Methadon/Polamidon Entzug geschafft

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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1028

BeitragVerfasst am: 11. Jul 2019 13:39    Titel: Antworten mit Zitat

hallo saubermann,
noch einer. willkommen im club.
ich würde mich freuen, wenn du weiterhin ab und zu in "clean leben" was über dich schreibst.
"wir können nur bewaren was wir haben, indem wir es weitergeben."
schöner spruch, wie ich finde.

alles gute.
Joe, clean 24 h
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SAUBERMANN
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2012
Beiträge: 1355

BeitragVerfasst am: 18. Jul 2019 16:53    Titel: Antworten mit Zitat

Danke für eure Beiträge!

Ich bin immer noch clean und komme jetzt im Wochentakt vorwärts. Geniale Erfahrung.

Manchmal, wenn ich nichts zu tun habe, kommen abstrakte Gedanken an Konsum, so nach dem Motto: "Ach, ich könnte doch mal wieder, wäre doch vielleicht ganz nett, mal 2-3 Stunden intensive Euphorie zu spüren!"

Das ist höchst selten und es gibt keinen Grund, zu konsumieren. Mir fehlt es an nichts in der Hinsicht, keine Depressionen oder sowas.
Und diese Gedanken an Konsum lasse ich jetzt bewusst zu und male mir aus, was dann passiert.
Außerdem weiss ich mittlerweile, welchen Zweck mein exzessives Suchtverhalten gedient hat: es war Kompensation. Also suche ich mir eine Aufgabe, selbst wenn es nur sowas triviales wie Spazierengehen oder ein Mittagessen im Restaurant ist.

Ich denke, dass solche Gedanken ganz normal sind so kurz nach dem Absetzen. Immerhin habe ich seit 2006 konsumiert. Da kann ich nicht erwarten, nach 2 Monaten schon zu 100% gedanklich stabil zu sein.

Mir hilft auch immer der Gedanke von @joe "NUR FÜR HEUTE NEHME ICH NICHTS!"
Denn spätestens 1 Stunde nach solchen Gedanken ist alles wieder normal und ich denke nicht mehr dran.

Diese kurzen Geistesblitze sind aber höchst selten und es kam in 2 Monaten vielleicht 4 mal vor.


Bald kommt auch ein neuer Job mit noch mehr Struktur, ich mache wieder etwas Sport und ernähre mich endlich vernünftig.

Macht alles Sinn für mich.

Die beste Entscheidung überhaupt, Opiate wegzulassen.
Man braucht sie nicht, wenn man keine körperlichen Schmerzen hat.

Die Einsicht, dass Opiate nur ein Ersatz waren für andere Dinge, die mir fehlten, hatte ich ja schon fast von Beginn an.
Aber jetzt fühle ich es auch und begreife die Zusammenhänge zu meinen Heisshungerattacken, meinem Hang zur Zockerei und anderen Verhaltensweisen, bei denen die fehlende Selbstkontrolle wirkt.

Ohne Opiate bin ich wieder Kapitän auf dem Schiff und halte das Ruder in der Hand.

Deshalb glaube ich auch fest daran, dass ich eines Tages auch mal sagen kann: "ICH BIN JETZT 20 JAHRE OPIATFREI!", so wie @JOE.

Bis dahin heißt es allerdings erstmal: "NUR FÜR HEUTE NEHME ICH NICHTS!" (wobei ich auch keinen Suchtdruck habe).



Vielleicht noch an alle, die gerne clean werden möchten, aber keine Motivation haben: es ändert sich ALLES, wenn man nach so langer Zeit wieder klar im Kopf ist. Alles!

Ich kann das alles gar nicht in Worte fassen.
Es ist ja nicht automatisch "alles gut", nur weil man keine Opiate mehr nimmt. Im Gegenteil, es ist anstrengend. Es ist herausfordernd. Es ist zäh, langatmig und verdammt nervig zuweilen.
Aber nehmen wir mal ein Beispiel: alleine die Zeit, die ich jetzt mit Freunden verbringe, übersteigt wahrscheinlich das gesamte letzte Jahr an sozialen Kontakten.
Ich wollte damals immer nur schnell wieder nach Hause. Konsumieren. In Ruhe. PC an. Kopf aus.
Hat ja auch funktioniert ne Weile...

Wenn ich jetzt Bekannte sehe, die drauf sind, dann tun sie mir nur noch leid, weil sie ihr Leben verplempern.
Es geht ja nicht primär um Karriere, Kohle usw., sondern darum, dass WIR UNS SELBER ENTFALTEN U D ENTWICKELN. Und wie soll das funktionieren, wenn wir jemand anderes sind, eine Hülle?!
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SAUBERMANN
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2012
Beiträge: 1355

BeitragVerfasst am: 23. Aug 2019 21:48    Titel: Antworten mit Zitat

Immer noch clean Smile
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joe
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1028

BeitragVerfasst am: 24. Aug 2019 12:47    Titel: Antworten mit Zitat

nur für heute nehm ich schon wieder mal nix.
liebe gruesse
joe
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Marle
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 1396

BeitragVerfasst am: 24. Aug 2019 19:40    Titel: Antworten mit Zitat

Da mach ich doch gleich mal mit! Very Happy

Grüße
Marle, clean und trocken
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SAUBERMANN
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2012
Beiträge: 1355

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2019 08:16    Titel: Antworten mit Zitat

Über 6 Monate ohne Opiate geschafft!

Fällt gar nicht mehr schwer.
Ist quasi "Normalität" geworden.

Ich möchte jetzt, da ich stabil in dieser Hinsicht bin, therapeutisch an mir arbeiten, damit ich auch für die Zukunft lerne, meine Impulse zu kontrollieren (nicht hauptsächlich in Bezug auf Substanzen, sondern grundsätzlich).

Ich bin optimistisch, meinen Weg zu finden, privat wie beruflich, auch wenn das sicherlich hart wird bzw ist.
Denn nun muß ich alles nüchtern aushalten, was ich jahrelang so einfach abschalten konnte.


Im Ergebnis war der Schritt aus dem Konsum notwendig und wichtig, um wieder Mensch zu werden und nicht mehr nur Mikrobe. Atmen, konsumieren, atmen, konsumieren...

Jetzt habe ich wieder Gefühle, Ideen, Pläne und muss mich Herausforderungen stellen.
Insgesamt ein belebendes Gefühl.
Man verlernt das Leben, wenn man 24/7 drauf ist.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1579

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2019 14:44    Titel: Antworten mit Zitat

moin saubermann,

6 Monate ohne Opiate, da hast du schon einen riesigen Schritt getan, auch was den so wichtigen Abstsnd betrifft.
Heisst 6 Monate ohne Opiate auch 6 Monate ohne den ganzen anderen Scheiss, wie lyrica, Benzos und Alk ?
Darf ich fragen wie alt du bist?
Denn ich habe festgestellt, dass die Zahl 50 in jeder Hinsicht eine Zahl der Entscheidung ist.
Weitermachen wie bisher oder einen kompletten Neuanfang starten.
Magst du erzählen, inwieweit dein Alter eine Rolle gespielt hat

LG
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2019 19:51    Titel: Antworten mit Zitat

@Saubermann
Das freut mich total, da kannste echt stolz auf dich sein!👍
Wünsche dir alles gute für deine Therapie, Arbeit, Privatleben - einfach für alles!
Du bist endlich frei von Drogen und dir steht quasi die Welt 🌍 offen!
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Yez
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 20.04.2016
Beiträge: 2785

BeitragVerfasst am: 15. Nov 2019 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Hey Saubermann,

auch von mir Glückwunsch .
Kannst richtig stolz auf dich sein ! !

Bestimmt denkt jetzt so mancher, wenn er das schafft , schaffe ich es auch .

Weiterhin viel Kraft und Ausdauer.

Liebe Grüße

Yez
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SAUBERMANN
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 27.03.2012
Beiträge: 1355

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2019 08:49    Titel: Antworten mit Zitat

@quasimodus

Klar, wäre ja irgendwie witzlos, wenn ich jetzt Lyrica und co. nehmen würde... Hab wegen Schlafstörungen ab und zu Benzos genommen, richtig wenig, die Tabletten sind lange abgelaufen, die Packung liegt hier seit Ewigkeiten.
Psychisch gibt mir das nichts mehr.
Hab während des Sommers mal wieder Bier getrunken, trinke auch mal 1-2 Bier, wenn ich mit Freunden in ner Bar sitze. Aber das sind kleine Bier. Außerdem finde ich Alkohol eklig. Schön wenn ich 3 Bier trinke, geht es mir nicht mehr so gut. Ich Verträge Alkohol nicht wirklich.

Mir war übrigens schon seit Jahren klar: WENN ich mit Opiaten aufhöre, werde ich nüchtern klarkommen MÜSSEN. Das war mir immer klar. Ich habe ja auch keinen Bezug mehr zu etwaigen anderen Substanzen.

Außerdem wollte ich das Leben nüchtern leben.

Ich habe absolut kein Problem damit, nüchtern zu sein. Das ist die größte Errungenschaft für mich.
Ich habe null komma null Craving.


Das Alter hat schon etwas damit zu tun. Allerdings bin ich 10 Jahre früher dran. Also rund 40 statt 50.
Für mich war das wichtig. Ich wollte nicht noch mehr Jahre verschenken. Und nichts anderes tut man, wenn man auf Opiaten ist. Mir kann da auch keiner mehr was anderes erzählen. Glücklich kann man damit nicht sein, weil man damit ja Etwas kompensiert.

Auch das eigene Urteilsvermögen wird unterminiert. Man glaubt ja immer gerne, klar im Kopf zu sein und rational zu denken. Aber das ist Irrglaube.
Der gesamte Stoffwechsel ist anders. Da ist man ein anderer Mensch.

Ich kann behaupten, dass mein Leben definitiv anders verlaufen wäre, wenn ich früher den Absprung geschafft hätte.

Hätte hätte hätte...

Habe ich aber nicht.


Aber anstatt jetzt depressiv in der Ecke zu kauern, bewege ich meinen Arsch zur Arbeit, zahle Schulden ab, versuche weiter abzunehmen, gehe raus, bewege mich, versuche voranzukommen und einfach zu leben.
Klappt einigermaßen. Jedenfalls gut genug, um keine Substanzen mehr zu nehmen.


Übrigens ist auch der Gedanke an "einmal kannst du ja naschen!" keine Option.
Mir hängt die Sucht wirklich jeden Tag noch in den Kleidern, wenn ich alleine überlege, wie fett ich dadurch geworden bin und wie schwer es ist, die letzten Kilos noch wegzukriegen.

Eigentlich müsste man sich ein Tattoo auf die Handfläche machen, quasi als Reminder: "MACH NIE WIEDER SO EINE SCHEISSE!"
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joe
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2007
Beiträge: 1028

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2019 11:47    Titel: Antworten mit Zitat

guten tag, nur für heute nehm ich nix. das ist lang genug.
klappt bei mir sehr gut.
viel kraft dir, und geduld und gelassenheit und geduld, und so.
es grüsst
Joe aus Brandenburg

ps. nur mal so als tipp. achte auf das bier. mir hat alk auch nie geschmeckt, aber darum gehts nicht unbedingt.
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1579

BeitragVerfasst am: 21. Nov 2019 16:04    Titel: Antworten mit Zitat

moin,

Zitat:
Ich habe null komma null Craving.


das möchte ich auch mal von mir behaupten.
Dein Leben geht ja jetzt clean weiter, würde nich interessieren, ob es dir eher leicht oder schwer fällt ( situationsbedingt, zB wenn man eine Entscheidung treffen muss, der das Leben eine Richtung gibt).

NUR FÜR HEUTE

Das blieb bei mir sofort hängen, auf einem der ersten NA meetings.Der Druck war sofort weg, morgen ist auch noch 1 Tag, Hauptsache nix nehmen.
Ja, soweit war ich schon mal, und wenn man da war und es sich gut anfühlte, dann ist Weiterkonsumieren eigentlich Schwachsinn.
Die, die clean sind , sieht man meist eh nicht mehr, es sei denn aufm meeting.
Schon komisch, fast das ganze Leben jagt man Rezepten hinterher, und wenn man in dem Alter ist , ich sag mal zB 50plus, dann kriegst du sie, aber ob du sie dann noch willst...
Oft nicht mehr, lieber mit Schmerzen das Leben geniessen, als sich mit was auch immer zu betäuben.
Mann, ich will auch wieder ohne Konsum leben, bin aber grad in einer Phase, da schaff ich das nicht.
Warum , das frag ich mich , warum?
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dakini
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 2749

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2019 12:50    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Quasi,

nu ja, ein Wunsch ist ja keine Absichtserklärung. Ist erst mal ne wahre Absicht da, braucht´s eben auch Zutrauen, was sich aus guten feelings speist, zu sich selbst. Ich denke, da hakt es bei Dir. Bei so vielen Entzügen, die allesammt wieder in der Sucht mündeten, verliert man das Zutrauen in sich selbst, denke ich.

Da fallen einem all die Dinge ein, die man nie tat und vllt doch gerne getan hätte. Ist das so? ...Das ist keine gute Richtung, weil sie selten mit einem selbst zu tun hat - man schaut dabei auf andere und was die machen. Extrem hab ich das bei einer früheren Freundin erlebt, die wollte nie ein Kind, hat sich auch deshalb von ihrem damaligen Partner getrennt, der nun schon Jahe eine gute Ehe mit einer anderen Frau führt und einen Sohn bekam. Die beiden hatten noch Kontakt, freundschaftlich über Jahre. Plötzlich konnte sie ihn nicht mehr treffen, weil sie fürchterlich weinen musste. Ihre Tränen weint sie nicht, weil sie selbst etwa ein Kind wollte mit IHM! Heute, ist sie unglücklich zu nennen, verbittert, über alles, was sie nie "bekam". Dabei war sie es SELBST, die entschied und das sehr klar damals, ein ums andere mal.

Mit mal, kommt man auf Ideen, die gar nicht zu einem passen würden. Man sieht nur, dass andere damit glücklich sind. Da ist man doch recht weit von sich selbst weg.

Du bist nie gereist oder? Warum fällt Dir das nun ein, wenn es fast unmöglich ist? Aber bist Du das auch? Ich war schon immer unterwegs,wurde von klein auf durch die Gegend gezerrt...ich führe das schlicht fort, das war schon immer mein Leben und ich werde immer reisefreudig, eine Weltenbummlerin sein, so BIN ich. Dafür hab ich anderes verneint, was andere tun - aber das sind die anderen! Und deren Leben hat mit meinem nichts zu tun.

Du klebst fest an Deinem Zuhause und es gibt Schlechteres. (mal davon abgesehen, dass ich die Szenenähe schon lang geändert hätte, Du aber nicht)

Vllt liegt das "Glück" auch darin, manches zu akzeptieren und das Beste draus zu machen. Ich bin auch krank, anders, ja, es hat mehr Auswirkungen auf mein Empfinden, bedingt körperlich nur, aber es crashte mein Leben, wie es vorher war. Es hat lange gedauert, bis ich das akzeptieren konnte. Erst dann, konnte ich mit Energie an meine "Wünsche".

Seit ich Dich lese, erscheint mir ein großer Graben, von Deinen Wünschen zum Handeln. Das ist doch typisch für Sucht in dem Ausmaß. Daran hat niemand Anteil, das System nicht, die Ärzte nicht - DU selbst entscheidest über jeden einzelnen Schritt! Aber es gibt mehr zu lesen über´s drum herum...

Mit jedem Tag nüchern, kommt man mehr zu sich. Aber es müsste sich lohnen und ich hab so den Eindruck gewonnen, dass die "Möhre vor der Nase", nicht leuchtend genug war bislang. Du hast Dich immer wieder FÜR die drugs entschieden, "willst" es aber nicht - das ist echt ein Dilemma! Und zerrupft einen regelrecht. Das "Wollen" ist bei so langer Sucht ohne Zwang gar nicht so einfach. Dafür gibt es ja noch einige Burgen, allerdings nicht mehr viele. Du würdest in nen verdammt sauren Apfel beißen müssen, der Weg wäre steinig und die Umgebungsbedingungen erst mal sehr eingeschränkt.

Das weißt Du und genau das, willste nicht. Eindeutig oder? Und solange man nicht bereit ist, ALLES zu geben, egal was von Nöten ist, solange wird das auch nix. Ist das so? Es gibt auch andere Wege, sich allmählich auf den Weg zu bringen.

Solch ein totaler cut erfordert einen starken Willen und das Zutrauen, dass die Zukunft dadurch besser wird. Dein Wille ist sehr malträtiert worden im Lauf der Jahre und so richtig vorstellen, kannst Du Dir wohl gar nicht, was Du alles machen könntest und wer Du sein könntest.

Es wäre gut, Du würdest es schaffen, Dich mit Dir selbst auszusöhnen, um überhaupt ne Chance zu haben. Denn es wird nichts passieren, das "Dich da raus holt".

Es geht um den Prozess der Selbstwahrnehmung und - entwicklung. Die Welt kann keiner ändern, auch nicht den Partner, ect, aber man kann sich selbst ändern. Das ist der Weg, der JEDEM offensteht.

Alles andere, hat keine Relevanz. Das wäre für mich die Möhre vor der Nase - zu mir zu kommen. Aber dafür muss man sich wohl wenigstens ein bischen mögen...und genau das Gefühl, hab ich bei Dir nicht.

Von "ich bin nix" zu "ich bin ganz toll" (in der cleanen Sommerphase). Da reicht ne Kleinigkeit, das zu crashen. Ich les Dich lang genug, um zu wissen, Du bräuchtest Schutz für ne ganze Weile. Dann käme auch iwann die Balance - weil Du wieder weißt, wer Du bist und was Du kannst. Dann haste es auch nicht mehr nötig, auf iwas rumzuhacken - vor allem nicht auf Dir selbst insgeheim, denn darum geht es ja.

Die innere Balance fehlt eben nach so einem langen Leben Szenenah und genau das ist wohl, was es so furchtbar schwer macht, da noch mal durch zu starten. Quasi in selbst angelegten Handschellen! -> das Bild kommt mir da in den Kopf. Da braucht es viele drugs, das auszuhalten. Kann ich bestens nachvollziehen, es ist ja nicht so, als würde ich ähnliches nicht kennen.

Du könntest es derzeit doch ok finden, wie es ist! Du hast es überlebt - und bist doch auch dankbar dafür, was die Ärzte geleistet haben. Bei Dir denke ich halt, Dein Problem liegt eher im Bezug zu Dir selbst!

Ich weiß nicht, ob ich das richtig rüber bringen konnte, aber ohne, dass man sich mag, schafft man keinen Entzug von den Ausmaßen. Idea Außer unter Zwang. Diesen kann man sich auferlegen, indem man in eine jener Burgen einqueckt und einen cut nach hinten vollzieht. Denn ich bezweifle, dass Du es draußen so weit bringst, Dich mit Dir auszusöhnen, ohne Hilfe.

Und so kreiselt das Ganze, ohne Aussicht auf Veränderung. Du hast Dich in der Opferhaltung angesiedelt, ob Du schon immer so ein Typ Mensch warst, kannst Du selbst vermutlich kaum noch nachvollziehen. Mit der Opferhaltung ist kein Blumentopf zu gewinnen, immer sind es "Situationen" oder sonstiges, die einen hindern...Das Verändern der Stimmung klappt auf derartigem Konsum eben auch nicht (eine Pille/Tag wäre da weniger ein Problem, aber davon reden wir ja nicht) und so drehst Du Dich im Kreis.

Vllt kommt ja mal der Tag, an dem Du sagst: ich starte noch mal durch. Dafür benötigst Du neuen Power, wie ich lese. Ich frag mich grad, wo der herkommen soll? Du bist einfach zu gut eingerichtet - Stichwort Gewohnheit.

Ich könnte ja sagen: wer in Rente ist, hat doch echt Zeit, sich um sich kümmern! Das ist doch ein Geschenk! Mag man sich selbst nicht, ist aber alles Scheiße. Und das ist, was ich lese. Du könntest Dich mal darum kümmern! Um DICH!

Wieso machst Du nicht ein paar Gespräche? Und schaust mal, ob Du Dir auf diesem Wege nen "Motivationsschub" abholen kannst? Hier wirst Du den nicht bekommen, das ist ersichtlich nach Jahren des Schreibens, das ist für Dich nur ne nette Beschäftigung, reicht aber nicht. Da kann Joe noch zig mal schreiben: nur für heute (was für ihn gilt) und Du kannst es noch so oft tippen, da wird kein Tag draus, an dem Du selbst nichts genommen hast...

Du wohnst doch in ner Gegend, wo Du einiges erreichen kannst via öffentlichen Verkehrsmitteln, da gibt es bestimmt jemanden, der Dir gewachsen ist, Dich unterstützen kann im Einzelgespräch, wo Du ehrlich über DICH reden kannst. Ich bezweifle, dass ne NA Gruppe Dir zum jetzigen Zeitpunkt hilft, Du hängst zu tief drin, als dass das reichen würde, zudem Du Dir ja oft genug blöd vorkommst, drauf, wie Du bist. Zudem sind das keine Fachleute, die Du eher benötigst...DRINGEND benötigst, denke ich. Leute, die Dir helfen, Deine eigene Welt mit anderen Augen zu sehen, DICH zu sehen und fühlen zu lernen! Naja, so weit letzteres möglich ist.

Es gibt ne Menge, was Du noch nicht ausgeschöpft hast, vor der Haustüre Exclamation Wieso fängst Du nicht so an, mit regelmäßigen Gesprächen, die jedem zustehen und auf Kasse abgerechnet werden. Du weißt doch, wie so was geht? Man klappert erst mal sämtliche Träger ab, wie die Diakonie, die Evangelische, ect und nebenbei ruft man an, welche Psychologin in Frage käme und lässt sich auf die Liste setzen. Du hast nur zu gewinnen! Ich hab bewusst die weibliche Form gewählt, weil ich mir vorstellen kann, mit ner Frau kommste vllt besser zurecht?

Es gibt durchaus die Möglichkeit innerhalb von Psychogesprächen zur Motivationssteigerung zu gelangen, Strategien in die Hand zu bekommen - mit Hilfe, sähe das doch wesentlich besser aus oder?

Ich hab in letzter Zeit von einigen mitbekommen, dass sie sich Hilfe holten. Da ging es um Depressionen (ohne Sucht), sonstwas, aber eines, haben alle gemeinsam: wer mal anfängt, kommt weiter...die eigenen Ansichten verändern sich zunehmend, ect. Leben ist Veränderung und gute Gespräche sind eine Unterstützung - auch für Dich, als alten Hasen im Suchtsektor - oder gerade Smile

...wär doch cool, Du findest da raus Smile Muss ja nicht gleich "alles verändern" heißen, das ist too much, wie ich kapierte...Die nächsten noch guten Jahre bei Dir zu sein und zu wissen, wer Du bist und was Du kannst - da hättest Du, denke ich, was Dir fehlt, Reisen sind es wohl kaum, lächel*! Ich wünsch es Dir von Herzen, dass Du mal voran machst und Dir nen vernünftigen Therapeuten suchst! Könnte eher von Erfolg gekrönt sein und erfordert nur: suchen & hingehen, mehr, muss doch erst mal gar nicht gemacht werden, einen riesen Berg erklimmen, wäre zu viel, aber das, schaffste! Und man sollte schauen, was MACHBAR ist. Wink
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Nooria 24
Gold-User
Gold-User


Anmeldungsdatum: 12.03.2016
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2019 13:35    Titel: Antworten mit Zitat

Hey dakini,

DAS ist ein klasse Text. Habe ich mir mal gespeichert! Danke dafür!

Dir eine gelungene Woche wünscht

Nooria Laughing
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Jolina40
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 28.12.2015
Beiträge: 636

BeitragVerfasst am: 25. Nov 2019 23:04    Titel: Antworten mit Zitat

Hey dakini, du hast genau die richtigen Worte gefunden, klasse!

@quasimodus
Du siehst wieviel Zeit dakini sich für dich genommen hat und lies dir den Text am Besten zwei,- dreimal durch.
Natürlich ist dir das alles im Grunde genommen klar, es geht darum die Theorie in die Praxis umzusetzen.
Du hast doch nichts zu verlieren außer dein Leben und wenn du dich nicht bald darum kümmerst es in Angriff zu nehmen wird dir dein Körper das abnehmen.

Ich selbst hab auch lange gewusst was passieren muss aber es blieb bei der Vorstellung, die Umsetzung ließ lange auf sich warten.

Bin zwar nicht clean, doch habe meine Einstellung geändert und deswegen kann ich gar nicht mehr so leben wie früher.

Erst seitdem ich es wirklich wollte ändere ich mein Leben, nach und nach und das ist wahrlich nicht einfach. Doch jeder Schritt vorwärts bringt mich meinem Ziel ein Stück näher und egal wie schwer es ist Ich möchte keinen Schritt mehr zurück.
Nur du entscheidest wie dein Leben weiter geht und du weißt nur zu gut das es höchste Zeit ist.

Was muss noch passieren?
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