Substitol reduzieren

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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1671

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2021 18:30    Titel: Antworten mit Zitat

letztendlich ist die Entscheidung ohne Opiate zu leben ja an bestimmte Hoffnungen und Erwartungen geknüpft, sonst würdest du diesen Kampf ja nicht auf dich nehmen.
Du sprichst deine Konsumgewohnheiten an (Videos/TV), deine Unkonzentriertheit, diese Barriere im Kopf aktiv am Leben teilzunehmen.
Ich hab diese Probleme auch, schiebe alles vor mir her.
Ich habe seit 2 Monaten eine neue Badezimmerlampe noch verpackt rumliegen, ich kriege es einfach nicht hin, ein paar Löcher in die Wand zu bohren.
Nachts schlafe ich schlecht, am morgen muss ich erstmal eine Nase ziehen, um überhaupt in die Gänge zu kommen, und das wiederholt sich alle 4-6 Stunden.
Und ich habe permanent schlechte feelings und ein schlechtes Gewissen.
Dann taucht dieses "Warum geb ich mir das ? " auf und man stellt wieder alles Frage, das zehrt.
Ich bin überzeugt davon, dass die Lebensqualität ohne Opiate steigt, aber klar, mit einer Minimaldosis kann ich auch ganz gut leben.
Oder was ? Rolling Eyes
Wenn man sich dann noch sozial isoliert, wird man die Zweifel nicht mehr los.

Du hast einen Termin für Ende März, das ist eine gefühlte Ewigkeit, ich würde versuchen, früher das Gespräch zu suchen.
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Weaver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 19. Feb 2021 23:03    Titel: Antworten mit Zitat

Danke Quasi!

Ja, ich hatte die Hoffnung, dass wenn ich keine Substis mehr nehme ich Zugang zu Erinnerungen bekomme, die durch Dissoziation nicht zugänglich sind.
Das war mein Hauptmotiv.
Aber ich glaube nicht, dass das eintreten wird. Zumindest kann ich mir nicht vorstellen, dass zwischen 30, 20, 10mg und Null da so ein großer Unterschied ist.
Vielleicht irre ich mich aber auch...

Mein Hauptproblem ist, dass ich mich so schwer konzentrieren kann. Reicht für Filme, Musik hören und so Zeugs, aber nicht um am Buch weiter zu schreiben oder zu zeichnen.
Das fühlt sich original an, als müsste ich dafür meine Gehirnzellen aufwendig ausrichten, wie Steine die man über einen Bach legt um ihn überqueren zu können, aber kaum liegen sie dort, kann man den Weg nicht nutzen, weil sie sich woanders verteilt haben. Das ist total anstrengend. Rolling Eyes

Meinen Alltag hab ich mittlerweile gut auf der Reihe - ich erledige Zeugs das zu erledigen ist ziemlich zügig Wink Ich kenne aber nur zu gut was du ansprichst. Frag nicht wie lange es gedauert hat bis die Wohnung halbwegs eingerichtet war Shocked

Schlafstörungen sind echt mies. Tut mir leid, dass du die sogar mit Drogen hast!
Ich hab mit Benzos angefangen wegen Panikattacken und Schlafstörungen. Schlimmste Alpträume noch dazu.

Früher, als ich ärger drauf war, hab ich mich auch oft gefragt warum ich mir das gebe, aber es ging mir auch zu mies um was dran zu ändern. Das ist echt schwierig.

Jetzt frage ich mich dasselbe Wink
Warum konnte ich mich nicht über eine Reduktion auf 10 (oder meinetwegen auch 20mg) freuen? Hätte das nicht auch gereicht? Dafür hätte ich auch nicht in der Substi bleiben müssen...

Ich weiß nicht ob die Lebensqualität ohne Opiate besser ist. Echt nicht.
Ich nehme das Zeug aber auch seit 30 Jahren durchgehend.

Gegen meine soziale Isolation muss ich dringend was unternehmen, da hast du ganz Recht. Ist mir Corona dazwischen gekommen. Hatte geplant bei einer Tierschutzorganisation mitzumachen und mich nach ehrenamtlicher Arbeit umzusehen.
Ich brauche aber auch echt viel Zeit für mich.

Früheren Termin gab es nicht. Also nicht für jemanden wie mich der noch nie bei der Beratungsstelle war - da braucht man einen Erstgespräch Termin Surprised Und einen Ausweis und Meldezettel.
Echt cool.
Leute die obdachlos sind nehmen die dort wohl gar nicht.

Wien ist ein Dorf, da gibt es nicht so viele Angebote. Liest sich viel wenn man im Netz guckt, aber in der Praxis sieht es dann anders aus.
Es gibt noch eine niedrigschwellige Drogenberatung. Da gäbe es vermutlich früher einen Termin, aber bei denen geht es eher darum Spritzen zu tauschen, duschen und wo abhängen zu können...

Ich hoffe es läuft für dich bald besser, dass du aus den schlechten feelings und schlechtem Gewissen raus findest.
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Weaver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 25. Mai 2021 11:00    Titel: Antworten mit Zitat

Ein kurzes Update:

Ich war dann nochmal bei meinem Hausarzt/Substiarzt, aber diesmal bei ihm persönlich (ist eine Teampraxis und ich bin zuvor immer bei einem der anderen Ärzte gelandet). Er hat vorgeschlagen, dass ich auf Tramal Tropfen umstelle und da einfach immer mal einen Tropfen weg lasse.
Einige Tage später hatte ich den Termin bei der Drogenberatung, die machten denselben Vorschlag.

Ich habe also mit Tramal weiter reduziert. Begonnen mit 3 mal 10 Tropfen. Was eigentlich zu wenig war, mein Arzt meinte 3 mal 30 oder auch 40, das müsse ich selber ausprobieren.

Anyway, mit den Tramal lief es gleich viel besser.

Wie es bei mir häufig der Fall ist, musste natürlich wieder was Blödes passieren. Das Haus in dem ich wohne wird ja seit Jahren immer wieder verkauft und jeder neue Eigentümer will mich raus bringen.
Jetzt haben sie wieder krassen Druck gemacht und ich muss sagen, ich kann nicht mehr. Darum habe ich zugestimmt auszuziehen, in eine andere Wohnung, die größer ist, aber die Lage sagt mir nicht so zu...
Naja, alles extrem stressig und eine echt blöde Sache. Und ärgerlich, dass die Menschen die Geld haben und noch mehr Geld machen wollen, andere vertreiben. Aber das ist ja nix neues.

Ich werde nun Anfang Juli umziehen und nun, da die Entscheidung gefallen ist, beginnen die Tramal zu reduzieren.
Als es so extrem stressig war, wollte ich damit gar nicht erst anfangen.

Sonst finde ich es super angenehm, nicht mehr in Substi zu sein ; ) Muss nun nicht mehr jeden Monat zum Arzt. Mit so einem Tramal Fläschchen komme ich gut 6 Wochen aus.
Wobei die Tramal eine Dosierpumpe haben, mit der man nicht weniger als 5 Tropfen auf einmal entnehmen kann. Damit ist in kleinen Schritten reduzieren eh nicht möglich. Tramabene hingegen kommen ohne diese Pumpe. Das musste ich erst mal rausfinden und ein Rezept dafür besorgen.

Sonst geht es mir gut. Ich fühle mich langsam wieder normal Smile
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1671

BeitragVerfasst am: 2. Jun 2021 20:37    Titel: Antworten mit Zitat

hi weaver,

interessant, das es mit Tramal so gut läuft bei dir.
Ich steh ja auch vor dem Absprung von Oxycodon, und brauche was "Niederpotentes", was aber auch ein gutes feeling erzeugt.
Tramal hab ich sporadisch genommen, ich kann mich aber nicht an einen schlechten turn erinnern.
Das es die in Tropfen gibt , ist natürlich sehr cool.
Ich werde meinen doc mal fragen diesbezüglich, er kennt sich aus mit drugs.
Pola/Metha kommt nicht mehr in Frage, Tramal bzw Tramadol hört sich echt gut an, um damit abzuturnen.
Gib abundzu mal ein update, auch welche Mengen du brauchst , wie oft am Tag etc
Das wäre mir eine Hilfe
cu
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dakini
Foren-Guru
Foren-Guru


Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3104

BeitragVerfasst am: 3. Jun 2021 08:51    Titel: Antworten mit Zitat

Hi Quasi,

wieso gehst Du nicht über Tex raus? Bist bei 200 Oxy etwa noch? (hatte ich gelesen iwann mal) Plus ne Kugel...Da würde man sich an der " Krampf- Schwelle" bewegen, in Tramadol umgerechnet.

Ich war auch super verwundert, dass das funzt mit Tramdol, aber Weaver war ja viel viel weiter runter mit Substitol, als sie es eindosierte.

Und etwa auf der Oxy Dosis, wie Du - das sitzt fest nach ner gewissen Zeit. Hab das nur über Tex gepackt. Und selbst das, war haarig. Hat einiges an Disziplin verlangt. Du hast ja auch schon etliche Hammerentzüge hinter Dir, samt Switschen, etc. (Hatte mal alte threads gelesen). Neue Reize setzen, um aus alten Mustern raus zu kommen. (Auslösereiz-Gewohnheit -Belohung) Das funzt im Suchtbereich ebenso, wie bei allem anderen. Wenn man das alleine macht, geht es halt nicht anders, als wenn man bspweise in ner Klinik alles vorgesetzt bekommt. Völlig gleich, wie Du das machst, iwas wirste ändern müssen. -> Ich hab an den Fäden gezogen, die mich am meisten behinderten. Morgens aufstehen und den Tag anders beginnen, war eine große Hilfe...(ich geh gleich raus und mache meine Atem- und Dehnübungen, Moron macht jeden frühen Morgen Dehn-, KraftTraining, läuft, macht Übungen gegen die Schmerzen, nimmt Physio in Anspruch in D, samt Med. Massagen, NEMs. Schon seit längerem, hat sich körperlich aufgebaut, er hat früher angefangen, als ich, manches w i r k l i c h zu ändern, aus ihm wurde u.a. ein durchtrainierter Mann, körperliches nimmt Einfluss auf unsere Psyche...)

Du schreibst öfter mal, Du hättest nie gedacht, dass Du so alt wirst - jetzt ist es aber so und das ist doch schön! Möglichkeiten zu nutzen, so dass wir unser Leben mögen - es kommt entschieden darauf an, Muster zu ändern. Die erste Zeit kann was zäh werden, aber dann - geht es wie von selbst, das haben Gewohnheiten so an sich. Smile

Auf jeden Fall gut, Oxy erst mal los zu werden, doch ich befürchte, Tramdol ist zu nieder potent, bz die Umrechnungsdosis wäre nicht tragbar.

Drück Dir die Daumen, was auch immer Du machst und änderst, den hinderlichen Mist los zu werden!
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Quasimodus
Platin-User
Platin-User


Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1671

BeitragVerfasst am: 3. Jun 2021 12:41    Titel: Antworten mit Zitat

ja, tex.
das bedeutet kein H mehr.
Soweit bin ich noch nicht.
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dakini
Foren-Guru
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Anmeldungsdatum: 07.04.2015
Beiträge: 3104

BeitragVerfasst am: 4. Jun 2021 10:11    Titel: Antworten mit Zitat

Hm, wäre unsinnig. Wobei ich eine Zeitlang Tex als Grundversorgung nahm und am Wochenende mal was holte. Aber jeden Tag ist doof, schon wegen der Ärzte, wenn Du das nicht schwarz besorgen kannst. Warum willste denn die Oxys dann raus nehmen? Die sind doch perfekt für ein Wattefeeling, das Du noch brauchst - oder möchtest. Kommen H am nächsten, je nach Galenik.
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Weaver
Bronze-User
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Anmeldungsdatum: 11.07.2013
Beiträge: 51

BeitragVerfasst am: 4. Jun 2021 23:39    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Pola/Metha kommt nicht mehr in Frage, Tramal bzw Tramadol hört sich echt gut an, um damit abzuturnen.
Gib abundzu mal ein update, auch welche Mengen du brauchst , wie oft am Tag etc
Das wäre mir eine Hilfe


Quasi, ich denke da hat dakini Recht - du würdest wohl eine ziemlich hohe Dosis vom Tramal brauchen und dann können die Krampfanfälle auslösen.

Ich habe mit 3 mal 10 Tropfen am Tag begonnen und 10 Tropfen entsprechen 25mg Tramadol.

Ich würde versuchen mit möglichst wenig Oxys auszukommen oder auf Morphium umsteigen, weil es da eben ziemlich geringe Dosierungen gibt, bevor ich auf Tramal umsteigen würde.

Ich hoffe du findest einen guten Weg für dich!
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