Ich möchte nicht mehr trinken

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Ramoni
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.06.2016
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 09:26    Titel: Ich möchte nicht mehr trinken Antworten mit Zitat

Guten Morgen zusammen,

ich bin durch Zufall auf dieses Forum gestoßen, weil ich mir fest vorgenommen habe, nicht mehr soviel und regelmäßig Alkohol zu trinken.
Ich möchte das von mir aus schaffen. Zur Zeit trinke ich fast jeden Abend Alkohol, entweder eine Flasche Bier und zwei, drei Gläser Wein oder nur Wein ( dann meist eine Flasche).
Warum ich das tue? Das habe ich mich natürlich auch gefragt. Es hat ganz schleichend angefangen. Ich denke es ist teilweise zur Belohnung ( aber wofür ) und teilweise auch zur Entspannung oder aus meinem Gedankenkarussell der Probleme zu entfliehen.
Natürlich ist es meinem Mann schon lange aufgefallen, dass ich trinke. Wenn es ihm zu viel ist streiten wir heftig. Es ging schon mal ne Zeitlang gut, aber dann habe ich doch wieder getrunken.
Auch wenn ich mir vornehme, du trinkst heute mal keinen Alkohol, klappt das selten, genauso mit dem keinen Alkohol einkaufen.
Ich möchte aber aufhören damit, zumindest einschränken und das aber zuhause, ohne Klinik.
Vielleicht weiss ja jemand Rat von Euch.
Im Voraus schon mal vielen Dank
LG
Ramoni
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Seppel 4
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1579

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 10:15    Titel: Antworten mit Zitat

Willkommen im Forum, Ramoni.

Also ich habe bezüglich des Trinkens gute Erfahrungen mit den AA's und wenn

Du auch gläubig bist dem Blaue Kreuz.

Wenn Du da mit Deinem Mann, der ja Minimum Co-abhängig ist, hingehst, hast

Du schon mal die Möglichkeit mit Gleichgesinnten und vielleicht gleich fühlenden

Menschen Eure Problematik auf Erwachsenenebene auszutauschen.

Darf ich wissen, wie alt ihr seid? Ich bin Politoxikomane ( also jemand, der das

nimmt, was er kriegt, mit Schwerpunkt Heroin und Beruhigungsmittel ) , 56 J

alt, trocken, doch noch in Methadonsubstitution. Ich bin 26 J. verheiratet und

war mehrmals in den beiden Gruppen zu Gesprächen.


Das Wichtigste für Euch beiden ist ( aus meiner bescheidenen Sicht ), dass ihr

das unbedingt gemeinsam angeht; ich habe viele Pärchen sich trennen gesehen

weil das Vertrauen mit der Zeit schmolz und dann kommen die gutaussehen-

de Alles-Versteher und ihr wart ein Paar.

Ohne dass sich am Alkoholgenuss/missbrauch irgendwas geändert hätte.

Und dann gibt es ein Mittel, was den Suchtdruck nimmt, doch der Fachmann

wird sich sicher noch dazu äussern.

Mein Tipp: Gruppengespräche, wenn es noch auf dem Stand ( von der Menge )

ist.

Alles Liebe und Gute bis dahin

wünscht Euch

Sepp Wink
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Ramoni
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.06.2016
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Sepp,

vielen Dank für deine Antwort.

Ich denke nicht dass mein Mann zu solchen Gruppen mitkommen würde.
Daher möchte ich das auch alleine schaffen. Ich habe auch schon einiges gelesen, wie z.Bsp. sich ablenken oder so. Aber das ist ziemlich schwer für mich, weil ich ja meistens abends trinke, eben um mich zu erholen, also beim Fernsehen z.Bsp., wenn mein Mann im Bett ist und ich für mich alleine bin.
Es ist auch nicht so , dass mein Mann gar keinen Alkohol trinkt. Er trinkt halt normal, so mit Freunden oder mal am Wochenende oder abends mal ein Bier.
Mein Mann ist 56 Jahre und ich bin 55 Jahre alt.
Viele Grüße +
Ramoni
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Yez
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2757

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 12:22    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ramoni ,

erstmal herzlich Willkommen ,

Den ersten Schritt , hast du schon gemacht .
Du weißt , dass du ein Problem hast .

Ich möchte mich Seppel anschließen ,
Er spricht aus Erfahrung.

Vielleicht möchtest du ja auch zum Treffen kommen .
Von Angesicht zu Angesicht ,
lässt es sich viel besser sprechen .

Auf jeden Fall wünsche ich dir , alles Gute .

Liebe Grüße

Yez
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Seppel 4
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1579

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 13:09    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Ramoni,

da bin ich wieder. Sich in dem Alter wegen Alkohol zu streiten ist so dumm wie

überflüssig. Es gab einen Grund fürs Anfangen; nach einer gewissen Zeit des

Trinkens braucht man keine Gründe mehr ( wie bei Drogen ) weil dann der

Körper seine gewohnte ' Dröhnung ' braucht.

Ob Du das erfolgreich beenden kannst, hängt davon ab, ob Du Dich dem Erst-

grund für's Trinken nähern willst. Durch Bearbeitung des Grundes den

Alkoholgenuss quasi überflüssig zu machen, hängt ganz alleine von Dir ab.

Oder Du schaust Dich nach dem Mittel ' Baclofen ' um, was der Forumsdoc oft

anpreist, um den Entzug leichter zu machen.

Doch das Du nicht aus guter Laune trinkst ist Dir und Deinem Mann schon

aufgefallen.

Vielleicht hast Du angefangen zu trinken, weil Du Dich nicht mehr geliebt fühlst

von Deinem Mann ? Dann ist Trinken so ziemlich das Dümmste, denn wie Du

selbst schriebst, findet Dein Mann das nicht prickelnd.

Doch wenn als einzige Massnahme von ihm Streit kommt, dann macht das für

Dich langfristig auch keinen Sinn. Je mehr und öfter Du trinkst, desto weiter

treibst Du Deinen Mann von Dir weg.


Liebe Ramoni: Wenn Schnaps keine Rolle spielt und es um max. 1 Flasche

Wein am Tag/Abend geht, dann lass Dir alleine von Arzt und Gruppe helfen.

Die haben ALLE Schweigepflicht und wenn Du erst mal mit dem Problem nicht so

alleine dastehst, dann hast Du auch mehr Kraft, um damit aufzuhören.


Wenn Du Zahnschmerzen hast dann gehst Du doch auch zum Zahnarzt, oder ?

Wie dem auch sei: Ich wünsche Dir alles Glück und den Mut den Du brauchst,

um in dieser Lebenskrise erfolgreich zu sein.

Sepp
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Soltau
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 13:45    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn die angegebene Menge, die du trinkst Ramoni korrekt ist, dann ist es nicht so extrem viel, würde ich behaupten.
Da kannst du ganz einfach aufhören indem du dir klar machst, dass es ein Gewinn für dich ist, wenn du das tust, kein Verzicht sondern ein Gewinn, da du dich nach wenigen Tagen bestimmt schon stolz und viel, viel besser fühlst. Heute Abend kannst du beginnen!

Alles Gute
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Seppel 4
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 05.12.2015
Beiträge: 1579

BeitragVerfasst am: 8. Jun 2016 14:35    Titel: Antworten mit Zitat

Ramoni, wenn Du auch zu den Personen gehörst, die gerne lesen und dadurch

ihr Wissen um die Dinge, die in der Welt passieren besser verstehen zu können

sei Dir dieses Buch ans Herz gelegt:

SUCHTFREI - Die Illusion durchschauen - Eine neue Methode ohne Entzugs-

Erscheinungen von JAN GEURTZ.

Sein Nichtraucherbuch war in Holland sofort auf Platz 1. Und dieses Buch steht

dem nichts hinterher.

Du verstehst besonders die Tücken der Süchte und warum sie sich so reinschlei-

chen in unser Leben.

Liebe Grüsse Wink

von

Sepp
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Ramoni
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.06.2016
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 08:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Soltau,

hatte ich mir auch ganz fest vorgenommen , gestern abend mal keinen Alkohol zu trinken. Und was war? Wieder habe ich eine Flasche Bier und ein Glas Rotwein getrunken.
Und ich weiss im Grunde ja auch, dass ich damit nichts gewinne. Ich werde es auf jeden Fall weiter versuchen. Ich möchte ja auch abnehmen und da darf ja auch kein Alkohol getrunken werden.
Vielen Dank für Deine Antwort.
LG Ramoni
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Ramoni
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.06.2016
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 08:18    Titel: Antworten mit Zitat

Guten Morgen , Sepp

Sicher hast Du Recht, dass es dumm ist, zu trinken. Aber es hat sich so eingeschlichen. Ich glaube, dass es nicht nur ein Grund ist, warum ich es tue.
Und die Gründe auch sehr unterschiedlich sind. Am Anfang hatte es sicher was mit Überforderung zu tun, dann auch mit mangelndem Selbstwertgefühl, sicherlich exzestiert von beidem noch was.
Eine Arbeit, die nicht wirklich Spass macht, eher das Gegenteil, und Sorgen um pflegebedürftigen Vater und daraus resultierenden Streit mit meiner Schwester, sowie Sorgen um meine (erwachsenen) Kinder kommen dazu.
Woran es liegt, ist mir also schon irgendwie klar, nur irgendwie schaffe ich es trotzdem nie, daraus auch die Konsequenzen zu ziehen.
Aber ich werde auf jeden Fall das Buch, dass du mir empfohlen hast lesen.
Vielen Dank für den Tip.
Liebe Grüße
Ramoni
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Soltau
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 10:02    Titel: Antworten mit Zitat

Ramoni, du weißt ja, wenn man trinkt finden sich IMMER Gründe, sei es Freude, Trauer, der Job usw.

Wie wärs wenn du was davon angehst?
Ich könnte in keinem Job auf Dauer arbeiten, wo ich mich unwohl fühle. Dann wie ist die Beziehung zu deinem Mann, fühlst du dich glücklich, geliebt und erfüllt?

Für mich war Sport das wichtigste Instrument um die Drogen und das Saufen sein zu lassen, vielleicht ist das auch was für dich. Irgendwas was dir gefällt und das tut gleichzeitig deiner Figur gut und macht zufrieden, Bewegung ist total unterstützend für die Psyche.

Ich denke, du wirst schon was aktiv tun müssen um was in deinem Leben zu verändern, dann wirds auch was mit der Änderung der Trinkgewohnheiten.

Soltau
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2233

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 10:22    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke auch, dass es schwierig ist, "einfach so" aufzuhören, wenn der Konsum fest in den Alltag eingebaut war. Wenn du z.B. abends zum Fernsehen getrunken hast, dann "fehlt" der Alkohol jetzt, wenn du abends fernsiehst. Von daher wäre es sicher einfacher, wenn du die ganze Situation ändern würdest und etwas anderes zu der Zeit tun würdest, in der du bis jetzt getrunken hast. Einen Tipp, was das sein könnte, will ich dir bewusst nicht geben, da ich meine, dass die Menschen da ganz unterschiedlich sein können. Der eine steht auf Sport, der andere tut lieber etwas Handwerkliches oder studiert irgendetwas, lernt vielleicht gerne Sprachen usw. usf. Aber irgendetwas anderes solltest du (zumindest in der Anfangszeit) schon tun, damit das Aufhören leichter fällt. Ohne das geht es bestimmt auch, ist aber sicher deutlich schwerer.
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Soltau
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.11.2014
Beiträge: 1623

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 10:44    Titel: Antworten mit Zitat

surreal hat Folgendes geschrieben:
Aber irgendetwas anderes solltest du (zumindest in der Anfangszeit) schon tun, damit das Aufhören leichter fällt. Ohne das geht es bestimmt auch, ist aber sicher deutlich schwerer.


Das will ich dir widersprechen surreal, das wird deshalb nicht schwerer sondern einfacher. Es ist nur so, den Arsch in die Gänge erstmal zu bekommen und eine Veränderung anzugehen und durchzuziehen, das stimmt, das ist erstmal schwerer, aber dafür wirds dann umso einfach, das wäre dann sozusagen die Belohnung.

Sowie wenn ein verrosteter Körper wieder teilweise entrostet wird bewegt er sich mit der Zeit besser und wir können die Richtung wieder selber besser steuern und das Gefühl da sind verselbständigte Funktionen verschwindet.
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2233

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 10:50    Titel: Antworten mit Zitat

So habe ich es doch gemeint. Oder verstehe ich dich jetzt falsch? Ich meinte, es wird sicher leichter fallen, mit dem Trinken aufzuhören, wenn sie in der Zeit, in der sie bisher getrunken hat, etwas anderes tut. Zuletzt meinte ich, dass es bestimmt auch funktionieren kann, wenn man die Droge einfach weglässt und trotzdem weiterhin das tut, was man vorher mit dem Trinken verbunden hat. Das würde aber bestimmt schwerer fallen, da man so ständig an den Alk erinnert wird, es kommt einem dann so vor, als würde etwas fehlen.
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Ramoni
Silber-User
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Anmeldungsdatum: 08.06.2016
Beiträge: 105

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 11:04    Titel: Antworten mit Zitat

Nein, ich fühle mich nicht glücklich und geliebt, aus den genannten Gründen.
Und ich habe auch schon überlegt, etwas anderes zu tun, in der Zeit in der ich trinken würde. Hört sich jetzt vielleicht wieder nach einer Ausrede an, aber da dies vorwiegend abends nach der Arbeit ist, bin ich dann auch froh, wenn ich mich nur hinsetzen und meinen Rücken und Nacken anlehnen kann. Das hat den Hintergrund, dass ich nach meiner Halswirbel-OP vor 2 1/2 Jahren quasi keinen Tag mehr schmerzfrei bin. Wenn ich mich an etwas anlehne, geht es, aber wenn ich mich bewege, ist der Schmerz wieder da. Arztbesuche haben nichts gebracht. Jetzt habe ich in zwei Wochen wieder einen Termin bei einem anderen Neurochirugen, weil die Schmerzen sich verschlimmeren ( unterer Rückenbereich).
Jetzt im Sommer würde ich gerne wieder schwimmen gehen. Muss das eben mal wieder angehen trotz Schmerzen, oder abends halt nochmal mit den Hunden gehen. Nur wie geschrieben, jede Bewegung tut weh und wenn ich dann am nächsten Tag wieder arbeiten muss, ist es immer ziemlich schwierig den Schmerz zu ignorieren.Ich habe dann auch immer ein schlechtes Gewissen, wenn die Runden mit den Hunden oft nicht so weitläufig ausfallen.
Aber vielleicht schaffe ich es ja doch noch,nicht mehr zu trinken oder wenigstens nicht mehr jeden Tag.
LG Ramoni
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surreal
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 2233

BeitragVerfasst am: 9. Jun 2016 11:12    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, wie gesagt, es muss ja nicht unbedingt Sport sein. Der wird zwar immer erwähnt, wenn es um eine alternative Beschäftigung geht, aber ich denke nicht, dass man sich unbedingt sportlich betätigen muss, wenn man mit den Drogen aufhören will. Ich z.B. kann mit Sport überhaupt nichts anfangen. Ich habe es schon mal eine längere Zeit versucht, auch mit einer Sportart, die mir einigermaßen zusagt, aber eine Freude daran hat sich nie entwickelt. Das ist einfach nicht mein Ding. Von daher meine ich, dass jeder selbst schauen soll, was ihm liegt. Vielleicht könntest du etwas schreiben oder, wie gesagt, eine Sprache lernen, dich handwerklich betätigen usw. usf.
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