich habe das mal ganz salopp verglichen mit: Wie eine alten kranken Hund ins Tierheim abzuschieben. Sie bringt es nicht übers Herz! Meine Eltern sind seit 27 Jahren verheiratet! Das war schon immer so, das mein Vater am saufen war und meine Mutter sich um alles sonstige gekümmert hat! Von Arbeit, Kochen, Waschen, Kinder erziehen, usw, usw. Es war schon immer so. Sie bzw wir kennen es nicht anders. Mit Urlaub für meine Mutter machen wir schon so! Ich fahre im Juni, sie im August für je 2 Wochen. Ich versuche meine Mutter so gut wie möglich abzulenken, wir gehen regelmäßig zusammen in den Wald spazieren, oder an den Rhein Eis essen, bisschen über die Kö bummeln! Mal in die Stadt einkaufen für sie. Wir gehen oft zusammen Essen. Das waren keine hohlen Sprüche von mir, ich versuche wirklich und mit voller Motivation für sie gutes zu tun! Dann vergisst sie auch mal den ganzen Stress den sie hat, aber im nächsten Augenblick sieht sie irgendwo jemanden der ein Flachmann in sich schüttet und schon kommen ihr wieder die Tränen in die Augen weil sie an meinen Vater denken muss. Der Gedanke das er mal auf der Straße landet, "Penner" wird macht sie fertig. Mein Vater ist aber leider schon ein "Penner" aber noch mit Dach über dem Kopf. Wenn er denn nach Hause findet. Daher will/kann sie ihn nicht raus schmeißen.

--

Mit clean meinte ich clean von (Illegalen)Drogen. Da bin ich schon echt stolz darauf das ich das so hin bekommen habe. Mir ist aber durchaus klar das ich noch lange nicht am Ziel bin!
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:51    Titel: Antworten mit Zitat

Offenbar unterstützt Du Deine Mutter schon nach Kräften. Das ist gut. Viel mehr fällt mir im Moment leider auch nicht ein. Bei meinem Vater mache ich das so, dass ich, sobald ich merke, er hat getrunken, den Kontakt unterbreche und das Zimmer verlasse. Er wohnt mittlerweile bei mir im Haus in einer eigenen Wohnung. Ich schaue dann nur ab und zu, ob er noch lebt.

Ist er nüchtern, setze ich mich zu ihm, spreche mit ihm und schenke ihm Zeit. Ich koche ich ihm was mit und beziehe ihn in meinen Alltag ein.

Ist es ganz schlimm, halte ich ihm auch mal eine Moralpredigt, aber erst dann, wenn er wieder halbwegs nüchtern und somit ansprechbar ist. Einen solchen Vater zu haben ist eine echte Zumutung, um so schlimmer, als man den Menschen, der "dahintersteckt", ja dennoch liebt.
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veilchenfee
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Anmeldungsdatum: 18.12.2009
Beiträge: 4066

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 22:53    Titel: Antworten mit Zitat

Dass Deine Mutter ihn nicht verlässt, verstehe ich auch. "In guten wie in schlechten Zeiten" - das haben sich die zwei bei der Hochzeit verprochen. Sie sind eine Schicksalsgemeinschaft eingeganen und sie nimmt ihr Ehegelübde ernst. Das ist sehr ehrenhaft. Natürlich soll man sich trotzdem nicht kaputtmachen (lassen)...
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GaratherAsi
Anfänger


Anmeldungsdatum: 08.05.2012
Beiträge: 19

BeitragVerfasst am: 8. Mai 2012 23:24    Titel: Antworten mit Zitat

Wir wohnen auch alle in einer Wohnung, aber getrennte Zimmer. Den Kontakt mit meinem Vater meiden wenn betrunken ist geht gar nicht, da wir auch so schon kaum Kontakt haben! Da mein Vater eigentlich IMMER betrunken ist. Ich gehe Arbeiten, meine Mutter auch! in der Zeit wo keiner da ist besäuft sich mein Vater und ist dann bis zum nächsten Tag im Delirium! Aufstehen tut er dann gar nicht, leider! Das heißt er liegt in seiner Pisse und schlimmeren! Am nächsten Tag wenn wir arbeiten sind beginnt alles wieder von vorne. Und nächsten Tag wieder, und wieder und jeden Tag das selbe! Wenn er Betrunken ist und ich gehe freut er sich sogar! Wenn er dann doch mal nüchtern ist, und ich versuche mit ihm zu reden dann "jammert" er nur das er es weiß, aber nicht anders kann. Dann geht er ins Geschäft und holt sich 2 Flaschen Korn und alles ist wieder vergessen. Dann hat er keine Probleme, ist nicht Süchtig, Trinkt ja überhaupt kein Alkohol, nur Bier und Wein! Das ist ja schließlich kein Alkohol! Nach der Logik meines Vaters.

Das mit dem "in guten wie in schlechten Zeiten" stimmt wohl, aber nicht aus Religiösen Gründen oder so! Wir haben zwar Katholisch im Perso stehen, aber keine nennenswerte Verbindung zu "Gott". Das ist mehr so was wie Gewohnheit und Pflichtgefühl bzw sich verantwortlich fühlen! Aber halt nur aus der Sicht von meiner Mutter. Mein Vater empfindet so ein Bewusstsein nicht für meine Mutter. Leider!
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gast01
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 14.04.2011
Beiträge: 231

BeitragVerfasst am: 10. Mai 2012 07:31    Titel: Antworten mit Zitat

[list=]wenn er es nicht selber will kannst du nix machen auser in jeden tag voll labern,aber es dauert nicht lange dann spielt die bauspeicheldrüse nicht mehr mit,und das ist meisten der weg raus aus dem alk. ich kenne 4 leute die hatten dann alle die tricken nix mehr dann wenn die bauchspeicheldrüse will sich keiner mehr anlegen weil das sind schmertzen ich dacht mein kollege kackt ab so hat der geschien vor schmertzen...0[/list]
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Pimpinelle
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 30.03.2012
Beiträge: 1367

BeitragVerfasst am: 10. Mai 2012 08:04    Titel: Antworten mit Zitat

Bauchspeicheldrüsenentzündung ist nicht nur schmerzhaft, sondern auch saugefährlich. Das geht ganz schnell und der Sensemann nimmt dich mit. Aber da gibt es ja noch mehr schlimme Erkrankungen, die durch Alkoholmissbrauch auftreten können. Leberschäden, Schlaganfall und epileptische Anfälle... was auch immer, das ist alles lebensbedrohlich bzw. schränkt ein. Ob solche gesundheitlichen Folgen allerdings immer zum Trockensein motivieren hängt wohl vom Typ ab. Es gibt genug Alkoholabhängige, die nie die Kurve kriegen und bis an ihr Lebensende auf "das bisschen Spaß" nicht verzichten wollen. Dummerweise ist es hier für Mutter und Sohn kein Spaß und ich nehme mal an, dass die Mutter nicht nur unter der Persönlichkeitsveränderung leidet, sondern das ganze Drum und Dran ist ja auch eine enorme Belastung. Aber ich fürchte, es muss tatsächlich eine lebensbedrohliche Erkrankung hinzu kommen, ansonsten kann man da weiter nichts tun, denn auf die Idee, dass sein Trinkverhalten alles andere als normal ist, muss er selber kommen.

Tragisch finde ich hier besonders, dass die Mutter ihr Ehegelübte so ernst nimmt (was ich grundsätzlich ja ok finde). Sie ist eindeutig co-abhängig. Normalerweise müsste sie ihn in der eigenen Pisse liegen lassen. Aber wer tut das schon, wenn man in der gleichen Wohnung wohnt...

Es gibt bei den Anonymen Alkoholikern, Drogenberatungsstellen usw. auch Gruppen für Angehörige. Das würde ich deiner Mutter sehr ans Herz legen, dort mal hinzugehen, sich auszutauschen und ihre Geschichte zu erzählen. Zum einen erleichtert es das Herzchen ein bisschen und vielleicht hilft es ihr, ihre Sichtweise etwas zu ändern.

Dein Vorwurf, sie habe deine Sucht durch finanzielle Unterstützung noch verlängert, mag ja irgendwo stimmen. Natürlich ist das nicht fair, sowas zu sagen, denn aus ihrer Not und Abhängigkeit heraus konnte sie wohl nicht anders handeln und das ist ja nur eine Folge DEINER Sucht. Vielleicht ist es dir möglich, ihr die Augen zu öffnen, dass sie ihren Mann nicht weiter unterstützen sollte, um sich selbst zu schützen. Durch einen Suizid würde sie ihren Mann ebenfalls verlassen, somit könnte sie sich eigentlich auch von ihm scheiden lassen oder wenigstens räumlich trennen. Versuche doch mal, ihr das zu verdeutlichen. Wäre schade, wenn sie ihr gesamtes (bisher anscheinend trauriges) Leben für den Spaß ihrer Angehörigen opfern würde.
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rudi
Silber-User
Silber-User


Anmeldungsdatum: 16.05.2012
Beiträge: 216

BeitragVerfasst am: 17. Mai 2012 21:46    Titel: Re: Vater Alkoholiker, Sohn Junkie, Mutter kann nicht mehr Antworten mit Zitat

Die Mütter sind oft die Leidtragenden. Was deinen Vater betrifft denke ich, dass ihr erst Ruhe bekommen werdet wenn er stirbt. Mein Onkel war auch Alkoholiker und hat seine ganze Familie tyranisiert. Dazu ist noch gekommen, dass er meine Cusine seit ihrer Kindheit sexuell missbraucht hat. Dadurch hat er ihr Leben zerstört. Er hat sich dann vor ca 17 Jahren aufgehängt und ich glaube für meine Tante war dass ein schöner Tag. Endlich war das Schwein tod. Meine Mutter hat auch viel mitgemacht weil mein kleiner Bruder und ich drogenabhängig waren (mein Bruder ist es immer noch und sitzt im Bau auf Sicherungsverwahrung).
Mit meinem Vater hatten wir aber noch Glück. Er ist vor ca 20 Jahren an Krebs gestorben hat aber keine Drogen genommen und auch kein Tropfen getrunken, nur Zigarren geraucht. Gearbeitet hat er auch immer und war im Vergleich zu anderen Vätern gar nicht so schlimm.
Zu meiner Mutter habe ich ein sehr gutes Verhältniss. Wir telefonieren oft und ich kann sie auch finanziell unterstützen.
Ich war die letzten Jahre auch ein paar Mal in der Situation wo es mir beschissen ging, dass ich an Rückfall gedacht habe. Aber aus Liebe zu meiner Mutter habe ich es dann doch nicht getan weil ich ihr dass nicht antun wollte.
Wenn dir wirklich etwas an deiner Mutter liegt dann bring dein Leben in Ordnung und höre auf zu konsumieren, damit könntest du ihr helfen und darüber würde sie sich wohl am meisten freuen.
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LaDiosa
Anfänger


Anmeldungsdatum: 16.10.2012
Beiträge: 3

BeitragVerfasst am: 16. Okt 2012 18:15    Titel: Antworten mit Zitat

GaratherAsi hat Folgendes geschrieben:
Hi,
sorry, hab es wohl vergessen zu schreiben! Ich habe mir schon geholfen! Bin seit 9 Monaten sauber! Wirklich sauber! Gab auch keinen einmaligen Rückfall oder so.

Ich habe für mich vor etwas mehr als einem Jahr erkannt dass ich das alleine nicht schaffe! Also ich wusste es im Grunde genommen schon vorher, habe aber immer Gründe gesucht warum das doch nicht so ist! Genau wie mein Vater. Aber ich habe dann doch der Realität ins Auge geschaut! Bin zum Arzt, habe gesagt was los ist, das ich es alleine nicht schaffe und Hilfe brauche und vor allem Hilfe will und auch bereit bin dafür was zu machen! Das will oder kann mein Vater leider noch nicht! Es hat zwar paar Monate gedauert, aber ich habe es (bis heute zumindest) geschafft! Ich habe ein Dach über dem Kopf, hab einen vollen Kühlschrank, gehe wieder arbeiten (Vollzeit, normaler Job) kann mir endlich wieder was leisten (Handy's, Computer, Klamotten, usw)! Habe meine Schulden von 11.295,60 Euro auf jetzt nur noch 450 Euro zurück gezahlt. Und als Krönung für alles fliege ich im Juni nach Thailand in Urlaub!

Daher glaub mir ich habe eine menge für mich getan! Meine Mutter hat IMMER zu mir gestanden. Egal welche Scheiße ich wieder angestellt habe. Dafür bin ich Ihr unendlich dankbar! Es macht mich aber fertig wenn ich sie sehe wie sie an meinem Vater jetzt verzweifelt! Ich will ihr bisschen was zurück geben, will ihr helfen! Das geht aber nur in dem ich meinen Vater irgendwie klar mache das er vom Alk los muss! Aber er will nicht!
Du hast es gesagt, das schlimmste was passieren kann ist das er ein Pflegefall wird! Manchmal denke ich schon das es gut wäre wenn draußen irgendwo überfahren wird und stirbt! Dann wäre der Spuk zumindest vorbei! Ich weiß, es ist furchtbar so zu denken! Aber das kann wohl nur jemand verstehen der sich in der gleichen Situation befindet.
Ich meine ich kann ihn ja irgendwo verstehen, ich weiß ja wie das ist! Aber ich weiß auch das es geht von der Sucht los zukommen wenn man es nur wirklich will und bereit ist dafür zu kämpfen! Leider ist mir auch bewusst das ich da nicht viel machen kann. Es hilft mir aber bisschen den ganzen Mist mir von meine Seele zu schreiben. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja irgendjemanden da draußen der mir sagen kann was ich doch tun kann?!

Danke



Haaai ...
Habe jetzt echt viel von dir gelesen, eigentlich kann man sagen,
Hab alles gelesen Smile wollte dich aber fragen, ob du es geschafft hast?
Also ob du bis jetzt immer noch clean bist? Ist ja jetzt auch schon eine weile vergangen.
Und das mit familie, ja kenne das nur bei mir ist es genau anders rum (mutter am trinken) leider Sad

Lg i
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