Alkoholentzug - Erfahrungen - Behandlung - Medikamente

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Schlaumeier
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Anmeldungsdatum: 05.06.2015
Beiträge: 1867

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2021 16:19    Titel: Antworten mit Zitat

tagesschau24 | Montag 21.06.2021 | 23:00 - 23:30
Deutschland 2020

Die Sucht macht kaputt. Einen Ausweg bietet Hof Fleckenbühl: Keine Drogen, kein Alkohol, keine Zigaretten, keine Gewalt. Henry will sein Leben ändern, drogenfrei werden. Andere leben schon länger in der Gemeinschaft. Der Anfang ist brutal schwer: alles aufgeben, neu anfangen, nüchtern leben. Kalter Entzug - ohne Ärzte und Therapeuten, aber eine Entgiftung inmitten der Gemeinschaft von ehemaligen Drogenabhängigen. 130 Menschen leben in dieser Selbsthilfeeinrichtung. Für die meisten Süchtigen bleibt die Sucht ein lebenslanges Thema. Führt der Fleckenbühler Weg hinaus aus der Sucht?
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2823

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2021 17:39    Titel: Antworten mit Zitat

Bei Alkoholismus ...
wenn dann gar kein Stillstand der Sucht mehr möglich ist,
dann gibt es in der Schweiz das
Hospice Le Pré-aux-Boeufs

https://www.srf.ch/play/tv/dok/video/ganz-unten---ein-ort-im-jura-wo-scheitern-erlaubt-ist?urn=urn:srf:video:11226298-58fb-46bb-9d7c-68d20ab73e62

watch?v=1zjapCL-gf0&t=1975s

Zumindest vom Ansatz her kenne ich ein paar Einrichtungen ähnlicher Art in meiner Gegend:
www.karlshoehe.de/geschaeftsbereich/hausaufderwart

www.erlacher-hoehe.de/angebote/therapeutische-wohngemeinschaft-murrhardt

www.landwehr-ev.de/

Aktuelle Info (nicht selbst verifiziert!): Überall lange Wartezeiten, wenige freie Plätze. (Besonders auch wegen "Corona" Twisted Evil)

Eigene Erfahrungen: Viele Betroffene im Verlauf von ca. 30 Jahren hinein - aber selten hinausgehen sehen.
Relativ gute Erfolge in den Häusern, die eine enge Kooperation z. B. mit dem ZfP Winnenden haben. Bewohner werden dann auch prophylaktisch bei Rückfallgefahr ins ZfP zur Auffrischung überwiesen. (Wird gut angenommen)

Grüßle
Marle
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Nehell
Gold-User
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Anmeldungsdatum: 14.06.2013
Beiträge: 721

BeitragVerfasst am: 19. Jun 2021 20:26    Titel: Antworten mit Zitat

Schlaumeier hat Folgendes geschrieben:
Führt der Fleckenbühler Weg hinaus aus der Sucht?


Kommt eben darauf an, wo der Süchtige seine Aufmerksamkeit hin verlagert.
Wenn er weiterhin seine Aufmerksamkeit auf das eigene Drama und das was
in seinen Augen schief gelaufen ist lenkt, dann können nicht mal die besten
äußerlichen Umstände ihn auf diesem Weg unterstützen.

LG

Nehell
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Marle
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 06.10.2016
Beiträge: 2823

BeitragVerfasst am: 20. Jun 2021 11:07    Titel: Antworten mit Zitat

Hm – wäre bisschen einfach?

Süchtige, die sich in so eine Therapieeinrichtung begeben, bringen ja in der Regel einen ganz Sack voller Probleme mit. Alltags- und Lebensprobleme, die jeder Mensch, egal ob süchtig oder nicht, auch hat. Und dazu noch eine Menge anderer Probleme, die durch die Suchtchronologie entstanden sind.
Ich habe schon welche erlebt, die in der Vergangenheit „hängengeblieben“ sind, in der Form, dass sie entweder zum Ausdruck brachten „wenn mir dies und jenes damals nicht passiert wäre, dann …“ oder „wenn ich den Grund wüsste, warum ich in die Sucht geschlittert bin, dann …“

Das ist einerseits legitim und verständlich, andererseits ein fataler Rückschluss.
Weil nämlich niemand von uns wissen kann, wie anders – oder gleich! – sein Leben und seine Suchtgeschichte verlaufen wäre, wenn alles ganz anders gewesen wäre in der Vergangenheit.
Andererseits habe ich schon relativ viele kennengelernt, die meinten, wenn sie den Grund für ihre Sucht finden würden, dann würde es ihnen viel leichter fallen, sie zum Stillstand bringen zu können.
Die meisten davon sind immer noch auf der Suche – und konsumieren derweilen halt weiter.

Logischerweise ist der Fokus aber generell „auf das eigenen Drama gerichtet“.
Auch bei Nichtsüchtigen!
Niemand lernt – in 3, oder 6 oder 12 Monaten – plötzlich völlig anders mit den Problemen umzugehen, und ist „nur aufgrund der Therapie“ ganz plötzlich in der Lage dafür Lösungen zu finden.
Dazu kommt, dass solche Einrichtungen eine „geschützte Glocke“ sind, und die echte Realität viele danach gleich wieder umhaut.
(Im ersten Jahr nach Therapie ereignen sich die meisten Rückfälle!)

Es braucht einfach unglaublich viel Geduld und Ausdauer, um langfristig nicht mehr auf das am schnellsten und leichtesten verfügbare „Lösungsmittel“ zurückzugreifen.
Die Erfolge sind oft kaum mess- und wahrnehmbar. Es geht – besonders am Anfang – nur in winzigen Schrittchen voran.
Da kommt (fast bei jedem! Auch bei mir!) der Punkt, wo man sich fragt: Für was mache ich das Ganze? Bringt doch sowieso nichts. Das Hamsterrad dreht sich weiter.

Manchmal ist es ganz nützlich und interessant, wenn ich nach langer Zeit wieder mit ehemaligen Therapie-Mit-Patienten zusammentreffe.
Was hatten wir gegen Ende der Therapie alles für Pläne! Was wollten wir alles angehen und zukünftig unternehmen! Manche wollte erlernte Werk- Bastel- und Kunsthobbys fest in ihr Leben integrieren. Andere gleich den leidigen Job wechseln, und ganz neu woanders anfangen. Oder wieder andere wollten sich jetzt endgültig vom Partner trennen.

Und dann? Dann trifft man sich nach ein- zwei oder drei Jahren, fragt „und, was macht dein Hobby?“, und schaut in verlegene Gesichter. „Ähm, ja also, da war so viel anderes …die Zeit, die Arbeit, die Familie …usw.“
Kurzum: Der (graue) Alltag hatte uns alle wieder „aufgefressen“, und von all den hehren Vorsätzen war so gut wie nichts mehr übrig.
Kein Wunder also, wenn dann „das Mittel der Wahl“ nicht mehr weit weg war. Oder bereits konsumiert wurde.

Es hat uns nämlich bei allem niemand beigebracht, dass die ganzen Probleme nüchtern und clean um ein Vielfaches grausamer sein können, wie „druff“.
Denen, die in Hartz4 hingen, malte man aus, wie viel mehr sie Geld zur Verfügung hätten, wenn sie nicht mehr drauf wären, und dass sie jetzt, nüchtern und clean, bestimmt einen Job finden würde.
Dann hingen sie nach paar Jahre (Ü50) immer noch in Hartz4, egal wie sie sich mühten, und hätten zwar gerne dies und jenes angefangen – aber das Geld fehlte vorn und hinten.
Die, denen der derzeitig Job zum Hals heraushing, suchten und fanden vielleicht einen anderen – und nach kurzer Zeit merkten sie, dass auch dort nicht alles Gold war, was glänzte.

Ich will damit auf keinen Fall demotivierend wirken!
Ich will damit ausdrücken, dass niemand eine viele Jahre andauernde, eingeprägte und eingeschliffene Sucht durch solche Einrichtungen oder Therapien „allein“ ablegen kann.
Die richtige Arbeit – an und mit sich selbst, positive bejahenden Lebensveränderungen, auch die Gesundheit und der Umgang damit, usw. – fängt erst danach richtig an.

Aus diesem Grund bin ich auch sehr dafür, gerade am Anfang in das neue Leben, einen Austausch mit anderen Betroffenen, möglichst mit langjährig trockenen und cleanen, zu suchen. Die wissen nämlich, wie das ist, wenn „Löcher“ kommen, in die man hineinfällt.
Und manchmal hilft wirklich nur „Aushalten“. Wenigstens für kurze Zeit, bis es weiter gehen kann.

Grüßle
Marle
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Quasimodus
Platin-User
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Anmeldungsdatum: 04.02.2015
Beiträge: 1693

BeitragVerfasst am: 8. Aug 2021 09:13    Titel: Antworten mit Zitat

kalter Entzug von Metha, Benzos und zB Lyrica und Alk kann zu lebensgefährlichen Zuständen führen.
Und so einen Entzug auf der Affencouch, die sich mMn immer noch im Speiseraum befindet, wo " THC Süchtige " ihre Brötchen verschlingen und dir n dummen Text von wegen " wisch doch mal die Tische ab, anstatt da rumzuliegen, stelle ich mir von nicht möglich bis geht garnicht vor.
Und das noch kalt, wenn du dann nochn Krampfanfalll kriegst, lachen die Kiffer auch noch, weil sie kein Plan von garnix haben.
Nee, lass mal.
Das ist doch unverantwortlich und nicht gerade würdevoll.
Okay könnte es sein, wenn man mit so wenig Substanzen und so niedrig dosiert wie möglich dort einläuft wenn man Knastdruck hat o.ä. Situationen, keine Wohnung etc
Dann ist man mit dem Entzug schneller durch und der Kopf spielt mit, so dass man bereit zur Kommunikation und Auseinandersetzungsfähig ist, für die abendlichen Synanonspiele.
Als hardcorejunkie mit ner Kokainpsychose bist du da 100pro am falschen Ort würde ich sagen, da ziehe ich eine qualifizierte Entgiftung vor.
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